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Sonntag, 17. Januar 2016

FO und Fazit: Strickschlips für den Meinigen.

Silvester hatten wir Hochzeitstag, und ich habe dem Meinigen einen Schlips gestrickt.
Das hatte er sich tatsächlich irgendwann einmal gewünscht. Naja. Wahrscheinlich hat er eher mal so nebenbei bemerkt, dass ein Strickschlips, den er irgendwo gesehen hatte, gar nicht soo schlecht aussah. Da er sich Sonntags gerne etwas um den Hals bindet - im Alltag/Beruf hingegen eher nicht - dachte ich, ich probiere es mal. Und heute ist Sonntag - hier also das Ergebnis!
Sonntag!
Das Muster:
Ravelry bietet verschiedene Strickanleitungen an, von denen die meisten mich nicht sonderlich überzeugt haben. Anders das "Seed Stitch Tie Recipe", denn es versprach, sich genau an die Ansprüche des Trägers adaptieren zu lassen. Der Meinige, selbst eher schmal gebaut, bevorzugt nämlich schmale Schlipse mit dünnen Knoten, und ringt regelmäßig mit der "Überlänge" gekaufter Langbinder. Wie bei allen Maßanfertigungen versprach ein handgestrickter Schlips, diese Probleme zu lösen... (Vorausgesetzt, man kann richtig messen. Ähem.)
Das (kostenlose, englische) "Seed Stitch Tie Recipe" ist, wie der Name vermuten läßt, eher "Rezept" als genaue Anleitung. Es beginnt mit der Erklärung, welche Maße zu erheben sind - vom Gürtel bis obersten Hemdknopf für den breiten Teil des Schlipses, einmal um den Hals plus 10 inches für den schmalen Teil.   
(Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin nicht sicher, ob dabei der Knoten, der ja auch einige Zentimeter beansprucht, schon angemessen berücksichtigt ist. Dem Meinigen ist der dünne Teil des Schlipses jedenfalls zu kurz, der breite Teil zu lang geraten. Aber das kann auch an mir liegen und lässt sich in Zukunft natürlich anpassen. Unter einem Pullover lässt dieser Mangel sich allerdings verbergen, und das Ding ist somit bedingt tragbar.) 
eindeutig zu lang
Der Rest der Anleitung besteht aus Zentimeterangaben, die vom gewählten Garn und Maschenprobe abhängen, und Hinweisen zu den Abnahmen vom breiten zum schmalen Ende in der Knotenregion.
Technik:
Der Schlips wird in Runden als lange Röhre gestrickt, sodass Vorder- und Rückseite gleich sind. Dadurch wird er allerdings auch doppellagig und somit doppelt dick - bei Wolle vielleicht keine soo gute Idee. Durch (in meinem Fall recht aggressives) Dämpfen wurde er aber flach genug für einen vernünftigen Knoten. Dämpfen scheint mir somit unausweichlich, wenn der Schlips tragbar sein soll.
vorne gedämpft, hinten "nur" feucht platt gedrückt.
Der Schwierigkeitsgrad ist ansonsten gering: Für einen "Seed Stitch", also Perlmuster, braucht es rechte und linke Maschen, dazu benötigt man gerichtete Abnahmen und die Fähigkeit, in der Runde stricken zu können. Ich habe eine kurze Rundstricknadel benutzt. Außerdem braucht es Geduld und Spucke, und in meinem Fall zwei lange Zugfahrten retour mit spannenden Hörbüchern, um nicht vor Langeweile zu sterben. Auch die sehr dünnen Nadeln - 2mm - fand ich ziemlich unangenehm, aber ich wollte ein festes Maschenbild, damit der Schlips später nicht leiert.
Die Wolle:
Für einen Prototyp wollte ich erst einmal aus dem Wollvorrat schöpfen und fand ein gut abgelagertes Knäuel Schachenmeyer nomotto micro in dunklem blau, das ich Anfang 2008 zur Feier einer Neffengeburt gekauft habe. (Die daraus entstandenen Pullover sind prä-Blog und, wie ich vor zwei Jahren beim Wiedersehen mit dem Pulli feststellen durfte, auch prä-Maschenprobe und prä-Qualität. Man lernt zum Glück dazu...
Die Micro ist dünn genug und hat einen ganz leichten Glanz ohne fusselig zu sein, zugleich ist die Farbe dem Meinigen sehr genehm. Damit darf ich es versuchen. Ich strickte sie allerdings sehr sehr fest mit 2mm Nadeln, um sie stabil gegen die zu erwartenden Zugkräfte zu machen.
Änderungen:
Ich habe von der dünnen Seite aus angefangen (aufgrund der Maschenprobe, die ich erst beim Stricken begonnen hatte. Offenbar sollte der gewünschte schmale Schlips dann doch nicht sooo schmal werden...) Dennoch ist selbst die schmale Seite dem Meinigen fast zu breit, um noch bequem unter den Kragen zu passen. 
grenzwertige Breite
Zwar "blitzt" das Material unter dem Kragen nicht hervor - das ginge gar nicht! - aber ich kann mir vorstellen, dass die doppelte Dicke ungewohnten Druck ausübt...
blitzt aber nicht
Ich habe jede "Seite" des Schlipses mit einer linken Masche beendet, sodass zwei falsche Knicknähte entstanden, die ermöglichen sollten, den Schlips flach und zugleich gerade zu Dämpfen (hat auch gut funktioniert - würde ich wieder tun). 
links: vor dem Dämpfen: gut sichtbare "Naht" und auch Dicke (rechts: möglicherweise für Kunstfaser zu heiß gedämpft, dafür angenehm flach)
Und ich habe das Perlmuster geändert, indem ich jede zweite Runde glatt rechts gestrickt habe. Gefiel mir bessser. Und ich habe auf Wunsch des Meinigen eine spitze Spitze angestrickt, indem ich auf den letzten 5 Zentimetern in jeder Rechtsrunde beidseitig je ssk/k2tog gestrickt habe - er wollte keinen flachen Abschluss.
Was dem Meinigen bei allen prototypischen Mängeln jedenfalls sehr gefällt (sagt er), ist der stabile, rutschfeste Knoten, der einen tollen Stand hat. 
Offenbar muss man seitlich durch den Knoten durchgucken können. Muster und Farbe sagen ihm auch zu. Und natürlich die Liebe und Mühe... *hust*... nein wirklich, das weiß er glücklicherweise sehr zu schätzen. (Memo to self: habe genau den richtigen Mann geheiratet!)
Insgesamt ist es also keine doofe Idee, einen Strickschlips zu stricken. Ein bisschen eintönig vielleicht, aber machbar. Sollte ich es wieder tun, habe ich jetzt auch die Möglichkeit, ausgehend von diesem Prototyp, die Maße entsprechend anzupassen - etwa 2 Maschen weniger in der Breite, falls ich in Runden stricken sollte (insgesamt also minus 4 Maschen), längere schmale Seite, kürzere breite Seite. Außerdem würde ich ein farblich genehmes Seiden-Lace-Garn suchen. Aber wahrscheinlich würde ich nur eine Lage Schlips stricken, und die Rückseite füttern, bspw. mit einem Seidenfutter oder Satinband oder so. Müsste man ausprobieren.
Die harten Fakten:
Seed Stitch Tie Recipe by Benyamin Conn
angefangen: 21. Dezember 2015
fertiggestellt: 28. Dezember 2015 (plus 2 Wochen bis ich zum Blocken/Dämpfen gekommen bin)
Garn: Schachenmayr nomotta Micro in  Farbe 50 (marineblau) 
verbraucht: etwa 1 Knäuel? (uups. gar nicht gewogen. wird nachgereicht)
Größe/Maße: 51 cm schmal (zu kurz) plus 65 cm breit (zu lang)
Nadeln: Chiaogoo Red Lace 2 mm
Maschenprobe: wird nachgereicht.
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: keine (Stashabbau).

Donnerstag, 13. Juni 2013

Hacke, Spitze, Hacke, Spitze -- ein Tutorial für Kniestrümpfe. (Teil 1)

Menschen im Internet (z. B.) stricken Kniestrümpfe oder haben es vor. Genau wie ich! Schon fühle ich mich weniger allein. Danke, Internet!
Zum Teil sind das Menschen, die ohne zu zögern die kompliziertesten Lace-Schals anschlagen und perfekt sitzende Jäckchen stricken, aber sich von dem Wort "Strumpf" (wahlweise "Socke") fürchten wie das Kaninchen vor der Schlange. Zum Glück hat mir, als ich irgendwann das Stricken anfing, niemand gesagt, dass Socken schwierig sind, (oder gar die "Königsdisziplin" - wie ich neulich mal in irgendeiner Zeitung las) und so konnte ich angstfrei losstricken und besaß wenig später dicke warme Bettsocken.
Irgendwann habe ich mich mal gefragt, was der ganze Buhei um das Stricken von der Spitze aus soll - bei "normalen" Socken ist das wahrscheinlich Jacke wie Hose, aber bei Kniestrümpfen hat es mir sofort eingeleuchtet. Zum einen kann man seine Wolle viel bessser einteilen. Zum anderen kann man zwischendrin mehrfach anprobieren, etwas was ich für Wadenspickel deutlich wichtiger finde als für Fersenspickel (die ich verabscheue häufig vergesse). Zum dritten ist es wirklich angenehm, keine Naht in irgendeiner Form vorne in der Stiefelspitze zu haben.
Und außerdem ist es so einfach! Der einfachste Anschlag von allen!

So geht's:
Man nehme
  • Wolle/Strickgarn
  • 1 oder 2 Rundstricknadeln (40 cm)
Beim Stricken von der Spitze aus bietet sich ein Nadelspiel wirklich nicht an, aber man kann später natürlich wechseln, wenn man will. Persönlich finde ich Strumpfstricken mit Zauberschlinge einfacher.
Bei einer Rundstricknadel nutzt man die Zauberschlinge (Magic Loop) - eine Schlaufe an beiden Seiten des Strickstücks. Bei zwei Rundstricknadeln hat man die Gesamtmaschenzahl auf zwei Nadeln verteilt, strickt aber immer nur von einer Nadel (mit Spitze 1b von Spitze 1a), die andere Nadel (Spitzen 2a und 2b) ruht. Wenn man dabei bspw. eine Holznadel und eine Metallnadel nutzt, kommt man nicht so leicht durcheinander...
Und jetzt: los! man hält die Nadelspitzen (entweder der gleichen Rundstricknadel; oder Nadel 1a und 2a) parallel und macht einen einfachen Knoten, allerdings (anders als im Bild) um die untere der beiden Nadelspitzen.

wichtig! Knoten unten. (anders als im Bild)
 Dann wickelt man den Faden fest, aber nicht zu fest, um beide Nadelspitzen herum, bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist. Beispielsweise beginnt bei meinen Eisblumen-Strümpfen die Spitze mit 2x12 Maschen - ich wickele also 12 mal um beide Nadelspitzen. Ganz einfach wickeln, das können sogar Anfänger!
Wichtig: wegen Foto ist auch hier wieder alles falsch - der Noten sollte unten sein! 12 Wickelschlingen stimmt aber
 Jetzt gut aufpassen, dass die Fadenspannung stimmt - Faden wie gewohnt auf die linke Hand nehmen (ich setze hier jetzt mal den "deutschen Normalfall = rechtshändige Kontinentalstricker" voraus), und die untere Nadelspitze vorsichtig nach rechts - in Richtung der Spitze - herausziehen. Die Wickel schlingen sich jetzt halb um eine Nadelspitze (oben, linke Hand) und halb um das Kabel der unteren Nadel. Das ist wichtig, weil das Kabel in der Regel dünner ist als die Spitze - wir gewinnen hier etwas Luft, um die Maschen abzustricken, ohne dass es später zu locker wird. Bei der Magic Loop Technik wird jetzt mit dieser Spitze gestrickt, bei der 2-Nadel-Technik hängt die untere Nadel dumm herum und man greift zu Nadel 1b).
 Jetzt kann man die Maschen ganz einfach rechts abstricken.
 Seht Ihr? Der Knoten sitzt jetzt auf dem Kabel (unten links), und das Rechts-Abstricken verdreht die Schlingen zu einer 8, sodass sie festsitzen.
 Die erste Nadelspitze ist abgestrickt, hier kann man gut erkennen, wie das Kabel die Zauberschlinge formt.
 Jetzt wenden: ich drehe die Nadeln um und ziehe das Kabel vorsichtig so zurück, dass die unteren (noch nicht gestrickten Maschen) wieder auf die Spitze kommen. Die abgestrickte Spitze ziehe ich zugleich so nach vorne, dass nun die bereits gestrickten Maschen auf dem Kabel ruhen.
Nun stricke ich die zweite Nadel(spitze) rechts verschränkt ab - seht Ihr, wie die Maschen aufliegen? Durch das verschränkte Abstricken (also hinten in die Masche stricken) sitzen alle Maschen ab der nächsten Runde richtig. Den Knoten kann ich jetzt übrigens vorsichtig lösen.

Ist doch ganz einfach, oder? 
So geht das jetzt immer weiter, und weil ich nur zwei Nadeln habe, muss ich mir nicht immer merken, wo ich für die Spitze zunehmen muss... Die eine Nadel hält die Maschen für die Sohle, die andere für den Oberfuß. Einfach immer nach der ersten und vor der letzten Masche auf jeder Nadel die entsprechenden Zunahmen machen, und fertig ist die Bandspitze!

Wer mag, kann jetzt zum Nadelspiel wechseln. Oder eben weitermachen.

Und während die anderen Internet-Menschen ihre Kniestrümpfe stricken, stricke ich auch welche - der zweite Strumpf "Eisblumen" inklusive Überprüfung der Anleitung steht ja noch aus, und da die Lopi-Jacke inzwischen zu groß ist, um mit mir auf Reisen zu gehen, fährt der Strumpf jetzt immer mit. Es geht nicht besonders schnell - man hat ja auch wirklich gerade besseres zu tun (Sonne genießen und so) - aber wenn ich bei der Ferse ankomme, verrate ich Euch wieder, wie ich das mache.
Bis dahin: Glückauf!

Montag, 22. April 2013

WIP: Eisblumen. Die Wade.

Es hat funktioniert - habt ihr mal aus dem Fenster gesehen?
Also bei uns zumindest grünt es überall und zunehmend blüht es auch.
Eichelhähers zanken sich mit Elsters, Rotkehlchen sitzen in der Hecke an der Terrasse und beschimpfen die gelbschnäbeligen Amseln singen* und in der Sonne ist es schon richtig angenehm warm...
Und alles nur, weil ich dem Winter meine neuen Kniestrümpfe gezeigt habe. Kalte Füße können mich nicht schrecken! Und der Winter hat's eingesehen und sich davon gemacht. Hoffe ich.
Vorsichtshalber stricke ich die Strümpfe aber noch fertig. Ich bin nämlich immer noch beim ersten Strumpf, und habe noch vier Streifen vor mir...
Dass es mal wieder länger dauert als man so gemeinhin meint, liegt daran, dass ich ja keine Socken stricken will, sondern eben Kniestrümpfe. Also braucht es ziemlich lange Strumpfbeine. Außerdem sind die Waden, wie mehrfach angedeutet, eher stramm - so stramm (seufz), dass ich auf den doppelten Umfang vom Fuß zunehmen muss. Mehr Maschen, länger Stricken, ihr kennt das ja, aber ich gehe hier kein Risiko ein: diesem Dauerwinter muss endlich einmal gezeigt werden, wo die Harke hängt (nämlich im Gartenhaus).
Allerdings sind die Kniestrümpfe im Zuge der Wiedereingliederung zum Reiseprojekt mutiert und wurden daher über das Wochenende leider etwas ignoriert. Man hat ja auch noch andere Dinge zu tun. Balkonkästen bepflanzen zum Beispiel, und auch sonst die Oberaufsicht über die Gartenarbeiten führen (natürlich von einem bequemen Terrassenstuhl aus)...
Vor allem aber war es etwas fiddelig herauszufinden, wie ich in ein fortlaufendes Muster hübscher Blümelein in möglichst regelmäßigen Abständen Maschen einschmuggeln kann. Hier gab es einige Fehlstarts, aber inzwischen habe ich eine Methode gefunden, die ich inzwischen sogar "auswendig" stricken kann.
So sieht das dann aus:

unten ist die Ferse, nicht die Spitze. Ehrlich!
Ich nehme pro Streifen (3 cm hoch)  eine Blume (3 cm breit) zu, und zwar immer in der Mitte der Wade. Der Großteil der Zunahmen erfolgt in der Stiel-und Blattpartie, damit die Blätter der nebenstehenden Blumen nicht aneinanderstoßen, dafür ist im Blütenbereich ziemlich Ruhe. Scheint aber zu funktionieren. Aufgrund des vierfarbigen Musters ist der Strumpf ja nicht sehr elastisch, also stricke ich lieber etwas weiter als zu eng. Mir gefällt das Muster wirklich gut, nur das Vernähen der unzähligen Fäden...

... nun ja. Ich mache das fortlaufend. Besser ist.
Und jetzt packe ich alles wieder in die Reisetasche, für morgen.
Möglicherweise reicht diese Arbeitswoche zur Fertigstellung des ersten Strumpfes.
Mal sehen, ob und wann ich dann einen zweiten stricke... Oktober?  :-)

(*entgegen der Propaganda von Herrn Wagner singen Vögel nicht - ratsch-tratsch - über verborgene Schätze. Sie sagen Sachen wie: "Hey Süße, ich will ein Ei von Dir! Guck wie rot meine Brust/ wie gelb mein Schnabel / wie grün mein Kopf ist!" oder "Hau ab! ich war zuerst hier!" oder ähnliches. Man kann das "Gesang" nennen. Wahrscheinlich am ehesten in der Sparte Gangstarap. Yo Bitches.)

Freitag, 19. April 2013

FO und Fazit: Turn-a-Leaf-Pullunder

Uff - nun ist es schon wieder ziemlich lange her seit meinem letzten Eintrag - bitte entschuldigt die lange Stille! Seit letzter Woche läuft meine Resozialisierung Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag und, ehrlich gesagt, die erste Woche war fast zu viel. Es fällt mir einfach unheimlich schwer, "reduziert" zu arbeiten... Nach anderthalb Tagen saß ich wieder zu Hause wie ein Schluck Wasser in der Kurve und war nicht sicher, ob das alles eine gute Idee ist. Zum Glück war die zweite Woche viel besser, nicht zuletzt dank eines gemütlichen Strickabends mit einer "spinnenden" Kollegin, und so habe ich jetzt etwas Energie, Euch auf den neuesten Stand zu bringen...
Zuerst einmal schulde Euch noch Tragefotos des längst fertigen Retro-Pullunders.
Hier ist er:
Frühlingsgrüne Blätter!
Ich finde, der sitzt schon ziemlich gut!
Mit dem helleren Grau kommt der Kontrast zu den grünen Blättern gut raus - hatte ich Euch überhaupt erzählt, dass ich ursprünglich ein etwas dunkleres Grau aus dem Stash nehmen wollte (was nicht funktionierte), und dann doch neu einkaufen war? (naja: aber es hat sich gelohnt, und der Löwenanteil ist ja "alte" Wolle... ehrlich!)
Das Blattmuster oberhalb der Brust streckt - wie ich finde - den Körper, zugleich schmeichelt die Taillierung ohne (endlich einmal) allzu wurstpellig zu wirken.

sitzt, passt, wackelt...
Ich bin sehr, sehr zufrieden.
Aber natürlich funktionierte auch hier nichts beim ersten Anlauf:
Angeschlagen hatte ich die bewährte Maschenzahl aus der Audrey, da ich ja die gleiche schwarze Wolle verwendet habe. Bis zu den Armlöcher gab es daher keine Probleme - außer, dass mir glatt-rechte Runden von ca. 300 Maschen/Runde in schwarz zunehmend auf die Nerven fielen, ebenso wie das vergleichbar triste Winterwetter vor der Türe. (Hat sich aber gelohnt). Für das Blattmuster habe ich als erstes die ausgeschriebenen Anweisungen desFair-Isle Twin Set Jumper in ein Chart übersetzt - schließlich war klar, dass ich mit ganz anderen Maschenzahlen arbeiten würde. Außerdem finde ich Strickschriften für Muster immer einfacher.
Im ersten Anlauf hatte ich - im Versuch, komplett aus dem Vorrat zu arbeiten - giftgrüne Sockenwolle (der inzwischen geribbelten Smaragdpantoffeln) und graue Cool Wool Extra Fine (wie hier verwendet) versucht, aber das ging in die Hose - der Kontrast war nicht stark genug, und die Sockenwolle zu dünn. Die Cool Wool war von der Stärke aber ok, und zwei Knäuel hellgrau und  Knäuel grün später war ich auf einem guten Weg.
Schnell war mir aber wieder klar, warum ich normalerweise mehrfarbige Muster in rechts-Runden stricke um potentielle Armlöcher später aufzuschneiden - ausnahmsweise hatte ich nämlich anleitungsgemäß hin-und-her gestrickt, Vorder- und Rückenteil getrennt bearbeitet. AAAAAAAAAAAAAargh. Siebzehn (17!) Reihen Mustersatz haben jeweils einen kompletten Abend länger gedauert als der Rest des Pullunders, und die Fadenspannung war unter aller Sau. Auch spannen unter Dampf hat da nicht alles retten können...
Fadenspannung im Muster? - da ist noch Luft nach oben
Trotzdem: rechtzeitig zu meiner ersten Arbeitswoche zum Ausbruch des Frühlings in Norddeutschland konnte ich das gute Stück probetragen - die Schultern hatten einen 3-needle-bind-off bekommen, die Blenden hatte ich in fröhlichem Streifenmuster gehalten.
Allerdings hätten die Armlöcher ein bisschen tiefer sein können. *Seufz*. Die Information hätte ich eigentlich auch aus Audrey's engen Armen ableiten können, aber nun ja. So ist es nun mal. Ergebnis:
Die Armlochblenden kniffen unter den Armen und rollten sich hoch.
Blenden im ersten Anlauf

Außerdem gefiel mir der Halsausschnitt gar nicht: die knit-up-and-pick-Erste Reihe in grün sah doof aus, die Blende leierte... beser neu machen.
Aber nur die Blenden - für mehr hatte ich keinen Nerv. Also habe ich an den Armen die Streifen mit verkürzten Reihen so gearbeitet, dass unter dem Arm nur die Aufnahme - und die Abkettrunde entlangführt - das schafft die nötigen 2 cm, wobei es auch immer noch mehr hätte sein dürfen - immerhin kneift es nicht mehr.

Sitzt besser - sieht ja keiner. Und wenn: das soll so!
Die Halsblende in zweifarbigem Rippenmuster ist super geworden - man kann sie sogar zweifarbig abketten. Dazu strickt man die Abkettmasche immer in der "falschen" Farbe, beim Abketten legt sie sich dann auf den nächsten Streifen und das Muster geht auf.
Kontrastfarbe:links, Hauptfarbe: rechts Blende: bildschön!

Natürlich musste ich das auch mehrfach machen, bis ich es nicht nur kapiert habe, sondern auch über den Kopf ziehen konnte. JSSBO...

Also - Fazit:
Das Muster:
Eine Kombination aus den Zahlen von Audrey in Unst und dem Einstrickmuster desFair-Isle Twin Set Jumper by Marriner Yarns, frei adaptiert und zusammengeführt von mir.
Technik:
Der Pullunder ist von unten bis zu den Armlöchern in Runden gestrickt, Vorder-und Rückenteil wurden getrennt beendet, das Einstrickmuster in Hin-und Rückreihen (würg) bewältigt. Armlochblenden in Streifen mit verkürzten Reihen, um die nötige Breite zu erreichen ohne unter den Achseln zu kneifen. Die Halsblende in zweifarbigen 1x1 Rippen.
Die Wolle:
Verbraucht habe ich größtenteils Wolle aus dem Stash - zum einen erneut die Konenwolle der Hamburger Wollfabrik, die ich schon bei Audrey verwendet habe, zum anderen die wunderbare Cool Wool Merinowolle, die sich zu einem vielseitigen Dauerbrenner für meine Strickprojekten entwickelt.
Änderungen:
Von der Vintage-Anleitung habe ich nur das Battmuster inklusive Farbaufteilung übernommen, von Audrey die Zahlen für den Körper, dafür Lochmuster und Ärmel weggelassen, Körper 50 Runden verlängert und Ausschnitt 10 Reihen höher angesetzt.

Die harten Fakten:
Fair-Isle Twin Set Jumper by Marriner Yarns
und
Audrey In Unst by Gudrun Johnston
angefangen: 12. März 2013
fertiggestellt: 13. April 2013
Wolle:  
Hamburger Wollfabrik (Wolle-Kaschmir-Nylon) in anthrazit oder schwarz oder was-es-auch-sein-mag
in grün und hellgrau
verbraucht: ? g grau, ?g grün, ? g schwarz. 
Größe/Maße: passt mir (ca Gr. 48)
Nadeln: Chiaogoo Rundstricknadeln Nr. 3 (einfarbig) und 3,25 (mehrfarbig)
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: ???

Mittwoch, 3. April 2013

WIP. Eisblumen.

Lieber Frühling,
wir wären dann soweit.
Brauchst nicht vorher anzurufen, komm einfach rein, die Tür ist offen.
Balkonkästen sind gekauft, wir und die Blümelein, wir warten nur noch auf Dich. Und frostfreie Nächte.
Und weil das dieses Jahr mal wieder länger  zu dauern scheint, haben wir uns einen Trick ausgedacht: wir stricken uns den Frühling herbei!
Frei nach dem Motto: wenn man mit einer Zigarette den Bus "herbeirauchen" kann, kann man sicherlich mit dicken Wollstrümpfen im April den Frühling locken...
In diesem Sinne rechne ich mit 25°C ab nächster Woche!

Angeschlagen sind ein paar Strümpfe nach eigenem Entwurf, extra warm durch dickere Wolle und stranded = doppelten Faden. Damit ich nicht übermütig werde, verwende ich vier Farben (aber nie mehr als zwei zugleich!) und damit das mit dem Frühling klappt, bleiben wir bei frostigen Farben. Wenn alles klappt, schreibe ich wieder eine Anleitung.
Wenn nichts klappt. wird geribbelt.
Und wenn nur das Frühlingswetter nicht klappt, habe ich wenigstens warme Füße.

Sonntag, 13. Januar 2013

WIP: "Rugby". Gestreifte Skistrümpfe.

Der Meinige, ich erwähnte es bereits, möchte wieder Skifahren gehen. Dazu wünschte er sich ein weiteres Paar dicke Socken. Nein - Strümpfe sollen es sein. Kniestrümpfe wären gut, sagt der Meinige.
Ok. Das lässt sich einrichten.
Ich führe den Herrn zur Kiste mit der Sockenwolle und zeige ihm die männertauglichen Farben.
Vielleicht ein frisches Marineblau?
grmpf - sagt der Meinige

ein fröhliches Mausgrau?
ochnö - sagt der Meinige
ein fesches Schokoladenbraun?
neee - sagt der Meinige
Die sind ja auch alle zu dünn, sagt der Meinige. Ich will dicke Strümpfe! In grün!
Grün?
So wie die hier?
wir erinnern uns: Smaragdpantoffeln im Winterschlaf
Ja! ruft der Meinige, genau so! Nur dicker!
Zum Glück, denn ich bin noch nicht ganz bereit, die Smaragdpantoffeln aufzugeben. Vielleicht muss man sie ribbeln und dann nochmal ganz neu starten, aber ich bin nach wie vor der Meinung dass das Muster und die Wolle gut zusammenpassen. Also. Grüne Wolle. In dicker. Das ist dann zwar keine "offizielle" Sockenwolle mehr, aber das macht ja nichts.
Wie wäre es hiermit?
zu blass - brummelt der Meinige

Oder hiermit?
zu dunkel - beschwert sich der Meinige

Letzte Chance: diese hier sind von einer Kinderstrickjacke aus dem Jahre 2009 übriggeblieben.
Ja! - ruft der Meinige
Erstaunlich. Ich hatte mich schon gefragt, ob diese zwei Restknäuele jemals einen Weg auf die Nadeln und aus meinem Stash finden würden. An Kniestrümpfe für den Meinigen hätte ich sicherlich nie gedacht. Allerdings bin ich auch nicht sicher, ob die 100g für ein Paar Kniestrümpfe reichen würden - hohe Socken - ja klar. Aber Kniestrümpfe? Riskant.
Vorsichtig äußere ich meine Befürchtungen: Was wäre denn, wenn die Strümpfe nicht bis ganz zum Knie gingen? Ich kann von der Spitze aus stricken und somit den letzten Fitzel aus der Wolle herausholen, aber es könnte knapp werden.
Der Meinige guckt enttäuscht.
Sage ich: was hälst du denn von kontrastfarbigen Spitzen, Fersen und Bündchen? Oder Streifen? Wie findest Du Streifen? Ich habe auch noch zwei Knäuel in Blau...
Aber nicht so dünne Ringel. Richtige Streifen! - fordert der Meinige
Dein Wunsch ist mir Befehl!
Vielleicht gibt es auch noch grün-graue Socken. Die Wolle scheint ergiebig...
Der zweite Strumpf soll übrigens mit grüner Spitze und Ferse werden.
Jetzt muss ich mich aber erstmal mit Zunahmen für den Wadenzwickel beschäftigen. Wer kennt sich denn hier mit Rippenmustern aus? *hust*

Montag, 24. Dezember 2012

FO: Borowski's Mütze.

(Dieser Post ist vorbereitet, da die fertige Mütze bis zur Bescherung an Heiligabend so semi-geheim bleiben muss. Ungefähr jetzt kommen wir aus der Kirche. Jetzt guckt bis zur Bescherung ohnehin keiner mehr ins Internet. Frohe Weihnachten allerseits!)

Was lange währt, wird endlich gut.
Wir erinnern uns:  Der Meinige wünschte sich einen Pullover. Er bekam "Borowski". Natürlich war genau ein Knäuel von der Wolle übrig - warum nicht noch eine passende Mütze stricken? Die Idee war gut, aber ein Knäuel reichte natürlich nicht. War ja klar! 
Ein zweites Knäuel in der gleichen Farbe war aber auch nicht aufzutreiben. Der Versuch, mit einer Kontrastfarbe weiter zu kommen, führte zwar zu einer Verbesserung meines Designs, sah aber so besch...eiden aus, dass ich hier nicht einmal darüber berichtet habe.
Tage, Wochen, Monate zogen ins Land, der Meinige fuhr zum Skifahren, ungenügend behütet bemützt aber immerhin mit warmen Füßen...
Und nun plant er die nächste Ski-Tour, und hat gefragt, was denn nun mit der Mütze sei. Recht hat er. Nichts war mit der Mütze, außer dass ich mal wieder die beliebte ste und blödeste Form des Stash-Bustings betreiben musste... Weil ein Knäuel REST nicht reicht, musste ich ZWEI NEUE Knäuel kaufen. Natürlich in der gleichen - bei mir eigentlich unbeliebten, weil hälftig aus Acryl bestehenden - Wollsorte. Dabei hätte ich ja auch ein ganz neues Garn wählen können. Hätte. Na egal. Es gab dunkelblaue Mille II - wenn auch nicht in Borowski's nachtblau - und voilà!
Hier ist die fertige Mütze.
Pünktlich zu Weihnachten!
Und wie gewünscht schlicht gerippt mit breitem Umschlag für extrawarme Ohren.
Die Krone ist glatt rechts gehalten und könnte meines Erachtens auch einen Pompom vertragen. (Zufällig waren noch 7 g Wolle übrig, grad genug für einen Bommel...) Ob der Bommel aber auch angenäht wird entscheidet sich noch. Bisher gab es kein absolut ablehnendes Nein sondern nur ein klares Vielleicht. Das heißt ja eigentlich "na gut aber später".

Immerhin war der lange Zeitraum zwischen "Design" und Fertigstellung ideal, um zu prüfen, ob meine mitgekritzelte Anleitung stimmt. Ich bin sozusagen meine eigene Teststrickerin, und da ich erfolgreich war und ganz Ravelry meines Wissens keine einzige top-down watchcap gelistet hat, stelle ich mein Design dort zur Verfügung.
Hier mein Fazit:


Das Muster:
Eine schlichte gerippte Mütze (watch cap) mit breitem Umschlagrand und glatter Krone.
Technik:
Die Mütze wird von oben nach unten in Runden gestrickt. Zunahmen erfolgen durch Herausstricken von zwei Maschen aus einer (kfb), abgekettet wird mit Jeny's Surprisingly Stretchy Bind-off , extra elastisch dank Umschlägen (yo) in der Abkettelkante.
Die Wolle:
Lana Grossa Mille II ist ein dickes Garn aus 50% Wolle und 50% Acryl. Letzeres mag ich nicht, aber vielleicht trocknet die Mütze dann schneller, wenn sie mal nass wird? Dank der dicken Wolle lässt sich die Mütze fix an einem Abend fertigstellen.
Änderungen: keine. Mein Design.
Die harten Fakten:
(Ravelry-Pattern-Link: kommt sobald er veröffentlich ist)
angefangen: 16. Dezember 2012
fertiggestellt: 16. Dezember 2012


verbraucht:: 93 g plus 7g für einen Pompom. 
Größe/Maße: passt einem normalen Erwachsenenkopf
Nadeln: Knitpicks Holznadel 5mm, 80cm Seil.
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 7,90 Euro für die Wolle

Mittwoch, 19. Dezember 2012

FO und Fazit: Stulpen. Endlich warme Hände!

Wer viel Zeit am Schreibtisch verbringt, kennt vielleicht das Gefühl: nach einigen Stunden am Rechner werden die Finger kalt. Ob es am Altbau-Büro mit Nordausrichtung liegt oder an der niedrigen Raumtemperatur, ob an der Tatsache, dass Frauen immer kalte Extremitäten haben oder mir schlichtweg die Bewegung fehlt - die ersten drei Umstände kann ich nicht beeinflussen, den vierten nur bedingt - zumindest während der Arbeitszeit. Kurzum: ich habe eigentlich immer eisige Pfoten.
Schon sehr sehr lange habe ich vor, dem mittels Stulpen abzuhelfen, aber wer hat schon Zeit, für sich selbst etwas zu stricken? Und dann ist ja immer wieder Sommer...
Spätestens seit Lena vor einem Jahr diese Stulpen hier gestrickt hat war mir klar, was ich wollte: Susie Rogers' Reading Mitts (kostenlos bei Ravelry) sollten es sein! Besonders gut gefiel mir die kontrastweiße Picot-Spitzenkante am Handabschluss! Ein ideales Reiseprojekt für meine Pendelei, ich rechnete damit, pro Fahrt mindestens einen Stulpen zu schaffen (inklusive des fernsehfreien Abends in Anderswo) und innerhalb von zwei Wochen endlich das Problem der katen Pfoten am Arbeitsplatz gelöst zu haben.
Die perfekte Wolle hatte ich auch schon parat, jetzt galt es nur noch zu erraten, ob ich wohl Hände in Größe S, M oder L besitze... Ich tippte auf S, schlug die erforderliche Maschenanzahl an - und fand sie viel zu groß! Ribbeln, kleiner Anschlagen - natürlich zu eng. Ribbeln, Mittelwert wählen - grmpf. Jeder dieser Versuche führte zu weiteren Neustarts wegen unerwünschter Möbius-Verdrehungen beim Rundstricken. Dann doch S angeschlagen, fertig gestellt - und das Maschenbild sagt: überdehnt, negative ease. Du kannst sie tragen, aber schöner wären sie mit etwas mehr Weite. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAArgh.
(An dieser Stelle habe ich mich erstmal divesen anderen Projekten zugewandt, z. B. der Brünhide-Mütze für die Nichte. Lesen ist ja z. B. auch ein schönes Hobby.. Und kommt mir jetzt nicht mit Maschenproben -erstens hat das bei mir noch nie funktioniert, und zweitens gilt ein Handschuh bereits als Maschenprobe.)



Zwei linke Hände. Irgendwas ist ja immer.
 Naja. Die Stulpen sind jetzt fertig. Sie sitzen nicht perfekt, aber ich weiß jetzt, was ich tun müsste für perfekte Exemplare. Sobald mich diese hier zu sehr ärgern, werde ich sie ribbeln/ändern oder neu machen. Bis dahin werden sie erstmal getragen.

Es folgt - Tusch! -
Der "Tusch" besteht aus der Weihnachtsglocke. Handschuhbilder halt - immer dämlich.
 ... das offizielle Fazit:


Das Muster:
Es handelt sich um ein Handstulpenmuster mit Picot-Rändern, einer einfachen Spitzenborte und Daumenzwickeln. Jeder Stulpen passt an beide Hände.
Technik:
Eigentlich ein super-einfaches Muster. Die Schwierigkeiten, die ich damit hatte, sagen mehr über meinen momentanen Zustand (Konzentrationsschwäche, Ungeduld, Fahrigkeit) als über die Anleitung. Es geht glatt rechts in Runden (für mich wie immer: Zauberschlinge), für die Picot-Kanten gilt das gleiche Muster wie für die Spitzenborte und auch die besteht nur aus Umschlag-Zwei Zusammenstricken (im Falle der Spitzenborte natürlich ohne Umfalten). Vier Runden linke Maschen sind auch kein Hexenwerk, nicht einmal der Zwickel für die Daumen ist kompliziert, da die Zunahmemethode nicht festgelegt ist. Ich habe tiefergestochene rechte und linke Zunahmen gewählt. Die Picot-Kante könnte man mit einem provisorischem Anschlag zusammenstricken, angenehmer, da mit flacheren Nähten, ist es, die Kante festzunähen bzw. mit sewn bind-off zu versäubern.
Die Wolle:
Die Lang Yarns Merino Seta ist eine Mischung aus 70% Merino, 30% Seide - weich und fluffig und ganz wunderbar zu verstricken. Ein schönes Garn, von dem ich vor zwei Jahren einmal zwei Knäuele in beige im Ausverkauf zum Ausrobieren erstanden habe. Der weiße Kontrast ist aus der bewährten Merino Extrafein von Lana Grossa.
Änderungen:
Auf der Suche nach der richtigen Größe und dem perfekten Sitz habe ich einige Modifikationen gemacht, mit dem Ergebnis, dass keiner der beiden Stulpen perfekt sitzt... Natürlich muss ein Stulpen, den man beim Tippen am Rechner tragen will, eng sitzen und darf nicht schlabbern. Dennoch sollte das Maschenbild nicht völlig überdehnt sein. 
Für eine zweite Version würde ich folgende Änderungen zusammenführen: 
1. gut eng am Arm, zu weit an der Hand. grmpf
 Keine Abnahmen nach der ersten Picot-Kante - das ist mir zu schlabberig - sondern gleich mit der geringeren Maschenanzahl anfangen: (für mich, L=45 Maschen). Dafür am Fingerrand enger werden, dazu die erste Linksreihenrunde des zweiten Spitzenmusters nutzen, um jeweils die 6./7. Masche zusammenzustricken. 
2. gut eng an der Hand, zu weit am Arm. grmpf.
Die letzte Picot-Kante - den Teil nach der Wendereihe - zudem in einer kleineren Nadelstärke stricken. So schlabbert kein Rand über die Tasten. So wie es aussieht ist jeder meiner Stulpen entweder zu weit am Arm oder an der Hand. Jaja, ich jammere auf hohem Niveau - aber wenn ich nicht wenigstens den Anspruch habe, es richtig zu machen, kann ich es auch lassen.
Die harten Fakten:
Susie Rogers' Reading Mitts by Susie Rogers
angefangen: 19. November 2012
fertiggestellt: 14. Dezember 2012
Wolle: Lang Yarns MerinoSeta in beige und ein Rest Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein in weiß


verbraucht:: 40 g beige und einen Rest weiß. 
Nadeln: spitze Rundstricknadeln aus Metall in 3mm, sowie in 2,75 mm für den inneren Saum der letzten Picotkante
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: möglicherweise um die 3 Euro.Die Wolle war ein Angebot, den Preis habe ich nicht notiert.

Donnerstag, 26. Januar 2012

FO und Fazit: Firestarter Skistrümpfe

Der  Meinige fährt morgen in den Schwarzwald. Er will dort Skifahren. Warum er das will, kann ich mir nicht erklären, und er kann es mir auch nicht erklären. Aber bitte. Soll er doch. Immerhin kann ich dafür sorgen, dass er es warm hat: er wird Borowski mitnehmen, Tumnus, und funkelnagelneue, extralange, extradicke, feuerrote Skisocken.
hier: beim Spannen. Leicht deformiert durch zu kurze Sockenspanner
Mehr kann ich wirklich nicht tun.
Der Meinige hat nämlich beschlossen, dass Socken, die aus einer Wolle stammen, die von seinem letztjährigen Weihnachtsgeschenk übrig ist, eigentlich ihm gehören müssten. Bestätigt wurde er in dieser Annahme von der Tatsache, dass die Socken mustermäßig schön schlicht gehalten sind. Und außerdem haben wir beide fast die gleiche Schuhgröße. Tja. Mir fehlten Argumente. Das wars dann wohl mit meinen extrawarmen Wintersocken. Aber ich teile ja gerne...:-) Damit sie in die anvisierten Skistiefel passen, habe ich sie besonders lang gemacht

- das Beinmuster hat 10 Mustersätze (der Fuß nur 5 Mustersätze), und das Bündchen hat 25 Reihen.
Und da der Meinige zwar sehr schöne, muskulöse Waden besitzt, diese aber deutlich weniger Umfang haben als meine eigenen Sauerkrautstampferle, muss ich neidlos anerkennen - sie stehen ihm sehr gut!
stramme Waderln
Er hat sie sogar anstandslos für mich Euch gemodelt!

Das Muster:
Die Firestarter sind ein schon klassisches Toe-up-Sockenmuster mit zwei einfachen Zöpfen aus verzogenen verschränkten Maschen (travelling twist-stitch cables?) – heißt das so? Die Zöpfe wandern beidseitig den Fuß hoch, teilen sich um den links gestrickten Zwickel zu umfassen, kommen nach dem Zwickel wieder zusammen und wandern das Bein hoch bis zum Bündchen. Fersenwände und das ganze Bein sind zusätzlich in 2 links 1 rechts verschränkten Rippen gemustert. Die Ferse ist eine runde Käppchenferse (ich glaube, das ist identisch mit der „Herzchenferse“).
WIP: erste Ferse fertig
Die Technik:
Man beginnt mit einem beliebigen toe-up Sockenanschlag – ich habe wie immer meinen Lieblings-Achter-Anschlag gewählt. Für die Zöpfe braucht man verschränkte Maschen, die ohne Hilfsnadel nach rechts oder links gezopft werden. Die Anleitung fand ich gut erklärt - ist ja auch nicht schwer. Nach einer Weile ist es ganz logisch – wie Zöpfe auch. Man kann das Muster gut auf der Nadel erkennen. Die linken Spickelmaschen waren mir schon von den Darling-Socken bekannt, und wie man die Spickelzunahmen links lochfrei hinbekommt, hat Ingrid hier sehr schön erklärt. Löcher habe ich übrigens keine – aber ganz in Ordnung ist das so auch nicht – es gibt manchmal so merkwürdige Knötchen…
Seht ihr was da komisch ist?
Für die Herzchenferse sollte man verkürzte Reihen beherrschen, ich habe wieder die von Elizzza hier erklärte Technik mit dem nur-rechts-hin-und-herstricken benutzt (allerdings nicht als Bumerangferse!) Und für die Ferse muss man natürlich zwei Maschen rechts zusammenstricken können. Alles kein Hexenwerk – viel Effekt mit einfachen Mitteln! Achja, für die Fersenwand hätte man wohl noch Maschen abheben sollen, das habe ich aber vergessen mich dagegen entschieden… *hust*
Die Wolle:
Die Regia 6-fach ist eine klassische Strumpfwolle – reine Wolle mit 25% Polyesterbeimischung. Angeblich filzt sie nicht, aber wie immer bei Regia kann ich das nicht bestätigen – die ersten Pilling-Knötchen entstehen schon beim Stricken. Ich mag sie nicht, und werde sie nicht wieder kaufen.
Eigentlich ging es mir darum, meine Vorräte abzubauen (stashbusting! Yeah!), und es war eben noch ein Knäuel vom letztjährigen Schal „Tumnus“ übrig. Dass ich, weil 6fache Wolle nun mal dicker und schwerer ist, noch zwei Knäuel nachkaufen musste, um die Socken zu beenden, liegt wohl in der Natur der Sache… (stashbusting = use one, buy two!) Ich habe von den drei Knäuelen noch genau 6g übrig, das sollte reichen für das Stopfen eventueller Löcher...
Änderungen:
Es sollten richtige Skisocken bzw. Strümpfe werden, daher habe ich die dicke Wolle extra-fest mit 2,5 mm Nadeln verstrickt, und erst für die Waden für mehr Weite auf eine größere Nadelstärke gewechselt – nach dem 7. Mustersatz auf 2,75mm, nach dem 8. Mustersatz auf 3,0 mm.
Außerdem habe ich testweise in ein Bündchen – ebenfalls extralang: 25 Runden – einen dünnen Elasticfaden eingestrickt,

damit die Strümpfe nicht rutschen. Wenn sich das bewährt, mache ich das öfter…
Der Meinige wird berichten, ob und welcher Strumpf besser sitzt.
Links: mit Gummiband. Rechts: ohne Gummiband
Also: Dickere Wolle. Eingestrickter Elasticfaden. Keine gemusterte Fersenwand. Ist sicherlich auch bequemer – soll ja im Skistiefel nicht drücken oder scheuern…
(Beim nächsten Mal würde ich gerne die Ferse und die hintere Wade mustern, aber die Oberfußnadeln würde ich glatt rechts halten.) Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Muster - simpel, aber nicht langweilig, und ein guter Sitz.

Die harten Fakten:
Firestarter vonYarnissima
angefangen: 22. Dezember 2011
fertiggestellt: 24. Januar 2012
Wolle: Regia Sockenwolle 6-fädig in 02002 (rot)
verbraucht:: 3 Knäuel, 6 g Rest = 144 g.
Größe/Maße: Größe 40, extra langes Bein (25 cm)
Nadeln: 2,5 (2,75/ 3,0) Chiaogoo Rundstricknadel 80cm Seil
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 12,- Euro

Und bei Ravelry.