Dienstag, 19. Februar 2013

WIP: Audrey. Die Knopfleisten.

Immer auf den letzten Metern verreisse ichs.
Ich hasse meine Knopfleisten.
Also Audrey's Knopfleisten.
Sie gefallen mir einfach nicht.
Ich kann es einfach nicht.
Aber fangen wir vorne an: Audrey soll laut Anleitung Knopf(loch)blenden mit sechs Reihen des nun schon bewährten twisted-rib-Musters versehen werden.
Ich musste aufgrund der Knopfgröße auf 8 Reihen Breite erweitern - das macht aber nichts, da ja die ganze Jacke sowieso größer ist. Proportional geht sich das aus...
2cm Knöpfe - laut Anleitung braucht man 22mm Knöpfe... ob da ein inch-cm-Rechenfehler vorliegt?

Nun musste ich aber - zur Versäuberung der Schnittfläche - doppelte Knopfleisten arbeiten.
die Steeksicherungsnaht in hell und das ganze Gefitzel will/soll  ja niemand sehen

Die sind immer dicker, geradezu kissenförmig voluminös. Eigentlich wollte ich die "Steek-Sandwich"-Methoden von Kate Davies anwenden, und dann einen three-needle-bind-off machen...
selbst helles Tageslicht hätte nicht geholfen.
...aber Frau Davies weiß schon, warum sie eine kontrastfarbene Blende ansetzt. Im Ernst - ich habe kaum etwas erkennen können. Und dann ist mir die Nadel abgerissen!
argh. Alptraum.
Also von vorne - dann eben klassisch. An die bereits gestrickte Blende eine Wendereihe in glatt rechts und weitere 8 Reihen Rippen weitergestrickt, und dann abketten
nach innen falten, Gefitzel verstecken, festnähen.
 und festnähen.
Müll versteckt heißt Müll entsorgt.

So weit so gut.
 Das gleiche Spiel für die Gegenseite - hier muss man allerdings bedenken, dass man Knopflöcher in beide Seiten der Blende arbeiten muss, damit der Knopf auch ganz durchgeht. Wie ein 2cm Knopf (oder gar 22mm laut Anleitung) durch ein normales 1YO-Knopfloch gehen soll erklärt sich mir nicht. Ich habe einen Versuch mit einem Tulips-Buttonhole über fünf Maschen gestartet und dann entschieden, die Nähmaschine einzusetzen. Schließlich muss man die zwei Knopflöcher der Vorder-und Rückseite ohnehin zusammennähen, damit der Knopf nicht dazwischen verlorengeht und keine Fädchen nach draußen streben.
Aber aus irgendeinem Grund habe ich leider den Eindruck, dass die zweite Knopfleiste - also die mit den Knopflöchern - minimal länger ist. Kann gar nicht sein, gleiche Maschenzahl und so - aber es wirkt so. Und zwischen den Knöpfen springt alles auf.

Der Meinige meint, es läge alles nur daran, dass die Jacke wirklich zu eng sei. Vielleicht hat er ja recht.
Auch das wäre wenig tröstlich. Fertige schließlich selbst, damit endlich mal was passt. Nicht passende Sachen kann ich auch im Einzelhandel kaufen. Grmpf.

Und jetzt?
Knopfleiste abmachen, neu machen?
Zunähen?
Druckknöpfe und Knöpfe als Deko drübernähen? (Wie hier?)

Als Halsblende dient übrigens eigentlich ein I-cord. Allerdings habe ich mich nach sehr langem Zögern und dem Betrachten unzähliger Ravelry-Bilder dafür entschieden, hier ebenfalls ein Rippenband anzustricken.Und weil das "einfach" ist (ohne Wendereihe und innen annähen) sieht das auch auf Anhieb gut aus.

Das würde beim eventuellen Knopflochblende-neu-machen natürlich ebenfalls daufgehen. Angestrickt ist angestrickt.

Kommentare:

  1. Hallo,
    also das ist jetzt echt schade, bei der vielen Arbeit und den vielen Gedanken die du dir zu dem Projekt gemacht hast.
    Meiner Meinung nach treffen da mehrere unglückliche Faktoren zusammen:
    1. Cardigans - mit Ausnahme der Reißverschluss-Variante - sind nicht geeignet für No-ease und erst recht nicht für Negative-ease.
    2. Die Knöpfe sind in Relation zur Knopfleistenbreite zu groß.
    3. Es sind zu wenig Knöpfe.
    Ich habe mir das Modellfoto der Designerin betrachtet und bin der Meinung, dass die Knöpfe dort nie und nimmer 22 mm groß sind.

    Naja, watt nu?

    Wie wäre es mit einer Verstärkung der Knopfleisten-Rückseiten mit nicht-elastischem Material?
    Schau mal hier:

    http://knittingharpy.wordpress.com/2008/07/16/button-bands/

    http://www.ravelry.com/projects/knittingharpy/madame-de-merteuil

    Und Kate Davies hat das bei ihrem Ursula-Cardigan auch gemacht:

    http://www.ravelry.com/patterns/library/ursula-cardigan

    Wenn du das Band breit genug wählst kannst du auch den "Fransen-Saum" mit verdecken.

    Die von dir angesprochene Alternative mit den Druckknöpfen wird das Auseinanderklaffen an den besonders kurvigen Stellen nicht verhindern können. Du könntest allerdings auch die Blende zunähen, also quasi einen Schein-Cardigan daraus machen. Beraubt dich zwar der Möglichkeit die Jacke offen zu tragen, aber besser als in die Tonne treten ...

    LG, Schokosanne

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  2. Hi,
    also das ist ja doof, menno.
    Habe nicht mehr Ideen als schon in Schokosannes Kommentar, aber ich würde wohl für Blenden neu und bisschen breiter + ordentlich Verstärkung plädieren.
    Du hast ja lange Bündchen, da können auch die Blenden breiter sein.
    Hab keine Angst vorm Halsausschnitt neu machen, was dir einmal gut gelungen ist, klappt auch ein zweites Mal.
    Ausserdem habe ich gerade die wilde Idee, ob man vielleicht eine zweite, innenliegende Blende aus festem Material haben kann mit gaaanz vielen Knöpfen oder leichtem Reissverschluss, die dann beim Schliessen die Blende entlastet. Ähnlich wie bei Regenjacken oder so. Aber ich hab das noch nie bei Stricksachen gesehen, weiss nicht, ob das klappen kann -- und gut aussieht.
    LG

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  3. Ach menno.
    Ihr habt ja recht.
    Neumachen also. Dafür muss ich aber erstmal Anlauf nehmen...
    aber hilft ja nix - wenn dann richtig, und ordentlich bis zum Ende. Und wie sagt die selige EZ? hamwa länger was vom hobby...

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  4. Auch Frau Davies macht nach ihrem Sandwich noch mal was an die Kante dran - in ihrem Fall einen Icord. Wie wär's mit schmalem einfachem (glattgestricktem) Sandwich und dann erst die Kante?

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    1. Ein "Sandwich" ist ja naturgegeben doppelt. Die I-Cord Kante wäre zwar eine gute Lösung für das Knopflochproblem, aber gefällt mir nicht für Audrey - ich mag sie ja nicht mal (wie vorgesehen) am Halsausschnitt. Neinnein, es hilft nichts: breite (einfache) neue Blenden, mit Ripsband verstärken und versäubern. Ist auch schon fast so weit...

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