Dienstag, 11. Oktober 2016

FO: Bretonische Norwegerreste.

Dieser Blog startete 2010 mit dem Norwegermarathon - vier kleine Norwegerpullover für die damals vorhandenen Neffen und Nichten, zwei rote für die Mädchen, zwei blaue für die Jungs. Das ist sechs Jahre her, und ich bin gespannt, ob es ein oder zwei der Pullover wohl wieder zurück in diesen Haushalt schaffen - die ursprünglichen Neffen und Nichten sind jedenfalls längst herausgewachsen... und die drei "Nachgeborenen" sind ja auch versorgt...
Jedenfalls lagen hier noch immer einige Wollknäuele der damaligen Aktion herum, gerade genug für einen ganz kleinen Pullover.
Hoffte ich zumindest.
Daher hatte ich mir, als wir Ende September in wunderbarem Spätsommerwetter unseren ersten Urlaub zu dritt genossen, diese Restknäuele eingepackt: 1 angebrochenes rotes, weißes und zwei volle blaue.
Wenn man nicht weiß, ob die Wolle reicht, ist Raglan von Oben immer eine gute Idee. Im Zweifel bekommt der Pullover eben kurze Ärmel. Und wenn von keiner Farbe genug da ist, dann eben Streifen.
Und so entstand ein kleiner Pullover im bretonischen Stil:
Das angefangene rote Knäuel hat - wie gehofft - genau für die Schulterpasse gereicht, die wegen der Öffnung entlang der linken vorderen Raglannaht in Reihen gestrickt wurde. Mit den letzten Metern Wolle habe ich die vordere "Naht" mit einem I-Cord-Abschluss versehen, in den drei Knopflöcher eingearbeitet sind. Der Untertritt besteht aus 8 Reihen kraus rechts in blau.
Ab hier geht es in Runden weiter, immer zwei weiß, 8 blau. Die Bündchen haben vier zusätzliche Runden - eine für den Farbwechsel, eine mit Hebemaschen bei jeder zweiten Masche, die dann in der nächsten Runde rechts gestrickt werden - das gibt einen schönen Übergang ins rechts-links-Bündchenmuster, das zudem eine Nadelstärke kleiner gestrickt wurde. Nach 8 Runden dann zwei Vorbereitungsreihen für den Rollsaum (Italian oder Tubular Cast-off), der mir auch erstmals gelungen ist, d.h. tatsächlich elastisch geworden ist...
Knöpfe dran - fertig!
Als Orientierung diente mir für die Maschenanzahl und weitere Maße wieder der Scrap Sweater for the Small ones von Yarn-Madness, den ich auch schon für das (ups. unbebloggte) Geisterschiff und den Hasenherzpullover verwendet habe. Ich muss mir nur endlich mal merken, dass die Maße extrem klein ausfallen (oder Yarn-Madness nur sehr zierliche Babys kennt). Jedenfalls habe ich von der Weite "12 Monate" genommen, mich in der Länge aber an die "6 Monate" gehalten, da er ja jetzt passen soll. Passt auch, ziemlich genau - aber die Ärmel hätte man auch noch länger machen können... Und dabei ist Junior erst 4 Monate alt...
Egal. Die Karisma ist eher kratzig, und auf die Weise ist auf jeden Fall immer ein Stück Body-Ärmel zwischen Pulli und Babyhaut. Das ist vielleicht sogar praktisch. Wir finden das Pullöverchen jedenfalls sehr fesch. Und warm ist er auch. Alles richtig gemacht.

Edit 1.11.16
Ich habe die Ärmel um einen Streifensatz verlängert und alle Bündchen doppelt lang gemacht. Besser ist das. Maße wurden unten angepasst.

Die harten Fakten:
angefangen: 9. September 2016
fertiggestellt: 23. September 2016
Maschenprobe: 21 M x 34 R = 10x10cm
verbraucht: 40g rot, 10 g weiß, 85 g blau = 135g
Größe/Maße: 48 cm Unterbrustweite, 18 cm Saum-Achsel, 30 cm Saum-Schulter, Ärmel 16cm Saum-Achsel (10 cm + 6 cm Bündchen)
Nadeln: Chiaogoo Red Lace mit Twist-Seilen 4mm und 3,5 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 3 Knöpfe
Kosten: alles Reste

1 Kommentar:

  1. Doch, sehr fesch der Pullover! Wie alles andere, was du für den Junior strickst und nähst.
    Nicht nur Babies, sondern auch Kinder sind in der Grösse sehr variabel - und wachsen schneller als man immer annimmt. ich sollte auch mal ein paar Ärmel verlängern, bzw. neue Pullover stricken - Töchterchen hat im moment nur einen (!!!) Strickpulli im Schrank.

    LG
    Connie

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