Montag, 4. April 2016

Schäfchen in Sepia... FO und Fazit.



Ostern ist vorbei und draußen wird es langsam grüner, blumiger und wärmer. Auf Twitter kann man diverse Landwirte beim landbewirtschaften verfolgen und auch den einen oder anderen Schäfer dabei beobachten, wie die Lämmchen geboren werden - wenn einen das denn interessiert.
Auch ich habe einige Schäfchen ans Licht gebracht, seitdem ich das letzte mal online war. Hier sind sie!
Das Muster:
Die Anleitung für den Sheep Yoke Baby Cardigan von Jennifer Little ist kostenlos und auch nicht mehr ganz neu. Tatsächlich habe ich sie schon viele Jahre in meiner "Library" oder zumindest unter meinen Ravelry-Favoriten. Dabei handelt es sich allerdings mehr um ein "Rezept" als eine richtige auformulierte Anleitung, man kommt sicherlich besser klar, wenn man schon einige Strickjacken gestrickt hat.
Diese Jacke wird von oben über eine runde Schulterpasse nach unten gestrickt. Nach dem Körper stellt man die bis dato stillgelegten Ärmel fertig und schließt das ganze mit den Knopfblenden ab - im Endeffekt wie ein RVO, nur eben mit Rundpasse, also anders- willkürlich- verteilten Zunahmen. Maßzeichnung gibt es nicht, und die beiden in der Anleitung angegebenen Größen (6 Monate und 12 Monate) ergeben sich nur durch unterschiedliche Woll- bzw. Nadelstärke. Für ein solches "Rezept" würde ich tatsächlich auch kein Geld (mehr) bezahlen. Die kreative Eigenleistung der Designerin besteht im Entwerfen und Platzieren der Schäfchen auf der Rundpasse - hier allerdings bin ich von der Anleitung abgewichen und habe mich an der Version einer anderen Strickerin orientiert: Mootthing's Sepia Sheep stammen von 2009 und ungefähr so lange habe ich auch schon vor, ihre Version irgendwann einmal nachzustricken.
Technik:
Die Art der Zunahmen wird nicht vorgeschrieben, ich habe aus dem Querfaden meist linksgerichtete Zunahmen gestrickt (m1L). Man kann die Schäfchen "stranded" oder als Intarsia stricken - ich habe letzteres ausprobiert und die Köpfe und Füße aufgestickt. 

Das fand ich schwieriger, als es aussah, aber mit dem Ergebnis bin ich eigentlich ganz zufrieden.
Die Wolle:
Gestrickt habe ich mit der geliebten Lana Grossa Cool Wool in beige, braun und weiß. Dazu ist eigentlich schon alles gesagt - schöne Wolle, weich und zuverlässig in der Qualität.
Änderungen:
 Wie immer habe ich falsche Seitennähte mit Linksmaschen eingestrickt. Die Anpassung des Musters in Farben und auch den Zaun nach der Version von mootthing hatte ich erwähnt. 
Außerdem habe ich ein schwarzes Schaf hinzugefügt. In jeder Herde gibt es ein schwarzes Schaf. Den hellen Kopf vom schwarzen Schaf habe ich in einer anderen Sticktechnik versucht - von weitem sieht das besser aus als hier im Detail. Es war ein Versuch.
Insgesamt finde ich die Jacke ganz süß, auch wenn das Intarsiastricken mir (noch) nicht sehr liegt. Man sieht schon, wie unregelmäßig das Maschenbild in der Region ist - aber was solls. Ein paar mal Waschen und Möhrenbrei drauf, und niemanden wird es mehr interessieren.
Bei der Ärmellänge habe ich mich übrigens an die Angaben der Anleitung gehalten, aber sie wirken schon eher kurz. Hochkrempeln muss ich sie sicherlich nicht. Egal, das Kind wird sicherlich irgend ein langärmliges T-Shirt/Body darunter tragen.
Die harten Fakten:
Sheep Yoke Baby Cardigan by Jennifer Little
angefangen: 11. März 2016
fertiggestellt:  24. März 2016
Garn: Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein in beige (526), dunkelbraun (436) und weiß (431)
verbraucht: beige, dunkelbraun, weiß
Größe/Maße: 6-12 Monate
Unterbrustweite : 24 cm
Bund - Achsel: 20 cm
Bund - Schulter: 30 cm
Armbund- Achsel: 15 cm
Armbund- Schulter: 25 cm

(Das entspricht erstaunlicherweise ziemlich genau den Maßen von "Harvey".)
Nadeln: Chiaogoo 3,5 mm (3,75 mm für die Ärmel)
Maschenprobe: 23M x 32R
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 5 Knöpfe
Kosten: Tja. Cool Wool kostet im Schnitt 4,50 Euro - etwa drei Knäuele, plus Knöpfe... 15 Euro, ungefähr?

Kommentare:

  1. Liebe Frau P.,
    jede Familie braucht ihr „schwarzes Schaf“ und hier handelt es sich um ein besonders hübsches. Das die armen Tiere eingezäunt sind findet der vierbeinige Mitbewohner nicht gut. Er starrt hier auf den Bildschirm und knurrt: „Ich will da rein. Ich muss da rein“. Er ist ein Hütehund - so zur Beruhigung der kleinen Schäfchen. Es besteht also kein Grund sie in den Stall zu holen.
    Und dafür, dass ich der absolute Nicht-Intarsien-Fachmann bin (ich stricke schon jahrelang keine :-)) finde ich sie nicht schlecht.
    LG Tine

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    1. Liebe Tine,
      Vielen Dank!
      Der Hund kann beruhigt werden: die Schafe sind m. W. alle AUßERHALB des Gatters. Der Hütehund ist nicht im Bild, aber natürlich unerlässlich.
      :-)

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