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Samstag, 15. November 2014

FO und Fazit: Wendy's Twinset.

Schon seit einigen Wochen ist mein neuester Lieblingspullover fertig.
Das Muster stammt aus der Interweave Knits vom Sommer 2013, die mir die liebe Woll-Maus glücklicherweise einmal mitgebracht hat - eine richtige Lieblingsstrickzeitschrift mit einigen hübschen Modellen, die mir gut gefallen. (Danke nochmal!) Und so entstand ziemlich schnell der Plan, passend zu der Li-La-Löcherjacke, sozusagen als Twin-Set, "Wendy's Pullover" zu stricken.
geöffnet geht es zusammen ganz gut
Und tatsächlich ist der Plan ganz gut aufgegangen. Auch wenn die Jacke deutlich kürzer ist als der Pulli, so kann man beides ganz gut kombinieren -jedenfalls so lange ich die Jacke offenlasse.

geschlossen finde ich es nicht so günstig

Ich trage unter dem Pullover nur Unterhemden, T-Shirts mit ausreichend großem Ausschnitt wären mir aber tatsächlich noch etwas lieber, denn unter den Armen filzt es schon ein bisschen... insgesamt trägt sich das Garn aber toll, hält die Form und pillt fast gar nicht. Ich trage beides sehr viel und bin froh, meinem Wärmehaushalt individuell regulieren und dabei "vernünftig" aussehen zu können. Für mich ein voller Erfolg!




Das Muster:
"Wendy" ist ein wunderbar retro-mäßiger Kurzarmpullover mit kontrastfarbenem Bubi-Kragen, der mich an die Mode der 1940ger Jahre erinnert. Eigentlich verstehe ich die Kombination von "Wollpullover" und "Kurzarm" nicht, denn wenn ich Wolle  trage, ist es doch eigentlich kalt, aber der Zwiebel-Look von Twin-Sets hat mir immer schon eingeleuchtet, und wenn es nicht so spießig-damenhaft daherkommt kann es sehr süß aussehen. Außerdem: Bubi-Kragen. 
 
Die Farbe kommt zwar nicht so gut raus, aber die Melierung sieht man gut...
Überhaupt bin ich gerade sehr für retro-vintage-Damen-Mode. :-)
Technik:
Und ein unkompliziertes Strickwerk versprach es zudem zu werden: der Pullover ist, vom 2r2l Bündchen und dem Kragen in Kraus-Rechts abgesehen, komplett rechts gestrickt. Die Zahlen habe ich von der CustomFit Anleitung für die Li-La-Löcherjacke im gleichen Garn übernommen, so dass die Adaption auf eine dünnere Wolle relativ leicht fiel - von hier habe ich auch die minimale Taillierung übernommen. Allerdings habe ich den Pullover nicht so kurz wie die Jacke gemacht.
Was ein paar Zentimeter doch ausmachen!

Die Wolle:
Und damit das ganze passt, habe ich die restliche Golden Eagle Alpaka Fein aufgebraucht, diesmal aber Haupt-und Kontrastfarbe getauscht. Das Garn trägt sich wirklich toll, und wunderbar warm, obwohl es ja ein sehr dünnes Garn ist. Diese Alpaka-Viecher haben sich zum Überleben in den Anden offenbar etwas Gutes überlegt. Und die Farbe - wahnsinnig schwer zu fotografieren - ein vielfältig meliertes blaustichiges Violett - harmoniert nach wie vor sehr schön mit dem helleren Flieder. Zudem gefällt mir der weiche der Ton-in-Ton-Kontrast. Allerdings hatte ich leider nicht genug Garn, konnte aber glücklicherweise noch ein Knäuel nachbestellen, nachdem ich bereits das Bündchen wieder abgetrennt hatte, um daraus die Ärmel anzustricken (das reichte aber nicht).
Änderungen:
Wegen der dünneren Wolle musste ich die Zahlen  umändern, die Ärmel sind etwas länger, und die Bündchen habe ich (inspiriert von woolandtea) im helleren Flieder abgesetzt. Auf diese Weise konnte ich das Garn bis auf den letzten Meter ausschöpfen. Aus irgendeinem  Grund ist allerdings mein Ausschnitt deutlich tiefer als im Original, das viel halsnäher und höher geschlossen war. So gefällt es mir zwar auch ganz gut, geplant war aber nicht - dafür hätte ich mir die Mühe mit der rückwärtigen Knopfleiste gar nicht machen müssen! Diese ist nun zugenäht und rein dekorativ.
Ich kann jetzt übrigens Collagen.

Die harten Fakten:

Wendy's Pullover by Ruthie Nussbaum

angefangen: 13. August 2014
fertiggestellt: 18. Oktober 2014
verbraucht: 10 Knäuel Golden Eagle Alpaka Fein (8 x violett 49, 3 x flieder 50)
Größe/Maße: meine
Nadeln: 2,75 mm und 3mm Chiaogoo Lace Twist
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 5 Knöpfe
Kosten: ca. 40 Euro Garn, und Knöpfe (Preis unbekannt).

Donnerstag, 21. August 2014

FO und Fazit: Li-La-Löcherjacke.



Wir sind wieder online.
Und die Li-La-Löcherjacke ist fertig. Zum Schluss hat es sich ganz schön gezogen. 
Geplant war eine kurze Jacke mit langen Ärmeln und V-Ausschnitt, die zu den im letzten Jahr genähten Kleidern und Röcken getragen werden kann. (Daher auch kürzer als ich es zu Hosen bevorzugen würde.)
Nach der endlosen Swatcherei hatte ich mich irgendwann auf eine Maschenprobe festgelegt. Es schien mir, das 3er Nadeln zwar etwas lockerer wirkten, als es mir normalerweise lieb wäre, aber das dadurch nach dem Waschen die leicht fluffige, haarige Alpaka-Wolle  noch etwas aufblühen könnte. 
Für ein Muster hatte ich mich vor allem auf  kleine, nette Details bei  dem ansonsten sehr klassischem Schnitt festgelegt. 
Zum einen wollte ich den Schulterbereich betonen und der hübschen "Mädchenfarbe" Rechnung tragen, indem ich ein sehr einfaches Lochmuster einfüge. 

Außerdem hat mich das Charleston Tee zu leicht gepufften Ärmeln inspiriert. Aber nur leicht - meine Oberarme sind auch so schon stark genug...

Und dann wollte ich umgenähte Kanten mit Mäusezahnmuster - von Verdeazulado’s gathered shirt habe ich die Idee übernommen, die Innenseite mit dem dunkleren Garn zu gestallten und damit das kleine Lochmuster farblich zu hinterlegen.
Ich hatte mit den Ärmeln begonnen und kam auch sehr schnell voran (2 zugleich auf der Rundstricknadel). Als nächstes strickte ich die Vorderteile, ebenfalls zwei zugleich - und ja, nix nahtlos in Runden hier, ich bin gerade mehr für Nähte, zumal mir das Nähen auch eigentlich nichts ausmacht - und dabei kam es zu den ersten Problemen. Ich habe einen unglaublich dummen Fehler in der Programmierung des Musters gemacht, nämlich den Ausschnitt viel zu tief angesetzt. Auch bin ich mir mit der Knopfleisten-Zugabe noch nicht so ganz sicher, das war mehr geraten als gewusst. 
Das Rückenteil habe ich dann aber doch mehrfach zurückribbeln müssen - irgendwie war ich unkonzentriert im Musterteil. Egal. Wurde irgendwann doch fertig. Aber holla die Waldfee-  das war eine lange, lange Knopfleiste! 
Noch kurz zur Fertigstellung: das Nähen macht mir eigentlich wenig aus, Matratzenstich für gerade Nähte ist auch kein Hexenwerk - aber das Festnähen der umgeklappten Säume ist langwierig und brauchte mehrere Anläufe. Am besten geht es, wenn man die Stücke anfeuchtet, dann liegen sie flach.
Das Muster:
Die Eingaben bei Custom Fithttp://customfit.makewearlove.com/about/ waren

Close fit
cardigan
High-hip length
Full-length sleeve
Vee neck
Neck depth: 11¾”/30 cm Below armhole-shaping start
[Achtung: dies ist offensichtlich Blödsinn, viel zu tief und wurde von mir geändert!!!]
Finishing:Hem edging and height:
Folded hem, 1¼”/3 cm
Sleeve edging and height: Folded hem, 1¼”/3 cm
Button band allowance: -½”/-1 cm
Button band edging and height: Folded hem, 1¼”/3 cm
Im oberen Drittel (= alles oberhalb der Armausschnitte bzw. innerhalb der Armkugel) und entlang aller Kanten habe ich außerdem in abgestuften, dichter werdenden Abständen ein einfaches Lochmuster eingefügt.
RS1: k3, YO, k2tog, k1
WS2: p all
RS3: k1, ssk, YO, k1, YO, k2tog
WS4: p all
RS5: k3, YO, k2tog, k1
WS6: p all


Technik:
 Nichts aufregendes: hauptsächlich glatt rechts, ein einfaches Lochmuster, gerichtete Zu-und Abnahmen, die Fähigkeit zu zählen und geradeaus zu nähen. Eigentlich einfach.
Die Wolle:
Golden Eagle Alpaka Fein in einem wunderbaren Fliederton (50) und einem passenden dunkleren Violett (49), das bei genauem Hinsehen wahnsinnig bunt ist. Eine wunderbare, weiche,fedrig-leichte Wolle, und ich liebe die Farbe. Nach dem Waschen flauscht sie auf wird kuschlig und wärmend und ist rundum wundervoll. Mal sehen, wie stark sie Knötchen bilden wird, aber bisher hält sie sich gut.

Änderungen:
Die "Puffärmel" habe ich mir nach der Charleston Tee Anleitung zusammengebastelt. D.h. statt einer runden Armkugel habe ich nach dem ursprünglichen Abketten einfach geradeaus hochgestrickt und in den letzten zwei Rechtsreihen soviele k3tog gemacht, bis ich auf der gewünschten Abschlussmaschenzahl angekommen war. Dann abgekettet - das Ergebnis war eine feste Kante mit leichter Puffung, ungefähr wie das Einkräuseln eines Jackenärmels beim Nähen. 
Den Ausschnitt höher gesetzt - hätte sogar noch höher gekonnt - weil ich es in der Anleitung falsch eingegeben hatte. (30 cm unterhalb Schulter, nicht unterhalb Armausschnitt. Manno.) Leider auch ein Knopfloch vergessen, dafür muss ich mir noch eine Lösung überlegen. Immerhin weiß ich jetzt, wie ich eine verdeckte Knopfleiste stricken würde, sollte ich das jemals wollen.

Die harten Fakten:
 Li-La-Löcherjacke, mein Kopf und CustomFit
angefangen: 12. Mai 2014
fertiggestellt:12. August 2014
verbraucht: 8 Knäuel flieder, 1 Knäuel violett
Größe/Maße: meine
Nadeln: 3 mm Chiaogoo Red Lace Twist Cables, 2,75 mm für die violetten Bündchen.
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 4 Knöpfe
Kosten: 4,00 Euro pro Knäuel = 36 Euro. Günstiger als gedacht.