Donnerstag, 1. Dezember 2016

Advent, Advent.

"...wisst Ihr noch, im vorigen Jahr,
wie's in der Adventszeit war?"

Ich hatte zwar die Ornamente für gleich zwei Adventskalender gestrickt, aber keine Zeit mehr gehabt, mich mit dem eigentlich dafür vorgesehenen Wandbehang zu befassen. Schließlich müssen die Ornamente ja auch an einen Baum gehängt werden...

Und weil mein Patenkind im Oktober endlich getauft wurde, wollte ich ihr einen fertigen Kalender mitbringen - rechtzeitig. Das ist mir auch gelungen!
Voilà!
Ich habe in einem Online-Shop ein Quiltpaket Weihnachstoffe gekauft und daraus einen Wandbehang genäht, auf den ein mit Volumenvlies unterlegter Baum appliziert und Taschen für die Ornamente festgenäht sind. Leider sind die Farben der Stoffe beim vorherigen Waschen extrem ausgeblutet, sodass ich farblose Stellen in den Knickfalten hatte, vor allem bei den beiden Sternenstoffen - wirklich sehr ärgerlich. Ich habe versucht, daraus ein Designelement zu machen und hoffe, es fällt nicht allzusehr auf, aber ich hatte keine Zeit, neuen Stoff zu besorgen.
Die vier Taschenstreifen bestehen aus je einem Stück und sind mit fester Vlieseline verstärkt. Falten geben genug Tiefe für den Inhalt, der allerdings nicht sehr geheim ist. Ich fand das bei einem wiederverwertbaren Kalender nicht so wichtig, da man ja spätestens im zweiten Jahr weiß, was kommt... Außerdem gibt es einen Geschenkbandstreifen, auf den ich mit der fantastischen neuen Nähmaschine die Nummern aufgestickt habe...
Der Baum hat 24 Knöpfe, an die man nach und nach die Ornamente hängen kann.
Etwa so.
Am oberen Rand gibt es vier Schlaufen für die Aufhängung, die hier an unserem Schrank noch etwas improvisiert ist.

Am besten gefallen mir die ungeplanten Sachen, die ich auf die schnelle improvisieren musste, um Fehler zu überdecken - in diesem Fall die Pakete unter dem Baum. Die wurden nämlich erst nötig, weil der Baumstamm völlig schief und unzentriert appliziert war.
Hier hatte ich plötzlich sogar Platz für eine Widmung und das Datum. :-)
Insgesamt ist der Kalender unerwartet groß geworden, aber ich habe mir sagen lassen, das Patenkind sei hocherfreut... Ich nehme an, jüngste Geschwister sind immer froh, wenn sie etwas eigenes, nicht-geerbtes bekommen.

Für unseren eigenen Kalender hatte ich dann weder Stoffe noch Energie übrig. Er ist daher viel einfacher und schlichter geworden, und, wie ich finde, leider auch viel krüppeliger...
Der stilisierte dreieckige Baum ist aus grünem Cordstoff auf einen alten weißen Tischläufer appliziert (Upcycling ftw!) und mit einer Girlande aus roter Zackenlitze verziert. Die Knöpfe sind gelbe Sternchen. Statt Taschen sind die alten, vor Jahren gekauften Beutelchen an den Seiten festgeklemmt. Der Läufer wurde einfach gedoppelt und an den Seiten und unten zusammengenäht um die Rückseite zu verbergen. Dabei habe ich oben genug Platz gelassen, um eine Stange mit zwei Ösenschrauben für die Aufhängung durchzuschieben.
In meinem Kopf war das ganze nicht so ... schief? unproportioniert? amateurhaft? gedacht gewesen. Der Baum hätte bspw eine Spitze gehabt. Aber irgendwie hat das ganze einen gewissen Retro-Charme. Nun ja. Vielleicht versuche ich es nächstes Jahr/irgendwann nochmal mit höheren technischen Fähigkeiten. Oder wir gewöhnen uns daran.

Ich wünsche Euch eine geruhsame Adventszeit, lieber Leserschaft!

1 Kommentar:

  1. Liebe Frau P.,
    sie haben eine fantastische Nähmaschine, die womöglich selbständig näht? Wieso ist mir das damals durchgegangen? Hätten sie sich neue Stricknadel zugelegt, ich hätte das Datum im Kopf :-D
    Ansonsten finde ich auch die „krüppelige“ Variante schön. Eine „Familien-Schönheit“, die ihren Platz in der Adventszeit verteidigen sollte.
    Liebe Grüße
    Tine

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