Donnerstag, 1. August 2013

Eisblumen: Afterthought heel - Nachtragsferse. Tutorial für Kniestrümpfe (Teil III)

Hacke, Spitze, Hacke, Spitze - die Spitze hatte ich Euch ja schon gezeigt, ebenso wie das Bündchen. Aber was nützt das alles, wenn der Strumpf keine Hacke = Ferse hat? Schließlich haben die meisten Menschen einen Knick unten am Bein...
Kein Problem, ich hab's nicht vergessen!
Ich habe mir einfach nur die Ferse bis zum Schluss aufgehoben!

Viele Strickerinnen fürchten sich ja ein bisschen vor der Ferse - warum ist mir zwar nicht klar, sie ist in der Regel sehr einfach zu stricken - ein paar verkürzte Reihen, oder einfach ein paar Maschen zusammenstricken... der Knick kommt ganz von allein! Da mir nie jemand gesagt hat, dass Fersenstricken kompliziert sein könnte, habe ich immer einfach drauflos gestrickt, bin der Anleitung blind gefolgt, und es hat immer geklappt! 

Diese -nachträgliche - Ferse hier ist jedenfalls nicht nur praktisch, weil man sein Muster einfach immer schön stupide durchstricken kann, ohne sich mit lästigen Spickelzunahmen (oder Spickelabnahmen, sie funktioniert in beide Richtungen, von der Spitze oder vom Bündchen ausgehend) herumzuschlagen. Sie ist auch absolut anfängertauglich, denn sie wird im Endeffekt ganz genauso gestrickt wie eine Spitze. Und das können wir ja schon!

Und so geht's:
Wenn man beim Stricken an der Stelle angekommen ist, wo wir normalerweise eine Ferse beginnen würden (also inklusive Fersenkappe oder Spickel), stricken wir ein oder zwei Reihen (hin und zurück - keine Runde!) in einer Kontrastfarbe ein.
In diesem Fall: hellblau.
So sieht das dann aus:
Ich habe zwei Reihen gestrickt, weil ich die Stelle dann einfacher wiederfinde. Eine Reihe reicht aber völlig aus. Unten ist das Sohlenmuster des Fußes zu erkennen, oben wachsen schon die ersten Blumen auf die Wade und man erkennt die ersten Wadenzunahmen.
Nun wendet man den Strumpf nach innen
erkennt die gleiche Stelle sofort wieder, freut sich an der gleichmäßig eingewebten Fadenvielfalt, und beginnt damit, Maschen aufzunehmen.
Hier kann man es gut sehen: die neue Farbe (hellblau) verschränkt sich mit der alten Farbe (hellgrau) - und zwischen den beiden blauen Streifen kann ich ganz einfach die grauen Schlingen (=die letzte Sohlenreihe) aufnehmen. Am einfachsten geht das mit einer deutlich kleineren Nadel - ich habe hier 2,5er Nadeln genommen, während der Strumpf eigentlich mit 4er Nadeln gestrickt ist. Die dünnen Nadeln kommen einfacher und ohne großes Gezerre in die Maschen, und später stricke ich sie mit einer "normal-großen" Nadel wieder ab. (Für das Maschenbild zählt immer nur die Nadel, mit der man abstrickt, also in der Regel die rechte Nadel!)
So, fertig - also fast! Ich muss noch mit der gleichen Methode die obere Reihe aufgreifen - also die dunkelgraue erste Reihe vom Bein zwischen den hellblauen Buckeln...und das geht leichter, wenn ich den Kontrastfaden jetzt schon entferne , denn dann habe ich mehr Elastizität. Also vorsichtig die erste (und bereits gesicherte) blaue Reihe auffädeln...
...und dann die nächste Reihe aufnehmen.
Dies ist deutlich einfacher, wenn die blauen Schlaufen den grauen Faden noch "sichern" - deshalb stricke ich immer einmal hin und wieder zurück mit dem Kontrastfaden. Außerdem sollte die erste Runde vom Bein nicht direkt im mehrfarbigen Muster gestrickt werden, sondern in der zukünftigen Fersenfarbe, damit man nicht mit lauter eingewebten Fäden kämpfen muss. Das könnte nämlich dann doch noch kompliziert werden.
Insgesamt solltet Ihr nun die Hälfte der Gesamtmaschenzahl auf zwei Nadeln haben, hier also 32.
Ihr könnt die Maschen auf ein Nadelspiel verteilen oder auf eine Rundstricknadel nehmen, wie es Euch am liebsten ist - Hauptsache, wieder in der "richtigen" Nadelstärke!
Um ganz sicher zu gehen, dass an den Ecken keine Löcher entstehen (obwohl man die beim Fadenvernähen ja auch immer noch zunähen kann), nehmt Ihr an den Seiten noch 1-2 Maschen zusätzlich auf - keine Angst, Ihr nehmt sie auch gleich wieder ab, und wer einen hohen Spann hat, wird noch dankbar dafür sein!
Und jetzt? Jetzt strickt Ihr eine ganz normale Spitze - z. B. eine Bändchenspitze, oder eine gerundete Bändchenspitze, oder sogar eine Sternspitze (wie hier vorgemacht).
Und wenn Ihr nur noch die Maschenzahl, die Eurer Fersenbreite entspricht, auf den Nadeln habt - zusammennähen im Maschenstich (graften).
Dafür gibt es unzählige Online-Tutorials, guckt mal selbst.

Fertig!
Innenansichten eines Strumpfes
 Eins A Kniestrümpfe!
UND HOCHSOMMERLICHE TEMPERATUREN VON UM DIE 30°Celsius...
ich sach's ja...





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