Montag, 17. Januar 2011

Das Projekt für 2011: Die perfekte Socke. Heute: Die Vorbereitungen.

Die Neffen und Nichten wachsen stetig. Größere Kinder heißt auch: größere Pullover. Anders als in den letzten beiden Jahren werde ich mir daher nicht nochmal den Stress machen, und ihnen allen Pullover (oder Strickjacken) zu Weihnachten machen.
 Jedenfalls nicht mit Ankündigung. Ich möchte "frei" sein in meinen Entscheidungen, was ich stricke, und für wen, und wann es fertig sein soll... (^ .^)

Und dieses Jahr möchte ich lernen, wie man "richtig" Socken strickt!
An sich kann ich Socken stricken. Sie gehören zu den ersten Dingen, die ich gelernt habe. Seither habe ich aber ein Studium absolviert und analytisch-strukturiert denken gelernt. Das liegt mir, und das werde ich wohl auch nicht wieder los.
Ich habe also beschlossen, systematisch an die Sockenfrage heranzugehen. Erschwert wird die Recherche durch unterschiedliche Begriffe im Englischen und Deutschen, im Zweifel nehme ich den Englischen, denn so lerne ich ja schließlich Stricken: durch (englische) Anleitungen und Tutorials im Internet...

Konstruktion: Angesichts der Arbeit und der Mühe (und des Preises für Wolle) sollen die Socken ordentlich passen und gut sitzen. Die Grundfrage (Spezialvarianten ausgenommen) scheint zu sein: Vom Schaft (top-down) anfangen oder von der Spitze (toe-up)? Beides hat Vor- und Nachteile...
Top-Down: Für mich die "normale" Methode. Großer Vorteil: Anschläge sind meist deutlich elastischer als Abkettel-Säume - und ich habe kräftige Waden...
Toe-Up: Haben mich bei meinem ersten Versuch letztes Jahr nicht soo überzeugt, könnten aber Vorteile haben. Beim richtigen Anschlag (z. B. Turkish cast-on) gibt es keinerlei Nähte, und man kann das Knäuel bis ganz zum Schluss stricken und kann sicher sein, dass die Wolle reicht...(notfalls ist das Bein halt kürzer als geplant, aber der Fuß passt!)
Ich bin noch unentschieden und werde beide Varianten ausprobieren.

Spitze: Für Top-Down Konstruktionen gibt es allerlei verschiedene Formen von Spitzen  (hier in deutschsprachigen Videoanleitungen von www.nadelspiel.com, woher mangels eigener Bilder auch die Fotos stammen): "einfache Spitze",  Bändchenspitze, Schneckenspitze oder Propellerspitze. (Eine von den letzten beiden ist auch als "Sternspitze" bekannt, glaube ich.)

Bändchenspitze. Foto von www.nadelspiel.com
Ich habe die Bändchenspitze gelernt; hier finden die Abnahmen jeweils an den (nichtvorhandenen) "Seitennähten", also zwischen Sohle und Fußrücken statt. Da man immer eins VOR der letzten bzw eins NACH der ersten Masche  der jeweiligen Nadel abnimmt, entsteht ein dekoratives Bändchen, und je nach Abnahmerhythmus ein relativ breiter Zehenraum. Treibt man die Abnahmen "zu weit" wird die Spitze allerdings recht spitz... Das läßt sich aber für verschieden breite Flossen gut variieren.  

Schneckenspitze, Propellerspitze (und/oder Sternspitze) haben offenbar auch Abnahmen in der Mitte vom Fuß, das muss ich mir erst noch einmal genauer ansehen. Dazu wird es wohl noch einmal einen eigenen Post geben, in dem ich Vor- und Nachteile mal aufliste. So sollen sie laut www.nadelspitze.com aussehen:
Schneckenspitze. Bild von nadelspiel

Propellerspitze. Bild von nadelspiel














Das Foto einer Socke mit Sternspitze stammt von diesem Blog: http://pupeswelt.blogspot.com
Also, in meinen Augen ähnelt sie der Schneckenspitze doch sehr. Kennt jemand den Unterschied?

Sternspitze. Bildquelle



















Ferse: Auch  zu den Fersen gibt es ja verschiedene Techniken. Mir sind vor allem drei Sorten bekannt, wobei jede Art natürlich ihre Variationen hat...
Bumerangferse meiner Shur'tugal
Die Bumerangferse (oder Jojo-Ferse) ist eigentlich meine liebste - sie basiert auf verkürzten Reihen und kommt ohne extra Spickel-Gedöns aus. Sie ähnelt maschinell gefertigten Socken und wirkt (vielleicht deshalb) in meinen Augen professionell. Allerdings besteht die Gefahr von Löchern (wobei es viele Tricks und Gegenmittel gibt), und bei selbstmusternder Wolle bildet sich an der Ferse ein "Pool", also ein breiterer Streifen als im Rest des Sockenmusters. Aber ich stricke ja eh lieber einfarbige Wollsorten...


Afterthought heel am Beispiel meiner Mojos
Auch die nachträgliche Ferse (afterthought-heel, grandmother heel, peasant heel) ist so einfach wie genial, denn sie wird, wie der Name schon sagt, erst nachträglich eingefügt (und lässt sich daher auch besonders einfach ausbessern/neu stricken). Statt eine Ferse zu stricken, strickt man über die geplanten Fersenmaschen einen kontrastfarbenen Wollrest ein, geht zurück, und strickt über diesen Faden "normal" weiter. Später nimmt man den Faden (vorsichtig!) heraus, nimmt die Maschen auf und strickt eine Bändchenspitze, die sich "magisch" zur Ferse formt...Auch hier spart man sich das Spickelgedöns.


Käppchenferse. Bild von www.nadelspiel.com
Gelernt (und m. M.  nach wie vor am weitesten verbreitet) habe ich aber die "normale" Ferse mit "Käppchen" (heel-flap/Dutch heel und weitere Variationen) und mit Spickel: Vom Schaft ausgehend legt man die Fußrückenmaschen still und arbeitet nur die rückwärtige Fersenwand. Je nach Variante kommt der "Knick" durch verkürzte Reihen. Und um den "Zwischenraum" zwischen Fußrücken und "Fersensohle" zu füllen, muss man erst Spickelmaschen aufnehmen und dann wieder entsprechend abnehmen. Das kann alles sehr dekorativ sein und sogar Teil des Musters werden, und noch dazu ist das Ergebnis besonders für Menschen mit hohem Spann oder nicht so schmalen Fesseln wahrscheinlich sogar bequemer  - und zu denen gehöre ich ja schließlich...
Also werde ich auch hier alle( mir bekannten) Methoden einmal ausprobieren.


Muster: Stinknormale Socken in glatt rechts/2l2r (sogenannte "Stinos") interessieren mich nicht. Soll ja auch Spaß machen.
Rippenmuster inklusive diverser Zopfmuster, sitzen wahrscheinlich am besten, da sie sehr dehnbar sind. Damit werde ich anfangen
Mehrfarbige Muster (fair-isle, Intarsien, stranded) stelle ich mir mollig warm vor - vorausgesetzt man "kennt" seine Füße genau. Besonders elastisch sind diese Muster nämlich nicht. Das kommt also später...
Lace und Ajourmuster sind mir wahrscheinlich zu mädchenhaft für dicke Wintersocken. (Ich habe nicht vor, meine Wollsocken "gut sichtbar" zu tragen - ist nicht mein Stil. Aber in dicken Winterstiefeln sind sie bares Gold wert!)  Werde ich wohl eher selten bis nie in Angriff nehmen. Aber warten wir's ab!

Kommentare:

  1. ich bin schon gespannt, was dann letztendlich deine lieblingskombination aus den vielen möglichkeiten sein wird :D
    zum "spickelgedöns" hätte ich noch was zu sagen: wenn man - so wie ich - einen breiten fuß UND einen hohen rist hat, ist ein spickel unerlässlich. erstens kommt man leichter in den socken und zweitens ist die passform viel besser.
    lg
    gila

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  2. Liebe Gila, gespannt bin ich auch schon - aber erst einmal werde ich nach und nach alles einmal ausprobieren und probetragen.
    Und natürlich hat der Spickel seine Berechtigung - nur "technisch" fand ich ihn früher immer nervig, wahrscheinlich weil ich immer vergessen habe, rechtzeitig die Abnahmen zu machen oder so... :-) Am wichtigsten ist aber natürlich die Passform, und am tollsten ist es, wenn man verschiedene Fußformen passend bestricken kann UND dabei ein tolles Muster hat!
    In diesem Sinne, frisch ans Werk!

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  3. Deine Ausführungen sind kurzweilig zu lesen. Danke dafür.

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