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Mittwoch, 21. Januar 2015

Erbschaft.

Vor einigen Wochen habe ich eine Erbschaft angetreten. Eher überraschend, ich hatte nicht damit gerechnet. Beim Ausräumen nach dem Tod der Großmutter fiel dem Meinigen Ihr Strickzeug in die Hände, und er hat es mir mitgebracht, ob ich etwas damit anfangen könne.
Da die Großmutter schon lange nicht mehr aktiv gestrickt hat, waren alle Ihre Nadeln in einer klassischen Nadelrolle verpackt.
 Natürlich handelt es sich hauptsächlich um Jackennadeln und DPNs - letztere auch durchaus 40cm lang. Besonders charmant fand ich die angeheftete Notiz, bei der englische Nadelstärken in deutsche konvertiert werden - ein Zeichen, dass sie entweder ebenfalls Nadeln geerbt hatte, oder vielleicht irgendwann einmal englishe Muster benutzte?

 Auf Reisen konnten lange und kurze Nadeln in dieser Blechröhre transportiert werden, bei der heutzutage allerdings der Boden herausgefallen ist. Der Inhalt scheint nicht besonders sortiert zu sein. Interessant ist auch die Vielzahl an Materialien - Metall überwiegt, aber es gibt auch Holz, und Plastik, und durchaus ganz unterschiedliche Hersteller als die heutzutage üblichen.
Die Nadelrolle liegt erstmal im Schrank. Benutzen werde ich die Nadeln vorläufig nicht- ich stricke einfach am liebsten mit Rundstricknadeln und habe meine Nadelstärken im Haus.
Aber es ist immer gut, für alle Fälle gerüstet zu sein!

Donnerstag, 19. April 2012

WIP Ribbeck: Schultern und Steeks

Manchmal geht ja dann alles sehr schnell.
Die Schultern habe ich nach Plan gestrickt, dabei die letzten Blattspitzen "auslaufen" lassen.
Dann habe ich -wie gewohnt mit der Nähmaschine- die Steeks vorbereitet
Beidseitig der zu schneidenden Stelle mit nicht zu großem Zickzackstich absteppen

ich orientiere mich an den Steekstreifen (braun, grün, braun, grün, braun, grün braun) Geschnitten wird mitten durch die mittlere grüne Masche, genäht über die angrenzenden braunen und grünen Streifen, bleibt eine braune Randmasche zum Aufnehmen neuer Maschen für die Blenden

und dann geschnitten.
Schnipp-schnapp! Geht inzwischen auch ohne Gin&Tonic... :-)

Jetzt sieht es schon viel mehr nach einem Kleidungsstück aus!
Und kann sich auch von links sehen lassen - die engen Farbabstände führen zu einem sehr gleichmäßigen, dichten Gestrick.

Und das sind die "Reste":

2 g braun (vom 2. 100g Knäuel)
und 54 g grün-bunt (das heißt, ich habe noch 150 g übrig... und ich hatte Angst, die Farbe reicht nicht!)
Dann also Endspurt: ich möchte nur ganz schmale, dunkelbraune Blenden - drei Reihen rechts, eine Wendereihe links, 3 Reihen plus Abkettreihe rechts zum Umnähen, damit die Steekschnitte versäubert werden. Könnte diese Woche also fertig werden...nach 9 Monaten. Aber solange braucht ein "Baby" ja angeblich...

Montag, 16. April 2012

Meilenstein! (WIP: Pullunderprojekt)

Liebes Internet,
wie geht es Dir? Mir geht es gut. Entschuldige, dass ich so lange nicht geschrieben habe.
Hier regnet es viel, und manchmal ist mir langweilig. Nicht, weil ich nichts zu tun hätte. Ich habe nur keine Lust, das zu tun, was ich tun soll. Du kennst das vielleicht auch.
Immerhin habe ich jetzt den Inhalt meiner Doktorarbeit fertig. Und ein Fazit. Und sogar eine Einleitung! Jetzt kommen eben nur noch die drögen Aufgaben: Verzeichnisse, Formatierungen, Korrekturen... Manchmal hätte ich gerne eine Hilfskraft. Aber: Ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels, und es scheint kein entgegenkommender Zug zu sein. (Haha!)

Weil ich manchmal auch etwas handfestes arbeiten muss, bei dem man einen Fortschritt sieht, habe ich mich nach Feierabend mit Hochdruck dem Pullunder gewidmet.
Er gefällt mir immer noch gut - guck mal, er ist sogar fast fertig!
fast fertiger Pullunder
 Weil er mich so an Herbst erinnert, und wegen der vielen Rippen, habe ich ihn übrigens "Ribbeck" genannt. Du kennst doch das Gedicht? Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland... Ich habe sogar extra eine Birne in den Baum gehängt!
Albern? Nicht mehr als ein Reiterlein oder Krokodil. Hoffe ich...

Jetzt muss ich nur noch die Schultern stricken.
Pro Schulterpartie habe ich 30 Maschen ausgerechnet, für die Schulterschrägung möchte ich mit verkürzten Reihen 5x5 Maschen abstufen. Hoffentlich wird das nicht zu steil?
Hier sieht man gut den Extra-Platz für mehr Oberweite.

So. Für heute muss ich schon wieder Schluss machen. Der Schreibtisch ruft.
Bis bald!
Viele Grüße,
Deine Projektmanagerin

Sonntag, 4. März 2012

Projektrekapitulation und -fortschritt: Pullunder-Steeks

Die Socken machen mir zur Zeit keinen Spass.
Dafür habe ich mir den Pullunder endlich wieder einmal vorgenommen. Aus Euren Kommentaren schließe ich, dass Euch sein Fortschritt brennend interessiert. Weil es aber so lange her ist, starte ich mit der Zusammenfassung: was bisher geschah...

Ich hatte mit grüner Wolle auf einer 2,5mm Rundstricknadel 300 M angeschlagen
und dann in dunkelbraun 90 R 3r/3l Rippen gestrickt.
Der Pullunder soll sehr stramm sitzen, mit den Rippen als deutliches Muster - und zur Verbesserung der Passform

Dann über 15 R ein neckisches Zopf-Geäst eingefügt, wo später hoffentlich meine Taille betont werden kann
Blattkrone "wächst" aus "Geäst"

Dann, nach einigen Fehlstarts, für den Beginn des Fair-Isle-Blättermusters auf ein 40 cm langes Nadelspiel in Stärke 3 mm gewechselt und zugleich verteilt 28 M zugenommen = 328M Gesamtumfang.
Nun kam auch für das Muster in der rechten Hand die Kontrastfarbe in grünbunt dazu - die linke Hand hält weiterhin den braunen Faden.
Der Fair-Isle Teil wird ab hier auf dem Nadelspiel mit Hilfe eines aus Fimo gefertigten Strickköchers (knitting sheath) gestrickt - hatte ich Euch den eigentlich gezeigt? Hier ist er:
Strickköcher/knitting sheath aus Fimo, maßgefertigt für meine Nadeln
 Der Köcher wird über der rechten Hüfte in den Gürtel oder Hosenbund gesteckt und die fünfte Nadel darin verankert. Da ich die beidhändige Fair-Isle-Technik verwende, also mit der rechten Hand den Faden "werfe", kann ich die rechte Nadel nun einfach loslassen. Außerdem entsteht durch die Führung über den Körper eine leichte Spannung auf der Nadel, so dass sie fast von alleine aus der abzustrickenden Masche gleitet - die Handgelenke werden entlastet und es ist leichter, eine gleichmäßige Fadenspannung zu halten. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Tatsächlich gewöhnt man sich recht schnell daran. Wer mit einem Nadelspiel stricken kann, kann auch -und evtl. sogar besser- mit einem Köcher arbeiten.

Ab hier wird's neu:
Nach 4 vollständigen "Blättern" (=2,5 Mustersätze) = 30 Runden habe ich für eine hoffentlich bessere Passform short-row-bust-darts, also "Abnäher" mit verkürzten Reihen eingefügt. Dazu habe ich an der Vorderseite über 24 Reihen verkürzte Reihen eingefügt. Im Muster konnte ich bleiben , weil ich die Rückreihen von links nach rechts "zurückgestrickt" habe. (Die famose Elizzza hat die Technik mal für lochfreie Bumerangfersen erklärt.) Dann habe ich noch einmal 24 Runden "normal" weitergestrickt.

So weit war ich also bis November gekommen.
zusätzliche Maschen zur Bedeckung des Brustumfangs in der rechten Bildhälfte erkennbar
 An dieser Stelle sollten Armlöcher und V-Ausschnitt eingefügt werden und zwar mittels Steeks, die später aufgeschnitten werden, sodass ich weiterhin in Runden arbeiten kann.Und da hatte mich im November der Mut verlassen. Aber es hilft ja nichts: Ein Ende ist schließlich absehbar!
Also habe ich ein bisschen geknobelt und gerechnet. Der Vorteil ist ja, dass ich inzwischen eine verlässliche fair-isle Maschenprobe habe, und es gibt ja allerlei Muster im Netz, die einem Hinweise darauf geben, wieviele Zentimeter groß und tief so ein Ausschnitt denn günstigerweise sein soll.
Dann habe ich mutig, mutig an jeder der imaginären Seitennähte 28 M abgekettelt, und zugleich für den Halsausschnitt die zentralen 5 Maschen der Vorderseite. In der nächsten Runde habe ich für die Steeks jeweils 7 M neu angeschlagen. Dabei hat sich für mich das Muster b/g/b/g/b/g/b bewährt, die Streifen bieten später beim Schneiden Orientierung, zugleich werden die Maschen für die Kanten aus der jeweils äußersten Masche aufgenommen, also aus der (braunen) Hauptfarbe.
Strickte man in Reihen, würde man an diesen Kanten weitere Maschen abketteln oder - noch wahrscheinlicher - 2 Maschen vom Rand entfernt abnehmen. Hier in Runden möchte ich, dass die Abnahmen von den Steekmaschen "geschluckt" werden, sodass das Muster möglichst nicht beeinträchtigt wird. Also muss jeweils die letzte Mustermasche mit der ersten Steekmasche, bzw die letze Steekmasche mit der ersten Mustermasche zusammengestrickt werden. Nach einigen Runden habe ich dann auch kapiert, wie man das am hübschesten macht:

Lernkurve: Abnahmen am Steek
Leuchtet ein, oder?
VOR dem Steek: k2tog, NACH dem Steek: ssk = Steekmaschen schlucken Abnahmen.
Leider muss ich immer erst mal ein paar Runden stricken, bis ich es kapiere - mir fehlen noch immer die Erfahrungswerte, um mir die Effekte vorher im Kopfe vorzustellen. Trotzdem ist es als Fehler meiner Meinung nicht wichtig genug um ein Ribbeln zu rechtfertigen.
Nun geht es lustig in Runden weiter. Meine Hoffnung ist, dass ich in Runde 55 genug Höhe gewonnen habe, um die Schulterschrägungen zu beginnen... Bei meiner Rechenschwäche besteht ein gewisses Risiko, und Anprobieren ist mit Steeks natürlich nicht... Also haltet mir die Daumen!



Mittwoch, 29. Februar 2012

Jaja. Manchmal stricke ich auch.

(Vorgefertigter Post)
Zwar verbringe ich momentan den größten Teil meines zur Zeit nicht so aufregenden Lebens am Computer, aber eben nicht zum Bloggen. Genau genommen habe ich mir sogar einige Internet-Sperren auferlegt. In zwei Monaten muss die Doktorarbeit fertig sein - das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht IMMER NOCH an tatsächlichen Inhalten arbeiten würde... seufz. Die gute Nachricht ist: Alles, was ich habe, gefällt mir gut. Leider habe ich eben noch nicht alles.

Genug gejammert.
Manchmal finde ich dann doch auch noch etwas Zeit zum Stricken.
Zum Beispiel habe ich  meiner großfüßigen Nichte ja neue warme Füße versprochen... schon an Weihnachten! Wenn man bedenkt, wie schnell die Saartje-Booties gestrickt sind, hat das doch erstaunlich lange gedauert, aber voilà:
passend zum restlichen Outfit

Zum Vergleich: der ganz grüne Schuh ist die "normale" Größe, der grün-weiße die XL-Version.
Morgen gehen die Schuhe in die Post. Hoffentlich passen sie diesmal... :-)
ziemlich große Füße

Die Smaragdpantoffeln musste ich ja schon mehrfach ribbeln und reparieren - zuletzt war ein Fehler im Flechtmuster zu beseitigen, der mich viel Nerven und Mühe gekostet hat.
rechts sieht man noch die Reparaturmarken

Unten rechts kann man es noch sehen - hoffentlich geht das beim blocken und spannen weg!
Das Muster erfordert viel Konzentration, ich habe daher in letzter Zeit wenig Fortschritte gemacht, aber die Hälfte vom Bein habe ich ja schon. Die Farbe ist toll, die Wolle ist ein gutes Match fürs Muster. Sollten die Socken je fertig werden, werden es sicher Lieblingssocken...

Und dann habe ich auch den namenlosen Pullunder wieder hervorgeholt. Zuletzt gesehen habt Ihr ihn hier. Ich hatte an dem Punkt aufgehört, an dem die short-row-bust-darts beendet waren, und zögerte lange, die Ärmellöcher und den V-Ausschnitt anzufangen. Ich will ja mit Steeks arbeiten, und wenn da nicht alles stimmt, ist ja schnell alles zu spät. Also wenn man erstmal geschnitten hat...
weiter geht's...
 Jedenfalls habe ich mich neulich endlich aufgerafft, auszurechnen, wie viele Abnahmen an den Ärmellöchern und für den Ausschnitt über welche Höhe notwendig sind. Ich habe, wie ich finde völlig berechtigt, so gut wie kein Vertrauen in irgendeine meiner Berechnungen, aber hey - es muss ja weiter gehen. Haltet mir einfach die Daumen... Ich bin jetzt über die Steekmaschen drüber und mache die Abnahmen in die jeweils erste bzw. letzte Steekmasche, sodass sie hoffentlich ziemlich verschwinden und das Muster nicht stören.
Detail vom Blattwerk/Maschenbild
 Das einzige, was mich momentan etwas nervt, ist die etwas aufwendige Strickerei mit dem Nadelspiel und dem Köcher. Das lässt sich nämlich besser vom unbequemen Stuhl aus handhaben, als vom bequemen Sofaplatz... grins. Und ich muss mich wieder an die vielen Nadeln gewöhnen, aber das wird schon. Immerhin ist das Maschenwerk sehr schön gleichmäßig...Also, auch hier: Endspurt!

Donnerstag, 7. Juli 2011

Lob des Wollhändlers.

Manchmal habe ich mehr Glück als Verstand.
Und manchmal trifft man in der angeblichen "Service-Wüste Deutschland" auf blühende Oasen voller Dattelpalmen.
Die Dattelpalme, von der ich hier spreche, ist in Wirklichkeit ein Wollhändler in Bremen - ein freundlicher, mittelalter Herr, der offenbar schon lange mit Wolle handelt, und von seinem großen Lager im Bremer Industriegebiet aus mehrere kleinere Geschäfte beliefert, die ihm offenbar auch gehören. Und obwohl dieser Woll-SB-Markt eigentlich "an Tagen mit 'D' dicht hat- D wie dicht", hat die Dattelpalme der Wollhändler mich eingelassen, meine Klage (jammer: zu wenig Wolle!) angehört, das flehende Bitten (hamse nich noch 2 Knäuelchen irgendwo?) zu Herzen genommen, seine Filialen angerufen, und beim zweiten Anruf noch zwei Knäuelchen für mich aufgetrieben.... Letzten Freitag habe ich sie abgeholt.
Hurra! Fortschritt Fertigstellung ist gesichert!
Und sie sind sogar die identische Färbepartie! Tralala!
Dabei habe ich auch gleich nach Mille II für die Fertigstellung von Borowskis Mütze gefragt - die ja aufgrund von - ja genau: ein Knäuel zu wenig - momentan einen Sommerschlaf hält... Da "nachtblau" aber gar nicht vorhanden war und rosa dem Meinigen nicht zuzumuten ist, kam ich nicht weiter. Stattdessen habe ich aus Lana Grossa Superbingo einen roten Kontrast gewählt. Die Lauflänge ist mit Mille II identisch, und wenn die Qualitäten schon so unterschiedlich sind, dann sollte das wenigstens richtig unterschiedlich sein. Und Tumnus ist ja rot...
Hurra! Fortschritt Fertigstellung ist gesichert!

Weitere Beute:
was daraus wohl wird wenn es groß wird?
 Ein Knäuel Filzwolle (blau) -- sehr unausgegorenes Projekt. Ich werde berichten, wenn ich es selbst herausgefunden habe.
Runtergesetztes kaufen ist nicht wirklich Geld sparen, oder?
 Verschiedene Rundstricknadeln (die blauen sind aus Aluminium, die KnitPros jedenfalls Metall...) in den kleinen Stärken 2,5 - 3 - 3, 5.
Socken mit 40 cm Kantenlänge?!?

Und ein 3,0er Nadelspiel von 40 cm Länge!
Was macht man damit? Angeblich war es eine Fehllieferung, die nach Holland hätte gehen sollen... Haben die Holländer so dicke Füße? Ich jedenfalls konnte, für unter 2 Euro, nicht wiederstehen. Und ich habe auch schon eine Idee,was ich damit anfangen kann... Auch das werdet Ihr natürlich erfahren.
Jetzt mache ich mich wieder an die Diss, und heute abend übe ich wieder Jodeln... Hollaridudödeldu...

Mittwoch, 27. April 2011

Fazit: Lila Lizzy oder doch Sudoku? (Fotoversion!)

EDIT: JETZT AUCH MIT FOTOS!

Ungewohnte Reize und das Nachdenken über Neues stimulieren das Gehirn und halten jung.
Einige Menschen kaufen sich deshalb "Hirnjogging"-Computerspiele, dabei würde es völlig reichen (und wahrscheinlich mehr bewirken) einfach mal eine Tageszeitung zu lesen, die nicht das druckt, was man selber auch meint. (Zum Beispiel internationale Presse. Das trainiert auch gleich die Sprachmuskeln.) Oder Kreuzworträtsel - ist Sudoku eigentlich noch in? (Überraschung! Denken hält wirklich jung - liest du hier)

Am besten strickt man einfach die Lizzy-Socken. (Link führt zu Ravelry.) Anders als Sudoku kann man die nämlich hinterher anziehen, und das klingt doch erstmal vorteilhaft.
Mir gefielen die Fotos der fertigen Lizzy-Socken, die übers Netz verteilt und bei Ravelry eingestellt sind. Hübsche Söckchen. Mal was anderes. Mir war nicht klar, dass das Nachstricken eines Musters einer so renommierten Sockendesignerin wie Stephanie van der Linden dann doch so schwierig sein viel Konzentration und eigenes Mitdenken erfordern würde...
Fotoshooting - so sieht das übrigens aus. Der Meinige schüttelt zwar den Kopf, aber er drückt dennoch auf den Auslöser...

Mein Lieblings-Muster wird Lizzy jedenfalls nicht.Warum erkläre ich im  
***trommelwirbel***
Fazit:
Anschlag:
nicht spezfiziert - ich stricke auf, weil ich sonst immer so lange Bändsel über habe.
Muster:
Die vielen linken Maschen hatte ich ja schon als "Trainingsstrecke" eingeplant. Freut mich zwar nicht, aber die Übung macht mich schneller - es ist also auch keine Katastrophe. Allerdings ist der Sitz leider nicht sooo super - die Socken rutschen - nicht so schlimm, weil sie kurz sind, aber dennoch...
Schoppersocken muss man mögen. Und ja - das sind zwei unterschiedliche Spitzen. Mit Absicht!

Die Lace-Diamanten sehen charmant aus, erfordern aber deutlich mehr Konzentration und genaueres Zählen, als ich es gewohnt bin -von drei Reihen später noch mal nachbessern ist jedenfalls nicht möglich, da muss gleich großflächig geribbelt, oder die Unvollkommenheit des Menschen und seiner Socken mit vollem Herzen begrüßt werden. Ich glaube, inzwischen habe ich aber begriffen, wie das Muster zustande kommt und ab dem zweiten Durchlauf Lace konnte mich etwas mehr vom Chart lösen, bzw. das Chart auf den Nadeln wiederfinden. (Man könnte natürlich auch einfach mal ein Musterswatch stricken, bis man das Muster kann. Aber das wäre wohl zu einfach...) Fehler sind dennoch auch noch in der dritten Lace-Diamanten-Reihen zu finden.
Lace-Diamanten. Nicht brilliant. (sorry. platte Wortspiele sind manchmal unwiderstehlich)

Schwierig ist die teilweise lakonisch-kryptische Formulierung der Anleitung, die auch viele Andere schon bemerkt haben. (Allgemein gilt Lizzy nicht als Anfängermuster - man sollte schon wissen, was man tut.) Ich hatte ja erwähnt, dass ich einige Tage um die Ferse herumgeschlichen bin, bis ich einfach blind nachgestrickt habe - und dann ging es auf einmal sehr einfach. Natürlich sollten NICHT alle Fersenmaschen abgenommen werden, wie die Anleitung zu suggerieren schien. Vielmehr handelte es sich um eine ganz normale Herzchen-Ferse, gearbeitet über beide Fersennadeln eines Nadelspiels (4 und 1, offenbar bekanntlich beginnt man die Zählerei in der Fersenmitte, mit dem Uhrzeigersinn) - oder eben die Fersenseite auf der Zauberschlinge... Der Sitz ist ganz ok.
Herzchenferse. Mir gefällt die Fortführung des Musters über die gesamte Fersenwand.

Unklar war mir auch, was ich während der Fersenwand mit den Rechtsrippen anfangen soll. Sollen sie entlang der Fersenwand weiterlaufen, oder entlang des Fußrückens? Zahlreichen Fotos fertiger Socken ist das nicht zu entnehmen, jeder scheint es für sich zu entscheiden. Ich bin der Anleitung gefolgt, habe die verlangte Zahl Maschen umgerückt (erforderte einige Mühe - runter vom Loop, wieder rauf auf den Loop) und hatte am Schluß gegengleiche Socken, eine Seite mit der Rippe an der Fersenwand, gegenüber mit der Rippe am Fuß.
links: Rippe verläuft am Fersensteg -- rechts: Rippe verläuft am Fußrücken
 Inzwischen denke ich, die Rippe teilen wäre die beste Methode gewesen - so hätte man an der Fersenwand eine schöne Möglichkeit zur Spickelaufnahme gehabt, und zugleich den Spickel hübsch gerahmt, und außerdem alle Nadeln immer mit einer Rechtsmasche begonnen. Letzteres hätte auch die Einhaltung des Fußmusters erleichtert. Hinterher ist man immer schlauer, und zurückzuribbeln hatte ich keine Lust. (Meine Selbstwertschätzung ist offenbar nicht so hoch wie die Liebe zu meinen Mitmenschen - typisch Frau! - denn wären die Socken ein Geschenk, hätte ich das natürlich gemacht!)
Spickel:
Die Spickel in verschränkten Rippen find ich hübsch. Plus, man kann sich für die Abnahmen ganz gut am Muster auf den Nadeln orientieren. Mit der geteilten Rippe, wie oben vorgeschlagen, wäre es wohl noch besser geworden.
Spickelmaschen im Twisted Rib - mit verschränkten Rechtsmaschen

Spitze:
Da die Socken wegen der zahlreichen Fehlerchen und kleinen Mängel ohnehin den etwas provisorischen Charakter eine Übungsswatches erhalten hatten, habe ich mich für die Spitze zu einem weiteren Experiment entschieden. Vorgeschlagen war eine "normale" runde Bändchen-Spitze in glatt rechts, hier habe ich einfach mal probehalber die zwei Mustervariationen durchgespielt: rechts der twisted rib aus Spickel und Bündchen, links das Grundmuster bis zum Ende durchgeführt.
rechts: verschränkte Rippen verlängern den Fuß optisch --links: Grundmusterspitze gefällt mir fast besser

Technik:
Möglicherweise lag ein Großteil meiner Verwirrungen aber auch daran, dass ich eben nicht mit dem Nadelspiel, sondern mit dem MagicLoop stricke. Ein Nadelspiel würde dieses Muster aber wahrscheinlich einfacher machen. Noch dazu wollte ich wieder beide Socken zugleich stricken, erschwert wird dies dadurch, dass ich beide Socken vom gleichen Knäuel stricke - eins von innen, eins von außen. Ich habe das schon mal gemacht, und es geht, wenn man regelmäßig zum entwirren innehält und sein Strickzeug sorgfältig aufbewahrt. Warum einfach, wenn man es kompliziert haben kann?

Paßform:
Normalerweise stricke ich für Socken 60 Maschen auf 2,5er Nadeln. Das Muster verlangt aber 64 Maschen, also habe ich einfach kleinere Nadeln (Stärke 2) genommen. Allerdings ist weder der Diamant noch das links-lastige Muster besonders elastisch, sodass ich gut daran tue, sehr kurze Söckchen zu stricken - sie sitzen dann doch eher eng auf meinen kräftigen Waden...Aber nicht zu eng. Wäre allerdings mit 2,5er Nadeln auch gegangen, vielleicht sogar schneller... :-) Dennoch - ich habe schon besser sitzende Socken gestrickt - das Muster ist mir einfach nicht elastisch genug.

Wolle:
Die Darling-Wolle strickt sich herrlich knötchenfrei und ist auch angenehm am Fuß und im Trageverhalten. Allerdings käme Lizzy meines Erachtens in einer sehr klaren/knalligen Uni-Färbung besser zur Geltung als im sonst-geliebten semi-solid (Verlaufsgarn würde ich sowieso nicht empfehlen). Schade - hier waren Wolle und Muster kein perfektes Paar.

Die harten Fakten:
Lizzy von Stephanie van der Linden  (Ravelry-Link)
angefangen:  6.April 2011

fertiggestellt:  22. April 2011
Wolle: Zauberwiese "Darling", handgefärbt: semi-solid in lila (4fädig, 75% Merino, 25% Nylon)

Maße: 38/39
verbraucht:: 60g
Nadeln:  Prym Alu Rundstricknadel 80 cm,  Stärke 2; jeweils Magic Loop/Zwei zugleich
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, weitere Nadelspielnadeln um zwischendurch Maschen zu verschieben oder still zu legen
Kosten: 6 Euro (100 g für 10 Euro und ich habe noch 38 g über...)

Mittwoch, 20. April 2011

WIP: Borowski's Mütze: top-down watchcap. Eigenes Design.

Nach Fertigstellung von Borowski hatte ich genau ein Knäuel Lana Grossa Mille II übrig. Prima, dachte ich, kriegt der Meinige noch 'ne schöne warme Mütze zum Pullover. Passend zum Rollkragen bot sich eine klassische 2x2 gerippte an - bei Ravelry findet man so etwas unter "Watchcap".
Allerdings wollte ich sicher sein, dass die Restwolle optimal verwertet wird und wollte daher top-down stricken. Nur gab's dafür wiederum keine Anleitung - zumindest habe ich keine gefunden...
Glücklicherweise besitze ich ja dieses hübsche Heftchen---
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ELQk8yAlL._SL500_AA300_.jpg

---welches mir eigentlich helfen sollte, genau dieses Problem zu lösen. Allerdings finde ich, dass die Mützenspitze/-krone (wie heisst das eigentlich, oben, wo alles zusammenkommt?) bei der beschriebenen Methode immer irgendwie merkwürdig aussieht.

Besser gefiel uns die Lösung, die Erica Fire in ihrer kostenlosen Anleitung vorschlug; allerdings war die bottom-up und ausserdem im Patentmuster, welches bei mir irgendwie gar nicht richtig schön war.

Kurzerhand habe ich ein bisschen herumgespielt und ein eigenes Design entworfen. So sieht das bisher aus:
Borowskis Mütze auf den Nadeln
Damit man alles besser erkennen kann, hier noch einmal über eine Plastikrührschüssel gestülpt,die auch über meinen Kopf passt:
Borowskis Mütze aufgetopft
Davon abgesehen, dass ich mit dem Knäuel jetzt durch bin, und ganz offensichtlich noch ein zweites bräuchte, damit man die Krempe verlängern und dann irgendwann doppelt umklappen kann, gefällt mir das ziemlich gut.
Aber noch ein Knäuel nachbestellen? Nee. In den Geschäften sind die Sommergarne und online - für ein Knäuel lohnt sich doch das Porto gar nicht! Mist!

So habe ich's gemacht:

Auf einer Rundstricknadel Nr 5 mit türkischem Anschlag 8 M angeschlagen - 4 auf der oberen, 4 auf der unteren Nadel - und
R1:  k8:  = 8M
 (alle Maschen rechts abgestrickt auf dem magic loop. man kann das natürlich auch mit Nadelspiel machen, ist anfangs vielleicht sogar einfacher)
R2:   kfb 8x = 16M
(Zunahme auf doppelte Maschenanzahl durch doppeltes abstricken jeder Masche rechts und rechts verschränkt)
R3: k16
R4: kfb 16x = 32M
R5: k32, pm after every 5th stitch; there will be 7 st after last marker
(alle Maschen rechts abstricken, nach jeder 5. Masche einen Maschemarkierer setzen. Nach dem letzten Markierer gibt es 7 Maschen)
R6: [kfb, k4, kfb] 5x, k7 =42M
(die erste und die beiden Maschen rechts und links aller Markierer durch doppeltes Abstricken zunehmen, bis zwischen allen Markierern 7 Maschen sind.)
R7/R8: k42
R9: [k6, kfb]6x =48M
(die letzte Masche vor dem Markierer durch doppeltes Abstricken zunehmen; zwischen allen Markierern sind 8M)
R10/11/12: k48
R13: [k7, kfb]6x = 54M
R14: k1, kfb,p1, [k2,p2] 13x, k1, kfb,p1, [k2,p2] 13x = 56M
(der Wechsel ins 2r2l-Rippenmuster: damit die Rippen aufgehen, brauchen wir 56M, es müssen also verteilt 2M zugenommen werden. Bei kfb entsteht eine neue Masche, die wie eine linke Masche aussieht, und so ins Muster integriert werden kann.)

Von hier aus weiterstricken bis
a) die Mütze die gewünschte Länge hat oder
b) die Wolle alle ist.
(Wahrscheinlich sollte man zwischen den Zunahme-Reihen mehr "normale" Reihen stricken, als ich es getan habe. Es wobbelt ein bisschen, aber nichts was sich nicht durch etwas nasses Spannen nicht ausgleichen ließe...)

Mal sehen obich noch ein Knäuel Mille II bekommen kann...

Dienstag, 8. März 2011

Borowski und diverse Fälschungen.

"Borowski" wird, wie Ihr ja wisst, nahtlos von unten in der Runde gestrickt. Dennoch wollte ich Seitennähte sozusagen simulieren.
Erstens, damit ich beim drögen rechts-rundstricken nicht einschlafe. So werde ich zweimal pro Runde "aufgeweckt".
Zweitens, um mich beim Stricken zu orientieren. So weiss ich immer genau, wann eine Runde um ist, oder ob ich mich "hinten" oder "vorne" befinde - bei glatten Rechtsrunden verliert man ja schnell mal die Übersicht.
Drittens, weil ich zwar das nahtlose Stricken mal ausprobieren wollte, Nähte aber durchaus auch Design-Elemente sind. Und da der Meinige ja nicht so musteraffin ist, schienen mir falsche Seitennähte ein guter Trick zu sein, ihm ein kleines Muster unterzujubeln.

Ich dachte an einen megaschmalen Zopf. "Richtige" Zöpfe lohnen sich offenbar erst, wenn man mindestens zwei Maschen nach vorne oder hinten legt, also über vier Maschen arbeitet. Mit nur je einer Masche habe ich das jedenfalls noch nie irgendwo gesehen, und wahrscheinlich nervt das auch bloß beim Stricken. Damit der Zopf plastisch wird, muss er noch dazu von Linksmaschen gerahmt werden - das wären schon 6 Maschen. Megaschmal wäre das nicht mehr.

Megaschmal hieß für mich, ein Zopf aus zwei Maschen, plus linke Rahmenmaschen - vier Maschen maximal. Also habe ich mich an einem "mock cable", einem falschen Zopf mittels "Right Twist" versucht, und zwar nach dieser Anleitung
So sollte das ungefähr aussehen (wobei hier glaube ich nicht mal linke Maschen zur Hilfe geholt werden):
Bildquelle: http://www.lionbrand.com/graphics/stitchFinder/mockRightTwistLg.jpg

Irgendwie schien mir aber bei mir das Muster unklar - eine Masche wanderte zwar nach rechts, aber der linke "Zopfstrang" war irgendwie undefiniert... So nämlich:
right-twist-mock-cable 1. Versuch

Dann fiel mir auf, dass es besser wird, wenn man an der bewussten Stelle eine verschränkte Masche arbeitet. Also erinnerte ich mich an das tolle Tutorial von Ingrid Hiddessen zum Retten von vermurksten Zöpfen, und machte mich frisch ans Werk.

1. fehlerhafte Maschen ribbeln und mit Nadelspielnadel sichern

2. richtigen Faden identifzieren und aufnehmen

3. Maschen erneut stricken -diesmal im richtigen Muster

4. Partner zum Fotografieren bringen, um Blogleser zu beeindrucken
Glücklicherweise geht diese Operation schneller als man denkt - weil es ja immer nur zwei Maschen sind, die man abzustricken hat, und es tut auch gar nicht weh - ehrlich.
Könnte viel schlimmer sein. Alles Ribbeln und neu machen beispielsweise wäre viel schlimmer.
Und dann fiel mir auf, dass ich mal wieder nicht aufgepasst hatte.

 Typisch! Wenn man glaubt, man wüsste, was man tut, guckt man das hilfreiche Erklär-Video nämlich immer einmal zu wenig an!

Im Endeffekt habe ich das Muster beim Reparieren nämlich so gestrickt:
*1. Runde zwei Maschen rechts zusammenstricken, aber auf der linken Nadel lassen. Linke, also zweite der beiden Maschen noch einmal rechts stricken (damit die gleiche Zahl auf den Nadeln bleibt), beide Maschen von der Nadel gleiten lassen.
2. Runde: 1. Masche rechts stricken, 2. Masche rechts verschränkt stricken.
3. Runde: Beide Maschen rechts stricken.* etc.
right-twist-mock-cable 2. Versuch
 Und das ist ja alles so weit so gut, aber für diejenigen von Euch, die aufgepasst haben: genau. Ein right-twist-mock-cable ist es leider nicht...
Seufz.
Dazu hätte ich nämlich in Runde 1die rechte, also die erste der beiden Maschen noch einmal abstricken müssen... Kein Wunder, dass es anders aussieht als geplant!


Naja. Habe ich halt einen falschen falschen Zopf an der falschen Seitennaht...
Was meint Ihr?
Schlimm?
Ribbeln und (erneut) nach diesem Prinzip retten?
Oder frei nach Frau Zimmermann sagen: es gibt keine Fehler, nur unterschiedliche Muster?
Und habe ich etwa gerade ein Muster erfunden?

Montag, 11. Oktober 2010

Der Ärger mit den Nadeln. Trotzdem Fortschritt.

Die meisten meiner Stricknadeln habe ich geerbt. Keine Ahnung von wem - meine Mutter war keine große Strickerin... Meine Großmutter habe ich auch nie Stricken sehen. Aber irgendwann bekam ich zu Hause einen alten Sofakissenbezug voller Nadeln in die Hand gedrückt, zusammen mit einigen Wollresten, viele davon sahen verdächtig nach aufgeribbelten alten Pullovern aus...

Diese ererbten Stricknadeln sind alle aus Metall. Einige Nadelspiele, vor allem die 5 oder 6 Sätze der Nadelstärke 2, sind noch nicht einmal beschichtet - sieht aus wie Stahl... Die Rundstricknadeln sind alle "normale" deutsche Inox-Nadeln, mit diesen altmodischen durchsichtigen Plastikkabeln, unelastisch und mit der Neigung zu verbiegen. Ab und zu lege ich sie in heißes Wasser, zum "Entspannen" -- dann geht es wieder. Aber die Nadeln sind mir eigentlich zu stumpf.

Seit ich angefangen habe, mich mehr mit Stricken und Stricktechnik auseinanderzusetzen, probiere ich auch andere Nadeln aus. Vor einiger Zeit zum Beispiel kaufte ich mir eine Knitpicks Holznadeln- die mit dem bunten Holz - und zwar mit einem Kabel zum Wechseln, durch abschrauben.

Heute mal ein Fazit:
PRO:
-schön spitz.
-das Kabel ist gut elastisch
CONTRA:
-bei mir drehen sich die Kabel manchmal ab - das Gewinde geht gerade weit genug auf, um einen Wollfaden festzuklemmen.
-das Kabel ist mir letzte Woche abgerissen. Grmpf.

grmpf %&$§?!!
Kann ich nicht empfehlen. Kaufe ich auch nicht wieder.
Dank einer langweilig-klassischen, aber neuen Prym Nadel habe ich dennoch Fortschritte erzielt.
Körper fertig

Ab hier geht es mit den Ärmelsteeks und dem oberen Muster weiter.

Mittwoch, 7. April 2010

Socken. Jodeldiplom: GarnsucheMojos: Herausforderung Ferse.

Eines meiner allerersten Strickstücke überhaupt war ein paar Socken. Ganz einfache Stinos (was heißt das eigentlich?), glatt rechts mit zwei cm Bündchen 1/1 und "normaler" Ferse.
(Inzwischen weiß ich, dass es so etwas wie "normale" Fersen nicht gibt, aber damals, vor langer Zeit, schien es die einzige bekannte Fersentechnik in meiner strickerischen Umgebung zu sein. Möglicherweise also eine Käppchenferse, aber wer weiß das schon noch so genau...)
Ich hatte dazu megadicke Wolle in grün und hellrot angeschafft, sodass ich Spitze, Ferse und Bündchen (rot) farblich von der grünen Socke absetzen konnte. Heute würde ich diese Wolle wahrscheinlich mit einer Nd 5 oder 6 stricken, aber ich war jung und dumm und hatte nur ein Nadelspiel in 3,5 oder vielleicht auch 4 (wer weiß das schon noch so genau?), irgendwie auch aus Plastik, jedenfalls so biegsam wie ein Strohhalm. Als brave Anfängerin strickte ich also fest-fest zu dicke Wolle auf zu dünnen Nadeln, und das Ergebnis waren Socken, die von alleine aufrecht stehen konnten. Das muss so 1996/97 gewesen sein, aber wer weiß das schon noch so genau?
Die Socken habe ich geliebt, und viel getragen, als Pantoffelersatz und auch im Bett, damals, als ich noch ganz alleine war -aber wer will das schon so genau wissen? Irgendwann habe ich sie - inzwischen bemannt - aus der Ritze zwischen Bett und Wand gezogen und mit Wehmut festgestellt, dass sich die Mottenlöcher auch mit dem besten Stopfei nicht länger flicken lassen, ja, dass die ganze Socke nur noch aus Stopf bestand. Da habe ich sie weggeworfen, mit Bedauern aber der notwendigen Härte, und deshalb zeige ich Euch hier kein Foto. Sorry.

Warum erzähle ich das?
1. Wenn ich heute noch so fest stricken würde, hätte ich keine Probleme mit der Maschenprobe meines "Jodeldiploms". So bin ich auf der Suche nach einem neuen, dünneren, (bezalhbaren) Garn, mit dem ich trotz meiner lockeren Strickweise auf die geforderte Maschenprobe komme, ohne die Größen neu ausrechnen oder das Wagnis mit der kleineren Größe eingehen muss. Zurzeit probiere ich es mit einem Knäuel "Catania", aber das ist reine Baumwolle und könnte vielleicht leiern. Vorschläge sind willkommen!

2. Seither habe ich verschiedene Paar Socken gestrickt, die Bumerang-Ferse kennen und lieben gelernt, und wohl  alle diese Socken verschenkt. Glaube ich. Ich habe sie nicht, und ein Paar habe ich neulich bei meinem Bruder in der Schublade entdeckt. Grüne Ringel, als ich noch selbstringelndes Garn kaufte, was heute sehr selten vorkommt.

3. Aus der Wolle, die Sonja mir einfach so für meine geplanten Mojos geschenkt habe, habe ich letzte Woche zwecks Überbrückung einer sechsstündigen Zugfahrt besagte Mojos angeschlagen.
-Toe up - neu für mich, aber ok. Wenn es denn sein muss - einleuchten tut's mir nicht. Spontane Größenänderungen gehen so nicht, aber vielleicht kann man die Länge ja auch ausrechnen...
-Magic loop - auf Zugfahrten mit vielen Nadeln zu hantieren, ist die HÖLLE - und der Loop funktioniert wunderbar, nur die Linksreihen-Wülste sind fadenspannungstechnisch am Übergang schwierig. Aber eben nur zweimal pro Socke und nicht viermal, also gut! (Die Wolle ist übrigens ein butterweicher Traum - sollte ich es fürs Jodeldiplom einfach mit einer Sockenwolle versuchen?)
Und dann kam die Ferse!

Ich habe keine Angst vor Fersen, ich finde sie auch nicht schwieriger, solange man weiß, ob man Spickelabnahmen machen muss (braucht die herrliche Bumerang-Ferse m. W. nicht! Aber vielleicht habe ich auch bloß wieder den falschen Namen? ich werde es irgendwann herausfinden...)
Gewünscht ist aber eine "Afterthought-Heel"- whatever that is. Aus der Anleitung habe ich es nicht verstanden, die scheint eher eine Gedächtnisstütze für versierte StrickerInnen zu sein als eine Anleitung im Sinnen eines Tutorials.
Aber das ist ja auch ok, dafür gibt's das Internet, Ravelry, Google. Nur saß ich im Zug, ohne iPhone oder ähnlichen Schnickschnack, kurzum: allein und abgeschnitten von der Bloggerwelt!. Hier war keine schnelle Hilfe zu erwarten...
Einfach eine andere Ferse stricken wäre doof, zu leicht, und außerdem ist die AH bei der Mojo ein Design-Feature, finde ich, und kann nicht einfach ersetzt werden nur weil es schwieriger als erwartet ist.
Und deshalb wurde die Mojo vor der Ferse stillgelegt, und nun ruht sie, bis ich wieder Zeit für sie finde.

Immerhin habe ich dieses Tutorial zum Thema Afterthought-heel-thumb- alles mögliche gefunden:
http://akittenknits.blogspot.com/2006/12/thumb-trick.html
Das werde ich nun mal versuchen, und am Wochenende gibt es vielleicht Fotos. Die Kamera ist grad nicht im Raum.

Samstag, 6. März 2010

Norwegermarathon1. Ärmel und der Magic Loop.

Die Ärmel des Norwegerpullovers sollen auch in der Runde gestrickt werden, was natürlich das zweifarbige Stricken viel einfacher macht, da nur rechts gestrickt wird. Weiterer Vorteil: Keine Näherei, keine Nähte!
Immer im Bestreben, neue Techniken zu lernen, hatte ich beschlossen, die Ärmel nicht auf einem Nadelspiel, sondern auf der Rundstricknadel mit der Zauberschlinge (Magic Loop) zu stricken.
Gelesen hatte ich darüber schon viel, und auch eine ungefähre Vorstellung, wie es geht, aber sicherheitshalber habe ich mir doch noch einige Tutorials angesehen, bevor ich losgelegt habe.
Hilfreich fand ich vor allem diesen Text mit Bildern von Knitting Giraffe (http://knittinggiraffe.blogspot.com/2008/09/magic-loop-tutorial-part-1.html)

und das Video "Magic Loop Knitting" auf Advanced Knitting Techniques: http://www.knittinghelp.com/videos/advanced-techniques
sowie auf youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=NJ6gvswaCoI 
Im Endeffekt teilt man seine Arbeit in zwei Teile und zieht das überflüssige Kabel zwischen den Maschen heraus. (Das mache ich ohnehin immer, weil meine Rundstricknadeln häufig und vorzugsweise zu lang sind.) Dann zieht man die hintere Nadel nach rechts aus den Maschen heraus, sodass die Maschen auf dem Kabel ruhen, und strickt ganz normal die vordere Reihe ab. Wenden und von vorn. Pillepalle! Diese Technik war ein schnelles Erfolgserlebnis...

Leider hatte ich viel weniger Zeit als in den Wochen zuvor - wobei das eigentlich gut ist, weil es bedeutet, dass ich viel mehr Zeit in ein anderes, objektiv wichtigeres Projekt gesteckt habe :-D) .
Kurzum, das Stricken des ersten Ärmels zog sich etwas, und das hatte nichts mit dem ominösen Loop zu tun. Tatsächlich ist die Rundstricknadel viel angenehmer als das Nadelspiel: man muss nur zweimal pro Runde wechseln und umgreifen und die Gefahr, dass Maschen von der Nadel rutschen ist sehr viel geringer. Genau wie beim Nadelspiel ist der Anfang am schwierigsten, denn es besteht die Gefahr, dass man das Gestrick verdreht. Das ist mir aber zum Glück nicht passiert.

Blöderweise hatte ich auf meiner dieswöchingen Fahrt nach Anderswo vergessen, ein neues blaues Knäuel einzupacken, und so ging mir auch noch zwei Runden vor Schluss die Wolle aus, sonst wäre der Ärmel jetzt schon längst fertig. Aber wahrscheinlich war das auch gut so. Warum?
Guckt Ihr mal hier:
 
Soweit so gut: ein Ärmel mit Schrägung und allen Mustersätzen.


Auch die Maße (25 cm + die fehlenden 4 Reihen)...

... ergeben die von der Skizze für die kleinste Größe geforderten 26 cm Ärmellänge.
Soweit so gut. Aber wie findet Ihr das hier?
 
Wenn mein Neffe da drin steckte, wären die Ärmel  nur 3/4 lang, während der Pulli locker in den Kniekehlen hängt. Oder was meint Ihr? Stimmen die Proportionen so? Oder ist mein Maßband kaputt?
Nochmal "Malroy" zum Vergleich:
Also ich weiss nicht. Die Anleitung stimmt, die Maße stimmen, die Schrägung geht genau auf - daran kann es also nicht liegen. Norwegische Kinder scheinen sehr verwachsen zu sein. 
Ich denke, ich ribbele und stricke eine ganz andere Ärmelgröße, vielleicht die für 7-8 Jährige (verlangt 34 cm). Dann könnte das in den Proportionen vielleicht hinhauen. 
Was meint Ihr?