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Dienstag, 11. Oktober 2016

FO: Bretonische Norwegerreste.

Dieser Blog startete 2010 mit dem Norwegermarathon - vier kleine Norwegerpullover für die damals vorhandenen Neffen und Nichten, zwei rote für die Mädchen, zwei blaue für die Jungs. Das ist sechs Jahre her, und ich bin gespannt, ob es ein oder zwei der Pullover wohl wieder zurück in diesen Haushalt schaffen - die ursprünglichen Neffen und Nichten sind jedenfalls längst herausgewachsen... und die drei "Nachgeborenen" sind ja auch versorgt...
Jedenfalls lagen hier noch immer einige Wollknäuele der damaligen Aktion herum, gerade genug für einen ganz kleinen Pullover.
Hoffte ich zumindest.
Daher hatte ich mir, als wir Ende September in wunderbarem Spätsommerwetter unseren ersten Urlaub zu dritt genossen, diese Restknäuele eingepackt: 1 angebrochenes rotes, weißes und zwei volle blaue.
Wenn man nicht weiß, ob die Wolle reicht, ist Raglan von Oben immer eine gute Idee. Im Zweifel bekommt der Pullover eben kurze Ärmel. Und wenn von keiner Farbe genug da ist, dann eben Streifen.
Und so entstand ein kleiner Pullover im bretonischen Stil:
Das angefangene rote Knäuel hat - wie gehofft - genau für die Schulterpasse gereicht, die wegen der Öffnung entlang der linken vorderen Raglannaht in Reihen gestrickt wurde. Mit den letzten Metern Wolle habe ich die vordere "Naht" mit einem I-Cord-Abschluss versehen, in den drei Knopflöcher eingearbeitet sind. Der Untertritt besteht aus 8 Reihen kraus rechts in blau.
Ab hier geht es in Runden weiter, immer zwei weiß, 8 blau. Die Bündchen haben vier zusätzliche Runden - eine für den Farbwechsel, eine mit Hebemaschen bei jeder zweiten Masche, die dann in der nächsten Runde rechts gestrickt werden - das gibt einen schönen Übergang ins rechts-links-Bündchenmuster, das zudem eine Nadelstärke kleiner gestrickt wurde. Nach 8 Runden dann zwei Vorbereitungsreihen für den Rollsaum (Italian oder Tubular Cast-off), der mir auch erstmals gelungen ist, d.h. tatsächlich elastisch geworden ist...
Knöpfe dran - fertig!
Als Orientierung diente mir für die Maschenanzahl und weitere Maße wieder der Scrap Sweater for the Small ones von Yarn-Madness, den ich auch schon für das (ups. unbebloggte) Geisterschiff und den Hasenherzpullover verwendet habe. Ich muss mir nur endlich mal merken, dass die Maße extrem klein ausfallen (oder Yarn-Madness nur sehr zierliche Babys kennt). Jedenfalls habe ich von der Weite "12 Monate" genommen, mich in der Länge aber an die "6 Monate" gehalten, da er ja jetzt passen soll. Passt auch, ziemlich genau - aber die Ärmel hätte man auch noch länger machen können... Und dabei ist Junior erst 4 Monate alt...
Egal. Die Karisma ist eher kratzig, und auf die Weise ist auf jeden Fall immer ein Stück Body-Ärmel zwischen Pulli und Babyhaut. Das ist vielleicht sogar praktisch. Wir finden das Pullöverchen jedenfalls sehr fesch. Und warm ist er auch. Alles richtig gemacht.

Edit 1.11.16
Ich habe die Ärmel um einen Streifensatz verlängert und alle Bündchen doppelt lang gemacht. Besser ist das. Maße wurden unten angepasst.

Die harten Fakten:
angefangen: 9. September 2016
fertiggestellt: 23. September 2016
Maschenprobe: 21 M x 34 R = 10x10cm
verbraucht: 40g rot, 10 g weiß, 85 g blau = 135g
Größe/Maße: 48 cm Unterbrustweite, 18 cm Saum-Achsel, 30 cm Saum-Schulter, Ärmel 16cm Saum-Achsel (10 cm + 6 cm Bündchen)
Nadeln: Chiaogoo Red Lace mit Twist-Seilen 4mm und 3,5 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 3 Knöpfe
Kosten: alles Reste

Samstag, 18. Dezember 2010

Norwegermarathon 4: Nachschub!

Heute, 13.30 - das ersehnte Päckchen mit der Nachschub-Wolle kommt an! Zweimal Drops Karisma in rot, einmal in weiß -sicher ist sicher...

endlich kann es weitergehen!
Ärmel werden nun angeschlagen... Wie immer zwei zugleich auf der Zauberschlinge.
Noch 6 Tage bis Weihnachten, 10 Tage bis zur Übergabe dieses Pullovers...
Vorweihnachtsstress!
Euch allen einen geruhsamen (!) 4. Advent....

Donnerstag, 16. Dezember 2010

WIP: Norwegermarathon 4. Steek schneiden. Warten auf Wolle für Ärmel...

Noch ein vorbereiteter Eintrag, Stand Dienstag abend...
Ich habe ja schon erwähnt, dass ich die Steeks am Norweger Nr. 4 schon geschnitten habe.
hier kann man einigermaßen erkennen, wo ich die elastische Zick-Zack-Naht in einem wohlvorbereiteten Steek-Muster unterbringe

Weil ich leider zu dösig gewesen war, die Maschen für den vorderen Schlitz abzuketteln und dann Steekmaschen darüber anzuschlagen -- was mir bei allen anderen Pullis gut gelungen war -- habe ich beschlossen, knallhart die "norwegische Methode" durchzuziehen. Bei Norwegian Steeks wird laut google ohnehin ohne Steekmaschen gearbeitet, und gleich ins "echte" Gewebe geschnitten. Natürlich wird aber auch hier vorher  rechts und links, sowie unterhalb der geplanten Schnittkante sorgfältig abgesteppt. Ich hatte mir die zu steppende Maschenreihe durch kontrastfarbene Heftnähte gut markiert, konnte aber wegen der hundsmiserablen Lichtverhältnisse leider nicht fotografieren.

(Ehrlich: der einzige Raum mit ordentlicher Beleuchtung in der gesamten Wohnung ist zur Zeit das Badezimmer. Der Meinige steht auf indirekte Beleuchtung, Kerzen und Tischlampen, die einzige Halogenstehlampe ist seit Wochen durchgebrannt. Dass ich hier ab und zu mal richtiges Licht brauche, verdrängt er leider... seufz. Manchmal hätte ich so gerne eine Deckenlampe - Schalter an und hell. Man fühlt sich ja wie im 19. Jahrhundert!)
ganz ordentliche Blende: sehr viel Dämpfen hilft

Jedenfalls: die Schulternähte sind mit 3-Needle-Bindoff versorgt, und ich habe schon einmal mit der Blende angefangen. Hätte nicht ununterbrochen das Telefon geklingelt, wäre ich damit vielleicht sogar fertig geworden.
ärmelloser Status -Quo

Für die Ärmel warte ich auf die neue Wolle, denn da die Farbpartie garantiert eine andere sein wird, dachte ich, der zu erwartende Farbkontrast fällt weniger auf, wenn die Ärmel eine Partie sind, und Körper mit Blenden die andere, identische Partie... Haltet mir die Daumen, dass die Wolle schon angekommen ist, wenn ich wieder nach Hause komme!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

FO Norwegermarathon 1 bis 3

Kaum hatte ich den letzten Eintrag gepostet, ist zur Abwechslung mal was Gutes passiert:
Das Päckchen von knittybitty mit den Verschlüssen ist endlich angekommen!

sind sie nicht schön?
Endlich lässt sich die Frage klären, ob die Verschlüsse in der Größe zu meinen unterschiedlich breiten Ausschnittblenden passen.
Wommadommasehn:
 Die Nummero 1 war ja blau, mit total lommeliger Blende...
     
aufgelegt

festgenäht
hmmm. Naja. noch nicht so toll.

Die Nummero 2 war rot, und ist das extralange Minikleid (wahrscheinlich der Grund, warum ich gerade eine Notfall-Nachbestellung der roten Wolle tätigen musste... hätte eben doch zurückribbeln sollen. Seufz.)
Hier die Verschlüsse:
festgenäht
 Das ist schon deutlich besser.

Die Nummero 3 war wiederum blau, und ist mir - wie ich finde - deutlich besser gelungen, und auch doppelt so schnell von den Nadeln gegangen.
so soll das aussehen.
Das gefällt mir richtig gut!

Wir halten fest: 
 10 Tage vor Weihnachten habe ich 3 von 4 Pullovern fertiggestellt.
Beim vierten Pullover sind die Steeks gesteppt und geschnitten. (Zeige ich nochmal im nächsten Post - ich habe alle vorprogrammiert, damit Ihr über die Woche was zu lesen habt.) Für die Ärmel muss ich allerdings auf die eben bestellten neuen Knäuele warten...Wenn ich Glück habe, sind die zum Wochenende hier, und dann darf einfach NICHTS mehr dazwischenkommen.
Es könnte noch klappen.
Vielleicht.
Weia, ist das spannend...

Samstag, 7. August 2010

Norwegermarathon 2. Start mit den Ärmeln.

Anlass für diesen Blog war ja eigentlich der Auftrag, vier mal den gleichen Nowegerpullover für die Neffen und Nichten zu stricken. Blau für die Jungs, rot für die Mädchen. Bis Weihnachten.
 Einer der Pullover ist ja bereits fertig. Seit März!
Aber nun ist schon August, und mindestens ein weiterer muss fertig werden, damit wenigstens ein Geschwisterpaar sich Weihnachten warm einmummeln kann...
Daher habe ich letzte Woche als neues Reiseprojekt schon mal zwei rote Ärmel auf die Zauberschlinge getan: zwei auf einmal und Ärmel zuerst...
... an diesem Ärmelsyndrom wird der rote Pullover nicht scheitern!

Dienstag, 23. März 2010

Norwegermarathon 1. Fertigstellung!

Heute wie versprochen die Fertigstellung des ersten Norwegerpullovers:
Als erstes mussten die Schulternähte geschlossen werden. Ich hatte in weiser Voraussicht die Schultermaschen nur still gelegt und konnte daher einen wunderbaren Three-Needle-Bind-off machen.
Hat wunderbar geklappt, traumhafte und elastische Schulternaht ohne Nähen!
 Damit bin ich schon mal sehr zufrieden.
Abgehakt. Fertig.

Weiter geht's mit  der Blende am Halsausschnitt-Schlitz und Hals.
Hier soll mit Nadel Nr. 2,5 einfach 1,5 cm (5 R) rechts angestrickt werden, dann eine Reihe links für den Knick, dann noch mal 5 R die dann auf links festgenäht werden. Darunter versäubert man wunderbar die ganzen herumhängende Fäden und die Steek-Nähte.
Erst den Schlitz am Hals:
Könnt Ihr erkennen, wo die linke Knick-Reihe läuft? (hier Blick auf rechte Seite)

Wenn man die Blende dann auf der linken Seite umschlägt und festnäht (links), verschwindet das ganze Gefädel auf Nimmerwiedersehen (rechts)!

Siehste wohl? Etwas dicker, aber ganz sauber. Und dick ist ja egal, da pfeift wenigstens der Wind nicht rein!

Nun noch die eigentliche Halsblende nach dem gleichen Prinzip angestrickt:
So ganz banal-offensichtliche Dinge wie die linke Reihe für den Knick können mich ja richtig begeistern! (von rechts)
(von links)
und angenäht!
(links)
(und rechts)
Möglicherweise habe ich in der Rundung  zuviele Maschen aufgenommen. Hmm. Gibt's da ein System? Vielleicht kriege ich die Weite beim Blocken und Spannen wieder etwas reguliert. In jedem Fall besser als zu eng....

Und zu guter Letzt: Ärmel einsetzen und Ärmelnähte mit den genialen Nahtzugaben versäubern:
Sauber!
(und ich musste es auch nur zweimal machen, bis es flach war und keinen dicken Wulst ergab...)

Und so sieht der Pulli nun aus:
von links mit versäuberten Nähten
und von rechts:
fertig!

Momentan ist der Pulli in der Waschmaschine und wird dann ordentlich gespannt. Sobald ich die typischen silbernen (Zinn-) Schließen aufgetrieben habe, ist der Pulli fertig.
Also zumindest der erste von vieren...:-D

Für den ersten Versuch bin ich  ziemlich zufrieden.
Ich habe eine Menge Techniken gelernt und geübt, und angesichts all der anderen zeitgleich fertigestellten Klein-Projekte ist auch der zeitliche Aufwand in Ordnung... (Bei Ravelry werde ich ihn heute als fertig listen.)
Und dann werden wir mal sehen, ob's beim nächsten Pulli - dann in rot - schneller geht!

Aber zuerst: mein Jodeldiplom! Bin schon bei der Maschenprobe, am nächsten Wochennende kann ich vielleicht schon mehr erzählen.

In der Zwischenzeit muss ich ja wieder zum Geldverdienen nach Anderswo. Ich habe einige Posts vorbereitet, um zu erzählen, was ich sonst noch so gemacht habe. Die erscheinen automatisch ohne mein Zutun, also wundert Euch nicht, falls ich nicht reagiere - privates Internet in Anderswo ist unregelmäßig.

Zusammenfassung:
angefangen: 8. Februar 2010
fertiggestellt: 23. März  2010
verbraucht:: 5 Knäuel Drops Karisma in blau, 2 Knäuel Drops Karisma in weiß à 2,60 Euro (jeweils noch Reste übrig)
Nadeln: Inox Rundstricknadeln Nr. 3,5 (80 cm), dito Nr. 2,5 für Bündchen und Blenden
weiteres Material: ein Rest kontrastfarbener Wolle für Rollanschlag, für Markierungen und zum Heften
Kosten: isher b18,20 Euro... (Verschlüsse stehen noch aus)

Freitag, 19. Februar 2010

Norwegermarathon. Mehr Überlegungen zu Steeks.

Steeks. Es klingt unangenehm, geradezu "falsch", etwas gestricktes aufzuschneiden. Es ist gegen meinen Instinkt.
Andererseits: viele Menschen in vielen (Stricker-)Kulturen tun es, viele tun es schon seit langer Zeit, immer wieder und aus Überzeugung. Das Prinzip scheint sich bewährt zu haben, die Vorteile liegen auf der Hand.
Dass ich "es" eines Tages selbst tun würde, war seit langem klar. Es war daher einer der Reize des aktuellen Norwegermarathons endlich steeken zu lernen. Allerdings liegt genau hier (beim aktuellen Projekt) auch eines der Probleme: was ich bisher gelesen hatte (Eunny), bezog sich auf traditionelle Fair-Isle Strickerei. Die meisten Stricker machen zwar offenbar keine genauen Unterschiede zwischen den verschiedenen Intarsien- oder Mehrfarb-Gestricken, aber wenn es um Steeks geht, lohnt es sich m. E. etwas auf Details zu achten. Und das allerwichtigste Detail im Moment ist meine Wolle: Drops Karisma ist nämlich ein Superwash-Garn. Voraussetzung für alle von Eunny beschriebenen Steeks ist aber, dass die Wolle sich verfilzt, möglichst schon vor dem Waschen...Ihre Abneigung gegen das steeken mit der Nähmaschine leuchtet mir in der Theorie zwar ein, in der Praxis bleibt mir aber aufgrund der Wolle gar keine Wahl. Und Strickerinnen aus aller Welt (auch in meinen Kommentaren) versichern mir, dass es funktioniert. Das ist also entschieden: meine Steeks werden mit der Maschine genäht.

Auch sonst habe ich mich nach einigen weiteren Internet-Recherchen dafür entschieden, mich an die "vorgeschriebene" norwegische Methode zu halten, einen traditionellen, nahtlosen Fair-Isle-Steek à la Eunny verschiebe ich daher auf unbestimmte Zeit und ein anderes Projekt.
Da meine deutsche Drops Anleitung aber wie erwähnt etwas kryptisch ist, brauchte ich mehr Infos und vielleicht neue Tutorials...

Das hat mir weitergeholfen:
1. Variationen der Anleitung: Zum Glück kann ich ausländisch - Drops bietet nämlich die Anleitung auch auf Englisch an, und die habe ich zum Vergleich neben mir liegen. Und tatsächlich enthält sie wertvolle ergänzende Informationen: Zum Beispiel soll der Mustersatz 3 "ab dem Pfeil" gestrickt werden.
 
Pfeile ohne Größenangabe
 In der deutschen Anleitung fehlt die Information, welcher der vier Pfeile der jeweiligen Größe entspricht. Schon deshalb hätte ich zu diesem Zeitpunkt die englische Version gebraucht...

  Pfeile mit Größenangabe
(Update: offenbar wurde die deutsche Grafik ergänzt, seit ich die Anleitung ausgedruckt  habe) Aber auch was die Steeks angeht scheint sie mir etwas klarer formuliert.

2.Mehr Tutorials spezifisch zu Norwegischen Steeks:
(Ich beziehe mich im Folgenden auf zwei Bild-Tutorials von Wendy Johnson - nicht so sehr wegen der guten Erklärungen als wegen der Fotos... Ich hoffe, sie hat nichts gegen meine Übersetzung und Zusammenfassung Ihrer Tutorials, aber ich habe aus offensichtlichen Gründen keine eigenen Fotos zu bieten. Und ich gebe ja auch brav die Quellen an... )
Die Hauptunterschiede sind offenbar:
a) bei Fair Isle Steeks strickt man zusätzliche Maschen ausserhalb des Musters, die später aufgeschnitten werden; Absteppen per Maschine, per Hand oder per Häkelnadel ist optional, je nach der verwendeten Wolle
 
 Der Steek hat ein deutlich anderes Muster, das die Fäden eng verwebt


-- bei Norwegischen Steeks schneidet man hingegen direkt in das Gewebe des Körpers, natürlich nach dem Absteppen mit der Nähmaschine:
 
Mitten rein!



Und dann mutig schneiden!

b) bei Fair-Isle Steeks werden Ärmel rund ums Loch aufgenommen (bzw. stillgelegte Maschen wieder aufgenommen) und dann gleich angestrickt - kein Nähen!
 
Die Maschen werden aus der Randmasche des Steeks aufgenommen, die in der Hauptfarbe 
gestrickt wurde, damit es unauffällig bleibt


-- bei  Norwegischen Steeks werden die Schlitze ja direkt ins Material geschnitten, daher gibt es auch keine stillgelegten Maschen. Stattdessen werden die Ärmel separat gestrickt und dann eingesetzt, mit einer geschickten kleinen Blende, die später die Naht des Steeks versäubern wird.

 
Schick versäubert!

Wendy Johnson hat's erklärt:
http://www.knitty.com/ISSUEspring03/FEATsteeks.html
http://www.wendyjohnson.net/knit/dale_steeks.htm
http://www.wendyjohnson.net/dale/steek.htm
http://wendyjohnson.net/fairisle/steek.htm
http://wendyjohnson.net/lusk/luskie_neckband.htm

Wo genau die Maschinennaht verlaufen soll, kann man außerdem hier ganz gut erkennen:
Und hier soll geschnitten werden- mitten durch die Masche statt zwischen zwei Maschen:

(Grafiken von hier: http://eu.dummies.com/how-to/content/how-to-make-steeks-for-cutting-after-knitting-in-t.navId-380591.html)

Meine Drops Anleitung sieht offenbar eine Mischform vor: Für das Ärmelloch soll zwar keine Masche abgekettelt oder stillgelegt werden, aber ich soll vier zusätzliche Maschen aufnehmen, die dann nachher aufgeschnitten werden. Dadurch entsteht eine Art Nahtzugabe, die hilft, die Beanspruchung der späteren Naht abzufedern. Ich nehme an, das Versäubern wird dadurch auch erleichtert. Der Ärmel wird separat (aber immerhin in der Runde) gestrickt, mit der beschriebenen Blende. Auch für den Schlitz am Halsausschnitt sollen Maschen abgekettelt und dann Steekmaschen aufgenommen werden, die später aufgeschnitten werden. Mindestens bis zu den Halsausschnitt-Abnahmen kann daher in der Runde gestrickt werden.
Na, dann mal los.
Am Wochenende kann ich hoffentlich Fotos vom Fortschritt zeigen.

Dienstag, 9. Februar 2010

Neues Projekt: die Weihnachtspullover 2010

Erinnert Ihr Euch an diesen Teaser?
 

Hier folgt nun endlich die Auflösung:
Bis Weihnachten soll ich vier Pullover für die Neffen und Nichten stricken. Eine Auftragsarbeit!
Die Wahl war auf dieses Modell gefallen: ein Norwegerpulli von Drops Design: 52-28.


Die beiden Mädchen sollen ihn in rot, die Jungs jeweils in blau erhalten. Das heißt, es unterscheiden sich hauptsächlich die Größen... hoffentlich wird mir das nicht irgendwann langweilig!
Alle sollen die weite Kragenlösung bekommen, da die zweifarbig-gestrickten Pullis nicht so elastisch sind. Die sollen ja alle über alle Köpfe passen. Die Verschlüsse muss ich allerdings noch besorgen. Und ob's für Mützen noch reicht (Wolle/Lust/Geduld/Zeit)  - das sehen wir dann noch.

(es hilft ja sehr, wenn die Modells zum Anbeißen süß sind!)

Ich freu mich auf das zweifarbige Stricken, denn da kann ich neue Techniken ausprobieren bzw. einüben: beidhändiges Stricken mit Fair-Isle Technik.
Vorgesehen ist auch, dass die Pullis rund und mit Steeks gestrickt werden - das habe ich auch noch nie gemacht! Die Langeweile wird sich also hoffentlich in Grenzen halten. Und wenn der Winter so anhält - mit Schneetreiben vor dem Fenster strickt sich die Karisma allemal besser als im Sommer!
 
Angeschlagen habe ich bereits den ersten der zwei blauen Norwegerpullover in Größe 3/4 - die wird wohl auch für beide Jungs identisch. Mal sehen, wie groß/klein das erste Modell ausfällt, entsprechend kann ich das zweite Modell dann noch anpassen.


 Muster:
http://www.garnstudio.com/lang/en/visoppskrift.php?d_nr=52&d_id=28&lang=us

Montag, 8. Februar 2010

"Malroy". Kragen fertig. Pullover fertig. Projekt abgeschlossen!

Also, wie gestern schon erzählt, musste ich den Polo-Kragen noch einmal neu machen, weil das Muster rechts-links vertauscht war. Also nochmal 63 M, diesmal im richtigen Muster die 16. Reihe abketteln.
 Fertig!

Nun noch ein paar Beweisfotos des fertigen Stücks:
 

Fazit:
Muster: aus der Bouton d'Or, Nr. 13, Modell Nr. 7 "Malroy"
tatsächlich mit dem Stricken begonnen: 19. Januar 2010
fertiggestellt: 8. Februar 2010
verbraucht:: 5 Knäuel Drops Karisma in grau à 2,60 Euro
Nadeln: Inox Rundstricknadeln Nr. 4, eine Zopfnadel (für mich: eine DPN) Nr. 4
weiteres Material: ein Rest kontrastfarbener Wolle für Rollanschlag und zum Heften
Kosten: 13 Euro und 'ne Menge Nerven...

Da der Geburtstag meines Neffen erst Anfang April ist, kann man von einer rechtzeitig fertiggestellten Arbeit sprechen. Projektmanagement gelungen!

Mittwoch, 3. Februar 2010

"Malroy". Ärmel Nummero 4 - und diesmal passt es!

Hurra!
Endlich mal ein Erfolgserlebnis!
Wären die ollen Ärmel nicht ständig neu zu stricken gewesen, könnte der vermaledeite "Malroy" schon seit einer Woche fertig sein. Stattdessen - ribbeln, neustricken, messen, ärgern, ribbeln etc.
Zum Glück ist das Strickstück in Frage vergleichsweise klein.
Und da mir das Rechnen kein Glück gebracht hat, habe ich es auf die altbewährte pi mal Daumen Methode versucht. Das heißt, ich habe den dritten, falsch geratenen Ärmel hingelegt und direkt ausgezählt, ab welcher Maschenbreite oben 31 cm erreicht sind (bei 56M).
Die Bündchenbreite habe ich nach kurzem Überlegen auf den 42 M vom dritten Anlauf gelassen - immerhin handelt es sich bei der Unterkante um ein 1/1 Patent. Bei dem 3/3 Patent passen die Maße, und zu weite Ärmel sind auch nicht bequem.
Die Längevon 74R  hatte beim letzten Rechnen/Schätzen auch schon gepasst.
Also müssen auf 74R Gesamthöhe minus 4 gerade Abschlussreihen minus 14R Bündchen gleich 56R 
von ursprünglich 42M am Bündchen beidseitig gleichmäßig auf insgesamt 56M zugenommen werden - macht plus 14 M bzw. je 7x2M.
Verteilt auf 56 R macht das: in jeder 8.R beids. 2M zun, und zwar:

bis R14: Bündchen - 42M
R 21: 44M
R29: 46M
R37:48M
R45: 50M
R53: 52M
R61: 54M
R69: 56M
abketteln in R75 (erlaubt Fertigstellung des kleinen Knotens im Muster)

Und siehe da: es passt! (also ungefähr, da ich hier in Anderswo nicht spannen kann, aber für mich und für meinen Neffen ist das gut genug!)
Morgen kann ich mich dann gleich an den zweiten Ärmel machen...
(Leider kann ich hier in Anderswo auch keine Bilder machen. Wird am Wochenende nachgeliefert.)

Übrigens habe ich hier eine sehr hübsche bebilderte Anleitung zum Rollanschlag (tubular cast-on) gefunden. Besser könnte ich das auch nicht erklären, deshalb lasse ich das auch und setze nur den Link:
http://autoscopia.com/amelia/archives/2005/11/tubular_cast_on.html

Bei der Wolle habe ich inzwischen das vierte Knäuel angefangen. Das könnte sogar reichen, dann hätte ich genug über, um den gleichen Pulli nochmal zu stricken. Oder was ganz anderes...
Übrigens scheint Karisma beim häufigeren Stricken-Ribbeln-Neustricken-Ribbeln etc immer weicher zu werden. Vielleicht täuscht der Eindruck, aber es sollte mich freuen!

Montag, 25. Januar 2010

"Malroy". Zwischenstand bei 23 cm.

Das zweite Knäuel hat noch einige Meter vor sich, und ein Problem ist auch nicht aufgetreten - wenn man davon absieht, dass ich "Rücken hab", was zum einen Zeit zum Stricken bedeutet, zum anderen das bequeme Sitzen beim Stricken (und das Bücken nach heruntergefallenen Utensilien: Bleistift, Zopfnadel etc) etwas erschwert (hat).
Aber die Anleitung sieht vor, dass bei einer Gesamthöhe von 23 cm die Ärmellöcher anfangen sollen. Deshalb bringe ich hier mal einen kurzen Zwischenstand:

Zwischenstand bei 23 cm

Sieht doch schon richtig wie ein Pullover aus!

23 cm entspricht hier offenbar ungefähr 50 Reihen

Ich hab's lieber (und mir von den Müttern bestätigen lassen), wenn die Pullis etwas länger sind. Gerade wenn die Kinder noch ab und zu im Wagen oder Buggy sitzen, rutschen die Pullis manchmal noch hoch. Und das mag ich selbst auch nicht... und natürlich passt so'n Kinderpulli notfalls noch ein paar Wochen länger. Ich werde also die 23 cm willkürlich noch etwas verlängern bis zum Ende des Zopfes, das sollten ungefähr 2 cm sein.

ziemlich fehlerfreies Muster - nicht schwer, beeindruckt aber die NichtstrickerInnen immer sehr... 

Tipp: Die meisten hilfreichen Sachen sind so banal, dass man sich kaum traut, sie auszusprechen. Aber vor dem Stricken neben das Zählmuster die Ziffern der Rapportreihen zu schreiben erspart eine Menge Rechnerei während des Strickens, was wiederrum die Konzentrationsteilung auf Hörbücher oder Fernsehprogramme wirklich sehr vereinfacht... Auch nach einer längeren Pause findet man sich einfach viel schneller wieder zurecht...



Also, noch 4-6 Reihen, dann mache ich Ärmellöcher und stricke Vorder- und Rückseite getrennt weiter.
Geht viel schneller als gedacht!

Am Rande zur Wolle:
Ich mag die Karisma. Sie hat einen guten Griff und läßt sich prima stricken ohne zu splitten oder zu hakeln. Aber sie ist auch echt kratzig.Das passt zwar irgendwie ganz gut zur etwas rustikalen Zopf-Optik, aber ein kuscheliger Pullover wird das wohl leider nicht. Ich hoffe, das ändert sich noch etwas nach dem Waschen...Und das Kind wird ja ohnehin irgendwas Langärmeliges darunter tragen.
Aber ich zweifle doch, ob ich noch einmal einen Kinderpulli aus Karisma stricken würde. (Von den weiteren vier Projekten für Weihnachten mal abgesehen, die Wolle ist schließlich gekauft, und als "Original" vorgesehen und weitere Gründe fallen mir auch noch ein bis ich damit beginne...)

Freitag, 22. Januar 2010

"Malroy". Rollanschlag. Das erste Knäuel.


Mittwochs fahre ich immer zu meinem "Zweitwohnsitz" - ich arbeite drei Tage in Anderswo, und habe dort für zwei Nächte ein karg möbliertes WG-Zimmer gemietet. Die Mitbewohner sind auch berufstätig, aber offenbar noch mehr als ich - jedenfalls arbeiten (oder feiern?) sie deutlich länger als ich und wir laufen uns nur selten über den Weg.
Das ist nicht weiter schlimm, ermöglicht es mir doch sowohl auf der ca. zweistündigen Zugfahrt als auch während meiner einsamen WG-Abende (kein Fernsehen) ausgiebig zu stricken, ohne dafür ungläubige Blicke oder Spott zu ernten. Und mit dem neuen MP3-Player und einem Zugang zu vielerlei Hörbüchern werde ich mich sicherlich nicht langweilen.

Hier also die Fortschritte:

Mittwoch abend: Anschlag und Bündchen


Angeschlagen mit einer Inox Rundstricknadel 4,5 (80 cm) habe ich die geforderte Maschenzahl für Größe 2: 27 Maschen. (eine im Kommentar angeregte erneute Maschenzählung brachte kein neues Ergebnis: offenbar hat das Garn wenig Memory...) Mal zwei, weil ich alles rundstricken will. Ich bin kein Fan des Matratzenstichs - warum Nähte provozieren, wenn es leicht ohne geht? Dieses Muster bietet sich zum Rundstricken geradezu an, mindestens bis zum Ärmelloch sollte es viel viel angenehmer zu stricken sein. Hoffe ich.
Also: 54 M in rot, denn ich brauchte einen Kontrast für den vorgeschlagenen Rollanschlag.
Da ich davon keine Fotos gemacht habe, dokumentiere ich dessen technische Finessen beim nächsten Mal. Wenn man es erstmal kapiert hat, ist dieser Anschlag sehr angenehm weil er diese herrlich weiche, elastische Bündchenkante bringt.
Wenn man das Kontrastgarn drin lässt, statt es rauszuribbeln, bekommt man eine hübsche Zierkante. Aber keine Angst, die lasse ich nicht drin, war nur zu faul zum Ribbeln.Das mache ich gleich.

ribbelribbelribbel... das rot soll da nicht sein.


Ich markiere den Beginn einer jeden Runde mit einem Klemmring, an dem ein Reihenzähler hängt. So vergesse ich hoffentlich nicht, ihn zu drehen. Eigentlich bietet auch das Zopfmuster eine gute Orientierung, aber da ich keine linken Rückreihen stricke, muss ich eben immer dran denken, wann eine "Zwischenreihe" zu stricken ist.

die glückliche 13. Reihe ist immer eine Hinreihe

Inzwischen habe ich das Muster glaube ich auch so gut drauf, dass ich es auf der Nadel erkennen kann. Im Endeffekt muss man sich beim Zopf ja immer nur merken, wo die linken Maschen hinwandern. Leider habe ich heute meine Zopfnadel in Anderswo liegen lassen. Mal sehen, ob ich hier noch einen Ersatz finden kann.
 
Man erkennt den Zopf schon. Und die Zöpfe helfen schön rhythmisch bei der Orientierung im Strickstück...

Und das ist der Status Quo nach dem ersten Knäuel - sieht doch schon nach was aus! Und inzwischen glaube ich auch, dass da ein Kind reinpasst - das Bündchen wirkte doch arg eng auf der Nadel - aber so ist das eben bei 1/1 Rippen!

 Dieses war der erste StreichKnäuel, und der zweite folgt sogleichist kein Gräuel...


Den nächsten Status gibt's dann beim nächsten Knäuel. Oder beim nächsten Problem. Mal schauen, was zuerst kommt...