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Donnerstag, 19. März 2015

FO und Fazit: Hahnentritt.

Liebe Frau Zimmermann,
der Pullover ist fertig, und er ist wunderschön! Gucken Sie mal:

ist er nicht prima?
Nach dem Blocken wurde er sogar noch etwas schöner, und noch weicher...
Ich habe ihn im normalen Wollwaschgang gewaschen, und feucht auf links gedreht und recht aggressiv gedehnt und zurecht geruckelt. Dann wieder auf rechts gedreht und im Liegen trocknen lassen. Mit dem Maschenbild bin ich sehr zufrieden.

Für die Abnahme- und Zusammenstrickorgie habe ich mir eine vierspaltige Tabelle gemacht -Ärmel, Körper (Sattel EZ) und Ärmel, Körper (contiguous Saddle).
Dann habe ich einfach die Zahlen für die normale Sattelschulterabnahmen aufgeschrieben, wie Sie, Frau Zimmermann, es ausgetüftelt haben. (Zum Glück hat eine Strickfreundin gerade ihre Zimmermann-Kollektion aufgelöst und mir überlassen, hurra!) Damit wusste ich schon einmal ungefähr, über wieviele Runden der Spaß zusammenwachsen sollte, und wieviel Höhe wir für das Armloch gewinnen sollten.
In die beiden rechten Spalten habe ich dann den Abnahmerhythmus der Contiguous Saddle Methode auf die Rundenzahlen angepasst. Flüchtig hingeschmiert sah das ungefähr so aus:
Und es scheint mir ganz gut geklappt zu haben.
Ich glaube, Sie, Frau Zimmermann, stricken die Körpermasche und die Ärmelmasche immer direkt zusammen. Ich fand es schöner, jeweils die vorletzte und die letzte Masche zusammenzustricken, da war es auch leichter, im glücklicherweise sehr regelmäßigen Muster zu bleiben. Ich finde, es sieht recht ordentlich aus, auch wenn die Fadenspannung insbesondere der Spannfäden auf der linken Seite etwas Übung benötigten.
Aber ehrlich gesagt, ich bin mir nicht zu schade, diese Löcher einfach zuzustopfen. Pfft. Ist nicht so, als würde dieser Pullover noch einmal aufgeribbelt und neu gestrickt (so wie damals Timpani, aus dessen Wolle er besteht.)

Mit der Schulterschrägung bin ich jedenfalls recht zufrieden. Ich habe für den Sattel auf jeweils eine Musterbreite plus Randmaschen gerechnet, da aber ein Mustersatz zu wenig in der Breite angesetzt war, habe ich jetzt eben eine blaue und eine graue Schulter. Egal.

Damit der Nacken etwas höher ist als die Vorderseite, habe ich dort übrigens einige halbe Short-Row-Runden eingefügt, bei der ich nicht die ganze Runde gestrickt habe.  Das kann man machen, aber eine (halbe) Runde weniger hätten es wahrscheinlich auch getan. Das muss man in der Anprobe sehen.


Die Paßform kann ich nämlich leider noch nicht ganz abschätzen, und auch die Tragefotos werden wohl bis Weihnachten warten müssen. Dafür sieht es so aus, als wollte der andere Neffe nun auch einen so schönen Pullover, wenn auch wahrscheinlich mit Grün statt Hellblau, und das würde ihm auch besser stehen. Vielleicht zeige ich ihm das fertige Stück morgen und frage ihn, ob er mal was zur Paßform sagen kann. Reinwachsen schön und gut, aber ich finde ihn doch proportional etwas lang, habe dafür Ärmel- und Halsbündchen im Verdacht, etwas eng zu sein. Naja, die Jungs sind beide sehr schmal, aber es würde mich beruhigen.
Und dann kann ich das Gelernte gleich in die zweite Version einfließen lassen.
  • Der Körper in jedem Fall 8 Maschen breiter, dafür 8 Reihen kürzer. 
  • Für die Ärmel würde ich von 25% der K-Maschen starten.
  • Und ich würde sichtbare "Nahtmaschen" in der Hauptfarbe einfügen, sowohl an den Seitennähten, wie auch entlang der Ärmel und Sattelschulterkanten, sodass die Mustermaschen von grauen "Nähten" geschluckt werden. 
  • Und für die Schulterschrägung würde ich eine Rücken-Short-Row weniger stricken.
Und die Nichten bekommen natürlich auch etwas...
Aber das zeige ich Ihnen dann auch.
Jetzt muss ich erst einmal die Nähmaschine aufbauen, ich habe da ein paar sommerlichere Kleider zu nähen. Frühling, Sonne, Hochzeiten, Taufen... da muss man ja gerüstet sein!
"Toni" wird mir hoffentlich gute Dienste leisten.
Schnell noch das Fazit.
(editiert am 01.06.2015 nach einigen Änderungen)

"Hahnentritt" Neffenpullover
angefangen: 18. Februar 2015
fertiggestellt: 16. März 2015/27. Mai 2015
verbraucht: ca. 356g, davon 156 g blau und 200 g grau
Größe/Maße: Brustumfang 70 cm, Länge Schulter-Bund 65 cm, Länge Ärmel 60 cm
Nadeln: 3,5 mm für einfarbig grau, 5 mm für Muster
Maschenprobe: 27 M x 40 R = 10 x 10 cm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: etwa 12,40 Euro blaue Wolle und  etwa 25 Euro graue Wolle... 37 Euro. Passt. Ist ja für Geburtstag und Weihnachten zusammen...

Donnerstag, 12. März 2015

Doof.

Merke:
Ärmel zentriert über der imaginären Seitennaht anbringen.  Vorder- und Rückenteil sollten die gleiche Maschenzahl aufweisen.
#ribbel
#Rettungsleinensindsuper
 

Sonntag, 8. März 2015

PS: Aha!

Endlich habe ich die Eltern erreicht.  Jetzt habe ich mehr Infos zu den Maßen - wie es aussieht, ist der Pullover weit genug,  aber Körper und Ärmel dürfen ruhig noch etwas länger sein, wenn das länger als sechs Wochen passen soll.
Ich verlängere  jetzt erstmal überall um  2-3Mustersätze, das sollte 5-8 cm bringen. 
Und dann geht der Spaß los!

Freitag, 6. März 2015

3. Brief. Zusammenstricken - aber wie?

Liebe Frau Zimmermann,
an sich habe ich überhaupt nichts gegen das Stricken von Einzelteilen, die ich dann zusammennähe. Ich habe weder eine Phobie vor linken Maschen, noch vor Nähten. Nähte haben auch Vorteile, sie machen das Stück bspw. stabiler.
ABER: ich mag es überhaupt nicht, wenn ich ein mehrfarbiges Muster in Reihen stricken soll. Das geht in Runden einfacher, schneller, schöner und in der Regel auch mustergerechter.
Da ich nun schon am zweiten Ärmel arbeite, wird es höchste Zeit, mir zu überlegen, wie ich die Ärmel mit dem Körper zusammenstricken will. Sie haben da ja mehrere Vorschläge.

1. Ich könnte einen Raglanpullover stricken, am besten mit betonten Nähten in grau.
Pro: Die Berechnungen sind einfach, und im Muster zu bleiben wäre einfach. Optisch sähe das so ähnlich aus wie hier.

Contra: Raglan macht schmale Schultern. Der Neffe ist ohnehin schon schmal. Und es sähe eben anders aus als der ursprüngliche Plan.












2. Ich könnte eine Sattelschulter stricken, ähnlich wie bei Borowski. Die Sattelschulter könnte über ein oder zwei Mustersätze gehen (8-16 Reihen), das muss ich nochmal nachlesen (wo ist mein Buch bloß?*)
Pro: macht breite Schultern, Muster würde gut aufgehen.
Contra: immer noch andere Optik

3. Ich könnte versuchen, eine contiguous-Schulter, aber von unten zu stricken.
Pro: sehr ähnliche Optik, bis auf betonte Schulternaht.
Contra: argh. Zählen und Rechnen. Es wurde schon gemacht, Forumsbeiträge bei Ravelry belegen es, aber noch nie im Muster. Und ich habe ja noch nicht einmal contiguous von Oben gestrickt!

4.  Ich könnte Tichiros Methode versuchen.
Pro: Tichiros Erklärung ist nah an meiner Maschenprobe, Optik ideal.
Contra: Daran sind schon ganz andere gescheitert - einfarbig! Und verkürzte Reihen heißt eben doch: in Reihen im Muster stricken..

Ach menno. Ich kann mich nicht entscheiden. Was meinen Sie?
Herzliche Grüße,
Ihre Projektmanagerin

_____________________
*Danke für die Angebote, lieber Mitleserinnen! Ich fühle mich abgesichert, dass ich rechtzeitig an die benötigte Anleitung gelangen kann! Danke!


Dienstag, 3. März 2015

2. Brief. Die Maße. (WIP: Hahnentritt)

Liebe Frau Zimmermann,
leider finde ich gerade meine Ausgabe von "Kniting without Tears" nicht, deshalb wende ich mich direkt an Sie (und die Mitleser/innen, die mir eventuell das Buch leihen könnten. Ihr wisst, wer Ihr seid... :-D).
Nachdem ich versucht habe herauszufinden, wie groß so ein Neffe ungefähr ist - und leider keine richtig zufriedenstellende Antwort bekommen habe, weil das Telefonieren mit Spanien einer anderen Zeitzone gleichkommt und Neffen möglicherweise schwer einzufangen sind - habe ich mich auf Ihren Leitsatz besonnen: Ein Pullover besteht aus drei Röhren.
Ich hatte beschlossen, für die Körperröhre 70 cm zu veranschlagen und dafür 200 Maschen = K(ey Number) anzuschlagen. Das ist praktisch, weil das eine bei Ihnen recht beliebte Key number ist., und ich sofort weiß, dass ich 40 M für Ärmel anschlagen soll und 16 M für Unterarmdings stilllegen muss. Offenbar stricken Sie aber mit sehr viel dickerer Wolle als ich.
Nun stricke ich also erstmal Körper und Ärmel und Körper bis zu den Achseln,  was den Vorteil hat, dass man sich mit Muster und Wolle und  hübsch anfreunden kann, bis ich zum eigentlich spannenden Teil komme.
Und hier ist jetzt auch gleich meine Frage: wie lange strickt man denn da so? 
Sie empfehlen "so lange wie man es erträgt", da die Kinder sowieso aus allem rauswachsen. Einleuchtend, aber ein Kleid soll es ja auch nicht werden. Wie lang ist als vom Po bis zu den Achseln? (Die Ärmel scheinen ziemlich genauso lang zu sein...)  Sie hatten ja offenbar das Anschauungsmaterial herumspringen, aber ich kann das alles nur raten... Hier hätten Sie gerne auch Prozente entwickeln können, finde ich.
Ich habe mit dem Körper jetzt jedenfalls nach 13 Mustersätzen =104 R Muster (= 31cm + 5cm Bündchen = 36 cm Körperlänge) erstmal aufgehört und mich den Ärmeln zugewandt.

Der Ärmel erhält ein doppelt so langes Bündchen mit einer Knickfalte zum Umkrempeln, und ich halte mich an Ihre Zunahmen (jede 5. Runde entlang einer "Nahtmasche", die ich in grau links stricke). 
für ordentlich-lange Spannfäden stricke ich "auf links"

Allerdings habe ich jetzt schon wieder die Sorge, dass das alles nicht (lange) passt.  DerÄrmel beispielsweise wirkt ziemlich eng. Dann wieder - ist ja für ein Kind und nicht eine übergewichtige Erwachsene (die im übrigen trotzdem ihre Hand da hineinzwängen kann).
Aber: Diese Tabelle, auf die ich mich da bezogen habe -- das sind ja Körpermaße.
Da hätte ich bestimmt noch "ease" draufschlagen müssen, oder? oder? und wenn ja - wieviel?
Och menno.
Egal. Ich mach jetzt erstmal weiter. Irgendwem passt das immer. Und Weihnachten ist ja noch lange hin. Im Notfall muss ich halt nochmal ran. Habe die Norweger ja auch viermal gestrickt....

Und das nächste Mal melde ich mich dann, wenn es um das Zusammestricken geht. Da bin ich nämlich noch überhaupt nicht entschieden!
Bis dahin, herzliche Grüße,
Ihre Projektmanagerin

Sonntag, 1. März 2015

Wie groß ist wohl so ein Kind?

Kindergrößen lassen sich recht einfach herausfinden. Man fragt die Eltern.
Die Eltern sagen "123".
Ein Blick in gängige Größtentabellen lässt darauf schließen, dass es sich wahrscheinlich um die Körperlänge handelt.  Wenig überraschend (die Eltern sind beide sehr groß gewachsen) scheint der Junge groß zu sein für sein Alter, ist er doch gerade erst sieben geworden.

https://www.otto.de/shoppages/service/guidance/groessentabellen_kinder
Ich orientieren mich mal beim Otto-Versand, mit ihren Größen scheinen sie ja recht erfolgreich zu sein. Jetzt weiß ich nicht, ob ich mich an Brust-, Taillen-, oder Hüftumfang orientieren soll, aber da wir hier von einem kleinen Jungen sprechen, der sich viel bewegt, gehe ich von einer "normalen" Kinderform ohne große Kurven aus. Und schlage mal 12 cm Wachstum und ca. 2 Jahre drauf - damit komme ich auf einen Brustumfang von ungefähr 70 cm, der hoffentlich passen müsste...
Heißt für mich bei einer Maschenprobe von 27M für 10 cm 189 Maschen. Der Mustersatz muss durch 8 teilbar sein - also 192 Maschen. Einlaufen, Weite, weiteres Wachstum -- ach, machen wir doch gleich 200 Maschen. Das ist eine lustige Maschenzahl, mit der ich Prozente vielleicht auch im Kopf ausrechnen kann (hahaha. Spaß muss sein!).
Na, dann kann es ja jetzt losgehen!

Freitag, 27. Februar 2015

Maschenproben. (WIP: Hahnentritt)

Ein Neffenpullover soll es also werden, und inzwischen brauche ich nicht mehr den Rat von EZ, um eine Maschenprobe zu machen. Sogar ich lerne dazu, und ich brauche ja Zahlen für meine Maße...
Eine Maschenprobe musste also ohnehin her, dabei kann man auch gleich das Muster ausprobieren - aber aus welchem Garn?
Zufällig hatte Tichiro gerade zu der Zeit, als ich die erste Idee zu dem Pullover hatte, das fairalpaka SOCKS zum Garn der Woche erklärt. Und weil ich selbst so gute Erfahrungen mit meinen Alpaka-Sachen gemacht habe, das SOCKS aber versprach, dank der Poly-Beimischung nicht ganz so "flauschig", dafür "stabiler" zu sein, schien es mir jungstauglich zu sein. (Auf Flausch steht mein Neffe nicht, weich soll der Pullover aber sein. Und robust...)
Ein Blick auf die Farbkarte und eine kurze Bestellung später, und es trudelten 600g fairalpaka SOCKS Garn in Jeansblau und Grau bei mir ein. Daraus habe ich sehr systematisch die längste Maschenprobe meines Strickkarriere gefertigt -- ein langer "Strumpf" (denn ich will ja in Runden stricken) über 80 Maschen und kontinuierlich steigenden Nadelstärken...
So sah das aus:


 Und, ehrlich gesagt, mir gefiel keine davon. 
Schön fand ich die einfädig bzw doppelfädig gestrickten "Streifen" - aber für das eigentliche Hahnentrittmuster war ich nicht von der Fairalpaka überzeugt... Selbst der größere Rapport über 8 Maschen hatte nicht genug WUMMS, und in über 12 oder 16 Maschen zu ziehen... Ich weiß nicht.

Vielleicht doch ein anderes Garn?
Blau und grau....grau und blau... muss denn das grau unbedingt heller sein als das blau?
Die Reste der halbgeribbelten Timpani-Jacke (und der Rest der damals bestellten Konenwolle) ist ein wunderschönes graustichiges Hellblau... das sind noch 350 g Wolle... könnte reichen. Vielleicht im Kontrast mit einem dunklen Grau?
Da ist doch noch ein Rest von der fast-schwarzen Konenwolle, die ich für Audrey und Turn-a-Leaf und Pocahontas verwendet habe... Das könnte man immerhin mal ausprobieren, obwohl ich den Verdacht habe, dass sie etwas dünner ist als die sechsfädige hellblaue Avantgarde...
Und in der Tat - sie ist etwas zu dünn, so wie normale Sockenwolle im Vergleich zu "Sport"... dadurch versinken die schwarzen Musterteile im voluminöseren Hellblau, was unerwartete und unerwünschte Struktur erzeugt... Nun hatte ich von meiner Lieblings-Standard-Wolle (Cool Wool) noch zweieinhalb anthrazitgraue Knäuele im Haus (Farbe 444) - und siehe da! Das gefällt mir gut! Nadelstärke 5 passt auch - damit kann ich arbeiten!


Die Maschenprobe ist etwas knapp, weil ich nach 16 Runden (zwei Mustersätzen) endlich mit dem Projekt anfangen wollte, aber entspricht ungefähr 27Mx40R - genauer brauche ich es nicht für ein Kind im Wachstum, denn der Pullover soll dieses Jahr ohnehin noch zu groß sein. Und die Länge kann ich ja dann beim Stricken adaptieren. Beide Garne laufen erfahrungsgemäß nur wenig ein.
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie groß das Kind heute ist, und erraten, wie groß er möglicherweise Weihnachten sein wird... Spekulation! Und dann kann ich rechnen.

Mittwoch, 25. Februar 2015

1. Brief. Das Projekt.

Liebe Frau Zimmermann,
wie neulich schon am Telefon angedeutet will ich für meinen Neffen einen neuen Winterpullover stricken. Also eigentlich war das so: ich habe dieses Foto gesehen
http://www.ravelry.com/patterns/library/crew-neck-jumper von Bergère de France

und dann gedacht: Ha! das wäre doch was für den Neffen! Und nach kurzer Rücksprache mit den Eltern habe ich eine Freigabe bekommen, dass sich alle sehr freuen würden.
Jetzt hätte ich die Anleitung und sogar die Wolle sehr einfach unter obigem Link bestellen können, aber ich dachte, mit Ihrer Hilfe, Frau Zimmermann, kriegen ich das auch so hin.
Das Muster ist ja klar, und der Rest ist ein Jungspullover mit Rundhalsausschnitt. Kann doch so schwer nicht sein?
Ich muss gestehen, eigentlich ist der Pullover für mich, irgendwie. Ich hatte nämlich schon vor Monaten dieses Modell hier gesehen.
http://www.ravelry.com/patterns/library/houndstooth-6 aus Let's Tweed
Ich find den super! Leider ist das das einzige interessante Modell in dem Pamphlet, und es ist wohl auch auf dänisch... Jedenfalls: Ich hätte wahnsinnig gerne einen solchen Pullover, aber Amy -Sie kennen Amy Herzog?, also Amy sagt, bei meiner Körperform wäre Raglan nichts, weil es die Schultern noch schmaler macht.
Aber Hahnentrittmuster finde ich gerade total großartig. Ich glaube, ich hatte gar nicht erzählt, dass ich mir letztes Jahr aus einer Art Hahnentritt-Sweatshirtstoff ein Kleid genäht habe. (Warum eigentlich nicht?*) Es ist  ganz klassisch, in schwarz-weiß, und saubequem, passt super und zu allem.
Naja, jedenfalls könnte ich meinen Drang, einen Hahnentrittpullover zu stricken, auf diese Weise doch ganz gesund ausleben, nicht wahr?
Ich sehe gerade, der Kinderpulli oben ist gar kein Hahnentritt, das ist Pepita! Man erkennt den Unterschied an den diagonalen Verbindungen, was mit der Webart zu tun hat und sich überhaupt wirklich sehr ähnlich sieht. Wieder was gelernt! Aber die Leute unterscheiden da gar nicht so genau, und ich auch nicht, und der Neffe weiß ohnehin von nichts und echtes Hahnentritt hat den Vorteil, dass es ein total einfaches Muster ist mit Tesselationen, und beliebig skalierbar. Ich mache einfach einen Hahnentrittpullover, statt eines Pepitapullovers für den Neffen. Die Anleitungen dienen ohnehin nur als Inspiration. Aber den großen Musterrapport finde ich schon gut.
Ich habe das mal aufgemalt:
Bei der Maschenprobe probiere ich die Rapportgröße mal aus.
Und natürlich stricke ich die Maschenproben in der Runde -- man lernt ja auch mal dazu!
Ich melde mich wieder, wenn ich dazu Ergebnisse habe...
Herzliche Grüße,
Ihre Projektmanagerin


_________________
*blogfail!


Montag, 23. Februar 2015

Briefe (und Anrufe) in die amerikanische Vergangenheit.

"Ja, hallo, guten Tag, hier spricht Projektmanagerin. Könnte ich bitte Frau Zimmermann sprechen? Elisabeth Zimmermann? hmmja, ich warte, danke.
Frau Zimmermann? Wie schön, dass ich Sie erreicht habe! Jaja, ich weiß, Sie sind immer erreichbar, ich habe Ihr Buch ja gleich hier... hmm. hmm. Ja. Und dann war ich gerade bei einer Freundin aus unserem Strickkreis hier... hmm, ja, immer montags, ja... hmm, ja, total nette Runde! Ich bin froh, dass ich wieder Zeit finde regelmäßig hinzugehen. Jedenfalls hat sie, also die Freundin, mir eins Ihrer Bücher geliehen, und da dachte ich, ich muss Sie dringend mal wieder anrufen. Wir haben uns ja ewig nicht gesprochen!
Aber ich hätte Sie ohnehin bald anrufen wollen*, weil ich doch für meinen Neffen... nein, nein, der andere, der in Spanien. Ja genau, also der lebt nun da im Baskenland, an der Atlantikküste, da wird es ja auch schon mal richtig frisch, und die Spanier bauen ja keine rechten Heizungen oder Doppelglasscheiben - neinein, der Junge ist gesund, topfit, alle topfit, neinnein, geht allen gut - aber, jedenfalls, den letzten Pullover habe ich ihm vor vier Jahren gestrickt, und da ist er nun wirklich rausgewachsen, und er trägt schon die Pullover der großen Schwester auf - ja, das zahlt sich immer aus, wenn man da geschlechterneutrale Farben... ja, blau zum Beispiel geht ja immer...
uhm. ...
 uhhmm. ...
 oh. ...
Ja, eben.  Ganz genau. Also ich will für diesen Neffen einen neuen Pullover stricken. Ja, genau, etwas größer, so zum reinwachsen... Wie Unkraut, sage ich Ihnen, wie Unkraut!
Warum ich angerufen habe? Tja, vielleicht können Sie mir mit etwas Rat und Tat...?
Können Sie? Fantastisch!
Vielen vielen Dank, Frau Zimmermann!
Ja, ich schreibe Ihnen dann alles weitere - dann kann ich auch Fotos und Skizzen... ja, das geht besser als am Telefon...
Ihnen auch einen wunderschönen Tag noch!
Bis bald!
Ja, ich freu mich auch! Auf Wiederhörn!"


Ist das nicht toll, wie man mittels Büchern mit toten Menschen sprechen kann? Und ganz ohne Séancen oder Gespenster?
Ick freu mir!


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*sehr rheinische Möglichkeitsform

Freitag, 20. Februar 2015

Manchmal...

... muss ich beim Stricken so oft innehalten und bewundernd tätscheln,  dass ich weiß, hier mache ich etwas zweifellos ganz richtig...