Mittwoch, 12. Dezember 2012

FO: Brünhild.

Die Nichte ist jetzt eins und möchte Opernstar werden.
Eine besondere Vorliebe scheint sie für Wagner zu hegen - jedenfalls fühlt sie sich bei dem ganz großen Drama genauso wohl wie mit dem ganz hohen C.
Im Sinne der frühkindlichen Förderung sehe ich mich als Tante natürlich in der Mitverantwortung.
Daher gibt es dieses Jahr zu Weihnachten eine neue Mütze.
Voilà:
ein echter Walkürenhelm!
Mit der Umsetzung dieses Musters gehen einige Irrungen und Wirrungen einher, die mit der eigentlichen Anleitung nichts zu tun haben. Allerdings geht besagte Anleitung von einer dickeren Wolle aus, so dass ich umrechnen musste. (Mehr muss ich wohl nicht sagen?) Auch hatte ich den Ehrgeiz, ganz aus dem Stash zu arbeiten, aber in Gelb/Gold hatte ich nur den Rest Schachenmeyer Bravo Acryl von der Hühnerproduktion.
Acryl aber wird desto bäh je länger ich stricke.
Version 1 mit Acryl
 Außerdem war mir die Farbe zu orange, das "Band" zu schmal und die Flügel waren total schlapp.
Version 1 von vorne
Daher bin ich nochmal los, um ein weiteres Knäuel Merinowolle in weniger grellem Gelb zu kaufen. Doppelt genommen bringt es einen glaubhaften Unterschied in der Textur von "Gold" und "Eisen" und ist außerdem an den Ohren schön warm.
Version 2 - noch ungeblockt
 Die Flügel allerdings stehen immer noch nicht...
Version 2
 ...da muss ich wohl weiter oben nochmal die Nähnadel ansetzen...
Und nun das Fazit:


Das Muster:
Die Mütze wird in der Runde gestrickt, dabei erfolgt ein Farbwechsel. Flügel werden seperat gestrickt und später angenäht.
Technik:
Der "goldene" Teil ist mit Perlmuster strukturiert und simuliert mit Noppen/Bobbles die Nieten, mit denen Gold und Eisen zusammengehalten werden. Noppen hatte ich noch nie gestrickt, aber erstens sind sie gut erklärt, und zweitens geht es noch einfacher, wenn man von links nach rechts zurückstricken kann. Kinderspiel!
Die Wolle:
Die Mütze besteht -mal wieder- aus der dünnen Cool Wool Merinowolle, von der ich einen großen Vorrat habe. Ursprünglich war auch Acryl im Spiel, aber das ist doof. Eigentlich verlangt die Anleitung nach einer dickeren Wolle (Worsted), aber erstens hatte ich die nicht, und zweitens wäre die dem Kind wahrscheinlich zu warm auf dem Kopf und so musste ich eben mal wieder umrechnen. Und dann ribbeln und neu machen, weil die Maschenprobe nie mit der Durchführung übereinstimmt.
Änderungen:
Neben der dünneren Wolle musste ich auch auf den größeren Kopfumfang der Nichte Rücksicht nehmen. Angeschlagen habe ich daher 96 Maschen, Hauptsache es bleibt durch acht teilbar. Um das goldene Band in ähnlichen Proportionen wie im Original zu haben, habe ich jeweils vier Reihen (statt zwei) im Perlmuster gestrickt, dafür die Noppen auf die Hälfte (alle 16M) reduziert. Aus dem gleichen Grund gehen die Flügel über 20M (statt 16), die "Schwungfeder" (vorletzte Rippe) habe ich etwas verlängert und erst nach vier Reihen abgekettelt. Außerdem habe ich den "Helm" über den Noppen in Segmente unterteilt, die mit Hebemaschen voneinander getrennt sind. Bei den Abnahmen werden diese Linien durch die doppelte Abnahme um eine zentrale Masche herum (wie heißt das bloß?) betont: zwei M wie zum rechtsstricken haben, 1 r stricken, abgehobene Maschen überziehen.
Also, ich finde das witzig. Mal was anderes als Öhrchen an der Mütze. Hoffentlich sehen die Empfänger das genauso...
Die harten Fakten:


angefangen: 30.November 2012
fertiggestellt: 7. Dezember 2012


verbraucht: 25 g grau, 48g gelb = 73g. 
Größe/Maße: Umfang ca. 50 cm
Nadeln: Rundstricknadeln Nr. 3 (grau) und Nr. 5 (gelb, doppelt gehalten).
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Luftballon zum Blocken
Kosten:ca. 10 Euro



Kommentare:

  1. Mit Verlaub Frau P.,
    das ist der Hammer des Jahres.
    Stricken verleiht Flügel :-) :-)

    Liebste Grüße
    Tine

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  2. Oooh, ich werd schwach! Einfach nur schön! :)

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