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Dienstag, 14. Juni 2016

Bewährungsprobe: Malandry und Malicorne.

Dieser Blogpost wird der erste einer neuen Serie, die ich "Bewährungsprobe" nennen will. In dieser Reihe will ich nach einiger Zeit die Trage-Eigenschaften von Kleidungstücken und Garnen beschreiben, welche Schnitte oder Passformen sich bewährt haben oder was man ändern müsste, und wie sich die Garne beim Tragen oder nach dem Waschen verhalten.

Weil Junior anfangs ein schlechter Esser war und durch den Hunger wetterunabhängig ziemlich gefroren hat, war ich froh, genau ein rein-wollenes Outfit (wieder) im Hause zu haben: den Malandry Strampler und die passende Jacke Malicorne aus der Bouton d'Or. 
(Nachdem seine im November 2011 Cousine herausgewachsen war, kam es zurück zu uns und wartete hier recht lange auf seinen Einsatz. Wer hätte gedacht, dass ein Sommerkind soviel Wolle braucht?)
Zur Größe: Die Anleitung behauptet, für Kinder im Alter von 6-9 Monaten zu sein. Nun handelt es sich hier um eine französische Anleitung, die fallen meiner Erfahrung nach immer etwas klein aus.
Unser zwei Wochen alter Sohn jedenfalls konnte Strampler und Jacke tragen - etwas zu groß, aber komplett ertrunken ist er darin auch nicht.
Beim Strampler dachte ich immer, der Halsausschnitt sei viel zu groß, aber abgesehen davon, dass er ja noch hineinwachsen sollte, konnte man das kind auf diese Weise von oben in den Strampler hineingleiten (wurschteln) lassen, ohne einen einzigen Knopf öffnen zu müssen. Praktisch!
Zumal die KamSnaps die Bewährung sowohl an Jacke als auch am Strampler nur bedingt bestanden haben...

So geht das nicht: 
Die Druckknöpfe halten im Gestrick nicht sehr gut - da sie fest schließen, muss man einiges an Zug aufwenden, um sie zu öffnen, und dabei können sie durch die Maschen reißen und herausfallen.
So geht's: 
Als wir aufgepäppelt und wieder warm die Wollsachen nicht mehr brauchten, habe ich daher alle KamSnaps entfernt. Das geht recht einfach mit einer normalen Kneifzange.
Achtung: Danach sind die Knöpfe kaputt - es sollten also genug Ersatzknöpfe im Hause sein! (oder nachbestellt werden - ich habe mich dabei allerdings gar nicht mal absichtlich für die glänzende Farbvariante entschieden...)
Dann habe ich die Knopfblenden auf der linken Seite mit einem hübschen Web-Band verstärkt - einfach in der passenden Länge abschneiden und mit der Maschine mit kleinem Zick-Zack-Stich (oder von Hand) aufnähen.
Glücklicherweise hatte ich dank einer kürzlichen Bestellung von Überraschungstüten bei Micha's Stoffecke genug Bänder im Haus - und zwei davon passten farblich perfekt! Hurra!
Jetzt sind die Knopfleisten viel stabiler, leiern nicht und reißen hoffentlich auch nicht mehr aus. Und ein schickes "finishing detail" ist das Band allemal!
Voilà!
Alles wieder einsatzfähig für das nächste verfrorene Kind!

Dienstag, 20. Dezember 2011

FO und Fazit: Schlumpfine-Mütze. Mit Wechselblüte.

Die neue Nichte hat zwar, so wurde mir gesagt, viele Haare, aber auch eine Aversion gegen Mützen. Hilft aber nichts, es ist Winter. Wolle auf dem Kopf sollte daher -zusätzlich- vom Schaf kommen, in diesem Fall vom Merinoschaf, und nicht, wie in der ursprünglichen Anleitung vorgeschlagen, vom Alpaka-Lama.
Niedlich darf es auch ruhig sein. Gucken wir mal, ob uns das gelungen ist. Die resultierte Mütze sieht jedenfalls frappierend aus wie die einer gewissen Schlumpfine,
Original...

und die wickelt ja bekanntlich nicht nur Papa Schlumpf um den Finger sondern tritt auch Gargamel gehörig in den A... ist eine charmante, starke Persönlichkeit, die ihren eigenen Weg geht. Könnte zum Vorbild dienen. Die Erstausstattung ist hiermit, von meiner Seite aus gesehen, erst einmal komplett.
Hier das Fazit:

Das Muster:
Eine einfache, eng anliegende Mütze mit Ohrenklappen, Stirnzacken und drei auffälligen "Nähten", endend in einem neckischen Zipfel, kostenlos von Drops Design.
Technik:
Die Mütze wird in Reihen gestrickt und am Schluss mit einer Naht im Nacken zusammengenäht.Maschenmarkierer sind unbedingt notwendig, damit die auffällige Nahtlinie korrekt verläuft. Man benötigt rechte und linke Maschen, sowie einfache Zunahmen (das Muster schlägt verschränkte YO vor - ich habs mit -falsch behandelten- tiefer gestochenen Zunahmen versucht und leider versagt. Die sollten nämlich nicht aus beidseitig derselben Masche kommen. Seufz.). Die auffälligen Nahtlinien entstehen durch betonte Abnahmen: 1 M nach hinten auf Zopfnadel, 1 M abheben, nächste Masche mit Zopfnadelmasche rechts zusammenstricken, abgehobene (Naht-)Masche überheben.Nicht schwer, aber effektvoll. Und natürlich eine ordentliche Naht im Matratzenstich sollte man hinbekommen...
Die Mütze ist an einem Abend schnell gestrickt, lediglich die zusätzlichen Blüten (nach diesem Muster) haben die Fertigstellung hinausgezögert.
...und Kopie!


Die Wolle:
Ich habe weiterhin die Lana Grossa Cool Wool Superfein aus dem Strampler verwendet. Weiß natürlich, wie Schlumpfmützen nunmal sind, obwohl rot (und jede andere Farbe) sicherlich auch niedlich wäre. Möglicherweise hat sie nicht die gleiche Reihenhöhe wie die von Drops vorgeschlagene Alpaka, aber ich wollte eine kleine Mütze, die Nichte ist ja erst 3 Wochen alt...
Änderungen:
Ich habe die Mütze in Runden gestrickt, würde das aber nicht mehr empfehlen - ich glaube, es verdirbt den Zipfelabschluss ein bisschen.Die Binde-Bänder habe ich gehäkelt, ich hatte keine Lust auf I-Cord oder ähnliches Klimbim. Außerdem habe ich drei verschiedene Häkelblumen gefertigt, die mittels Kam-Snaps leicht ausgetauscht und der jeweiligen Kleidung angepasst werden können.
Die Blüten lassen sich beliebig auswechseln
 Die harten Fakten:
Blüten: Mollie Flowers 
angefangen: 12. Dezember 2011
fertiggestellt: 15. Dezember 2011
Wollreste für die Blüten in blau, rot, rosa.
verbraucht:: ein halbes Knäuel? (alles angefangene Reste aus dem Strampler-Projekt)
Größe/Maße: 1/3 Monate
Nadeln: Rundstricknadel Nr. 3, 80 cm Seil, Knitpicks
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, KamSnaps für die Blüten
Kosten: ca. 3 Euro

Und bei Ravelry.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

FO und Fazit: Malicorne Babyjacke.


Die passende Jacke zum Malandry-Strampler ist jetzt auch schon seit einigen Tagen fertig. 
fertige Jacke (noch ohne Knöpfe)
Laut Bouton d'Or heißt sie "Malicorne", und besticht durch das gleiche, griffsicher-rutschfeste Strukturmuster wie es auch schon der Strampler hat - nur größer. Offiziell soll man als Garn "Capella" von Anny Blatt nehmen, eine reine Kaschmirwolle zum Schätzpreis von ... na, lassen wir das. Die Wolle gibt's eh nicht mehr, und wenn man meine gewonnene Primavesi doppelt hält, kommt eine sehr brauchbare, weil in der Breite identische Maschenprobe dabei heraus, die sogar maschinenwaschbar ist.
schickes Sonntagsoutfit
 Ich finde das Ensemble total süß, vielleicht ein bisschen frühlingshaft mit dem frischen Grün, aber bis das Novemberkind die angepeilten 6-9 Monatsgrößen tragen sollen kann, ist ja auch noch Zeit. Andererseits: das Kind ist groß, die französischen Kinder m. E. klein - vielleicht kann sie ja alles schon viel früher tragen? Wäre auch nicht schlecht, denn für Sommerwetter ist da alles bestimmt zu warm. Weihnachten ist Übergabe und Kennenlernen, dann werden wir's erleben. (Zwei passende Bodies habe ich übrigens schon vor einiger Zeit bei BabyGap gekauft - supersüß dazu!)

So jetzt aber knapp, kurz und schnell mein Fazit:

Das Muster:
Hübsche, kastenförmige Strickjacke im Strukturmuster mit angestrickten, kraus-rechten Blenden und hohem Rundkragen. Mir gefällt  besonders, dass das Stramplermuster in der Jacke wieder aufgenommen wird, aber durch die viel dickere Wolle ganz anders wirkt.
gleich und doch anders
In klassischem hellgrün kann die Jacke (mit dem Strampler) zukünftig auch an kleine Brüder oder Cousins vererbt werden.
Technik:
Schwierigkeitstufe Eins. Wie schon beim Strampler sollte man rechte und linke Maschen beherrschen, bis 4 zählen können, und einfache Zu-und Abnahmen hinbekommen.
Aus Neugier habe ich einmal ausprobiert, wie die Schulterschrägung mit verkürzten Reihen funktioniert - geht gut, einfach und gleichmäßig. Ich habe Elizzzas Methode für lückenlose Bumerangfersen benutzt, das geht super: http://www.youtube.com/watch?v=hlXEbRZ_yRk
Die Wolle:
Änderungen:
Ich habe  zwar nichts Grundsäztliches gegen das Säumen von Nähten, dennoch habe ich alle Maschen für den Körper zusammen angeschlagen, und bis zu den Ärmeln zusammen gestrickt (dann getrennt beendet) - auf diese Weise werden die Zu- bwz. Abnahmen wenigstens gleichmäßig... Dabei habe ich jeweils die letzten "Vorderteil"-Maschen zu Randmaschen erklärt und in den Hinreihen abgehoben, sodass ein falscher Saum entsteht. So kann man die Jacke leichter falten... Auf Knopflöcher habe ich ebenfalls verzichtet, ich werde wieder Kam-Snaps anbringen, allerdings warte ich noch auf die Lieferung mit den verschiedenen Grüntönen... Foto und Ergebnis wird nachgeliefert!
Die harten Fakten:
angefangen: 26. November 2011
fertiggestellt: 7. Dezember 2011
verbraucht:: 230 g - 5 Knäuele. 
Größe/Maße: Größe 2/6-9 Monate (27cm hoch, 22 cm Schulterbreite gesamt; Ärmellänge20 cm)
Nadeln: Knitpro Symphonie Holz Rundstricknadeln Nr. 5, 80cm Seil
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 3-4 KamSnaps Druckknöpfe
Kosten: die Wolle war ein Tauschprojekt, die Druckknöpfe - sagen wir mal 5 Euro, das meiste davon Versand.
Und bei (Ravelry).

Freitag, 9. Dezember 2011

FO und Fazit: Malandry Strampler.

Die neue Nichte wächst und gedeiht, und ich kann glücklicherweise gleiches über ihre Winterkleidung sagen. Leider ist es zur Zeit nicht so mit ausführlich und noch dazu regelmäßig bloggen, aber bevor ich es vergesse, sollte ich meine Notizen schon noch festhalten.
Hier also das obligatorische Fazit:
fertig: 1 Strampler, Größe 2


Das Muster:
Die Anleitung für den Strampelanzug mit dem seltsamen Namen "Malandry" stammt aus der Bouton d'Or Junior #13 - ein wunderbares Heft voller klassischer Anleitungen für Babies und kleine Kinder.Ich habe schon einiges daraus gestrickt, auch pre-blog, zum Beispiel den Pullover "Malroy", meine erste bewusste Erfahrung mit Ersatzwolle und einem Strickmuster. "Bewusst" im Sinne von: vorher habe ich Maschenproben immer ignoriert - keiner hatte mir gesagt, dass das wichtig ist - und die Ergebnisse sahen dann auch so aus... 
:-) Ich besitze zwei Bouton d'Or Kinderhefte, und bin froh, dass ich damals den vergleichsweihe hohen Preis von 8 oder 9 Euro gezahlt habe, denn ich bin sicher, ich werde daraus noch viele viele Sachen stricken. Die Muster sind übrigens ins Deutsche übersetzt, verfügen über Abbildungen, auf denen die Kleidungsstücke zu sehen sind, Schemazeichnungen mit Zentimeterangaben für alle Größen, und einer Mischung aus schriftlicher Anleitung und Strickschrift. Der Schwierigkeitsgrad ist ebenfalls angegeben und reicht von 1 Punkt bis 5 Punkte. 
Persönlich finde ich die grafische Aufteilung der Anleitungen auf der Seite manchmal sehr unübersichtlich, aber wenn man sich VORHER genug Zeit nimmt, das ganze einmal durchzulesen und zu markern, dann geht das schon...
Technik:
Wie bei einem Strampler nicht anders zu erwarten, waren die technischen Anforderungen vergleichsweise gering (1 Punkt). Das einfache Strukturmuster besteht aus rechten und linken Maschen, das den rutschfesten Griff für ungeübte Väter (hehe) garantiert. Neben der Fähigkeit bis vier bzw. sechs zu zählen brauchte es nicht näher spezifizierte Fähigkeiten im
  • Maschenanschlag (ich: aufgestrickt = Reihe 1)
  • Zu- und Abnahmen im Muster (ich: k2tog/p2tog bzw SSK/SSP, eine Masche von der stets rechten Randmasche entfernt)
und das war's schon.
Der (bei mir grüne) Picot-Rand sollte eigentlich angehäkelt werden, aber ich habe mich gerade so ans Picot-Rand-Stricken gewöhnt, dass ich es gemacht habe wie bei der Taygete und den Streifenfäusten...
Ich habe, wie in der Anleitung vorgesehen, brav alles flach und in Teilen gestrickt und dann mit Matratzenstich zusammengenäht. Dieses Tutorial fand ich sehr hilfreich: http://knitty.com/ISSUEspring04/mattress.html aber es gibt auch unzählige andere, gut verständliche Anleitungen und Videos.
und im dress-up mit dem schon gekauften supersüßen Body...
Nur die Schultern hatte ich stillgelegt und mit 3-Needle-Bind-off zusammengestrickt - das hält besser und sieht gut aus.
Die Wolle:
Bouton d'Or arbeitet mit einer eigenen Kollektion von Garnen, die ich persönlich in Deutschland noch nirgendwo gesehen habe. Leider gibt die Anleitung (außer der Maschenprobe) keinerlei Informationen über Zusammensetzung, Lauflänge oder sonstige Hinweise für potentielle Ersetzer - aber dank der Ravelry Garndatenbank ist das ja heutzutage alles kein Problem mehr... Meine Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein [Sport / 5 ply (12 wpi)] ist zwar etwas dicker als die gewünschte "Baby Superwash"  [Fingering / 4 ply (14 wpi)], aber dafür ist sie a) in vielen Farben erhältlich b) babyweiche Merinowolle c) maschinenwaschbar bis 30°C d) perfekt für Strukturmuster geeignet und e) in meinem Stash vorhanden. A match made in heaven, und das Umrechnen hat ja ausnahmsweise auch mal geklappt...
Als Kontrastgarn habe ich eine geschenkte, hellgrüne Wollmischung gewählt, aus der ich auch die passende Jacke gestrickt habe.
Änderungen:
Die meisten Änderungen haben sich aus der Umrechnung wegen der anderen Wolle ergeben - dadurch ist die Beinschrägung nicht "original", aber das macht hoffentlich in dem Alter noch nicht so viel aus. Den 3-Needle-Bind-off an den Schultern hatte ich schon erwähnt. 
5 Druckknöpfe in Aktion
Die wichtigste Änderung ist daher wohl der erstmalige und hier sehr erfolgreiche Einsatz von Druckknöpfen aus Plastik - ich hatte schon in vielen Blogs von "Kam Snaps" (Link zu meinem bewährten "Dealer") gelesen, und die Gelegenheit genutzt, sie einmal selbst auszuprobieren. Was soll ich sagen? Ich bin überzeugt! Das Anbringen ist einfach, die Farbauswahl riesig, und die Plastikknöpfe haben zwei riesige Vorteile: sie sind waschbar ohne zu rosten, und sie sind so leicht, dass sie das Strickstück nicht verziehen.Und ich muss keine Knopflöcher stricken, und ich hoffe sie sind zugleich weniger störend und halten besser als "normale" Knöpfe im Schritt eines Babyoveralls.
Ich bin so gespannt, ob und wann die Kleine in den Strampler passt - hoffentlich noch im Winter, sie ist ja ein großes Baby... bis dahin arbeite ich weiter an einer kompletten Garnitur. Die Jacke ist schon fertig, das erzähle ich bald. Schuhe und vor allem eine Mütze fehlen noch.
Die harten Fakten:
Malandry von Bouton d'Or
angefangen: 13. November 2011
fertiggestellt: 25. November 2011
Wolle:  
verbraucht:: Der Strampler wiegt genau 200g - inkl. Druckknöpfe und Kontrastkante
Größe/Maße: Größe 2 (6-9 Monate): 45 cm lang, 31 cm breit (am Windelpopo)
Nadeln: 3 mm Rundstricknadel, 80 cm Seil, Metall (Knitpro)
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 5 Kam-Snap Druckknöpfe in weiß
Kosten: ich glaube, ich habe 3,50 pro Knäuel im Ramschverkauf gezahlt, die grüne Wolle war ein Geschenk, die Kam-Snaps kosten knapp nen Euro für 10 Stück (plus Geld für Zange, Porto, etc) - sagen wir mal ungefähr 15 Euro?
Und bei (Ravelry).

Mittwoch, 7. Dezember 2011

*winkewinke*

Ich bin noch da.
Ich habe nur keine Zeit zum Bloggen.
Eine Woche ging für die - wirklich sehr erfolgreiche - Konferenz drauf. Immerhin konnte ich auf der Zugfahrt stricken. Die passende Jacke zum Strampler. Genaueres erzähle ich Euch später. Wenn ich mal wieder Zeit habe.
Ich habe zwei Sorten Eintöpfe gekocht und eingefroren - Winter-Fast-Food!
Ich habe Gemüsebrühe getrocknet - nach diesem Rezept aber mit anderem Gemüse.
und Schuhcreme fabriziert - nach diesem Rezept.
Der Adventskalender hängt, hing rechtzeitig,
und im Nikolausstiefel waren neben Lebkuchen auch Weihnachtsmandeln - eine Variation nach diesem Rezept.
Ich habe nur keine Zeit das alles zu bloggen, und draußen wirds den ganzen Tag nicht hell. Wenn man wenigstens vernünftige Fotos machen könnte!
Mehr Licht! waren auch Goethe's letzte Worte.
Ich melde mich wieder, dann ausführlicher. Sorry.

Sonntag, 27. November 2011

Geschlüpft...

sind heute außer einer gesunden und ziemlich großen, kräftigen Nichte
(hurra! aber 54cm/3900g - das ist schon viel, oder?)
ungefähr 25 Lebkuchenmänner...
jeder eine kleine Persönlichkeit
...Mandellebkuchen mit Schokolade...
am besten ganz  klassisch






( ...zartbitter und weiße Schokolade...)
 ... sowie mit Mandeln und Zuckerguss...
mmmmmmmmmmmmmmmjam.

Einige Exemplare sind bereits fortlaufenden Qualitätskontrollen zum Opfer gefallen. 
Ja,
*knabber*
schon sehr gut.
*knurps*
Das Rezept, über Jahre erprobt und verfeinert, ist fast perfekt. So langsam kriege ich auch das dicke Ausrollen hin - sind die Lebkuchen nämlich zu dünn, werden sie hart und ziemlich - öm - knusprig. Auch lecker, aber eben nicht so wie sie sein sollen. Wobei der Meinige ja seine Lebkuchen lieber klein mag. Er beißt wohl nicht gerne ab. Will naschen, keine Hauptmahlzeit, sagt er. 
Der Mandelstollen ist gut eingepackt und weggeräumt. Er muss noch durchziehen und wird erst am 3. Advent angeschnitten werden.
Der Strampler ist übrigens fertig, Fazit folgt noch, sobald ich es schaffe. Diese Woche sieht es allerdings eng aus. Die passende grüne Jacke ist jedoch schon angeschlagen.
Jetzt muss ich mich nur noch um den Adventskalender kümmern. (Einer ist schon verschickt.)
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen ersten Advent!

Donnerstag, 24. November 2011

Brütend in Köln...

...sitzt meine Schwägerin und bäckt bereits, so sagte man mir, die neunte Sorte Weihnachtsplätzchen. Größere Projekte nimmt sie sich nicht mehr vor, denn ihr Erstgeborenes soll jederzeit schlüpfen. Aus der Ferne fiebert die zukünftige Tante natürlich mit, und hat daher vor einigen Tagen schon einen Strampler angeschlagen.
Aus meinem Lieblings-Kindersachen-Heft Bouton d'Or (#13) soll es der "Malandry" sein, ein klassischer Overall ohne Ärmel, mit Knöpfen im Schritt, und einem einfachen aber effektvollen Strukturmuster. Blöd nur, dass Bouton d'Or außer der Maschenprobe keinerlei Informationen zu seinen vorgeschlagenen Garnen gibt - nicht einmal die Zusammensetzung - so habe ich erst dank Ravelry die Möglickeit herauszufinden, was eigentlich verlangt wird, um dann vernünftigen Ersatz zu recherchieren. Hurra!
Ich habe mich, brav und vernünftig, für einen Stash-Abbau entschieden und benutze die Cool Wool Merino Superfein in weiß, ein schönes, babyweiches aber maschinenwaschbares Garn, das verspricht, die Textur des recht-links Musters schön herauszuarbeiten. Leider ist es etwas dicker als das "offizielle" Garn, und so muss man umrechnen.
Vor dem Umrechnen steht aber das Schätzen: welche Größe strickt man denn hier? Mein Bruder und seine Frau sind beide groß gewachsen, und im Vergleich zu deutschen Anleitungen scheinen mir die französischen Babymaße etwas knapp bemessen  zu sein. Größer stricken - zum Reinwachsen - geht ja auch immer, andererseits soll das arme Kind ja auch nicht ausgerechnet im Hochsommer in Merino gehüllt werden - wobei, so wie dieses Jahr der Sommer aussah... Zur Auswahl steht: 0-3 Monate, 6-9 Monate, und 12 Monate. Die Skizze behauptet eine Länge von 39/45/51 cm für das fertige Stück. Da in meiner Umgebung die meisten Babys über 50 cm groß geboren werden, entschließe ich mich für die mittlere Größe und nehme sie zur Basis, einmal knallhart Tichiros Dreisatzkurs anzuwenden. Nicht zweifeln, nicht denken, bloß rechnen, hier enfach gemacht durch a) eine brav angefertigte Maschenprobe und b) eine Musterskizze in der Anleitung mit genauen Angaben der zu erzielenden Maße. Und siehe da: es klappt!
weit gediehen. Man beachte meine Rechenkünste im Hintergrund
Sonntag abend, kurz nach dem Tatort, konnte ich die Schulternähte mit 3needle-bind-off verbinden.
Sieht doch schon richtig gut aus! Einzig die Beinschrägen sind, sagen wir mal, schräger als in der Anleitung - ich habe mich mit den unregelmäßigen Zunahmen der Originalanleitung bei der Übertragung etwas schwer getan. Aber das wird hoffentlich passen. Es fehlen noch die Blenden, denn hier muss entschieden werden, in welcher Farbe der Kontrastabschluss in Picot gefertigt werden soll. Das Original schlägt beige vor, passend zur braunen Kaschmir(!)-Jacke. Kann man machen. Ich hätte auch olivgrün, rot, dunkelbraun oder grau im Angebot.
Oder ein frühlingshaftes Maigrün! (Hellgrün ist das neue Rosa.) Die Wolle (Babymerino, kid mohair und Dralon) habe ich letztes Jahr von Sonja Stricksingle gegen eine Stricktasche getauscht - sie ist perfekt! Wenn ich sie doppelt nehme, kann ich nämlich auch die Jacke noch daraus machen, und der Kunstfaseranteil macht sie sehr pflegeleicht für die Eltern.
Ich freu mich schon richtig!
Jetzt aber frisch ans Werk, damit das arme Ding warme Sachen hat, wenn es auf die Welt kommt!
Übergabe wird dann wahrscheinlich Weihnachten sein - das einzige Weihnachtsstrick in diesem Jahr.