Samstag, 16. November 2013

CustomFit. Messen und Maße.

Unabhängig davon, was man nun entscheidet, wie der gewünschte Pullover sitzen soll - eng oder weit, körperbetont oder locker-bequem - damit man die richtige Maschenzahl anschlagen kann - damit die CustomFit-Software ausrechnen kann, was die für mich richtige Maschenzahl ist - müssen wir die Software füttern.
Vor dem Stricken steht also das Messen - und zwar nicht nur die Maschenprobe, sondern vor allem erst einmal die eigenen Körpermaße.
Amy hat dazu in ihrem eigenen youtube-Kanal allerlei lustige Videos gepostet, die auch außerhalb ihrer Software-Website, also auch schon OHNE account, genau und erfreulich körperpositiv erklären, wie man sich selbst ausmisst. (Kann man ja immer mal brauchen.)

["körperpositiv" ist eine etwas hölzerne Übersetzung des englischen "body positive", was vor allen Dingen erst einmal heißt: Dein Körper ist so in Ordnung wie er ist. Und wenn die Kleidung nicht passt, ist nicht Dein Körper "schuld", sondern die Kleidung ist eben nicht auf Deinen Körper zugeschnitten- was ich bei einem selbst zu strickenden (oder nähenden) Kleidungsstück ja recht einfach ändern kann. Konfektionsgrößen, nur so zur Erinnerung, sind ja eine recht neumodische Erfindung. Noch vor wenigen Jahrzehnten war es völlig normal, bei Kleidung die Maße der Kleidungsträger zugrunde zu legen, und nicht eine erfundene industrielle Durchschnittsnorm.]

Beim Ausmessen ist es wichtig zu beachten, dass die Software zur Zeit noch keine "normalen" Zentimeter-Maße zugrunde legt, sondern in inch arbeitet. Glücklicherweise habe ich mir vor kurzem beim schwedischen Möbelhaus günstige Maßbänder gekauft, die beides können - jetzt muss ich nur noch die Striche zwischen den vollen inch-Angaben in Dezimalzahlen umrechnen. Leider erfährt man auf Amy's Software-Website die Rechenhilfe erst später, aber die Software hätte gerne auch noch die dritte Nachkomma stelle, also so:
  • 1/8'' = .125
  • 1/4'' = .25
  • 3/8'' = .375
  • 1/2'' = .5
  • 5/8'' = .625
  • 3/4'' = .75
  • 7/8'' = .875
Und natürlich kein Komma, sondern einen Punkt, weil das in Nordamerika offenbar so üblich ist.

Spätestens jetzt braucht man den Account auf der CustomFit-Website.
Unter http://customfit.makewearlove.com kann man sich registrieren. Viel Info wird dabei nicht verlangt - man braucht einen frei-wählbaren Login-Namen und ein Passwort. Der Name kann selbstverständlich ein Pseudonym sein - ich bin dort wie bei ravelry als Projektmanagerin registriert.
Ist man solchermaßen mit einem Konto ausgestattet, kann man seine Körpermaße eingeben- und nicht nur die eigenen - ich glaube, man kann bis zu 10 verschieden Profile anlegen. Interessant für Leute mit stark wechselnden Figuren oder aber solche, die auch andere Menschen bestricken wollen. Jedes Profil kann individuell benamst werden.
Mein Profil hat kein Foto, aber das Datum dabei. Wer weiß, ob ich weiter zu-oder auch wieder abnehme...
Als nächstes geht es ans Ausmessen der Wolle.
Jeder "Swatch"/jede Maschenprobe bekommt auch ein Profil. Dabei ist es völlig unerheblich, was die Vorgaben auf der Banderole sind - man strickt eine möglichst große Maschenprobe in glatt rechts oder dem gewünschten Muster aus der gewünschten Wolle in der gewünschten Festigkeit/Lockerheit. Im Zweifel strickt man so lange Maschenproben in verschiedenen Nadelstärken (und wäscht diese etc), bis einem das Maschenbild gefällt.
Für mich war es nicht ganz einfach, mich auf eine Nadelstärke festzulegen - im Endeffekt habe ich mich aber doch für die etwas festere Probe mit der etwas kleineren Nadelstärke entschieden - Merino neigt zum Ausleiern und Pillen, beides kann mit festerem Maschenbild etwas kontrolliert werden.

Dann kommt das schönste: statt halbe und viertel Maschen auf x Zentimeter zu zählen, markiert man einfach die "aussagekräftigste Stelle im Gestrick - wo die Maschen nicht vom Rand oder den Nadelstärken-YarnOver-Markierungen verzerrt sind - und misst die Zentimeter bzw. inch auf ganze Maschen und Reihen - auf dem Lineal sind nämlich schon Unterteilungen!
Zuguterletzt gibt man die Maße in sein Swatch-Profil ein, füttert die Banderolen-Maße zur Lauflänge dazu, und kann auch noch Größe und Gewicht des Gesamtswatches eingeben.
Auch die verwendete Stricknadel kann man angeben - also nicht nur eine Nadelstärke aus dem Dropdown-Menü, sondern persönliche Spezifika wie "gelbe Lieblingsnadel" oder "Holz" etc. Irgendwann soll es auch möglich sein, verschiedene Mustersätze für ein und den selben Pullover zu verwenden - z. B. Ärmel mit Zopf - aber bisher kann die Software das noch nicht. Trotzdem spiele ich mit einem klassischen hugs-and-kisses Zopf herum, den ich irgendwo auf dem Pullover unterbringen möchte. Wie genau, weiß ich noch nicht. Ich möchte es eigentlich XXL-mäßig, bin aber unsicher, wie man einen extragroßen, vielmaschigen, weichfallenden Zopf gestaltet. So wie hier links im Bild jedenfalls nicht.
Aber sobald ich das herausgefunden habe, könnte ich eigentlich loslegen, und mir meine eigene, ganz persönliche Anleitung zusammenbasteln.
Kann sich nur noch um Wochen handeln.
Bis dahin gibt's ja auch noch Socken...


Kommentare:

  1. Danke, für diesen informativen 1. Einblick. Ich sehe "grüne" Zeiten auf uns zukommen.
    LG Tine

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  2. Knitalong, Knitalong! Aber jetzt hast du ja schon angefangen... Mir gefällt die Farbe deiner Maschenprobe ;) Jetzt fühle ich mich gleich so angesteckt meinen Strang zu wickeln und auch loszuswatchen. Aber ich weiß nicht, was für ein Muster... Vielleicht nehme ich für den Anfang ganz langweilig glatt rechts?

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    1. Oha - bis ich wirklich richtig anfange, das dauert noch eine ganze Weile!
      Ich bin immer noch mit Musterswatches beschäftigt. Und Weihnachtsgestrick. Und Socken. Einem Knitalong ab Januar steht also nichts im Wege...

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    2. Januar hört sich gut an :)

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