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Sonntag, 22. Dezember 2013

FO, diverse. Weihnachtswolle.

So viel Heimlichkeit,
in der Weihnachtszeit...

...man traut sich ja gar nicht mehr ins Internet! Zum einen, weil Weihnachtsgeschenke ja häufig überraschend kommen sollen. Zum anderen, weil -ich schrieb es schon öfter: wer bloggt, strickt nicht. Und wer nicht strickt, bekommt die ganzen Weihnachtsgeschenke nicht fertig, die man blöderweise dann doch in verschiedene Richtungen hin versprochen hat.
Zum Beispiel die jüngste Nichte, die von meiner Schwägerin in Beerentöne, hier hauptsächlich Blaubeertöne gehüllt wird. Zum Glück kann das Kind noch nicht lesen, geschweige denn im Internet surfen. Daher kann ich heute stolz verkünden: Ein warmes Jäckchen zum Besabbern ist schon länger fertig, die passende Mütze hat sie schon (und mir fehlt noch immer das Foto)-
Und dann erwähnte die Schwägerin, dass man ja keine Wollsocken für Babies kaufen könne. Und kaufte auf einem Weihnachtsmarkt von einer wildfremden (!) Großmutter herzige kleine wollene Booties. Natürlich hat mich das bei der Strick-Ehre gepackt, und ein Knäuel Regia-mit-Angora später hatte ich das erste Paar Wollstrümpfe zum Reinwachsen angeschlagen. (Standard-Schuhe hat das Kind ja schon in drei Größen - wenn auch nicht in beerig.) Die Fußlänge wurde mit ungefähr 9cm angegeben, obwohl sich das wahrscheinlich schon längst wieder geändert hat. Insgesamt reichte das Knäuel für drei Paar Socken/Schuhe, alle gestrickt mit 2,75mm Nadeln.

Als erstes gab es ein Paar Spiralsocken.
Spiralsocken kennt man ja, ganz einfach, keine Ferse dank lustig-versetztem Rippenmuster, wachsen also unendlich lange mit und ersetzen auch schon mal ein Paar Handschuhe.
Ich habe zwei zugleich auf der Rundstricknadel gemacht und daher bei beiden den gleichen Fehler gemacht  das gleiche Designelement untergebracht. Nach einem Türkischen Anschlag habe ich auf 2x16=32M erweitert, das soll angeblich für einen speckigen Babyfuß passen. Dann beginnt das Spiralmuster mit *4r4l* bis zum Ende der Runde. Alle 4 Runden wird das Muster um 1M nach links (oder rechts, Hauptsache immer gleich) versetzt, dadurch entsteht die Spirale. Ich habe für etwas Abwechslung gesorgt und die ersten 20 Runden das Muster in jeder Reihe versetzt - aber vor der vermuteten Ferse sollte man dann doch tunlichst zu "echten" Spiralen wechseln.

Die Strümpfe sind möglicherweise etwas eng, man kann das schwer beurteilen, aber als Handschuhe werden sie sicherlich in jedem Fall dienlich sein können.

Als nächstes kam ein paar klassische, "richtige" Socken, mit Ferse und allem Pi-Pa-Po. Damit die Socken mitwachsen können, habe ich mich für das lustige Mojo-Muster entschieden, das sieht niedlich aus, birgt etwas Längenpotential und auswendig kann ich es auch. Auch hier habe ich das Muster von der Spitze aus auf 32 Maschen gebracht, die Bumerangferse hat 5-7-5 Maschen. Weitere Details stehen bei Ravelry.

Ich finde die Mini-Mojos sehr knuffig.

Und als letztes habe ich endlich einmal die "Blue Steps" aus der Ravelry-Queue geholt, sehr niedliche Schühchen, ganz ähnlich wie die "Rosa Treter", die bei den Eltern der Nichte damals besonders gut angekommen waren. Nur eben ohne Blume, dafür etwas größer und mit Patent, das gibt ja im Zweifel auch noch einmal nach. Bis dato war mein einziger Versuch mit Patent völlig daneben gegangen - beim Tieferstechen habe ich mir beinahe die Nadel abgebrochen und tat mich wahnsinnig schwer. Im Büro aber strickte die Kollegin einen traumhaften Schal in einfachem Patent, diesmal in der Variante mit Umschlag - und siehe da, alle Knoten geplatzt, Prinzip kapiert, sehr süße Schuhe fertiggestellt, und das Wollknäuel bis zum letzten Fussel aufgebraucht.
Der Angora-Anteil ist übrigens herrlich weich und gerade so flauschig, das man das Gestrick die ganze Zeit streicheln möchte, aber noch nicht so haarig, das man meint, ein Haustier in der Mauser in der Hand zu halten. Der Preis liegt mit 6,75 Euro über dem, was ich normalerweise und für mich selbst ausgeben würde - aber das Baby steigt mit den Socken ja auch nicht in Schuhe, und drei Paar Socken auf ein Knäuel ist ergiebig genug, um die Mehrausgabe ausnahmsweise mal zu rechtfertigen. Finde ich. Schließlich braucht das Kind warme Füße!



Die harten Fakten:


Mojo von Donyale Grant 
jeweils über eine Maschenzahl von 32 Maschen
Blue Steps - Baby Booties von Regina Willer
um vier Maschen/Schuh verlängert
angefangen: 04.11.2013
fertiggestellt: 04.12.2013
Wolle: Regia Angora Merino in 07089 Pflaume
verbraucht:: 50 g für alle drei. 
Größe/Maße: Fußlänge ca. 9cm
Nadeln: 2,75 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 6,75 Euro

Und der Ravelry-Projekt-Link.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Hacke, Spitze, Hacke, Spitze -- ein Tutorial für Kniestrümpfe. (Teil 1)

Menschen im Internet (z. B.) stricken Kniestrümpfe oder haben es vor. Genau wie ich! Schon fühle ich mich weniger allein. Danke, Internet!
Zum Teil sind das Menschen, die ohne zu zögern die kompliziertesten Lace-Schals anschlagen und perfekt sitzende Jäckchen stricken, aber sich von dem Wort "Strumpf" (wahlweise "Socke") fürchten wie das Kaninchen vor der Schlange. Zum Glück hat mir, als ich irgendwann das Stricken anfing, niemand gesagt, dass Socken schwierig sind, (oder gar die "Königsdisziplin" - wie ich neulich mal in irgendeiner Zeitung las) und so konnte ich angstfrei losstricken und besaß wenig später dicke warme Bettsocken.
Irgendwann habe ich mich mal gefragt, was der ganze Buhei um das Stricken von der Spitze aus soll - bei "normalen" Socken ist das wahrscheinlich Jacke wie Hose, aber bei Kniestrümpfen hat es mir sofort eingeleuchtet. Zum einen kann man seine Wolle viel bessser einteilen. Zum anderen kann man zwischendrin mehrfach anprobieren, etwas was ich für Wadenspickel deutlich wichtiger finde als für Fersenspickel (die ich verabscheue häufig vergesse). Zum dritten ist es wirklich angenehm, keine Naht in irgendeiner Form vorne in der Stiefelspitze zu haben.
Und außerdem ist es so einfach! Der einfachste Anschlag von allen!

So geht's:
Man nehme
  • Wolle/Strickgarn
  • 1 oder 2 Rundstricknadeln (40 cm)
Beim Stricken von der Spitze aus bietet sich ein Nadelspiel wirklich nicht an, aber man kann später natürlich wechseln, wenn man will. Persönlich finde ich Strumpfstricken mit Zauberschlinge einfacher.
Bei einer Rundstricknadel nutzt man die Zauberschlinge (Magic Loop) - eine Schlaufe an beiden Seiten des Strickstücks. Bei zwei Rundstricknadeln hat man die Gesamtmaschenzahl auf zwei Nadeln verteilt, strickt aber immer nur von einer Nadel (mit Spitze 1b von Spitze 1a), die andere Nadel (Spitzen 2a und 2b) ruht. Wenn man dabei bspw. eine Holznadel und eine Metallnadel nutzt, kommt man nicht so leicht durcheinander...
Und jetzt: los! man hält die Nadelspitzen (entweder der gleichen Rundstricknadel; oder Nadel 1a und 2a) parallel und macht einen einfachen Knoten, allerdings (anders als im Bild) um die untere der beiden Nadelspitzen.

wichtig! Knoten unten. (anders als im Bild)
 Dann wickelt man den Faden fest, aber nicht zu fest, um beide Nadelspitzen herum, bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist. Beispielsweise beginnt bei meinen Eisblumen-Strümpfen die Spitze mit 2x12 Maschen - ich wickele also 12 mal um beide Nadelspitzen. Ganz einfach wickeln, das können sogar Anfänger!
Wichtig: wegen Foto ist auch hier wieder alles falsch - der Noten sollte unten sein! 12 Wickelschlingen stimmt aber
 Jetzt gut aufpassen, dass die Fadenspannung stimmt - Faden wie gewohnt auf die linke Hand nehmen (ich setze hier jetzt mal den "deutschen Normalfall = rechtshändige Kontinentalstricker" voraus), und die untere Nadelspitze vorsichtig nach rechts - in Richtung der Spitze - herausziehen. Die Wickel schlingen sich jetzt halb um eine Nadelspitze (oben, linke Hand) und halb um das Kabel der unteren Nadel. Das ist wichtig, weil das Kabel in der Regel dünner ist als die Spitze - wir gewinnen hier etwas Luft, um die Maschen abzustricken, ohne dass es später zu locker wird. Bei der Magic Loop Technik wird jetzt mit dieser Spitze gestrickt, bei der 2-Nadel-Technik hängt die untere Nadel dumm herum und man greift zu Nadel 1b).
 Jetzt kann man die Maschen ganz einfach rechts abstricken.
 Seht Ihr? Der Knoten sitzt jetzt auf dem Kabel (unten links), und das Rechts-Abstricken verdreht die Schlingen zu einer 8, sodass sie festsitzen.
 Die erste Nadelspitze ist abgestrickt, hier kann man gut erkennen, wie das Kabel die Zauberschlinge formt.
 Jetzt wenden: ich drehe die Nadeln um und ziehe das Kabel vorsichtig so zurück, dass die unteren (noch nicht gestrickten Maschen) wieder auf die Spitze kommen. Die abgestrickte Spitze ziehe ich zugleich so nach vorne, dass nun die bereits gestrickten Maschen auf dem Kabel ruhen.
Nun stricke ich die zweite Nadel(spitze) rechts verschränkt ab - seht Ihr, wie die Maschen aufliegen? Durch das verschränkte Abstricken (also hinten in die Masche stricken) sitzen alle Maschen ab der nächsten Runde richtig. Den Knoten kann ich jetzt übrigens vorsichtig lösen.

Ist doch ganz einfach, oder? 
So geht das jetzt immer weiter, und weil ich nur zwei Nadeln habe, muss ich mir nicht immer merken, wo ich für die Spitze zunehmen muss... Die eine Nadel hält die Maschen für die Sohle, die andere für den Oberfuß. Einfach immer nach der ersten und vor der letzten Masche auf jeder Nadel die entsprechenden Zunahmen machen, und fertig ist die Bandspitze!

Wer mag, kann jetzt zum Nadelspiel wechseln. Oder eben weitermachen.

Und während die anderen Internet-Menschen ihre Kniestrümpfe stricken, stricke ich auch welche - der zweite Strumpf "Eisblumen" inklusive Überprüfung der Anleitung steht ja noch aus, und da die Lopi-Jacke inzwischen zu groß ist, um mit mir auf Reisen zu gehen, fährt der Strumpf jetzt immer mit. Es geht nicht besonders schnell - man hat ja auch wirklich gerade besseres zu tun (Sonne genießen und so) - aber wenn ich bei der Ferse ankomme, verrate ich Euch wieder, wie ich das mache.
Bis dahin: Glückauf!

Mittwoch, 27. April 2011

Fazit: Lila Lizzy oder doch Sudoku? (Fotoversion!)

EDIT: JETZT AUCH MIT FOTOS!

Ungewohnte Reize und das Nachdenken über Neues stimulieren das Gehirn und halten jung.
Einige Menschen kaufen sich deshalb "Hirnjogging"-Computerspiele, dabei würde es völlig reichen (und wahrscheinlich mehr bewirken) einfach mal eine Tageszeitung zu lesen, die nicht das druckt, was man selber auch meint. (Zum Beispiel internationale Presse. Das trainiert auch gleich die Sprachmuskeln.) Oder Kreuzworträtsel - ist Sudoku eigentlich noch in? (Überraschung! Denken hält wirklich jung - liest du hier)

Am besten strickt man einfach die Lizzy-Socken. (Link führt zu Ravelry.) Anders als Sudoku kann man die nämlich hinterher anziehen, und das klingt doch erstmal vorteilhaft.
Mir gefielen die Fotos der fertigen Lizzy-Socken, die übers Netz verteilt und bei Ravelry eingestellt sind. Hübsche Söckchen. Mal was anderes. Mir war nicht klar, dass das Nachstricken eines Musters einer so renommierten Sockendesignerin wie Stephanie van der Linden dann doch so schwierig sein viel Konzentration und eigenes Mitdenken erfordern würde...
Fotoshooting - so sieht das übrigens aus. Der Meinige schüttelt zwar den Kopf, aber er drückt dennoch auf den Auslöser...

Mein Lieblings-Muster wird Lizzy jedenfalls nicht.Warum erkläre ich im  
***trommelwirbel***
Fazit:
Anschlag:
nicht spezfiziert - ich stricke auf, weil ich sonst immer so lange Bändsel über habe.
Muster:
Die vielen linken Maschen hatte ich ja schon als "Trainingsstrecke" eingeplant. Freut mich zwar nicht, aber die Übung macht mich schneller - es ist also auch keine Katastrophe. Allerdings ist der Sitz leider nicht sooo super - die Socken rutschen - nicht so schlimm, weil sie kurz sind, aber dennoch...
Schoppersocken muss man mögen. Und ja - das sind zwei unterschiedliche Spitzen. Mit Absicht!

Die Lace-Diamanten sehen charmant aus, erfordern aber deutlich mehr Konzentration und genaueres Zählen, als ich es gewohnt bin -von drei Reihen später noch mal nachbessern ist jedenfalls nicht möglich, da muss gleich großflächig geribbelt, oder die Unvollkommenheit des Menschen und seiner Socken mit vollem Herzen begrüßt werden. Ich glaube, inzwischen habe ich aber begriffen, wie das Muster zustande kommt und ab dem zweiten Durchlauf Lace konnte mich etwas mehr vom Chart lösen, bzw. das Chart auf den Nadeln wiederfinden. (Man könnte natürlich auch einfach mal ein Musterswatch stricken, bis man das Muster kann. Aber das wäre wohl zu einfach...) Fehler sind dennoch auch noch in der dritten Lace-Diamanten-Reihen zu finden.
Lace-Diamanten. Nicht brilliant. (sorry. platte Wortspiele sind manchmal unwiderstehlich)

Schwierig ist die teilweise lakonisch-kryptische Formulierung der Anleitung, die auch viele Andere schon bemerkt haben. (Allgemein gilt Lizzy nicht als Anfängermuster - man sollte schon wissen, was man tut.) Ich hatte ja erwähnt, dass ich einige Tage um die Ferse herumgeschlichen bin, bis ich einfach blind nachgestrickt habe - und dann ging es auf einmal sehr einfach. Natürlich sollten NICHT alle Fersenmaschen abgenommen werden, wie die Anleitung zu suggerieren schien. Vielmehr handelte es sich um eine ganz normale Herzchen-Ferse, gearbeitet über beide Fersennadeln eines Nadelspiels (4 und 1, offenbar bekanntlich beginnt man die Zählerei in der Fersenmitte, mit dem Uhrzeigersinn) - oder eben die Fersenseite auf der Zauberschlinge... Der Sitz ist ganz ok.
Herzchenferse. Mir gefällt die Fortführung des Musters über die gesamte Fersenwand.

Unklar war mir auch, was ich während der Fersenwand mit den Rechtsrippen anfangen soll. Sollen sie entlang der Fersenwand weiterlaufen, oder entlang des Fußrückens? Zahlreichen Fotos fertiger Socken ist das nicht zu entnehmen, jeder scheint es für sich zu entscheiden. Ich bin der Anleitung gefolgt, habe die verlangte Zahl Maschen umgerückt (erforderte einige Mühe - runter vom Loop, wieder rauf auf den Loop) und hatte am Schluß gegengleiche Socken, eine Seite mit der Rippe an der Fersenwand, gegenüber mit der Rippe am Fuß.
links: Rippe verläuft am Fersensteg -- rechts: Rippe verläuft am Fußrücken
 Inzwischen denke ich, die Rippe teilen wäre die beste Methode gewesen - so hätte man an der Fersenwand eine schöne Möglichkeit zur Spickelaufnahme gehabt, und zugleich den Spickel hübsch gerahmt, und außerdem alle Nadeln immer mit einer Rechtsmasche begonnen. Letzteres hätte auch die Einhaltung des Fußmusters erleichtert. Hinterher ist man immer schlauer, und zurückzuribbeln hatte ich keine Lust. (Meine Selbstwertschätzung ist offenbar nicht so hoch wie die Liebe zu meinen Mitmenschen - typisch Frau! - denn wären die Socken ein Geschenk, hätte ich das natürlich gemacht!)
Spickel:
Die Spickel in verschränkten Rippen find ich hübsch. Plus, man kann sich für die Abnahmen ganz gut am Muster auf den Nadeln orientieren. Mit der geteilten Rippe, wie oben vorgeschlagen, wäre es wohl noch besser geworden.
Spickelmaschen im Twisted Rib - mit verschränkten Rechtsmaschen

Spitze:
Da die Socken wegen der zahlreichen Fehlerchen und kleinen Mängel ohnehin den etwas provisorischen Charakter eine Übungsswatches erhalten hatten, habe ich mich für die Spitze zu einem weiteren Experiment entschieden. Vorgeschlagen war eine "normale" runde Bändchen-Spitze in glatt rechts, hier habe ich einfach mal probehalber die zwei Mustervariationen durchgespielt: rechts der twisted rib aus Spickel und Bündchen, links das Grundmuster bis zum Ende durchgeführt.
rechts: verschränkte Rippen verlängern den Fuß optisch --links: Grundmusterspitze gefällt mir fast besser

Technik:
Möglicherweise lag ein Großteil meiner Verwirrungen aber auch daran, dass ich eben nicht mit dem Nadelspiel, sondern mit dem MagicLoop stricke. Ein Nadelspiel würde dieses Muster aber wahrscheinlich einfacher machen. Noch dazu wollte ich wieder beide Socken zugleich stricken, erschwert wird dies dadurch, dass ich beide Socken vom gleichen Knäuel stricke - eins von innen, eins von außen. Ich habe das schon mal gemacht, und es geht, wenn man regelmäßig zum entwirren innehält und sein Strickzeug sorgfältig aufbewahrt. Warum einfach, wenn man es kompliziert haben kann?

Paßform:
Normalerweise stricke ich für Socken 60 Maschen auf 2,5er Nadeln. Das Muster verlangt aber 64 Maschen, also habe ich einfach kleinere Nadeln (Stärke 2) genommen. Allerdings ist weder der Diamant noch das links-lastige Muster besonders elastisch, sodass ich gut daran tue, sehr kurze Söckchen zu stricken - sie sitzen dann doch eher eng auf meinen kräftigen Waden...Aber nicht zu eng. Wäre allerdings mit 2,5er Nadeln auch gegangen, vielleicht sogar schneller... :-) Dennoch - ich habe schon besser sitzende Socken gestrickt - das Muster ist mir einfach nicht elastisch genug.

Wolle:
Die Darling-Wolle strickt sich herrlich knötchenfrei und ist auch angenehm am Fuß und im Trageverhalten. Allerdings käme Lizzy meines Erachtens in einer sehr klaren/knalligen Uni-Färbung besser zur Geltung als im sonst-geliebten semi-solid (Verlaufsgarn würde ich sowieso nicht empfehlen). Schade - hier waren Wolle und Muster kein perfektes Paar.

Die harten Fakten:
Lizzy von Stephanie van der Linden  (Ravelry-Link)
angefangen:  6.April 2011

fertiggestellt:  22. April 2011
Wolle: Zauberwiese "Darling", handgefärbt: semi-solid in lila (4fädig, 75% Merino, 25% Nylon)

Maße: 38/39
verbraucht:: 60g
Nadeln:  Prym Alu Rundstricknadel 80 cm,  Stärke 2; jeweils Magic Loop/Zwei zugleich
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, weitere Nadelspielnadeln um zwischendurch Maschen zu verschieben oder still zu legen
Kosten: 6 Euro (100 g für 10 Euro und ich habe noch 38 g über...)

Sonntag, 23. Januar 2011

Socken 2011. Wyvern.

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Ich hatte den armen vernachlässigten  Tumnus mit auf die Reise genommen, um ihn endlich fertig zu stricken -und plötzlich war das fünfte Knäuel verstrickt, der Schal lang genug und abgekettelt, und die schönen neuen Zauberwiesenstränge lagen fertig gewickelt bei der Anleitung und den neuen Nadeln zu Hause. (Tumnus-Fazit folgt natürlich noch...)

Argh - und ich ohne Strickzeug! Skandal!

Zum Glück gibt es ja auch Anderswo Wolle zu kaufen, und Nadeln, und so habe ich mir kurzerhand zwei Knäuel dunkelgrüne Regia-4fach gekauft, eine Rundstricknadel 2,5 von Prym dazu, und der Abend ist gerettet. Wo kämen wir denn auch hin, wenn ich in meiner Freizeit ein Buch lesen müsste?!?
:-D
Schön übrigens der Dialog mit der herablassenden, stets allwissenden Tante Dame von K-stadt:
Projektmanagerin (am Regal mit den Rundstricknadeln, die richtige Stärke und Kabellänge suchend)
K-stadt-erin: Was suchen Sie denn?
P: 2,5er Nadeln mit 80cm Länge- 60 cm ist mir zu kurz für Socken...Ach da ist es ja, danke!
K-stadt-erin: Also für Socken sind Sie da ganz falsch, da brauchen Sie doch ein Nadelspiel!
P: -Nö, ich mache lieber zwei zugleich auf die Zauberschlinge, das passt schon, aber danke! (geht feixend ab  zur Kasse)
K-stadt-erin: --------!?!
Nee, im Ernst, das tat ein bisschen gut, denn die Verkäuferinnen dort tun immer so, als wäre man grenzdebil dumm, nur weil man vielleicht keinen Handarbeitsunterricht in der Schule "genossen" hat, dabei haben sie mir noch nie mit einer konkreten Frage weiterhelfen können (oder wollen?) Naja. Ist halt K-stadt und kein lys...

Jedenfalls - eigentlich hatte ich ja mit traumhafter blauer Zauberwolle die "Only for me with love too" Socken anstricken wollen. Und nun saß ich da mit ordinärer olivgrüner Regia-Wolle - was tun?
Kurzerhand entschied ich mich für ein ganz anderes Muster, das bisher noch nicht einmal auf meiner Projektliste stand (die übrigens hier ständig aktualisiert werden wird, so zumindest der Plan...). Die grüne Wolle schrie nach schuppigen Drachenfüßen, wie sie das hübsche Wyvern-Muster von Marnie MacLean ergibt.
Wyvern (Ravelry-Link) sollen es also sein, meine ersten Socken 2011:
  • toe-up
  • short-row-Ferse
  • figure-8-Anschlag und Spitze (meine Wahl)
  • Schuppenmuster (lace) und 2-2-gerippter Fuß für gute Paßform
 Die Anleitung schlägt eine short-row-Spitze vor, aber ich hatte keinerlei Lust mit irgendwelchen waste-yarns provisorischen Anschlägen zu hantieren, und habe stattdessen einen figure-8-Anschlag gemacht, wie hier ganz ausgezeichnet beschrieben.
Und hier bin ich "schon" mit dem ersten Mustersatz fertig:
Man kann die "Schuppen" schon etwas erkennen
 Die Designerin hat zwei Mustervarianten aufgeschrieben: einmal mit "normal" glatt rechtem Fuß, einmal mit 2r2l-geripptem Fuß, durchgehend über Ferse und Bein... Ich weiss nicht, welcher Teufel mir eingeredet hat, die vollgemusterte der vorgeschlagenen Varianten zu wählen!

links: Fußrücken -- rechts: Sohle
 Bei meiner bekannten und erwiesenen Links-strick-Schwäche dauert das natürlich ewig und nervt ziemlich, vor allem wenn man bedenkt, dass meine quadratischen Flossen die sicherlich verbesesrte Paßform wahrscheinlich gar nicht benötigen - aber ich will ja ausprobieren, welche Sockenkonstruktion mir am besten passt. Und Übung macht auch bei den Linken Maschen den Meister... seufz.
Zum Glück stehen nächste Woche mehrere Zugfahrten an, das kann mich nur weiterbringen!