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Sonntag, 1. März 2015

Wie groß ist wohl so ein Kind?

Kindergrößen lassen sich recht einfach herausfinden. Man fragt die Eltern.
Die Eltern sagen "123".
Ein Blick in gängige Größtentabellen lässt darauf schließen, dass es sich wahrscheinlich um die Körperlänge handelt.  Wenig überraschend (die Eltern sind beide sehr groß gewachsen) scheint der Junge groß zu sein für sein Alter, ist er doch gerade erst sieben geworden.

https://www.otto.de/shoppages/service/guidance/groessentabellen_kinder
Ich orientieren mich mal beim Otto-Versand, mit ihren Größen scheinen sie ja recht erfolgreich zu sein. Jetzt weiß ich nicht, ob ich mich an Brust-, Taillen-, oder Hüftumfang orientieren soll, aber da wir hier von einem kleinen Jungen sprechen, der sich viel bewegt, gehe ich von einer "normalen" Kinderform ohne große Kurven aus. Und schlage mal 12 cm Wachstum und ca. 2 Jahre drauf - damit komme ich auf einen Brustumfang von ungefähr 70 cm, der hoffentlich passen müsste...
Heißt für mich bei einer Maschenprobe von 27M für 10 cm 189 Maschen. Der Mustersatz muss durch 8 teilbar sein - also 192 Maschen. Einlaufen, Weite, weiteres Wachstum -- ach, machen wir doch gleich 200 Maschen. Das ist eine lustige Maschenzahl, mit der ich Prozente vielleicht auch im Kopf ausrechnen kann (hahaha. Spaß muss sein!).
Na, dann kann es ja jetzt losgehen!

Freitag, 27. Februar 2015

Maschenproben. (WIP: Hahnentritt)

Ein Neffenpullover soll es also werden, und inzwischen brauche ich nicht mehr den Rat von EZ, um eine Maschenprobe zu machen. Sogar ich lerne dazu, und ich brauche ja Zahlen für meine Maße...
Eine Maschenprobe musste also ohnehin her, dabei kann man auch gleich das Muster ausprobieren - aber aus welchem Garn?
Zufällig hatte Tichiro gerade zu der Zeit, als ich die erste Idee zu dem Pullover hatte, das fairalpaka SOCKS zum Garn der Woche erklärt. Und weil ich selbst so gute Erfahrungen mit meinen Alpaka-Sachen gemacht habe, das SOCKS aber versprach, dank der Poly-Beimischung nicht ganz so "flauschig", dafür "stabiler" zu sein, schien es mir jungstauglich zu sein. (Auf Flausch steht mein Neffe nicht, weich soll der Pullover aber sein. Und robust...)
Ein Blick auf die Farbkarte und eine kurze Bestellung später, und es trudelten 600g fairalpaka SOCKS Garn in Jeansblau und Grau bei mir ein. Daraus habe ich sehr systematisch die längste Maschenprobe meines Strickkarriere gefertigt -- ein langer "Strumpf" (denn ich will ja in Runden stricken) über 80 Maschen und kontinuierlich steigenden Nadelstärken...
So sah das aus:


 Und, ehrlich gesagt, mir gefiel keine davon. 
Schön fand ich die einfädig bzw doppelfädig gestrickten "Streifen" - aber für das eigentliche Hahnentrittmuster war ich nicht von der Fairalpaka überzeugt... Selbst der größere Rapport über 8 Maschen hatte nicht genug WUMMS, und in über 12 oder 16 Maschen zu ziehen... Ich weiß nicht.

Vielleicht doch ein anderes Garn?
Blau und grau....grau und blau... muss denn das grau unbedingt heller sein als das blau?
Die Reste der halbgeribbelten Timpani-Jacke (und der Rest der damals bestellten Konenwolle) ist ein wunderschönes graustichiges Hellblau... das sind noch 350 g Wolle... könnte reichen. Vielleicht im Kontrast mit einem dunklen Grau?
Da ist doch noch ein Rest von der fast-schwarzen Konenwolle, die ich für Audrey und Turn-a-Leaf und Pocahontas verwendet habe... Das könnte man immerhin mal ausprobieren, obwohl ich den Verdacht habe, dass sie etwas dünner ist als die sechsfädige hellblaue Avantgarde...
Und in der Tat - sie ist etwas zu dünn, so wie normale Sockenwolle im Vergleich zu "Sport"... dadurch versinken die schwarzen Musterteile im voluminöseren Hellblau, was unerwartete und unerwünschte Struktur erzeugt... Nun hatte ich von meiner Lieblings-Standard-Wolle (Cool Wool) noch zweieinhalb anthrazitgraue Knäuele im Haus (Farbe 444) - und siehe da! Das gefällt mir gut! Nadelstärke 5 passt auch - damit kann ich arbeiten!


Die Maschenprobe ist etwas knapp, weil ich nach 16 Runden (zwei Mustersätzen) endlich mit dem Projekt anfangen wollte, aber entspricht ungefähr 27Mx40R - genauer brauche ich es nicht für ein Kind im Wachstum, denn der Pullover soll dieses Jahr ohnehin noch zu groß sein. Und die Länge kann ich ja dann beim Stricken adaptieren. Beide Garne laufen erfahrungsgemäß nur wenig ein.
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie groß das Kind heute ist, und erraten, wie groß er möglicherweise Weihnachten sein wird... Spekulation! Und dann kann ich rechnen.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Swatching.

Noch immer bin ich nicht so ganz hundertprozentig sicher, wohin die Reise bei den angeschlagenen bzw. noch anzuschlagenden Projekten gehen wird, bin ich dank Eurer Kommentare bzw E-Mails (ich weiß wirklich nicht was das ist, dass Ihr hier nicht mehr kommentieren könnt. Und ich habe leider grad so irrsinnig wenig Zeit, es einmal in Ruhe herauszufinden - sorry! Aber die E-Mails kommen an!)
und ja, auch dank der guten alten gelben Post ein ganzes Stück weitergekommen.

Da wäre zum einen die fliederfarbene Jacke.
Die Farbe entspricht übrigens tatsächlich genau unserem gerade erblühtem Fliederbusch. So hübsch!

Sie wird definitiv einen V-Ausschnitt haben. Alle Säume und Blenden doppelt mit Mausezahn, sonst glatt rechts mit einer langsamen Häufung von lustigen Löchlein im Schulterbereich.
Tine empfahl solche Löchlein, aber man kann ja auch alles übertreiben... ;-) (Die Sommer-Flieder Jacke ist natürlich ein Traum, aber etwas sportlicher als ich mir das gerade vorstelle...) Dennoch: Die Richtung stimmt, etwas kleiner müssten die Rauten aber sein. Etwa so, vielleicht.
Unten die von Tine vorgeschlagenen Rauten, oben die kleinere Version, die mir besser gefällt.

Jetzt fehlt nur noch eine vernünftige Maschenprobe. Diesmal soll es nicht an der Größe scheitern, ich opfere ein ganzes Knäuel dafür - ich probiere außerdem noch mit der Nadelstärke herum.

unten Nadelstärke US 6/4mm, mittig US 5/3,75mm, oben US 4/3,5 mm
Ach, manchmal wünsche ich mir jemanden neben mir, der mir da raten kann, denn ich bin noch immer unsicher, welche Textur ich denn nun haben möchte. Wenn es zu fest ist, befürchte ich die haarige Weichheit des Alpaka zu ersticken. Ist es zu schlabbrig, wird die Jacke leiern, zumal sie ja ein gewisses Eigengewicht entwickeln wird. Und  ich weiß einfach gar nicht, wie sich Alpaka verstrickt verhält, ich kenne bisher nur Merino.
Aber Alpaka ist eben auch deutlich leichter als Merino. Und für das Lace-Muster ganz unten war die große Nadelstärke ganz richtig, aber für glatt rechts war mir das zu--- hrmpf. Ach menno. Ich weiß auch nicht.
 Und im Endeffekt sehe ich ohnehin fast keinen Unterschied, dabei hatte ich die Maschenprobe extra gegen die frisch geputzte Fensterscheibe geklebt, um die Dichte etwas besser beurteilen zu können... (ich sollte das noch einmal wiederholen, wenn ich a) das ganze Knäuel verstrickt habe und b) den Swatch gewaschen habe. Besser ist.)

In der Zwischenzeit stricke ich immer noch am 2. Sherlock-Socken herum.Ich nähere mich auch einem Ende. Zeit wird's!

Und außerdem hat mir Martine eine ihrer berühmten Maschenproben geschickt, als Vorschlag für das Mittelteil meines Bonbon-Rosenschals. (Danke nochmals!) Das Tweedgarn hat zwar eine ganz andere Optik, aber von der Anleitung her wäre ich überhaupt nie auf das Muster gestoßen - Bulky, und Zöpfe, das schien mir wahnsinnig rustikal. Aber siehe da:
so sieht das ja schon eher so aus, als ob das gehen könnte. Zumindest so ähnlich, denn man müsste die Maschensätze noch ein bisschen angleichen. Das Anti-Macassar-Rosenblattmuster hat ja einen Rapport von 17 plus 4, das Luge-Muster mit den 3/3-Zöpfen hat einen Rapport von 11 -- also, da muss ich noch ein bißchen spielen, dass die Lochstreifen sich weiterziehen und die Rosenstreifen in die Zöpfe übergehen... Ick happ da schon ne Idee!
Aber das dauert alles noch. Hat alles Zeit.
Jetzt: Socken fertig machen. Maschenprobe für Fliederjacke fertig machen. Anleitung für die Fliederjacke fertig machen - ich denke, hier wird CustomFit noch einmal zum Einsatz kommen.
Kann sich nur noch um Jahre handeln.
Hier geht's nämlich seit gestern noch drunterer und drüberer als ohnehin gedacht. Wie sagt Loriot? Immer ist irgendwas!

Montag, 21. April 2014

Jetzt also endlich: Fazit - CustomFit Stoker Pullover.

Nach zwei Monaten Leben im Sehr Sehr Grünen Pullover reiche ich Euch jetzt doch noch das Fazit ein. Immerhin kann ich dank der Verzögerung eine wirklich qualifizierte Aussage über den Tragekomfort sagen. Und natürlich über CustomFit, die Website, die "maßgeschneiderte" Strickanleitungen fabriziert.
Fangen wir da doch gleich an. Fazit heute zu den drei Punkten Anleitung, Wolle, Tragekomfort.
1) Anleitung: CustomFit.Makewearlove.com. Ich finde die Website super. Zum einen natürlich, weil mir der körperpositive Ansatz gefällt. Es ist einfach wahnsinnig erfrischend, sich endlich einmal nicht für irgendein imaginäres oder tatsächlich vorhandenes Speckröllchen beschämen zu lassen, sondern die Aussage zu hören: Du bist in Ordnung. Dein Körper ist in Ordnung. Und jetzt machen wir einen Pullover/Strickjacke (sweater), der zu diesem völlig in Ordnung seienden Körper passt. Und nicht umgekehrt.
Ich fand es auch gut, richtig und wichtig, zur Umsetzung dieser erfrischenden Einstellung den Auftrag zu erhalten, diesem meinem Körper sozusagen einmal richtig in die Augen zu schauen - also ihn genau auszumessen. Einer der Gründe für viele schlecht sitzende Kleidungsstücke ist ja nun einmal, dass man sich selbst in die Tasche lügt bezüglich des eigenen Brust-/Bauch-/Hüftumfangs. Und die Website lässt einen mit dieser schwierigen, vielleicht auch unangenehmen Aufgabe nicht allein.
Die Erstellung des Musters ist ebenfalls intuitiv und einfach, auch wenn man sich (im Moment noch) auf eher "normale" und klassische Entwürfe beschränken muss. Aber so sehen meine Pullover ohnehin aus, insofern passt das schon, kein Nachteil für mich. Es entsteht in wenigen Minuten eine mehrseitige, hübsch ausführliche Anleitung mit Schemazeichnungen, die man nun (theoretisch) einfach nur noch der Reihe nach abarbeiten muss. Dankenswerterweise beschränkt sich der Text dabei nicht nur auf Reihenangaben (x Maschen anschlagen und x Reihen stricken), sondern nennt auch ergänzende Maßzahlen (nach x Reihen/ y Zentimetern), sodass man überprüfen kann, ob man noch halbwegs richtig liegt. Hier lag meine Crux bei meinem Ersten Versuch: meine Maschenprobe (gauge) wich beim Stricken extrem von meiner für die Erstellung der Anleitung gestrickte Maschenprobe ab. So extrem, dass ich beim Zweiten Anlauf aus dem wieder aufgeribbelten Vorder-und Rückenteil ein neues Vorderteil, Rückenteil und einen ganzen Ärmel stricken konnte. Dafür kann aber natürlich CustomFit nichts, wenn ich einen zu kleinen Swatch eingebe und dann später davon abweiche.
Da die tatsächliche Paßform aber vollständig vom Swatch abhängt, fand ich es extrem doof, dass auch mein zweiter "Swatch", der aus den bis dato verstrickten 12 Knäueln Pullover-Erstversuch bestand, nicht zuverlässig war. Das kann auch an der Wolle liegen -dazu gleich- aber ich habe dann einfach mehrfach nachgemessen und so zumindest die Längenmaße auf das "vorgeschriebene" Niveau gebracht. Wofür hat man ein Maßband? Und die Länge ist perfekt! Nie mehr  zuppeln!
Für die Breitenmaße ist das natürlich nicht ganz so einfach. Ich habe daher leider den Eindruck, dass meine "Abnäher" vor allem vorne nicht richtig sitzen. (Dennoch: die Weite ist mein Fehler, weil gauge-Fehler...)
Außerdem konnte die Software nicht mit meinem Design-Extrawunsch umgehen. "Stoker" hat nämlich eigentlich 3/4-Ärmel - weiß der Geier, wer das praktisch findet. Wenn es so kalt ist, dass ich einen warmen Rollkragenpullover anziehe, dann will ich auch lange Ärmel. Aber ich wollte das Rippenbündchen bis zum Ellbogen hochziehen, und das habe ich auch der Software gesagt. Mit dem Ergebnis, dass alle Ärmelabnahmen in dem Stück zwischen Ellbogen und Achselhöhle passieren, was etwas merkwürdig aussieht (wenn man genau hinsieht und sich dafür interessiert. Was niemand tut. Außer mir natürlich). Besser wäre es sicher gewesen, die Abnahmen einfach bis ins Rippenbündchen fortzuführen. Aber egal - jammern auf hohem Niveau. Mir gefällt es trotzdem.
Auch den großen Kragen finde ich super - nach dem ersten Waschen fiel er dann auch endlich schön weich und weit. Möglicherweise hätte ich aber noch lockerer abketten müssen , denn er schlägt sich sozusagen immer nach unten-innen um. (Auch dies kein Software-Problem. Man muss schon noch selber ordentlich stricken!*seufz*)
Alles in allem also: ja, ich würde es wieder tun. Es war sehr angenehm, nie umrechnen zu müssen (nur ab und zu mal nachmessen). Noch nie habe ich in nur 17 Tagen einen Pullover gestrickt. (Hatte aber natürlich auch ungewöhnlich viel Zeit dafür...) Wer selber rechnen kann, müsste das Geld für die Anleitung natürlich nicht ausgeben, aber gerade für die Feinheiten - Platzierung der Abnäher, Beginn Ausschnitt und Armlöcher - fand ich es hilfreich, in eine Anleitung zu gucken. Wenn man dann ein bißchen mehr Erfahrung gesammelt hat, geht es vielleicht irgendwann auch ohne, aber so viel und so schnell stricke ich dann eben doch nicht, dass ich diese Erfahrung schon hätte.
2) Wolle: Wolle Rödel Soft-Merino in supergrün. 
Die Farbe ist immer noch super.
Ansonsten muss ich leider sagen, nach 8 Wochen Dauereinsatz und Leben in diesem Pullover, dass ich nicht zufrieden damit bin, wie schnell sie dann doch anfängt zu pillen und zu leiern. Okay, okay, ich habe eine große Größe gestrickt, und mit 17 Knäuel Wolleinsatz wiegt so ein Pullover dann eben auch, äh, 850 g. Dieses Gewicht zieht nach unten. Aber er leiert. Und pillt. Und ich ärgere mich ein wenig, dass ich nicht ein paar Euro mehr investiert habe für einen Pullover, der meiner Dauerbelastung besser standhält. Wer jetzt sagt, ich hätte fester stricken müssen - ich stimme dem zu. Deshalb hatte ich mich schon von der Banderole gelöst, und statt 4-5mm Nadeln mit 3,75mm Nadeln gestrickt. Vielleicht hat auch das Stricken-Ribbeln-Neustricken dem Faden nicht gut getan. Aber alles in allem bestätigt es mich doch darin, wenn schon nicht zum "Yarnie" zu werden, dann doch künftig lieber mehr Geld für die Wollqualität auszugeben. Wenn ich die denn erkennen kann.
3) Tragekomfort.
Ich sagte es schon: die letzten acht Wochen habe ich in diesem Pullover gelebt. Ich habe ihn eigentlich nur ausgezogen, um ihn zu waschen. (Dadurch bekommt er auch kurzzeitig etwas mehr Form zurück.) Oder zum Schlafen. Zweimal war es zu warm für ihn. Ich  liebe seine Länge, seine Farbe, seinen Stil. Ich liebe diesen Pullover. Ich bin - abgesehen von den o.g. Vorbehalten gegenüber der Wolle - sehr sehr zufrieden damit.


Die harten Fakten:
Stoker Pullover by Caro Sheridan mit Unterstützung von CustomFit


angefangen: 1. Februar 2014
fertiggestellt: 17. Februar 2014


verbraucht:: 17 Knäuel=850g. 
Größe/Maße: meine
Nadeln: Chiaogoo RedTwist 3,75mm Rundstricknadel
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 68 Euro für die Wolle, 10$ für die Anleitung. Passt schon.

Und der Ravelry-Projekt-Link mit allen Einstellungen für CustomFit.

Mittwoch, 29. Januar 2014

WIP: Stoker Zwischenstand.

Es ist amtlich: Der Pullover ist ein Kleid. Die Armausschnitte sind zu gross. Das wird so nichts.
Offensichtlich hat die Maschenprobe, die doofe Kuh, mich belogen.
Wieder einmal.
Die CustomFit-"Elfen" sind freundlich und hilfsbereit und verlangen neue Zahlen. Mit 12 Knäulen dürfte die Maschenprobe diesmal aussagekräftiger sein.
Wir nerken uns: 1 Knäuel sollte man schon investieren...

Ich rechne damit, das ich von CF auf Basis der neuen Zahlen eine neu berechnete Anleitung erhalte. Wir werden sehen. Voraussichtlich muss ich dann trennen, ribbeln, neu anfangen. Dem kann ich grad noch nicht ins Auge sehen und daher ein tröstliches one-size-fits-nobody Zwischenprojekt angefangen.
Stoker hat solange Hausarrest.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Weihnachtswolle. FO: Zapperlapp Mütze und Schal (Teil 1 von 2)

Auch das Patenkind kann mit seinen knapp 2 Jahren noch nicht Lesen oder Internetten. Und wer hat schon an Heiligabend Zeit, sich im Internet herumzutreiben? In zwei Stunden spätestens hat es sich mit der Geheimhaltung ohnehin erledigt. Zeige ich Euch also, was das Patenkind bekommt.
Das Patenkind bekommt, so erfuhr ich rechtzeitig irgendwann Anfang November, eine Puppe. Und es wäre schön, wenn Patenkind und Puppe jeweils einen Mütze und einen Schal bekommen könnten. Natürlich aufeinander abgestimmt und zueinander passend, das versteht sich von selbst. Farben seien egal, rot aber in Ordnung (kein Rosa-Zwang hier), und da ich noch mehrere Kilometer feiner roter Wolle im Regal stehen hatte, fiel die Entscheidung nicht schwer: Doppelfädig sollte das warm genug sein und schnell genug gehen.

Schwer fiel mir allerdings das Anschlagen, nicht so sehr, weil ich diese Fähigkeit so plötzlich verlernt hatte, sondern weil mir die erforderlichen Maße fehlten - diese wurden erst Anfang Dezember nachgereicht, als der Vor-Weihnachten-muss-alles(TM)-fertig-sein-Bürostress auf einmal gewaltige Formen annahm, mir auffiel, dass ich mit den Konen nicht würde reisen können und nur noch zwei Wochenenden zur Verfügung standen und außerdem die benötigten 3,75mm Nadeln sich schier unauffindbar im 4mm-Fach des total tollen, übersichtlichen Etuis versteckt hatten. AAAAAAAAARGH.
Zum Glück setzte irgendwann der logische Verstand wieder ein, die Nadelspitzen fanden sich (fast) da, wo sie hingehörten, und die Mütze für die Puppe (Kopfumfang 36cm) nahm schnell Form an. In diesem Fall eine einfache, fast quadratische Kastenform.
Obwohl eine fertige Mütze von Elizabeth Zimmermann als "Swatch", also Maschenprobe gilt, gelang es mir mal wieder nicht, die korrekte Maschenanzahl für die ebenfalls benötigte Kindermütze hochzurechnen. *Sigh*. Zum Glück hatte ich das Muster "Ninja Cat Hat" nur als lose Orientierungshilfe angenommen, und die Maschen in bewährter Manier mit 3,75mm Rundstricknadeln und Türkischem Anschlag zum Stricken von oben nach unten angeschlagen.So konnte ich einfach mitten in der Mütze so viele Maschen abnehmen, bis der gewünschte Kinderkopfumfang (49 cm) erreicht war. Fürs Kind habe ich das rechts-links Bündchen allerdings doppelt dick und warm gemacht, das heißt, nach 10 Runden eine Runde links für den Knick, weitere 10 Runden in Rippen und dann festnähen (sewn-bind-off).

Die eher schlichte Mütze gewinnt enorm durch weiße Troddeln an den Kanten! Man kann aber natürlich auch die Ecken -wie in der Anleitung vorgeschlagen- Katzenohrenförmig dreieckig abnähen... war mir aber ein bisschen zu gewollt.
Aber so? Gefällt mir das sehr gut!
Hoffentlich passen die Mützen auch...
Die harten Fakten:
lose basierend auf Ninja Cat Hat von Cheryl Fisher
Puppe: 36cm Kopfumfang - 2x38=76M
Kind:49 cm Kopfumfang - 2x54-16=92M
von oben nach unten, extra Troddeln in Kontrastfarbe
angefangen: 07.12.2013
fertiggestellt: 13.12.2013
Rest Garnstudio DROPS Karisma Superwash in weiß für Troddeln 
verbraucht:: keine Ahnung -  ohne Wiegen gleich ins Päckchen...
Größe/Maße: s.o.
Nadeln: 3,75 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: keine Ahnung. Stashmaterial
Und der Ravelry-Projekt-Link.

Montag, 9. Dezember 2013

CustomFit Dilemma. Still swatching...

Das Tolle an CustomFit ist ja, dass man genau den Pullover stricken kann, den man sich schon immer vorgestellt hat.
Das Problem dabei ist natürlich, dass man
1. sehr genau wissen muss, was man sich wünscht
und
2. das technische Wissen haben muss, die Vorstellung umzusetzen.

Problem 1 ist schwierig genug, aber ich habe meine Vorstellung ja schon ziemlich eingegrenzt.

a) grün
b) lange Ärmel, lockerer aber körperbetonter Sitz (also nicht kastig sondern mit leichter Taillierung und eingesetzten Ärmeln. Das sind hier nicht die 1980ger)
c) weiter, halsferner Cowl-Rollkragen
d) tiefes Rippenbündchen an den Ärmeln. Also bis zum Ellbogen ungefähr.
Mustertechnisch soll es eigentlich relativ schlicht bleiben.
Nur an der Vorderseite in der Mitte möchte ich einen einzelnen, ganz dicken, weichen Zopf. Mindestens 10 über 10 Maschen breit, und auch nicht irgendein Zopfmuster, sondern ein sogenanntes oxo-Muster - auch "hugs and kisses" genannt, weil die "o" im angloamerikanischen Kürzelsystem für Umarmungen, die "x" für Küsse stehen. Das kommt sogar noch aus der Zeit, als man noch echte Briefe schrieb, und ich hätte gerne -nein: ich brauche- einen Kuschelpullover ganz im Zeichen von "portable love". In Grün. Ich erwähnte das Grün schon.

So weit so gut.
Leider habe ich keine Ahnung, wie ich diesen dicken Zopf hinbekommen soll (außer mit sehr viel dickerer Wolle.): Klassisches Verzopfen bei dieser Maschenzahl ist zwar möglich, verzieht den Pullover aber so stark, dass man das Muster gar nicht erkennen könnte. Mogeln, und die zu verzopfenden Maschen heimlich auf der falschen Seite nacheinander länger stricken führt zu enormen Löchern im Pullover. Der Vorschlag einer Kollegin, statt Zöpfen Ixe und Uus aus linken und rechten Ab-bzw. Zunahmen zu basteln funktioniert auch nicht - das Gestrick beult durch die Richtungswechsel aus.
Mein Problem liegt also im Bereich 2: technisches Wissen.

Und jetzt?
So weit kann ich nur sagen, dass ich gefühlte 15 Musterswatche gemacht und (unfotografiert) wieder aufgeribbelt habe. Die Wolle verträgt das Ribbeln und Neustricken erfreulich gut.
Hat noch jemand einen Vorschlag?
Oder muss ich mir etwas anderes überlegen?

Samstag, 16. November 2013

CustomFit. Messen und Maße.

Unabhängig davon, was man nun entscheidet, wie der gewünschte Pullover sitzen soll - eng oder weit, körperbetont oder locker-bequem - damit man die richtige Maschenzahl anschlagen kann - damit die CustomFit-Software ausrechnen kann, was die für mich richtige Maschenzahl ist - müssen wir die Software füttern.
Vor dem Stricken steht also das Messen - und zwar nicht nur die Maschenprobe, sondern vor allem erst einmal die eigenen Körpermaße.
Amy hat dazu in ihrem eigenen youtube-Kanal allerlei lustige Videos gepostet, die auch außerhalb ihrer Software-Website, also auch schon OHNE account, genau und erfreulich körperpositiv erklären, wie man sich selbst ausmisst. (Kann man ja immer mal brauchen.)

["körperpositiv" ist eine etwas hölzerne Übersetzung des englischen "body positive", was vor allen Dingen erst einmal heißt: Dein Körper ist so in Ordnung wie er ist. Und wenn die Kleidung nicht passt, ist nicht Dein Körper "schuld", sondern die Kleidung ist eben nicht auf Deinen Körper zugeschnitten- was ich bei einem selbst zu strickenden (oder nähenden) Kleidungsstück ja recht einfach ändern kann. Konfektionsgrößen, nur so zur Erinnerung, sind ja eine recht neumodische Erfindung. Noch vor wenigen Jahrzehnten war es völlig normal, bei Kleidung die Maße der Kleidungsträger zugrunde zu legen, und nicht eine erfundene industrielle Durchschnittsnorm.]

Beim Ausmessen ist es wichtig zu beachten, dass die Software zur Zeit noch keine "normalen" Zentimeter-Maße zugrunde legt, sondern in inch arbeitet. Glücklicherweise habe ich mir vor kurzem beim schwedischen Möbelhaus günstige Maßbänder gekauft, die beides können - jetzt muss ich nur noch die Striche zwischen den vollen inch-Angaben in Dezimalzahlen umrechnen. Leider erfährt man auf Amy's Software-Website die Rechenhilfe erst später, aber die Software hätte gerne auch noch die dritte Nachkomma stelle, also so:
  • 1/8'' = .125
  • 1/4'' = .25
  • 3/8'' = .375
  • 1/2'' = .5
  • 5/8'' = .625
  • 3/4'' = .75
  • 7/8'' = .875
Und natürlich kein Komma, sondern einen Punkt, weil das in Nordamerika offenbar so üblich ist.

Spätestens jetzt braucht man den Account auf der CustomFit-Website.
Unter http://customfit.makewearlove.com kann man sich registrieren. Viel Info wird dabei nicht verlangt - man braucht einen frei-wählbaren Login-Namen und ein Passwort. Der Name kann selbstverständlich ein Pseudonym sein - ich bin dort wie bei ravelry als Projektmanagerin registriert.
Ist man solchermaßen mit einem Konto ausgestattet, kann man seine Körpermaße eingeben- und nicht nur die eigenen - ich glaube, man kann bis zu 10 verschieden Profile anlegen. Interessant für Leute mit stark wechselnden Figuren oder aber solche, die auch andere Menschen bestricken wollen. Jedes Profil kann individuell benamst werden.
Mein Profil hat kein Foto, aber das Datum dabei. Wer weiß, ob ich weiter zu-oder auch wieder abnehme...
Als nächstes geht es ans Ausmessen der Wolle.
Jeder "Swatch"/jede Maschenprobe bekommt auch ein Profil. Dabei ist es völlig unerheblich, was die Vorgaben auf der Banderole sind - man strickt eine möglichst große Maschenprobe in glatt rechts oder dem gewünschten Muster aus der gewünschten Wolle in der gewünschten Festigkeit/Lockerheit. Im Zweifel strickt man so lange Maschenproben in verschiedenen Nadelstärken (und wäscht diese etc), bis einem das Maschenbild gefällt.
Für mich war es nicht ganz einfach, mich auf eine Nadelstärke festzulegen - im Endeffekt habe ich mich aber doch für die etwas festere Probe mit der etwas kleineren Nadelstärke entschieden - Merino neigt zum Ausleiern und Pillen, beides kann mit festerem Maschenbild etwas kontrolliert werden.

Dann kommt das schönste: statt halbe und viertel Maschen auf x Zentimeter zu zählen, markiert man einfach die "aussagekräftigste Stelle im Gestrick - wo die Maschen nicht vom Rand oder den Nadelstärken-YarnOver-Markierungen verzerrt sind - und misst die Zentimeter bzw. inch auf ganze Maschen und Reihen - auf dem Lineal sind nämlich schon Unterteilungen!
Zuguterletzt gibt man die Maße in sein Swatch-Profil ein, füttert die Banderolen-Maße zur Lauflänge dazu, und kann auch noch Größe und Gewicht des Gesamtswatches eingeben.
Auch die verwendete Stricknadel kann man angeben - also nicht nur eine Nadelstärke aus dem Dropdown-Menü, sondern persönliche Spezifika wie "gelbe Lieblingsnadel" oder "Holz" etc. Irgendwann soll es auch möglich sein, verschiedene Mustersätze für ein und den selben Pullover zu verwenden - z. B. Ärmel mit Zopf - aber bisher kann die Software das noch nicht. Trotzdem spiele ich mit einem klassischen hugs-and-kisses Zopf herum, den ich irgendwo auf dem Pullover unterbringen möchte. Wie genau, weiß ich noch nicht. Ich möchte es eigentlich XXL-mäßig, bin aber unsicher, wie man einen extragroßen, vielmaschigen, weichfallenden Zopf gestaltet. So wie hier links im Bild jedenfalls nicht.
Aber sobald ich das herausgefunden habe, könnte ich eigentlich loslegen, und mir meine eigene, ganz persönliche Anleitung zusammenbasteln.
Kann sich nur noch um Wochen handeln.
Bis dahin gibt's ja auch noch Socken...


Mittwoch, 4. September 2013

WIP: Redingote

"Call me Ishmael" gilt als einer der besten ersten Sätze überhaupt.  Nun handelt Moby Dick von selbstzerstörerischer Leidenschaft und der Jagd nach dem Unerreichbaren -- dazu mag ich mich denn doch (noch) nicht versteigen.
Dennoch: Call me Penelope.
Denn wie Odysseus treue Frau Nacht für Nacht das Tagwerk am Webstuhl, ungeachtet handwerklicher Meisterschaft, wieder aufribbelte, so ribbele und trenne auch ich.
Immerhin trenne ich nicht mehr die Lopijacke.
Ich ribbele jetzt Socken (zu eng), und Kinderjacken

(zu soll-das-so, zu meh, zu klein, und heute abend: die Zunahmen sollten entlang der SEITENNAHT platziert werden!
Menno!
Na, muss ja erst zu Ende November fertig werden...

Samstag, 27. April 2013

Frühling lässt sein blaues Garn...

...aus dem Laden direkt in meinen Stash wandern.
Wirklich!
Ich konnte überhaupt nichts dafür - die Sonne schien, und ich hatte mich vor einigen Tagen mit einer Kollegin über die Verdienste isländischer Lopi-Wolle unterhalten. Selbige ist ja viel gerühmt und wird auch schon lange in den unterschiedlichen Blogs besungen (hier oder hier oder hier), sodass ich schon länger neugierig war.
Und dann schien die Sonne, und ich war in der Stadt, saß in einem Café und trank die dortige neueste "Kaffeespezialität" (Kondensmilch!!!, Espresso, Milchschaum) und gegenüber war ein Wollgeschäft.
Weil eine Wolke vorbeizog, der Kaffee ausgetrunken war und der Laden gerade für das Nachmittagsgeschäft öffnete, bin ich hinein.
Und trat kurz darauf mit 18 Knäueln (900g) Létt-Lopi wieder vor die Tür.
16xAqua
2xPetrol

Kurzum, es schien die Sonne.
Der Frühling liegt in der Luft - und mit ihm der Gedanke an blaue Bänder...
Und ich stricke offenbar eine sehr warme Jacke.
Es gibt einen Plan.
Es gibt sogar schon eine Maschenprobe.
Jetzt muss ich mich nur noch etwas zurückziehen, mit einem Bleistift, Block und eventuell Frau Zimmermann.
Das kann etwas dauern. 

Dienstag, 8. Januar 2013

WIP: Audrey in Mourning

Das Audrey-in-Unst Muster aus der TwistCollective macht wirklich Freude und geht erstaunlich flott von den Nadeln. Angesichts der vergleichsweise dünnen Wolle überrascht mich das, zumal schwarz nicht unbedingt die Farbe ist, die man bei den momentanen Lichtverhältnissen am besten stricken kann... Zum Glück hatte ich ja in den Weihnachtsferien viel Zeit...
Vielleicht liegt es aber auch an den kleinen Änderungen, die ich dem Muster zugemutet habe, und die mich wach rütteln kurz bevor endlose schwarze rechts-Runden mich ins Koma fallen lassen.
Hier ist der aktuelle Zwischenstand...
die weißen Linien markieren die offiziellen Randmaschen. Dazwischen wird gesteekt werden,
 ...und dies sind die (bisherigen) Modifikationen:
1. ich stricke in Runden und werde "steeken"
Nicht, weil ich so wahnsinnig gegen das hin-und herstricken wäre - "Audrey" ist nahtlos in Reihen konzipiert, wird erst mit den Ärmellöchern geteilt - sondern weil die verschränkten Linksmaschen des langen twisted-rib-Bündchens mich in den WAHNSINN getrieben hätten. Haben sie schon bei der Maschenprobe! Dann doch lieber in Runden, denn verschränkte Rechtsmaschen machen mir nichts aus. Und vorm Schneiden habe ich schon lange keine Angst mehr...Damit die Vorderen Blenden später gleichmäßig mit Steekschnittresten gepolstert werden, teile ich bei den Ärmeln in Vorderseite und Rückseite und stricke die Vorderseite weiterhin durchgehend, jedenfalls bis zum Halsausschnitt. Ab hier geht es dann getrennt weiter.

2. ich verlängere den Körper
denn mit einem "cropped cardigan" - vintage-look hin oder her - kann ich nichts anfangen. Das geht meines Erachtens nur bei Jacken, die zu Röcken mit hohem Bund oder taillierten Kleidern getragen werden, ich brauche aber etwas, das auch zu Hosen passt. 12 cm mehr müssen schon sein

3. ich mache die Hüfte 2 Nummern größer als ab Taille
denn erfahrungsgemäß macht das bei mir zwei Kleidergrößen Unterschied. Zum Glück gibt es eine detailierte Schnittzeichnung mit Maßen für alle Größen zur Orientierung. Ein Maßband bestätigt mich, zumal ich ja nach unten hin verlängere... Entsprechend nehme ich zur Taille hin deutlich mehr Maschen ab, bis ich auf meiner angepeilten Größe bin. Das gibt erschreckend viele Maschen am Anschlag/pro Runde, aber laut Maßzeichnung und Maßband ist das wohl richtig so. Angeblich. Im Zweifel soll die Jacke ja mit "negative ease" eher eng sitzen...
Durch die zusätzlichen Taillenabnahmen erreiche ich locker auch die erstrebte Verlängerung unterhalb der Taille.

4. ich passe die Größe des "Spitzen-Lätzchens" proportional der großen Größe an
Aufmerksames Studium zahlreicher fertiger "Audreys", v. a. in den größeren Größen, bei Ravelry macht schnell deutlich: 1. das "lace bib" wird laut Anleitung nicht skaliert 2. das sieht doof aus. Ich lasse es mitwachsen und zwar bis auf 9 (statt 7) der Wickelbündel, die das Muster ausmachen. Damit kommt man auf die gleiche Nähe zum Ärmel, wie bei der kleinsten Größe, mir gefällt das besser.
Im Nachhinein hätte man auch schon mit 6 (statt 4) Wickelbündeln anfangen können/sollen, aber hey. So ist es halt. die letzte Bündelreihe vor dem Halsausschnitt wird wieder eins zurückgefahren, hier also bis 8 (statt 6).

So weit so gut.
Leider ist mir erst bei den Halsausschnittabnahmen aufgefallen, dass ich pro Seite (vorne/hinten) 8 Maschen zuwenig habe, also insgesamt 16 Maschen. Außerdem ist mein Rundstricken fester als mein Hin-und-Herstricken (wie  in der Maschenprobe), sodass ich jetzt 27 M statt 22 M auf 10 cm habe. Bei 275 M pro Runde (Ende Zunahmen nach Taille) sollte das eigentlich einen deutlichen Unterschied machen - auch wenn die Jacke eng sitzen soll. (Man könnte die fehlenden cm auch mal ausrechnen, im Moment habe ich dazu keine Lust. Ich muss gleich ins Bett.)
Kann mir jemand erklären, warum die Jacke dennoch eher noch zu weit sitzt (auf jeden Fall nicht zu eng, zum Glück!)?!?
Die Taille sitzt wo sie soll
Ich mein, ich freue mich ja, dass es trotzdem passt, aber was genau stimmt eigentlich mit meinem Maßband nicht?
falsche Seitennähte. Ich finds nicht zu eng. Das Rippenmuster dehnt sich kaum
Übrigens ebenfalls erfreulich: Die Wolle von der Hamburger Wollfabrik ist nicht nur gut abgelagert, sie ist auch unerschöpflich. Nach Fertigstellung des Vorderteils und fast des gesamten Rückenteils ist immer noch so viel auf den Konen (ich stricke doppelfädig und mit Nadelstärke 3)
noch halb voll!

... und dabei habe ich noch einmal zwei von den Konen! (und nochmal vier in rot...)
Mit dem Strickbild bin ich übrigens auch sehr zufrieden... Freu!
Nur Verreisen kann ich damit nicht.
Demnächst wird sich das Tempo also wohl wieder etwas verlangsamen. Schade, denn ich brauche die Jacke dringend...

Mittwoch, 19. Dezember 2012

FO und Fazit: Stulpen. Endlich warme Hände!

Wer viel Zeit am Schreibtisch verbringt, kennt vielleicht das Gefühl: nach einigen Stunden am Rechner werden die Finger kalt. Ob es am Altbau-Büro mit Nordausrichtung liegt oder an der niedrigen Raumtemperatur, ob an der Tatsache, dass Frauen immer kalte Extremitäten haben oder mir schlichtweg die Bewegung fehlt - die ersten drei Umstände kann ich nicht beeinflussen, den vierten nur bedingt - zumindest während der Arbeitszeit. Kurzum: ich habe eigentlich immer eisige Pfoten.
Schon sehr sehr lange habe ich vor, dem mittels Stulpen abzuhelfen, aber wer hat schon Zeit, für sich selbst etwas zu stricken? Und dann ist ja immer wieder Sommer...
Spätestens seit Lena vor einem Jahr diese Stulpen hier gestrickt hat war mir klar, was ich wollte: Susie Rogers' Reading Mitts (kostenlos bei Ravelry) sollten es sein! Besonders gut gefiel mir die kontrastweiße Picot-Spitzenkante am Handabschluss! Ein ideales Reiseprojekt für meine Pendelei, ich rechnete damit, pro Fahrt mindestens einen Stulpen zu schaffen (inklusive des fernsehfreien Abends in Anderswo) und innerhalb von zwei Wochen endlich das Problem der katen Pfoten am Arbeitsplatz gelöst zu haben.
Die perfekte Wolle hatte ich auch schon parat, jetzt galt es nur noch zu erraten, ob ich wohl Hände in Größe S, M oder L besitze... Ich tippte auf S, schlug die erforderliche Maschenanzahl an - und fand sie viel zu groß! Ribbeln, kleiner Anschlagen - natürlich zu eng. Ribbeln, Mittelwert wählen - grmpf. Jeder dieser Versuche führte zu weiteren Neustarts wegen unerwünschter Möbius-Verdrehungen beim Rundstricken. Dann doch S angeschlagen, fertig gestellt - und das Maschenbild sagt: überdehnt, negative ease. Du kannst sie tragen, aber schöner wären sie mit etwas mehr Weite. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAArgh.
(An dieser Stelle habe ich mich erstmal divesen anderen Projekten zugewandt, z. B. der Brünhide-Mütze für die Nichte. Lesen ist ja z. B. auch ein schönes Hobby.. Und kommt mir jetzt nicht mit Maschenproben -erstens hat das bei mir noch nie funktioniert, und zweitens gilt ein Handschuh bereits als Maschenprobe.)



Zwei linke Hände. Irgendwas ist ja immer.
 Naja. Die Stulpen sind jetzt fertig. Sie sitzen nicht perfekt, aber ich weiß jetzt, was ich tun müsste für perfekte Exemplare. Sobald mich diese hier zu sehr ärgern, werde ich sie ribbeln/ändern oder neu machen. Bis dahin werden sie erstmal getragen.

Es folgt - Tusch! -
Der "Tusch" besteht aus der Weihnachtsglocke. Handschuhbilder halt - immer dämlich.
 ... das offizielle Fazit:


Das Muster:
Es handelt sich um ein Handstulpenmuster mit Picot-Rändern, einer einfachen Spitzenborte und Daumenzwickeln. Jeder Stulpen passt an beide Hände.
Technik:
Eigentlich ein super-einfaches Muster. Die Schwierigkeiten, die ich damit hatte, sagen mehr über meinen momentanen Zustand (Konzentrationsschwäche, Ungeduld, Fahrigkeit) als über die Anleitung. Es geht glatt rechts in Runden (für mich wie immer: Zauberschlinge), für die Picot-Kanten gilt das gleiche Muster wie für die Spitzenborte und auch die besteht nur aus Umschlag-Zwei Zusammenstricken (im Falle der Spitzenborte natürlich ohne Umfalten). Vier Runden linke Maschen sind auch kein Hexenwerk, nicht einmal der Zwickel für die Daumen ist kompliziert, da die Zunahmemethode nicht festgelegt ist. Ich habe tiefergestochene rechte und linke Zunahmen gewählt. Die Picot-Kante könnte man mit einem provisorischem Anschlag zusammenstricken, angenehmer, da mit flacheren Nähten, ist es, die Kante festzunähen bzw. mit sewn bind-off zu versäubern.
Die Wolle:
Die Lang Yarns Merino Seta ist eine Mischung aus 70% Merino, 30% Seide - weich und fluffig und ganz wunderbar zu verstricken. Ein schönes Garn, von dem ich vor zwei Jahren einmal zwei Knäuele in beige im Ausverkauf zum Ausrobieren erstanden habe. Der weiße Kontrast ist aus der bewährten Merino Extrafein von Lana Grossa.
Änderungen:
Auf der Suche nach der richtigen Größe und dem perfekten Sitz habe ich einige Modifikationen gemacht, mit dem Ergebnis, dass keiner der beiden Stulpen perfekt sitzt... Natürlich muss ein Stulpen, den man beim Tippen am Rechner tragen will, eng sitzen und darf nicht schlabbern. Dennoch sollte das Maschenbild nicht völlig überdehnt sein. 
Für eine zweite Version würde ich folgende Änderungen zusammenführen: 
1. gut eng am Arm, zu weit an der Hand. grmpf
 Keine Abnahmen nach der ersten Picot-Kante - das ist mir zu schlabberig - sondern gleich mit der geringeren Maschenanzahl anfangen: (für mich, L=45 Maschen). Dafür am Fingerrand enger werden, dazu die erste Linksreihenrunde des zweiten Spitzenmusters nutzen, um jeweils die 6./7. Masche zusammenzustricken. 
2. gut eng an der Hand, zu weit am Arm. grmpf.
Die letzte Picot-Kante - den Teil nach der Wendereihe - zudem in einer kleineren Nadelstärke stricken. So schlabbert kein Rand über die Tasten. So wie es aussieht ist jeder meiner Stulpen entweder zu weit am Arm oder an der Hand. Jaja, ich jammere auf hohem Niveau - aber wenn ich nicht wenigstens den Anspruch habe, es richtig zu machen, kann ich es auch lassen.
Die harten Fakten:
Susie Rogers' Reading Mitts by Susie Rogers
angefangen: 19. November 2012
fertiggestellt: 14. Dezember 2012
Wolle: Lang Yarns MerinoSeta in beige und ein Rest Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein in weiß


verbraucht:: 40 g beige und einen Rest weiß. 
Nadeln: spitze Rundstricknadeln aus Metall in 3mm, sowie in 2,75 mm für den inneren Saum der letzten Picotkante
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: möglicherweise um die 3 Euro.Die Wolle war ein Angebot, den Preis habe ich nicht notiert.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

FO: Brünhild.

Die Nichte ist jetzt eins und möchte Opernstar werden.
Eine besondere Vorliebe scheint sie für Wagner zu hegen - jedenfalls fühlt sie sich bei dem ganz großen Drama genauso wohl wie mit dem ganz hohen C.
Im Sinne der frühkindlichen Förderung sehe ich mich als Tante natürlich in der Mitverantwortung.
Daher gibt es dieses Jahr zu Weihnachten eine neue Mütze.
Voilà:
ein echter Walkürenhelm!
Mit der Umsetzung dieses Musters gehen einige Irrungen und Wirrungen einher, die mit der eigentlichen Anleitung nichts zu tun haben. Allerdings geht besagte Anleitung von einer dickeren Wolle aus, so dass ich umrechnen musste. (Mehr muss ich wohl nicht sagen?) Auch hatte ich den Ehrgeiz, ganz aus dem Stash zu arbeiten, aber in Gelb/Gold hatte ich nur den Rest Schachenmeyer Bravo Acryl von der Hühnerproduktion.
Acryl aber wird desto bäh je länger ich stricke.
Version 1 mit Acryl
 Außerdem war mir die Farbe zu orange, das "Band" zu schmal und die Flügel waren total schlapp.
Version 1 von vorne
Daher bin ich nochmal los, um ein weiteres Knäuel Merinowolle in weniger grellem Gelb zu kaufen. Doppelt genommen bringt es einen glaubhaften Unterschied in der Textur von "Gold" und "Eisen" und ist außerdem an den Ohren schön warm.
Version 2 - noch ungeblockt
 Die Flügel allerdings stehen immer noch nicht...
Version 2
 ...da muss ich wohl weiter oben nochmal die Nähnadel ansetzen...
Und nun das Fazit:


Das Muster:
Die Mütze wird in der Runde gestrickt, dabei erfolgt ein Farbwechsel. Flügel werden seperat gestrickt und später angenäht.
Technik:
Der "goldene" Teil ist mit Perlmuster strukturiert und simuliert mit Noppen/Bobbles die Nieten, mit denen Gold und Eisen zusammengehalten werden. Noppen hatte ich noch nie gestrickt, aber erstens sind sie gut erklärt, und zweitens geht es noch einfacher, wenn man von links nach rechts zurückstricken kann. Kinderspiel!
Die Wolle:
Die Mütze besteht -mal wieder- aus der dünnen Cool Wool Merinowolle, von der ich einen großen Vorrat habe. Ursprünglich war auch Acryl im Spiel, aber das ist doof. Eigentlich verlangt die Anleitung nach einer dickeren Wolle (Worsted), aber erstens hatte ich die nicht, und zweitens wäre die dem Kind wahrscheinlich zu warm auf dem Kopf und so musste ich eben mal wieder umrechnen. Und dann ribbeln und neu machen, weil die Maschenprobe nie mit der Durchführung übereinstimmt.
Änderungen:
Neben der dünneren Wolle musste ich auch auf den größeren Kopfumfang der Nichte Rücksicht nehmen. Angeschlagen habe ich daher 96 Maschen, Hauptsache es bleibt durch acht teilbar. Um das goldene Band in ähnlichen Proportionen wie im Original zu haben, habe ich jeweils vier Reihen (statt zwei) im Perlmuster gestrickt, dafür die Noppen auf die Hälfte (alle 16M) reduziert. Aus dem gleichen Grund gehen die Flügel über 20M (statt 16), die "Schwungfeder" (vorletzte Rippe) habe ich etwas verlängert und erst nach vier Reihen abgekettelt. Außerdem habe ich den "Helm" über den Noppen in Segmente unterteilt, die mit Hebemaschen voneinander getrennt sind. Bei den Abnahmen werden diese Linien durch die doppelte Abnahme um eine zentrale Masche herum (wie heißt das bloß?) betont: zwei M wie zum rechtsstricken haben, 1 r stricken, abgehobene Maschen überziehen.
Also, ich finde das witzig. Mal was anderes als Öhrchen an der Mütze. Hoffentlich sehen die Empfänger das genauso...
Die harten Fakten:


angefangen: 30.November 2012
fertiggestellt: 7. Dezember 2012


verbraucht: 25 g grau, 48g gelb = 73g. 
Größe/Maße: Umfang ca. 50 cm
Nadeln: Rundstricknadeln Nr. 3 (grau) und Nr. 5 (gelb, doppelt gehalten).
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Luftballon zum Blocken
Kosten:ca. 10 Euro



Freitag, 30. November 2012

WIP: Balls up. Nummer zwei und drei.

Sonntag ist der erste Advent, und ich liege ganz gut in der Zeit: drei von sechs Kugeln sind bestrickt!
Kugel No. Zwo folgt einem der von General Hogbuffer vorgeschlagenen fair-isle Muster, allerdings habe ich das Maschenbild der ersten Kugel offenbar falsch eingeschätzt. (Typisch! Da macht man mal 'nen Swatch...)
Nummer 2
Jedenfalls wurde es mit 2,5er Rundstricknadeln doch arg eng. Zum Glück ist die Kugel aus Plastik, eine Glaskugel wäre mir beim Fertigstricken sicherlich zersprungen.

Mit Hilfe von etwas Wasser ging es dann aber doch, und so wurde die Kugel eben zeitgleich fertiggestrickt und geblockt.

Für No. Drei habe ich einen Norwergerstern "entworfen" und auf ein Nadelspiel Nr. 3 gewechselt. Viel besser!
Nummer 3
Mein Muster war  zwar drei Reihen zu hoch, aber ich habe bei den Abnahmen etwas geschummelt. Passt schon. Außerdem habe ich, um das doofe Loch unten zu vermeiden, einen Türkischen Anschlag gewählt, wie ich ihn von Fleegle's Version der Saartje Booties gelernt habe. Und weil meine Kugeln ja "echte" Baumkugeln enthalten, also bereits einen Aufhängestutzen haben, habe ich die letzten Maschen abgekettelt, statt den Faden durchzuziehen (oder eine I-Cord-Aufhängung zu stricken), das sitzt besser.
Bergfest!
Bis Weihnachten bekomme ich das hin!
Ich glaube, die nächsten mache ich weißgrundig...

Montag, 19. November 2012

WIP: Balls up. Nur noch sechs Wochen bis Weihnachten...

...und dieses Jahr verpasse ich es nicht, den neuesten Trend vom letzten Jahr mitzumachen!
Neulich bei Ikea eine Packung Christbaumkugeln aus Plastik mitgenommen - aber so nackig kommen die armen Dinger mir nicht an den Baum!
Zum Glück hat General Hogbuffer (ja, der mit den tollen Sockenmustern!) eine kostenlose Anleitung bei Ravelry eingestellt. Man muss also gar nicht die teure Anleitung für die original norwegischen Julekuler kaufen, Hurra!
Da mein zum Ring geschlossener Anschlag nicht so fest schließt, ist mein unten eben oben. Geht auch

Um zu sehen, ob ich mit meiner Maschenprobe hinkomme, besteht die erste Kugel nur aus einfachen Streifen.
jaja, die Fäden werden noch vernäht. Dies ist ein WIP!
Das mit den "jogless stripes" muss ich wohl nochmal üben, aber sonst: Schon ganz gut - kann man so lassen! Könnte aber auch enger sein.
Merke: für einfädige Muster geht das wahrscheinlich auch mit Nadeln #2, für zweifarbige Muster liege ich ganz gut mit #2,5 -- na dann! Auf, auf!
Sechs Kugeln habe ich noch... eine pro Woche sollte drin sein.

Und dann muss ich nur noch den Meinigen davon überzeugen, dass das eine ganz tolle Idee war. Er glaubt das nämlich noch nicht so ganz...

Montag, 23. April 2012

FO Ribbeck - oder doch nicht?

 Nach neun Monaten könnte man annehmen, Ribbeck sei nun fertig. Detailaufnahmen zeigen aber, dass das wohl leider nicht ganz stimmt...
 Ein hoher Ausschnitt an sich ist jetzt noch kein Problem, auch wenn das, ganz ehrlich , nicht so gedacht war.
 Man kann auch sehen, dass meine Befürchtung gestimmt hat - die Schulterschrägung war zu extrem und führt zu merkwürdigen Hubbeln.
Auch die Armausschnitte sind etwas zu eng.
Das läßt sich alles natürlich beheben. Einfach Blenden nochmal auftrennen, Steeks weiter schneiden, Blenden neu stricken.

Und dann jemanden finden, der Größe 36 trägt (und nicht 46, so wie ich).
Ja, ich höre Euch. Aber Ihr wisst ja alle, dass ich gemessen habe, und Maschenproben gemacht, und Zwischenanproben. Selbst wenn man gewisse Umstände außer acht ließe (wie die Tatsache, dass ich seit August zugenommen habe), hätte mir der Pullunder nicht gepasst.
Der modelnden Freundin jedenfalls würde Ribbeck wohl passen...:-)

Also: Rückspulen.Neu machen.Wäre ja schade drum.