Posts mit dem Label Ribbeck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ribbeck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 8. Juni 2012

FO und Fazit: Ribbeck


Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
 - wie wir alle wissen -
ein Birnbaum in seinem Garten stand
und kam die goldene Herbsteszeit
- also die Zeit ca 3 Monate nachdem ich dieses Projekt begonnen habe -
da leuchteten die Birnen weit und breit
- und ich habe tatsächlich einen Nachmittag in Ribbeck verbracht. Eigentlich wollte ich Kraniche gucken, hatte auch ein Fernglas dabei. Fand mich dann aber überraschenderweise in einem Kleinflugzeug bei meiner ersten offiziell bestätigten Flugstunde wieder. Niemand hat sich mehr gewundert als ich selbst. Eine Runde über Ribbeck gedreht, und dann den Fluglehrer wieder landen lassen -
Da stopfte wenns mittags vom Turme scholl
der von Ribbeck sich beide Taschen voll ...


Taschen hat mein schöner Pullunder ja nun keine. Ansonsten aber, muss ich wirklich sagen, bin ich sehr zufrieden mit meinem ersten eigenen Design ohne Anleitung und Hilfestellung.
Ok ok. Ich wäre sicher noch zufriedener, wenn das mit der passenden Größe auch nur annähernd hingehauen hätte - 6 Kleidergrößen abzuweichen lässt sich auch nicht mehr mit einer Matheschwäche erklären, da steckt schon ein größerer Denkfehler oder ein sehr sehr gestörtes Körpergefühl dahinter - aber ich finde, der Freundin steht der Pullunder ausgesprochen gut. 
Und gefreut hat sie sich auch. Sie hat ihn als Dauerleihgabe in Besitz genommen und versprochen, ihn gut zu pflegen und nicht im Schleudergang zu waschen. Was kann man sich mehr wünschen?
Das Trennen und Arm-und Halsausschnitt vergrößern und neue Blenden stricken hat sich jedenfalls gelohnt - so kann ich "Ribbeck" guten Gewissens aus dem Haus geben!

So spendet Segen noch immer die Hand
des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Nur irgendwie doch schade, nach all der Arbeit, dass ich ihn nicht selber tragen kann...
Aber nochmal stricken - dazu habe ich keine Lust.
Und die hochtrabenden, geheim-unausgesprochenen Pläne eine Anleitung zu schreiben spare ich mir nun auch. Ja, wenn da draußen ein Tech-Editor wäre, der Lust hat meine (vorhandenen) Notizen und Charts in Form zu klopfen, und in verschieden Größen umzurechnen... aber ich bezweifle, dass irgendjemand sich die Arbeit machen will. (Weil, natürlich, zahlen könnte ich das nicht...) Falls doch: einfach Kommentar hinterlassen!

Ein Fazit muss nun aber doch sein:


Das Muster:
"Ribbeck" ist ein Pullunder, in der Runde von unten nach oben in mehreren Techniken mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad gestrickt. Der zweifarbige obere Teil ist ebenfalls in Runden gestrickt und dann "gesteekt" - also Armlöcher und Halsausschnitt mittels Nähmaschinennaht gesichtert und dann aufgeschnitten. Das Design habe ich komplett selbst entworfen, LeserInnen können den kompletten Designprozess hier im Blog nachlesen.

Technik:
In Runden stricken. Es beginnt mit ganz banalem rechts-links Rippen ("Baumstämme"), knapp über der Taille befindet sich ein Zopfmuster ("Geäst"), dann folgt ein zweifarbiges, stilisiertes Blattdesign. Für mehr Weite im Brustbereich habe ich mit verkürzten Reihen etwas mehr Platz geschaffen - hierzu habe ich gelernt, wie man von links nach rechts "rückwärts" strickt, damit ich weiterhin das Muster von der rechten Seite aus verfolgen konnte. Ist tatsächlich gar nicht so schwer wie man meinen könnte, und hat super geklappt! Arme und Halsausschnitt werden gesteekt, die schmalen Blenden sind glatt rechts und werden zum Versäubern der Steek-Kante nach innen umgenäht. Mit etwas Erfahrung ist das - vielleicht bis auf die Brust"abnäher" - alles kein Hexenwerk.
Das habe ich gelernt:  
Dass ich einen Pullunder entwerfen kann. Short-row bust-darts. "Rückwärts" stricken von links nach rechts. Arbeiten mit dem "Strickköcher"/knitting sheath, auch wenn das vielleicht unnötige Liebesmüh war. Dass ich nicht rechnen kann und/oder mich für kleiner halte als ich bin.
Die Wolle:
Der gesamte Pullunder ist aus Sockenwolle entstanden - die dunkelbraune Wolle ist Meilenweit Merino, die ist ok, besser als die von mir inzwischen verhasste R*gia, aber lange nicht so toll wie die wundervolle Zauberwolle in waldgrün-bunt, die ich fürs Blattwerk mitverstrickt habe... Hmmm. Der Kaschmiranteil macht's wohl. Bin gespannt, wie sich beide beim Waschen und Tragen verhalten.

Die harten Fakten:
angefangen: 1. August 2011
fertiggestellt: 28. Mai 2012
verbraucht:: hmm. ca.220g braun und ca. 50 g grün-bunt
Größe/Maße: hab nicht gemessen, ca. Größe 36
Nadeln: Rundstricknadeln Nr. 2,5 (KnitPicks, Holz - zerbrochen; dann Chiaogoo Red Lace - love!) für die braunen Rippen, dann 3er Nadelspiel in 40 cm Länge und ein knitting sheath aus Fimo...
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: hmmm. ca 20 Euro Wollwert? Über Nadeln und Nerven möchte ich nicht nachdenken...

Und bei Ravelry.


Montag, 23. April 2012

FO Ribbeck - oder doch nicht?

 Nach neun Monaten könnte man annehmen, Ribbeck sei nun fertig. Detailaufnahmen zeigen aber, dass das wohl leider nicht ganz stimmt...
 Ein hoher Ausschnitt an sich ist jetzt noch kein Problem, auch wenn das, ganz ehrlich , nicht so gedacht war.
 Man kann auch sehen, dass meine Befürchtung gestimmt hat - die Schulterschrägung war zu extrem und führt zu merkwürdigen Hubbeln.
Auch die Armausschnitte sind etwas zu eng.
Das läßt sich alles natürlich beheben. Einfach Blenden nochmal auftrennen, Steeks weiter schneiden, Blenden neu stricken.

Und dann jemanden finden, der Größe 36 trägt (und nicht 46, so wie ich).
Ja, ich höre Euch. Aber Ihr wisst ja alle, dass ich gemessen habe, und Maschenproben gemacht, und Zwischenanproben. Selbst wenn man gewisse Umstände außer acht ließe (wie die Tatsache, dass ich seit August zugenommen habe), hätte mir der Pullunder nicht gepasst.
Der modelnden Freundin jedenfalls würde Ribbeck wohl passen...:-)

Also: Rückspulen.Neu machen.Wäre ja schade drum.

Montag, 16. April 2012

Meilenstein! (WIP: Pullunderprojekt)

Liebes Internet,
wie geht es Dir? Mir geht es gut. Entschuldige, dass ich so lange nicht geschrieben habe.
Hier regnet es viel, und manchmal ist mir langweilig. Nicht, weil ich nichts zu tun hätte. Ich habe nur keine Lust, das zu tun, was ich tun soll. Du kennst das vielleicht auch.
Immerhin habe ich jetzt den Inhalt meiner Doktorarbeit fertig. Und ein Fazit. Und sogar eine Einleitung! Jetzt kommen eben nur noch die drögen Aufgaben: Verzeichnisse, Formatierungen, Korrekturen... Manchmal hätte ich gerne eine Hilfskraft. Aber: Ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels, und es scheint kein entgegenkommender Zug zu sein. (Haha!)

Weil ich manchmal auch etwas handfestes arbeiten muss, bei dem man einen Fortschritt sieht, habe ich mich nach Feierabend mit Hochdruck dem Pullunder gewidmet.
Er gefällt mir immer noch gut - guck mal, er ist sogar fast fertig!
fast fertiger Pullunder
 Weil er mich so an Herbst erinnert, und wegen der vielen Rippen, habe ich ihn übrigens "Ribbeck" genannt. Du kennst doch das Gedicht? Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland... Ich habe sogar extra eine Birne in den Baum gehängt!
Albern? Nicht mehr als ein Reiterlein oder Krokodil. Hoffe ich...

Jetzt muss ich nur noch die Schultern stricken.
Pro Schulterpartie habe ich 30 Maschen ausgerechnet, für die Schulterschrägung möchte ich mit verkürzten Reihen 5x5 Maschen abstufen. Hoffentlich wird das nicht zu steil?
Hier sieht man gut den Extra-Platz für mehr Oberweite.

So. Für heute muss ich schon wieder Schluss machen. Der Schreibtisch ruft.
Bis bald!
Viele Grüße,
Deine Projektmanagerin

Sonntag, 4. März 2012

Projektrekapitulation und -fortschritt: Pullunder-Steeks

Die Socken machen mir zur Zeit keinen Spass.
Dafür habe ich mir den Pullunder endlich wieder einmal vorgenommen. Aus Euren Kommentaren schließe ich, dass Euch sein Fortschritt brennend interessiert. Weil es aber so lange her ist, starte ich mit der Zusammenfassung: was bisher geschah...

Ich hatte mit grüner Wolle auf einer 2,5mm Rundstricknadel 300 M angeschlagen
und dann in dunkelbraun 90 R 3r/3l Rippen gestrickt.
Der Pullunder soll sehr stramm sitzen, mit den Rippen als deutliches Muster - und zur Verbesserung der Passform

Dann über 15 R ein neckisches Zopf-Geäst eingefügt, wo später hoffentlich meine Taille betont werden kann
Blattkrone "wächst" aus "Geäst"

Dann, nach einigen Fehlstarts, für den Beginn des Fair-Isle-Blättermusters auf ein 40 cm langes Nadelspiel in Stärke 3 mm gewechselt und zugleich verteilt 28 M zugenommen = 328M Gesamtumfang.
Nun kam auch für das Muster in der rechten Hand die Kontrastfarbe in grünbunt dazu - die linke Hand hält weiterhin den braunen Faden.
Der Fair-Isle Teil wird ab hier auf dem Nadelspiel mit Hilfe eines aus Fimo gefertigten Strickköchers (knitting sheath) gestrickt - hatte ich Euch den eigentlich gezeigt? Hier ist er:
Strickköcher/knitting sheath aus Fimo, maßgefertigt für meine Nadeln
 Der Köcher wird über der rechten Hüfte in den Gürtel oder Hosenbund gesteckt und die fünfte Nadel darin verankert. Da ich die beidhändige Fair-Isle-Technik verwende, also mit der rechten Hand den Faden "werfe", kann ich die rechte Nadel nun einfach loslassen. Außerdem entsteht durch die Führung über den Körper eine leichte Spannung auf der Nadel, so dass sie fast von alleine aus der abzustrickenden Masche gleitet - die Handgelenke werden entlastet und es ist leichter, eine gleichmäßige Fadenspannung zu halten. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Tatsächlich gewöhnt man sich recht schnell daran. Wer mit einem Nadelspiel stricken kann, kann auch -und evtl. sogar besser- mit einem Köcher arbeiten.

Ab hier wird's neu:
Nach 4 vollständigen "Blättern" (=2,5 Mustersätze) = 30 Runden habe ich für eine hoffentlich bessere Passform short-row-bust-darts, also "Abnäher" mit verkürzten Reihen eingefügt. Dazu habe ich an der Vorderseite über 24 Reihen verkürzte Reihen eingefügt. Im Muster konnte ich bleiben , weil ich die Rückreihen von links nach rechts "zurückgestrickt" habe. (Die famose Elizzza hat die Technik mal für lochfreie Bumerangfersen erklärt.) Dann habe ich noch einmal 24 Runden "normal" weitergestrickt.

So weit war ich also bis November gekommen.
zusätzliche Maschen zur Bedeckung des Brustumfangs in der rechten Bildhälfte erkennbar
 An dieser Stelle sollten Armlöcher und V-Ausschnitt eingefügt werden und zwar mittels Steeks, die später aufgeschnitten werden, sodass ich weiterhin in Runden arbeiten kann.Und da hatte mich im November der Mut verlassen. Aber es hilft ja nichts: Ein Ende ist schließlich absehbar!
Also habe ich ein bisschen geknobelt und gerechnet. Der Vorteil ist ja, dass ich inzwischen eine verlässliche fair-isle Maschenprobe habe, und es gibt ja allerlei Muster im Netz, die einem Hinweise darauf geben, wieviele Zentimeter groß und tief so ein Ausschnitt denn günstigerweise sein soll.
Dann habe ich mutig, mutig an jeder der imaginären Seitennähte 28 M abgekettelt, und zugleich für den Halsausschnitt die zentralen 5 Maschen der Vorderseite. In der nächsten Runde habe ich für die Steeks jeweils 7 M neu angeschlagen. Dabei hat sich für mich das Muster b/g/b/g/b/g/b bewährt, die Streifen bieten später beim Schneiden Orientierung, zugleich werden die Maschen für die Kanten aus der jeweils äußersten Masche aufgenommen, also aus der (braunen) Hauptfarbe.
Strickte man in Reihen, würde man an diesen Kanten weitere Maschen abketteln oder - noch wahrscheinlicher - 2 Maschen vom Rand entfernt abnehmen. Hier in Runden möchte ich, dass die Abnahmen von den Steekmaschen "geschluckt" werden, sodass das Muster möglichst nicht beeinträchtigt wird. Also muss jeweils die letzte Mustermasche mit der ersten Steekmasche, bzw die letze Steekmasche mit der ersten Mustermasche zusammengestrickt werden. Nach einigen Runden habe ich dann auch kapiert, wie man das am hübschesten macht:

Lernkurve: Abnahmen am Steek
Leuchtet ein, oder?
VOR dem Steek: k2tog, NACH dem Steek: ssk = Steekmaschen schlucken Abnahmen.
Leider muss ich immer erst mal ein paar Runden stricken, bis ich es kapiere - mir fehlen noch immer die Erfahrungswerte, um mir die Effekte vorher im Kopfe vorzustellen. Trotzdem ist es als Fehler meiner Meinung nicht wichtig genug um ein Ribbeln zu rechtfertigen.
Nun geht es lustig in Runden weiter. Meine Hoffnung ist, dass ich in Runde 55 genug Höhe gewonnen habe, um die Schulterschrägungen zu beginnen... Bei meiner Rechenschwäche besteht ein gewisses Risiko, und Anprobieren ist mit Steeks natürlich nicht... Also haltet mir die Daumen!



Mittwoch, 29. Februar 2012

Jaja. Manchmal stricke ich auch.

(Vorgefertigter Post)
Zwar verbringe ich momentan den größten Teil meines zur Zeit nicht so aufregenden Lebens am Computer, aber eben nicht zum Bloggen. Genau genommen habe ich mir sogar einige Internet-Sperren auferlegt. In zwei Monaten muss die Doktorarbeit fertig sein - das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht IMMER NOCH an tatsächlichen Inhalten arbeiten würde... seufz. Die gute Nachricht ist: Alles, was ich habe, gefällt mir gut. Leider habe ich eben noch nicht alles.

Genug gejammert.
Manchmal finde ich dann doch auch noch etwas Zeit zum Stricken.
Zum Beispiel habe ich  meiner großfüßigen Nichte ja neue warme Füße versprochen... schon an Weihnachten! Wenn man bedenkt, wie schnell die Saartje-Booties gestrickt sind, hat das doch erstaunlich lange gedauert, aber voilà:
passend zum restlichen Outfit

Zum Vergleich: der ganz grüne Schuh ist die "normale" Größe, der grün-weiße die XL-Version.
Morgen gehen die Schuhe in die Post. Hoffentlich passen sie diesmal... :-)
ziemlich große Füße

Die Smaragdpantoffeln musste ich ja schon mehrfach ribbeln und reparieren - zuletzt war ein Fehler im Flechtmuster zu beseitigen, der mich viel Nerven und Mühe gekostet hat.
rechts sieht man noch die Reparaturmarken

Unten rechts kann man es noch sehen - hoffentlich geht das beim blocken und spannen weg!
Das Muster erfordert viel Konzentration, ich habe daher in letzter Zeit wenig Fortschritte gemacht, aber die Hälfte vom Bein habe ich ja schon. Die Farbe ist toll, die Wolle ist ein gutes Match fürs Muster. Sollten die Socken je fertig werden, werden es sicher Lieblingssocken...

Und dann habe ich auch den namenlosen Pullunder wieder hervorgeholt. Zuletzt gesehen habt Ihr ihn hier. Ich hatte an dem Punkt aufgehört, an dem die short-row-bust-darts beendet waren, und zögerte lange, die Ärmellöcher und den V-Ausschnitt anzufangen. Ich will ja mit Steeks arbeiten, und wenn da nicht alles stimmt, ist ja schnell alles zu spät. Also wenn man erstmal geschnitten hat...
weiter geht's...
 Jedenfalls habe ich mich neulich endlich aufgerafft, auszurechnen, wie viele Abnahmen an den Ärmellöchern und für den Ausschnitt über welche Höhe notwendig sind. Ich habe, wie ich finde völlig berechtigt, so gut wie kein Vertrauen in irgendeine meiner Berechnungen, aber hey - es muss ja weiter gehen. Haltet mir einfach die Daumen... Ich bin jetzt über die Steekmaschen drüber und mache die Abnahmen in die jeweils erste bzw. letzte Steekmasche, sodass sie hoffentlich ziemlich verschwinden und das Muster nicht stören.
Detail vom Blattwerk/Maschenbild
 Das einzige, was mich momentan etwas nervt, ist die etwas aufwendige Strickerei mit dem Nadelspiel und dem Köcher. Das lässt sich nämlich besser vom unbequemen Stuhl aus handhaben, als vom bequemen Sofaplatz... grins. Und ich muss mich wieder an die vielen Nadeln gewöhnen, aber das wird schon. Immerhin ist das Maschenwerk sehr schön gleichmäßig...Also, auch hier: Endspurt!

Freitag, 21. Oktober 2011

Zwischenstand Pullunder.

Nicht dass Ihr glaubt, hier würde nichts gestrickt. Ab und zu passiert das sogar. Allerdings habe ich zur Zeit auch sonst genug zu tun. Jedenfalls ist der Pullunder jetzt wieder da angelangt, wo er vor fast vier Wochen schon einmal war...

und ich schwör, die Farbe entspricht genau der Laubfärbung im Baum vor dem Fenster!

Das war geschehen:
Ich hatte den Fair-Isle-Teil komplett geribbelt,
und 28  zusätzliche Maschen aufgenommen (328 Maschen), sodass ich mit dem Rapport von 8 Maschen genau hinkomme.
Außerdem bin ich mit der Nadelstärke von  2,5 auf 3,0 mm hochgegangen.
So weit passt das schon deutlich besser als beim ersten Durchlauf. Zu Beginn des Fair-Isle-Musters sind allerdings sehr lange Spannfäden, die trotz Einwebens wenig elastisch sind... hier sitzt der Pullunder wohl am engsten, aber das geht schon.
Nächstes Mal: an unterschiedlichen Stellen einweben, öfter einweben
Es bleibt die Herausforderung, das "Holz vor meiner Hütte" ebenfalls mit Laub einzufassen. Und weil ich blöd mutig und übergeschnappt experimentierfreudig bin, werde ich es mit short-row bust-darts versuchen, die hoffentlich das Muster nicht allzusehr verzerren... Die rote Sicherungsleine ist schon eingezogen. Wünscht mir Glück!

Dienstag, 27. September 2011

Erschreckend: Projektmanagerin ist unberechenbar!

Erstmal großen Dank für die schnelle Hilfestellung!
Folgende Vorschläge wurden gemacht:
1. den gemusterten Teil mit größeren Nadeln (+0,5 mm = 3mm) stricken, da er durch die Doppelfädigkeit enger und fester, und damit auch weniger elastisch wird. 

Leuchtet mir sehr ein, und ist mir beim Stricken auch schon aufgefallen. In den sauren Apfel muss ich wohl beissen, denn erstens hat es ja keine Eile (grmpf) und zweitens soll mein erstes Selbst-Design ja auch perfekt werden - also genauso wie ich es mir vorstelle, und nicht nur irgendwie so ähnlich...


2. a) Erstellung einer aktuellen, realistischen und total gültigen Maschenprobe des vorhandenen Gestricks (die dann allerdings mit der potentiellen Mapro mit einer größeren Nadelstärke nicht mehr übereinstimmen würde...)
2. b) den gemusterten Teil komplett ribbeln und gleichmäßig verteilt für drei bis vier Mustersätze zusätzliche Maschen aufnehmen(entspricht zusätzlich 24 bzw. 32M)
oder 
2. c) zusätzliche Maschen nur am Vorderteil für Brustabnäher aufnehmen (wie hier)
Maschenprobe. Ich stehe ja auf Kriegsfuß mit Maschenproben. Aber wo ich nun schon mal 8 cm Echtzeit-Gestrick habe, kann ich die auch mal auszählen. Von da aus sollte ich dann ausrechnen können, wie viele Maschen ich zunehmen muss. Dann kann ich mir immer noch überlegen, wie ich diese Zunahmen am besten im Muster unterbringe. Da muss es ja Methoden geben...


Bis hierhin ist alles einfach.
Das Auszählen meiner Maschenprobe (nur Fair-Isle-Teil) ergibt:
2 x 2 inch: 22 bzw. an anderer Stelle 23 Maschen Breite auf gleichmäßig 23 Reihen Höhe
Für 10 Quadratzentimeter muss ich die 2-Inch-Angabe nur verdoppeln...

Die Gegenprobe in Zentimeter bestätigt das Ergebnis. An verschiedenen Stellen zähle ich auf 10 cm Breite einmal 44, einmal 46 Maschen. Die bisher gestrickten 37 Reihen ergeben erst 7 oder 8 cm Höhe (schwer zu sehen, wegen der Nadeln), das passt auch, denn 23 R = 2 inch = 5 cm + 14 R (=1 inch =2,5cm)... Wenn ich den Mittelwert nehme zwischen der schwankenden Maschenanzahl, komme ich auf eine Maschenprobe von  45 M x 46 R = 10 cm2

So weit so gut.
Nun muss ich das anwenden auf meine Körpermaße. Richtig? Richtig!
Messpunkt 1: An der schmalsten Stelle meiner Taille (= Position "Astwerk"; geplanter Beginn Fair-Isle-Blattwerk) messe ich 97 cm Umfang (über dünnem Baumwollpullover, d. h. "minmial ease")
Messpunkt 2: An der Stelle, an der die Armlöcher (des gekauften Pullunders, den ich gerade trage) beginnen, messe ich 105 cm Umfang.
Laut meiner Maschenprobe müsste ich also an der Taille (Messpunkt 1) [45 M x 9,7 = ] 436,5 Maschen für 97 cm Umfang haben. Bis zu den Ärmellöchern müsste ich insgesamt 36 Maschen auf [45 M x 10,5] 472,5 Maschen Umfang zunehmen, und zwar verteilt über 20 cm = 92 Reihen.

Wenn man bedenkt, dass ich jetzt gerade 300 Maschen auf den Nadeln habe, und den Rippenteil des Pullunders ja auch irgendwie über den Kopf und sogar halbwegs passend an den Leib bekommen habe...
...wir erinnern uns... Da 300M Zopf passen müßte ich eine Traumtaille von 67 cm haben. Kein Wunder, dass ich ein gestörtes Körpergefühl habe!
...scheint mir eine Steigerung der Maschenanzahl um 136 bzw 172 Maschen jedoch ganz schön happig. (äh. plus 45% bzw plus 57%? vielleicht?) 13 - 17 zusätzliche Mustersätze?!?
Wieso finde ich das unwahrscheinlich?
Habe ich irgendwo pi vergessen (weil ich ja in Runden stricke)?

Ich stehe wirklich auf Kriegsfuß mit Maschenproben. Soll ich einfach mal 100 Maschen abziehen?
Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen. 
Ich gehe solange schon mal ribbeln... hilft ja nix.

Sonntag, 25. September 2011

Pullunderprojekt: Verzweigungen, Geäst - und eine Frage der Zunahmen.

Was bisher geschah: Ein Pullunderprojekt sollte der schönen Zauberwolle zur perfekten Entfaltung verhelfen. Die Kombination "dunkles Braun" und "herbstliche Grün-Brauntöne" führte zu einem leicht abstrahierten Blattmuster, die Hoffnung, einen körpernahen Sitz ohne mühevolles Rechnen für Zu-und Abnahmen zu erzielen, führte zum Rippenmuster im unteren Bereich.

Nun bereitete mir die Übergangszone zwischen den Rippen - die sich bekanntermaßen zusammenziehen - und dem zweifarbigen Blattmuster, das sich naturgemäß nicht zusammenzieht, etwas Sorge: Die Rippen sollen sehr gedehnt werden, sodass die Linksmaschen deutlich zutage treten und sichtbarer Teil des Musters sind. Zugleich habe ich, trotz "runder Körperformen", eine deutliche Taille, die ich auch betonen wollte. An dieser Stelle sollte jedwede Möglichkeit zum "Leiern" auf jeden Fall unterbunden werden.

Die Lösung: Zöpfe!
Zöpfe, die wie Äste aussehen, und aus den unteren Rippen/Baumstämmen überleiten in die oberen Blätter/fair-isle Zone. Albern? Egal...

Schade nur, dass ich eine so wahnsinning schlechte Vorstellungskraft habe - wie soll so ein Zopf aussehen, der wie ein Baum aussieht? Wie muss ich das verzopfen? Wie passt das auf meine 300 Maschen à 3/3 Rippen?
kritzel, knüll, kritzel, zähl, knüll, kritzel...
Viele Schmierblätter später war die Lösung ganz einfach. Wofür gibt es schließlich Musterbücher? Ich besitze zwar nur eines, nämlich Lesley Stanfield's 300 Strickmuster leicht erklärt & schnell gestrickt, aber das eine Buch reicht, wenn es etwas genügend ähnliches enthält...

Nun musste ich den Stanfield'schen 2/2 Zopf nur  noch auf meinen 3/3 Zopf übertragen, und abzählen, wie groß bzw. breit er werden darf... und nein, ausrechnen können das sicher andere Leute. Ich musste das abzählen. Mehrfach. Und dann noch einmal.
Es ist nicht ganz symmetrisch, weil die jeweils mittlere "Verästelung" etwas breiter ist als die beiden seitlichen, aber das macht ja nichts. Bäume sind auch nicht symmetrisch.

Mit Hilfe des Musterzopfs hatte ich mir eine Skizze gemacht, die ich einigermaßen verstehe.
Später fand ich heraus, dass die Notierung dem System in Lily M. Chin's Power Cables (schönes Buch!) ähnelt - was nur wieder zeigt, dass es offenbar intuitiv und leicht nachvollziehbar ist, und dass "great minds think alike"...

So sieht meine "Astzone" nun aus:
aktueller Zwischenstand bei Zone 3 - Blätter
Detail: Astzone

So weit so gut. Doch bewährt sich die konstruktive Überlegung auch in der Praxis eines angezogenen Strickstücks?
So trägt es sich am Leibe:
Vorderansicht
Rückenansicht


Dem selbstkritischen Blick fällt auf, dass die Designerin offenbar eine veraltete Vorstellung ihres eigenen Körperumfangs hat - tatsächlich hätte das noch vor einem Jahr (= minus 6 kg) deutlich vorteilhafter ausgesehen. (Gräßlich, diese Schwimmreifen!) Über zu weiten Sitz kann ich mich jedenfalls nicht beklagen... seufz.
Aber es passt, jedenfalls ein bisschen, denn der Pullunder soll ja tatsächlich "zero bis negative ease" haben.
Außerdem habe ich wohl übersehen, dass da doch einiges "Holz vor der Hütte" ist - und das wäre auch da, wenn ich noch die letztjährige Kleidergröße trüge.
Es hilft also nichts: da ich selbst zugenommen habe, muss ich nun doch die gefürchteten Zunahmen ins Brokatmuster bringen...
Seitenansicht
Dazu habe ich schon vor einer Weile das auf der Seitennaht liegende Blatt markiert und seitlich davon regelmäßigen Abständen jeweils eine Masche (4M/Runde alle 5 Runden) zugenommen.
seitliche Zunahmen
Das wird, wie man sieht, allerdings nicht reichen. Außerdem brauche ich die zusätzliche Weite ja vor allen Dingen vorne. Wenn mir mein Blattwerk nicht die Brust plattdrücken soll, muss ich zu anderen Maßnahmen greifen. Dabei muss ich berücksichtigen, dass
a) Ärmellöcher und
b) Ausschnitt
natürlich auch noch einmal "Luft" in die Konstruktion lassen werden...
Bis dahin ist es aber noch eine gute Handbreit Abstand, und der Ausschnitt sollte eigentlich gar nicht sooo tief werden...

Daher die heutige Mitmach-Frage:
Welche Möglichkeiten habe ich, im Muster Zunahmen zu verstecken?
1. weitere/häufigere Zunahmen an vorhandener Stelle (imaginierte Seitennaht)?
und/oder
2. verkürzte Reihen an der Vorderseite (short-row shaping) -- aber wie? und wo genau? und wie oft?

Wenn Ihr mit solchen Problemen Erfahrung habt, wäre ich für jedweden Input dankbar.
In der Zwischenzeit treibe ich (noch) mehr Sport, stelle meine Ernährung um, und frage mal Frau Gugel...

Donnerstag, 22. September 2011

...wird schon ganz schön herbstlich...

...und der Pullunder passt richtig zum Wetter.
Leider stricke ich ja so langsam, dass der Indianersommer wohl vorbei sein wird, bis ich mein Werk auch tragen kann - heute zum Beispiel hätte ich ihn schon gerne am Leib...
nachhaltige Forstwirtschaft basiert auf langsamem Wachstum

Und der Meinige? "Schade. Die bunte Wolle macht ihn ganz kaputt..."
Hallo? Da hat wohl einer das Prinzip dieses Designs nicht verstanden?
Indianersommer. Muss jetzt aber irgendwo doch zunehmen. Im Muster. Aargh.
 Wie kommt es eigentlich, dass "draußen in der Natur" alle "Männchen" viel bunter herausgeputzt sind, und nur der Mensch es andersherum hält (in unserem Kulturkreis, und auch erst seit dem 18. Jahrhundert)? Hat das was mit Religion zu tun?
Ich muss dann mal wieder arbeiten. Nein. Nicht stricken. Schreiben...

Freitag, 9. September 2011

Wenn eine eine Reise tut...

... dann kann sie was erzählen!
Blogfutter also, sollte man meinen. Mal schau'n, was hammwa denn erlebt?
Die Reise ging in die USA - ich hatte in New York zwei Tage zu arbeiten, der Rest der Zeit sollte ein entspannter Roadtrip durch die Neuengland-Staaten werden - gemütlich mit dem Auto an Küste entlang, planlos von Motel zu Motel pilgern, und Muscheln, Krabben und Hummer vertilgen.
So weit so gut.
Auch strickerisch war ich gut vorbereitet: das bereits angeschlagene Pullunderbündchen saß auf einer meiner hölzernen Knitpicks Rundstricknadeln und wurde auf diese Weise erfolgreich im Handgepäck durch die Röntgengeräte "geschmuggelt". Der Plan war, im Flugzeug zu stricken, im Auto (beifahrerisch) zu stricken, abends am Strand zu stricken, und überhaupt wahnsinnig gut voranzukommen.
Dann brach die Nadel ab.
Kracks.

Zusammen mit diesem Vorfall heißt das für mich: keine Knitpicks mehr, weder zum Schrauben noch "normal" - ich mag zwar die dünne Spitze und die elastischen Kabel, aber was nützt es mir, wenn die Nadel bricht und das Seil reißt? Ich stricke zwar nicht sehr fest, aber so eine Rundstricknadel wird doch ziemlich beansprucht... und das muss sie auch abkönnen. Im Endeffekt stricke ich aber ohnehin lieber mit Metallnadeln. Die zur Zeit erhältlichen, moderneren Deutsche-Standard-Prym-Inox-Nadeln* sind ja deutlich elastischer im Seil als meine alten Erbstücke - jetzt müssten sie nur noch spitzer sein. Immerhin hatte ich eine solche als Ersatznadel mit (natürlich im Koffer), sodass ich das Unglück -später- beheben konnte...

New York war ziemlich durchprogrammiert - touristisch wie beruflich - aber immerhin habe ich es geschafft, eine Stunde lang ein Wollgeschäft zu entern. (Der Meinige stand derweil draußen und hat heimlich geraucht.) Selten habe ich so ein unorganisiertes, chaotisches Geschäft betreten - es wirkte unsortiert und irgendwie auch schmutzig. (Ich spreche nur von diesem einen Laden - die meisten anderen Yarnshops sind die reinste Augenweide!) Aber ich hatte weder Zeit noch Lust, ein anderes zu suchen... Immerhin: die Auswahl an Nadeln war größer als in Deutschland, und da ich Stash-Sperre habe, habe ich mich eben auf Utensilien konzentriert. Hier die Beute:
haben, haben, haben, haben, haben will.... wenn Ihr sehen könntet, was ich alles NICHT gekauft habe...

Stahl(!)-Nadeln (80cm Rundstrick), spitz (Lace), in 0-2 (2-2,75mm); lustige Nadelstärkenmarkierer für Rundstrickseile (zur besseren Übersicht, noch nicht erprobt); ein neues Nadelmaß-cum-Maschenprobenzählhilfe... klein, tragbar und, wie ich finde, alles außerordentlich bescheiden... :-)
Dennoch bin ich mit dem Stricken nicht sehr weit gekommen: stellt sich heraus, ich kann beim (Bei-)Fahren, auch wenn es ein Speedlimit gibt, nicht stricken, ohne dass mir schlecht wird. Außerdem will man ja die Landschaft sehen. Und es gab auch sonst keine Langeweile. Der Status Quo ist also dieser hier:
18 cm (ungedehnt) 3r3l Rippen über 300 M, angeschlagen in grün
Heute abend werde ich mal die neue Stahlnadel einweihen, um das Stück, über zwei Nadelseile verteilt, probierfähig zu machen. Und dann hoffe ich auf mehr Strickzeit als in meinem etwas chaotischen Urlaubsalltag...
Und jetzt: große Blogrunde!


*Warum gibt es eigentlich im deutschen Einheitswollgeschäft auch nur die deutsche Einheitsnadel? Weiß das jemand von Euch? Immerhin wird ja seit einigen Jahren mit Knitpicks "zugefüttert" und auch Bambus-Nadelspiele habe ich schon gesehen, aber es gibt ja doch noch ein paar weitere Hersteller... Addi-Nadeln zum Beispiel, habe ich im Einzelhandel noch nie erspäht (online schon) - dabei scheint das sogar ein deutscher Hersteller zu sein!

Mittwoch, 24. August 2011

Fakten über Einhörner und Annahmen über Pullunder.

(wundert Euch bitte nicht über die Funkstille meinerseits. Dies ist ein vorgefertigter Eintrag. Ich selbst bin im grad mal im Urlaub, und Urlaub heißt bei uns: offline! Aber das hier wollte ich Euch schon noch erzählen...)

In so einen Entwurf geht ja ganz viel persönliche Assoziationskette hinein. Bei mir ist es nicht verwunderlich, wenn dabei auch Bücher eine Rolle spielen... Das Nachdenken über Wald -- Herbstwald -- führt mich auf wundersamen Wegen zu Peter S. Beagle's "Last Unicorn". Der Film ist Euch sicher bekannt. Mein Bruder durfte ihn damals auf einem Kindergeburtstag sehen, bei dem ich nicht eingeladen war... Die ganze Kindergeburtstagsschar wurde ins Kino eingeladen - ich war soooo neidisch! Warum er? Warum nicht ich? Was er erzählt hat von Einhörnern und Roten Stieren hat mich damals nachhaltig beeindruckt.  Mit großen Augen habe ich zugehört, und mir alles versucht selbst vorzustellen...

Inzwischen habe ich den Film natürlich selbst schon mehrmals gesehen - immer wieder gerne - und auch das Buch gelesen...



Schluchz. Soo schön!
Jedenfalls: Herbstwald, das ist doch, wenn das Einhorn seinen Wald verlässt, um die anderen Einhörner zu suchen...?
Genau!
Hurra! Hurra! Ein Plan! Ein Plan!
Ich stricke mir Das Letzte Einhorn! Zum Anziehen! Als Pullunder! Und in der Erwachsenenversion, nur für uns Eingeweihte!

So also soll er werden, mein Pullunder:
  • bottom-up, in der Runde gestrickt:
  • 3/3 Rippen in dunkelbraun bis über die Taille/unter die Brust. (muss ich dann messen) = Wald. Baumstämme.
  • 2 Reihen vikkelbraid = Einhornspuren. Ihr wisst ja sicher auch, dass Einhörner Paarhufer sind?
  • fesches Muster mit kleinem Rapport = Wald.Blätter, Baumgipfel

Also schnell noch ein Baumgipfel-Muster gezeichnet. hmmm.
1. Versuch
Das sieht mehr nach Waldsterben aus. Aber das Einhorn kommt ja sicherlich wieder.Immerhin: schön in die Vertikale gehen...
2. Versuch
Schon besser. Eine Mischung aus Blatt und Baum. Obwohl... so ganz ist es das noch nicht. Und ein Rapport muss auch noch her.
aller guten Dinge sind drei!
So machen wir das! Ein Mustersatz von 8x10, nie mehr als drei Maschen pro Farbe hintereinander (kurze Spannfäden), leichter vertikaler Zug... Mir gefällt das!
Und wenn ich aus dem Urlaub wieder da bin, zeige ich Euch, ob und wie weit ich dazu gekommen bin...

Freitag, 19. August 2011

Weitere Inspirationsquellen für Pullunder. Passform und Konstruktion.

Wenn man erst einmal herausgefunden hat, was "Pullunder" auf Englisch heißt, hilft Ravelry schnell weiter. Faktisch kann man sich ja offenbar schon innerhalb Deutschlands kaum auf einen eindeutigen Begriff einigen.
Mir geht es um einen "Pullover ohne Ärmel"...unter "Weste" verstehe ich eine Strickjacke ohne Ärmel...
"Vest" in die Suchfunktion eingegeben bringt wunderbare Ergebnisse.
(ich gebe hier beileibe nicht alles an, nur das, was mich weitergebracht hat)
High Street, ein klassischer V-Neck Pullunder von Kate Elsa, leicht tailliert und aus Sockenwolle, bestätigt mir, dass ich mit der Wollmenge hinkommen könnte und gibt Hinweise auf Paßform und Ausschnitt.
Eunny Jangs berühmte Ivy-League-Vest hingegen bestätigt mir, dass vertikal-streifige Muster in fair-isle nicht gut zusammengehen mit "fitted" und "kräftig gebaut": den entsprechenden Damen verzerrt die vorhandene Brust das Muster in unschöner Weise...
Großartig fand ich Abstract Leaves Vest von Veronik Avery:  Ein sehr schönes Muster, scheint gut zu sitzen. Den Ausschnitt würde ich wohl anders machen - einziges Problem: ich habe wahrscheinlich nicht genug Wolle um den gesamten Pullunder zu mustern. Wir erinnern uns: ich habe  nur 200 g /knapp 800m von der waldigen Zauberwolle... :-(
Aber vielleicht hilft die Konstruktion der #25 Rib/ Fair-Isle Vest von Melissa Matthay mir dabei weiter? Rippen, das habe ich beim Jodeldiplom gesehen, machen eine elaborierte Taillierung unnötig. Ein Problem weniger für mich rechenschwache Designanfängerin. Und für das Muster im oberen Bereich habe ich auch schon eine Idee...

Mittwoch, 17. August 2011

Pullunder, Pullunder. Immer noch Inspirationsprozess.

Vielen Dank für Euren Input in den Kommentaren! Einige der vorgeschlagenen Muster kannte ich tatsächlich schon, andere waren mir neu. Alle sind auf ihre Weise ganz großartig, und doch erfüllt  keines bisher die Kriterien.
Der Oakey-Doakey Hat hat zwar ein tolles Eichenmuster und lockt mich mit double-knit Technik, die ich unbedingt probieren muss, aber das Muster ist mir zu großflächig. Ich bin ein fettes kräftiges Wesen, und der Pullunder soll mir auch schmeicheln.
Das gleiche gilt wohl auch für die Autumn-Leaves Chart. und Tapestry - der noch dazu wieder die "Herbst"-Assoziation nicht so erfüllt (ansonsten tolles Design). Schade.

Den Hat with Small Leaves hatte ich mir auch schon wohlwollend notiert, aber $11 für eine Inspirationsquelle auszugeben fand ich etwas sehr teuer. Ich bin gerne bereit, für ein gut geschriebenes Muster zu bezahlen, aber ich lasse mich nicht gerne neppen.

Außerdem ist inzwischen mein Ehrgeiz geweckt. Es kann doch so schwer nicht sein einen Pullunder zu entwerfen?
Gut gefiel mir die Leaf Pattern Vest: ihr Muster ist leicht stilisiert - sieht am Körper fast immer besser aus - und bemüht sich um vertikale Linien statt der sonst häufigen horizontalen Muster -- das ist sicherlich kleidsamer. In dieser Richtung muss ich weitersuchen.
Zusammenfassung: Ich suche/will entwerfen
-stilisiertes Blätter/Wald-Muster
-vertikale Linien, keine Streifen
-kleinteiliger Mustersatz (>10 Quadratmaschen)
- Fair-Isle/stranded/Intarsia
-und daher auch steeks? (kostbare, da geringe Wollmenge: will man das zerschneiden?)
-von der Wolle ist nur wenig da: top-down?
Überhaupt: wie konstruieren, damit auch die Passform sitzt?
Damit beschäftigen wir uns morgen.

Sonntag, 7. August 2011

Pullunder statt Schnitzel.* Der Inspirationsprozess...

 Ein Pullunder soll es werden, und die Farben erinnern mich an den Herbst - gelbliche Grüntöne, warme Ocker-und Braunschattierungen, alles hinterfangen von einem tiefen Schokoladenbraun... ich mag den Herbst, er ist hübsch bunt, und  -- zumindest in dieser Gegend hier -- dabei selten grell in seinen Farben.
Also habe ich mich als nächstes nach einem zweifarbigen Muster umgesehen, dass diese Assoziation aufnehmen würde... Herbstlaub, Blätter... da muss doch irgendetwas zu finden sein?
Eine ausführliche Ravelry-Recherche bringt ein traumhaftes Muster zum Vorschein.
Sharon Barnes aka prairiespinner hat ihr Ithilien Brocade stitch pattern dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung gestellt, daher erlaube ich mir, hier das Bild von der Musterseite einzustellen...
Bildquelle:http://prairiespinner.files.wordpress.com/2009/10/stitch-pattern.jpg?w=283&h=359
Frau Barnes hat das Muster vor ein paar Jahren für eine Jacke entworfen, an der sie insgesamt über ein Jahr gearbeitet hat. Die Jacke, benamst nach einer Waldregion in Gondor/Mittelerde, hat völlig zu recht eine Preis gewonnen, ihr Entstehungsprozess ist ausführlich und informativ beschrieben.

Die Rauten treten dank verschränkter Maschen plastisch hervor und fügen über die Textur eine weitere, haptische Ebene zum Muster hinzu. Und siehe da, irgendjemand hat es sogar schon einmal in einen Pullunder eingebaut!
Bei genauerer Betrachtung des Muster jedoch scheint mir der Rapport sehr groß zu sein.
http://prairiespinner.files.wordpress.com/2009/10/chartscan1.jpg?w=469&h=365
44 Maschen auf 34 Reihen - holla die Waldfee. Ob das nicht ein bisschen großgemustert wird? Ob das wohl vorteilhaft sein wird? Dann wiederum, mit Sockenwolle und entsprechend kleinen Nadeln... könnte schon gehen...
Dennoch, irgendwie war mir das alles noch nicht so richtig. Ich will Eichenlaub!
Weitere Ravelry-Suchen bringen mich auf die Squirrel and Oak Leaves Chart von Elizabeth Harac,
http://www.ravelry.com/patterns/library/squirrel-and-oak-leaves-chart

ebenfalls ein kostenloses Muster, allerdings für Häkeleien...Immerhin mit gut erkennbaren Eichenblättern in verschiedenen Positionen. Ausgehend davon, und mit ein bisschen Spielerei in Excel, habe ich dann dieses Muster gezeichnet...
Eichenblattentwurf zum ersten
Die Eichenblätter fallen lustig vom Baum, zwischendrin ein paar Eicheln.
Irgendwann habe ich mich so hineingesteigert, dass ich sogar ein paar Tiere hineingeschmuggelt habe...
Herbstlaub mit Tieren
Der Igel gefällt mir deutlich besser. :-) Er stammt von Elise Cohen's hedgehog hat, allerdings habe ich ihn etwas geschrumpft.
Ein voller Mustersatz, bei dem jedes Blatt einmal in alle Richtungen fällt, ist allerdings trotzdem noch größer als bei Ithilien.
2 x 53 = 106 Maschen auf 52 Reihen

Zudem heißt es ja, das idealerweise nicht mehr als fünf Maschen pro Farbe hintereinanderweg kommen sollten, weil sonst die Spannfäden zu lang werden. Das ist hier nicht gegeben.
Und die Tiere sind leider auch etwas albern, wenn ich das Kleidungsstück selbst anziehen wollen sollte... Seien wir mal ehrlich - das geht gar nicht.
Genausowenig wie diese hochalberne Jacke, die ein ehrwürdiger Landhausmodenvertrieb aus Süddeutschland allen ernstes verkaufen möchte.
http://frankonia-cache.fsi-viewer.com/fsicache/server?type=image&source=products%2Fp374290_d1.jpg&height=375&width=300

http://frankonia-cache.fsi-viewer.com/fsicache/server?type=image&source=products%2Fp374290_ha.jpg&height=375&width=300
Also, wem's gefällt... nur zu! Das Teil ist gerade um 40% reduziert! 

Und wenn ich so etwas nicht anziehen will, vielleicht sollte ich es dann auch nicht stricken.
Aber die Suche geht weiter!
  
 *Die Verantwortung für den Titel dieses Posts schiebe ich auf Tine (knitslowlybutsteady).

Donnerstag, 4. August 2011

Wir stricken uns einen Pullunder. Teil Eins: die Idee.

Auf  der Suche nach dem nächsten Projekt war mir Ravelry natürlich eine große Hilfe. Das kommt wenig überraschend für alle, die dieses wunderbare Netzwerk kennen und schätzen gelernt haben. Dennoch habe ich meine "Queue" mit wachsender Ungeduld durchgeklickt - kein einziges Sockenpaar schrie mich an, dringend gestrickt zu werden, weder Handschuhe reizten mich, noch die zahlreichen "wristwarmers", obgleich ich diese in den kühleren Monaten stets vermisse, und dennoch bisher nie gestrickt habe. Mützen können mich gerade nicht lcoken, für Pullover fehlt mir die Wolle (neue kaufen kanndarfwill ich nicht), Kindersachen muss ich erst mit der Schwägerin absprechen, und die sehe ich erst in zwei Wochen. So lange kann ich unmöglich warten!

Wenn schon kein Muster nach mir ruft, vielleicht gibt es Wolle in meinem "Stash", die unbedingt verarbeitet werden will? Das "matchen", also die perfekte Kombination von Wolle mit Muster, scheint mir eine der schwierigsten Übungen beim Stricken/Entwerfen zu sein. In der Tat war ich damals sehr entttäuscht, dass die wunderbaren Stränge von der Zauberwiese, die ich Anfang des Jahres erstanden hatte, sich irgendwie nicht dem geplanten Muster fügen wollten.  
(Wohlgemerkt, ich denke immer noch, dass die "Wilden Beeren" einen traumhaften Clapotis abgeben würden. Allein, ich kann mich nicht dazu bringen -- es war zu langweilig beim ersten Versuch, mir steht der Sinn nach mehr Abwechslung. Gar so "mindless" darf das Stricken zur Zeit dann doch nicht sein. Ein andermal vielleicht.)

Der Waldboden hingegen schien sich wunderbar für ein Jacquardmuster zu eignen, mit einem dunkelbraunen Strang als Kontrast. 
man erinnere sich, hier noch mit Lana Grossa Merino Superfein
 Ich hatte das im obigen Bild  ausprobiert mit etwas Merino Superfein, die allerdings etwas dicker ist (fünffädig) als die vierfädige Zauberwiesen-Mischung. Daher habe ich schon vor einiger Zeit (im April) 400g (ca. 1600m) dunkelbraune Meilenweit Merino erworben, die besser zu der hochwertigeren Zauberwiese (immerhin Merino mit Kaschmiranteil) passen würden als "normale" Sockenwolle. Zusammen mit den 200g  (ca 8oom) Waldboden macht das 600g Wolle, genug für einen Pullunder hoffe ich, auch wenn ich natürlich für das zweifarbige Muster Wolle doppelt halten würde. Ich kann nicht gut rechnen, also haltet mir die Daumen, dass ich meine Fettleibigkeit nicht unterschätze - die Selbstwahrnehmung ist da ja gerne einmal etwas verzerrt - doch ist die Lauflänge von so dünner Wolle ja erfreulich hoch.

Hier ist also der Plan:
  • ein Pullunder für den Herbst, zu tragen über einer Bluse und/oder unter einer Jacke, hübsch, adrett und ordentlich...
  • dunkelbraun als Grundfarbe
  • Waldboden als Kontrastfarbe
Die Sockenwolle (4ply) macht das ganze hoffentlich tragbar, ohne zu sehr aufzutragen -- ich bin auch so schon dick genug. Jetzt braucht es nur noch ein Muster...
Ich halte Euch auf dem Laufenden!