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Sonntag, 22. Dezember 2013

FO, diverse. Weihnachtswolle.

So viel Heimlichkeit,
in der Weihnachtszeit...

...man traut sich ja gar nicht mehr ins Internet! Zum einen, weil Weihnachtsgeschenke ja häufig überraschend kommen sollen. Zum anderen, weil -ich schrieb es schon öfter: wer bloggt, strickt nicht. Und wer nicht strickt, bekommt die ganzen Weihnachtsgeschenke nicht fertig, die man blöderweise dann doch in verschiedene Richtungen hin versprochen hat.
Zum Beispiel die jüngste Nichte, die von meiner Schwägerin in Beerentöne, hier hauptsächlich Blaubeertöne gehüllt wird. Zum Glück kann das Kind noch nicht lesen, geschweige denn im Internet surfen. Daher kann ich heute stolz verkünden: Ein warmes Jäckchen zum Besabbern ist schon länger fertig, die passende Mütze hat sie schon (und mir fehlt noch immer das Foto)-
Und dann erwähnte die Schwägerin, dass man ja keine Wollsocken für Babies kaufen könne. Und kaufte auf einem Weihnachtsmarkt von einer wildfremden (!) Großmutter herzige kleine wollene Booties. Natürlich hat mich das bei der Strick-Ehre gepackt, und ein Knäuel Regia-mit-Angora später hatte ich das erste Paar Wollstrümpfe zum Reinwachsen angeschlagen. (Standard-Schuhe hat das Kind ja schon in drei Größen - wenn auch nicht in beerig.) Die Fußlänge wurde mit ungefähr 9cm angegeben, obwohl sich das wahrscheinlich schon längst wieder geändert hat. Insgesamt reichte das Knäuel für drei Paar Socken/Schuhe, alle gestrickt mit 2,75mm Nadeln.

Als erstes gab es ein Paar Spiralsocken.
Spiralsocken kennt man ja, ganz einfach, keine Ferse dank lustig-versetztem Rippenmuster, wachsen also unendlich lange mit und ersetzen auch schon mal ein Paar Handschuhe.
Ich habe zwei zugleich auf der Rundstricknadel gemacht und daher bei beiden den gleichen Fehler gemacht  das gleiche Designelement untergebracht. Nach einem Türkischen Anschlag habe ich auf 2x16=32M erweitert, das soll angeblich für einen speckigen Babyfuß passen. Dann beginnt das Spiralmuster mit *4r4l* bis zum Ende der Runde. Alle 4 Runden wird das Muster um 1M nach links (oder rechts, Hauptsache immer gleich) versetzt, dadurch entsteht die Spirale. Ich habe für etwas Abwechslung gesorgt und die ersten 20 Runden das Muster in jeder Reihe versetzt - aber vor der vermuteten Ferse sollte man dann doch tunlichst zu "echten" Spiralen wechseln.

Die Strümpfe sind möglicherweise etwas eng, man kann das schwer beurteilen, aber als Handschuhe werden sie sicherlich in jedem Fall dienlich sein können.

Als nächstes kam ein paar klassische, "richtige" Socken, mit Ferse und allem Pi-Pa-Po. Damit die Socken mitwachsen können, habe ich mich für das lustige Mojo-Muster entschieden, das sieht niedlich aus, birgt etwas Längenpotential und auswendig kann ich es auch. Auch hier habe ich das Muster von der Spitze aus auf 32 Maschen gebracht, die Bumerangferse hat 5-7-5 Maschen. Weitere Details stehen bei Ravelry.

Ich finde die Mini-Mojos sehr knuffig.

Und als letztes habe ich endlich einmal die "Blue Steps" aus der Ravelry-Queue geholt, sehr niedliche Schühchen, ganz ähnlich wie die "Rosa Treter", die bei den Eltern der Nichte damals besonders gut angekommen waren. Nur eben ohne Blume, dafür etwas größer und mit Patent, das gibt ja im Zweifel auch noch einmal nach. Bis dato war mein einziger Versuch mit Patent völlig daneben gegangen - beim Tieferstechen habe ich mir beinahe die Nadel abgebrochen und tat mich wahnsinnig schwer. Im Büro aber strickte die Kollegin einen traumhaften Schal in einfachem Patent, diesmal in der Variante mit Umschlag - und siehe da, alle Knoten geplatzt, Prinzip kapiert, sehr süße Schuhe fertiggestellt, und das Wollknäuel bis zum letzten Fussel aufgebraucht.
Der Angora-Anteil ist übrigens herrlich weich und gerade so flauschig, das man das Gestrick die ganze Zeit streicheln möchte, aber noch nicht so haarig, das man meint, ein Haustier in der Mauser in der Hand zu halten. Der Preis liegt mit 6,75 Euro über dem, was ich normalerweise und für mich selbst ausgeben würde - aber das Baby steigt mit den Socken ja auch nicht in Schuhe, und drei Paar Socken auf ein Knäuel ist ergiebig genug, um die Mehrausgabe ausnahmsweise mal zu rechtfertigen. Finde ich. Schließlich braucht das Kind warme Füße!



Die harten Fakten:


Mojo von Donyale Grant 
jeweils über eine Maschenzahl von 32 Maschen
Blue Steps - Baby Booties von Regina Willer
um vier Maschen/Schuh verlängert
angefangen: 04.11.2013
fertiggestellt: 04.12.2013
Wolle: Regia Angora Merino in 07089 Pflaume
verbraucht:: 50 g für alle drei. 
Größe/Maße: Fußlänge ca. 9cm
Nadeln: 2,75 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 6,75 Euro

Und der Ravelry-Projekt-Link.

Samstag, 1. Mai 2010

FO: Mojos endlich fertig. Ein Fazit.

Die Mojos sind nun endlich fertig. Zeit, ein umfassendes Fazit zu ziehen.
Allgemeines:An sich bin ich ja kein großer Sockenstricker - normale Stinos sind erschreckend langweilig zu stricken (aber sehr sehr befriedigend zu tragen), die dünnen Nadeln mit dem entsprechenden langsamen Tempo treiben mich in den Wahnsinn, und ich leide am second-sock-syndrome...
Aber die Mojos - dich ich unter anderem bei Sonja gesehen habe - fand ich von Anfang komisch. Mal was anderes, und eben nicht langweilig. Und weil ich ja ohnehin Yoga-Pilates-warme-Füße-Socken brauchte, waren die Mojos die offensichtliche Wahl.

Muster:
Das Muster besteht im Endeffekt nur aus rechten und linken Maschen. Entweder glatt rechts/glatt links, oder 2r/2l Rippen. Nicht schwierig, aber effektvoll. Allerdings wird jeder Fuß in einem etwas anderen, versetzten Muster gestrickt. Persönlich finde ich, dass die linke Socke mit dem Rippenmuster am Spann besser sitzt und mit den Links-Röllchen am Beinbündchen lustiger aussieht.
 Außerdem ist die Spitze rechts aus linken Maschen irgendwie komisch...
Also, meine nächsten Mojos werden zwei linke Socken!


Technik:
Immer willens und bereit, neue Techniken zu lernen, hatte diese eigentlich simple Socke gleich zwei Herausforderungen für mich. Naja, vielleicht sogar drei...
1. Toe-up: Ok. Kann man machen, muss aber nicht. der Vorteil erschließt sich mir jedenfalls nicht, außer vielleicht, wenn man das Anschlagen von mehr als 12 M am Stück nicht leiden kann. Zumal ich nochmal nach wirklich wirklich wirklich elastischen Abkettel-Methoden suchen müsste, denn obwohl meine Sockenbeine nicht besonders lang sind, ist das schon ganz schön eng...
Also, meine nächsten Mojos werden zwei linke Socken vom Schaft runter!

2. Afterthought-Heel: Eine für mich neue Fersentechnik, die mit dem breiten Streifen aus Rechtsmaschen einen sehr gut zum Sockenmuster passenden Design-Efekt schafft.
 Allerdings müsste ich beim nächsten Mal darauf noch mehr Rücksicht nehmen: die Ferse müsste in der 3. Reihe des mittleren Links-Wulstes beginnen, damit sie genau parallel läuft.

Und sie macht sogar richtig Spaß und ist auch einfach ist, wenn man denn erstmal kapiert hat, wie es geht. Die Anleitung für die Ferse habe ich wie immer im Netz gefunden, und knittingyards hat mir auch noch ein super Video empfohlen.
Danach war die größte Herausforderung der Maschenstich, um die Fersenteile zusammenzunähen.
Gar nicht so einfach, wie man hier erkennen kann:
Verschlimmert wird meine miserable Näh-Technik noch durch die falsche Farbe des bunten Fadens...
Dank eines herrlich hilfreichen Erklärungsvideos zum Thema Maschenstich (hätte ich ja auch vorher mal angucken können!) von Ingrid's Strickpraxis
(http://strickpraxis.wordpress.com/2008/05/25/maschenstich-ein-videokurs/)
war der zweite Versuch schon viel besser:
Ein, zwei kleine Fehler kann man noch erkennen, und ob ich die Riesennaht für Timpani  (die Seitenteile werden quer gestrickt und Mitte Rücken per Maschenstich zusammengefügt) wirklich versuchen möchte, sei dahingestellt. ABER es sieht schon ganz gut aus.
Also, meine nächsten Mojos werden zwei linke Socken vom Schaft runter mit Fersenbeginn mittig vom mittleren Wulst und nicht so buntem Faden! 

3. Socke auf dem Magic Loop: An sich finde ich die Rundstricknadel unschlagbar, aber gerade bei den Linksreihen hatte ich (wie berichtet) gerade anfangs Riesenprobleme mit dem Übergang: ich konnte einfach den Faden nicht so straff spannen wie bei Rechtsmaschen! Das wurde aber gegen Ende der zweiten Socke langsam besser, aber:  meine nächsten Mojos werden zwei linke Socken vom Schaft runter mit Fersenbeginn mittig vom mittleren Wulst und nicht so buntem Faden testweise auf einem Nadelspiel! 


Wolle:
Schoppel Admiral Bambus Plus Aqua, ein Geschenk von Sonja. Die Wolle strickt sich traumhaft und ist auch sehr angenehm am Fuß. Ich bin kein großer Freund von Farbverlaufsgarn, und dieses hier ist noch dazu etwas merkwürdig - einmal gibt es eine Rosa-Variationen, und dann kommen einige Reihen Regenbogenfarben - einzeln finde ich sie ja ganz schön, aber beide Farbverläufe, finde ich, passen nicht gut zusammen... Würde diese Wolle also wieder kaufen, aber wahrscheinlich weniger gemustert/einfarbig.
Immerhin: lustigerweise reichte jeder der beiden Farbläufe ziemlich genau 10 Reihen, das passte toll in den Musterverlauf. Und am Fuß sehen sie richtig gut aus!

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meinen ersten Mojos.
Und Ihr habt ja inzwischen sicherlich mitbekommen, dass ich durchaus geneigt bin, ein weiteres Paar zu stricken...

Sonntag, 25. April 2010

Endspurt: Mojos.

Nein, ich habe nicht nur Maschenproben gestrickt.
Als kleines Reiseprojekt schleppe ich ja noch immer die Mojos mit mir herum.
 Nachtrag: versprochenes Anschlag-Foto

Die erste Socke ist auch schon länger fertig, und die zweite steht kurz vorm Schluss - noch ein paar Reihen, und dann die Afterthought-Ferse.
Aktueller Stand
Sobald ich fertig bin, gibt's ne komplette Meinung zum Muster.  Jetzt kann ich jedenfalls schon sagen, dass das Originalmuster (ohne Variationen) mir mindestens zwei Probleme verursacht:
1. Löcher in den linken Reihen:
...wird aber mit Übung schon besser. Das nächste Paar wird aber mal mit Nadelspiel gestrickt werden, nur so zum Vergleich.

2. Diese Afterthought-Ferse erfordert einen Maschenstich (Grafting) zum Abschluss.
 Holla, das muss ich wohl noch üben!
Ein Abschlussbericht folgt dann spätestens nach der nächsten Reise. Wenn das mit den geschwollenen Lymphknoten (angeblich Nachwirkung des Zahnarztbesuchs am letzten Montag) nicht besser wird, auch schon eher....

Mittwoch, 7. April 2010

Socken. Jodeldiplom: GarnsucheMojos: Herausforderung Ferse.

Eines meiner allerersten Strickstücke überhaupt war ein paar Socken. Ganz einfache Stinos (was heißt das eigentlich?), glatt rechts mit zwei cm Bündchen 1/1 und "normaler" Ferse.
(Inzwischen weiß ich, dass es so etwas wie "normale" Fersen nicht gibt, aber damals, vor langer Zeit, schien es die einzige bekannte Fersentechnik in meiner strickerischen Umgebung zu sein. Möglicherweise also eine Käppchenferse, aber wer weiß das schon noch so genau...)
Ich hatte dazu megadicke Wolle in grün und hellrot angeschafft, sodass ich Spitze, Ferse und Bündchen (rot) farblich von der grünen Socke absetzen konnte. Heute würde ich diese Wolle wahrscheinlich mit einer Nd 5 oder 6 stricken, aber ich war jung und dumm und hatte nur ein Nadelspiel in 3,5 oder vielleicht auch 4 (wer weiß das schon noch so genau?), irgendwie auch aus Plastik, jedenfalls so biegsam wie ein Strohhalm. Als brave Anfängerin strickte ich also fest-fest zu dicke Wolle auf zu dünnen Nadeln, und das Ergebnis waren Socken, die von alleine aufrecht stehen konnten. Das muss so 1996/97 gewesen sein, aber wer weiß das schon noch so genau?
Die Socken habe ich geliebt, und viel getragen, als Pantoffelersatz und auch im Bett, damals, als ich noch ganz alleine war -aber wer will das schon so genau wissen? Irgendwann habe ich sie - inzwischen bemannt - aus der Ritze zwischen Bett und Wand gezogen und mit Wehmut festgestellt, dass sich die Mottenlöcher auch mit dem besten Stopfei nicht länger flicken lassen, ja, dass die ganze Socke nur noch aus Stopf bestand. Da habe ich sie weggeworfen, mit Bedauern aber der notwendigen Härte, und deshalb zeige ich Euch hier kein Foto. Sorry.

Warum erzähle ich das?
1. Wenn ich heute noch so fest stricken würde, hätte ich keine Probleme mit der Maschenprobe meines "Jodeldiploms". So bin ich auf der Suche nach einem neuen, dünneren, (bezalhbaren) Garn, mit dem ich trotz meiner lockeren Strickweise auf die geforderte Maschenprobe komme, ohne die Größen neu ausrechnen oder das Wagnis mit der kleineren Größe eingehen muss. Zurzeit probiere ich es mit einem Knäuel "Catania", aber das ist reine Baumwolle und könnte vielleicht leiern. Vorschläge sind willkommen!

2. Seither habe ich verschiedene Paar Socken gestrickt, die Bumerang-Ferse kennen und lieben gelernt, und wohl  alle diese Socken verschenkt. Glaube ich. Ich habe sie nicht, und ein Paar habe ich neulich bei meinem Bruder in der Schublade entdeckt. Grüne Ringel, als ich noch selbstringelndes Garn kaufte, was heute sehr selten vorkommt.

3. Aus der Wolle, die Sonja mir einfach so für meine geplanten Mojos geschenkt habe, habe ich letzte Woche zwecks Überbrückung einer sechsstündigen Zugfahrt besagte Mojos angeschlagen.
-Toe up - neu für mich, aber ok. Wenn es denn sein muss - einleuchten tut's mir nicht. Spontane Größenänderungen gehen so nicht, aber vielleicht kann man die Länge ja auch ausrechnen...
-Magic loop - auf Zugfahrten mit vielen Nadeln zu hantieren, ist die HÖLLE - und der Loop funktioniert wunderbar, nur die Linksreihen-Wülste sind fadenspannungstechnisch am Übergang schwierig. Aber eben nur zweimal pro Socke und nicht viermal, also gut! (Die Wolle ist übrigens ein butterweicher Traum - sollte ich es fürs Jodeldiplom einfach mit einer Sockenwolle versuchen?)
Und dann kam die Ferse!

Ich habe keine Angst vor Fersen, ich finde sie auch nicht schwieriger, solange man weiß, ob man Spickelabnahmen machen muss (braucht die herrliche Bumerang-Ferse m. W. nicht! Aber vielleicht habe ich auch bloß wieder den falschen Namen? ich werde es irgendwann herausfinden...)
Gewünscht ist aber eine "Afterthought-Heel"- whatever that is. Aus der Anleitung habe ich es nicht verstanden, die scheint eher eine Gedächtnisstütze für versierte StrickerInnen zu sein als eine Anleitung im Sinnen eines Tutorials.
Aber das ist ja auch ok, dafür gibt's das Internet, Ravelry, Google. Nur saß ich im Zug, ohne iPhone oder ähnlichen Schnickschnack, kurzum: allein und abgeschnitten von der Bloggerwelt!. Hier war keine schnelle Hilfe zu erwarten...
Einfach eine andere Ferse stricken wäre doof, zu leicht, und außerdem ist die AH bei der Mojo ein Design-Feature, finde ich, und kann nicht einfach ersetzt werden nur weil es schwieriger als erwartet ist.
Und deshalb wurde die Mojo vor der Ferse stillgelegt, und nun ruht sie, bis ich wieder Zeit für sie finde.

Immerhin habe ich dieses Tutorial zum Thema Afterthought-heel-thumb- alles mögliche gefunden:
http://akittenknits.blogspot.com/2006/12/thumb-trick.html
Das werde ich nun mal versuchen, und am Wochenende gibt es vielleicht Fotos. Die Kamera ist grad nicht im Raum.