Montag, 9. Dezember 2013

CustomFit Dilemma. Still swatching...

Das Tolle an CustomFit ist ja, dass man genau den Pullover stricken kann, den man sich schon immer vorgestellt hat.
Das Problem dabei ist natürlich, dass man
1. sehr genau wissen muss, was man sich wünscht
und
2. das technische Wissen haben muss, die Vorstellung umzusetzen.

Problem 1 ist schwierig genug, aber ich habe meine Vorstellung ja schon ziemlich eingegrenzt.

a) grün
b) lange Ärmel, lockerer aber körperbetonter Sitz (also nicht kastig sondern mit leichter Taillierung und eingesetzten Ärmeln. Das sind hier nicht die 1980ger)
c) weiter, halsferner Cowl-Rollkragen
d) tiefes Rippenbündchen an den Ärmeln. Also bis zum Ellbogen ungefähr.
Mustertechnisch soll es eigentlich relativ schlicht bleiben.
Nur an der Vorderseite in der Mitte möchte ich einen einzelnen, ganz dicken, weichen Zopf. Mindestens 10 über 10 Maschen breit, und auch nicht irgendein Zopfmuster, sondern ein sogenanntes oxo-Muster - auch "hugs and kisses" genannt, weil die "o" im angloamerikanischen Kürzelsystem für Umarmungen, die "x" für Küsse stehen. Das kommt sogar noch aus der Zeit, als man noch echte Briefe schrieb, und ich hätte gerne -nein: ich brauche- einen Kuschelpullover ganz im Zeichen von "portable love". In Grün. Ich erwähnte das Grün schon.

So weit so gut.
Leider habe ich keine Ahnung, wie ich diesen dicken Zopf hinbekommen soll (außer mit sehr viel dickerer Wolle.): Klassisches Verzopfen bei dieser Maschenzahl ist zwar möglich, verzieht den Pullover aber so stark, dass man das Muster gar nicht erkennen könnte. Mogeln, und die zu verzopfenden Maschen heimlich auf der falschen Seite nacheinander länger stricken führt zu enormen Löchern im Pullover. Der Vorschlag einer Kollegin, statt Zöpfen Ixe und Uus aus linken und rechten Ab-bzw. Zunahmen zu basteln funktioniert auch nicht - das Gestrick beult durch die Richtungswechsel aus.
Mein Problem liegt also im Bereich 2: technisches Wissen.

Und jetzt?
So weit kann ich nur sagen, dass ich gefühlte 15 Musterswatche gemacht und (unfotografiert) wieder aufgeribbelt habe. Die Wolle verträgt das Ribbeln und Neustricken erfreulich gut.
Hat noch jemand einen Vorschlag?
Oder muss ich mir etwas anderes überlegen?

Kommentare:

  1. Hallo Frau P.,
    Danke fürs Lob :-)
    Ich brauche Name + Adresse der Schwägerin per PM und dann mache ich ihr mal "Feuer unter dem Hintern" :-) :-)
    ENDE SCHERZ
    Was Dein Problem mit dem oxo-Muster angeht, hast Du mich aber schön aufs Glatteis geführt. Ich hatte sofort die Lösung parat, denn ich kenne ein Muster das sich OXOX-Muster nennt. Vertan, vertan. Bei näherer Betrachtung der verlinkten Seite ist klar, dass es sich genau darum handelt. Sorry! Andere Zopfmuster hätte ich sehrwohl, aber keine Lösung für das gewählte Problem.
    LG Tine

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    1. ach wie schade...
      aber das Internet ist ja groß. Vielleicht findet sich ja noch jemand mit Ideen.
      Ansonsten gibt es natürlich andere Möglichkeiten, xox unterzubringen. Flächendeckend als kleines Zopfpanel beispielsweise. Oder sporadisch über 4r1l-Rippen verteilt. Oder...

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  2. Hallo liebe Projektmanagerin,
    das ist echt ein Problem. Ich fürchte, je mehr Maschen der Zopf bekommt, desto mehr wird er beulen Wie wäre es statt dessen mit zwei parallelen xox-Zöpfen über jeweils weniger Maschein, etwa wie bei der XOX Vest von Amy King (bei ravelry)? Und dann eben das tun, was man sich sonst bei Wolle eher verkneift: Platt dämpfen. Liebe Mitleser, bitte steinigt mich jetzt nicht ... ;-) Bei dem Modell von Amy King finde ich auch den Übergang zum Halsausschnitt sehr gelungen. Wie wäre es, wenn du den Cowl-Kragen separat strickst - dann kannst du ihn tragen oder auch weglassen.
    Alternativ fallen mir dann höchstens noch "falsche Zöpfe" im Sinne von verdrehten Maschen (twisted stitch patterns) ein. Gute Quelle wäre hier Barbara Walker oder hier: http://www.knittingfool.com/StitchIndex/Alpha.aspx

    Liebe Grüße
    Schokosanne

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  3. Mh, was mir spontan dazu einfällt (allerdings sag ich lieber gleich, dass ich keine Ahnung hab, ob es funktioniert) ist die Zöpfe nachträglich einzufädeln. Also ein Paneel mit Löchern stricken und nach Fertigstellung überdimensionale I-cords (bzw. flach gestrickte Streifen) durch die Löcher fädeln. Im Prinzip so, wie bei dieser Weste: http://www.ravelry.com/patterns/library/steingraues-strickmieder-flotte-strickmieder
    Theoretisch müsste das funktionieren, ob es in der Praxis auch klappt, keine Ahnung:-s
    Liebe Grüße, Nadine

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  4. Liebe Projektmanagerin!

    Dass der Zeopf sich zusammenzeiht, ist doch normal bei Zopfmuster. Ich kann mir nciht vorstellen, dass das mit dem hugs and kiss zopf nicht funktionieren sollte. In der vorderen Mitte ist der Zopf ja dann rechts und links eingebettet in eine Fläche aus glatt rechts oder ähnlichem.
    Klar, dass sich das Musterfleckerl zusammenzieht. Dafür musst du eben rechnen, wieviele Maschen du brauchst für den Zopf beim gewünschten Pullover. Ich habe hier eine Variante von hugs ein kisses Zopf, der geht über 12 Maschen.


    liebe Grüße
    Monika

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  5. .... soweit ich mich erinnere wird in dem Wikinger-Musterbuch von E. Lavold für den Zopf 1 Masche zugenommen, damit sich das nicht zusammenzieht. Ich schau heute abend mal nach (wenn ich noch dran denke).
    Viele Grüße
    Adelheid

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