Sonntag, 31. Juli 2011

Zwischenlösung.

Nach Abschluss des Jodeldiploms überkam mich eine plötzliche Anschlagschwäche.
Zwar ist die Ravelry-Queue voll bis zum Bersten, und das Sockenprojekt sowie das kalte "Sommer"-Wetter verlangen  nach frischen Socken - aber ich kann mich für nichts entscheiden, und außerdem wollte ich ein schnelles Erfolgserlebnis bei minimalem Gedankeneinsatz.
Schnell, am besten kraus rechts...
... und überall frische Babies...
ein Schuh pro Fernseh-Abend ist locker drin.
... also habe ich schnell die Saartje-Booties in der von fleegle konzipierten nahtlosen Version reanimiert.
Ganz weiss geht immer, aber da die Wolle langsam ausgeht, gerne und sehr niedlich auch zweifarbig, hier in grün. Ein weisses Paar mit rosa Knöpfen wurde im Übrigen schon verschenkt, bevor ich die Kamerabatterie aufgeladen hatte.
fleissig, trotz  Blogflaute
Zum Ärger Entsetzen tadelndem Blick des Meinigen "wohnt" das angefangene Kleinprojekt  (zweiter Bootje in weiss-grün) übrigens sicher verstaut direkt ins Sofapolster gepiekst. Muss ja auch einen Vorteil haben, dass wir einen Neubezug zur Zeit nicht stemmen können... Ich finde das praktisch... :-)
Und nun... das Internet-Orakel mal fragen.
Welche Socken stricke ich, während ich mein nächstes "eigentliches" Projekt fertigplane? Vorschläge (auch gerne zusätzlich zur o. g. Liste) sind immer willkommen! Entscheiden muss ich mich dann selber...

Montag, 18. Juli 2011

FO Jodeldiplom. Holleri du dödel di ...


...diri diri dudel dö!

Die Schulternähte habe ich wohl insgesamt dreimal neu gemacht. Aber nach der ganzen Mühe und fast drei Monaten Strickzeit soll es ja auch perfekt werden.
Der erste "Schulterschluss" war ja nicht so gelungen...
Holleri
Tichiro, als Designerin, schlug eine Art Steppnaht vor:
di dudel

Hmmm. Das gibt eine an linke Maschen erinnernenden "Graben" zwischen Vorder- und Rückenteil.
 
Die Designerin hat  zwar immer recht, aber mir gefällt das nicht so richtig.
Also lieber  noch mal recherchieren, wie das genau ging, mit dem Maschenstich.
 Hollera di dadel do!
Die Halsausschnittkante war als nächstes an der Reihe.
Hollera da didel..
Die richtige Maschenanzahl muss man aber schon aufnehmen
Holleri!
und gleichmäßig verteilt
Holleri di dudel du
und ich wollte die Blende auch etwas breiter als in der Anleitung vorgesehen
Du dödel di
fünf Reihen?
Holleri du dödel du
Besser sieben!
Du dödel di
und mit einer Linksreihe abketteln!
m ganzen Satz: Hollerö dö dudel dö
So gefällt mir das schon sehr sehr gut!
Jetzt Armkugeln einpassen 
Holleri du didel do
und Ärmelnähte schließen- zum Glück ist Wochenende
Di dudel dö
und ich habe auch noch eine halbe Staffel Dr. House zur Unterstützung parat. Das ist nämlich ganz schön fisselig,
Du dödel di, "dö dudel dö" ist zweites Futura Sonnenaufgang!
durch die Rippen und die Schrägung...
Du dödel di!!


Die Seitennähte waren dagegen ein Klacks! Und da das Endspiel der Frauen-WM  in die Verlängerung ging, und sogar ins Elfmeterschießen, habe ich das "Jodeldiplom" samt Vernähen zahlloser Fädchen, gestern abend noch fertiggestellt...
Holleri du dödel di diri diri dudel dö !
Ich finde, gerade eine Hausfrau mit Familie sollte eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Wenn mal die Kinder aus dem Haus sind oder es passiert irgendwas... dann habe ich nach zwei Jahren Jodelschule mein Jodeldiplom
Da habe ich was in der Hand!
Und ich habe als Frau das Gefühl, dass ich auf eigenen Füssen stehe. Da hab' ich was Eigenes! Da hab' ich mein Jodeldiplom. 
Ich möchte auch als Frau eine sinnvolle Tätigkeit ausüben...
 ... und nicht nur am Kochtopf stehen und meinem Mann die Hauschuhe hinterher tragen.


 Fazit:
Das Muster

Ein schlichter Rippenpullover mit dekorativen falschen Zöpfen, tiefem Rundausschnitt und schmalen, eingesetzen Ärmeln. Durch die elastischen Rippen ist keine weitere Taillierung nötig. Persönlich mag ich den sehr knappen Stil der Verena-Muster (noch) nicht so gerne -- amerikanische Anleitungen nehmen einen natürlich noch viel mehr an die Hand --, aber wenn man die Anleitung vor dem Stricken sorgfältig durchliest (ähem) ist das alles kein Problem... Ich bin allerdings froh, den Pullover nicht schon letztes Jahr gestrickt zu haben - mit meiner früheren Kombinationstechnik wäre ich bei dem Muster  nicht sehr weit gekommen.
Technik
Nur gut, dass ich inzwischen "richtige"  linke Maschen stricken kann! Dennoch war das (inzwischen ungewohnte) Stricken in Reihen langwierig - vor allem, weil die Umschläge in den Rückreihen so pfriemelig sind. Aber das Muster selbst ist nicht besonders kompliziert, und nach etwas Übung leicht auf den Nadeln erkennbar, sogar fernsehtauglich - wo Abnahmen und zugleich das Muster eigehalten werden müssen (Halsausschnitt), sollte man allerdings vorher ein paar Notizen machen, das hilft...
Immerhin habe ich mich endlich einmal ordentlich mit den verschiedenen Naht-Techniken beschäftigt. Muss ja auch mal sein. Wird aber beim nächsten Mal sicherlich wieder nötig sein... :-)
Die Wolle:
Die Lana Grossa Elastico eignet sich sehr gut als Ersatz für die vorgeschlagene Baby Cashmerino. Die Fasern sind rund versponnen, die Zöpfe treten klar hervor, und der Elastikanteil wird hoffentlich für Formbeständigkeit sorgen. Das leuchtende Lila verleiht dem Muster Nachdruck. Allerdings ist der Pullover auch ordentlich schwer, und erstaunlich warm. (Ich bilde mir immer ein, Baumwollpullover seien immer "dünner" und "leichter" als Wollpullover, aber das ist natürlich zu einfach.) Dieser Pullover wird ein guter Übergangspullover, und mich auch in meinem kalten Altbau-Büro warm halten. Hoffe ich...
Änderungen:
Ich kleide mich ziemlich klassisch. Ich habe schnell eingesehen, dass- wenn ich diesen Pullover wirklich tragen will- ich den Entwurf meinem Kleiderschrank anpassen muss. Ich würde ihn immer mit einer Hemdbluse oder anderem Kragen tragen - und musste mich daher (schweren Herzens) entschließen, alles, was mich am Design ursprünglich gereizt hat (Rüschen, Miedereinsatz), wegzulassen. Schön doof - aber er ist immer noch wunderschön, und auf diese Weise wird er getragen werden. Da ich dicker bin als ich mir zugestehen mag, und gedehnte Rippen kürzer werden, habe ich den Pulloverkörper ausserdem ca. 10 cm länger gemacht, als von der Anleitung vorgesehen (167R bis zum Ärmel/Halsausschnitt). Und natürlich lange Ärmel (176 R; ca. 50 cm bis Armkugelbeginn)- wenn man voraussichtlich Blusen darunter tragen wird, sieht das besser aus...Der Halsausschnitt beginnt auf Höhe der Ärmellöcher, weil ja kein Einsatz den tiefen Ausschnitt mindern würde, daher ist auch die Blende verbreitert (7 R), etwa auf Breite einer Zopfrippe.


Dies wird ganz sicher ein Lieblingsstück!


Die harten Fakten:

#17 Lake von Tina Hees, aus der Verena (Frühjahr 2010); Größe 42-44
angefangen: 27. April 2011
fertiggestellt: 18. Juli 2011
Wolle: Lana Grossa Elastico (lila; 071)
verbraucht:: 541g/11 Knäuele und ein bisschen vom 12.
Nadeln: Prym Alu Rundstricknadel, 80 cm, 2,5
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: ca 45,- Euro
Mehr natürlich bei Ravelry.

Freitag, 15. Juli 2011

WIP: Jodeldiplom. 2. Futur bei Sonnenaufgang?

Ich wollte schreien: Fertig!
aber man ist ja nicht wirklich fertig, nur weil alle Einzelteile endlich gestrickt sind...
erinnert schon an einen fertigen Pullover

Immerhin: alle Einzelteile sind fertig gestrickt!*
Auf den letzten Metern wurde ich auch regelrecht ehrgeizig. Immerhin handelt es sich um die Partie rund um den Ausschnitt, also der Teil des Pullovers, der am ehesten den Blicken anderer Menschen ausgesetzt ist. Ein kleiner Fehler an der Unterseite des Ärmels -- -pfft. Sieht ja keiner. Aber wenn die Leute mir in die AUGEN sehen... Kurzum, hier wären Fehler auffällig.
erlaubt das Hingucken. Echte Hingucker zum Reintun habe ich auch schon besorgt...
 Ich habe den Ausschnitt auf Höhe der Ärmellöcher angesetzt, und die Seiten dann getrennt fertig gestrickt. Da ich auf der Rückseite schon irgendeinen Fehler gemacht eine Modifikation gestaltet hatte, musste ich nun darauf achten, auf der Vorderseite für die Schultern mit der gleichen Maschenanzahl - und möglichst den gleichen "Rippenwechseln"  zu enden. Hier hat sich auch der Blog wirklich bewährt, denn meine mit Notizen beschmierte Anleitung hatte ich inzwischen längst irgendwo verloren... Immerhin hatte ich so noch ein paar Hinweise. (Wenn ich schneller stricken würde, könnte ich mir die "Änderungen" ja vielleicht sogar merken!)

Im Endeffekt habe ich jede Seite einmal geribbelt und dann neu gestrickt. Immer noch nicht perfekt, doch mit dem Ergebnis bin ich soweit ganz zufrieden.
Nun aber geht es ans Zusammennähen.
Das Zusammennähen von abgeketteten Maschen ist mir allerdings immer unheimlich. Und ich will es doch unbedingt "richtig" machen (bevor ich von den Regeln abweiche, muss ich die Regel verstehen). Der 3-Needle-Bind-off leuchtet mir irgendwie viel mehr ein... aber dann entfällt natürlich die leichte Schulterschrägung.
Aber Nähen nach Schemazeichnungen in Zeitschriften finde ich schwierig. Und die meisten Bilder im Netz sind ja leider nicht so detailliert, dass man technische/konstruktive Informationen ableiten könnte... Irgendwie sieht das doch komisch aus... Habe ich die Naht sozusagen eine Masche zu hoch angesetzt?
soll so eine Schulternaht aussehen?

was meint Ihr? Soll das so? Oder muss ich das nochmal aufmachen?

*Aufmerksamen Leser/inne/n wird natürlich nicht entgangen sein, dass mein "Jodeldiplom" laut Designerin noch drei weitere Teile besitzen sollte: lustige Rüschen für die Ärmel und einen wäscheartigen Einsatz. Dazu mehr später.

Samstag, 9. Juli 2011

Kann man machen... aber muss das sein?

Strickdesigner kann sich ja jeder nennen.
Einige stellt Tina (Tichiro) ja gerade vor. Hier.
Andere - wie dieser Kevin Kramp
http://1.bp.blogspot.com/_GvBRll8KlTM/SpldEpY3dLI/AAAAAAAAAQM/yesXmJHyt6s/s400/KK09sharpe5mg-5-RGB.jpg
- reüssieren auf der Fashionweek...
Würdet Ihr das nachstricken? Oder  anziehen wollen?

Mehr unter: http://www.kevinkramp.com

Donnerstag, 7. Juli 2011

Lob des Wollhändlers.

Manchmal habe ich mehr Glück als Verstand.
Und manchmal trifft man in der angeblichen "Service-Wüste Deutschland" auf blühende Oasen voller Dattelpalmen.
Die Dattelpalme, von der ich hier spreche, ist in Wirklichkeit ein Wollhändler in Bremen - ein freundlicher, mittelalter Herr, der offenbar schon lange mit Wolle handelt, und von seinem großen Lager im Bremer Industriegebiet aus mehrere kleinere Geschäfte beliefert, die ihm offenbar auch gehören. Und obwohl dieser Woll-SB-Markt eigentlich "an Tagen mit 'D' dicht hat- D wie dicht", hat die Dattelpalme der Wollhändler mich eingelassen, meine Klage (jammer: zu wenig Wolle!) angehört, das flehende Bitten (hamse nich noch 2 Knäuelchen irgendwo?) zu Herzen genommen, seine Filialen angerufen, und beim zweiten Anruf noch zwei Knäuelchen für mich aufgetrieben.... Letzten Freitag habe ich sie abgeholt.
Hurra! Fortschritt Fertigstellung ist gesichert!
Und sie sind sogar die identische Färbepartie! Tralala!
Dabei habe ich auch gleich nach Mille II für die Fertigstellung von Borowskis Mütze gefragt - die ja aufgrund von - ja genau: ein Knäuel zu wenig - momentan einen Sommerschlaf hält... Da "nachtblau" aber gar nicht vorhanden war und rosa dem Meinigen nicht zuzumuten ist, kam ich nicht weiter. Stattdessen habe ich aus Lana Grossa Superbingo einen roten Kontrast gewählt. Die Lauflänge ist mit Mille II identisch, und wenn die Qualitäten schon so unterschiedlich sind, dann sollte das wenigstens richtig unterschiedlich sein. Und Tumnus ist ja rot...
Hurra! Fortschritt Fertigstellung ist gesichert!

Weitere Beute:
was daraus wohl wird wenn es groß wird?
 Ein Knäuel Filzwolle (blau) -- sehr unausgegorenes Projekt. Ich werde berichten, wenn ich es selbst herausgefunden habe.
Runtergesetztes kaufen ist nicht wirklich Geld sparen, oder?
 Verschiedene Rundstricknadeln (die blauen sind aus Aluminium, die KnitPros jedenfalls Metall...) in den kleinen Stärken 2,5 - 3 - 3, 5.
Socken mit 40 cm Kantenlänge?!?

Und ein 3,0er Nadelspiel von 40 cm Länge!
Was macht man damit? Angeblich war es eine Fehllieferung, die nach Holland hätte gehen sollen... Haben die Holländer so dicke Füße? Ich jedenfalls konnte, für unter 2 Euro, nicht wiederstehen. Und ich habe auch schon eine Idee,was ich damit anfangen kann... Auch das werdet Ihr natürlich erfahren.
Jetzt mache ich mich wieder an die Diss, und heute abend übe ich wieder Jodeln... Hollaridudödeldu...

Freitag, 1. Juli 2011

FO: Hahnenzahn. Gefilzte Tasche mit Bügelverschluss.

Ich zieh sowas ja dann durch.
Selbst wenn absehbar ist, dass das Ergebnis nicht so ist, wie erwünscht - das ist kein Grund, mittendrin aufzugeben. (ja, ich gebe es zu: ich habe ein doppeltes Kriegstrauma geerbt: es gab ja nichts, damals... man musste ja froh sein, wenn man überhaupt was hatte...) Und vielleicht kann man ja noch was retten?
Vielleicht hilft ja ein hübsches Futter?
Hmm. Naja.
Was wirklich geholfen hätte? Man hätte sich mit der notwendigen Konstruktion einer Bügelverschluss-Tasche auseinandersetzen sollen, bevor man anfängt, einen Korpus zu stricken oder irgendeinen Stoff zuzuschneiden.
Dann wäre sofort klar geworden, dass aus dieser Grundform
rechteckig. nicht praktisch. nicht gut.

nichts werden kann. Der Bügelverschluss muss sich schließlich öffnen können, und dazu müssen Schlitze in der -hier nicht vorhandenen- Seitennaht sein. Natürlich ist es ein leichtes, und so war es auch geplant - in einen gefilzten Stoff Schlitze hineinzuschneiden, doch leider war die Tasche nicht genug geschrumpft, um dann genau zu passen. Und der Filz, aus doppelter Filzwolle entstanden, war zu fest um sich hübsch zusammenraffen zu lassen, wie es bei einem Baumwoll oder Leinenstoff, ja selbst bei Denim, möglich gewesen wäre.
Ich musste also einiges auf- und dann abschneiden.
Dann die Seitennaht zur Hälfte schließen
Dann ein Futter nähen, und an der nicht-geschlossenen Seitennaht verstürzen.
Dann die gefütterte Tasche an den Bügelverschluss annähen.
Das ist auch alles geschehen, zum Teil mehrfach, weil ich offenbar nicht drei Schritte dreidimensional vorausdenken kann.
Das Ergebnis?
Hahnenzah-Tasche. Fertig.
Also, ganz ehrlich? ich würde für diese Tasche im Geschäft kein Geld ausgeben. Wenn wenigstens beide Rundungen unten ähnlich rund wären! Das Futter ist von außen sichtbar, und das ließ sich aus nähtechnischen Gründen auch nicht vermeiden oder ändern. Kurzum, die Tasche ist potthäßlich.

Aber ein Knäuel Sockenwolle und ein Nadelspiel passt hinein. Sie wird also eine kleine Weile benutzt werden, und irgendwann nehme ich sie auseinander und widme den Verschluss um. Bis dahin erinnert sie mich daran, wieviel man beim Scheitern lernen kann.