Donnerstag, 11. Juli 2013

WIP: Lopi-Jacke. Die Ärmel - in der Theorie.

Der Ärmel wuchs und wurde geribbelt, wuchs erneut und wurde erneut geribbelt - es war zum Mäusemelken.
Eigentlich wusste ich genau, was ich zu tun hatte. Ich hatte ähnliches schon getan: sowohl bei Tomten wurde ein Ärmel eingestrickt (sogar kraus-rechts) als auch bei Audrey.
Außerdem hatte ich mir das schlaue Video angesehen, das auch Erika in ihrem Kommentar erwähnt hat. So wusste ich, dass ich ein Drittel der Maschen für die Armkugel brauchen würde.
Der erste Versuch hatte mich gelehrt, dass "pick-up-and-knit" für meine kraus-rechte Jacke die falsche Technik war.
Also habe ich die Maschen "normal" aufgenommen: Unter dem Arm habe ich die 2x13 abgeketteten Maschen wieder aufgenommen, und den Rest, indem ich eine dünne Stricknadel (3mm statt 4,5) eine Masche vom Rand entfernt durch die Linksrippen gezogen habe.
Dann konnte ich die aufzunehmenden Maschen ganz einfach auf die richtige Nadel stricken. Insgesamt kam ich auf 105 Maschen, beginnend und endend an der Seitennaht. Nun geht die erste Runde von innen am Rückenteil entlang wieder gen Schulternaht und darüber hinaus - das ergibt von außen gesehen eine Linksreihe, wie auch Tine empfohlen hat.
Ein Drittel für die Schulterkugel macht 35 Maschen. Man müsste also in der Theorie ca 17 Maschen über die Schulternaht hinaus stricken und dann verkürzte Reihen beginnen - immer hin und her und jede Reihe eine Masche mehr abstricken... Hat man nun ein wohlsitzendes Armloch, strickt man nun fröhlich vor sich hin bis alle Maschen auf der Nadel sind. Wenn man bei den Achselmaschen angekommen ist, geht es immer lustig in der Runde weiter. So war es zumindest bei Audrey. So kann es aber hier nicht gehen.

Zum einen werde ich den Teufel tun und kraus-rechts in Runden stricken. Soo schlimm ist das Nähen einer Naht nämlich gar nicht - es geht also bis zur Seitennaht und dann wieder zurückt. Abnahmen kann ich dann entlang der Randmaschen platzieren.
Viel schwieriger ist aber, dass 105 Maschen im Umfang nämlich entweder einen schicken Puffärmel gibt, oder großen Frust - weil der Ärmel zu weit würde und überall Falten würfe. Ideal wäre wahrscheinlich eine Maschenanzahl von ca. 80 Maschen Dazu müsste man nicht "wrappen und turnen", sondern ganz banal die jeweils letzte gestrickte Masche mit der nächsten am Ärmelrand aufgenommenen Masche  zusammenstricken (und dann wenden usw.) - wie bei der Tomten-Jacke. Allerdings hat die nicht wirklich eine ausgeformte Schulterkugel. Irgendwie muss ich also die Ratio von verkürzten Reihen (um auf die erforderlichen Maschen und eine wohl geformte Schulterkugel zu kommen) und zusammenstricken (um faktisch Maschen abzunehmen oder zumindest nicht weiter zuzunehmen) austüfteln.
Mein momentaner Stand sind zwei weitere Fehlversuche.
An dieser Stelle unterbreche ich das Projekt, bevor ich es vor lauter Frust auf den Grill werfe, und wende mich schnellen kleinen Erfolgserlebnissen zu.
Morgen nämlich ist die Schwägerin ausgezählt, eine weitere Nichte ist geplant.
Und obwohl es mir anfangs schwer fiel, wegen des ganzen emotionalen Ballasts, sind diese kleinen Schuhe schon fertig:
wie immer: Saartje Booties in der nahtlosen Version von Fleegle
Und mindestens ein Paar habe ich noch versprochen. Die ziehe ich jetzt vor. Da weiß ich auch, wie es geht.

1 Kommentar:

  1. Hallo,

    ich hatte bei meinem Ursula-Cardigan auch solche Schulterbeschwerden. Hätte ich nur die angegebene Maschenzahl aufgenommen, so hätte ich zwischendrin Löcher gehabt. Also habe ich rund 30 % mehr Maschen aufgenommen damit es gleichmäßig und dicht aussah, und dann zwei Reihen über ALLE Maschen gestrickt,wobei ich in der 2. Reihe die überschüssigen Maschen durch gleichmäßig verteiltes Zusammenstricken wieder abgenommen habe. Dann ging es ganz normal mit verkürzten Reihen an die Schulterkugel. Wäre das nicht auch eine Lösung deines Problems? (Blöd nur, dass die Lopie als Dochtgarn durch das Ribbeln nicht unbedingt schöner wird ...).

    Liebe Grüße
    Schokosanne

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