Freitag, 8. Juni 2012

FO und Fazit: Ribbeck


Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
 - wie wir alle wissen -
ein Birnbaum in seinem Garten stand
und kam die goldene Herbsteszeit
- also die Zeit ca 3 Monate nachdem ich dieses Projekt begonnen habe -
da leuchteten die Birnen weit und breit
- und ich habe tatsächlich einen Nachmittag in Ribbeck verbracht. Eigentlich wollte ich Kraniche gucken, hatte auch ein Fernglas dabei. Fand mich dann aber überraschenderweise in einem Kleinflugzeug bei meiner ersten offiziell bestätigten Flugstunde wieder. Niemand hat sich mehr gewundert als ich selbst. Eine Runde über Ribbeck gedreht, und dann den Fluglehrer wieder landen lassen -
Da stopfte wenns mittags vom Turme scholl
der von Ribbeck sich beide Taschen voll ...


Taschen hat mein schöner Pullunder ja nun keine. Ansonsten aber, muss ich wirklich sagen, bin ich sehr zufrieden mit meinem ersten eigenen Design ohne Anleitung und Hilfestellung.
Ok ok. Ich wäre sicher noch zufriedener, wenn das mit der passenden Größe auch nur annähernd hingehauen hätte - 6 Kleidergrößen abzuweichen lässt sich auch nicht mehr mit einer Matheschwäche erklären, da steckt schon ein größerer Denkfehler oder ein sehr sehr gestörtes Körpergefühl dahinter - aber ich finde, der Freundin steht der Pullunder ausgesprochen gut. 
Und gefreut hat sie sich auch. Sie hat ihn als Dauerleihgabe in Besitz genommen und versprochen, ihn gut zu pflegen und nicht im Schleudergang zu waschen. Was kann man sich mehr wünschen?
Das Trennen und Arm-und Halsausschnitt vergrößern und neue Blenden stricken hat sich jedenfalls gelohnt - so kann ich "Ribbeck" guten Gewissens aus dem Haus geben!

So spendet Segen noch immer die Hand
des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Nur irgendwie doch schade, nach all der Arbeit, dass ich ihn nicht selber tragen kann...
Aber nochmal stricken - dazu habe ich keine Lust.
Und die hochtrabenden, geheim-unausgesprochenen Pläne eine Anleitung zu schreiben spare ich mir nun auch. Ja, wenn da draußen ein Tech-Editor wäre, der Lust hat meine (vorhandenen) Notizen und Charts in Form zu klopfen, und in verschieden Größen umzurechnen... aber ich bezweifle, dass irgendjemand sich die Arbeit machen will. (Weil, natürlich, zahlen könnte ich das nicht...) Falls doch: einfach Kommentar hinterlassen!

Ein Fazit muss nun aber doch sein:


Das Muster:
"Ribbeck" ist ein Pullunder, in der Runde von unten nach oben in mehreren Techniken mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad gestrickt. Der zweifarbige obere Teil ist ebenfalls in Runden gestrickt und dann "gesteekt" - also Armlöcher und Halsausschnitt mittels Nähmaschinennaht gesichtert und dann aufgeschnitten. Das Design habe ich komplett selbst entworfen, LeserInnen können den kompletten Designprozess hier im Blog nachlesen.

Technik:
In Runden stricken. Es beginnt mit ganz banalem rechts-links Rippen ("Baumstämme"), knapp über der Taille befindet sich ein Zopfmuster ("Geäst"), dann folgt ein zweifarbiges, stilisiertes Blattdesign. Für mehr Weite im Brustbereich habe ich mit verkürzten Reihen etwas mehr Platz geschaffen - hierzu habe ich gelernt, wie man von links nach rechts "rückwärts" strickt, damit ich weiterhin das Muster von der rechten Seite aus verfolgen konnte. Ist tatsächlich gar nicht so schwer wie man meinen könnte, und hat super geklappt! Arme und Halsausschnitt werden gesteekt, die schmalen Blenden sind glatt rechts und werden zum Versäubern der Steek-Kante nach innen umgenäht. Mit etwas Erfahrung ist das - vielleicht bis auf die Brust"abnäher" - alles kein Hexenwerk.
Das habe ich gelernt:  
Dass ich einen Pullunder entwerfen kann. Short-row bust-darts. "Rückwärts" stricken von links nach rechts. Arbeiten mit dem "Strickköcher"/knitting sheath, auch wenn das vielleicht unnötige Liebesmüh war. Dass ich nicht rechnen kann und/oder mich für kleiner halte als ich bin.
Die Wolle:
Der gesamte Pullunder ist aus Sockenwolle entstanden - die dunkelbraune Wolle ist Meilenweit Merino, die ist ok, besser als die von mir inzwischen verhasste R*gia, aber lange nicht so toll wie die wundervolle Zauberwolle in waldgrün-bunt, die ich fürs Blattwerk mitverstrickt habe... Hmmm. Der Kaschmiranteil macht's wohl. Bin gespannt, wie sich beide beim Waschen und Tragen verhalten.

Die harten Fakten:
angefangen: 1. August 2011
fertiggestellt: 28. Mai 2012
verbraucht:: hmm. ca.220g braun und ca. 50 g grün-bunt
Größe/Maße: hab nicht gemessen, ca. Größe 36
Nadeln: Rundstricknadeln Nr. 2,5 (KnitPicks, Holz - zerbrochen; dann Chiaogoo Red Lace - love!) für die braunen Rippen, dann 3er Nadelspiel in 40 cm Länge und ein knitting sheath aus Fimo...
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: hmmm. ca 20 Euro Wollwert? Über Nadeln und Nerven möchte ich nicht nachdenken...

Und bei Ravelry.


Kommentare:

  1. I LOVE that sweater! I am sending you a private e-mail, let me know if you don't get it!

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  2. Nun ist er endlich fertig, sieht super aus und wird gern getragen :-) Was will man mehr? Klar, selber anziehen...
    Der nächste, ganz bestimmt der nächste *Daumen drückt*

    LG Heike

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  3. Man muß auch gönnen können :-)
    Auf jeden Fall steht er der Trägerin gut und man kann doch nie genug Erfahrung sammeln. Das nöchste Strickwerk paßt dann hoffentlich wieder Dir.
    PS
    Die Birne finde ich immernoch genial.
    Liebste Grüße
    Tine

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