Montag, 13. Mai 2013

Lopi-Jacke. Was war denn nun der Plan?

Es gibt einen Plan für die Lopi-Wolle, und der Plan nimmt Gestalt an.
Dass er sich dabei immer mehr verändert hat, liegt offenbar in der Natur der Sache.
So ist das halt - spontane Mutation ist die Grundlage der Evolution.
Der ursprüngliche Plan war erst einmal nur eine Idee.
Oder noch ursprünglicher: ein Bedarf.
Ich brauche eine Jacke, denn ich friere leicht, die man abends im Garten/auf der Terrasse mal schnell überwerfen kann. Robust und alltagstauglich wie meine alte (inzwischen zu kleine) Vliesjacke, aber ein bisschen "angezogener" - nicht ganz so outdoormäßig.
Ich dachte an eine Kapuzenjacke mit Reißverschluss.
Dann dachte ich an meinen Schwager, der in letzter Zeit immer häufiger mit einem klassischen, kraus-rechts gestrickten Trachtenjanker (dunkelgrau mit grüner Kante) gesichtet wurde.

Abbildung ähnlich
Das kann man m.E. machen, wenn man a) einheimischer Süddeutscher/Österreicher ist oder b) als Hipster durch Berlin streift (dann gerne mit löchrigen Jeans). Mein Schwager würde sicherlich ungern als Hipster identifiziert werden, aber die zweite Kategorie trifft eher zu als die erste. Trotz dieser meiner Vorbehalte bezüglich der Einschränkungen beim modischen Decorum hatte ich schon immer eine Schwäche für unaufdringlich trachtiges - und man könnte ja einzelne Elemente übernehmen und mit den Anspielungen flirten, ohne gleich eine Trachtenjacke zu stricken.
Dachte ich so. Bestärkt von Elizabeth Zimmermann, die lange im Alpenraum gelebt und eine lebenslange Vorliebe für "garter stitch" von dort beibehalten hat, dachte ich an folgendes: andere Farben als grau/flaschengrün -- schön sind wir weg von Trachten und eher bei "modischer Landhausstil". Das klingt nicht unbedingt besser, sieht aber schon besser aus. Außerdem muss meine Jacke lang sein, und darf auch bei Bückarbeiten nicht Nieren oder gar Bauarbeiter-Dekolletée freilegen. Zugleich muss sie mit Taillierung gearbeitet sein, denn zwischen meinem Hüftumfang und meinem Brustumfang liegen 30 cm, und weder möchte ich ein A-förmiges Zelt in eher-nicht-so-weichfließender-Lopi-Wolle um mich herumstellen, noch in einem zu großen Kasten stehen. Prinzessnähte! Das streckt optisch, und man kann sie betonen, mit einem kleinen Zopf oder so. Als Maßgrundlage dient die ungeliebte (weil an der Brust viel zu weite) Kostümjacke aus der Maßkonfektion (die nur für kleine Größen gut arbeiten, und auch nur, wenn man im Business-Look herumlaufen möchte. Ich bestelle da so schnell nicht wieder. Aber um zu sehen, wo die Prinzessnaht sein müsste, reicht es alllemal.)
3. Reinzeichnung
Ungefähr so könnte das aussehen.
Und da ich diesmal nicht nur eine Maschenprobe gemacht, sondern diese sogar gewaschen habe, musste ich jetzt nur noch ein bisschen rechnen...(unten links im Bild)
Kann ja alles nicht so schwierig sein.

Kommentare:

  1. Na, dann wünsche ich dir viel Glück und Spaß bei der Umsetzung. Bin mal gespannt.
    Liebe Grüße, Conni

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Projektmangerin!

    Auf ähnliche Gedankengänge bin auch ich gekommen und habe eine Jacke mit Krausrippen gestrickt. Andere Wolle, anderer Schnitt und knopflos gearbeitet, schon erinnert nichts mehr an ein Trachtenjäckchen.

    Liebe Grüße
    Monika

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Frau P.,
    gewaschene Maschenprobe? Du wirst mir langsam unheimlich :-) Wo soll denn da noch etwas schief gehen?
    Tine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nur nicht übermütig werden... noch ist nichts fertig, und vor allem: noch kein Knopf angenäht - das Knopfloch an sich bereitet mir ja immer Probleme. Aber auch hier habe ich einen Plan...

      Löschen