Dienstag, 24. Oktober 2017

Laufen lernen. Leder nähen.

Ein Kind, das laufen lernt, braucht erstmal keine Schuhe.
Soweit sind sich alle einig: barfuß ist am besten!
Ab jetzt kommen die Ausnahmen, die in unserer modernen Welt so gelten -und die dem Schutz zarter Babyfüßchen vor Scherben, Unrat und allzu kalten Temperaturen dienen.
Dafür gibt es dann Lederpuschen.
Und dafür kann man in Windeseile wirklich erstaunlich viel Geld ausgeben.
Oder an die Kiste mit den Lederresten gehen und das Internet befragen.
Ich habe es, weil ich ja immer alles anders machen muss, mit einem etwas ungewöhnlichen Schnürstiefelprojekt versucht, nämlich den "Modern DIY Leather Baby Boy Boots" - einer kostenlosen Anleitung von Delia Creates.
Wobei Anleitung es natürlich nur so halb trifft - eher so Hinweise.
Ich habe bisher zwei Versionen genäht, die beide nur so halb super sind.
Bei der ersten Version in braun habe ich mich ganz genau an die Anleitung gehalten, aber es sieht merkwürdig aus, wenn die Naht außen liegt, das Füttern der Schuhe mit Filz/gefilzter Wolle war meines Erachtens auch nicht nötig und für die korrekte Platzierung der Ösen für die Schuhlöcher gibt es auch keine Markierung.
Bei der zweiten Version in blau musste ich zudem die Schuhgröße ändern. Ich habe dazu eine andere Puschenanleitung genommen und die Sohle in der richtigen Größe gewählt. Man kann natürlich auch einfach um einen ruhig stehenden (hahahahahah) Babyfuß herummalen. Und dann habe ich das zweite Schnittmusterteil in der Mitte auseinandergeschnitten und um ca 4 cm verlängert.
Auf der Sohle habe ich markiert: a) die vordere und hintere Mitte sowie b) den Beginn und die seitliche Mitte. Dann wird es beim dreidimensionalen Stecken und Nähen etwas einfacher.
Die rauhe Seite der Sohle soll aussen sein. Den Rest des Schuhes wollte ich in Glattleder. Man muss sich vorher merken, was jeweils die "rechte" und was die "linke" Seite werden soll - Hauptsache, man hat je zwei gegengleich Teile.
Leder kann man nicht gut mit Stecknadeln heften - zum einen ist das oft dick und mühsam, zum anderen bleiben die Löcher sichtbar. Besser sind solche Klammern. Wäscheklammern gehen auch.
Man beginnt am Start: Die Sohle hat auf der inneren Mitte eine Markierung, die der unteren Kante des "Hakens" entspricht. Dann einmal rundherum, bis der gerade Teil den Anfang um etwa 2 cm überlappt. Bei der Sohle liegt die rauhe Seite oben, beim zweiten Schnittteil auch.
Mit Ledernadel und Lederfüßchen einmal rundherum steppen. Langsam in den Kurven, dann wird das auch was. (Bei meinem linken Schuh ist die Ferse leider zu eng geworden. Das sitzt ganz schlecht.) Naht zurückschneiden und wenden.
Für den zweiten Fuß wiederholen und schon sehr zufrieden sein.  Allerdings klafft die Öffnung doch sehr auf, was dazu führt, dass der Schuh sofort vom Fuß rutscht (oder gezogen wird). Als Befestigung muss man sich irgendwie an den gegenüberligenden Fußrückenteilen zwei Punkte markieren und Ösen durchjagen.
Mein Schnürsenkel ist aus Elastikband und etwas frickelig am Anfang und Ende festgesteppt.
Mit diesem zweiten Paar bin ich schon relativ zufrieden. Wie gesagt, die linke Ferse ist zu schmal, der ganze Schuh ist dadurch zu eng und passt nicht gut - eigentlich müsste ich das nochmal machen.

Aber - natürlich trägt Junior ohnehin nie Schuhe. Im Haus maximal Stoppersocken (auch die sind eine Zumutung). Und für das reale Herbstwetter da draußen gab es neulich die ersten "richtigen" Lauflernschuhe. Mit Sohle und allem drum und dran.
Ich glaube, wir müssen bald einen Kredit aufnehmen.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

FO und Fazit: Lavandin Pullover in petrol.

Ein Pullover ist fertig geworden, ganz neu und frisch von den Nadeln...
Mit Einbruch des Herbstes, also irgendwann Anfang August, fiel mir wieder einmal auf, dass Junior wächst wie Unkraut, der Sommer wohl dieses Jahr nicht mehr kommen würde, und das arme Kind nur einen einzigen warmen Wollpullover im Schrank hat. Skandal!
Gut, da sind noch einige Pullunder, und Genscher passt auch noch sehr gut, aber der warme Winterpullunder wird eindeutig zu kurz, und man braucht ja auch was mit Ärmeln.
selbst wenn das Bündchen nicht hochklappen würde (grrr), wäre das zu kurz
Der rote Laurits war zu diesem Zeitpunkt der einzige Wollpullover. Inzwischen ist ja auch der grüne Laurits hier wieder angekommen, und wird fleißig getragen. Aber das wusste ich Anfang August noch nicht, und so entschloss ich mich zur Adaption eines hübschen, klassischen Pullovers aus meiner geschätzten Bouton d'Or No 14. Auch wenn diese Zeitschrift inzwischen gute 10-12 Jahre alt ist, sind die meisten Modelle so klassisch, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes zeitlos sind.
Hier jedenfalls wollte ich mich an einem einfachen Zopfpullover des Themas "Lavandin" versuchen.
Und natürlich alles Klimbim weglassen - was soll das mit den drei Farben? Kann man machen, wenn einem das Garn ausgeht, sieht dann aber nicht besser aus.
Als Garn wollte ich wieder die Merinowolle von Fairalpaka verwenden, ein wirklich schönes Garn, weich und günstig. Zufällig *hust* hatte ich 300g in "Deep Ocean" - einem dunklen, leuchtenden Petrol - im Stash.
Da dieses Garn etwas dünner ist als das Original, musste ich umrechnen, aber glücklicherweise lagen ja dank der Lauritse genügend aussagekräftige Maschenproben vor. Und auch für die anderen geplanten Änderungen fühlte ich mich inzwischen erfahren genug. Es konnte also losgehen.
Das Muster:
Der Pullover "Lavandin" ist ein klassischer Aran-Pullover - Rundhals, mit einem schönen, keltischem Zopf auf der Brust und eingesetzten Ärmeln.
Wenn das Muster einmal richtig aufgesetzt ist, ist das nicht schwer, ein:e Anfänger:in kann das als erstes Zopfprojekt gut nehmen. Der Pullover wird flach in Teilen gestrickt und am Schluss zusammengenäht, was ich nicht schlimm finde (es gibt ja Menschen, die das hassen). Mich stören die Nähte nicht, und bei Zöpfen mag ich es, dass die Rückreihen in der Regel dumpfes Strick-was-kommt Reihen sind.
Technik:
Der Großteil des Pullovers ist glatt rechts, aber natürlich gibt es gerichtete Abnahmen und einfache Zöpfe. Es hilft, wenn man ohne Zopfnadel zopfen kann, das ist nicht schwer und wird in zahlreichen Videotutorials erklärt.
Die Wolle:
Das fairalpaka Merino-Garn gibt es bisher nur in der Stärke DK, also etwa 120m/50g. Die Farben sind alle babysicher mit ÖkoTex 100 zertifiziert und garantiert mulesing-free (also ohne Tierquälerei). Es wird nur online im 300g Gebinde verkauft, aber das passt für einen Kinderpullover ja ganz gut, und die Reste kann man bei Ravelry oder Facebook tauschen. Dafür ist der Preis unglaublich günstig. Die Farbe kommt übrigens auf keinem der Fotos auch nur annähernd rüber. Sorry. Glaubt mir, dass sie wunderbar leuchtet.
Änderungen:
Da mein Garn aber dünner war als vorgesehen, musste ich mehr Maschen aufnehmen und brauchte etwas, um den Zopf schön zu zentrieren. Im Nachhinein hätte ich die zu verzopfenden Rippen wahrscheinlich auch 3M breit machen sollen, damit das Muster weiterhin etwa ein Drittel der Fläche einnimmt - bei mir sind es höchstens 25% - aber hey - irgendwas ist ja immer.
Ich habe die linke Schulternaht offen gelassen, falls der Kinderkopf zu dick ist, und mit einem einfachen Jersey-Druckknopf verschlossen.
Die Ärmel sind von oben eingestrickt, weil ich mir die Umrechnerei mit der Armkugel nicht antun wollte, und weil es immer besser ist, wenn man (wie auch hier geschehen) doch noch ein paar Zentimeter Ärmellänge anstricken will.
Dazu merken: rund um das Armloch nur jede zweite Masche aufnehmen, und dann mit short rows bis zur Achsel die Armkugel einstricken. Dann entweder in Runden, oder wie ich in Reihen fertig stricken (Nahtmaschen nicht vergessen). 
Mit der nachträglichen Verlängerung der Ärmel bin ich richtig unzufrieden, und vielleicht ändere ich das auch noch einmal. Tatsächlich habe ich meinen eigenen Berechnungen nicht geglaubt, sonst hätte ich von vorneherein 10 Bündchenreihen mehr gestrickt. Grmpf. Wenn man keine Lust hat, die Abkettkante wieder ordentlich aufzudröseln, dann sieht das halt sch...lecht aus.
Naja. Umgeklappt geht's halbwegs, und am Kind sieht es ohnehin keiner. Dazu müsste er ja stillsitzen. Merkste selbst.
Schön finde ich, wie das Muster aus den Rippen wächst, auch wenn das heißt, dass man schon beim Aufsetzen des Rippenmusters höllisch aufpassen muss. Leider habe ich beim ersten Mustersatz die Strickschrift falsch gelesen, und zwei Reihen zu spät verzopft, aber das habe ich jetzt als Designelement akzeptiert.

Was mir bei der Anleitung nicht so gut gefallen hat, waren die Abnahmen an den Armlöchern. Drei Maschen vom Rand entfernt ist vielleicht doch etwas übertrieben, das würde ich nicht wieder machen. Und vielleicht liegt es an meiner Umrechnerei, aber nächstes Mal würde ich die Abnahmen über mehr Reihen strecken, statt 3 zusammenzustricken. Das sieht knubbelig aus.
Und mein Halsauschnitt ist zu weit abgekettet und sieht ausgeleiert aus. Aber von diesen Kleinigkeiten mal abgesehen - ein sehr schöner Pullover, der hoffentlich zwei Winter (und den Sommer dazwischen, wenn das so bleibt) gute Dienste leisten wird. 
Junior kann sehr wohl stillsitzen. Dann werden bloß die Fotos nicht schön..

Die harten Fakten:
"Pullover Lavandin" aus der Bouton d'Or No14 (vergriffen)
angefangen:  11. August 2017
fertiggestellt:  19. September 2017
Garn:  fairAlpaka Baby Merino 120 Superwash  (deep ocean heather)
verbraucht: 247 g
Größe/Maße:
Brustweite:  34 cm
Saum bis Achsel:  24 cm
Saum bis Schulter: 39 cm
Halsweite:  13 cm
Ärmel bis Achsel: 22 cm
 Laut Anleitung soll das einem vierjährigen Kind passen. Meinem anderthalbjährigen ist es zwar noch etwas zu groß, aber nun ja. Ich schätze das Ergebnis auf eine bequem-weite 98.
Passt schon, und hoffentlich noch länger
Nadeln: fest gestrickt mit 3mm Chiaogoo Lace Nadeln. 
Maschenprobe:
etwa 27 M auf 40 R = 10x10 cm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, ein Jerseydruckknopf
Kosten: etwa 3,60 Euro pro Knäuel Wolle - ca. 18 Euro







Freitag, 22. September 2017

Laurits und Genscher reloaded.

Der braun-grüne Laurits, den der kleine große Cousin im März zum Geburtstag bekommen hat, passt ihm nicht mehr. Zum einen ist er wohl etwas breiter im Brustkorb als Junior, zum anderen ist er eben auch minimal aber ausschlaggebend acht Wochen älter. Und nicht nur warmblütiger als wir, sondern auch in wärmeren Gefilden wohnhaft, sodass er nicht viel getragen wurde.
Kurzum, wir haben den Pullover gerade rechtzeitig zum Herbstbeginn zurückgeerbt
und somit gibt es jetzt Tragefotos.
Wie man sieht, passt er mit Größe 86 ganz genau, ist aber tatsächlich deutlich schmaler geschnitten als unsere rot-graue Version, die ich deshalb als 86-92 einstufen würde.Wobei dafür die Arme vielleicht nicht lang genug sind. Wir werden sehen.
Vielleicht sollten wir der Fairness halber diese seinem Cousin zum Tausch anbieten?

Als Kontrast zum Baby-Outfit des letzten Posts gibt es jetzt noch einen Beweis dafür, wie sehr die Kleinen schon den späteren Erwachsenen durchblicken lassen - unabhängig, aber durchaus unterstützt durch die Kleidung.
Vielleicht wird hier jemand mal Außenminister?
Der "Genscher"-Pullunder ist jedenfalls eine solide 86, sitzt inzwischen tadellos, und wird, da ohne Ärmel, sicher den Winter über passen.
Wie gut, dass ich "vorgearbeitet" habe!

(Und sobald das neueste Werk geblockt, getrocknet und mit Knöpfen versehen ist, zeige ich Euch, was Junior spätestens nächstes Jahr passen wird.)





Mittwoch, 20. September 2017

FO und Fazit: Zweimal Strampelina, Sommer und Herbst.

Während ich mich so durch die Schnittmuster von Schnabelina nähe, bin ich zunehmend begeistert von ihren detaillierten Anleitungen und den gut sitzenden Schnitten. Und da sie diese für ihre eigenen Kinder entwirft (2 Mädchen, 1 Junge), hat sie auch Schnittmuster für beiderlei Geschlechter. Oder es gibt es die Möglichkeit, selbst augenscheinlich "gegenderte" Schnitte in Unisex-Schnitte zu verwandeln, oder sie sonstwie für beide Geschlechter passend zu machen. (Womit ich sagen will: es gibt sehr viel weniger schöne Jungs-Schnitte. Aber so ist die Mode-Industrie, das gilt ja auch für die Großen.) Und dann auch noch alles kostenlos!

Nehmen wir "Strampelina", ein Strampelanzug/Einteiler, den sie für ihre jüngste Tochter entworfen hat. Wäre er zwei Jahre eher "auf dem Markt" gewesen, hätte ich ihn wahrscheinlich für Mini-Junior in den kleineren Größen auch schon genäht. So sind wir jetzt schon bei der letzten und größten Größe angelangt (von 56 bis 92). Das passt schon, denn irgendwann ist das Baby eben kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind, und dann werden Einteiler zunehmend unpraktisch.

"Strampelina" hat einen hohen Rücken und Rundhalsausschnitt und wird mit Knöpfen oder Drückern nur an den Schultern geschlossen. An die Brustpasse ist eine weite, knielange Pumphose angesetzt, die gekräuselt, mit kurzem oder knöchellangem Bündchen gearbeitet werden kann. Sie kann (gerade in den kleinen Größen) aus elastischen Sweat- oder Jerseystoffen genäht werden, funktioniert aber (für Größere?) auch mit Webware - dann einfach eine Größe weiter nähen. Meine beiden Versionen sind jeweils in Größe 92, Junior trug sie im Sommer mit Größe 80 bzw. jetzt mit Größe 86.

Meine erste Version entstand als leichter Sommer-Spielanzug aus einem alten Herrenhemd, ein bewusstes upcyclen und integrieren von Elementen inklusive.
Die Hemdtasche wurde zur hinteren Hosentasche, 

die Knopfleiste findet sich an den Hosenbeinen

und im Verschluss.
Die Naht an der Passe war mir irgendwie mißglückt, daher habe ich ein Webband darüber genäht.
Die Beine habe ich einfach nur gesäumt. Sie sind sehr weit, aber da sie nur halblang sind, konnte er sich nicht allzusehr darin verheddern.

Die zweite Version ist für kühlere Temperaturen ausgelegt und aus dunkelblauem Feincord mit Stretchanteil. Hier habe ich für den rechten Knickerbockerlook mit schmalen, etwa 2,5cm breiten Bündchen abgeschlossen und sicherheitshalber eine Knopfleiste im Schritt eingebaut, aber eigentlich war das gar nicht nötig. Die Passe habe ich mit einem Ringeljersey gefüttert.
Der einzige Schmuck sind Aufnäher, die es letztes Jahr bei Tchibo gab: auf der Brust eine Piratenmöwe, am linken Knie ein Seepferdchen
und auf den -improvisierten- hinteren Po-Taschen
ein Wal und eine Krabbe. Erst aufgebügelt, dann angenäht - Zickzack auf 1,5mm, Stichlänge auf 0,2, und dann langsam, sehr langsam... Alle Nähte sind von rechts noch einmal füßchenbreit abgesteppt, die Knöpfe sind dunkelblaue Kamsnaps, die bombenfest sitzen.
Das ganze ist vielleicht etwas "babyhafter" als die Sachen, die ich sonst so nähe, aber wahnsinnig süß und vor allem bequem. Durch den leichten Stretch-Anteil geht auch das Ausziehen zum Wickeln schnell und gut. Mit Strumpfhosen und einem langärmligen Body - noch niedlicher finde ich etwas mit Kragen - ist das aktive (noch) Krabbelkind so auch in der kalten Jahreszeit gut angezogen, kann sich gut bewegen und behält warme Nieren, da nichts hochrutschen kann.
Ich denke, davon nähe ich noch eine zweite Version.

Sonntag, 20. August 2017

Tasche nähen. FO und Fazit: Schnabelina Bag.

Nachdem die graue Arya-Tasche recht bald schon weiterverschenkt war, dachte ich lange über eine Alternative nach. Nochmal nähen möchte ich sie schon, aber zweimal gleich ist doof. Außerdem ist der graue Stoff ausverkauft und nur noch in einem (tollen) gelbstichigen Grün da gewesen. Und dazu fehlt mir noch der passende Futterstoff. Das riecht alles farblich nach Herbst, das kann ich jetzt nicht. Das dauert noch.

Stattdessen habe ich mich an die unter der Nähnetzgemeinde schon bewährte Schnabelina Bag gemacht. Das Schnittmuster ist kostenlos, sehr gut und ausführlich bebildert und erklärt, und die Tasche gibt es in vier Größen von "normal" (xs) bis "Sommerurlaub" (xl). Ich habe mich für "Small" entschieden und bekomme problemlos einen DinA4-Block hinein, angeblich passt sogar ein Aktenordner. Die Tasche eignet sich gut für wilden Mustermix und Getüddel - aber das ist mir im Alltag einfach zu bunt. Ich bin ja keine vierzehn mehr. Daher überlegte ich lange hin und her, wie ich meine Stöffchen "zähmen" könnte.

Ich hatte nämlich - ursprünglich für ein ganz anderes Projekt und daher auch in viel zu geringen Mengen - jeweils 30 cm (statt der geforderten 60 cm) aus der Gütermann Serie Long Island (Rhomb blau und den mit den Vögeln und Insekten) hier liegen. Als Futterstoff erwarb ich noch einen Meter "Sterne" aus der gleichen Serie dazu. Und auf einmal hatte ich rosa Reißverschlüsse, pinkes Gurtband und war dabei, völlig gegen mein normales Farbschema auch noch rosa Paspelband zu nähen... Um etwas Ruhe hineinzubringen und die Tasche etwas eleganter zu machen, habe ich Flicken und Taschen aus dunkelblauem Wildleder hinzugefügt.

Was soll ich sagen - mir gefällt es! Auch wenn die Nähmaschine mit teils vier Lagen Leder doch ordentlich zu kämpfen hatte...
Ich habe den tollen "Zip-It"-Einsatz für das Seitenteil genäht, mit dem sich die ohnehin geräumige Tasche noch einmal vergrößern lässt,...
...und die beiden aufgesetzten Taschen außen.
Innen hat die Tasche nur eine große Reißverschlussinnentasche, das reicht, sonst verheddere ich mich bloß. Was fehlt ist eine Halterung für einen Kugelschreiber. Der wohnt jetzt in der Innentasche, aber nuja. Das ist ungewohnt und unpraktisch.
Den rosa Reißverschluss für Verschluss oben
(muss sein, wegen Taschendieben, neugierigen Babies und persönlicher Schusseligkeit - sonst fällt doch dauernd alles raus!) und Seitenteil hatte ich noch von der Taschennähaktion 2015 übrig. Die Paspel habe ich selbst genäht -ich liebe Paspeln ja. Wirkt gleich alles viel professioneller. Das Gurtband ist neu, und mit 75 cm pro Griff ebenfalls lang genug für bequemes Tragen und über den Kinderwagen hängen. Die Stoffe zu stückeln hat einige Nerven gekostet, aber es ist mir, finde ich, ganz gut geglückt.
Taschenfutter blitzt
hinter der Tasche noch eine Tasche. Sehr praktisch
Innenfutter, Innentasche und alle sichtbaren Taschenfutter sind aus dem Sternchenstoff - davon ist auch noch etwas da.
Der Meinige findet das alles zu mädchenhaft, zu pink und zu bunt. Ich weiß, was er meint, aber das ist mir egal.
Vielleicht mache ich sie noch mal ganz unbunt?

Übrigens habe ich für den Stand diesmal kein aufbügelbares Vlies genommen, sondern Polstervlies, genauer: 3mm starken kaschierten Schaumstoff mit Jersey, den ich aufgenäht statt aufgebügelt habe. Bei 160 cm Breite ist der Preis nicht zu toppen im Vergleich zum Bügelvlies, es ist unwahrscheinlich viel übrig und es gibt einen viel schöneren, festeren Stand. Wenn man kein Problem damit hat, dass das Vlies bis in die Nahtzugabe reicht, wo ich es mit Zickzack festgenäht habe, ist das jedenfalls eine tolle Alternative für alles, was ein bisschen Stand benötigt.

Ach ja, was ich noch sagen wollte: ich weiß, das ist schon die zweite Tasche mit Gütermann Stoffen. Ich kriege dafür nix geschenkt, ich habe die Stoffe gekauft, weil sie mir gefallen, und ich nenne die Marke hier, weil ich mich oft auf Bildern in Stoffe verliebe und dann nie weiß, was es ist und wo man das auch kaufen kann. Nix Werbung, nix affiliate, leider.

Donnerstag, 17. August 2017

Taschen nähen. FO und Fazit: Arya von Machwerk. Außerdem: Was eine gute Wickeltasche ausmacht.

Mit der aktuellsten Fassung der geliebten Filztasche habe ich schon länger gehadert.
Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen hatte ich deutlich stärkeren Filz besorgt, als für die früheren Versionen, und dadurch wurde die Tasche nicht nur schwer zu nähen - das ist ja irgendwann überstanden - sondern auch schwer im Gewicht. Schon ohne irgendeinen Inhalt schleppte man sich dusselig daran. Dazu kam dann irgendwann Junior, durch den ich ganz andere Bedürfnisse an meine Alltagstasche stellen muss. Zum Beispiel ging es nicht so richtig gut, gleichzeitig ein Baby in der Tragehilfe vor dem Bauch zu haben und eine Tasche mit dem Gurt quer zu tragen, wie ich es seit Jahren gewohnt war.
mit etwa 3 Wochen altem Junior vor dem Bauch
Und für das ganz Wickelgedöns und Flaschen und sonstige Geraffel, das man auf einmal zusätzlich mitschleppt, war auch nicht genug Platz. Also musste irgendeine andere Tasche her.

Natürlich haben wir eine "richtige" Wickeltasche, die extra zu diesem Zweck vermarktet wird. Sie ist schlicht und "vätertauglich" in einer Art Indigo-Denim-Imitat und hat einen bequemen breiten Gurt, der lang genug ist, um über den Griff vom Kindewagen zur reichen. Außerdem ein "Feuchtfach", falls man mal nasse Wäsche transportieren muss (enthält Wechselwäsche), Fach mit Feuchttuch-Öffnung (verwenden wir nicht, weil dieses Ding praktischer ist), Flaschen-Isolierdings (noch nie benutzt) und Wickelunterlage (noch nie benutzt). Falls hier also jemand vorbeikommt, um sich über spezielle Wickeltashen zu informieren: Jede ausreichend große "normale" Tasche tut es auch, und sieht im Zweifel netter aus. "Ausreichend groß" mag jeder selbst bestimmen - bei uns muss mein Zeug (Portmonnaie, Schlüssel, Brillenetui, Taschentücher, ggf. Hustenbonbons) reinpassen, am besten in einem eigenen Fach, damit man alles schnell greifen kann. Das extra-Reißverschlussfach für Wechselwäsche, U-Heft etc hat sich auch bewährt. Darüber hinaus reicht uns ein großes Fach für Flaschen, Snacks, Windeletui, Sabberlatz und neuerdings auch Babybesteck. Wahrscheinlich erfüllt jede Laptoptasche diese Eigenschaften, sieht dabei deutlich weniger nach Wickeltasche - so zweckgebunden - aus, und ist im Zweifel sogar günstiger, weil man das ganze unnötige Extrazeug gar nie braucht. (Ernsthaft: Flaschenwärmer? kleine Thermoskanne mit warmem Wasser, Milchpulver abgemessen im Fläschchen, basta.)

Kurzum, wir kommen mit unserer Wickeltasche zwar klar, aber eine schöne Handtasche habe ich dadurch immer noch nicht.
Zum Glück kann ich ja nähen!
(Hier wieder einfügen, dass kaufen fast immer billiger ist und weniger Stress macht, aber... Jodeldiplom! Was eigenes! Unikat! Nur. Für. Mich!!!)

Der erste Versuch entstand schon letztes Jahr im September oder Oktober, wer weiß das schon so genau. Ich war als Patin zu einer Taufe geladen und wollte gut aussehen. Ich entschied mich für eine "richtige", "erwachsene" Handtasche, nämlich die ARYA von Machwerk. Das besondere daran ist der diagonale Reißverschluss, durch den die Öffnung einfach riesig wird und die Tasche schluckt und schluckt Inhalt, ohne jemals voll auszusehen. (Außerdem ist Arya Starck eh am coolsten.) Den Preis für das Schnittmuster finde ich mit 5,50 Euro fair, vor allem angesichts der sehr ausführlichen und idiotensicheren Foto-Anleitung und der Tatsache, dass man drei unterschiedliche Größenvarianten erhält.
Ich entschied mich für die mittlere Größe und eine Stoffkombination in kühlem grau mit blau.
Der Hauptstoff ist ein fester Kunstfaserstoff, wie dickes Flanell, trotzdem weich fallend. Die beiden Kombistoffe sind von Gütermann aus der Serie Fenton House.
die beiden rechten Stoffe: der mit den Punkten für die Verschlussklappe, der ganz rechts als Futter
Dazu habe ich ein ganz genau passendes blaues Leder bekommen, aus dem die Schlaufen für die D-Ringe, die Griffe und zwei kleine halbkreisförmige Besätze am Außenreißverschluss sind.
Vorn die "Neue", hinten die alte treue Pfaff.
Genäht habe ich ansonsten streng nach Anleitung und kam auch gut klar, dank der (damals) funkelnagelneuen Nähmaschine, mit der Reißverschlüsse, Leder und überhaupt präzises Nähen auf einmal überhaupt kein Hexenwerk mehr sind. Und dank der lustigen Ringe und extralanger Griffe passt auch sie an den Kinderwagen!
Trotzdem würde ich bei einem Nachfolgermodell zwei Sachen ändern: zum Einen würde ich auf das Innenfach verzichten und lieber eine große Reißverschlussinnentasche nähen. Und zum anderen würde ich den diagonalen Reißverschluss mit etwas dickerer Raupe und von zwei Seiten zu öffnen wählen. 
Und um es kurz zu machen und die mangelhaften Bilder zu erklären - ich muss und werde eine Folgeversion nähen, denn diese wurde auf der besagten Taufe von der Dienstältesten Freundin mit einem dezenten Hinweis auf ihren nahenden runden Geburtstag bewundert und wohnt nun schon länger nicht mehr hier...
Was die Frage "kaufen oder nähen" angeht:
Preislich ist natürlich kein Limit nach oben. Natürlich können schöne Stoffe viel Geld kosten -müssen aber auch nicht, was aber sich wirklich zusammenläppert sind die ganzen Extrateile... Mit Vlieseline, Einlage und Reißverschlüssen hatte ich ja schon gerechnet, dazu kamen dann noch 4 D-Ringe, 4 Karabiner, Hohlnieten, ggf. Nietenzange, Leder für Henkel, Seil und Lederkleber für Henkel... Natürlich hätten es Stoffhenkel auch getan, es wäre auch ohne das ganze Metall gegangen - aber dann wieder sieht es eben auch besser aus. Und da ich Großpackungen gekauft habe, bin ich für die nächsten Projekte versorgt, dann fällt das nicht mehr so auf. 

Sonntag, 6. August 2017

FO und Fazit: Drei kleine Bären von Little Cotton Rabbit.

Julie Williams hat Bären herausgebracht!
Okay, wer ihrem Blog folgt oder sich in der "Little Cotton Rabbit" Gruppe bei Ravelry herumtreibt, wusste das schon länger. Ich auch. Aber man kommt ja bekanntlich zu nix, und so hänge ich, was das Stricken anderer, nicht-hasiger Tiere angeht, noch um einige Spezies hinterher.
Hasen, ja, Hasen! Auch Elephanten - alles schon gemacht, und das mit großer Freude. Tatsächlich nimmt der Spaß mit jedem weiteren Tier zu, denn auch hier macht Übung den Meister, alles geht beim wiederholten Stricken schneller von der Hand und dabei wird es - das ist das Wundersame - überhaupt nicht langweilig. Im Gegenteil!
Suchtgefahr!
Nun also Bären.
Einen Panda und einen Braunbären habe ich Euch ja schon vorgestellt. Sie sind sofort nach Süddeutschland gezogen, wo sie hoffentlich den Kindern eines sehr alten langjährigen Freundes Freude bereiten. Ich habe noch nichts gehört, aber ich hoffe, das Päckchen kam gut an.
Dann fiel mir auf, dass der arme Junior selber noch kein einziges LCR-Tier hat. Sein Vetter hatte einen Elefanten bekommen,
Bildunterschrift hinzufügen

und seine Cousine einen Hasen

- beide fahren die Ballonlampen im jeweiligen Kinderzimmer (hat meine Schwägerin gleich bei uns kopiert :-D) - und irgendwie sind alle fertigen Tiere immer sofort ausgezogen. Sogar unsere Eierwärmerhasen sind neulich weitergewandert!
Kurzum: es musste noch ein Bär her.
Hier ist er:


Björn ist ein sehr sportlicher Bär und trägt rote Shorts und ein weißes Polo-Shirt zu rot-weißen Sneakern. Er ist freundlich und wurde von Junior schon mehrfach sehr liebevoll in die Nase gebissen.

Einen Hasen brauchen wir natürlich auch... Mal sehen, was noch kommt.

Das Muster:
Ich kaufe nicht unbedingt alle Anleitungen von Julie - meist bringt sie die Tiere als Junge und Mädchen heraus, und die Unterschiede liegen hauptsächlich in den Füßen (Mädchen haben Schuhe und Strümpfe) und der Kleidung. Während ich bei den Hasen noch Junge und Mädchen gekauft habe - nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Fellflecken - wähle ich daher inzwischen hauptsächlich nach Kleidung aus. In diesem Fall habe ich also das Bären-Jungen-Muster genommen, denn ich fand den fair-isle Pullover hübsch. Björns Turnschuhe sind aus der Schuh-Anleitung, die es zum Bärenmuster als Promotion dazu gab. Holla die Waldfee- sieht super aus, aber fisselig beim Zusammennähen!
Für das Panda-Mädchen habe ich einfach die Beine vom Fuchs-Mädchen mit den kurzen Söckchen benutzt (ja, das liegt hier schon bereit. Ebenso wie das Lamm-Mädchen...). Als Kleid trägt sie das "Field-of-Flowers" aus der Kleidersammlung.
Bruno ist barfuß und trägt "normale" Shorts, wie eigentlich alle Jungs-Tiere von Julie. Allerdings hat er die rote Strickjacke aus der Pulloversammlung an, die eigentlich Aiweiwei zum Kleid tragen sollte - aber ich hatte schlicht keine Zeit mehr, ihm noch einen eigenen Pulli zu stricken und sie wäre damit "overdressed" gewesen...
Technik:
Wie immer keine schwierigen Techniken, aber kleine Teile zusammennähen - das darf einen nicht abschrecken. Ansonsten ist ja alles immer gut bebildert und erklärt, und Übung macht den Meister. Beim dritten Bären ging es alles schon ganz flott von der Hand.
Die Wolle: 
Anders als sonst habe ich alle Bären in meiner geliebten Cool Wool gestrickt. Da waren einfach alle Farben vorrätig, sie ist weich und als Superwash-Garn auch maschinenwaschbar. Perfekt!

Änderungen:
Alles streng nach Anleitung, nur das Poloshirt für Bruno habe ich improvisiert - aufbauend auf dem Top-Down-Cardigan. Alles in glatt rechts stricken, kurze Ärmel sind 5 Reihen lang, Kragen ebenfalls in Reihe 5 abgekettet. Das Hemd ist etwas groß, aber das trägt man jetzt so.

Die harten Fakten:
Boy bear by Julie Williams
angefangen: Bruno: 30. Mai; Aiweiwei: 13. Juni, Björn: 2. Juli
fertiggestellt: Bruno: 13. Juni; Aiweiwei 28. Juni; Björn: 4. August
Größe/Maße:  Bruno maß 16 cm von den Ohrenspitzen bis zu den Zehen, aber Aiweiwei und Björn sind 17 cm - könnte an den Schuhen liegen.
Nadeln: 2,75 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Füllwatte, Geduld und Spucke. 
Kosten: Resteverwertung


Sonntag, 18. Juni 2017

Moin. Ahoi. Wimpelketten machen Spaß!

Wenn man davon ausgeht, dass kleine Kinder, Babies sogar, uns Erwachsenen eigentlich nur helfen wollen. Dass sie unsere Anerkennung, Bestätigung, Zuwendung wollen. Dass sie dieses Ziel am besten zu erreichen meinen, indem sie einfach alles nachmachen, was wir tun, und ganz nah dabei sein wollen.
Wenn man sich also dieses immer schön vor Augen hält, geht es eigentlich. Dann kann man auch drüber lachen.
Dauert es halt etwas länger mit dem Staubsaugen, weil jemand ständig ausmacht, Saugkraft verstellt, Kabel einrollt.
Wühlt sich halt noch einer durch die Kiste mit den Stoffresten. Kann man schon mal drauf rumkauen.
Muss man eben aufpassen, wo man seine Schere hinlegt. (Tipp: Hoch!)
Läuft halt einer mit einem Teil des zugeschnittenen, zur Ansicht ausgebreiteten Wimpelkettenarrangemangs davon.
Zieht halt dauernd einer am Kabel vom Bügeleisen - kann man ja auch hochbinden.
Mopst halt einer das bereitgelegte, mittig vorgebügelte Schrägband.
Muss man halt mal warten, bis man auch mal ans Gaspedal der Nähmaschine darf. Mit einem Kind auf den Füssen näht es sich nämlich nicht so gut - aber das geht auch irgendwann wieder weiter. Schließlich muss ja auch einer endlich mal die Kiste mit den Bändern ausräumen aufräumen.
Dauert halt alles ein bisschen länger. Macht doch nix. Ist ein Hobby. Hamwa länger Spaß dabei.
Und insgesamt ist Juniors Wimpelkette dann doch eigentlich sehr schön geworden.
Für die Wimpel habe ich mir aus Pappe eine Schablone gebastelt mit den Maßen 17x20 cm.
man kann sich eine Naht sparen, schneidet dann aber im schrägen Fadenlauf zu. 
Besser: lotrecht von der kurzen Seite aus
Die Stoffe sind größtenteils richtige Reste, aber den bunten Stoff habe ich einfach nie verwendet für das gedachte Projekt. Hier ist er super. Meistens habe ich den Stoff rechts auf rechts gelegt, mit Bleistift und Schablone Wimpel (+NZ) angezeichnet und dann erst genäht, dann auseinandergeschnitten. Ausnahme: die Buchstabenwimpel.
Die meisten meiner Buchstaben sind achsensymmetrisch.
Die Buchstaben habe ich mir hier heruntergeladen, die Grafiken in ein Textdokument eingefügt und dann auf 6,5 cm Höhe formatiert. Im Nachhinein würde ich sagen, dass 5,5 cm besser gewesen wäre, weil ja noch Nahtzugabe wegfällt, aber hey. Nächstes Mal. Nur das "N" musste ich um 180° spiegeln.
Auf Papier ausgedruckt kann man es wunderbar auf Vliesofix durchpausen, dann auf Stoff aufbügeln, ausschneiden, Papier abziehen, auf den Wimpel bügeln. Abstand zur Oberkante waren 5 cm - passt. Mit Zickzack einmal um die Kanten nähen - Stichbreite 2 mm, Stichlänge 0,5 - obwohl das wahrscheinlich auch so halten würde.
Meine Wimpel haben auf beiden Seiten Schrift - erst einmal austüfteln, welche Seiten zueinander gehören, damit es keinen Buchstabensalat gibt. Uff. Alles richtig gemacht.
Genähte Wimpel von links bügeln, wenden, erneut bügeln, ggf. obere Kante begradigen und in die richtige Reihenfolge legen (wenn es eine gibt). Dann so stapeln, dass der letzte Wimpel unten, der erste oben liegt. Schrägband in ausreichender Länge finden - meine 20 Wimpel stoßen oben mit den Kanten aneinander, das muss aber natürlich nicht so sein. Rechts und links habe ich zudem je 60 cm freie Schnur, damit man die Wimpelkette irgendwo anbinden kann. Man könnte aber auch einfach eine Öse einfügen und die Befestigung hindurchziehen - Schnur, Nagel, Kabelbinder, whatever.
Aufhängen. Party feiern (oder Kinderzimmer aufhübschen). Freuen.

Und weil es so schön war und so schnell ging, habe ich den bei der Geschäftsauflösung des Innenausstatters günstig erworbenen Mustercoupon  auch gleich verwimpelt.
Diesmal einfach nur links auf links gesteppt und mit der Zackenschere nachgearbeitet.
Sommerfeste! Grillabende!