Donnerstag, 7. Oktober 2010

Die Firma Wild & Söhne...

...schreibt zurück. Das finde ich schonmal gut.
Hier der Text (meine E-Mail entsprach im großen und ganzen diesem Blogpost):

Sehr geehrte Strickbloggerin aus dem Projektmanagement,
vielen Dank für Ihre engagierte Mail zu unserer Strickwaffe. Es tut uns leid, wenn wir Sie mit dem Objekt Strickwaffe verärgert haben und möchten gerne Stellung zu Ihrer Argumentation beziehen.
Ja, wir teilen sogar in einigen Dingen Ihren Standpunkt.
Natürlich haben Sie Recht, dass Waffen und die davon ausgehende Gewalt nicht als humorvoll bezeichnet werden können. Aber die Auseinandersetzung mit Waffen kann und sollte auch auf humorvolle Weise möglich sein. Humor ist unseres Erachtens eine der besten Waffen gegen Gewalt. Auch bedienen wir uns keinerlei zynischer Spielform des Humors, denn diese ist uns völlig fremd.
Ja, Sie haben recht, die Strickwaffe ist natürlich nicht nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet, und trotzdem ist sie besser zu bedienen als die meisten anderen, teilweise viel zu kleinen Strickliesln mit viel zu glatten Metallösen. Und ich habe in meinem Leben schon sehr, sehr viel gestricklieselt ;-) – meist mit konventionellen Strickliesln.
Jedoch bin ich nicht der Meinung, dass diese Welt besser wird, indem man sie mit einer weiteren Strickliesl in gekannter Art und Weise beglückt. Politisch korrekt sind diese in ihrer Herstellung nämlich keineswegs. Um auf den Preis von drei bis vier Euro zu kommen, muss irgendwo auf der Welt jemand hart arbeiten. Wenn man bedenkt, dass die Gewinnspanne bei einem solchen Produkt allein für den Händler mindestens 50% des Verkaufspreises beträgt und der Hersteller auch nur einen Bruchteil der Einnahmen an den Arbeiter weitergibt...
Die Zielgruppe für unsere Strickwaffe sind im übrigen nicht kleine, wild rumballernde Jungs im Kindergarten- oder Grundschulalter. Es sind Erwachsene, die die konventionelle Strickliesl von früher kennen und in der Lage sind, dieses Objekt und dessen Antagonismus zu erkennen. Auch weiss ich als Vater von drei Jungen, dass natürlich nicht nur Mädchen des Strickens mächtig sind – auch ohne Strickwaffe.
Auch unseren Claim „Pistolen zu Strickliesln“ finden wir nach wie vor richtig – nicht wir, sondern Sie haben diesen verdreht.
Abschließend möchte ich erwähnen, dass wir uns dem Ziel einer friedvolleren Welt nur nähern, indem wir den Diskurs um Krieg, Frieden, Waffen und Gewalt aufrecht erhalten – und genau dazu haben Sie uns ein weiteres Mal Gelegenheit gegeben. Vielen Dank dafür!

Mit friedlichen Grüßen
Fritjof Wild

Ich kann mit dieser Antwort leben. Neue Argumente habe ich nicht, auch wenn ich das Ding nach wie vor blöd finde. Nennen wir es einen Waffenstillstand.
Ich habe auch wichtigeres zu tun. Stricken zum Beispiel.

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