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Montag, 31. August 2015

Handschuhworkshop Teil 5. Ringfinger, Mittelfinger, Zeigefinger. Und fertig!

Mit Daumen und kleinem Finger fertig ist das Schlimmste eigentlich geschafft.
Allerdings sehen wir, dass noch ein guter Zentimeter Handfläche nackig ist, bevor der Ansatz der längeren Finger beginnt. Aber das kannten wir ja auch schon vom Daumen, und dementsprechend wiederholen wir die Prozedur: Faden links vom kleinen Finger ansetzen, rundherum stricken, 3 Stegmaschen plus die beiden angrenzenden Maschen aufnehmen und letztere mit ssk bzw k2tog mit den Handflächen bzw. Handrückenmaschen zusammenstricken. Dann solange stricken, bis der Fingeransatz erreicht ist - 3-6 Runden sollten reichen. Bei mir waren es 5.
Und dann kommt der Ringfinger. Da er etwas größer als der kleine Finger ist, nehmen wir diesmal jeweils 8 Maschen von Handrücken bzw. Handfläche und wiederum 3 Stegmaschen - 19 Maschen insgesamt. Ich brauchte für die 6 cm 26 Runden bis zur Spitze.
Und voilà!
Der Mittelfinger zeichnet sich dadurch aus, dass wir zweimal Stegmaschen stricken müssen - an der Ringfingerseite gehen wir vor wie gehabt - 5 Maschen aufnehmen, die äußeren beiden zusammenstricken - , dann stricken wir 7 Maschen von der Handfläche, schlingen 3 neue Stegmaschen an der Zeigefingerseite auf und stricken noch 6 Maschen vom Handrücken - insgesamt kommen wir so wieder auf 19 Maschen.
Ein Mittelfinger ist in der Regel etwas länger, es sind 6,5 cm und in meinem Fall 30 Runden bis zur Spitze. Die restlichen 19 Maschen, also 8+8+3 (bzw. 5) Stegmaschen, sind dann für den Zeigefinger. Gleiches Prinzip, wieder 6 cm, 26 Runden bis zur Spitze. Und dann nur noch Faden vernähen!
Fertig!
 Ich bin ziemlich zufrieden.
Passt gut, keine Löcher. Die Farbe ist hier überall viel zu graustichig, aber das hatten wir ja bei Rowley schon erklärt.
Wobei auf diesem Bild hier...
links: der rechte Handschuh, zuerst mit lockerer Fadenspannung gestrickt. rechts: der linke Handschuh. Viel fester und damit dichter.
 ...wohl ziemlich deutlich wird, was eine festere Fadenspannung in Bezug auf die Handschuhgröße ausrichten kann. 
Mein erster Versuch war deutlich weiter. Aber egal. Die Lernkurve war steil. Das nächste Paar wird besser, gleichmäßiger - und wahrscheinlich gemustert. :-)
Falls Ihr noch Fragen habt, meldet Euch gerne in den Kommentaren.


Die harten Fakten:

Basic Gloves by Ewa Jostes aber mit anatomisch platziertem klassischen Daumenzwickel

angefangen: 20. August 2015
fertiggestellt: 28. August 2015
verbraucht: 48g
Größe/Maße: 7,5
Nadeln: Chiagoo Lace Twist 2,5 mm
Maschenprobe: hat variiert. fester ist besser.
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: ca. 5,50 Euro für die Wolle. Das Buch hatte ich schon.
 











Sonntag, 30. August 2015

Handschuhworkshop Teil 4. Hand und kleiner Finger.

Der Daumen ist fertig, weiter geht es mit dem Rest der Hand.
Dazu muss der Faden, der ja am Ende des Daumens abgeschnitten werden musste, wieder neu angesetzt werden. Frau Jostes setzt den Faden immer links vom letzten fertiggestellten Finger an, und daran halte ich mich.
Das heißt, meine neue Runde beginnt (unabhängig vom Rundenzähler am Beginn der ursprünglichen Runde) links vom Daumen, mit den letzten drei Maschen der Handinnenfläche. Ich stricke die Runde weiter bis ich wieder beim Daumen ankomme - nun muss es über die Stegmaschen weitergehen.
Aufgenommen werden die drei neu angeschlagenen Stegmaschen, und die beiden Zwickelmaschen rechts und links davon - insgesamt also fünf Maschen. Ich steche einfach mit einer kurzen Strumpfnadel durch das rechte Beinchen eines Maschen-V und stricke das dann ab.
Von diesen 5 Maschen werden die 1. und die 5. Masche mit der vorhergehenden (ssk) und der nachfolgenden (k2tog) zusammengestrickt, also mit der Neigung in Richtung Zwickel - so werden zugige Löchlein ganz gut vermieden. Restliche Löcher kann man später beim Vernähen des Fadenendes sehr gut zunnähen.
Nun strickt man immer in der Runde bis zum kleinen Finger. Bei mir waren das 40 Runden, 10,5 cm für Größe 7,5.
(Wer einen Fausthandschuh stricken will, macht einfach weiter - wie einen Sockenfuß mit Bändchenspitze.)
Wie man hier gut sieht, setzt der kleine Finger etwas tiefer an als die längeren Finger, daher stricken wir ihn zuerst.
Nun gilt es, noch einmal genau aufzupassen, wo man den kleinen Finger platziert! Schließlich habe ich meinen Daumenzwickel in der Handfläche platziert - der kleine Finger besteht aus den letzten 7 Maschen des Handrückens und den ersten 7 Maschen der Handinnenfläche - Anfang und Ende meiner Runde. Diese nehme ich wieder auf zwei Nadeln des kurzen Nadelspiels, schlinge wieder drei Stegmaschen auf, und verteile die Maschen so, dass die neuen Stegmaschen von "alten" Maschen eingerahmt werden - 17 Maschen insgesamt.
Der Rest geht wie beim Daumen - immer in Runden hoch, die Spitze beginnt für nach 5,5 cm (22 M - 14 hell/ 8 dunkel).
Und Ruck-zuck hat man einen kleinen Finger!
Weiter geht's morgen!



Handschuhworkshop Teil 3: Der Daumen.

Weiter geht's: wir könnten die Daumenzwickelmaschen jetzt stilllegen, aber am einfachsten ist es tatsächlich, den Daumen erst einmal fertig zu stricken. Was man hat, das hat man!

Der Daumen wird über die gesamten Daumenzwickelmaschen gestrickt. Zusätzlich nehmen wir drei Stegmaschen auf, die den Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger überbrücken. Das heißt für mich: 20 Maschen.
In der nächsten Runde stricke ich also bis zum Zwickel, und stricke dann die Zwickelmaschen auf ein kurzes Nadelspiel. Die Markierer brauche ich jetzt erst einmal nicht mehr.
Nach der letzten Zwickelmasche schlage ich mit dem selben Faden drei neue Maschen an - aufschlingen oder aufstricken funktioniert beides gut - ,verteile die 20 Daumenmaschen auf drei Nadeln und schließe sie zur Runde.
 
Am einfachsten ist es, die Stegmaschen auf eine eigenen Nadel zu legen und an beiden Seiten mit Zwickelmaschen einzufassen, um Löcher zu vermeiden. Und dann immer rundherum, bis der Daumen lang genug ist. Bei mir sind das 30 Reihen (20 hell, 10 dunkel). Etwa 0,5 cm vor dem Ende des Fingers strickt man eine Spitze.

Ich möchte eine kurze, stumpfe Spitze, und stricke daher einfach solange immer k2tog bis nur noch 6 Maschen übrig sind. Dann Faden abschneiden, durch die restlichen Maschen fädeln und zuziehen.
Gut vernähen.
War doch gar nicht so schwierig, oder?

Morgen folgt dann der Rest der Hand - und der kleine Finger.





Samstag, 29. August 2015

Handschuhworkshop Teil 2: Der Daumenzwickel.

Das Bündchen ist fertig, und wir feiern, indem wir erst einmal drei Runden glatt rechts drehen. In dieser Zeit müssen wir uns festlegen - ab nun hat unser Handschuh eine Handfläche (die Nadel(n) gleich zu Beginn der Runde) und einen Handrücken. Die Maschenanzahl ist jeweils gleich.

Nun müssen wir uns entscheiden, wo der Daumenzwickel sitzen soll. Dieser schafft extra Raum für den Daumenballen und erlaubt eine gute Bewegungsfreiheit. Man kann ihn anatomisch korrekt 3 Maschen vom jeweiligen Rand entfernt in der Handinnenfläche platzieren, oder gleich an die Handkante - in diesem Fall könnte man (ungemusterte) Handschuhe sowohl an die rechte als auch an die linke Hand ziehen. Das kann Vorteile haben, zum Beispiel wenn man eine rechts-links-Schwäche hat oder die Handschuhe häufig an-und auszieht...
Ich setze meinen Daumenzwickel anatomisch korrekt ein, und weil es der linke Handschuh ist, stricke ich in Runde 4 einmal über die Handfläche bis vier Maschen vor dem Handrücken (eine Rundstricknadel). Ich setze einen Maschenmarkierer, stricke eine Masche, setze einen Maschenmarkierer und stricke die Runde fertig.
Runde 5 wird eine Zunahmerunde. Gleich nach dem ersten und direkt vor dem zweiten Maschenmarkierer nehme ich jeweils eine Masche zu. Ich habe mich dafür entschieden, immer von der imaginären Achse weggerichtet zuzunehmen, also erst eine linksgerichtete, dann eine rechtsgerichtete Zunahme zu stricken. 
Das geht sicher auch genau andersrum, aber dann ist die Optik eben auch anders - probiert aus, was ihr lieber mögt, Hauptsache Ihr seid konsequent.
Diese Zunahmerunde wird nun in jeder 3. Runde wiederholt, bis (für Größe 7,5) 17 Maschen zwischen den Markierern sind.
Fertig! Morgen stricken wir den Daumen!

Freitag, 28. August 2015

Handschuhworkshop Teil 1. Das Bündchen.

Ich stricke meinen Handschuh klassisch von "unten", also vom Handgelenk bis zu den Fingerspitzen.
Für diesen Workshop setze ich voraus, dass Grundkenntnisse im Stricken vorhanden sind.
Darunter verstehe ich
  • Maschenanschlag
  • rechte und linke Maschen
  • rechts- und linksgerichtete Zunahmen
  • Stricken in der Runde (Nadelspiel oder Rundstricknadeln)
Und weil ich das voraussetze, muss ich im Endeffekt heute eigentlich nichts zeigen.
Maschen anschlagen, zur Runde schließen, im Bündchenmuster stricken
Ich habe mit einem 4+4 Runden Pikot-Saum angefangen, damit das Bündchen elastisch ist, und dann für einen guten Sitz ein einfaches k1p1-Bündchen über 20 Runden gestrickt.
Okay. Pikotsaum vor dem Bündchen ist Chichi, aber ich mag's. Wenn man den Saum sofort umnäht, kann man die fertigen Handschuhe gleich tragen.


Ich stricke die Sockenwolle in Nadelstärke 2,5mm und fange mit einer Rundstricknadel an, werde aber für die Finger auf ein 15cm Nadelspiel gleicher Stärke wechseln.
Die Länge des Bündchens ist natürlich variabel. Mir reicht das erstmal so.

Bis hierher unterscheidet sich ein Handschuh von einer Socke tatsächlich nur durch die Anzahl der Maschen - für Handschuhgröße 7,5 nehme ich 56 Maschen, für meine Socken 60-64 Maschen (abweichende Angaben für Muster einmal weggelassen). Aber der Handschuh soll eng sitzen ("negative ease"), damit er nicht schlabbert oder scheuert, und auch mit einer straffen Fadenspannung gefertigt werden, damit später kein Wind durch die Löcher pfeift.
Uups. Der zweite Handschuh wird deutlich fester als der erste...

Das hatte ich bei meinem ersten Handschuh wohl falsch gemacht. Ob ich den noch einmal stricken muss?
Na, morgen erstmal: Der Daumenzwickel.

Donnerstag, 1. August 2013

Eisblumen: Afterthought heel - Nachtragsferse. Tutorial für Kniestrümpfe (Teil III)

Hacke, Spitze, Hacke, Spitze - die Spitze hatte ich Euch ja schon gezeigt, ebenso wie das Bündchen. Aber was nützt das alles, wenn der Strumpf keine Hacke = Ferse hat? Schließlich haben die meisten Menschen einen Knick unten am Bein...
Kein Problem, ich hab's nicht vergessen!
Ich habe mir einfach nur die Ferse bis zum Schluss aufgehoben!

Viele Strickerinnen fürchten sich ja ein bisschen vor der Ferse - warum ist mir zwar nicht klar, sie ist in der Regel sehr einfach zu stricken - ein paar verkürzte Reihen, oder einfach ein paar Maschen zusammenstricken... der Knick kommt ganz von allein! Da mir nie jemand gesagt hat, dass Fersenstricken kompliziert sein könnte, habe ich immer einfach drauflos gestrickt, bin der Anleitung blind gefolgt, und es hat immer geklappt! 

Diese -nachträgliche - Ferse hier ist jedenfalls nicht nur praktisch, weil man sein Muster einfach immer schön stupide durchstricken kann, ohne sich mit lästigen Spickelzunahmen (oder Spickelabnahmen, sie funktioniert in beide Richtungen, von der Spitze oder vom Bündchen ausgehend) herumzuschlagen. Sie ist auch absolut anfängertauglich, denn sie wird im Endeffekt ganz genauso gestrickt wie eine Spitze. Und das können wir ja schon!

Und so geht's:
Wenn man beim Stricken an der Stelle angekommen ist, wo wir normalerweise eine Ferse beginnen würden (also inklusive Fersenkappe oder Spickel), stricken wir ein oder zwei Reihen (hin und zurück - keine Runde!) in einer Kontrastfarbe ein.
In diesem Fall: hellblau.
So sieht das dann aus:
Ich habe zwei Reihen gestrickt, weil ich die Stelle dann einfacher wiederfinde. Eine Reihe reicht aber völlig aus. Unten ist das Sohlenmuster des Fußes zu erkennen, oben wachsen schon die ersten Blumen auf die Wade und man erkennt die ersten Wadenzunahmen.
Nun wendet man den Strumpf nach innen
erkennt die gleiche Stelle sofort wieder, freut sich an der gleichmäßig eingewebten Fadenvielfalt, und beginnt damit, Maschen aufzunehmen.
Hier kann man es gut sehen: die neue Farbe (hellblau) verschränkt sich mit der alten Farbe (hellgrau) - und zwischen den beiden blauen Streifen kann ich ganz einfach die grauen Schlingen (=die letzte Sohlenreihe) aufnehmen. Am einfachsten geht das mit einer deutlich kleineren Nadel - ich habe hier 2,5er Nadeln genommen, während der Strumpf eigentlich mit 4er Nadeln gestrickt ist. Die dünnen Nadeln kommen einfacher und ohne großes Gezerre in die Maschen, und später stricke ich sie mit einer "normal-großen" Nadel wieder ab. (Für das Maschenbild zählt immer nur die Nadel, mit der man abstrickt, also in der Regel die rechte Nadel!)
So, fertig - also fast! Ich muss noch mit der gleichen Methode die obere Reihe aufgreifen - also die dunkelgraue erste Reihe vom Bein zwischen den hellblauen Buckeln...und das geht leichter, wenn ich den Kontrastfaden jetzt schon entferne , denn dann habe ich mehr Elastizität. Also vorsichtig die erste (und bereits gesicherte) blaue Reihe auffädeln...
...und dann die nächste Reihe aufnehmen.
Dies ist deutlich einfacher, wenn die blauen Schlaufen den grauen Faden noch "sichern" - deshalb stricke ich immer einmal hin und wieder zurück mit dem Kontrastfaden. Außerdem sollte die erste Runde vom Bein nicht direkt im mehrfarbigen Muster gestrickt werden, sondern in der zukünftigen Fersenfarbe, damit man nicht mit lauter eingewebten Fäden kämpfen muss. Das könnte nämlich dann doch noch kompliziert werden.
Insgesamt solltet Ihr nun die Hälfte der Gesamtmaschenzahl auf zwei Nadeln haben, hier also 32.
Ihr könnt die Maschen auf ein Nadelspiel verteilen oder auf eine Rundstricknadel nehmen, wie es Euch am liebsten ist - Hauptsache, wieder in der "richtigen" Nadelstärke!
Um ganz sicher zu gehen, dass an den Ecken keine Löcher entstehen (obwohl man die beim Fadenvernähen ja auch immer noch zunähen kann), nehmt Ihr an den Seiten noch 1-2 Maschen zusätzlich auf - keine Angst, Ihr nehmt sie auch gleich wieder ab, und wer einen hohen Spann hat, wird noch dankbar dafür sein!
Und jetzt? Jetzt strickt Ihr eine ganz normale Spitze - z. B. eine Bändchenspitze, oder eine gerundete Bändchenspitze, oder sogar eine Sternspitze (wie hier vorgemacht).
Und wenn Ihr nur noch die Maschenzahl, die Eurer Fersenbreite entspricht, auf den Nadeln habt - zusammennähen im Maschenstich (graften).
Dafür gibt es unzählige Online-Tutorials, guckt mal selbst.

Fertig!
Innenansichten eines Strumpfes
 Eins A Kniestrümpfe!
UND HOCHSOMMERLICHE TEMPERATUREN VON UM DIE 30°Celsius...
ich sach's ja...





Montag, 8. Juli 2013

WIP Eisblumen. Und ein Tutorial für Kniestrümpfe: Abkettnaht für Picot-Abschluss mit Gummizug.

Wie mein komplizierter Titel vermuten lässt, zeige ich Euch heute, wie ich bei meinen Kniestrümpfen - die ich hier mit einer Spitze im Türkischen Anschlag begonnen habe - nicht nur einen hübschen, leicht mädchenhaften Picot-Abschluss mache, sondern diesen zugleich als Gummizugtunnel nutzen kann, damit die Strümpfe nicht rutschen können.
Hier erst einmal der Strumpf in seiner vollen, fast fertigen Pracht.
Und ja, da fehlt noch die Ferse. Sie wird dort eingestrickt, wo momentan der dicke blaue Streifen erkennbar ist. Heute zeige ich Euch erst einmal das Bündchen.
Nach Abschluss des letzten Musterstreifens habe ich eine Streifenbreite (12 Runden) ein einfaches rechts-links-Bündchen gestrickt und dann eine Picot-Kante hinzugefügt. Dazu habe ich weitere 5 Runden glatt rechts weitergestrickt, dann die Picot-Wendekante (*k2tog, yo*), und dann noch einmal fünf Runden glatt rechts. Hier sehen wir wie die Umschläge in der Wendekante hübsche Löchlein bilden. Die Kante wird nun nach innen umgesäumt und zugleich abgekettelt und innen festgenäht.
Und so geht's:
Wolle mit einer Fadenlänge von mindestens anderthalbfachem Umfang in ein Nadelöhr einfädeln.
Strumpf auf links drehen.
Faden von rechts kommend durch die ersten beiden Maschen zugleich ziehen.

Dann wie beim links stricken nur durch die erste Masche

und diese von der Nadel gleiten lassen.

Jetzt wird festgenäht, und zwar an den Linksmaschen der ersten Runde nach dem Rippenbündchen. Achtet darauf, immer den richtigen "purl bump" zu erwischen - es sollte immer erst rechts und dann links einer Säule aus rechten Maschen sein.

Faden festziehen - aber nicht zu fest - und von vorne beginnen.
Nach einer Weile sieht das so aus:
Wo vorher die Löcher waren, bildet sich jetzt die Picot-Kante. Immer so weiter bis nur noch zwei Maschen abzunähen sind. Jetzt wird es Zeit für das Gummiband:
Ich habe ein dunkles Elastikband von 3mm gewählt, das passt genau durch den Saumtunnel. Die Länge ergibt sich aus der benötigten Breite - bei mir soll das Strumpfbündchen genau unterhalb des Knies sitzen, also habe ich mir das Gummi an dieser Stelle ums Bein gebunden und die entsprechende Länge plus ca. 3cm für einen Knoten abgeschnitten.
Jetzt kommt an jedes Ende des Gummibands eine Sicherheitsnadel. Mit der einen befestige ich das Gummi außen am Saum, damit es nicht aus Versehen ganz hineinrutscht. Die andere hilft mir, das Gummi durch den Saumtunnel zu fädeln. Dabei kann man zum "Luftschnappen" ab und zu durch die Picot-Löcher nach außen stechen, solange man an der gleichen Stelle wieder eintaucht. Die letzten beiden noch zu vernähenden Maschen liegen immer noch auf der Stricknadel und halten den Tunnel offen.
Hier bin ich durch. Achtet unbedingt darauf, dass das Gummi sich nicht beim Einfädeln verdreht, das könnte sonst unbequem werden!

Zum Abschluss Sicherheitsnadeln entfernen, einen flachen Doppelknoten machen und das Gummi komplett im den Saumtunnel verschwinden lassen. Nun können die letzten beiden Maschen abgenäht werden und voilà - ein hübsches, rutschfestes Bündchen!
Und beim nächsten Mal gibt es dann wirklich (wirklich!) noch eine Ferse.
Und Tragefotos.
Und vielleicht sogar eine Anleitung.
Mal sehen.





Donnerstag, 13. Juni 2013

Hacke, Spitze, Hacke, Spitze -- ein Tutorial für Kniestrümpfe. (Teil 1)

Menschen im Internet (z. B.) stricken Kniestrümpfe oder haben es vor. Genau wie ich! Schon fühle ich mich weniger allein. Danke, Internet!
Zum Teil sind das Menschen, die ohne zu zögern die kompliziertesten Lace-Schals anschlagen und perfekt sitzende Jäckchen stricken, aber sich von dem Wort "Strumpf" (wahlweise "Socke") fürchten wie das Kaninchen vor der Schlange. Zum Glück hat mir, als ich irgendwann das Stricken anfing, niemand gesagt, dass Socken schwierig sind, (oder gar die "Königsdisziplin" - wie ich neulich mal in irgendeiner Zeitung las) und so konnte ich angstfrei losstricken und besaß wenig später dicke warme Bettsocken.
Irgendwann habe ich mich mal gefragt, was der ganze Buhei um das Stricken von der Spitze aus soll - bei "normalen" Socken ist das wahrscheinlich Jacke wie Hose, aber bei Kniestrümpfen hat es mir sofort eingeleuchtet. Zum einen kann man seine Wolle viel bessser einteilen. Zum anderen kann man zwischendrin mehrfach anprobieren, etwas was ich für Wadenspickel deutlich wichtiger finde als für Fersenspickel (die ich verabscheue häufig vergesse). Zum dritten ist es wirklich angenehm, keine Naht in irgendeiner Form vorne in der Stiefelspitze zu haben.
Und außerdem ist es so einfach! Der einfachste Anschlag von allen!

So geht's:
Man nehme
  • Wolle/Strickgarn
  • 1 oder 2 Rundstricknadeln (40 cm)
Beim Stricken von der Spitze aus bietet sich ein Nadelspiel wirklich nicht an, aber man kann später natürlich wechseln, wenn man will. Persönlich finde ich Strumpfstricken mit Zauberschlinge einfacher.
Bei einer Rundstricknadel nutzt man die Zauberschlinge (Magic Loop) - eine Schlaufe an beiden Seiten des Strickstücks. Bei zwei Rundstricknadeln hat man die Gesamtmaschenzahl auf zwei Nadeln verteilt, strickt aber immer nur von einer Nadel (mit Spitze 1b von Spitze 1a), die andere Nadel (Spitzen 2a und 2b) ruht. Wenn man dabei bspw. eine Holznadel und eine Metallnadel nutzt, kommt man nicht so leicht durcheinander...
Und jetzt: los! man hält die Nadelspitzen (entweder der gleichen Rundstricknadel; oder Nadel 1a und 2a) parallel und macht einen einfachen Knoten, allerdings (anders als im Bild) um die untere der beiden Nadelspitzen.

wichtig! Knoten unten. (anders als im Bild)
 Dann wickelt man den Faden fest, aber nicht zu fest, um beide Nadelspitzen herum, bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist. Beispielsweise beginnt bei meinen Eisblumen-Strümpfen die Spitze mit 2x12 Maschen - ich wickele also 12 mal um beide Nadelspitzen. Ganz einfach wickeln, das können sogar Anfänger!
Wichtig: wegen Foto ist auch hier wieder alles falsch - der Noten sollte unten sein! 12 Wickelschlingen stimmt aber
 Jetzt gut aufpassen, dass die Fadenspannung stimmt - Faden wie gewohnt auf die linke Hand nehmen (ich setze hier jetzt mal den "deutschen Normalfall = rechtshändige Kontinentalstricker" voraus), und die untere Nadelspitze vorsichtig nach rechts - in Richtung der Spitze - herausziehen. Die Wickel schlingen sich jetzt halb um eine Nadelspitze (oben, linke Hand) und halb um das Kabel der unteren Nadel. Das ist wichtig, weil das Kabel in der Regel dünner ist als die Spitze - wir gewinnen hier etwas Luft, um die Maschen abzustricken, ohne dass es später zu locker wird. Bei der Magic Loop Technik wird jetzt mit dieser Spitze gestrickt, bei der 2-Nadel-Technik hängt die untere Nadel dumm herum und man greift zu Nadel 1b).
 Jetzt kann man die Maschen ganz einfach rechts abstricken.
 Seht Ihr? Der Knoten sitzt jetzt auf dem Kabel (unten links), und das Rechts-Abstricken verdreht die Schlingen zu einer 8, sodass sie festsitzen.
 Die erste Nadelspitze ist abgestrickt, hier kann man gut erkennen, wie das Kabel die Zauberschlinge formt.
 Jetzt wenden: ich drehe die Nadeln um und ziehe das Kabel vorsichtig so zurück, dass die unteren (noch nicht gestrickten Maschen) wieder auf die Spitze kommen. Die abgestrickte Spitze ziehe ich zugleich so nach vorne, dass nun die bereits gestrickten Maschen auf dem Kabel ruhen.
Nun stricke ich die zweite Nadel(spitze) rechts verschränkt ab - seht Ihr, wie die Maschen aufliegen? Durch das verschränkte Abstricken (also hinten in die Masche stricken) sitzen alle Maschen ab der nächsten Runde richtig. Den Knoten kann ich jetzt übrigens vorsichtig lösen.

Ist doch ganz einfach, oder? 
So geht das jetzt immer weiter, und weil ich nur zwei Nadeln habe, muss ich mir nicht immer merken, wo ich für die Spitze zunehmen muss... Die eine Nadel hält die Maschen für die Sohle, die andere für den Oberfuß. Einfach immer nach der ersten und vor der letzten Masche auf jeder Nadel die entsprechenden Zunahmen machen, und fertig ist die Bandspitze!

Wer mag, kann jetzt zum Nadelspiel wechseln. Oder eben weitermachen.

Und während die anderen Internet-Menschen ihre Kniestrümpfe stricken, stricke ich auch welche - der zweite Strumpf "Eisblumen" inklusive Überprüfung der Anleitung steht ja noch aus, und da die Lopi-Jacke inzwischen zu groß ist, um mit mir auf Reisen zu gehen, fährt der Strumpf jetzt immer mit. Es geht nicht besonders schnell - man hat ja auch wirklich gerade besseres zu tun (Sonne genießen und so) - aber wenn ich bei der Ferse ankomme, verrate ich Euch wieder, wie ich das mache.
Bis dahin: Glückauf!