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Mittwoch, 20. September 2017

FO und Fazit: Zweimal Strampelina, Sommer und Herbst.

Während ich mich so durch die Schnittmuster von Schnabelina nähe, bin ich zunehmend begeistert von ihren detaillierten Anleitungen und den gut sitzenden Schnitten. Und da sie diese für ihre eigenen Kinder entwirft (2 Mädchen, 1 Junge), hat sie auch Schnittmuster für beiderlei Geschlechter. Oder es gibt es die Möglichkeit, selbst augenscheinlich "gegenderte" Schnitte in Unisex-Schnitte zu verwandeln, oder sie sonstwie für beide Geschlechter passend zu machen. (Womit ich sagen will: es gibt sehr viel weniger schöne Jungs-Schnitte. Aber so ist die Mode-Industrie, das gilt ja auch für die Großen.) Und dann auch noch alles kostenlos!

Nehmen wir "Strampelina", ein Strampelanzug/Einteiler, den sie für ihre jüngste Tochter entworfen hat. Wäre er zwei Jahre eher "auf dem Markt" gewesen, hätte ich ihn wahrscheinlich für Mini-Junior in den kleineren Größen auch schon genäht. So sind wir jetzt schon bei der letzten und größten Größe angelangt (von 56 bis 92). Das passt schon, denn irgendwann ist das Baby eben kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind, und dann werden Einteiler zunehmend unpraktisch.

"Strampelina" hat einen hohen Rücken und Rundhalsausschnitt und wird mit Knöpfen oder Drückern nur an den Schultern geschlossen. An die Brustpasse ist eine weite, knielange Pumphose angesetzt, die gekräuselt, mit kurzem oder knöchellangem Bündchen gearbeitet werden kann. Sie kann (gerade in den kleinen Größen) aus elastischen Sweat- oder Jerseystoffen genäht werden, funktioniert aber (für Größere?) auch mit Webware - dann einfach eine Größe weiter nähen. Meine beiden Versionen sind jeweils in Größe 92, Junior trug sie im Sommer mit Größe 80 bzw. jetzt mit Größe 86.

Meine erste Version entstand als leichter Sommer-Spielanzug aus einem alten Herrenhemd, ein bewusstes upcyclen und integrieren von Elementen inklusive.
Die Hemdtasche wurde zur hinteren Hosentasche, 

die Knopfleiste findet sich an den Hosenbeinen

und im Verschluss.
Die Naht an der Passe war mir irgendwie mißglückt, daher habe ich ein Webband darüber genäht.
Die Beine habe ich einfach nur gesäumt. Sie sind sehr weit, aber da sie nur halblang sind, konnte er sich nicht allzusehr darin verheddern.

Die zweite Version ist für kühlere Temperaturen ausgelegt und aus dunkelblauem Feincord mit Stretchanteil. Hier habe ich für den rechten Knickerbockerlook mit schmalen, etwa 2,5cm breiten Bündchen abgeschlossen und sicherheitshalber eine Knopfleiste im Schritt eingebaut, aber eigentlich war das gar nicht nötig. Die Passe habe ich mit einem Ringeljersey gefüttert.
Der einzige Schmuck sind Aufnäher, die es letztes Jahr bei Tchibo gab: auf der Brust eine Piratenmöwe, am linken Knie ein Seepferdchen
und auf den -improvisierten- hinteren Po-Taschen
ein Wal und eine Krabbe. Erst aufgebügelt, dann angenäht - Zickzack auf 1,5mm, Stichlänge auf 0,2, und dann langsam, sehr langsam... Alle Nähte sind von rechts noch einmal füßchenbreit abgesteppt, die Knöpfe sind dunkelblaue Kamsnaps, die bombenfest sitzen.
Das ganze ist vielleicht etwas "babyhafter" als die Sachen, die ich sonst so nähe, aber wahnsinnig süß und vor allem bequem. Durch den leichten Stretch-Anteil geht auch das Ausziehen zum Wickeln schnell und gut. Mit Strumpfhosen und einem langärmligen Body - noch niedlicher finde ich etwas mit Kragen - ist das aktive (noch) Krabbelkind so auch in der kalten Jahreszeit gut angezogen, kann sich gut bewegen und behält warme Nieren, da nichts hochrutschen kann.
Ich denke, davon nähe ich noch eine zweite Version.

Sonntag, 18. Juni 2017

Moin. Ahoi. Wimpelketten machen Spaß!

Wenn man davon ausgeht, dass kleine Kinder, Babies sogar, uns Erwachsenen eigentlich nur helfen wollen. Dass sie unsere Anerkennung, Bestätigung, Zuwendung wollen. Dass sie dieses Ziel am besten zu erreichen meinen, indem sie einfach alles nachmachen, was wir tun, und ganz nah dabei sein wollen.
Wenn man sich also dieses immer schön vor Augen hält, geht es eigentlich. Dann kann man auch drüber lachen.
Dauert es halt etwas länger mit dem Staubsaugen, weil jemand ständig ausmacht, Saugkraft verstellt, Kabel einrollt.
Wühlt sich halt noch einer durch die Kiste mit den Stoffresten. Kann man schon mal drauf rumkauen.
Muss man eben aufpassen, wo man seine Schere hinlegt. (Tipp: Hoch!)
Läuft halt einer mit einem Teil des zugeschnittenen, zur Ansicht ausgebreiteten Wimpelkettenarrangemangs davon.
Zieht halt dauernd einer am Kabel vom Bügeleisen - kann man ja auch hochbinden.
Mopst halt einer das bereitgelegte, mittig vorgebügelte Schrägband.
Muss man halt mal warten, bis man auch mal ans Gaspedal der Nähmaschine darf. Mit einem Kind auf den Füssen näht es sich nämlich nicht so gut - aber das geht auch irgendwann wieder weiter. Schließlich muss ja auch einer endlich mal die Kiste mit den Bändern ausräumen aufräumen.
Dauert halt alles ein bisschen länger. Macht doch nix. Ist ein Hobby. Hamwa länger Spaß dabei.
Und insgesamt ist Juniors Wimpelkette dann doch eigentlich sehr schön geworden.
Für die Wimpel habe ich mir aus Pappe eine Schablone gebastelt mit den Maßen 17x20 cm.
man kann sich eine Naht sparen, schneidet dann aber im schrägen Fadenlauf zu. 
Besser: lotrecht von der kurzen Seite aus
Die Stoffe sind größtenteils richtige Reste, aber den bunten Stoff habe ich einfach nie verwendet für das gedachte Projekt. Hier ist er super. Meistens habe ich den Stoff rechts auf rechts gelegt, mit Bleistift und Schablone Wimpel (+NZ) angezeichnet und dann erst genäht, dann auseinandergeschnitten. Ausnahme: die Buchstabenwimpel.
Die meisten meiner Buchstaben sind achsensymmetrisch.
Die Buchstaben habe ich mir hier heruntergeladen, die Grafiken in ein Textdokument eingefügt und dann auf 6,5 cm Höhe formatiert. Im Nachhinein würde ich sagen, dass 5,5 cm besser gewesen wäre, weil ja noch Nahtzugabe wegfällt, aber hey. Nächstes Mal. Nur das "N" musste ich um 180° spiegeln.
Auf Papier ausgedruckt kann man es wunderbar auf Vliesofix durchpausen, dann auf Stoff aufbügeln, ausschneiden, Papier abziehen, auf den Wimpel bügeln. Abstand zur Oberkante waren 5 cm - passt. Mit Zickzack einmal um die Kanten nähen - Stichbreite 2 mm, Stichlänge 0,5 - obwohl das wahrscheinlich auch so halten würde.
Meine Wimpel haben auf beiden Seiten Schrift - erst einmal austüfteln, welche Seiten zueinander gehören, damit es keinen Buchstabensalat gibt. Uff. Alles richtig gemacht.
Genähte Wimpel von links bügeln, wenden, erneut bügeln, ggf. obere Kante begradigen und in die richtige Reihenfolge legen (wenn es eine gibt). Dann so stapeln, dass der letzte Wimpel unten, der erste oben liegt. Schrägband in ausreichender Länge finden - meine 20 Wimpel stoßen oben mit den Kanten aneinander, das muss aber natürlich nicht so sein. Rechts und links habe ich zudem je 60 cm freie Schnur, damit man die Wimpelkette irgendwo anbinden kann. Man könnte aber auch einfach eine Öse einfügen und die Befestigung hindurchziehen - Schnur, Nagel, Kabelbinder, whatever.
Aufhängen. Party feiern (oder Kinderzimmer aufhübschen). Freuen.

Und weil es so schön war und so schnell ging, habe ich den bei der Geschäftsauflösung des Innenausstatters günstig erworbenen Mustercoupon  auch gleich verwimpelt.
Diesmal einfach nur links auf links gesteppt und mit der Zackenschere nachgearbeitet.
Sommerfeste! Grillabende!


Donnerstag, 27. April 2017

Übergangsjacke. Janker in Größe 86.

Übergangsjacke ist ja auch so ein deutsches Wort.
Vielleicht sogar ein deutsches Phänomen.
In anderen Sprachen habe ich jedenfalls noch kein Äquivalent gehört.
Aber natürlich ist es sinnvoll, wenn auch Junior nicht nur eine bequeme, krabbeltaugliche Jacke für die tiefen Temperaturen hat, sondern auch für dieses blöde, usselige Aprilwetter, bei dem es in der Sonne schon warm, im Wolkenschatten und im Wind aber doch erst um die 10°C sind.
Die wunderbaren Walkjankerchen aus alten gefilzten Pullovern habe ich leider schon alle verschenkt - und nicht nur das, die entsprechend Beschenkten haben alle inzwischen jüngere Geschwisterchen. Diese Jacken werden daher wohl nicht (rechtzeitig) zu uns zurückkehren.
Das macht aber nichts, denn erstens waren die noch etwa zwei Nummern zu groß, könnten wir also erst nächstes Jahr brauchen. Und zweitens habe ich ja noch mehr Pullover in der Kiste.
Zum Beispiel besaß ich im Winter 2011 eine wunderbare feuerrote Merinostrickjacke mit Zöpfen von P&C in der Damengröße XXL (was wahrscheinlich eine 44 ist). Jedenfalls war sie mir schon lange viel zu klein und zudem an den Ellbogen durchgescheuert und so ging sie den Weg gekaufter Wollsachen in diesem Haushalt - ab in die Waschmaschine zu Filzen.
So geschrumpft waren die Ärmel immer noch zu lang, und die Jacke zu weit - aber Junior konnte sie sogar schon übergangsweise anziehen, um damit durch den Dreck zu kriechen.
Letztes Wochenende nahm ich mir dann endlich einmal das Schnittmuster (Burda kids 9456) vor und habe endlich einen vernünftige Kinderjacke aus dem alten Fetzen gemacht.
Ich wollte meine gefilzte Jacke diesmal nicht auseinanderschneiden - daher habe ich nur die Ärmel gemäß Schnittmuster auf Größe 86 gekürzt. Die Knopfleisten konnten weg. Die Mehrweite im Rücken habe ich zu einer Kellerfalte gelegt und etwa 4 cm tief festgesteppt.
Das Bündchen unten habe ich ebenfalls abgeschnitten und daraus einen Kragen gefertigt. Alles wie gewohnt in Tressenband eingefasst. Die Krageninnennaht versäubert und verziert wieder das karierte Webband. Einen Aufhänger habe ich auch noch gefunden. 
Die fantastischen Münzknöpfe sind aus der Knopfkiste und wahrscheinlich noch von meiner Großmutter - oder noch älter.
Die Ärmel habe ich zum einfacheren Anziehen und Krempeln mit Schlitzen versehen, die nach dem Versäubern per Hand festgenäht sind. 
Dafür gibt es diesmal keine Taschen. Alles in allem das Werk eines Sonntagabends. Was man halt so macht, wenn man NICHT den Tatort sieht. Die Jacke passt prima und steht Junior wunderbar. Muss ja auch nicht immer alles blau sein. Oder norddeutsch.

Samstag, 17. Dezember 2016

Keksdosen.

Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Geld man für eine hübsche Keksdose ausgeben kann.
Dabei bekommt man sie häufig gegen einen "geringen" Aufpreis dazu! Viele Bonbons, Kekse, Marmelade o.ä. werden in Blechdosen verkauft, und tatsächlich bin ich Teil genau der Zielgruppe, die in einer hübschen Dose auch Dinge kauft, die sie nicht braucht...

Einige der Dosen sind aber gar nicht hübsch, sondern nur mit dem "normalen" Markenaufdruck und den Nährwertinformationen bedruckt. Nun habe ich ja schon öfter versucht, mittels Serviettenkleberei hübsche Geschenkverpackungen zu erhalten. Als es aber neulich bei Aldi eine Anfängerpackung Kreidefarben gab, habe ich einmal etwas anderes versucht...
Naja. Eigentlich nicht wirklich anders, wenn ich es genau bedenke.
So geht's: Keksdosen mit Kreidefarben grundiert, Lieblingshase aus Servietten ausgeschnitten und auf die Deckel geklebt, und mehrfach mit Parkettlack (Polyurethan) lackiert. ModPodge ist ja schön und gut, aber ich will stoßfest und kratzfest und wasserfest, und da gehe ich eben auf Nummer sicher.
In die Spülmaschine würde ich die Dosen zwar immer noch nicht tun, aber feucht abwischen ist überhaupt kein Problem.
Man kann es auf dem Bild nicht so genau sehen, aber die Dosen sind alle unterschiedlich farbig: die kleinste ist rosa, die mittlere hellblau, die größte grau. Die Deckel habe ich allerdings alle im zweiten Gang mit dünn mit weiß überstrichen, damit der Hase einen hellen Untergrund hat.
Gefällt mir ausnehmend gut, viel schöner als das Sammelsurium unterschiedlich hässlicher Keksdosen, das wir sonst so haben. Muss mich arg beherrschen, nicht die anderen drölfzehn Dosen (plus Kerzen und Teller) genauso zu bekleben. Der Hase ist zwar toll, aber man kann auch zuviel des guten haben. Wobei - die eckige Stollendose vielleicht noch? Hmmm. Noch so viel zu tun bis Weihnachten.

Zum Glück bekommen nur 8 Neffen/Nichten und 1 Patenkind Geschenke. Das ist alles fertig bis auf 1 Neffe, der sich warme Socken wünscht. Da eine persönliche Übergabe angestrebt wird, habe ich dafür bis zum 27. Dezember Zeit.

Und Junior soll ins eigene Zimmer ziehen - dafür will ich noch einiges fertigstellen. Ein Teppich. Eine Lampe. Regale. Und wieso haben eigentlich "alle" einen Hasen (oder Elefanten), nur mein Babylein nicht? Skandal!

In diesem Sinne eine geruhsame Weihnachtszeit. Erholt Euch gut!

Montag, 5. Dezember 2016

Schick in Strick.

Wir haben vor ein paar Jahren von Fleurop eine Vase bekommen, in der sich ein schöner Blumenstrauß befand. Die Vase ist praktisch, da sie dickwandig und schwer ist und stabiler steht als unsere andere hohe schmale Vase - aber schön ist sie wahrhaftig nicht.

Bis wir uns also etwas schönes leisten können, hat sie neues Gewand bekommen. Wofür hebe ich denn alles auf wie ein Hamster? Dies war mal der Ärmel meiner ehemaligen Lieblingsstrickjacke.
 Den oberen Rand habe ich mit einem elastischen Overlockstick versäubert und drei Runden Naht mit Gummibandunterfaden genäht.

So hält sie "dicht" und stramm über der Vase und die Amaryllis haben es schön warm.
Der Meinige findet es furchtbar. Ich finde es besser als vorher.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Advent, Advent.

"...wisst Ihr noch, im vorigen Jahr,
wie's in der Adventszeit war?"

Ich hatte zwar die Ornamente für gleich zwei Adventskalender gestrickt, aber keine Zeit mehr gehabt, mich mit dem eigentlich dafür vorgesehenen Wandbehang zu befassen. Schließlich müssen die Ornamente ja auch an einen Baum gehängt werden...

Und weil mein Patenkind im Oktober endlich getauft wurde, wollte ich ihr einen fertigen Kalender mitbringen - rechtzeitig. Das ist mir auch gelungen!
Voilà!
Ich habe in einem Online-Shop ein Quiltpaket Weihnachstoffe gekauft und daraus einen Wandbehang genäht, auf den ein mit Volumenvlies unterlegter Baum appliziert und Taschen für die Ornamente festgenäht sind. Leider sind die Farben der Stoffe beim vorherigen Waschen extrem ausgeblutet, sodass ich farblose Stellen in den Knickfalten hatte, vor allem bei den beiden Sternenstoffen - wirklich sehr ärgerlich. Ich habe versucht, daraus ein Designelement zu machen und hoffe, es fällt nicht allzusehr auf, aber ich hatte keine Zeit, neuen Stoff zu besorgen.
Die vier Taschenstreifen bestehen aus je einem Stück und sind mit fester Vlieseline verstärkt. Falten geben genug Tiefe für den Inhalt, der allerdings nicht sehr geheim ist. Ich fand das bei einem wiederverwertbaren Kalender nicht so wichtig, da man ja spätestens im zweiten Jahr weiß, was kommt... Außerdem gibt es einen Geschenkbandstreifen, auf den ich mit der fantastischen neuen Nähmaschine die Nummern aufgestickt habe...
Der Baum hat 24 Knöpfe, an die man nach und nach die Ornamente hängen kann.
Etwa so.
Am oberen Rand gibt es vier Schlaufen für die Aufhängung, die hier an unserem Schrank noch etwas improvisiert ist.

Am besten gefallen mir die ungeplanten Sachen, die ich auf die schnelle improvisieren musste, um Fehler zu überdecken - in diesem Fall die Pakete unter dem Baum. Die wurden nämlich erst nötig, weil der Baumstamm völlig schief und unzentriert appliziert war.
Hier hatte ich plötzlich sogar Platz für eine Widmung und das Datum. :-)
Insgesamt ist der Kalender unerwartet groß geworden, aber ich habe mir sagen lassen, das Patenkind sei hocherfreut... Ich nehme an, jüngste Geschwister sind immer froh, wenn sie etwas eigenes, nicht-geerbtes bekommen.

Für unseren eigenen Kalender hatte ich dann weder Stoffe noch Energie übrig. Er ist daher viel einfacher und schlichter geworden, und, wie ich finde, leider auch viel krüppeliger...
Der stilisierte dreieckige Baum ist aus grünem Cordstoff auf einen alten weißen Tischläufer appliziert (Upcycling ftw!) und mit einer Girlande aus roter Zackenlitze verziert. Die Knöpfe sind gelbe Sternchen. Statt Taschen sind die alten, vor Jahren gekauften Beutelchen an den Seiten festgeklemmt. Der Läufer wurde einfach gedoppelt und an den Seiten und unten zusammengenäht um die Rückseite zu verbergen. Dabei habe ich oben genug Platz gelassen, um eine Stange mit zwei Ösenschrauben für die Aufhängung durchzuschieben.
In meinem Kopf war das ganze nicht so ... schief? unproportioniert? amateurhaft? gedacht gewesen. Der Baum hätte bspw eine Spitze gehabt. Aber irgendwie hat das ganze einen gewissen Retro-Charme. Nun ja. Vielleicht versuche ich es nächstes Jahr/irgendwann nochmal mit höheren technischen Fähigkeiten. Oder wir gewöhnen uns daran.

Ich wünsche Euch eine geruhsame Adventszeit, lieber Leserschaft!

Mittwoch, 13. Juli 2016

Nachtrag aus dem Nähzimmer - Baby's Körperpflege. Wickeltisch und Windeltasche.

Ich habe im April übrigens nicht nur Kinderkleidung genäht, auch an der Ausstattung der Eltern habe ich gearbeitet. Weil ich das noch gar nicht gezeigt habe, hole ich das hier in aller Kürze nach.
Wem so ein Säugling ins Haus steht, der weiß: 8x täglich Windelwechsel ist gar nicht so unwahrscheinlich. Da sollte es nicht nur für das Kind bequem sein - d.h. zügig und schnell gehen, hier werden wir nochimmer eingelernt, haben die Probezeit aber schon bestanden - nein, auch die Eltern freuen sich über eine schöne Arbeitsumgebung.
Daher habe ich zwei lommelige 08/15gekaufte Wickelunterlagen für die einzurichtenden Wickeltische bwz. Wickelkommodenaufsätze mit Stoffen aus der Vorratshaltung aufgehübscht.
Tatsächlich hatte ich es geschafft, ein Exemplar zu bekommen ohne Bärchen oder Tierchen, das zudem für die gute Polsterung gelobt wurde.
 Das Mittelteil ausgemessen und aus Wachstuch (Ikea, sehr fest) zugeschnitten. Entsprechend die Maße der Seitenteile genommen und aus festem Baumwollköper von Ikea (maschinenwaschbar) angesetzt. Die Rückseite in einem Stück angenäht, wie einen Kissenbezug - verschlossen wird das ganze mit einer Art Hotelverschluss, durch KamSnaps gesichert. 
In den Ecken der Wachstuch-Mitte sind ebenfalls halbe Druckknöpfe angebracht - hier kann man noch entsprechend präparierte Handtücher anknöpfen, die sich bei Bedarf schnell austauschen und waschen lassen.
So findet auch dieses alte Badetuch sein Gnadenbrot. Ich habe zwei Handtücher präpariert, aber faktisch nutzen wir zusätzlich doch noch Wegwerf-Unterlagen. Nötig wäre es aber nicht.
Die zweite Version verfährt nach dem gleichen Prinzip:
Hier sind ein paar Baumwoll-Waffelpique-Küchentücher zum Einsatz gekommen, die ich vor Jahren aus Amerika geschenkt bekam. In der Küche habe ich sie nie benutzt, hier tun sie einen guten Dienst. Upcycling ftw!
Und damit wir auch unterwegs gut gerüstet sind, habe ich noch ein Windeletui genäht. Ähnliche Exemplare werden im Familien- und Freundeskreis viel genutzt, sodass ich sicher war, dass es sich bewähren würde. Man weiß ja oft als "Anfänger" nicht, was später wirklich gebraucht werden würde...
Anleitungen und Tutorials gibt es im Netz zuhauf, meine stammt von www.sewsimple.de.
Gut fand ich das spezielle Feuchttuchfach, das ich aber aus praktischen Gründen aus Wachstuch genäht habe. Außerdem fehlte mir ein elastischer Verschluss - das Etui verliert deutlich an Volumen, wenn man ein-zwei Windeln aus der Tasche nimmt - sodass ich ein breites Gummiband als Verschluss hinzugefügt habe.

Ich habe das gesamte Innenfutter und beide Fächer aus Wachstuch genäht, aber wahrscheinlich reicht es, wenn nur die Feuchttuchtasche abwaschbar ist. Immerhin "flutschen" die Windeln gut heraus, wenn man schnell danach greifen muss.
Der Gummibandverschluss hat mir etwas Kopfzerbrechen bereitet. Wann sollte er wo wie herum festgenäht werden, damit er beim Wenden an der richtigen Stelle sitzt?
Im Endeffekt habe ich es hier immer noch nicht richtig gemacht, da die linke Seite sichtbar ist (zum Glück ist das echt egal, aber ich wollte eigentlich weiße Sterne auf blauem Grund. Grmpf.). Ich hätte das Gummiband - vielleicht sogar mit weniger Spiel als hier gezeigt - etwa in der Mitte des Windelfachs platzieren müssen (so wie hier), aber mit der rechten Seite nach oben (so wie hier nicht). Darüber kommt die Außenseite der Tasche mit der rechten Seite nach innen (rechts auf rechts). Die Wendeöffnung habe ich in der Mitte gelassen, das ging gut. Auch die Verstärkung der Fachkanten mit Schrägband war eine gute Idee.
So sieht das Ganze fertig bestückt aus: links Feuchttücher, dank der praktischen Öffnung gut zugänglich. Rechts wohnen drei bis fünf Windeln und evtl. eine Wickelunterlage. Das Gummiband in der Mitte hält eine Wundsalbe bereit, und an der Sternenschlaufe oben lässt sich bspw. ein Schnuller befestigen (hier noch nicht in Gebrauch). 
Ein schnelles und praktisches Geschenk für neue Eltern, und beliebig betüddelbar, wer das mag.

Dienstag, 29. März 2016

Noch ein Hemdenbody. Eine "An-Näherung"...

Den ersten Baby-Body aus einem alten Herrenhemd habe ich hier beschrieben. Das ging schon ganz gut, aber es war noch Luft nach oben. Vor allem, wenn man gerne etwas mehr Kontrolle über die zu erzielende Größe erreichen will.
Für den zweiten Versuch habe ich daher versucht, das beschriebene Prinzip mit einem vorhandenen und tausendfach bewährten Schnittmuster in "offiziellen" skalierten Größern zu vereinen.
Schnabelinas Regenbodenbody kennt das deutschsprachige Mutti-Nähblog-Netz natürlich, sodass ich hierauf nicht weiter eingehen muss.
Ich habe die Variante mit "normalem" Rundhals in Größe 62 ausgewählt und als Grundlage genommen. Da ich nicht mit einem dehnbaren Stoff arbeite, habe ich in der Breite das Muster allerdings in Größe 68 ausgeschnitten. Das kann nicht schaden.
Das wiederzuverwendende Hemd wurde fein säuberlich gewaschen und gebügelt und auf Schadstellen untersucht - und dann auseinandergetrennt: Seitennähte, Ärmel lösen und Ärmelnähte auftrennen. Manschetten und Kragen abtrennen.
Vorder-und Rückenteil sind schnell zugeschnitten - allerdings müssen zwei Dinge beachtet werden:
1. Die Knopfleiste soll übernommen werden. Ich will sie in der vorderen Mitte, die daher von Knöpfen bzw. Knopflöchern definiert wird.
2. Ich hatte keine Lust, das Rückenteil mit einer Schulterpasse zu teilen, habe aber für mehr Bewegungsfreiheit eine Bewegungsfalte eingeplant. Dazu das Rückenteil 2 cm vom Stoffbruch entfernt anlegen und am oberen Ende über etwa 3 cm eine Falte entlang der eigentlichen Nahtlinie absteppen.
Für die Ärmel wollte ich diesmal die Öffnung nutzen, da ich mir vorstelle, dass das An-und Ausziehen dadurch merklich erleichtert wird. Das Ärmelschnittmuster habe ich daher recht weit unten angesetzt und mir gleich markiert, welches der rechte und welches der linke Ärmel wird, denn der Schlitz sitzt natürlich nicht in der Mitte, sondern leicht seitlich versetzt.
Die Manschetten habe ich ebenso wie den Kragen  proportional in der Größe angepasst und komplett neu zugeschnitten - nicht zuletzt, weil das Ursprungshemd hier natürlich auch schon einiges gelitten hatte.
Beim Kragen ist allerdings noch Luft nach oben - der nächste Versuch wird eine Art Kragensteg an das Kragenschnittmuster ansetzen, damit man ihn besser umklappen kann, und der Abstand des obersten (originalen) Knopfloches ist auch noch nicht ideal. es sollte beim Zuschnitt etwa 2cm plus Nahtzugabe vom Halsausschnittrand entfernt liegen, wenn man es vernünftig nutzen können will.
Den Beinverschluss habe ich wieder mit Wäschegummi "gesäumt", diesmal allerdings die Formel Beinausschnittlänge mal 0,7 zugrundegelegt. Müsste eigentlich auch mit einem Jerseybündchen gehen, vielleicht ist das weicher?
An den "geraden" Kanten - wo die Knöpfe sind - übe ich übrigens keinen Zug auf das Gummi aus. Diesmal habe ich einfach zwei Knopflöcher eingearbeitet und entsprechend übrige Hemdknöpfe angenäht. Das geht auch noch schöner, bewegt sich allerdings in die richtige Richtung. Der Body lässt sich vorne komplett öffnen, sodass das Kind eigentlich leicht anzuziehen sein sollte.
Mal sehen, ob der dritte Anlauf den gewünschten Perfektionsgrad erzielt - das war jedenfalls noch nicht das letzte Hemd in meiner Sammlung.

Der Aufwand ist im Übrigen höher als ich ursprünglich gedacht hätte, zumindest, solange ich noch mit den Details wie korrekten Abständen zu Knoplöchern und dem konzipieren von Manschetten- und Kragenmustern beschäftigt bin. Aber länger als einen (späten) Abend dauert es auch wieder nicht. Ich erwarte, damit zunehmend schneller zu werden.
Dass meine Nähmaschine gerade beim Knopflochnähen zickt, hilft natürlich auch nicht.

Dienstag, 23. Februar 2016

FO: Sherlock Mütze.

Natürlich ist die versprochene karierte Mütze längst fertig. Ich kam nur nicht zum Bloggen...
Hier ist sie: 
Diesmal hat sie oben einen Knopf. Der Vollständigkeit halber, und weil das passgenaue Zuschneiden von karierten Stoffen extrem aufwendig ist... (wer findet den Fehler?)
 Diesmal habe ich hinten im Nacken keinen Bündchenstoff, sondern stattdessen die Kugelsegmente verlängert...
 ...und sowohl beim Außenstoff als auch beim Futterstoff - ein weicher Jersey - ein Gummiband eingenäht. Keine Ahnung, ob das gut sitzen wird.
Wenn man die Mütze hinlegt sieht sie eher aus wie Sherlock's berühmter "Deerstalker".  Eine Vorführung am Modell ist leider zur Zeit nicht möglich.

Und nein, da ist nichts "im Busch". Babies kommen nicht aus Büschen. Auch nicht aus Kohlköpfen, oder vom Storch... die muss man ganz alleine zusammenbauen. Das ist ganz schön mühsam. Und klappt leider nicht immer. Deshalb betrachten wir diese Aktivitäten einfach als eine Art magisches Handeln, oder Beschwörung, aber wir reden nicht darüber. Deal?
:-)

Mittwoch, 17. Februar 2016

FO: Brit-Chic Größe 80.

Meine momentanen Nähprojekte profitieren natürlich sehr davon, dass zur Zeit kein tatsächliches reales Baby mich davon abhält, mich stundenlang mit Stoff aussuchen, zuschneiden, bügeln und nähen zu beschäftigen. Zugleich ist es ohne ein echtes Modell gar nicht so einfach zu erraten, wie groß das zu benähende Kind zu welchem Zeitpunkt denn wohl sein wird. Ich verlasse mich daher auf die standardisierten Durchschnittsgrößen in dieser Tabelle, und hoffe, dass das ungefähr hinhaut. Zumindest, wenn das vernähte Schnittmuster eine "offizielle" Größenangabe hat, und nicht nur, wie bei den zuletzt vernähten Mustern von ShwinandShwin, ein "meinem Kind hat das mit 3 Monaten gepasst"...
Laut meiner Schwägerin beinhalten die drei bereits vorsortierten Kisten mit ererbter jungstauglicher Babykleidung alles, was das Herz begehrt bis etwa Größe 80. Größe 80 entspricht laut Tabelle 10-12 Monaten, oder aber, wenn die Kinder kräftig ausfallen, was in meiner Familie gar nicht ungewöhnlich wäre, 7-12 Monate... vorausgesetzt, es handelt sich um ein mitwachsendes Kleidungstück. Also Wintersachen. Wintersachen kann ich.
Und der Vorsatz war, eine Hose passend zu diesem grünen Eulen-Pullunder zu fertigen, der ja von 9-12 Monaten passen soll.
Glücklicherweise habe ich in der Upcycling Kiste noch einen alten Rock gefunden, den ich immer mochte, aber nie getragen habe - er saß einfach nie gut, rutschte hoch, sodass das Futter blitzte, und war mir auch eine Handbreit zu kurz. Inzwischen ist er zudem etwa 10 Größen zu klein...
Ein bißchen schneiden, ein bißchen bügeln, und die hervorragende Anleitung "Pumphose Frida2.0" vom Milchmonster, die ich in der kleinsten, kostenlosen Version ja schon probegenäht und für tauglich befunden hatte - et voilà!

Eine sehr britische Knickerbockerhose!
Die extra-langen Bündchen wachsen mit, lassen sich aber mittels Umkrempeln auch kürzen, und erinnern an Kniestrümpfe. Dabei fiel mir die Auswahl der richtigen Bündchenfarbe am schwersten. Denn laut "Gentleman-Blog" soll man die Farbe der Strümpfe mit dem gesamten Outfit abstimmen... Genau genommen heißt es dort:
"Braune Strümpfe (wenn auch oftmals verschmäht) schmeicheln indes braunen Cord- und Tweedanzügen, zu denen auch weinrote und flaschengrüne Strümpfe denkbar sind." (http://www.gentleman-blog.de/2013/04/26/struempfe-socken-schuhe-hose/), Hervorhebung von mir, Link im Original
Braun war mir dann doch zu langweilig für eine Kinderhose...

...die langen Bündchen simulieren ja irgendwie doch die Strümpfe. 
Weiß wäre zu hart. Dunkelblau hat mich nicht überzeugt. Weinrot wäre eine echte Option...
Aber der Meinige war für flaschengrün. Und der Eulenpullunder ist ja auch grün. Voilà!
So sieht das aus.
Die Hose folgt genau der Anleitung für eine "Frida 2.0" mit innenliegenden Taschen. Allerdings habe ich den möglicherweise kratzigen Wollstoff mit einem weichen Jersey gefüttert. So wird die Hose zwar noch etwas wärmer, aber das schadet ja nicht unbedingt. Dafür kann man evtl. auf eine Strumpfhose verzichten. 
Nur auf der Rückseite habe ich etwas improvisiert - runde Taschen schienen mir unpassend, keine Taschen fand ich auch doof. Also habe ich Taschenklappen in der Breite des Taschenmusters improvisiert und angenäht - sie ohne jede Funktion. Man könnte noch Knöpfe aufnähen, aber das scheint mir nicht nötig. Außerdem würde das Kind wahrscheinlich genau darauf liegen oder sitzen, was möglicherweise trotz Windelpolster unbequem wäre. Nein, nein, wir lassen das so.
Außer natürlich, dass wir jetzt noch passende Schuhe und eine karierte Schirmmütze brauchen. Is' klar, oder?
Und mit einer passenden Strickjacke, zum Beispiel der Baby Sophisticate, würde das hier auch mal wieder zum Strickblog werden...