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Freitag, 15. Dezember 2017

FO: Copycat

Einer meiner besten Freunde hat einen Lieblingspullover.
Ein Pullover, den er wahrscheinlich besitzt, seitdem ich ihn kenne - zumindest fühlt es sich so an.
Ein grob gestricktes, inzwischen recht ausgeleiertes Lieblingsteil mit Kuschelkragen und in einer nichtssagenden, schlammgrauen Farbe, die zu allem passt.
Und so langsam fällt er auseinander.
Und ja, natürlich kann man den nochmal nachstricken.
Vor allem, wenn man dem wirklich sehr guten Freund damit eine Freude machen kann, denn das kann er - wie jeder von uns - brauchen.
Hier ist das gute Stück.
Merkmale:
Auffälliger wandernder Zopf auf kraus-linkem Hintergrund über echt sehr viele sehr dicke Maschen.
Keine Bündchen.
Relativ kastig geschnitten.
Hoher, vorne offener, geknöpfter Kragen.
30%Wolle, 70% Acryl.
Ich nehme den Pullover mit ins Garn-Geschäft. Ein hoher Acrylanteil ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll: einerseits würde der Pullover aus reiner Wolle (in superbulky) nicht nur wahnsinnig schwer, sondern auch unglaublich warm. Andererseits verträgt der Freund keine reine Wolle.
Ich kaufe 16 Knäuel Lana Grossa Mille II in (gewünschtem) dunkelblau - genau das gleiche Garn in derselben Farbe habe ich für "Borowski" verwendet. (Schade, es gab auch ein wunderbares weinrot ...) Das waren, wie ich jetzt weiß, natürlich 2 Knäuel zu wenig, aber das ist ja immer so.

Der Rest ist im Endeffekt reine Abzählerei - wieviele Maschen pro Reihe, wieviele Reihen, wer zopft sich wann nach wo? Die Zöpfe müssen aufgrund der Dicke auch mit gerichteten Zu-und Abnahmen bewegt werden, einige Male ist mir dabei eine Masche verloren gegangen, aber ich hoffe, das fällt nicht auf.
Das Rückenteil ging schnell. Das Vorderteil zog sich unendlich lange hin. Die dicken Nadeln! So unförmig, so belastend für die Handgelenke! Dieser ent.setz.lich.e Zopf! 8 über 8 in superbulky!
Die Schultern habe ich zusammengehäkelt. Der Kragen war einfach. Die Ärmel habe ich von oben eingestrickt, wenn auch mit sehr flacher Armkugel, weil ich nicht so dicke Nähte wollte. Daher habe ich die Nähte nach dem Waschen und Blocken auch einfach -wie im Original- mit der Nähmaschine genäht. Und dann flach gedämpft.
Er ist mit Absicht etwa 10 Reihen länger als das Original, wirkt aber etwas schmaler - wohl weil er noch nicht getragen und geleiert wurde - und ist deutlich schwerer - die Mille II hat eben einen Wollanteil von 50% statt nur 30%.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Knöpfe für den Kragen muss der Freund selber aussuchen, aber das schafft er. Hoffentlich passt alles. Hoffentlich verträgt er das Garn. Hoffentlich fragt er mich nie wieder nach so etwas.
Frohe Weihnachten!

Die harten Fakten:
Copycat kopiert den vorliegenden Pullover
angefangen:  17. November 2017
fertiggestellt:  03. Dezember 2017
Garn: Lana Grossa Mille II (nachtblau 012)
verbraucht: fast 18 Knäuel
Größe/Maße: wie Vorlage (XL)

Samstag, 22. Oktober 2011

Borowskis Rettung.

Im Endeffekt ist doch alles ganz einfach -

- und eine Frage des richtigen Werkzeugs! In diesem Fall: eine Häkelnadel.
Da die Maschen vor allem an den Nähten viel zu locker waren, einfach den Faden zwischen den Reihen mit der Häkelnadel aufnehmen und eine zusätzliche Reihe nach oben häkeln.
Das Gestrick wird sofort dichter, und die Lücken sind verschwunden.
Naja.
Zumindest an dieser Stelle.
Borowski wird so zumindest tragbar.
Der nächste Pullover soll trotzdem ein komplett festeres Maschenbild haben.


Mittwoch, 19. Oktober 2011

Pulloverwetter. Nachklapp zu Borowski.

Das schöne am plötzlich deutlich kälteren Wetter letztes Wochenende war, dass der Meinige endlich seinen "Borowski" spazierenführen konnte. Der war ja damals genau mit dem Einsetzen der wärmeren Jahreszeit fertig geworden...
Der Praxistest zeigt, dass ich recht hatte: das Maschenbild ist viel zu labberig, um ordentlich auszusehen. Leider sieht man fast überall das weiße T-Shirt durch. Schade. An einigen Stellen - vor allem an den Übergängen zur Sattelschulter - werde ich ich wohl auch noch einmal stopfend darüber gehen, damit es nicht aussieht, als hätte der Pullover schon Löcher.
wie ein Schweizer Käse...
Außerdem passt der enge Rollkragen nicht zum "männlichen" Drei-Tage-Bart - die Bartstoppel bleiben in der Kragenwolle hängen, sodass es genau dort wahnsinnig fusselt... *grins* aber das wird sich sicherlich bald legen. Entweder er muss sich rasieren, oder der Pullover "gewöhnt" sich irgendwann dran...
Ansonsten: sehr schöner Pullover.
Leider hatte ich keine Kamera dabei, und so müsst Ihr mir einfach glauben...
Und für "Borowski 2" wissen wir es dann schon besser!

Sonntag, 3. April 2011

Fazit: Borowski und das Glückliche Ende.

Geschafft!
Noch zweimal musste ich den Kragen weiter machen, bis der Meinige den Kopf hindurchbekam, und zugleich noch immer der geforderte enge Sitz gewährleistet war... Allerdings war der Ausstieg wohl noch etwas schwierig - wie eine Fischreuse, aber so ist das eben bei einem Fischerpullover...
er wollte das so! Wirklich! und jetzt mosert er... abern nochmal ändere ich das nicht.
 Nun endlich ist Borowski offiziell fertiggestellt, und mit mahnenden Worten zur guten Pflege dem neuen Eigentümer überantwortet worden.
Hurra! Ungefähr sechs Wochen für einen warmen Winterpullover für den Meinigen- gestartet, ganz passend, am Tag der Liebenden, fertiggestellt, ganz unpassend, am ersten Tag, der mit Temperaturen über 25°C statistisch/meteorologisch zu den Sommertagen zählt... Ich bin mit Zeitaufwand und Ergebnis durchaus zufrieden.
So sieht das gute Stück nun aus:
"Borowski" von vorne

"Borowski" von hinten

"Borowski" im Profil
Es folgt das obligatorische Fazit:
Passform: Sitzt, wie ich finde, fast perfekt - wahrscheinlich hätte man für das Ärmelloch noch zwei Maschen zusätzlich abnehmen können, dort gibt es eine unschöne Beule, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau. Im Vergleich zu normal gekauften Pullovern passt "Borowski" dem Meinigen ganz sicher am besten, denn im Geschäft fängt die Herrenstrickware regelmäßig erst zwei Nummern weiter an. Und ein guter, schmaler Sitz war ja der Sinn von das Ganze.
Haken dran.
Look: "Borowkski" hat seinen Namen ja vom Kieler Tatort-Kommissar. Ob unser "Borowski" nun mit dem Pullover, den Axel Milberg in einigen Folgen trug, tatsächlich Ähnlichkeit hat, ist schwer zu überprüfen, allerdings auch ziemlich unwichtig, denn die wesentlichen Merkmale habe ich glaube ich eingefangen: ein zeitloser, maritim-sportlicher Stil, ein richtiger Seemanns-Pullover für rechte Nordlichter. Und der Meinige ist ja schließlich ein Hamburger Jung.
Also: Haken dran.
fällt kaum auf, aber dokumentiert den Status "Einzelstück"
 Außerdem finde ich die falschen Zöpfe echt gelungen - unaufdringlich, aber für geübte Augen ein nicht zu fälschendes Detail: hier wurde mit der Hand und viel Liebe ein Einzelstück geschaffen. Das war mir wichtiger als ihm, aber das Ergebnis überzeugt uns , so glaube ich, beide.
also, mir gefällt das!

Noch'n Haken dran!
Anleitung/Konstruktion/Technik: Frau Zimmermann's Anleitung ist eine echte Hilfe für Strickerinnen und Stricker, die mit einer Faustformel und viel Fantasie weiter kommen als mit einer genau definierten Strickvorschrift. Sie richtet sich daher an diejenigen Stricker/innen, die ohnehin bei jeder Anleitung erst einmal die Wolle durch eine andere ersetzen, den Ausschnitt adaptieren oder die Passform anpassen. Wer damit kein Problem hat, und es außerdem schafft, aus einer Maschenprobe korrekte Zahlen abzuleiten, ist gut bedient -- er/sie kann zeitlos-klassische und zugleich hoch-individuelle Pullover stricken, gegen die auch die wählerischten/mißtrausichten Männer nichts einzuwenden haben dürften.
Konstruktionsdetail der Sattelschulter
Dabei ist vor allem die Partie oberhalb der Armausschnitte, also nachdem Körper und Ärmel zusammengeführt werden, regelrecht spannend zu stricken. Die Konstruktion ist so einfach wie überzeugend: Ärmellöcher abnehmen, Armkugeln formen, Sattel für Schulter stricken. Dabei sind alle Details für einen guten Sitz schon mitbedacht, insbesondere die Möglichkeit, im Rückenbereich und im Nacken mittels verkürzter Reihen für einen besseren Sitz zu sorgen. Alles was man können muss, sind Zunahmen (M1), Abnahmen (k2tog; ssk) und schnöde rechte Maschen, wodurch auch unerfahrene Stricker/innen ein schnelles Erfolgserlebnis haben dürften. Kompliziertere Muster gehen natürlich auch... :-)
Würde ich sofort wieder stricken!

Wolle: Die Wolle ließ sich recht gut, und vor allen Dingen aufgrund der 7er Nadeln megaschnell verstricken, sodass das merhfache Ribbeln nicht so schlimm war. Allerdings neigt sie zum Splitten, und meines Erachtens hätten 5er Nadeln sogar ein schöneres Strickbild abgegeben. Beim nächsten Mal würde ich auf jeden Fall kleinere Nadeln nehmen, denn die Anleitung erlaubt mir ja, nein verlangt sogar, meine Maschenprobe so wie ich sie will...
Durch den Acrylanteil ist der Pullover sowohl relativ leicht als auch angenehm weich, und zugleich hoffentlich für Motten vergleichsweise unattraktiv und waschmaschinenfest. Ich hoffe, dass sie sich beim Tragen ebenfalls bewährt, aber das werden wir wohl erst im nächsten Winter erfahren...


Die harten Fakten:

Seamless Saddle Shoulder Pullover by Elizabeth Zimmermann (Ravelry-Link)
angefangen:  14.Februar 2011

fertiggestellt:  3. April 2011
Wolle: JLana Grossa Mille II (012, nachtblau)
Maße: der Meinige trägt Anzugjacken in Größe 44
verbraucht:: 14 Knäuel à 50g: 700g; ein Knäuel übrig (für eine Mütze?)
Nadeln:  Addi Alu Rundstricknadel 100 cm,  Stärke 7;
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Maschenmarkierer, Maschenraffer
Kosten: 66,15 Euro, davon 49,- Euro für Wolle; 9,20 Euro weiteres Material, und 7,90 Porto -- hätte ich gleich die richtige Menge Wolle bestellt wäre es also noch günstiger geworden.

Samstag, 2. April 2011

Borowski hat den Hals zu voll.

Ich habe Euch ja erzählt, wie ich ungefähr die Hälfte von Borowski zwischendurch geribbelt und neu gestrickt habe, weil die Maße jeweils nicht passten.
Ich habe Euch außerdem erzählt, dass der Meinige sehr genaue Vorstellungen vom angestrebten Sitz des Pullovers hat: nicht weit und schlabbrig soll es sein, körpernah vielmehr, natürlich ohne eng zu sein. Was die amerikanischen Anleitungen "fitted" bzw. "zero ease" nennen.

Vor diesem Hintergrund wird Euch das versprochene Tragefoto nicht weiter überraschen...
Offenbar doch noch nicht fertig.

Ich geh dann mal ribbeln...

Donnerstag, 31. März 2011

Borowski und das blinde Vertrauen.

Wenn ich nicht begonnen hätte, an Frau Zimmermann zu zweifeln, dann wäre das wahrscheinlich alles nicht passiert.
Dann wäre ich längst fertig mit Borowski.
Dann hätte ich nicht große Teile mehrfach stricken müssen.
Zum Glück war die Wolle so dick, dass das eigentlich fast gar nichts ausmachte. (Aber nun wisst Ihr wenigstens, was ich in den letzten Tagen gemacht habe...)

So wie es aussieht, habe ich das Bündchen zweimal gemacht. Einen Ärmel dreimal. Die Seitenzöpfe geribbelt und neu gemustert (ok. Das zumindest hatte nichts mit Frau Zimmermann zu tun...) Die Wolle ging mir aus, konnte nachbestellt werden. Leider war ich inzwischen so vorlaut, an Frau Zimmermanns Maßen komplett zu zweifeln. Hatte ich hier noch geglaubt, ich müsste, um genügend Höhe zwischen Achsel und Halsausschnitt zu gewinnen, nur in jeder zweiten Runde abnehmen (wahrscheinlich ein durch Diätwahn übertragener Wunsch), so war das falsch.

Also wieder ribbeln, diesmal nur bis zur quietschgrünen Sicherheitsleine. Die hat schon ihren Sinn! Inzwischen kritzele ich auch gnadenlos direkt ins Buch. Es sind noch 10 Schultermaschen für den Sattel übrig. Erneuter Richtungswechsel in den Abnahmen, noch einmal 6 Runden, dann wird der Sattel hin-und her und mit den Vorderteil bzw. HinterRückenteilmaschen zusammengestrickt. Erneute Sicherheitsleine.  Ein Halsausschnitt von 17 Maschen erweist sich als zu weit - der Meinige will einen engen Rollkragen. Der Sattel wird beidseitig um 3 Reihen verbreitert, Für den Rollkragen bleiben 11+5+11+5=32 Maschen in 2r2l-Muster.
Borowski - fast fertig
 Elastisch abketteln, so wie für Wyvern gelernt, Achsellöcher zumachen (grafting), und nun: fertig.

Nach all der Anstrengung nimmt Borowski gerade erst einmal ein warmes Schaumbad. Wenn er wieder trocken ist, gibt's eine Anprobe, und Tragefotos hoffentlich auch. Gut, dass das Wetter noch einmal abgekühlt ist, denn eigentlich ist genau jetzt der Frühling da.
Aber für den nächsten Winter sind wir gerüstet!
Und eine Mütze ist auch noch drin...

Donnerstag, 24. März 2011

Wilde Beeren.

Ja!

Clapotis in Helle Beere
Das wird schon sehr viel besser!
Und weil der Discounter gegenüber die Tiefkühl-Waldbeerenmischung für 0,79 Euro à 300g vertickt, habe ich da mal schnell vier Packungen mitgenommen, 1 Pfund Frucht-Gelierzucker dazugekippt, im Nachbartopf einige alte Pesto-Gläser abgekocht, und ganz fix mal ein paar frische Marmeladen gezaubert...
Passend zum Clapotis: Wilde Beeren! (Geht auch ohne eigenen Garten...)
:-)

Und die fehlende Borowski-Wolle ist auch angekommen!
Zopfnadeln und Marker sollten ja in keinem Strickkorb fehlen - auch wenn ich bisher immer ohne ausgekommen bin. Mal sehen, ob es Vorteile bringt, ich will dem Fortschritt nicht im Wege stehen.
Jetzt wird jedenfalls alles gut!

Montag, 21. März 2011

Borowski verliert den Faden.

Borowski geht's gut, danke der Nachfrage!
Er ist auch schon ziemlich weit gediehen.Der Körper hat 95 Runden Länge, die Ärmel jeweils 90 - oder sind es 100? auf jeden Fall sind sie gleich lang, das schien mir wichtig!
Inzwischen sind wir als beim wirklich spannenden Teil des Projekts angelangt: die drei Teile zusammenzustricken. Sicherheitshalber ziehe ich eine grünes "Rettungsseil" ein - wenn etwas schief geht, kann ich bis hierher ribbeln, ohne mehr zu zerstören als nötig...
Einzelteile gesichert. Nun geht's gemeinsam weiter
 Als erstes müssen die Maschen unterhalb der Achseln stillgelegt werden - jeweils 10, also der gesammte Zopf plus 3 Maschen rechts und links. Diese werden erst ganz  zum Schluss per Matratzenstich miteinander vernäht, und bis dahin habe ich auch noch Zeit zu entscheiden, ob ich den "falschen" Körperzopf noch einmal ändern möchte. Der Meinige findet es unnötig, und ich bin eigentlich auch ganz zufrieden mit dem Look. Ich werde als eine Anprobe abwarten - wenn das Gestrick gedehnt wird, kann ich es vielleicht besser entscheiden.
seht Ihr den Unterschied? links Körper, rechts Ärmel
 Die verbleibenden Maschen werden nun auf einer einzigen Rundstricknadel zusammengefasst. Ich habe so ungefähr 5cm weitergesrickt  - das ist die benötigte Tiefe für das Ärmelloch, und dann beginnt der Spaß: Abnehmen! Ich glaube, dies ist das erste Mal dass ich die Worte "Abnehmen" und "Spaß" im gleichen Satz verwende...Ich markiere also vorschriftsmäßig die jeweils erste bzw. letzte Körpermasche vor bzw. nach einem Ärmel -ich nenne sie die Nahtmaschen, denn hier läuft die imaginäre, aber durchaus sichtbare "Naht", entlang der sich Borowski's Sattelschulter formen wird.

Ärmellöcher: Zuerst muss man, wie für einen eingesetzten Ärmel auch, einige Körpermaschen seitlich der Ärmel verlieren, damit die Schultern später korrekt sitzen und nicht überschnitten sind. Frau Zimmermann berät mich zu diesem Zeitpunkt nur noch bezüglich der Prinzipien, denn die errechneten Zahlen sehen vor, dass ich an dieser Stelle eigentlich zunehmen müsste (wegen der stillgelegten Maschen), und das ist natürlich Blödsinn...
Maschenanzahl und Zahl der Runden (für die Abnahmen) schätze ich daher pi mal Daumen ab.
Die "Nahtmaschen" solllen Körpermaschen fressen, daher erfolgt die Abnahme vor dem Ärmel k2tog, nach dem Ärmel ssk.
seht Ihr die "Nahtlinie"?
 Armkugeln: Nach 3 Runden habe ich die gewünschte Schulterbreite erreicht, Vorder- und Rückenteil müssen jetzt senkrecht hochgestrickt werden, stattdessen müssen wir Ärmelmaschen loswerden. Daher ändert sich die Richtung der Abnahmen: vor dem Ärmel ssk, nach dem Ärmel k2tog führt dazu, dass die Nahtmaschen nun Ärmelmaschen fressen, bis nur noch der "Sattel" übrig ist (in meinem Fall sollen das ca 10, max. 12 Maschen sein). Anders als Frau Zimmermann kann ich diese Abnahmen allerdings nur jede 2. Runde durchführen, da ich sonst nicht genug Höhe gewinnen würde.

Und so könnte es lustig weitergehen, wenn nicht...
550g sind verstrickt. Wo ist eigentlich die 12. Banderole?
 ... die Wolle ausgegangen wäre!
Ta-Daah! Ich war in der Berechnung des Wollbedarfs (12 Knäuel) davon ausgegangen, dass der Meinige ja sehr schmal ist, und in meinen Pulllovern versinken würde. Ich trage eine Größe 42, für eine 38-40 braucht man 600 g: 12 Knäuel, passt!
Passt aber leider nicht, denn erstens habe ich die Maschenproben vergessen - die fehlen jetzt natürlich. Zweitens ist der Mann zwar dünn, aber eine gewisse Länge soll der Pullover schon haben. Und natürlich hat er ja auch einen Rollkragen bestellt!
Glücklicherweise konnte ich noch einmal drei Knäuele der gleichen Partienummer nachbestellen. Aber bis es soweit ist, darf Borowski sich ausruhen.

Dienstag, 15. März 2011

Borowski feiert kleine Fortschritte.

Am Wochenende ging der Frühling los - ist es Euch aufgefallen?
Das Wetter mild und sonnig, und ich habe auch schon Krokanten gesehen...
:-)
Vor allem aber war am Samstag die erste Hochzeit der Saison!
Frühe Anreise und ein rauschendes Fest bis morgens früh um vier, und ein sehr spätes Zurückkehren am Sonntag abend, sowie ein sehr langer auswärtiger Arbeitstag am Montag sind beim Stricken natürlich nicht förderlich...

Dennoch habe ich den ersten Ärmel fertig, und bin mit einer Weite von 29M, plus jeweils 2 alle 10 Reihen, sehr gut gefahren.
Hier ist der Beweis:
Schmal genug um nicht labbrig zu sein, weit genug für einen bequemen Sitz auch mit Hemd.
Und der Zopf gefällt mir auch sehr gut - wenn alles nach Plan geht, wird er mit dem Körper-Seitennaht-Zopf genau zusammenpassen...
Vorfreude ist soo schön!

Die Länge haben ich nach diesem Bild - entstanden bei der Zwischenanprobe -

noch um einige Runden verlängert. Laut Anleitung soll man 2" oder 5 cm vor der Achselhöhle aufhören, ich nehme an, damit man noch etwas Bewegunsfreiheit hat. :-) Bei mir sind das 90 Runden. (Der Körper hat bei mir 95 Runden...)

Der zweite Ärmel könnte heute oder morgen fertig werden, und dann wird es richtig spannend!

Donnerstag, 10. März 2011

Borowski zweifelt am Prozentsystem.

Liebe Frau Zimmermann,
sicherlich haben Sie mit Ihrem berühmten Prozentsystem gute Erfahrungen gemacht. Ganz sicher hätten Sie es sonst nicht veröffentlicht, und die vielen schönen Pullover da draußen (bei Ravelry) singen ja auch gewissermaßen Ihr Loblied. Aber ich habe da so meine Zweifel.

Die Zweifel rühren daher, dass der Meinige, obwohl mein Auge stets mit Wohlwollen auf ihm ruht, ganz offenbar einen Körperbau hat, der nicht zu Ihrem Prozentsystem passt. Das kann ja mal vorkommen, und ist auch nicht weiter schlimm. Mir war schon vorher klar, dass er in vieler Hinsicht ungewöhnlich und selten ist. Nun habe ich ein weiteres Indiz dafür. Allerdings führt das dazu, dass meine Orientierung an Ihrem patentierten EPS wohl nicht so einfach zum Erfolg führen wird, wie ich gehofft hatte....

Zuerst war da meine Maschenprobe. Die ist übrigens in der Runde identisch mit der links-rechts-gewaschenen Probe. Und doch war der ausgerechnete Maschenanschlag von 140 M viel zu weit! Das kann natürlich daran liegen, dass ich die Maße eines vorhandenen Pullovers genommen habe, und die vorhandenen Pullover passen eigentlich alle nicht, deshalb stricke ich ja nun selbst. Sicherlich wäre es klüger gewesen, nicht einen schlecht bzw. weniger schlecht passenden Pullover auszumessen, sondern gleich den Mann.
Aber diesen Fehler haben wir ja nun behoben, und der mit 114 M entstandene Pulloverkorpus sitzt ganz prima. (Das Problem mit dem Zopf stelle ich jetzt erst einmal hinten an...)
Als nächstes wollte ich den ersten Ärmel stricken. Ärmel beginnen laut EPS mit 20% der Körpermaschen. 20% von 114 sind sehr magere 22 Maschen. Schon das Bündchen war zu eng.
Ich halte das Maßband um des Meinigen Handgelenk und er wünscht einen Umfang (inklusive Weite) von 21 cm. Na gut. Nach dem Ribbeln habe ich es daher mit 25 Maschen versucht.

Die ungerade Zahl ist nötig, weil ich auch hier eine falsche, bezopfte Innenaht stricken möchte, von der die Zunahmen ausgehen.
Liebe Frau Zimmermann, das sitzt immer noch sehr sehr eng. Selbst wenn er kein langärmliges Hemd darunter tragen wird - zero bis negative ease, nenen das glaube ich die Amerikaner. Da die Maschenprobe beim Waschen an Weite verloren hat, und nicht an Länge, wird das nach dem Waschen auch nicht besser werden. Was meinen Sie, Frau Zimmermann? Noch etwas weiter?  Das finde ich auch!

Ich habe den Ärmel geribbelt. Das war nicht weiter schlimm, denn erstens geht das Stricken dieser Wolle ja so herrlich schnell, und zweitens hatte ich den Ärmel mit beim Stricktreffen am Montag. Das war sehr nett dort, und sehr unterhaltsam, und ich habe einige Fehler beim Rhythmus der Zunahmen gemacht...

Der dritte Ärmelversuch beginnt nun mit 29 Maschen, was den ursprünglich von Ihnen, Frau Zimmermann, vorgeschlagenen 28  entspricht (20% von ursprünglich 140, plus der ungeraden Masche für das Muster). Der Meinige ist offenbar unnatürlich dünn am Leib, aber die Arme sind "normal" kräftig, so scheints. Bisher lässt sich der erneute Versuch gut an. Die Länge messe ich dann am Mann aus - 5 cm vor der Achselhöhle, haben Sie glaube ich gesagt.
Liebe Frau Zimmermann, danke für Ihre Ratschläge. Auch wenn nicht alles sofort klappt, so klappt es doch insgesamt ganz gut. Ich bin nur gespannt, was beim Zusammenstricken der Teile an der Schulterpartie passiert. Und ich fürchte, mir reicht die Wolle nicht.
Wir werden sehen. Ich schreibe Ihnen wieder!
Ganz herzliche Grüße,
Ihre Projektmanagerin

Dienstag, 8. März 2011

Borowski und diverse Fälschungen.

"Borowski" wird, wie Ihr ja wisst, nahtlos von unten in der Runde gestrickt. Dennoch wollte ich Seitennähte sozusagen simulieren.
Erstens, damit ich beim drögen rechts-rundstricken nicht einschlafe. So werde ich zweimal pro Runde "aufgeweckt".
Zweitens, um mich beim Stricken zu orientieren. So weiss ich immer genau, wann eine Runde um ist, oder ob ich mich "hinten" oder "vorne" befinde - bei glatten Rechtsrunden verliert man ja schnell mal die Übersicht.
Drittens, weil ich zwar das nahtlose Stricken mal ausprobieren wollte, Nähte aber durchaus auch Design-Elemente sind. Und da der Meinige ja nicht so musteraffin ist, schienen mir falsche Seitennähte ein guter Trick zu sein, ihm ein kleines Muster unterzujubeln.

Ich dachte an einen megaschmalen Zopf. "Richtige" Zöpfe lohnen sich offenbar erst, wenn man mindestens zwei Maschen nach vorne oder hinten legt, also über vier Maschen arbeitet. Mit nur je einer Masche habe ich das jedenfalls noch nie irgendwo gesehen, und wahrscheinlich nervt das auch bloß beim Stricken. Damit der Zopf plastisch wird, muss er noch dazu von Linksmaschen gerahmt werden - das wären schon 6 Maschen. Megaschmal wäre das nicht mehr.

Megaschmal hieß für mich, ein Zopf aus zwei Maschen, plus linke Rahmenmaschen - vier Maschen maximal. Also habe ich mich an einem "mock cable", einem falschen Zopf mittels "Right Twist" versucht, und zwar nach dieser Anleitung
So sollte das ungefähr aussehen (wobei hier glaube ich nicht mal linke Maschen zur Hilfe geholt werden):
Bildquelle: http://www.lionbrand.com/graphics/stitchFinder/mockRightTwistLg.jpg

Irgendwie schien mir aber bei mir das Muster unklar - eine Masche wanderte zwar nach rechts, aber der linke "Zopfstrang" war irgendwie undefiniert... So nämlich:
right-twist-mock-cable 1. Versuch

Dann fiel mir auf, dass es besser wird, wenn man an der bewussten Stelle eine verschränkte Masche arbeitet. Also erinnerte ich mich an das tolle Tutorial von Ingrid Hiddessen zum Retten von vermurksten Zöpfen, und machte mich frisch ans Werk.

1. fehlerhafte Maschen ribbeln und mit Nadelspielnadel sichern

2. richtigen Faden identifzieren und aufnehmen

3. Maschen erneut stricken -diesmal im richtigen Muster

4. Partner zum Fotografieren bringen, um Blogleser zu beeindrucken
Glücklicherweise geht diese Operation schneller als man denkt - weil es ja immer nur zwei Maschen sind, die man abzustricken hat, und es tut auch gar nicht weh - ehrlich.
Könnte viel schlimmer sein. Alles Ribbeln und neu machen beispielsweise wäre viel schlimmer.
Und dann fiel mir auf, dass ich mal wieder nicht aufgepasst hatte.

 Typisch! Wenn man glaubt, man wüsste, was man tut, guckt man das hilfreiche Erklär-Video nämlich immer einmal zu wenig an!

Im Endeffekt habe ich das Muster beim Reparieren nämlich so gestrickt:
*1. Runde zwei Maschen rechts zusammenstricken, aber auf der linken Nadel lassen. Linke, also zweite der beiden Maschen noch einmal rechts stricken (damit die gleiche Zahl auf den Nadeln bleibt), beide Maschen von der Nadel gleiten lassen.
2. Runde: 1. Masche rechts stricken, 2. Masche rechts verschränkt stricken.
3. Runde: Beide Maschen rechts stricken.* etc.
right-twist-mock-cable 2. Versuch
 Und das ist ja alles so weit so gut, aber für diejenigen von Euch, die aufgepasst haben: genau. Ein right-twist-mock-cable ist es leider nicht...
Seufz.
Dazu hätte ich nämlich in Runde 1die rechte, also die erste der beiden Maschen noch einmal abstricken müssen... Kein Wunder, dass es anders aussieht als geplant!


Naja. Habe ich halt einen falschen falschen Zopf an der falschen Seitennaht...
Was meint Ihr?
Schlimm?
Ribbeln und (erneut) nach diesem Prinzip retten?
Oder frei nach Frau Zimmermann sagen: es gibt keine Fehler, nur unterschiedliche Muster?
Und habe ich etwa gerade ein Muster erfunden?

Sonntag, 6. März 2011

Borowski und die richtige Maschenanzahl.

Helau und Alaaf!
Heute nur ein kurzer, aber triumphaler Post, um Euch zu zeigen, dass ich mit 114 Maschen (statt 140 wie im ersten Versuch) den Körperumfang des Meinigen gut umspannen kann. 
neuer Anlauf: 1r1l-Bündchen mit mock-cable-Zopf, wo die Seitennaht nicht ist
 Er grummelt zwar, der Meinige, weil ich ihn jeden Abend zu einer provisorischen Anprobe  zwinge. Aber es leuchtet ihm auch ein, dass man lieber vorher misst als hinterher neu macht. Schließlich ist er Ingenieur. Ingenieure verstehen das mit dem Messen, und dem nicht-neu-machen wollen. Er findet es trotzdem mühsam, aber da muss er durch. Und ich glaube, er ist bisher ganz zufrieden.
man beachte den hübschen Strickkorb im Hintergrund.

Eines muss man dieser dicken Wolle lassen - man kommt unglaublich fix voran!
Und gleich zähle ich eine neue Maschenprobe ab - vom in-der-Runde gestrickten Original, für neue Berechnungen der Länge und der Ärmel. Ich bin nämlich noch nicht davon überzeugt, dass der von EZ vorgeschlagene Rhythmus der Zu-bzw. Abnahmen so funktioniert...
Und nun, liebe Jecke und Jeckinnen- fangt Euch noch ein paar Kamelle bei dem schönen Wetter - oder macht's wie ich und verkriecht Euch im narrenfreien Norden...

Freitag, 25. Februar 2011

Borowski und der falsche Fehler.

Nee, is' schon klar.
Ihr interessiert Euch alle gar nicht für meine wunderschönen"Darling"-Socken.
Ungelogen, die schönsten Socken, die ich je gestrickt habe (ähem. ist ja auch erst mein viertes (gemustertes) Paar...) - noch dazu mit der schönsten Sockenwolle, die ich je gestrickt habe - da ist echtes Merino-Schaf drin1 Und so schön blau!
Ihr seid alle nur wegen "Borowski" hier - gebt's ruhig zu!
*schmoll*

Na gut. Erzähle ich Euch eben von "Borowski"...
...obwohl das eine häßliche Geschichte ist.
Eine Geschichte voller Zahlen, Excel-Tabellen, und computergestütztem Rechnen.
Es wird nicht viel gestrickt werden.

-?- Wirklich? Ihr wollt sie trotzdem hören?


Na gut.
Als wir Borowski das letzte Mal trafen, war ich ganz zuversichtlich: ich hatte Wolle, ich hatte eine Maschenprobe, und ich hatte eine Art Anleitung, nämlich den Seamless Saddle-Shouldered Sweater von Elizabeth Zimmermann (SSSS-EZ), aus dem Buch Knitting without tears.
wenig Bilder, viel Text - mehr wie ein Roman aufgebaut als wie eine Anlleitung

Diese Anleitung ist allerdings ziemlich vage gehalten - das liegt in der Natur der Sache, denn Frau Zimmermann möchte mir weder eine bestimmte Wolle vorschreiben, noch eine bestimmte Art zu stricken (sie bevorzugt lockeres Stricken). Und dafür bin ich dankbar! Ihre Anleitung erklärt vor allen Dingen den Weg - also wie man zum gewünschten Ergebnis kommt, und konzentriert sich dabei, wie alle guten Reiseführer, auf bestimmte Wegmarken. Das ganze ist im Fließtext gehalten, und liest sich dabei ungefähr so:
"Schlag auf einer Rundstricknadel die Anzahl an Maschen an, die du ausgerechnet hast. Nehmen wir mal an, du hast 200 Maschen, was eine überraschend normale Anzahl ist. Verbinde die Maschen zur Runde, indem du die ersten drei Maschen mit beiden Fäden strickst, und strick fröhlich den Korpus hoch ... Ein langer Ärmel beginnt mit 20% der Körpermaschen, im Falle von 200 Maschen sind das 40 Maschen..." (S 67-68, Hervorhebung ist meine - ahnt ihr schon was?)
etc.
Es empfiehlt sich, Frau Zimmermanns Anleitungen genau zu studieren, und sie mehrfach zu lesen, um nichts zu übersehen. Ich wollte die wichtigen Sachen nicht anmarkern, also habe ich eine Excel-Tabelle gemacht, in die ich alle ihre Informationen eingetragen habe. Mittels einfacher Algebra und solch banalem Siebtklässlerwissen wie Dreisatz wollte ich dann in einer zweiten Spalte die entsprechenden Zahlen für meinen Borowski eintragen. Ungefähr so:
ganz ordentlich, Hinweis für Hinweis kartographieren
Um an die entsprechenden Zahlen zu kommen, also wie weit und lang der Pulli sein soll, empfiehlt Frau Zimmermann erwartungsgemäß das, was auch der gesunde Menschenverstand rät: Scher dich nicht um Größen, sondern miß einen gutpassenden, vorhandenen Pullover aus, multiplizier die Maße mit der Maschenprobe, und los. Aber sie warnt:
"Dies ist so ziemlich das einzige, was du selbst messen oder entscheiden musst (wer soll es auch sonst für dich tun?), und es ist wichtig, es akkurat und gewissenhaft zu tun. Andernfalls wirst du wohl die Suppe des Bedauerns mit dem Löffel der Trauer auslöffeln." (S. 67, Hervorhebung schon wieder von mir)
Ach, die drohenden Worte werfen einen Schatten voraus! Hat doch schon damals bei Malroy meine Maschenprobe mit dem gestrickten Stück nichts mehr zu tun gehabt!
Dennoch, der Meinige besitzt einen alten Pullover, der ihm gut passt. Ich habe ihn, sorgfältig und nach bestem Gewissen!, vermessen, die Ergebnisse in mein Borowski-Notizbuch eingetragen....
...das ganze in Ecxel übertragen, und auf dieser Grundlage den Körper für Borowski angeschlagen:
56 cm breit, mal zwei für Vorder-und Rückseite: 112 cm Umfang.
Meine Maschenprobe ist 12,5 cm auf 10 cm Breite.
multiply width (11,2) by gauge  (12,5) -  richtig?
Ich schlage also 140 Maschen an, und stricke los...
Richtig: Nicht richtig!
Das Ergebnis eines verstrickten Fernsehabends zeigt es klar und deutlich - dieser Pulli wird zu weit! Es sieht vielleicht nicht so aus, weil alle Maschen auf  dem Kabel einer einzigen Rundstricknadel ruhen. Aber dieser Pulli, wäre er fertiggestellt, würde vielleicht mir passen. Sollte ich jemals in andere Umstände kommen.
Der Meinige möchte keinen Schlabberpulli.
Das Strickstück wird geribbelt.
Leider haben wir aufgrund des schlechten Lichtes kein Bild davon machen können, wie weit ihm das Pulli-Bündchen wirklich war. (Auch musste eine weitere Stricknadel eingesetzt werden, um Maschen zu sichern. Immerhin hat das Ribbeln auch sein Gutes:
1. Ganz offensichtlich muss ich meine Rechentechnik noch einmal gründlich überdenken. *räusper*
muss man etwa alles in inch umrechnen? müsste doch proportional in cm auch funktionieren, oder?
2. ich hatte ohnehin das "falsche" Bündchen gestrickt -- nämlich eins mit twisted ribs.
Bei der dicken Wolle trägt das ganz enorm auf, und sieht unerwartet doof aus. Ich vorwitzigegs Ding ich, als seien die Maße des Designs nicht schwer genug, will ich auch noch schwierige unnütze dekorative Techniken unterbringen. *schäm* hätte ich mal bloß auf den Meinigen gehört. Der will doch gar kein Schnickschnack!
 Beim nächsten Versuch gibt's dann ein normales Bündchen...
(Aber den Zopf an der falschen Seitennaht, den mache ich doch!)
Jetzt aber: zurück an den Abakus.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Borowski und die Maschenprobe.

Glaubt jetzt bloß nicht, dass ich in diesem Tempo und dieser Häufigkeit weiter über "Borowski" schreiben werde! Im Gegenteil - ich hoffe stark, dass ich meine Energien demnächst vom planerischen Schreiben wieder auf das eigentliche Stricken verlagern kann - ihr wisst ja: wer bloggt, strickt nicht!

Zuvor aber kann ich Euch natürlich schon berichten, dass ich in der Tat eine Maschenprobe angefertigt habe. Das mache ich, ganz brav, immer. Meistens funktioniert das bloß nicht...
Naja. wir werden es ja sehen.
Hier ist der Beweis.
Dieses Mal habe ich sogar das Strickstück einen Tag lang in der Hosentasche herumgeschleppt und dann in die Waschmaschine geschmissen. (Mille II ist dank des hohen Acrylanteils bei 40°C waschbar, und meine Waschmaschine hat einen Wollwaschgang.)

Dabei ist folgendes herausgekommen:
1. Meine Waschmaschine ist kaputt. Sie läuft unten aus und heizt nicht mehr. Nicht einmal auf handwarm. Wir haben dann mal eine neue Maschine bestellt...(Reparatur lohnte sich nicht mehr.)

2. Die Maschenprobe ist um eine halbe Masche in der Breite geschrumpft und beträgt jetzt:
12,5 M und 19,5 R auf 10x10 cm.
Und auch wenn mir einleuchtet, dass die Reihenanzahl vergleichsweise unwichtig ist, da man ja einfach eine Reihe mehr oder weniger stricken kann, so verstehe ich noch nicht ganz, wie Frau  Zimmermann dann  beispielsweise beim Ärmel die erforderlichen Abnahmen gleichmäßig verteilen möchte?

Doch wesentliches zuerst. Zuerst muss ich herausfinden, wieviele Maschen ich denn nun anschlagen soll - das kann ich jetzt möglicherweise ausrechnen. Und dann muss ich wissen, welche Maschen ich anschlage, bzw. in welchem Muster ich sie stricken soll.
Der Meinige möchte ein Bündchen.

Projektmanagerin: Ok. Breite Rippen oder schmale Rippen? 
Wenig überaschende Antwort:--?!???

 Also habe ich noch einen Musterswatch gestrickt. Bei der dicken Wolle muss man ja auch erst einmal prüfen, wie die gewohnten Maschen  aussehen und sich verhalten, wenn sie aus diesen Tauen geknüpft werden... Mit 7er Nadeln!
So sieht das aus:
unten breite Rippen (2r2l), dann glatt rechts, dann schmale Rippen (1l1r), rechts ein falscher Zopf aus rechts verschränkten Maschen. Den möchte ich als falsche Seitennaht mitlaufen lassen. Der Meinige ist davon noch nicht sooo begeistert (auffällig! anders!), aber ich mach das trotzdem.
Ein bisschen Spaß muss ich ja auch haben...
Und jetzt bastele ich mir eine Excel-Tabelle basierend auf dem EPS (Elizabeth's Percentage System) und ihrer Beispielrechnung, und dann trage ich da meine Daten ein - also die Maße des Meinigen), und dann werden wir ja mal sehen....

Montag, 14. Februar 2011

Was Herrenmode mit Uniformen zu tun hat, oder Wie Borowski auf Frau Zimmermann traf...

 Auf der Suche nach einer Muster-Inspiration für "Borowski" hatte ich mich, wie berichtet, bei Ravelry umgetan und festgestellt, dass es einen traurigen Mangel an Anleitungen für "normale" Herrenpullover gibt. Möglicherweise liegt es am schon erwähnten Pulloverfluch, möglicherweise aber auch daran, dass (viele/die meisten) Männer gar keine Pullover (Mehrzahl, implizit: unterschiedliche Modelle) wollen, sondern einen Pullover, Singular, "normal halt" - in der Variation dunkelblau oder grau, entweder mit Rundhals- oder V-Ausschnitt. Und das ist halt nicht so wahnsinnig aufregend zu stricken... (Ausnahmen bestätigen die Regel, werden an dieser Stelle aber zugunsten einer durchgehenden Argumentation absichtlich und willkürlich ignoriert.)

(An dieser Stelle vielen Dank für den Hinweis auf "Durrow" - aber diesen Zopf kann ich dem Meinigen unmöglich zumuten. VIEL zu AUFFÄLLIG, so als hätte die Kleidung es nötig! Nein nein, Kleidung für den Meinigen muss die unangestrengte Klasse einer Uniform haben - genauso zeitlos, genauso situationsübergreifend, mühelos, immer-richtig.
Und nein, ich spreche hier natürlich nicht von einer Gala-Uniform mit Epauletten und Tressen, Goldfransen oder Orden etc...
Mit Uniform meine ich hier, durchaus im positiven Sinne, etwas wie einen klassischen Anzug, oder altmodische (englische) Sportkleidung (Tennis, Golf), oder einen Smoking. Ich meine damit, dass der angestrebte Look zum einen weniger durch modische Details als durch die Form der Kleidung entsteht. Vor allem besticht diese durch die Qualität der Materialien, sorfältige Verarbeitung, und guten Sitz - das ist dann mein Job bei diesem Unternehmen.
Ganz anders als Damenmode finde ich, dass klassische, gute Herrenmode fast immer nach diesen Prinzipien gestaltet ist.  Der "Durrow"-Zopf, so gut er mir persönlich gefällt, ist für den angestrebten Look nicht nur unnötig, sondern leider sogar kontraproduktiv. Was nicht heißt, dass ich ihn nicht irgendwann einmal zu verwenden gedenke--er kommt in meine Mustersammlung. )


Aber ich hatte ja eine Spur, und suche ja nun nach einem Modell mit Sattelschultern! Und auf einmal gibt es bei Ravelry Ergebnisse. Viele dieser Ergebnisse  basieren auf einem komplett nahtlos in der Runde gestrickten Entwurf von Elizabeth Zimmermann. Nach nunmehr einem Jahr Stricken in Kleinbloggersdorf und bei Ravelry überrascht mich das gar nicht mehr.

Bildquell
Elizabeth Zimmermann war -in ihren eigenen Worten - eine eigensinnige Strickerin. Sie ist auch so etwas wie eine lebende Legende in der amerikanischen strickenden Gesellschaft - Ravelry ist voll von Anspielungen auf "EZ"'s geniale, häufig ans banal-einfache grenzenden Techniken.
Wohlgemerkt, ich meine "banal" hier keineswegs abwertend - jede wirklich geniale Einsicht ist banal, wenn sie erst einmal ausgesprochen wurde. Die Methode zu entwickeln ist nicht ganz so einfach...

Spätestens seit Ravelry wissen auch wir in der europäisch-deutschen Szene, dass man Pullover komplett nahtlos stricken kann, oder was eine "i-cord" (Idiotenkordel) ist, und ich habe fest vor, in einem der nächsten toe-up-Sockenprojekte ihren angeblich besonders elastischen "sewn bind-off" (genähtes Abketteln) zu versuchen.* Für "Borowski" denke ich an eine Version des "Seamless Saddle Shoulder Pullover". Vielleicht kann ich den Meinigen aber doch zu einem kleinen, konstruktiv notwendigen Zopf  überreden? Unterm Arm, wo's keiner sieht? Für falsche Seitennähte? hmm?

*Ich stricke noch nicht lange genug um ihren Einfluss auf die deutschen Strickszene vor 2007 beurteilen zu können, aber da keines ihrer Bücher bisher ins Deutsche übersetzt wurde, gehe ich davon aus, dass sie für uns hier eine (relative) Neuentdeckung ist. Irre ich mich? Kanntet Ihr EZ schon seit Jahren?

Kurzentschlossen nutzte ich die Ausrede, um beim Online-Händler "Knitting without Tears" zu kaufen. Schon auf Seite eins begann ich zu lachen. Völlig klar, warum diese humorvolle, bodenständige, no-nonsense Designerin einen so großen Fanclub hat - jeztzt hat sie einen Fan mehr! Wer natürlich jetzt eine genaue Anleitung erwartet, liegt ganz falsch. Wäre dies ein Kochbuch, so ginge es nicht um Haute Cuisine, mit kupfernen Töpfen und drei Sorten Himbeeressig. Vielmehr ginge es darum, bodenständige, alltagstaugliche Mahlzeiten zuzubereiten, ohne das Gemüse zu zerkochen. Trüffel kann dann jeder selber drüber reiben - vorausgesetzt, man mag Trüffel...

"Die richtige Art zu stricken ist die Art, die Dir am besten liegt, und zu der Wolle und dem Muster und der Form, an der du gerade arbeitest, passt. Zeig mir irgendeinen "Fehler" und ich zeige Dir, dass Du nur das Muster verwechselt hast oder eine unpassende Technik benutzt. Es gibt Muster mit Fallmaschen und verschränkten Maschen. Es gibt Projekte, die so fest wie nur irgend möglich gestrickt sein sollten; es gibt andere Muster bei denen Du bis zur Lethargie entspannen muss, um die Maschen locker genug zu bekommen. Ich habe bisher noch kein Muster gefunden, bei dem man Maschen spleißt (split stitch); das ist der einzige wirkliche Fehler, den ich kenne."
The way to knit is the way that suits you, and the way that suits the wool and the pattern and the shape that you are currently working on. Show me any "mistake" and I will show you that it is only a misplaced pattern or an inappropriate technique. There are patterns that include dropped stitches and twisted stitches. There are projects which should be as tight as you can possibly knit; there are others where you have to relax to the point of lethargy in order to make them loose enough. I've not yet found a pattern which includes a split stitch; this is the only real mistake I know. 


Sie spricht zu mir!
Mit Frau Zimmemann an meiner Seite fühle ich mich nun viel, viel besser: Borowski wird immer noch mein erster, eigener, selbst entworfener Pullover, aber dank des genialen EPS (Elizabeth's Percentage System) wird es vielleicht etwas weniger die Methode "Versuch-macht-kluch"...
Vielleicht auch nicht. Meine Matheschwäche macht vor Prozenten nicht unbedingt halt.

Als nächstes brauche ich eine Maschenprobe. Und einen Stift, einen Block, und möglicherweise einen Taschenrechner... 
Keine Angst - ich halte Euch auf dem Laufenden.  

Samstag, 12. Februar 2011

Borowski und die Paßform.

Die Fahndung nach Borowski läuft.
Bisher wissen wir, dass er dunkelblau ist, aus dicker Wolle (Mille II), und einen Rollkragen hat. Das ist wenig. Würde ich diese Beschreibung beim Fundbüro abgeben, hätte ich wohl die freie Auswahl.
Seufz.
Zum Anschlagen reicht mir das noch nicht. Ich brauche mehr Details!

Die Strickmustersuche bei Ravelry spuckt mir einige geeignet scheinende Kandidaten aus, die ich sorgfältig auf meine Queue aufnehme und dem Meinigen nach einem entspannten Sonntagsfrühstück vorlege.
Da wäre zum Beispiel Fog, ein gutaussehender, breitschultriger Typ Marke "Holzfäller"...
Bild: http://tiennieknits.typepad.com/tiennie_knits/2008/01/the-fogthe-ski.html










aber der war ihm zu rustikal.
Mir ist das nur recht: endlose Rippen, der ganze Pulli ist gerippt! Rippenbündchen, schmale Rippen, breit gerippte Schulterpartie... Argh!

Dann war da Coverversion,  der ganz ähnlich aussieht aber interessantere Rippen hatte.
Gefiel ihm auch nicht.
Die Drop-Shoulders (wie heißt das denn auf Deutsch?) sind ihm zu kastenförmig.
Ich stimme wieder zu: etwas raffinierter darf die Passform schon sein: da der Meinige ja sehr schmal gebaut ist, können wir schlecht sitzende, zu große Pullover auch viel leichter im Kaufhaus besorgen...
(Und etwas stolz bin ich auch: wenn man die richtige Fragetechnik anwendet, hat der Meinige viel genauere Vorstellungen, als er mangels Fachvokabular auf Anhieb äußern kann. Und  für mich zahlt sich die maieutische Methode gerade aus - da weiß ich doch gleich wieder, wozu so ein paar Semester Philosophiestudium gut waren!)

Aber habt Ihr's auch gemerkt?
Ein Hinweis! Ein Hinweis! 
Ich gehe der Spur sofort nach und zeichne ihm skizzenartig die unterschiedlichen Ärmelformen auf: drop-sleeve (abgelehnt, s. o.), Raglan (abgelehnt ohne Begründung) --> bleiben ja nur eingesetzte Ärmel mit ordentlicher Ärmelrundung. Oder?
Schon letztes Jahr im Oktober hatte Tichiro einmal einige alte Anleitungen aus den 1940er Jahren zum Download eingestellt. Ich fand damals dieses Modell sehr schön...
"Heavy Sweater"
 ...und der Meinige hatte dagegen grundsätzlich auch nichts einzuwenden.
Besonders beeindruckt war er, glaube ich, allerdings von der Pfeife in der Hand des Jungen Mannes, denn Pfeife würde der Meinige auch gerne rauchen.
(Also, er tut es auch, aber (zum Glück) nicht in der Wohnung, und draußen ist es ihm zu ungemütlich/zu viel Arbeit das ganze Pfeifengedöns mitzuschleppen. ICH finde ja, er sollte einfach mit dem Rauchen aufhören -- wieviel Wolle man von dem ganzen verbrannten Geld kaufen könnte! :-D aber ich schweife ab...)

"Wie findest Du den Sattelschultern? Weißt du, was ich mit Sattelschultern meine?" -"Sattelschultern - du meinst, wie bei einem Bundeswehrpullover?" -"Ja, genau! Wie ein Bundeswehrpullover!" lobe ich, innerlich den Kopf schüttelnd, aber hey - wenn das den geplanten Borowski für ihn attraktiver macht... er soll den Pulli ja tragen...

Sattelschultern! 
Gesucht: ein dunkelblauer, grob gestrickter Rollkragenpullover mit SATTELSCHULTLERN und eingesetzten Ärmeln.
Wir pirschen uns an und kreisen ihn ein - ich kann Borowski schon rascheln hören im Gebüsch. Ich glaube, wir sind schon ganz dicht dran...

Dienstag, 8. Februar 2011

Borowski. Die Wolle.

Der Meinige möchte also einen Pullover.
Immer schön an der Arbeit beteiligen, sagen die Experten, damit der Mann rechtzeitig "nein" sagen kann, oder Wünsche äußern. Das ist wichtig, sonst gibt's Streit. Streit wäre wieder Pulloverfluch, und soll hier unbedingt vermieden werden.
Wir fangen bei der Wolle an -- er sollte doch, so denkt mein naives Ich, er sollte doch was zur Wolle sagen können.
Ein Besuch im Wolladen (müssen wir da rein?), mit unenthusiastischem hmmsen seinerseits belehrt mich eines Besseren.
Der Mann fühlt sich unwohl.
Der Mann will hier raus.
Der Mann kann sich die zu Knäueln gewickelten Fäden nicht als gestrickten Pullover vorstellen.
Wir verlassen den Laden.

Was tun?
Ich rekapituliere: dicke Wolle, dunkelblau. Soll jetzt auch nicht so wahnsinnig teuer werden.
Der Meinige, vorsichtig angesprochen, lehnt Kaschmir und Kaschmirgemische ab: er möchte einen groben Pullover, Kaschmir sei ihm dafür zu fein und zu leicht. Ich stimme zu und verschweige aus Gründen der Kostenkalkulation, dass es Kaschmirgarne auch als superbulky gibt.
Auf der Filati-Seite werden alle Lana Grossa Garne vorgestellt. Ich wähle die besonders dicken (empfohlene Nadelstärke 7+) und betrachte Farben und Preise. Nach einigem Hin-und Her und vorsichtigen Nachfragen sind noch zwei Garne im Rennen.

Kandidat 1: Die  Lana Grossa Mille II
ist ein 50-50 Gemisch aus Merinowolle und Acryl, dadurch maschinenwaschbar und mit einem klar definierten Maschenbild und weichem Griff. Normalerweise gucke ich mir solche Acrylgemische gar nicht an, aber  Miss Sophie hat gerade in ihrem Blog knittingspinnoff  einen fertigen OWL-Pullover aus Mille II vorgestellt und hat die Wolle zu ihrer neuen Lieblingswinterpulloverwolle erklärt.
Foto: MissSophieknits, leicht beschnitten von mir

Kandidat 2:  Lana Grossa Fauna
Eine schöne Ökowolle mit 30% Baby Alpaca - warm, ökologisch, und gerade im Sonderangebot, zudem ohne künstliche Kunstfasern. Dank Ravelry kann ich einen identischen Vergleichspullover (wiederum OWLS) in Fauna-Wolle vorweisen, sodass der Meinige sozusagen einen Direktvergleich hat. Der gezeigte Pullover ist von Nutzerin nina74, sie hat ihn "Detmold" getauft.
Foto: nina74
-- und nun mein Liebster, wer soll Dein Herzblatt sein?

Der Meinige entscheidet sich ganz klar für Mille II - etwas zu meiner Enttäuschung, muss ich gestehen, aber hey - er muss den Pulli tragen, und er hat ja in einer Sache recht: im Direktvergleich sieht die Fauna "fusseliger" aus. Das klare Maschinenbild der Mille II hat es ihm angetan.

Die Wollfrage ist geklärt!  Ich habe also 12 Knäuel Mille II (der Meinige ist ja eher schmal gebaut)  in "nachtblau" bestellt, dazu eine 7er Rundstricknadel beim Online-Shop www.wollbay.de, denn dort gibt es netterweise Mengenrabatt: ab 9 Knäuel gibts ein weiteres kostenlos dazu!
Es sieht so aus, als hätte ich ein Projekt!
Jetzt brauche ich nur noch ein Design, aber das kann ja so schwer nicht sein... *hust*

Freitag, 4. Februar 2011

Borowski, oder der Pulloverfluch. Eine Geschichte in mehreren Teilen.

Früher habe ich nie Tatort geguckt.
Meine Eltern hatten dieses sonntägliche Ritual einfach nicht. Im Studium beobachtete ich erstaunt, wie Freundinnen und Freunde sich zum gemeinsamen Tatort-Gucken verabredeten, aber selber sehen? Nö. Ab und an mal, zufällig, aber regelmäßig? Nö.

Erst der Meinige hat mich in die Feinheiten Deutscher Fernsehkultur eingeführt. Gleich das erste Date endete mit einem (grottenschlechten) Berliner Tatort. Ich war einigermaßen überrascht (so hatte ich mir das "kommst du noch mit rauf?" irgendwie nicht vorgestellt), aber hey. Whatever.
Dank moderner Unterhaltungelektronik haben wir uns kommissarweise in die Materie eingearbeitet. Zuerst - leichte Einstiegsdroge - die Münsteraner. Immer gut, auch wenn's Klamauk ist. Die neuen Stuttgarter - ok. Leipzig? Gruselig zum Teil - die sind wirklich immer sehr düster. Köln? Na gut.
Kiel - da sind wir uns einig - Kiel ist cool. Manchmal meldet sich der Meinige am Telefon mit einem Borowski-haften "Ich höre?". Und manchmal zeigt er aufgeregt auf den Bildschirm und sagt:
"So einen Pullover will ich auch haben!"

Bisher habe ich diesen Satz geflissentlich überhört. Man kennt das ja, die Sache mit dem Pullover-Fluch, der Beziehungen unweigerlich zerstört... Nun ist inzwischen unsere Beziehung gefestigt und legal sowie vor Gott und der Welt bestätigt. Und der Meinige erwähnte es schon wieder: er will einen Pullover wie Borowski! Zeit, die Aussage ernst zu nehmen...
Schritt eins: Ich trete in die Ravelry-Selbsthilfegruppe "Knitting for Men" ein.
Schritt zwei: Ich recherchiere Borowskis Kleidungsstil.

Natürlich kommt kein Borowski, wenn man ihn braucht. Die Borowskis, die ich sehen konnte, tragen Cordanzüge, Hemden und Schlipse, kleine graue V-Ausschnitt-Pullover (nein, nicht den! brummelt er, den kann man besser kaufen, und da gebe ich ihm recht) und Rollkragen...

(Ja! Rollkragen! ruft der Meinige)


Dieser Pulli soll es sein.
Leute, ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ICH kann hier NICHTS erkennen. Ich frage also vorsichtig nach. Nun ist es so, dass der Meinige sich zu Kleidungsstücken ungefähr so genau äußern kann wie ich zu Fahrzeugen - und auch ähnlich viel Gedanken daran verschwendet - aber immerhin kann ich folgende Wunschmerkmale erfahren:
Farbe: dunkelblau
Kragenform: Rollkragen, nicht zu eng, nicht zu weit
Muster: möglichst wenig.
Und dick soll er sein, aus ganz dicker, warmer Wolle.
Er wird diesen Pullover nicht  zur Arbeit ins Büro tragen, sondern plant ihn als Winter-Freizeit-Pullover, beispielsweise für winterliche Spaziergänge. Ok. Das ist doch schon einmal ein Anfang. Sieht so aus, als könnte ich ansonsten machen, was ich will.... mein erstes Design-Projekt!
Bei Ravelry habe ich schon einmal ein Projekt angelegt... das kann noch spannend werden!