Montag, 28. Dezember 2015

FO und Fazit: Filzpantoffeln.

Da war doch noch was.
Vor lauter Adventskalender und Weihnachtsüberraschung habe ich Euch die fertig gefilzten Filzpantoffeln vorenthalten.
Wir erinnern uns:
Das war der letzte Stand.
Zwei fertige Pantoffeln mit hübsch-dekorativen Schleifchen. Zum Vergleich meine schon etwas abgetragenen Kaufpantoffeln, bei denen man immer über die Kordeln stolpert und die aus irgendeinem Grund einen farbigen Velourlederaufnäher mit dem Namen des Versandhandels auf der Sohle haben, der einem dann zwei Jahre lang die Socken verfärbt. Letztere entsprechen einer Schuhgröße 40.
Die Pantoffeln wirken nicht nur übergroß, sondern vor allem auch überbreit. Aber angeblich schrumpft das Ganze noch dolle zusammen.
Wommadommasehn.
Zusammen mit einem Paar Jeans kamen die Pantoffeln bei 60 Grad in die Waschmaschine. Wenn man sie post-facto noch feucht herauszieht, sind nur noch minimale Korrekturen durch Ziehen, Zerren und Zurechtzuppeln möglich. Man kann sie sofort anziehen, sogar feucht sind sie mollig warm. So sieht das dann aus.
Das Gewebe ist dicht, erstaunlich haarig, und in der Tat deutlich geschrumpft. Allerdings weniger in der Breite, als in der Länge.
Zum Vergleich wieder die oben erwähnten Kaufpantoffeln. Ich schätze meine Filzobjekte auf eine klumpfußtaugliche Größe 39 - damit wären sie für mich eher etwas zu klein. Die Weite finde ich tatsächlich nicht soo störend, da ich in meinen Pantoffeln häufig Socken trage und die Wolle genug "Reibungshaftung" aufweist.
Allerdings sind die Pantoffeln ohnehin nicht für mich bestimmt.
Nein, auch nicht für fremde Bloghunde. Sorry.
Sondern für die Freundin in der Berliner Altbauwohnung, die ja notorisch fußkalt sind und deren abgezogene Dielen nach Filzpantoffeln geradezu schreien... Sie hat etwas kleinere Füße als ich, also könnte das hinkommen. Kurz überlege ich, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden genug bin - optimal ist es wie gesagt durch die Überbreite nicht - um sie zu verschenken, aber ich denke, das geht.
Ab ins Päckchen damit!

Und für uns das Fazit:


Das Muster:
Die Pantoffeln sind nach einer englischen Kaufanleitung entstanden, die ich übersichtlich und gut geschrieben fand. Die "komplizierteren" Schritte wie Biesen und das Aufnehmen der Maschen von der Sohle sind zudem anschaulich bebildert. Den Preis von derzeit fast 8 Euro finde ich dennoch ganz schön happig und eher an der Obergrenze, da gibt es in 12 Größen skalierte Zopfpullover für weniger Geld. Gestrickt wird fast durchgehend im Perlmuster, wodurch der Filz noch dicker wird. Nach Fertigstellung der Sohle werden rundherum Maschen für die "Seitenwände" aufgenommen. Die Ferse wird dank verkürzter Reihen etwas höher, die Vorderlasche wird ebenfahls mit verkürzten Reihen gestrickt, ganz ähnlich wie eine eingestrickte Armkugel. Am besten gefallen mir die Biesen, die nicht nur ein optisches, sondern wohl auch ein strukturelles Element darstellen und dem Pantoffel eine stabile Form verleihen. Die Schleifen kann man für weniger "mädchenhafte" Pantoffeln leicht weglassen.
Technik:
Wie erwähnt: Perlmuster, Biesen, verkürzte Reihen. Nicht unbedingt für Anfänger, aber auch nicht schwer.
Die Wolle:
Filzwolle gibt es ja in vielen Farben und Qualitäten - die Lana Grossa Feltro zeichnet sich dadurch aus, dass sie meiner Meinung nach besonders weich ist und in schönen Farben daherkommt. Dafür ist sie auch etwas teurer - ich habe ca. 3,70 Euro pro Knäuel bezahlt. Außerdem hieß es, dass sie besonders dicht filzt, und das kann ich bestätigen, auch wenn sie "haariger" als erwartet wurde. Da sie in der Länge aber deutlich mehr eingeht als in der Breite, hätte ich die Sohle wohl über weniger Maschen stricken können - vielleicht alles drei-vier Maschen schmaler.
Die Lätt Lopi, die ich als Kontrastfarbe verwendet habe, ist dagegen geradezu stachelig, hat aber den Vorteil, genau die doppelte Lauflänge zu besitzen, sodass ich sie doppelfädig dazu verarbeiten konnte. Und natürlich filzt sie auch.
Änderungen:
Ich habe für jeden Fuß zwei Sohlen gestrickt und diese beim Maschen aufnehmen für den Fuß zusammengestrickt. Also beide Sohlen aufeinander gelegt und die Maschen durch beide Sohlen hindurch aufgenommen. Das würde ich wieder tun, extra dicke Sohlen können bei Pantoffeln nicht schaden - mehr Wärme, mehr bequem, längere Haltbarkeit. Außerdem habe ich die Biesen-Wülste farblich abgesetzt. Einfach neue Farbe ansetzen und beim Zusammenstricken wieder die Hauptfarbe nehmen. Der Rest ging ganz nach Vorschrift. 
Die harten Fakten:
Vintage Slippers by Anna Meier


angefangen: 6. Dezember 2015
fertiggestellt: 15. Dezember 2015
Garn: Lana Grossa Feltro in 025 (dunkelgrau), Istex Lätt Lopi in 1404 (türkis)
verbraucht: knapp 4 Knäuel Feltro, etwa halbes Knäuel Lätt Lopi (Rest)
Größe/Maße: fertig: etwa Größe 39, aber Überweite
Nadeln: Chiaogoo 5,5cm
Maschenprobe: hätte ich wohl mal machen sollen
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: etwa 15 Euro für das Garn, fast 8 Euro für die Anleitung.

1 Kommentar:

  1. Wieso sitzt dieses Tier jetzt knurrend und zähnefletschend neben mir?
    Guten Rutsch und viel Gesundheit wünscht
    Tine + Anhang

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