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Samstag, 25. November 2017

Auch im Winter draußen sein 2. FO: Jawepu aus Softshell.

Eine winterwarme Matschhose haben wir, nun fehlte noch eine etwas wasserfestere Jacke. Nichts gegen den wunderbaren Tomten-Mantel - der zur Zeit noch etwa knielang ist - aber der ist nicht wirklich regenfest und durch den Schlamm geschleift möchte ich ihn eigentlich auch nicht sehen...

Also habe ich noch eine Softshell-Jacke genäht.
Der Stoff war ein online-Schnäppchen im Ausverkauf. Wenn er nass wird, kommt unter dem hellen Türkis ein etwas dunkleres Muster mit allerlei Piraten-Utensilien hervor.
Ist das cool, oder ist das cool? Junior weiß das leider noch gar nicht zu schätzen, aber hey, ich muss ja auch ein bißchen Spaß haben. Und aus dem gleichen Grund habe ich die Jacke auch gefüttert. Das ist bei Softshell eigentlich nicht nötig, da es ja innen schönen weichen Fleece hat. Aber ganz ehrlich - wer hätte da widerstehen können?
Möwen! Ich will auch eine Regenjacke mit Möwenfutter! Das ist eine ganz feine dünne Baumwolle, die ohne Richtung gemustert ist, perfekt für einen Futterstoff also.
Der Schnitt ist wieder ein kostenloses Schnittmuster von Schnabelina, Jawepu, in Größe 92. Auch hier wieder: einfach zu nähen, gut erklärt, guter Sitz. Ich habe alle Teilungsnähte mit Reflektorpaspel versehen, zum einen weil Paspeln super sind, und auch, weil man nicht genug Reflektor haben kann an einer Kinderjacke.
Deshalb ist auch Reflektorpaspel am Kapuzenrand, an den Taschen, und ein extrabreites, mit blauen Paspeln eingefasstes Reflektorband an den Ärmeln. (Es wäre besser gewesen, es mit dem gleichen Abtand zur Ärmelkante anzunähen, aber man kann offenbar nicht alles haben.)
Taschen, Kapuze und Bündchen sind mit blau-weißem Bündchenstoff eingefasst. Der Zwei-Wege-Reißverschluss ist dunkelblau und geht vom Bündchen bis zur Kapuze. Ich habe aus dem Futterstoff einen Untertritt mit Kinnschutz improvisiert - das war eine gute Idee!
Die Ärmel haben verdeckte Bündchen, dafür musste ich die Ärmel beim Zuschnitt um 3 cm verlängern. Das Bündchen an der Kapuze ist gut, weil es den Sitz etwas verbessert, aber das untere Bündchen würde ich in der Form nicht wieder annähen. Die Jacke ist auch etwas kurz. Und eigentlich taugt der Schnitt nicht für das etwas steife Softshell. Dafür war er auch nie gedacht, und deshalb sitzt die Kapuze ein bißchen komisch.
Wenn ich daher noch einmal einen Jawepu aus Softshell nähen wollen sollte, dann würde ich wahrscheinlich die Kapuze ändern, den Saum verlängern und kein Bündchen annähen. Andererseits entwickelt Schnabelina gerade einen eigenen Softshelljackenschnitt, und ich hoffe, dass er fertig ist, bis wir die nächste Größe brauchen. Vielleicht haben wir ja Glück.
Bis dahin funktioniert das aber schon ganz gut.

Donnerstag, 23. November 2017

Auch im Winter draußen sein. FO: Softshell-Hose nach Schnabelina.

Junior lernt laufen.
Junior will raus. Und laufen. Oder krabbeln. Oder im Dreck herumsitzen. 
Oder Bobbycar fahren. Was Kinder mit anderthalb so machen, auf dem Spielplatz. Das Novemberwetter interessiert ihn nicht.
Hier mit Tomten-Kurzmantel eingemummelt
Naja. So ganz stimmt das natürlich nicht. Kalte nasse Erde oder Steine an den Krabbelfingern findet er schon doof. Aber das hindert ihn nicht daran, draußen herumkrabbeln zu wollen oder sich beim Laufen üben immer wieder einmal abzulegen.
Und das ist ja auch alles gut und richtig und vor allem überhaupt kein Problem, wenn man eine Matschhose aus winterwarmen wasserabweisendem Softshell hat.
(Da die Hose quasi sofort und seitdem andauernd im Einsatz war bzw. ist, gibt es nur Bilder "in action". Sorry.)
 
Die Idee habe ich erstmals im Blog von Schnabelina aufgeschnappt und gleich nachgebaut.
Basis ist die Hose vom Jumpsuit (kostenloses Schnittmuster). Ich habe einen dunkelblauen Softshell in Jeans-Optik eine Nummer größer zugeschnitten (Größe 92) und an den äußeren Seitennähten je 3cm zugegeben. Das passt bequem über einen normale Hose. Außerdem habe ich am oberen Bund 2 cm zugegeben und ein extra-breites Bündchen angebracht - 15-20 cm sollten es schon sein, also 30-40 zuschneiden. Nach einigen Wochen im Dienst würde ich die Taille sogar noch höher machen - das Bündchen kann ruhig ganz unter den Achseln sitzen.
(Man kann natürlich auch einfach eine Latzhose nähen, aber das finde ich immer so umständlich beim An- und Ausziehen. Außerdem wollte ich das neue Material erst einmal mit einem kostenlosen Schnittmuster testen.)
 
Die Taschen sind eigentlich nur dekorativ, momentan benutzt er sie jedenfalls noch nicht. Ich habe sie mit weinrotem Bündchenstoff eingefasst und weinrot abgesteppt. Auch alle Nähte sind weinrot in der Nahtzugabe festgesteppt für einen rustikalen Jeanslook. 
Die Nähte sind nicht zusätzlich versiegelt, aber für unser Matschverhalten halten sie dennoch ausreichend dicht - vor einigen Tagen stand Junior in wirklich jeder Pfütze im Umkreis und kam dennoch mit trockenen Füßen heim.
Trockene Füße, da  ich auch hier wieder die Hosenbeine der (noch) zu langen Hose einfach unten zugenäht habe, um mir Schuhe oder Regenstiefel zu sparen. Er hasst Schuhe, und läuft noch nicht genug, um sie ihm aufzuzwingen, wenn er dann bei weiten Strecken ohnehin nur im Wagen sitzt.
 So trägt er Wollsocken oder Hausschuhe im zugenähten Hosenbein und kann gelegentlich wunderbar "barfuß" laufen üben - und hat trotzdem warme, trockene Füße. Perfekt.

Der gröbste Dreck wird nach der Heimkehr in der Badewanne von der Hose geduscht, bis zum nächsten Ausgang ist sie dann wieder trocken und einsatzfähig. Ab und zu kommt sie auch in die Waschmaschine und dort habe ich sie bisher einmal mit einem Spezial Imprägnierwaschmittel imprägniert. Bisher (nach 6 Wochen) ist sie trotz der extra Abnutzung an den Füßen immer noch dicht.
Bis die Hose in der Länge passt und gesäumt werden kann/muss, kann er dann hoffentlich auch gut genug laufen für richtige Regenschuhe...
Jedenfalls: Softshell-Hose? Würde ich wieder machen.