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Montag, 14. September 2015

500!

Dies ist mein fünfhundertster Blogpost und ich habe lange überlegt, was ich schreiben soll.
Für ein schlichtes Fortschrittsupdate war mir das Blogiläum eigentlich etwas zu schade.
Vielmehr denke ich, es wäre angebracht, eine kleine Rückschau zu halten...
http://img.pandawhale.com/40390-pusheen-cat-career-option-gif-WJ0w.gif
Angetreten bin ich im Januar 2010 mit dem Ziel, all die selbst gefertigten Dinge, dich ich über das Jahr produziere, zu dokumentieren, damit ich am Ende des Jahres noch weiß, was ich eigentlich alles geleistet habe.

Dieser Anspruch hat sich auch über die Jahre nicht geändert. Doch habe ich anfangs noch deutlich häufiger den langsam wachsenden Fortschrittsprozess gezeigt, Stück für Stück wachsende Pullover oder Socken oder Anleitungen, nicht selten auch mit Fragen zu akuten Problemen und Herausforderungen. Seither habe ich sehr viel dazu gelernt, Routine erworben und zeige daher in der Regel nur noch das fertige Modell.
Letzeres aber mittels eines schematischen Rasters, das über die Jahre kaum verändert wurde, und das jenseits von Ravelry die Vor- und Nachteile bspw. einer Anleitung aufzählen soll und möglicherweise auch anderen als Entscheidungshilfe dienen kann.
Der Großteil der Projekte ist gestrickt und aus Wolle, es gibt aber, wie angekündigt, auch Fertiges aus der Küche, der Nähmaschine, oder anderen Bastelwerkstätten. Das kommt immer darauf an, was hier gerade spannend ist oder gebraucht wird.

Über die Jahre hat sich eine feste, wenn auch größtenteils stumme Leserschaft entwickelt. 
Das macht mir Spaß und Freude, und es gingen schon einige Päckchen in der realen Welt hin und her. Einige sind weitergezogen, andere sind dazu gekommen. Rege Diskussion gibt es selten, das liegt sicher auch an meinen verzögerten Antworten und der Tatsache, dass ich nicht oft Fragen aufwerfe. Viele meiner Posts sind eine reine Gedächtnisstütze und ungeachtet des Stils, der hoffentlich auch für andere lesbar und lustig ist, irgendwie doch immer an mich selbst gerichtet.
Dennoch habe ich zur Zeit 71 feste Google-Follower (danke an Euch!), und viele weitere kommen regelmäßig über Feedreader, Suchmaschinen oder Blogrolls auf anderen Seiten bei mir vorbei. Sogar meine Mutter guckt ab und zu rein - Wie schön, dass Ihr alle immer noch interessiert seid!
http://data.whicdn.com/images/66576818/large.gif
 In den letzten fünfeinhalb Jahren habt Ihr ungefähr 300.000 Mal diese Seite aufgerufen, was für ein kleines deutschsprachiges Handarbeitsblog gar nicht soo übel ist. :-)
Die regelmäßige Leserschaft kommt in der Regel per feedreader, also wenn ich tatsächlich etwas veröffentliche - was in letzter Zeit leider etwas unregelmäßig geworden ist. (Ich poste lieber, wenn ich etwas zu sagen habe.) Die Laufkundschaft findet sich über google ein, und scheint mit ganz unterschiedlichen Fragen zu kommen. In der Regel scheine ich diese auch beantworten zu können, jedenfalls ist nichts wirklich abstruses dabei. Außer vielleicht "häkeln genetik". (Nein, Häkeln liegt nicht in den Genen. Man muss es lernen, wie alle anderen Sachen auch. Ist aber gar nicht so schwer, geh einfach zu Youtube und lass dir alles zeigen!)
Sprachbedingt kommen die meisten von Euch aus Deutschland, aber auch aus den USA, Österreich, Irland, Schweiz, Frankreich und Dänemark werden Seitenaufrufe registriert. Sogar in Rußland, der Ukraine und China scheine ich Leser zu haben - erstaunlich! (oder steht da nur der Server?)

Der bei weitem beliebteste Post aller Zeiten ist das FO zur "Schlumpfine-Mütze" - mehr als 20.000 Aufrufe gab es dazu seit 2011. Mit weitem Abstand streiten sich, bei jeweils ungefähr 3.600 Aufrufen, ein Tutorial zum Fertigen von Briefumschlägen und ein Post zum Blocken von Socken um die Plätze 2 und 3. Dann folgen Artikel zum Combination Knitting und Steeks, die alle deutlich machen, wie wichtig eine aussagekräftige Überschrift ist. (SEO! übrigens hat Martine in ihrem Blog-Block viel Interessantes zum Bloggen erzählt. Lest da mal rein - sehr interessant, auch wenn ihr weniger professionelle Ansprüche habt und nur zum Privatvergnügen bloggt.) (Martine, ich vermisse Dein Strickblog. So schade, dass du es ganz aus dem Netz gezogen hast...)

Klar ist, dass auch meine alten Artikel noch gelesen werden, und das finde ich schön. Hoffentlich helfen sie immer noch weiter.


Wenn ich mal etwas Muße habe, werde ich mir auch mal wieder ein neues Bloglayout gönnen. Dieses ist etwas veraltet, etwas langweilig, etwas schwer lesbar. Momentan fehlt mir dazu aber die Energie. Bald! Bald!



Bis dahin bleibt mir wohlgesonnen - solange ich noch Sachen mache, und Ihr darüber lesen wollt, schreibe ich weiter. Danke fürs Mitlesen!


Und demnächst: Nesselwollreste aufbrauchen - die Mütze.













Mittwoch, 5. August 2015

Wo Frauen bloggen, ist es flauschig.

Das betrifft jetzt nicht nur die Wolle. So könnte man auch den Vortrag von Meike Rensch-Bergner, in dieser Ecke des Internets eher bekannt als Frau Crafteln, zusammenfassen.



(Der Vortrag wurde am 6. Juni 2015 auf der nebenan Konferenz in Hamburg gehalten. Hier erzählt sie ein bisschen darüber, worum es ihr selbst ging.)

Man könnte den Vortrag so zusammenfassen, sage ich, aber tatsächlich bin ich nicht sicher, ob Korrelation - die meisten Nähnerdblogs (Nähblogs, Strickblogs etc) werden von Frauen geschrieben - hier auch gleich Kausalität darstellt...
Ich glaube aber, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der wohlwollenden, weitgehend trollfreien Atmosphäre der Handarbeitsblogs und der Tatsache, dass wir hier alle Dinge zeigen, die wir mit Herzblut selbst gemacht haben - und deshalb sehr viel Empathie und Verständnis für andere Menschen haben, die Dinge zeigen, die sie mit Herzblut selbst gemacht haben. Und wenn mich etwas davon nicht begeistert oder interessiert - im Vortrag mit dem Sammelbegriff "Kissen nähen" bezeichnet, im Strick-Kontext vielleicht mit "Stino-Socken aus selbstringelnder Wolle" zu vergleichen - dann lese ich das eben nicht. Oder ich kommentiere an dem Tag nicht (jeder strickt mal Stinos, und das ist auch in Ordnung :-)).

Die Grundregel ist aber doch: Wenn du nichts Nettes (oder Hilfreiches, oder Relevantes) zu sagen hast, dann schweig.
Würde auch im Alltag der "Fleischwelt" oft helfen.
Den Vortrag lege ich Euch ans Herz, weil es viele Schnittmengen zwischen der Nähnerd und der Strickblog-Szene gibt (Kleidung für den eigenen Gebrauch selbst herstellen.) Ich fand ihn unterhaltsam und interessant, obwohl ich die Szene ja kenne (= einige der Blogs lese.)
Gerade deshalb hätte ich mich aber gefreut, wenn die "Erfinderin" des MeMadeMittwoch (und des Weihnachtskleid-Sew-Along, und des Frühjahrsjacken-Knit-Along und damit lange Zeit Herzstück der Nähnerdszene) nämlich (meines Wissens) Catherine vom inzwischen stillgelegten Allures-und Couture-Blog zumindest einmal kurz erwähnt worden wäre. Solche Communities bilden sich nämlich nicht von alleine, und wenn man das Sandkorn im Kern der Perle noch identifzieren kann, könnte man es auch mal nennen.
Trotzdem - der Vortrag ist anregend und zeigt vielleicht mal den Menschen da draußen, wo sich die ganzen Frauen, die angeblich nicht bloggen, im Netz so herumtreiben - und eventuell auch warum... (Flausch!) Viel Spaß!

Sonntag, 3. Mai 2015

Breaking News!

In Großbritannien wurde also eine Prinzessin geboren, und ich freue mich, sagen zu können, dass die paparazzi-fotohungrigen Mitstrickerinnen bei Ravelry sich sofort und mit Freude über die erhältlichen Bilder beugten und sich auf die wirklich relevanten Details gestürzt haben:
http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/03289/Kate_and_new_baby__3289546b.jpg

1. Die Mütze ist wahrscheinlich maschinengestrickt (schade, trotzdem hübsch), allerdings ist der Hersteller skandalöserweise noch nicht identfiziert.
2. Das Kind hat die Mütze möglicherweise falsch herum auf, aber vielleicht auch nicht.
3. Eine Anleitung zum Nachstricken der Mütze (oder eines sehr ähnlichen Modells) ist so gut wie fertig und wird asap publiziert.
4. Das Tuch ist von der Firma G.H. Hurt & Son , ist aus elfenbeinweißer Merinowolle, kostet 48 Pfund, und scheint merkwürdigerweise noch nicht ausverkauft zu sein. (Ich nehme an, die Firma hat vorgesorgt. Man war ja offenbar gewarnt. (http://www.sourcewire.com/newsroom/GHHurtSon)
5. Prinz George  trug einen schönen blauen kraus-rechten Raglanpullover, den man sicherlich sehr einfach kopieren kann.
ttp://www.ravelry.com/forum-images/MonicaInMd/1iuwi-qkl4k8

(Beiträge über das Baby, oder Kate, oder ihr Aussehen, Kleid, Make-up oder Bauch wurden als "off topic" blockiert. Ich liebe Ravelry!)

Montag, 5. Januar 2015

Ravelry und die #starbucketchallenge.

Die Anstalt gehört m. E. zu den  besten Kabarettsendungen im deutschen Fernsehen. Ausgerechnet im ZDF bekommt man politische Analysen, bei denen komplexe Zusammenhänge verständlich aufbereitet und pointiert präsentiert werden - doch das Lachen bleibt einem oft genug im Halse stecken.
In der Sendung vom 28. Oktober 2014 ging es um Steueroasen - genauer, um die Steuersparmodelle von globalen Großkonzernen, die mit legalen Mitteln oft schon seit Jahren überhaupt keine Steuern mehr zahlen.
Kann man alles hier nachsehen:



Ob sich nun eine Kaffeehauskette davon beeindrucken lässt, dass ein paar Deutsche sich kalten Kaffee über den Kopf gießen, und ob der schlechte Geschmack des Kaffees tatsächlich auf die fehlenden Steuern  zurückführen lässt (wobei ich noch niemanden getroffen habe, der besagten Kaffee trinkt, weil er so gut schmeckt...) - das sei dahin gestellt. Es scheint aber so, als habe die EU Gesetzgebung tatsächlich Schritte eingeleitet.

Seit dem 1. Januar muss Mehrwertsteuer vom Verkäufer/von der Verkäuferin in das EU-Land abgeführt werden, in dem der Käufer/die Käuferin das Produkt kauft. Kaffee, der in Deutschland gekauft und getrunken wird, muss also auch in Deutschland versteuert werden.
So weit so gut.

Nun kaufe ich so gut wie nie bei St*rb*cks. Ich trinke keinen Kaffee. Auch bezweifle ich, dass in den entsprechenden Filialen Hinweisschilder ausliegen, die die Kundschaft über die neuen Regeln informieren. Ich bin auch keine Juristin oder Steuerberaterin. Wie bin ich also über die neue Gesetzgebung gestolpert?

Ich kann bei Ravelry keine Anleitungen mehr kaufen.
Oder, um präziser zu sein: Ich kann im Moment viele Anleitungen gar nicht, andere nur sehr umständlich kaufen.
Bisher, konnte jeder mit wenig Aufwand bei Ravelry einen "shop" einrichten, indem er/sie PDF Anleitungen kostenlos oder kostenpflichtig als PDF zum Download anbot. Wenn ich also bei Ravelry eine schöne Anleitung entdeckte,  dann konnte ich sie fast immer mit wenigen Klicks sofort kaufen. Häufig ging es mit einem Klick zu payp*l, und fast sofort fand sich die Anleitung in meiner Raverly library und in meinem E-Mail-Postfach.
Seit dem 1. Januar aber fallen auch digitale Erzeugnisse, wie bspw. PDF-Anleitungen, unter das neue EU-Mehrwertsteuergesetz. Und seither ist die Sache komplizierter, denn jede/r Designer/in mit Ravelry-Shop, der/die eine Anleitung in die EU verkauft, muss diese nun dort versteuern - wenn ich also von einer kanadischen Designerin, bspw. YarnHarlot, ein PDF kaufen wollte, müsste diese das hier in Deutschland versteuern. Dazu müsste sie aber detailliert nachweisen, wo ihre Anleitung erworben wurde. Nun weiß bspw. payp*al, wo ich wohne, und meine IP-Adresse meldet ebenfalls Deutschland - sie müsste diese Daten also erhalten (Datenschutz), zum Kaufzeitpunkt dokumentieren und jedem Vorgang zuordnen. Kurzum,  der Aufwand steigt exorbitant.
Das heißt, das gerade die Micro-Businesses wieder einmal abgestraft werden mit Gesetzgebung, die im Falle von Konzernen durchaus sinnvoll ist. Und natürlich betrifft es nicht nur Ravelry, sondern auch Etsy und andere Plattformen (möglicherweise sogar E-Bay und Amazon), die kleinen und Kleinstunternehmer(inne)n die Möglichkeit bieten, ihr Nischenprodukt einem weltweiten Publikum anzubieten. Denn der verbundene Aufwand ist für genau diese kleinen Unternehmen zu groß. Und die Steuerkontrollen werden wahrscheinlich den Plattformen aufgebürdet, die damit zukünftig ein Risiko tragen. Offenbar wurden solche Unternehmensformen bei der Arbeit am Gesetz gar nicht bedacht, sonst hätte man ja beispielsweise Schwellenwerte einfügen können. Neue Geschäftsmodelle werden behindert. Wer Englisch kann, kann hier viele Informationen bekommen.

Ravelry hat glücklicherweise für den Moment eine ganz ordentliche Übergangslösung gefunden: Wer Anleitungen in die EU verkaufen will, kann dies über einen Kooperation mit dem UK-basierten Onlineshop loveknitting tun. Dies erfordert zwar mehr als einen Klick  - man muss sich zusätzlich bei loveknitting registrieren, bekommt von denen dann auch ungefragt newsletter zugeschickt - aber es funktioniert. Auch die Informationen (für shopkeeper) auf der Website scheinen umfassend und verständlich formuliert und auf eine allgemein zufriedenstellende Lösung hin ausgerichtet.
Darüber bin ich froh und dankbar.
Aber noch längst nicht alle Anbieter/innen von kostenpflichtigen PDF-Downloads bei Ravelry haben ihre Anleitungen bei loveknitting eingestellt. Das ist wenig überraschend, kam die Umstellung doch plötzlich, und während der Feiertagssaison, und dann vergesse man nicht die unzähligen betroffenen Anleitungen. Wir sprechen hier von der größten (mitgliedergepflegten) Datenbank zum Thema Stricken und Häkeln weltweit - das geht nicht so schnell.
Also kein Vorwurf hier, im Gegenteil.
Aber doch ein bißchen Sorge. Denn zum Einen soll diese Kooperation nur in der Übergangszeit kostenlos bleiben, danach aber Aufschlag kosten (auch loveknitting muss leben), und zum Anderen könnte ich es verstehen, wenn ein/e Gelegenheitsdesigner/in den Mehrwert nicht sieht (oder nicht die Muße hat), der Umstellung zu folgen - und ihre Anleitungen einfach für EU-Bürger/innen nicht mehr zum Kauf anbietet. Verstehen könnte ich es, aber "mein" geliebtes Ravelry wäre damit möglicherweise "kaputt".  Das tolle an Ravelry war ja  bisher die globale Vernetzung - unabhängig von Wohnort und Zeit konnte man sich  mit der strickenden Weltgemeinschaft nicht nur austauschen, sondern die neuesten Design-Hypes auch mitmachen - internationale Anleitungen kaufen und nachstricken, die Designer/innen direkt be-und entlohnen - das wird zukünftig schwieriger.
Und mit der wirtschaftlichen Logik des 20. Jahrhunderts wäre das globale Internet wieder ganz schnell in nationale Zonen eingeteilt - das Internet ist eben in der EU immer noch Neuland.
 
Hier könnt Ihr die Erläuterungen zum Gesetz auf Deutsch nachlesen.
http://ec.europa.eu/taxation_customs/resources/documents/taxation/vat/how_vat_works/telecom/explanatory_notes_2015_de.pdf#current_rules


______________________
Alle Infos eigene Recherche aber ohne juristische Fachkenntnisse. Fehler sind meine, keine Haftung für das, was Ihr mit diesen Infos macht.

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Edit vom 06.01.2015
Tichiro, die ja als Steuerberaterin etwas mehr Fachwissen hat, hat mich darauf hingewiesen, dass mein Vergleich "Murks" sei, weil elektronische Dienstleistungen (E-Books, PDFs) umsatzsteuerlich anders behandelt werden als Lieferungen (z. B. Kaffee). Und was Strickanleitungen angeht, wisse man noch nicht, ob so etwas überhaupt als elektronische Dienstleistung zählt. Das muss offenbar erst noch juristisch geklärt werden.
Ich verstehe das so, dass Ravelry sich absichern wollte/will und dabei möglicherweise über das  Ziel hinausgeschossen ist - besser als hinterher riesige Strafen zu zahlen. Die Ravelry-Gemeinschaft ist zwar groß, aber ein Weltkonzern wie facebook ist es eben auch nicht.
Und natürlich wurde das Gesetz schon lange vorher angekündigt, aber das kriegen wir Durschnittsmenschen eben erst mit, wenn es die Auswirkungen der Änderungen bei uns ankommen. So wie jetzt.
 Inzwischen hat Tichiro einen eigenen Post dazu geschrieben, den ihr hier nachlesen könnt: Strickdesigner und EU-Steuergesetzgebung


Dienstag, 22. Juli 2014

Immer noch kein Internet...

...seit 4 Wochen kein Internet.  Irgendwie auch wie Ferien...
:-)
Die Li-La-Löcherjacke ist übrigens fast fertig.  Zeige ich Euch bald.  Falls wir irgendwann die Probleme mit der Fritzbox klären können. 
Kann sich nur noch um Monate handeln...

Sonntag, 15. Juni 2014

Schweigen im Walde.

Hier ist es gerade mal wieder ruhig.
Weil unsere Vermieterin überaschend Eigenbedarf angemeldet hat, waren wir mit Frust, Wohnungssuhe, Frust, und Umzugsvorbereitungen beschäftigt.
Zum Glück haben wir schnell etwas Neues gefunden, und wir werden uns dort sicherlich wohlfühlen.
Aber ich hasse Umzüge.
Ich finde sie grauenhaft.
Immer.
Und kommt mir jetzt nicht mit "Ausmisten befreit"- das stimmt zwar, aber Spaß macht es nicht.
Nächsten Dienstag, also in 10 Tagen, ist alles vorbei, möglicherweise wird es dann eine Weile dauern, bis wir wieder online sind. Ihr kennt das ja. Vorher werde ich hier wohl auch nicht viel erzählen - bei der Wahl zwischen Packen und Bloggen liegen die Prioritäten gerade klar auf der Hand.
Nur falls Ihr Euch wundert.

Die Li-La-Löcherjacke kommt aber gut voran. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sie ziemlich genau so wird wie ich sie mir vorgestellt hatte. Hurra!
Zeig ich Euch dann irgendwann mal.
Wenn wir wieder online sind.
Bis dahin: bleibt mir wohlgesonnen!
Und genießt Euren Sommer!

Samstag, 10. Mai 2014

"Klinikaktion Schmetterlingskinder": Bitte helft diesem Verein und stimmt ab!

Als für uns vor anderthalb Jahren die Welt unterging, war der Umgang der Klinik mit uns einer der wenigen Lichtblicke in unserem großen Unglück.

Beispielsweise kam die Hebamme vom Dienst mit einer von fremder Hand gestrickter und durch den Verein Frauenworte e.V. in seiner "Klinikaktion" an teilnehmende Krankenhäuser verteilten Erstausstattung zu uns und fragte, ob wir unsere Kleine darin einkleiden wollten - dem Strampelsack und Pullover in hellem Pastell war zudem ein Paar gehäkelter Schmetterlinge beigefügt, von denen einer beim Kind bleiben sollte, einer den Eltern als Erinnerung mitgegeben werden konnte. Außerdem gab es sehr gute Informationsbroschüren über den nun anstehenden Verwaltungsaufwand - wir hatten uns ja bis zu diesem Zeitpunkt eher mit Krippenplätzen als mit Grabstellen beschäftigt.

Wir haben das Angebot für das Stramplerset damals zwar nicht angenommen, denn ich hatte ja selbst gestrickt und ein komplettes Outfit lag fertig bereit -- aber wir waren sehr gerührt und bewegt, und haben uns damals entschlossen, den Verein "Schmetterlingskinder" regelmäßig zu unterstützen.
Noch bringe ich es zwar nicht fertig, selbst für den Verein zu stricken - dagegen sträubt sich noch zu vieles - aber auch Geldspenden helfen...

Zur Zeit macht die IngDiBA eine Aktion, bei der Vereine 1000 Euro gewinnen können, wenn sie genügend Stimmen zusammen bekommen. Damit die Stimmen "echt" sind und nicht von Robotern abgestimmt wird, muss man bei der Abstimmung seine Handynummer angeben, und erhält im Gegenzug den Code für 3 frei vergebbare Stimmen.
Bitte unterstützt den Verein Frauenworte e.V. mit seiner "Klinikaktion Schmetterlingskinder", indem Ihr Euch registriert und für ihn abstimmt.
Wir Strickerinnen sind viele - wenn Ihr es weitersagt, können wir dieser wunderbaren Aktion alle helfen.
Natürlich könnt Ihr auch praktische Unterstützung leisten, indem Ihr  für den Verein strickt, häkelt, näht oder Kerzen gestaltet. Wie ihr helfen könnt, und was gerade benötigt wird, erfahrt Ihr auf der Website des Vereins Frauenworte e.V. unter "Klinikaktion Schmetterlingskinder".

Danke.

Abstimmungsaktion der IngDiba: https://verein.ing-diba.de/soziales/68642/frauenworte-ev
Blog der Klinikaktion: http://klinikaktion.blogspot.de/
http://www.klinikaktion-der-schmetterlingskinder.de/
http://www.frauenworte.de/
http://www.schmetterlingskinder.de/

(Natürlich könnt Ihr auch für andere Vereine, die Euch sympathisch sind, abstimmen. Ist ja klar. Dieser hier liegt mir aber natürlich besonders am Herzen.)

Edit:
Als ich dies zuerst gepostet habe, Samstag, 10. Mai 2014, 18:03, war der Verein auf Platz 318 in "seiner Gewichtsklasse".
Am Sonntag (Muttertag), 11. Mai 2014 um 21:20, war der Verein auf Platz 234 aufgestiegen - Danke! Das würde für den Gewinn der 1000 Euro schon ausreichen, wenn - ja wenn er sich bis zum endgültigen Stichtag am 2. Juni unter den ersten 250 hält
Also erzählt es immer weiter, damit wir nicht wieder überrundet werden.

Mittwoch, 23. April 2014

Bonbonfarben.

Angeblich gibt es drei Sorten Stricker_innen: Projekt-Stricker, Prozess-Stricker, und "Yarnies", also Wollfetischisten. Ich zähle mich, wie mein Blogtitel subtil andeutet, zur ersten Gruppe: wenn ich Zeit, Geld und Mühe investiere, soll am Schluß etwas tragbares herauskommen.
In Wirklichkeit sind die meisten Strickerinnen aber wohl -wie bei den allermeisten Kategorisierungen - Mischformen. Es ist deutlich einfacher, ein Projekt fertigzustellen, wenn der Prozess des Strickens auch Spaß macht, und ein schönes Garn verstärkt sowohl die Freude am Stricken als auch die Freude am fertigen Projekt.
Troztdem habe ich bisher noch nie etwas gestrickt, einfach weil ich Freude am Garn hatte, oder Freude am Muster - also ohne, dass ich das fertige Produkt auch hätte verwenden können bzw. wollen. (Für mich oder als gezieltes Geschenk.)
Noch nie - bis jetzt.
Gegen Ende der Reha, als ich die 17 Knäuele Alpaca-Wolle aus dem kleinen Wollgeschäft schleppte, sprangen nämlich noch zwei Knäuele Schoppel Zauberwolle Crazy in der bonbonsüßen Färbung "Wolke 7" in meine Tasche.

Das fand ich überraschend - ich hatte zwar noch nie einen der internetbekannten Zauberbälle in der Hand gehabt, und die Neugier war groß - aber ganz billig sind sie nicht. Und die Farben -- erinnern eher an Zuckerwatte. All diese Rosatöne - ICH würde das sicherlich nie am Leibe tragen... 
ungespannt schon ca. 33 cm breit
Aber ich wollte sie unbedingt verstricken, und schon nach kurzer innerer Einkehr war klar, dass die "Wolke 7" eine romantisch-verspielte Stola werden wollte - also ein breiter, langer Schal in einfacher Rechteckform und dem wunderschönen Muster "Anti-Macassar" aus der Mustersammlung von der Éléonore Riego de la Branchardière (Ihr wißt schon: Martine war's! Eine Prozess-Strickerin, wie sie im Buche steht... :-D). Ich stricke sie mit 4,5mm Nadeln und brauchte nur drei Musterwiederholungen à 6 Mustersätze bis ich das blöde Löcherzeugs endlich auf den Nadeln lesen und verstehen konnte... Seither macht es mir eine Riesenfreude!
gespannt wird er wohl breiter...
(Hier habe ich mal ein bißchen Spannung aufgebracht, damit Ihr das Muster besser sehen könnt.)

Es ist so bonbonfarben und romantisch und rüschig und kitschig, wie gemacht für eine kleine rosa Braut zum Beispiel oder zum ersten Abschlussball eines jungen Mädchens - schade, dass ich niemanden kenne, auf den diese Beschreibung zutrifft! Die hellrosa Streifen werde ich aber möglicherweise in Zukunft rausschneiden, das ist mir ein bißchen viel. Hmmm.)
Ich stricke zur Zeit selten daran, weil ich ja Projektstrickerin bin und immer noch Socken fertig werden müssen und fliederfarbene Alpaca-Strickjacken zu stricken sind und allerlei andere Dinge im Vordergrund standen -- aber es hat ja Zeit.
Der Plan ist, die äußeren Drittel der Stola so  mit "Anti-Macassar"  zu gestalten, dass die Schal-Enden mit dieser hübschen Bogenkante abschließen. Das Mittelstück aber ist noch nicht ganz entschieden. Martine hatte da eine spannende Idee. Schaumama.

Samstag, 19. April 2014

Freitag, 4. April 2014

Piep.

Ich bin noch da.
Es geht mir gut.
Ich habe nur leider grad überhaupt keine Zeit, und wenn ich Zeit habe, habe ich keine Lust zu bloggen.
Außerdem finde ich meinen Fotoapparat nicht, und deshalb kann ich nicht die Bilder machen, die ich brauche, um Euch zu zeigen, worüber ich bloggen wollen würde, wenn ich Zeit hätte. Und Lust.
So geht das manchmal.
Danke fürs Nachfragen und Vorbeischauen. Bald gibts hier sicher wieder Neues.

Samstag, 3. August 2013

Nähen aus Notwehr. Rock mit großen Kreisen.

Die bunte Bloggerwelt ist vielfältig, und mein Feedreader erweitert und verändert sich ständig. Zur Zeit springen immer mehr Nähblogs am Rande meines Aufmerksamkeitshorizontes herum - vor allem Nähblogs, die sich mit Vintage-Mode beschäftigen.
Warum ist Vintage-Mode so interessant für moderne Frauen?
Ich denke, die Antwort ist relativ einfach.
Zwar sind die Schnitte aus dieser Zeit auch nicht unbedingt für Frauen in allen erhältlichen Größen gemacht - wobei ganz offensichtlich früher davon ausgegangen wurde, dass die wichtigsten Techniken der Kleidungsherstellung -inklusive Änderungs-und Anpassungsmaßnahmen- allen Mädchen im Handarbeitsunterricht zumindest einmal erklärt worden waren. (Ich unterstelle einfach mal, dass es dennoch auch damals eine Normalverteilung für Talent und Interesse gab.)
Dennoch sind die meisten Vintage-Schnitte deutlich femininer, man könnte auch sagen: erwachsener, damenhafter, und auch "couture-mäßiger" als die heutigen Schnitte. Zum einen liegt das natürlich an der Mode. Früher freute sich der Backfisch auf den ersten langen Rock, die erste "richtige" Hochsteckfigur etc - Kleidung Erwachsener unterschied sich deutlich von Kinderkleidung und brachte den entsprechenden Status. Heute wollen wir alle möglichst lange jung aussehen, und zwischen 16 und 60 tragen die meisten Menschen ungefähr das gleiche (Businessoutfits vielleicht einmal ausgenommen). Der Freizeitlook ist natürlich bequem, aber bequem ist eben nicht das einzige Kriterium in der Mode.
Zum anderen wurde offenbar Mode für Dreidimensionale Personen produziert - etwas, was die meisten heutigen Designer sich nicht mehr zu trauen scheinen. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel.
Kurzum, die Vintage-Nähbloggerinnen haben meine Aufmerksamkeit erregt, und wenn ich mir so angucke, wie toll sie alle in ihren Kleidern aussehen, dann werde ich immer ein bisschen neidisch.
Ich kann nicht so gut nähen. Also nicht, wenn es gut passen soll.
Ich bin außerdem sehr an bequeme Kleidung gewöhnt. Ich fahre viel Fahrrad, kann nicht in hohen Schuhen laufen und zerreiße Strumpfhosen schon beim Angucken. Und einteilige Kleider gehen gar nicht, weil meine Hüftweite zwei Größen über meiner Brustweite liegt.
Aber, hach!
Einfach so ein Kleid über den Kopf ziehen und fertig angezogen sein...
Wo doch draußen der Sommer lacht, und alle meine -viel  zu warmen - Hosen ohnehin kaputtgegangen sind... Ich sagte ja schon: ich muss nähen...
Na, fangen wir doch erstmal mit einem Rock an.
Röcke habe ich schon früher viel genäht, und ein bewährtes Schnittmuster habe ich auch noch irgendwo.
Das ist es: Neue Mode & Stil Young Collection J 22773
So um 2001 herum habe ich danach mehrere Lieblingsröcke genäht, möglicherweise auch schon noch früher. Ein hübscher, leicht ausgestellter Rock, der das Knie bedeckt. Hinten eine Bahn, vorne drei Bahnen, Reißverschluss an der Seite, knappes Bündchen.
Allerdings nähte ich damals in anderen Größenordnungen als heute - der Schnittbogen ist also in einer für meinen heutigen Bedarf viel zu kleinen Größe zugeschnitten...
Egal!
Ich habe beim Nähen immer schon gerne improvisiert, bis zu einem gewissen Grad kommt man damit ziemlich weit. (Danach scheitert man dann grandios.) Ich habe also den Schnitt einfach die benötigten Zentimeter vom Stoffbruch entfernt angelegt, und so schnell und einfach Weite gewonnen.
Und ja, das passt, ist sogar etwas zu weit und sitzt daher ein wenig sehr auf der Hüfte, aber das passt schon so. "Richtig" war es aber nicht, denn - ich muss ja sowas immer ausprobieren, offenbar kann ich es mir nicht vorher selber denken - natürlich rücken so die Nähte zwischen Vorderteil und seitlichen vorderen Rockbahnen eigentlich zu weit nach außen. Da diese Nähte, wie Abnäher, für die gute Passform sorgen, ist das ganze nicht sooo optimal.
Allerdings: für diesen Zweck reicht es mir.
Und von hinten finde ich es völlig ok.
Der Stoff ist übrigens von Stoff&Stil und reines Polyester. Wie ein sehr fester Futtertaft, und bei extremer Hitze nicht unbedingt kühl am Leib. Aber sehr sehr hübsch, wie ich finde...
Ein guter Anfang.
Nur das mit dem Reißverschluss muss ich wohl noch mal üben...
Das könnte sehr viel besser sein...

Freitag, 10. Mai 2013

Zeitverschiebung.

Ach, was war das schön!
Der Mai hat ja was herrliches - andauernd Feiertage mitten in der Woche. Es schreit geradezu nach Brückentagen und Kurzurlauben und spontanen Touren an irgendein Meer, um die Tage mit der Suche nach und dem Verzehr von Fischbrötchen zu verbringen.
Der Fressfeind
 Daher hier auch die unerwartet lange Funkstille.
Und daher wiederum die zeitversetzte Bloggerei.
Habe ich ursprünglich dieses Blog als eine Art gleichzeitiges "Lerntagebuch" begonnen, stelle ich gerade fest, dass inzwischen häufiger ein etwas zeitversetztes "Ergebnisprotokoll" abliefere. Ich werte das als Zeichen des Fortschritts, offenbar muss ich mich nicht mehr über jeden Schritt vergewissern, und/oder mir das zustimmend-wohlwollende Abnicken der Netzgemeinde holen. Prima!
Auch die strickende Kollegin hat das neulich bemerkt. Als sie mich mit meinen vierfarbig-zweihändigen Kniestrümpfen sah fragte sie leicht überrascht: "Hast du nicht gesagt, du seist Anfängerin?"
Selbsteinschätzung, Fremdwahrnehmung. Manchmal gehen sie weiter auseinander, als man so meint.
Sicherlich bin ich weit davon entfernt, eine Meisterin im Stricken zu sein, aber es gibt nicht (mehr) viel, vor dem ich mich fürchte - wobei "fürchten" ohnehin das falsche Wort ist.
Wenn ich mir ein Projekt vornehme, dass ich technisch noch nicht meistern kann, kann mir schließlich nichts passieren. Selbst wenn ich das Teil in die Ecke hauen würde -- nu mal ehrlich: es handelt sich um Wolle! Da geht nicht einmal etwas kaputt!
In diesem Sinne wird die neue Lopi-Jacke ein Gesellenstück.
Eigener Entwurf, komplett aus meinem Kopf heraus.
Eigene Berechnungen.
Eigene Umsetzung.
Eigene Markenzeichen (heißt: "unnötige" Komplikationen eingebaut...warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?)
Und es entwickelt sich prima!
Wenn ich nur endlich Zeit finden würde, ein paar ordentliche Bilder zu machen!