Freitag, 30. Dezember 2011

WIP: Firestarter

Die letzten Socken des Jahres haben - ausser der Wolle - mit "Tumnus" gemeinsam, daß sie im noch laufenden Jahr nicht fertig werden werden.

Dies liegt nicht am schnell eingängigen, angenehm rechte-Maschen-lastigen Muster, sondern einerseits an akutem Zeitmangel (Stichwort: "Ferien!"), andererseits an, wie könnte es anders sein, mangelnder Wolle...
Wo andere Socken als komplettes Paar knapp 60 g verschlangen, wird dieses Knäuel mit Glück die Spickelmaschen vollendet sehen. Seufz.
 
So weit zum Stash-Busting... Ein neues Knäuel muss her. Aufgeben ist keine Option!
Das wird aber erst nächstes Jahr etwas.
Ich wünsche Euch allen ein gesundes neues Jahr! Wir lesen uns!

Edit: schlechte Fotoqualität liegt diesmal am Versuch, vom Handy mittels App zu bloggen. An sich 'ne schöne Idee, aber die Links muss man dann doch vom Rechner aus nachtragen, wenn man es "richtig" machen will. Gut für kurze Updates?

Sonntag, 25. Dezember 2011

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Malicorne Nachtrag. Endlich zugeknöpft.

Die Fotos für die Abstimmung waren, zugegebenermaßen, alle drei schwer zu beurteilen. Das Licht ist einfach sehr schlecht, zur Zeit, und dass ich nicht fotografieren kann ist auch keine Hilfe. Dennoch danke ich Euch für Eure Ratschläge!
Sicherheitshalber habe ich Jacke und Knopfauswahl auch den Damen vom montäglichen Stricktreff vorgeführt, wo zwar auch Kunstlicht herrschte, die Meinung aber sofort einhellig war: die oberen beiden, apfelgrünen, Knöpfe sind eindeutig zu gelbstichig! Mist - denn das waren natürlich die nachbestellten Exemplare... Man fand hellgrün (Mitte) besser.
Auch die Abstimmung votierte mit einer Stimme Vorsprung für hellgrün.
Soll mir keiner nachsagen, ich kann mich einer demokratischen Meinungsbildung nicht unterordnen solange sie meine eigene Meinung widerspiegelt - daher: So sei es! Hellgrüne Knöpfe:
zufrieden.
Die Feiertage werden aus einer ganzen Reihe von unterschiedlich langen Zugfahrten bestehen. Das schreit nach einer neuen Socke - immerhin hatte ich das Jahr 2011 ja mal zum Sockenstricklernjahr ausgerufen.
Ein sehr langer, schwieriger Entscheidungsprozess (diesmal ganz diktatorisch von mir allein entschieden) ergab: die Firestarter von Yarnissima sollen es werden - extradick und leuchtendrot aus dem übrigen Knäuel vom Tumnus-Schal. So rundet sich das Jahr - ebegann mit roter Sockenwolle, und endet auch so. Schön symmetrisch. Und die Firestarter stehen sogar auf meiner ursprünglichen (sehr gewachsenen, geänderten) Liste!
Damit wünsche ich Euch allen symmetrische friedliche Feiertage und einen gesunden Start in ein erfolgreiches 2012 - wir lesen uns!

Dienstag, 20. Dezember 2011

FO und Fazit: Schlumpfine-Mütze. Mit Wechselblüte.

Die neue Nichte hat zwar, so wurde mir gesagt, viele Haare, aber auch eine Aversion gegen Mützen. Hilft aber nichts, es ist Winter. Wolle auf dem Kopf sollte daher -zusätzlich- vom Schaf kommen, in diesem Fall vom Merinoschaf, und nicht, wie in der ursprünglichen Anleitung vorgeschlagen, vom Alpaka-Lama.
Niedlich darf es auch ruhig sein. Gucken wir mal, ob uns das gelungen ist. Die resultierte Mütze sieht jedenfalls frappierend aus wie die einer gewissen Schlumpfine,
Original...

und die wickelt ja bekanntlich nicht nur Papa Schlumpf um den Finger sondern tritt auch Gargamel gehörig in den A... ist eine charmante, starke Persönlichkeit, die ihren eigenen Weg geht. Könnte zum Vorbild dienen. Die Erstausstattung ist hiermit, von meiner Seite aus gesehen, erst einmal komplett.
Hier das Fazit:

Das Muster:
Eine einfache, eng anliegende Mütze mit Ohrenklappen, Stirnzacken und drei auffälligen "Nähten", endend in einem neckischen Zipfel, kostenlos von Drops Design.
Technik:
Die Mütze wird in Reihen gestrickt und am Schluss mit einer Naht im Nacken zusammengenäht.Maschenmarkierer sind unbedingt notwendig, damit die auffällige Nahtlinie korrekt verläuft. Man benötigt rechte und linke Maschen, sowie einfache Zunahmen (das Muster schlägt verschränkte YO vor - ich habs mit -falsch behandelten- tiefer gestochenen Zunahmen versucht und leider versagt. Die sollten nämlich nicht aus beidseitig derselben Masche kommen. Seufz.). Die auffälligen Nahtlinien entstehen durch betonte Abnahmen: 1 M nach hinten auf Zopfnadel, 1 M abheben, nächste Masche mit Zopfnadelmasche rechts zusammenstricken, abgehobene (Naht-)Masche überheben.Nicht schwer, aber effektvoll. Und natürlich eine ordentliche Naht im Matratzenstich sollte man hinbekommen...
Die Mütze ist an einem Abend schnell gestrickt, lediglich die zusätzlichen Blüten (nach diesem Muster) haben die Fertigstellung hinausgezögert.
...und Kopie!


Die Wolle:
Ich habe weiterhin die Lana Grossa Cool Wool Superfein aus dem Strampler verwendet. Weiß natürlich, wie Schlumpfmützen nunmal sind, obwohl rot (und jede andere Farbe) sicherlich auch niedlich wäre. Möglicherweise hat sie nicht die gleiche Reihenhöhe wie die von Drops vorgeschlagene Alpaka, aber ich wollte eine kleine Mütze, die Nichte ist ja erst 3 Wochen alt...
Änderungen:
Ich habe die Mütze in Runden gestrickt, würde das aber nicht mehr empfehlen - ich glaube, es verdirbt den Zipfelabschluss ein bisschen.Die Binde-Bänder habe ich gehäkelt, ich hatte keine Lust auf I-Cord oder ähnliches Klimbim. Außerdem habe ich drei verschiedene Häkelblumen gefertigt, die mittels Kam-Snaps leicht ausgetauscht und der jeweiligen Kleidung angepasst werden können.
Die Blüten lassen sich beliebig auswechseln
 Die harten Fakten:
Blüten: Mollie Flowers 
angefangen: 12. Dezember 2011
fertiggestellt: 15. Dezember 2011
Wollreste für die Blüten in blau, rot, rosa.
verbraucht:: ein halbes Knäuel? (alles angefangene Reste aus dem Strampler-Projekt)
Größe/Maße: 1/3 Monate
Nadeln: Rundstricknadel Nr. 3, 80 cm Seil, Knitpicks
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, KamSnaps für die Blüten
Kosten: ca. 3 Euro

Und bei Ravelry.

Montag, 19. Dezember 2011

Malicorne Nachtrag: Es grünt so grün...

Die Kam-Snaps sind endlich da. Ich habe vier Grüntöne bestellt, weil man im Internet wirklich nur sehr schwer erkennen konnte, wie die Farbe in natura sein würde.
Neongrün fällt eindeutig aus. Das kann ich auch alleine sehen.
Nun habe ich noch (von oben nach unten):
  • apfelgrün glänzend
  • apfelgrün matt
kann man was erkennen?
  •  hellgrün matt
man kann nichts erkennen, oder?

  • ampelgrün matt
  • ampelgrün glänzend.
wie machen die das bloss, dass man was erkennen kann?

Grün ist fast genauso schwer zu fotografieren wie rot, oder lila, oder irgendeine Farbe bei diesem grauen Winterwetter mit meiner Kamera und vor allem meinen minimalen fotografischen Kenntnissen (null: draufhalten, abdrücken).
Dennoch: was meint Ihr?
(rechts ist eine Umfrage eingerichtet...)

Mittwoch, 14. Dezember 2011

FO und Fazit: Malicorne Babyjacke.


Die passende Jacke zum Malandry-Strampler ist jetzt auch schon seit einigen Tagen fertig. 
fertige Jacke (noch ohne Knöpfe)
Laut Bouton d'Or heißt sie "Malicorne", und besticht durch das gleiche, griffsicher-rutschfeste Strukturmuster wie es auch schon der Strampler hat - nur größer. Offiziell soll man als Garn "Capella" von Anny Blatt nehmen, eine reine Kaschmirwolle zum Schätzpreis von ... na, lassen wir das. Die Wolle gibt's eh nicht mehr, und wenn man meine gewonnene Primavesi doppelt hält, kommt eine sehr brauchbare, weil in der Breite identische Maschenprobe dabei heraus, die sogar maschinenwaschbar ist.
schickes Sonntagsoutfit
 Ich finde das Ensemble total süß, vielleicht ein bisschen frühlingshaft mit dem frischen Grün, aber bis das Novemberkind die angepeilten 6-9 Monatsgrößen tragen sollen kann, ist ja auch noch Zeit. Andererseits: das Kind ist groß, die französischen Kinder m. E. klein - vielleicht kann sie ja alles schon viel früher tragen? Wäre auch nicht schlecht, denn für Sommerwetter ist da alles bestimmt zu warm. Weihnachten ist Übergabe und Kennenlernen, dann werden wir's erleben. (Zwei passende Bodies habe ich übrigens schon vor einiger Zeit bei BabyGap gekauft - supersüß dazu!)

So jetzt aber knapp, kurz und schnell mein Fazit:

Das Muster:
Hübsche, kastenförmige Strickjacke im Strukturmuster mit angestrickten, kraus-rechten Blenden und hohem Rundkragen. Mir gefällt  besonders, dass das Stramplermuster in der Jacke wieder aufgenommen wird, aber durch die viel dickere Wolle ganz anders wirkt.
gleich und doch anders
In klassischem hellgrün kann die Jacke (mit dem Strampler) zukünftig auch an kleine Brüder oder Cousins vererbt werden.
Technik:
Schwierigkeitstufe Eins. Wie schon beim Strampler sollte man rechte und linke Maschen beherrschen, bis 4 zählen können, und einfache Zu-und Abnahmen hinbekommen.
Aus Neugier habe ich einmal ausprobiert, wie die Schulterschrägung mit verkürzten Reihen funktioniert - geht gut, einfach und gleichmäßig. Ich habe Elizzzas Methode für lückenlose Bumerangfersen benutzt, das geht super: http://www.youtube.com/watch?v=hlXEbRZ_yRk
Die Wolle:
Änderungen:
Ich habe  zwar nichts Grundsäztliches gegen das Säumen von Nähten, dennoch habe ich alle Maschen für den Körper zusammen angeschlagen, und bis zu den Ärmeln zusammen gestrickt (dann getrennt beendet) - auf diese Weise werden die Zu- bwz. Abnahmen wenigstens gleichmäßig... Dabei habe ich jeweils die letzten "Vorderteil"-Maschen zu Randmaschen erklärt und in den Hinreihen abgehoben, sodass ein falscher Saum entsteht. So kann man die Jacke leichter falten... Auf Knopflöcher habe ich ebenfalls verzichtet, ich werde wieder Kam-Snaps anbringen, allerdings warte ich noch auf die Lieferung mit den verschiedenen Grüntönen... Foto und Ergebnis wird nachgeliefert!
Die harten Fakten:
angefangen: 26. November 2011
fertiggestellt: 7. Dezember 2011
verbraucht:: 230 g - 5 Knäuele. 
Größe/Maße: Größe 2/6-9 Monate (27cm hoch, 22 cm Schulterbreite gesamt; Ärmellänge20 cm)
Nadeln: Knitpro Symphonie Holz Rundstricknadeln Nr. 5, 80cm Seil
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 3-4 KamSnaps Druckknöpfe
Kosten: die Wolle war ein Tauschprojekt, die Druckknöpfe - sagen wir mal 5 Euro, das meiste davon Versand.
Und bei (Ravelry).

Sonntag, 11. Dezember 2011

3. Advent. Kalendernachklapp.

Schon ist der dritte Advent da - wie ging das wieder plötzlich! Ich wäre ja echt dafür, endlich einmal ein festes Datum für Weihnachten festzulegen - dann kommt das nicht immer so überraschend...
:-)
Aber, und das wollte ich noch gesagt haben, den Kalender habe ich doch noch rechtzeitig geschafft!

Jeden Tag ein Beutelchen...
Auch wenn die Beutel schnöde gekauft sind - aber, wie gesagt, für das Geld kann ich es nicht selber machen. Und bis auf die etwas häßlichen Zahlen sind die wirklich gut. Der Stoff gut - dieses Jahr haben wir lauter rot-weiß-vichy-karierte Stoffschmuckteile - die Verschlussbändchen gut, und vor allem das extra-Bändsel mit kleiner Holzwäscheklammer dran gut - damit kann man die Beutel wirklich gut aufhängen, unabhängig vom eher uninspirierten mitgelieferten Filz-Aufhäng-Streifen. Und der Kronleuchter hat sich ja schon bewährt.
und jetzt: Die dritte Kerze an und mjam. Kekse!

Der Nikolaus hat mir übrigens Karten für die Oper gebracht. Gestern, Zauberflöte. Und der Meinige durfte auch mit! :-)
PS: hatte ganz vergessen, was fürne Flasche der Tamino ist. Wieso war der nochmal der Held? Weichei! Gesungen hat er auch nicht gut... aber sonst war's schön!

Samstag, 10. Dezember 2011

Die Sache mit der selbstgemachten Fertigbrühe...

 Ich hatte es ja schon angedeutet:
Manchmal stehen ja Sachen im Internet, da bekomme ich große Lust mal etwas auszuprobieren. Zum Beispiel dieser Post von Frau Liebe über die selbstgemachte gekörnte Brühe.
Es handelt sich natürlich um Gemüsebrühe. Gemüsebrühe aus dem Glas gehört zu meinen wichtigsten Allround-Gewürzen, ich schmeiße es an alles: Suppen und Saucen, Bratkartoffeln, Rührei und Kartoffelpüree – überall! Und weil ich kein Glutamat-Fan bin, war gekörnte Gemüsebrühe mein erstes Immer-Bio-Produkt, noch vor Eiern und Milch. (Letztere sind meiner Erfahrung nach die häufigsten Einsteigerprodukte in den Biomarkt. Alles andere, und vor allem Bio-Fleisch, kommt erst mit mehr Gehalt und/oder kleinen Kindern…)
Wenn man allerdings – wie ich – aufmerksam die Inhaltsstoffe studiert, dann merkt man schnell, wie wenig Gemüse in der angeblichen Gemüsebrühe steckt. Selbst meine derzeitige Lieblings-Bio-Brühen-Großpackung enthält nur 10% Gemüse – der Rest ist Salz, Hefe, wasweißichnochalles. Und dann kommt Frau Liebe und suggeriert mir, dass man auch gekörnte Brühe mit über 90% Gemüse haben kann. Hmm, denke ich also, probiere ich das doch mal aus.
Zum Nachkochen ihres Rezeptes habe ich also mein Gemüsefach geplündert und aus der Abteilung Suppengemüse dieses gefunden:
·        1 Pastinake
·        3 Möhren
·        2 Stangen Lauch
·        1 Bund Staudensellerie
Das habe ich alles in der Moulinette kleingehackt, und im Backofen auf zwei mit Pergamentpapier ausgelegten Blechen bei 80°C (später: bei 100°C) getrocknet. Es empfiehlt sich dabei, die Tür offen zu lassen, damit der Dampf entweichen kann! Und ja, das hat echt sehr lange gedauert – ein ganzer Abend, über Nacht im (ausgeschalteten) Ofen, dann morgens noch mal –entnervt und ungeduldig - die Temperatur etwas höher gedreht… Die Energiebilanz jedenfalls ist keineswegs ökologisch, aber mir geht’s ja auch grad nicht um ein Bio-Siegel, sondern um die Inhaltsstoffe…
Als endlich alles getrocknet war, habe ich alles in einer großen Schüssel noch einmal gut durchmischt und gewogen: genau 130 g – klingt jetzt ziemlich wenig, aber Gemüse besteht eben hauptsächlich aus Wasser. Dann habe ich zusätzliche Gewürze hinzugefügt: im Mörser habe ich eine kleine Chilischote, 10 Körner bunten Pfeffer, und drei Wacholderbeeren zerrieben – meine Mengenwahl war allerdings völlig willkürlich und wahrscheinlich auch zu wenig auf die Menge. Außerdem hatte ich noch ein Glas mit gefriergetrockneten Salatkräutern, ein gutes Viertel habe ich untergemischt. Und natürlich Salz – bei mir etwa 20 Teelöffel. Alles gut durchgemischt und in 3 alte Marmeladengläser gefüllt.
Und hier der Grund für den bilderlosen Artikel.
In dieser andauernden Finsternis zur Zeit kann man ja keine anständigen Bilder machen... schmoll.

Tja, und wie schmeckt das jetzt? Der erste Becher Suppe – ein Löffel auf einen Kaffeebecher, mit kochendheißem Wasser übergossen und stehen lassen, bis man es trinken kann – war , nunja, wie soll ich sagen? Gemüsig, aber auch etwas fad. Das Verhältnis Gewürze-Salz-Gemüseschnippsel scheint mir noch nicht zu stimmen. Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch könnten auch noch dazu – erstere vielleicht in Form von Tomatenmark beim Aufbrühen? Und vielleicht hat die Hefe ja doch einen Zweck? In Frau Liebes Kommentaren empfiehlt man auch den Zusatz von Parmesankäse beim Überbrühen. Was meint ihr? Welche Kräuter soll ich noch untermischen?

Freitag, 9. Dezember 2011

FO und Fazit: Malandry Strampler.

Die neue Nichte wächst und gedeiht, und ich kann glücklicherweise gleiches über ihre Winterkleidung sagen. Leider ist es zur Zeit nicht so mit ausführlich und noch dazu regelmäßig bloggen, aber bevor ich es vergesse, sollte ich meine Notizen schon noch festhalten.
Hier also das obligatorische Fazit:
fertig: 1 Strampler, Größe 2


Das Muster:
Die Anleitung für den Strampelanzug mit dem seltsamen Namen "Malandry" stammt aus der Bouton d'Or Junior #13 - ein wunderbares Heft voller klassischer Anleitungen für Babies und kleine Kinder.Ich habe schon einiges daraus gestrickt, auch pre-blog, zum Beispiel den Pullover "Malroy", meine erste bewusste Erfahrung mit Ersatzwolle und einem Strickmuster. "Bewusst" im Sinne von: vorher habe ich Maschenproben immer ignoriert - keiner hatte mir gesagt, dass das wichtig ist - und die Ergebnisse sahen dann auch so aus... 
:-) Ich besitze zwei Bouton d'Or Kinderhefte, und bin froh, dass ich damals den vergleichsweihe hohen Preis von 8 oder 9 Euro gezahlt habe, denn ich bin sicher, ich werde daraus noch viele viele Sachen stricken. Die Muster sind übrigens ins Deutsche übersetzt, verfügen über Abbildungen, auf denen die Kleidungsstücke zu sehen sind, Schemazeichnungen mit Zentimeterangaben für alle Größen, und einer Mischung aus schriftlicher Anleitung und Strickschrift. Der Schwierigkeitsgrad ist ebenfalls angegeben und reicht von 1 Punkt bis 5 Punkte. 
Persönlich finde ich die grafische Aufteilung der Anleitungen auf der Seite manchmal sehr unübersichtlich, aber wenn man sich VORHER genug Zeit nimmt, das ganze einmal durchzulesen und zu markern, dann geht das schon...
Technik:
Wie bei einem Strampler nicht anders zu erwarten, waren die technischen Anforderungen vergleichsweise gering (1 Punkt). Das einfache Strukturmuster besteht aus rechten und linken Maschen, das den rutschfesten Griff für ungeübte Väter (hehe) garantiert. Neben der Fähigkeit bis vier bzw. sechs zu zählen brauchte es nicht näher spezifizierte Fähigkeiten im
  • Maschenanschlag (ich: aufgestrickt = Reihe 1)
  • Zu- und Abnahmen im Muster (ich: k2tog/p2tog bzw SSK/SSP, eine Masche von der stets rechten Randmasche entfernt)
und das war's schon.
Der (bei mir grüne) Picot-Rand sollte eigentlich angehäkelt werden, aber ich habe mich gerade so ans Picot-Rand-Stricken gewöhnt, dass ich es gemacht habe wie bei der Taygete und den Streifenfäusten...
Ich habe, wie in der Anleitung vorgesehen, brav alles flach und in Teilen gestrickt und dann mit Matratzenstich zusammengenäht. Dieses Tutorial fand ich sehr hilfreich: http://knitty.com/ISSUEspring04/mattress.html aber es gibt auch unzählige andere, gut verständliche Anleitungen und Videos.
und im dress-up mit dem schon gekauften supersüßen Body...
Nur die Schultern hatte ich stillgelegt und mit 3-Needle-Bind-off zusammengestrickt - das hält besser und sieht gut aus.
Die Wolle:
Bouton d'Or arbeitet mit einer eigenen Kollektion von Garnen, die ich persönlich in Deutschland noch nirgendwo gesehen habe. Leider gibt die Anleitung (außer der Maschenprobe) keinerlei Informationen über Zusammensetzung, Lauflänge oder sonstige Hinweise für potentielle Ersetzer - aber dank der Ravelry Garndatenbank ist das ja heutzutage alles kein Problem mehr... Meine Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein [Sport / 5 ply (12 wpi)] ist zwar etwas dicker als die gewünschte "Baby Superwash"  [Fingering / 4 ply (14 wpi)], aber dafür ist sie a) in vielen Farben erhältlich b) babyweiche Merinowolle c) maschinenwaschbar bis 30°C d) perfekt für Strukturmuster geeignet und e) in meinem Stash vorhanden. A match made in heaven, und das Umrechnen hat ja ausnahmsweise auch mal geklappt...
Als Kontrastgarn habe ich eine geschenkte, hellgrüne Wollmischung gewählt, aus der ich auch die passende Jacke gestrickt habe.
Änderungen:
Die meisten Änderungen haben sich aus der Umrechnung wegen der anderen Wolle ergeben - dadurch ist die Beinschrägung nicht "original", aber das macht hoffentlich in dem Alter noch nicht so viel aus. Den 3-Needle-Bind-off an den Schultern hatte ich schon erwähnt. 
5 Druckknöpfe in Aktion
Die wichtigste Änderung ist daher wohl der erstmalige und hier sehr erfolgreiche Einsatz von Druckknöpfen aus Plastik - ich hatte schon in vielen Blogs von "Kam Snaps" (Link zu meinem bewährten "Dealer") gelesen, und die Gelegenheit genutzt, sie einmal selbst auszuprobieren. Was soll ich sagen? Ich bin überzeugt! Das Anbringen ist einfach, die Farbauswahl riesig, und die Plastikknöpfe haben zwei riesige Vorteile: sie sind waschbar ohne zu rosten, und sie sind so leicht, dass sie das Strickstück nicht verziehen.Und ich muss keine Knopflöcher stricken, und ich hoffe sie sind zugleich weniger störend und halten besser als "normale" Knöpfe im Schritt eines Babyoveralls.
Ich bin so gespannt, ob und wann die Kleine in den Strampler passt - hoffentlich noch im Winter, sie ist ja ein großes Baby... bis dahin arbeite ich weiter an einer kompletten Garnitur. Die Jacke ist schon fertig, das erzähle ich bald. Schuhe und vor allem eine Mütze fehlen noch.
Die harten Fakten:
Malandry von Bouton d'Or
angefangen: 13. November 2011
fertiggestellt: 25. November 2011
Wolle:  
verbraucht:: Der Strampler wiegt genau 200g - inkl. Druckknöpfe und Kontrastkante
Größe/Maße: Größe 2 (6-9 Monate): 45 cm lang, 31 cm breit (am Windelpopo)
Nadeln: 3 mm Rundstricknadel, 80 cm Seil, Metall (Knitpro)
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 5 Kam-Snap Druckknöpfe in weiß
Kosten: ich glaube, ich habe 3,50 pro Knäuel im Ramschverkauf gezahlt, die grüne Wolle war ein Geschenk, die Kam-Snaps kosten knapp nen Euro für 10 Stück (plus Geld für Zange, Porto, etc) - sagen wir mal ungefähr 15 Euro?
Und bei (Ravelry).

Mittwoch, 7. Dezember 2011

*winkewinke*

Ich bin noch da.
Ich habe nur keine Zeit zum Bloggen.
Eine Woche ging für die - wirklich sehr erfolgreiche - Konferenz drauf. Immerhin konnte ich auf der Zugfahrt stricken. Die passende Jacke zum Strampler. Genaueres erzähle ich Euch später. Wenn ich mal wieder Zeit habe.
Ich habe zwei Sorten Eintöpfe gekocht und eingefroren - Winter-Fast-Food!
Ich habe Gemüsebrühe getrocknet - nach diesem Rezept aber mit anderem Gemüse.
und Schuhcreme fabriziert - nach diesem Rezept.
Der Adventskalender hängt, hing rechtzeitig,
und im Nikolausstiefel waren neben Lebkuchen auch Weihnachtsmandeln - eine Variation nach diesem Rezept.
Ich habe nur keine Zeit das alles zu bloggen, und draußen wirds den ganzen Tag nicht hell. Wenn man wenigstens vernünftige Fotos machen könnte!
Mehr Licht! waren auch Goethe's letzte Worte.
Ich melde mich wieder, dann ausführlicher. Sorry.

Mittwoch, 30. November 2011

Warme Finger. Kalte Finger. Heißes Herz.

Beim Plätzchenbacken, das ist bekannt, wird vorbereiteter Teig in einen auf viele viele Grad sehr heiß gemachten Ofen geschoben. Später holt man ihn wieder heraus. Dann sind nicht nur die Plätzchen sehr heiß - zu heiß, als dass man sie sofort probieren könnte bzw. sollte - sondern auch das Backblech, auf dem sie liegen.
Hier hilft es, wenn man gut vorbereitet ist. Man könnte sich jetzt zum Beispiel extra-große Fäustlinge, am besten aus doppelt gehaltener Baumwolle, stricken oder häkeln - im Prinzip ganz ähnlich diesen hier.
Oder, man nutzt die Gunst der Stunde und die Tatsache, dass etwas Stoff übrig ist und die Nähmaschine ohnehin aufgebaut ist, und steppt sich schnell ein paar klassische Topflappen zusammen.
Ungefähr so:
Zwei Lagen Stoff, eine lage dicker Vlies, ein paar Nähte - fertig ist... ach ne. Schrägband zur Einfassung fehlt noch.
Aus übriggebliebenen Stofftstreifen selbst gefertigtes Schrägband! Es ist zwar streng genommen nicht schräg zum Fadenlauf zugenschnitten, aber es erfüllt seinen Zweck.
Der Meinige hat sie pflichtschuldig bewundert und gelobt. Wahrscheinlich hat er sich auch gewundert, warum ich die Dinger nicht einfach im Küchenausstatter nebenan rasch gekauft habe. Und wahrscheinlich hofft er auch, dass ich nicht noch mehr mache, um die weibliche Verwandtschaft damit zu "beglücken". Vor allem aber bewundere ich ihn, weil sein Ingenieursauge sehr großzügig die keineswegs parallelen Nähte übersieht - ein Mann, den Ihr Euch als jüngere Ausgabe von diesem Herrn hier vorstellen müsst! Das ist sicher Liebe! <3
Und die Topflappen haben sich bereits bewährt.

Und weil ja der Advent vor der Tür stand, und die Ausstecher schon ausgepackt waren, habe ich rasch ein paar einfache Formen auf karierten Stoff gezeichnet, doppelt abgesteppt, ausgestopft und Voilà!
selbstgemacht
Baumschmuck, Geschenkanhänger, oder in unserem Falle: die Zierde des Adventskranzes! Wobei "schnell mal eben" eine "§$%&!! - Fisselsarbeit war, die mich mehrere Stunden Zeit und Nerven gekostet hat, und -wie sich gleich am nächsten Tag herausstellte- offenbar von kleinen Kindern mit dünnen Fingerchen in Taiwan besser und günstiger erledigt wird:
gekauft
Sechs Stück für unter drei Euro - da macht doch das Selberwerkeln bald gar keinen Spaß mehr!
Auch hier war der Meinige aber sehr loyal und behauptete, meine selbstgenähten Krüppelsterne mit den aufplatzenden Nähten seien viel hübscher, individueller, charmanter und - was hat er noch gesagt? - persönlicher! Und bestückte damit demonstrativ den Kranz, den er gerade - Männerjob - aus dem Wald geholt und gewunden   vom Adventskranzbaum gepflückt   irgendwo gekauft hatte.
Wenn er das mal nicht bald bereut... Sein Weib ist imstande und bastelt ihm 'nen neuen Schlüsselanhänger. Den sehen dann alle seine Kollegen. Öffentlich!
Ach, herrliche Weihnachtszeit. So viele Geheimnisse! So viele Geschenk-Androhungen! So friedlich hier. :-)

Montag, 28. November 2011

Lebkuchen. Ein bewährtes Rezept.

Ausstecher in der Weihnachtszeit sind Pflicht. Leider schmeckt "normaler" Ausstecherteig langweilig - finde ich. Also backe ich seit vielen Jahren Lebkuchen - da kann man die Förmchen nutzen, und schmecken tun sie auch. Und von einfacher bis aufwendiger Verzierung ist für alle Altersstufen und Professionalitätsgrade etwas dabei.

Wer sich auch an leckeren Lebkuchen laben will - so geht's/so mache ich's:
Man nehme
  • 1 Glas (250g) kräftigen Honig
  • 250 g braunen Zucker
  • 150 g Butter (oder Margarine)
und schmelze alles in einem Topf. Gut rühren, bis der Zucker gelöst ist, dann abkühlen lassen.
In einer Schüssel
  • 400-450 g feines Mehl
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 100 g gehackte Mandeln
  • 1 EL Kakao
miteinander vermengen. Dann die Gewürze fein mörsern (oder aus Tütchen schütten):
Wir brauchen je eine Prise
  • Kardamom
  • Muskatblüte
  • Nelken
  • Piment
  • und die abgeriebene Schale einer Zitrone
Ebenfalls zur Trockenmischung geben. Jetzt
  • ein großes Ei und 
  • die abgekühlte Honigmasse
mit dem Knethaken gut unterrühren. Jetzt kommt das Beste:
  • 1 Tl Pottasche mit
  • 2 EL Wasser (oder Rum) anrühren
Das brodelt und zischt manchmal etwas, und riecht nach Chemie: Lebkuchenbacken hat etwas herrlich alchimistisches! Wenn die Pottasche aufgelöst ist, zum Teig geben und weiterkneten bis er glänzt und fest und formbar ist. Im Zweifel noch Mehl dazu geben.
Jetzt kann der Teig über Nacht - mindestens 4 Stunden, gerne auch mehrere Tage - im Kühlschrank warten, bis Ihr Zeit zum Backen habt.
Wenn es so weit ist: auf bemehlter Arbeitsfläche und mit bemehltem Nudelholz den Teig ausrollen - nicht  zu dünn!
  • 5-6 mm dürfen es gerne sein! 
und Formen Eurer Wahl ausstechen. Ich nehme immer Herzen, Kreise, und Lebkuchenmännchen, manchmal auch Sterne.
Je nach Größe backe ich die Plätzchen bei
  • 180°C ca. 10-12 Minuten -
tatsächlich finde ich, kann man riechen, wenn die Kuchen fertig sind. Sie sollten noch etwas weich sein, wenn sie aus dem Ofen kommen.Gut auskühlen lassen, und dann: hübsch machen!
Zur Dekoration verwende ich
  • geschälte, halbierte Mandeln - gleich mitbacken, oder später auf die Schokolade kleben
  • Schokolade - dunkel, hell, weiß - egal, Hauptsache richtige Schoki, keine Kouvertüre. Es soll ja schmecken!
  • dünnen Zuckerguss aus Puderzucker und Wasser
  • und/oder Liebesperlen, Gummibärchen
und alles was Euch Spaß macht und schmeckt.
So, dann macht mal - aber esst nicht alles auf einmal auf! :-D
Aufbewahren kann man sie gut in klassischen Blechdosen, gerne mit Apfelschnitz, die Lebkuchen dürfen weich sein.

Sonntag, 27. November 2011

Geschlüpft...

sind heute außer einer gesunden und ziemlich großen, kräftigen Nichte
(hurra! aber 54cm/3900g - das ist schon viel, oder?)
ungefähr 25 Lebkuchenmänner...
jeder eine kleine Persönlichkeit
...Mandellebkuchen mit Schokolade...
am besten ganz  klassisch






( ...zartbitter und weiße Schokolade...)
 ... sowie mit Mandeln und Zuckerguss...
mmmmmmmmmmmmmmmjam.

Einige Exemplare sind bereits fortlaufenden Qualitätskontrollen zum Opfer gefallen. 
Ja,
*knabber*
schon sehr gut.
*knurps*
Das Rezept, über Jahre erprobt und verfeinert, ist fast perfekt. So langsam kriege ich auch das dicke Ausrollen hin - sind die Lebkuchen nämlich zu dünn, werden sie hart und ziemlich - öm - knusprig. Auch lecker, aber eben nicht so wie sie sein sollen. Wobei der Meinige ja seine Lebkuchen lieber klein mag. Er beißt wohl nicht gerne ab. Will naschen, keine Hauptmahlzeit, sagt er. 
Der Mandelstollen ist gut eingepackt und weggeräumt. Er muss noch durchziehen und wird erst am 3. Advent angeschnitten werden.
Der Strampler ist übrigens fertig, Fazit folgt noch, sobald ich es schaffe. Diese Woche sieht es allerdings eng aus. Die passende grüne Jacke ist jedoch schon angeschlagen.
Jetzt muss ich mich nur noch um den Adventskalender kümmern. (Einer ist schon verschickt.)
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen ersten Advent!

Donnerstag, 24. November 2011

Brütend in Köln...

...sitzt meine Schwägerin und bäckt bereits, so sagte man mir, die neunte Sorte Weihnachtsplätzchen. Größere Projekte nimmt sie sich nicht mehr vor, denn ihr Erstgeborenes soll jederzeit schlüpfen. Aus der Ferne fiebert die zukünftige Tante natürlich mit, und hat daher vor einigen Tagen schon einen Strampler angeschlagen.
Aus meinem Lieblings-Kindersachen-Heft Bouton d'Or (#13) soll es der "Malandry" sein, ein klassischer Overall ohne Ärmel, mit Knöpfen im Schritt, und einem einfachen aber effektvollen Strukturmuster. Blöd nur, dass Bouton d'Or außer der Maschenprobe keinerlei Informationen zu seinen vorgeschlagenen Garnen gibt - nicht einmal die Zusammensetzung - so habe ich erst dank Ravelry die Möglickeit herauszufinden, was eigentlich verlangt wird, um dann vernünftigen Ersatz zu recherchieren. Hurra!
Ich habe mich, brav und vernünftig, für einen Stash-Abbau entschieden und benutze die Cool Wool Merino Superfein in weiß, ein schönes, babyweiches aber maschinenwaschbares Garn, das verspricht, die Textur des recht-links Musters schön herauszuarbeiten. Leider ist es etwas dicker als das "offizielle" Garn, und so muss man umrechnen.
Vor dem Umrechnen steht aber das Schätzen: welche Größe strickt man denn hier? Mein Bruder und seine Frau sind beide groß gewachsen, und im Vergleich zu deutschen Anleitungen scheinen mir die französischen Babymaße etwas knapp bemessen  zu sein. Größer stricken - zum Reinwachsen - geht ja auch immer, andererseits soll das arme Kind ja auch nicht ausgerechnet im Hochsommer in Merino gehüllt werden - wobei, so wie dieses Jahr der Sommer aussah... Zur Auswahl steht: 0-3 Monate, 6-9 Monate, und 12 Monate. Die Skizze behauptet eine Länge von 39/45/51 cm für das fertige Stück. Da in meiner Umgebung die meisten Babys über 50 cm groß geboren werden, entschließe ich mich für die mittlere Größe und nehme sie zur Basis, einmal knallhart Tichiros Dreisatzkurs anzuwenden. Nicht zweifeln, nicht denken, bloß rechnen, hier enfach gemacht durch a) eine brav angefertigte Maschenprobe und b) eine Musterskizze in der Anleitung mit genauen Angaben der zu erzielenden Maße. Und siehe da: es klappt!
weit gediehen. Man beachte meine Rechenkünste im Hintergrund
Sonntag abend, kurz nach dem Tatort, konnte ich die Schulternähte mit 3needle-bind-off verbinden.
Sieht doch schon richtig gut aus! Einzig die Beinschrägen sind, sagen wir mal, schräger als in der Anleitung - ich habe mich mit den unregelmäßigen Zunahmen der Originalanleitung bei der Übertragung etwas schwer getan. Aber das wird hoffentlich passen. Es fehlen noch die Blenden, denn hier muss entschieden werden, in welcher Farbe der Kontrastabschluss in Picot gefertigt werden soll. Das Original schlägt beige vor, passend zur braunen Kaschmir(!)-Jacke. Kann man machen. Ich hätte auch olivgrün, rot, dunkelbraun oder grau im Angebot.
Oder ein frühlingshaftes Maigrün! (Hellgrün ist das neue Rosa.) Die Wolle (Babymerino, kid mohair und Dralon) habe ich letztes Jahr von Sonja Stricksingle gegen eine Stricktasche getauscht - sie ist perfekt! Wenn ich sie doppelt nehme, kann ich nämlich auch die Jacke noch daraus machen, und der Kunstfaseranteil macht sie sehr pflegeleicht für die Eltern.
Ich freu mich schon richtig!
Jetzt aber frisch ans Werk, damit das arme Ding warme Sachen hat, wenn es auf die Welt kommt!
Übergabe wird dann wahrscheinlich Weihnachten sein - das einzige Weihnachtsstrick in diesem Jahr.

Sonntag, 20. November 2011

Advent, Advent...

... hört Ihr's auch schon trapsen?
Die Weihnachtszeit naht, aber sowas von!
Da man sich ja auf die üblichen Indikatoren nicht mehr verlassen kann - Stollen und Spekulatius hat mein Supermarkt seit September im Regal - kam die Erkenntnis recht schockierend: In einer Woche ist der erste Advent, und ich habe mir noch nicht einmal Gedanken über den üblichen Adventskalender gemacht!

Der Meinige findet das übrigens gar nicht "üblich". Möglicherweise ist er "erwachsener" als ich, oder in seiner Familie lief das anders - aber wir wachten am 1. Dezember immer unter einem Tannenzweig auf, an dem ein Zuckerkringel hing. Zugegebenermaßen so ungefähr das langweiligste aller denkbaren Gebäcke, aber Tradition! Als meine Mutter beschloß, wir seien zu alt für Adventskalender, haben wir gemeutert, unser Taschengeld geplündert, und uns selbst einen gekauft (Pappe, Schokolade -mehr gab es vorher auch nicht - aber es ging ums Prinzip). Später, zwecks Ausbildung oder Studium zu Hause ausgeflogen, konnte es vorkommen, dass man die ganze WG zum Einwickeln von 92 Nüssen und Gedöns zwang überredete, die dann per Post an die verschiedenen Geschwister verschickt wurden. Wahlweise gabs Nikolaus-Care-Pakete.

Selbstverständlich hat auch der Meinige bisher jedes Jahr vom mir einen Adventskalender bekommen - liebevoll zusammengestellt und sorgfältig verpackt. Das ist gar nicht so leicht, da er behauptet, keine Süßigkeiten zu mögen (was, wie ich langsam lerne, eine dreiste Lüge ist, genau wie die Sache mit dem Nachtisch. Neulich hat er sogar Rosinen gegessen! Ha!).
Leider war die Reaktion beim ersten Mal ziemlich enttäuschend. Statt sich einfach zu freuen, schien es ihm damals sichtlich unangenehm, dass ich mir offensichtlich so viel Mühe gemacht hatte. Ist ja auch doof, wenn man einfach so beschenkt wird, ohne selber was in der Hand zu halten, das verstehe ich ja. Und vielleicht können Männer ihre Rührung/Freude auch nicht so deutlich zeigen. Letztendlich führte das aber dazu, dass erstens mir der Spaß gehörig verdorben wurde, und ich mich seither jedes Mal frage, warum ich mir die Mühe mache, wenn er sich sowieso nicht freut bzw. die Geschenke nicht benutzt oder ißt. Gebranntes Kind.

Trotzdem habe ich jedes Jahr wieder von vorne damit angefangen. In den letzten Jahren habe ich mich zu diesem Zweck mit zwei Kolleginnen getroffen, die ein identisches Ansinnen hatten. Ein Abend mit (Glüh-)Wein, Plätzchen und Päckchen packen vereint. Aber warum machen das eigentlich nur Frauen? Auf der anderen Seite habe ich in den letzten Jahren doch tatsächlich zuverlässige Nikolausgeschenke erhalten. Demonstratives Stiefelputzen und vor-die-Tür-stellen hat während der Studienzeit merkwürdigerweis nicht zuverlässig funktioniert. Vielleicht arbeitet St.Niklas ja mit der GEZ-Meldestelle zusammen? Seit wir wieder gemeldet sind, finde ich auch wieder was im Stiefel. Hmmmm.

Wie sieht so ein Kalender bei mir aus?
Leider schäbig. Im ersten Jahr wohnten wir nicht zusammen, und der Adventskalender musste transportabel sein. 24 kleine Geschenke landeten ziemlich unzeremoniell  in einer weißen Kiste. Das wurde nicht dokumentiert.
Einmal hingen sie am Kronleuchter.

Ein anderes Mal an einer Leine an der Wand.
Nicht immer existieren Fotos.
Seit JAHREN will ich einen wiederverwertbaren Adventskalender basteln, komme aber nicht dazu. 24 kleine Söckchen stricken? Sorry, ich brauche meine Sockenwolle für warme Füße, und schon das schaffe ich nicht! (Mein Sockenzug hat dieses Jahr nur auf 3 Waggons gebracht...). Beutel nähen und mit Zahlen besticken war schon lange der Plan. Die Aufhängung kann man dann in den nächsten Jahren noch professionalisieren.
Schaumama. Ist ja noch ein bisschen Zeit...
Der Dezember beginnt ja zum Glück heuer erst nach der Adventszeit!

Freitag, 18. November 2011

Munch in Bremen. Und etwas Stricken.

Die Leute von der Restauratorenstelle der Bremer Kunsthalle müssen alle einen mittleren Herzinfarkt bekommen haben - dass man unter einem Gemälde, auf separater Leinwand, ein weiteres, anderes, älteres Bild eines berühmten Künstlers entdeckt, kommt schließlich nicht alle Tage vor.
http://www.kunsthalle-bremen.de/uploads/cms/files/ausstellungen-edvard_munch/munch_maedchen_und_drei_maennerkoepfe.jpg

In Bremen ist das geschehen, und wird zur Zeit in einer interessanten Ausstellung gefeiert. Auch wenn man, wie ich, keine begeisterte Expressionistenliebhaberin ist - Edvard Munch ist ein faszinierender Künstler der mehr bietet als den "Schrei". Die Schau ist informativ aufgemacht, mit Exponaten aus aller Welt, die einen umfassenden Überblick über sein Werk geben, und ordentlichen Begleittexten, sodass man den Neufund gleich selbständig einordnen kann.

Zum Glück hat Rubicon, neulich auf meinem Stricktrip nach Hamburg kennengelernt, die Ausstellung unbedingt sehen wollen. So habe ich mich auch endlich aufgerafft -offenbar wohne ich "zu nah dran" um die Reise lohnenswert zu finden. Ich habe sie gleich an der schönen neuen Mütze wiedererkannt! Im Anschluss hatten wirs noch sehr nett bei Tee und Klönen und sogar etwas Strickerei (Rubicon. Ich hatte dusseligerweise alles zu Hause liegen lassen. Seufz.) Schön war's, Rubicon! Komm bald wieder!

Donnerstag, 17. November 2011

Gut gegürtet. Tutorial für Stoffgürtel.

In letzter Zeit hatte ich mit meinen Hosen eins von zwei Problemen.
Entweder sind sie zu eng, oder sie rutschen - weil meine Gürtel nicht mehr passen...
Die Schnalle vom Lieblingsledergürtel ist außerdem so abgenuckelt, das sprichwörtlich der Lack ab war - und dadurch eine blöde Nickelallergie-Ausschlag unterhalb des Bauchnabels verursachte. (Ich erspare Euch ein Foto, glaubt mir einfach).
Ein neuer Gürtel muss her.
Kein Problem!
Man braucht:
  • Aufbügelbare Bundfix-Vlieseline in der gewünschten Gürtelbreite besorgen (hier: 40 mm)
  • ca. 10cm breiten Stoffstreifen in der gewünschten Gürtellänge
  • Bügeleisen
  • Nähmaschine
  • Schere oder Rollschneider
  • 2 passende  D-Ringe 
  • oder eine passende Gürtelschnalle, sowie Lochzange, Ösen
So geht's:
Bundfix in der gewünschten Länge auf den gewünschten Stoff (hier: vom Möbelschweden) aufbügeln

Kanten nach innen bügeln

Bruchkante bügeln.

Darauf achten, dass die Kanten möglichst nah aufeinander liegen - bei Rock-oder Hosenbünden ist nämlich normalerweise nicht erwünscht, dass die Kanten genau aufeinanderliegen. Endstücke (kurze Seiten) sauber nach innen schlagen, festnähen.

Mit zwei Nähten die langen Kanten fixieren, d. h. füßchenbreit feststeppen.
(leider kann ich mich noch nicht beim Nähen fotografieren. sorry.)

Passende D-Ringe festnähen.

Fertig!

 Variation:
Wer lieber eine "richtige" Gürtelschnalle hätte,

arbeitet 4 cm von einem kurzen Endstück entfernt mittig ein Knopfloch (ca. 1 cm), durch das der Schnallenpinnökel geschoben wird. Nach innen umschlagen, festnähen,
ginge auch - mit passender Schnalle. Diese hier passt leider nicht
 und auf der anderen kurzen Seite Ösen anbringen. Ich hatte das zuerst vor, dann aber weder eine passende Schnalle vorrätig (meine war 3,5 mm, bei Bundfix von wahlweise 2,5cm oder 4 cm in jedem Fall unpassend) noch hatte ich Ösen im Haus.

(Die Anregung stammt von irgendeinem Blog - ich find's grad leider nicht mehr...)

Dienstag, 15. November 2011

FO und Fazit: zwei linke Hände, gestreift.

Wer einen warmen Hals hat, kann dem nebeligen Novemberwetter schon ganz gut trotzen.
Noch besser hat man es mit warmen Fingern.
Und wenn man dann auch noch 60g der schönen zartrosa Zauberwolle übrig hat, dann kann man sich doch ganz wunderbare Handschuhe stricken.
Am besten gestreift - passend zum Schal!

Ein kurzer Streifzug (hahaha. Sorry.) durch die Musterdatenbank bei Ravelry - Suchwort: striped garter mittens - bringt das Ergebnis: die Garter Stitch Mittens von Shawn Glidden sollen es sein.

Streifen machen so viel Spaß!
Zwar kostet das Muster Geld - ziemlich viel sogar, im Verhältnis, TwistCollective würde zu dem Preis noch eine Mütze ins Rennen werfen - aber dafür scheint die Konstruktion ganz ausgeklügelt zu sein und überzeugt mich durch die Richtungswechsel in den Streifenverläufen. Anleitungen schreiben ist geldwerte Arbeit - mal sehen, ob sie hier ihr Geld wert ist.
Hier kommt mein Fazit:


Das Muster:
Das Muster enthält auf Englisch eine ausführliche, achtseitige Anleitung für ein Paar Fäustlinge in kraus-rechts. Sie werden flach gearbeitet und zum Schluss gesäumt, 
Leider ziemlich viele Fäden zu vernähen. Seufz.
trotz Daumenzwickel kann jeder Handschuh rechts oder links getragen werden. Die Anleitung enthält drei Größen, ist anfängertauglich, klar nach Arbeitsschritten gegliedert, und ausreichend bebildert. Allerdings ist sie, wie bei englischen/amerikanischen Anleitungen häufig üblich, komplett ausformuliert - naja, bei kraus-rechts-Streifen erübrigt sich eine Strickschrift wahrscheinlich. 
Dennoch hätte ich mir einige Details anders gewünscht: so ist mir die Größenangabe S/M/L ein bißchen zu vage - Zentimeter- (oder von mir aus auch Inch-) Angaben hätten hier nicht geschadet, zumal kraus-rechts ja sehr dehnbar ist. Das würde auch das Umrechnen in andere Garnstärken erheblich erleichtern. Und manchmal wäre ein zusätzlicher Satz auf der Meta-Ebene schön. Damit meine ich eine Erklärung, was man eigentlich tun soll (zum Beispiel: statt: Masche X mit Masche Y zusammenstricken besser: die Handflächenmasche mit der Zwickelmasche zusammenstricken), sodass man sich vom sturen Zählen lösen kann (auch hilfreich, wenn man das Muster für ein anderes Garn adaptiert...) StrickerInnen mit auch nur geringer Erfahrung dürften damit aber dennoch kein Problem haben.

Technik:
Die Fäustlinge gehören zum einfachsten, was ich in letzter Zeit gestrickt habe - eine willkommene Entspannung, sehr geeignet für Stricktreffen oder spannende Fernsehprogramme... Erforderliche Kenntnisse: rechte Maschen; links und rechts gerichtete, tiefergestochene Zunahmen (erklärt); Abnahmen durch zwei rechts zusammenstricken. Auch sollte man Nähte zusammennähen können...
Nähte hingegen sind es nicht so viele - aber die Streifen sollten schon zusammenpassen!
Die Wolle: Ich hatte noch 60g Zauberwolle Wolle/Seide in zartrosa (Cochenille) aus dem Taygete-Projekt übrig. Als Kontrastfarbe habe ich 50g Lang Yarn Merino 120 in grau verwendet. Eigentlich sollte die Wollstärke mit der "Originalwolle" konform gehen (worsted), aber meine Maschenprobe weicht ab - ich muss umrechnen. Allerdings habe ich (Überraschung!) nicht gerechnet, sondern einfach anprobiert - der Vorteil, wenn man für sich selbst strickt, und die einzig mögliche Vorgehensweise, wenn man keine Maßangaben hat.
Änderungen: Mal abgesehen von den Änderungen in der Maschenzahl, die sich aus dem deutlich dünneren Garn ergeben haben, habe ich den ersten Handschuh genau nach Anleitung gearbeitet. Nur habe ich, in Anlehnung an Taygete, zum Schluss das Bündchen mit einem grauen Picot-Edging versehen - aber das ist optional. Beim zweiten Handschuh habe ich ausprobiert, ob man ihn auch in der Runde stricken könnte - wobei das eigentlich Blödsinn ist, denn kraus-rechts in Runden ist eigentlich Blödsinn... Offenbar war mir schon wieder alles zu einfach... :-) 
kraus-rechts in der Runde? Was soll das? Ist mir langweilig?
Und ja, das geht: Beim Bündchen, dem Daumen und der Handfläche habe ich einen provisorischen Anschlag zum Schluss mit der letzten Reihe via 3-Needle-Bind-off zusammengestrickt. Die Spitzen muss man aber doch noch säumen, und die Anzahl der zu vernähenden Fäden ändert sich auch nicht. War also eher Spielerei als sinnvolle oder notwendige Änderung. :-)
Aber mit dem Ergebnis bin ich total zufrieden, auch wenn ich das Gefühl habe, die Fäustlinge seien etwas zu groß - aber nach dem Waschen sind die Handschuhe etwas eingelaufen und sitzen nun viel besser. 
Wahrscheinlich ist es einfach ungewohnt - ich habe schließlich seit meiner Kindheit keine Fäustlinge mehr getragen! Möglicherweise wäre sogar leichtes Filzen wünschenswert, damit sie noch wärmer werden - man könnte aber natürlich auch einfach noch ein Fleece-Futter nähen. Die Streifen machen mir Spaß, der Sitz ist gut - das Bündchen reicht tief in den Ärmel und hält das Handgelenk warm, und der Daumenzwickel sorgt für guten Sitz. Ich mag meine neuen Streifenfäuste!
Ein Traumpaar!

Und von der Zauberwolle sind immer noch 27g übrig!
die rosa Wolle nimmt kein Ende...

Die harten Fakten:
Garter Stitch Mittens by Shawn Glidden
angefangen: 5. November 2011
fertiggestellt: 11. November 2011
verbraucht:: je ein Knäuel reicht - rosa 33g, grau 47g . 
Nadeln: Rundstricknadel in 3,0, 80cm Seil
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 4,-Euro für die LangYarn-Wolle. Ca. 3,-Euro für den Anteil an der Zauberwolle: ca. 7 Euro.
Und natürlich bei Ravelry.