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Freitag, 19. April 2013

FO und Fazit: Turn-a-Leaf-Pullunder

Uff - nun ist es schon wieder ziemlich lange her seit meinem letzten Eintrag - bitte entschuldigt die lange Stille! Seit letzter Woche läuft meine Resozialisierung Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag und, ehrlich gesagt, die erste Woche war fast zu viel. Es fällt mir einfach unheimlich schwer, "reduziert" zu arbeiten... Nach anderthalb Tagen saß ich wieder zu Hause wie ein Schluck Wasser in der Kurve und war nicht sicher, ob das alles eine gute Idee ist. Zum Glück war die zweite Woche viel besser, nicht zuletzt dank eines gemütlichen Strickabends mit einer "spinnenden" Kollegin, und so habe ich jetzt etwas Energie, Euch auf den neuesten Stand zu bringen...
Zuerst einmal schulde Euch noch Tragefotos des längst fertigen Retro-Pullunders.
Hier ist er:
Frühlingsgrüne Blätter!
Ich finde, der sitzt schon ziemlich gut!
Mit dem helleren Grau kommt der Kontrast zu den grünen Blättern gut raus - hatte ich Euch überhaupt erzählt, dass ich ursprünglich ein etwas dunkleres Grau aus dem Stash nehmen wollte (was nicht funktionierte), und dann doch neu einkaufen war? (naja: aber es hat sich gelohnt, und der Löwenanteil ist ja "alte" Wolle... ehrlich!)
Das Blattmuster oberhalb der Brust streckt - wie ich finde - den Körper, zugleich schmeichelt die Taillierung ohne (endlich einmal) allzu wurstpellig zu wirken.

sitzt, passt, wackelt...
Ich bin sehr, sehr zufrieden.
Aber natürlich funktionierte auch hier nichts beim ersten Anlauf:
Angeschlagen hatte ich die bewährte Maschenzahl aus der Audrey, da ich ja die gleiche schwarze Wolle verwendet habe. Bis zu den Armlöcher gab es daher keine Probleme - außer, dass mir glatt-rechte Runden von ca. 300 Maschen/Runde in schwarz zunehmend auf die Nerven fielen, ebenso wie das vergleichbar triste Winterwetter vor der Türe. (Hat sich aber gelohnt). Für das Blattmuster habe ich als erstes die ausgeschriebenen Anweisungen desFair-Isle Twin Set Jumper in ein Chart übersetzt - schließlich war klar, dass ich mit ganz anderen Maschenzahlen arbeiten würde. Außerdem finde ich Strickschriften für Muster immer einfacher.
Im ersten Anlauf hatte ich - im Versuch, komplett aus dem Vorrat zu arbeiten - giftgrüne Sockenwolle (der inzwischen geribbelten Smaragdpantoffeln) und graue Cool Wool Extra Fine (wie hier verwendet) versucht, aber das ging in die Hose - der Kontrast war nicht stark genug, und die Sockenwolle zu dünn. Die Cool Wool war von der Stärke aber ok, und zwei Knäuel hellgrau und  Knäuel grün später war ich auf einem guten Weg.
Schnell war mir aber wieder klar, warum ich normalerweise mehrfarbige Muster in rechts-Runden stricke um potentielle Armlöcher später aufzuschneiden - ausnahmsweise hatte ich nämlich anleitungsgemäß hin-und-her gestrickt, Vorder- und Rückenteil getrennt bearbeitet. AAAAAAAAAAAAAargh. Siebzehn (17!) Reihen Mustersatz haben jeweils einen kompletten Abend länger gedauert als der Rest des Pullunders, und die Fadenspannung war unter aller Sau. Auch spannen unter Dampf hat da nicht alles retten können...
Fadenspannung im Muster? - da ist noch Luft nach oben
Trotzdem: rechtzeitig zu meiner ersten Arbeitswoche zum Ausbruch des Frühlings in Norddeutschland konnte ich das gute Stück probetragen - die Schultern hatten einen 3-needle-bind-off bekommen, die Blenden hatte ich in fröhlichem Streifenmuster gehalten.
Allerdings hätten die Armlöcher ein bisschen tiefer sein können. *Seufz*. Die Information hätte ich eigentlich auch aus Audrey's engen Armen ableiten können, aber nun ja. So ist es nun mal. Ergebnis:
Die Armlochblenden kniffen unter den Armen und rollten sich hoch.
Blenden im ersten Anlauf

Außerdem gefiel mir der Halsausschnitt gar nicht: die knit-up-and-pick-Erste Reihe in grün sah doof aus, die Blende leierte... beser neu machen.
Aber nur die Blenden - für mehr hatte ich keinen Nerv. Also habe ich an den Armen die Streifen mit verkürzten Reihen so gearbeitet, dass unter dem Arm nur die Aufnahme - und die Abkettrunde entlangführt - das schafft die nötigen 2 cm, wobei es auch immer noch mehr hätte sein dürfen - immerhin kneift es nicht mehr.

Sitzt besser - sieht ja keiner. Und wenn: das soll so!
Die Halsblende in zweifarbigem Rippenmuster ist super geworden - man kann sie sogar zweifarbig abketten. Dazu strickt man die Abkettmasche immer in der "falschen" Farbe, beim Abketten legt sie sich dann auf den nächsten Streifen und das Muster geht auf.
Kontrastfarbe:links, Hauptfarbe: rechts Blende: bildschön!

Natürlich musste ich das auch mehrfach machen, bis ich es nicht nur kapiert habe, sondern auch über den Kopf ziehen konnte. JSSBO...

Also - Fazit:
Das Muster:
Eine Kombination aus den Zahlen von Audrey in Unst und dem Einstrickmuster desFair-Isle Twin Set Jumper by Marriner Yarns, frei adaptiert und zusammengeführt von mir.
Technik:
Der Pullunder ist von unten bis zu den Armlöchern in Runden gestrickt, Vorder-und Rückenteil wurden getrennt beendet, das Einstrickmuster in Hin-und Rückreihen (würg) bewältigt. Armlochblenden in Streifen mit verkürzten Reihen, um die nötige Breite zu erreichen ohne unter den Achseln zu kneifen. Die Halsblende in zweifarbigen 1x1 Rippen.
Die Wolle:
Verbraucht habe ich größtenteils Wolle aus dem Stash - zum einen erneut die Konenwolle der Hamburger Wollfabrik, die ich schon bei Audrey verwendet habe, zum anderen die wunderbare Cool Wool Merinowolle, die sich zu einem vielseitigen Dauerbrenner für meine Strickprojekten entwickelt.
Änderungen:
Von der Vintage-Anleitung habe ich nur das Battmuster inklusive Farbaufteilung übernommen, von Audrey die Zahlen für den Körper, dafür Lochmuster und Ärmel weggelassen, Körper 50 Runden verlängert und Ausschnitt 10 Reihen höher angesetzt.

Die harten Fakten:
Fair-Isle Twin Set Jumper by Marriner Yarns
und
Audrey In Unst by Gudrun Johnston
angefangen: 12. März 2013
fertiggestellt: 13. April 2013
Wolle:  
Hamburger Wollfabrik (Wolle-Kaschmir-Nylon) in anthrazit oder schwarz oder was-es-auch-sein-mag
in grün und hellgrau
verbraucht: ? g grau, ?g grün, ? g schwarz. 
Größe/Maße: passt mir (ca Gr. 48)
Nadeln: Chiaogoo Rundstricknadeln Nr. 3 (einfarbig) und 3,25 (mehrfarbig)
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: ???

Donnerstag, 7. März 2013

FO und Fazit: Audrey in Mourning.

Etwas über 2 Monate habe ich an Audrey gestrickt, und obwohl das für meine Verhältnisse sehr schnell ist für einen Pullover/Jacke hätte natürlich alles noch schneller gehen können - ich hätte von vorneherein die richtige Länge gestrickt, statt noch einmal unten anzustricken und zu verlängern, und vor allem hätte ich mir die doppelte Blenderei sparen können, wenn ich es gleich richtig gemacht hätte. Ach ja. Vielleicht lerne ich ja irgendwann einmal dazu. Alles in allem ist dies ja erst das dritte Oberteil für mich selbst (nachTimpani und Jodeldiplom) und immerhin habe ich die Länge schon halbwegs hinbekommen.
Nächstes Mal würde ich den Swatch nicht nur waschen, sondern auch nachmessen und dann schon vor der Fertigstellung feststellen, dass die Wolle in der Länge ganz schön eingeht (zum Glück hatte ich ja schon um 100 Runden verlängert, so dass das in Ordnung geht - nur die Ärmel könnten einen Tick länger sein).
"Körpernah" ist das euphemistische Wort
 Dass das Ganze trotz allem so schnell ging, hatte natürlich mit der verhältnismäßig vielen "freien" Zeit zu tun. Begonnen in den Weihnachtsferien, ging es nach Arbeitsbeginn erst einmal langsamer. Nun bin ich aber schon seit über sechs Wochen krank geschrieben. Offenbar hatte ich mir zu früh zu viel zugemutet. Und da ich zwar zu Hause bin, aber momentan weder vernünftig lesen noch schreiben (= nicht vernünftig denken) kann (drum ja auch die Krankschreibung; ein gräßlicher Zustand für einen Kopfarbeiter*), der Apfelbaum aber zur Zeit nicht trägt, und es für Gartenarbeit zu frostig war... kurzum: viel Zeit zum Stricken.
(*dank der Nachfrage. es geht schon. mal besser mal schlechter, aber bergauf. Zumindest bin ich nicht bettlägrig.Aber Ihr glaubt es nicht, wie lange ich gebraucht habe, diesen Post zu schreiben...)
sitzt schon eher -ähem- knackig...Wie Knackwurst halt.

Aber wo waren wir stehengeblieben?
Das Auftrennen der -selbstverständlich gut vernähten - ersten Blenden war ein Kraftakt. Nicht nur emotional - hatte ich das Werk doch schon unter "fertig" abgeheftet und überhaupt keine Lust, noch einmal zu beginnen - sondern auch de facto. Die Frontpartie hat unter der Prozedur ganz schön gelitten und drohte mit kleineren Löchern einem erneuten Anstricken nicht standzuhalten. Kurzerhand habe ich die benötigten zwei Blenden seperat gestrickt (je 163 Maschen über 16 Reihen twisted rib und mit Tubular Cast-on; letzterer sorgt für hohe Stabilität und gutes Aussehen) und sie dann mit dichten Überwendstichen auf der ganzen Front angenäht.
verbreitert, angenäht und versäubert

Nachdem das erledigt war habe ich die  Blenden auf der Innenseite mit dem breiten Ripsband verstärkt und dabei zugleich die Steeknähte versäubert und sichergestellt, dass beide Blenden nicht leiern/gleich lang bleiben...

Zuguterletzt habe ich sieben Plastikdruckknöpfe als Verschluss befestigt und die ursprünglichen Knöpfe als reine Zierknöpfe an die linke Blende genäht. Voilà!
Und das beste ist: dank der breiteren Frontblenden geht die Jacke ohne großes Spannen sogar zu. Zugegeben, die Ärmel könnten weiter und länger sein, und die Jacke würde noch besser sitzen, wenn ich bis zu drei Größen abnehmen würde - aber man (=ich)  kann sie tragen ohne sich auf der Straße schämen zu müssen, und das ist ja schon etwas.
Die Passform ist jedenfalls alles in allem super, und das "Prinzip" Audrey (= gauge, shaping etc) werde ich sicherlich noch einige Male als Grundrezept für Variationen verwenden.
Hier also das obligatorische Fazit:


Das Muster:
"Audrey in Unst" aus der 2009 Fall edition der Twist Collective ist eine klassische kurze Strickjacke mit typischen "vintage"-Elementen: taillenkurz, sehr hohes Bündchen, enger Sitz. Die Wickelmaschen unter dem Halsausschnitt ("Unst lace") sind einfach aber effektvoll. Ärmel werden mittels verkürzten Reihen für Schulterkugeln direkt in die Ärmellöcher eingestrickt, eigentlich gibt es kaum Nähte.
Technik:
Obwohl einiges neu war, fand ich die Anleitung so gut beschrieben, dass ich nirgendwo Schwierigkeiten hatte (außer selbst verursachten). Verschränkte Rippen sind nur durch die Rückreihen (verschränkte Linksmaschen) pfriemelig, und das habe ich mir durchs Rundstricken&Steeken vereinfacht. Die "Unst lace" ist gut erklärt. Die eingestrickten Ärmel sind sicherlich einfacher, wenn man sich schon einmal mit verkürzten Reihen beschäftigt hat, aber eigentlich idiotensicher beschrieben. Und das i-cord für den Halsausschnitt habe ich - obwohl nicht schwer - durch eine gerippte Blende ersetzt. Meine Tubular cast-offs für die Ärmel und die Blenden sind eine freiwillige und nicht unbedingt notwendige Steigerung des Schwierigkeitsgrades...
Die Wolle: 
Das gefachte Garn aus der Hamburger Wollfabrik (60% Wolle, 33% Kaschmir, 7% Nylon) ist stabil, reißfest und lässt sich gut verstricken - wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. Die Arbeit von zwei Konen zugleich (um auf die erforderliche Stärke zu kommen) macht "Heimarbeit" absolut notwendig, und gefachtes Garn erfordert immer etwas Übung, um nicht zu splitten, ging aber gut vonstatten. Nach dem Waschen habe ich ein schönes, dichtes, recht weiches Gestrick, und bisher kein Pilling in Sicht. Empfehlenswert!
Änderungen:
Oha. So einiges: Körper um 100, Ärmel um 60 Runden verlängert. Hüften zwei Größen größer als Taille und Brust. Übergänge von Rippen zu glatt-rechts mit Hebemaschen abgemildert. Proportionale Vergrößerung des "Lätzchens" (statt 4-6 Musterwiederholungen habe ich 4-9 gestrickt, noch besser wären 6-9 gewesen). In Runden gestrickt und gesteekt. Deutlich breitere Blenden, verstärkt mit Ripsband. Verschluss mit Druckknöpfen. Halsausschnitt mit Rippenblende statt mit I-Cord. Ärmel und Blenden mit Tubular cast-off.
Ich glaube, das wars.
Die harten Fakten:
Audrey In Unst by Gudrun Johnston
angefangen: 22. Dezember 2012
fertiggestellt: 5. März 2013
Wolle: von der Hamburger Wollfabrik
verbraucht:: 690g (minus Knöpfe)
Größe/Maße: Brustweite 118cm
Nadeln:Metallene Rundstricknadel Stärke 3 mm, 100 cm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 7 Knöpfe, 7 Druckknöpfe , Ripsband
Kosten: Wolle: ca. 30 Euro, Knöpfe 8 Euro, Druckknöpfe/Ripsband: 12,76

Donnerstag, 21. Februar 2013

WIP: Audrey. NEUE Knopfleisten.

Ach Mönsch.
Es hat ja keinen Sinn.
autsch.

So sieht die Knopflochleiste nach 2 Tagen tragen aus. Nicht nur schlecht, auch schlecht gemacht.
Da bleibt nur eins: neu machen.
Knopfleisten doppelt so breit, dafür einfach - gibt auch gleich etwas mehr Weite.
Verstärkung und Versäuberung mittels Ripsband (danke für die vielen Links in den Kommentaren! Ich hatte es geahnt. Faulheit auf den letzten Metern rächt sich eben...).
ich bin auf alles vorbereitet. Nur noch nicht bereit.

Verschluss mittels Druckknöpfen aus Plastik in erhöhter Frequenz (evtl. auch Kamsnaps, aber die sieht man vorne. Geht wahrscheinlich nicht.)
Knöpfe nur als Verzierung, nicht als Verschluss.

Dafür brauche ich jetzt aber neuen Schwung, das dauert jetzt noch, zumal ich übers Wochenende anderweitig beschäftigt sein werde.
Bis dahin und zum Übergang ein schnelles Erfolgserlebnis:

Lucy hat. Eigener Post folgt.
Geht schnell, gefällt mir gut bisher!

Dienstag, 19. Februar 2013

WIP: Audrey. Die Knopfleisten.

Immer auf den letzten Metern verreisse ichs.
Ich hasse meine Knopfleisten.
Also Audrey's Knopfleisten.
Sie gefallen mir einfach nicht.
Ich kann es einfach nicht.
Aber fangen wir vorne an: Audrey soll laut Anleitung Knopf(loch)blenden mit sechs Reihen des nun schon bewährten twisted-rib-Musters versehen werden.
Ich musste aufgrund der Knopfgröße auf 8 Reihen Breite erweitern - das macht aber nichts, da ja die ganze Jacke sowieso größer ist. Proportional geht sich das aus...
2cm Knöpfe - laut Anleitung braucht man 22mm Knöpfe... ob da ein inch-cm-Rechenfehler vorliegt?

Nun musste ich aber - zur Versäuberung der Schnittfläche - doppelte Knopfleisten arbeiten.
die Steeksicherungsnaht in hell und das ganze Gefitzel will/soll  ja niemand sehen

Die sind immer dicker, geradezu kissenförmig voluminös. Eigentlich wollte ich die "Steek-Sandwich"-Methoden von Kate Davies anwenden, und dann einen three-needle-bind-off machen...
selbst helles Tageslicht hätte nicht geholfen.
...aber Frau Davies weiß schon, warum sie eine kontrastfarbene Blende ansetzt. Im Ernst - ich habe kaum etwas erkennen können. Und dann ist mir die Nadel abgerissen!
argh. Alptraum.
Also von vorne - dann eben klassisch. An die bereits gestrickte Blende eine Wendereihe in glatt rechts und weitere 8 Reihen Rippen weitergestrickt, und dann abketten
nach innen falten, Gefitzel verstecken, festnähen.
 und festnähen.
Müll versteckt heißt Müll entsorgt.

So weit so gut.
 Das gleiche Spiel für die Gegenseite - hier muss man allerdings bedenken, dass man Knopflöcher in beide Seiten der Blende arbeiten muss, damit der Knopf auch ganz durchgeht. Wie ein 2cm Knopf (oder gar 22mm laut Anleitung) durch ein normales 1YO-Knopfloch gehen soll erklärt sich mir nicht. Ich habe einen Versuch mit einem Tulips-Buttonhole über fünf Maschen gestartet und dann entschieden, die Nähmaschine einzusetzen. Schließlich muss man die zwei Knopflöcher der Vorder-und Rückseite ohnehin zusammennähen, damit der Knopf nicht dazwischen verlorengeht und keine Fädchen nach draußen streben.
Aber aus irgendeinem Grund habe ich leider den Eindruck, dass die zweite Knopfleiste - also die mit den Knopflöchern - minimal länger ist. Kann gar nicht sein, gleiche Maschenzahl und so - aber es wirkt so. Und zwischen den Knöpfen springt alles auf.

Der Meinige meint, es läge alles nur daran, dass die Jacke wirklich zu eng sei. Vielleicht hat er ja recht.
Auch das wäre wenig tröstlich. Fertige schließlich selbst, damit endlich mal was passt. Nicht passende Sachen kann ich auch im Einzelhandel kaufen. Grmpf.

Und jetzt?
Knopfleiste abmachen, neu machen?
Zunähen?
Druckknöpfe und Knöpfe als Deko drübernähen? (Wie hier?)

Als Halsblende dient übrigens eigentlich ein I-cord. Allerdings habe ich mich nach sehr langem Zögern und dem Betrachten unzähliger Ravelry-Bilder dafür entschieden, hier ebenfalls ein Rippenband anzustricken.Und weil das "einfach" ist (ohne Wendereihe und innen annähen) sieht das auch auf Anhieb gut aus.

Das würde beim eventuellen Knopflochblende-neu-machen natürlich ebenfalls daufgehen. Angestrickt ist angestrickt.

Sonntag, 17. Februar 2013

WIP: Audrey. Pick up and knit.

Audrey ist ein wirklich gut geschriebenes Muster - ausführlich genug um Anfänger an die Hand zu nehmen, wie man das inzwischen von anglo-amerikanischen Anleitungen gewohnt ist. Ich kenne -meist viel erfahrenere- StrickerInnen, denen das zu ausführlich ist, und ich kann das auch nachvollziehen - denn wenn man ohnehin weiß, was man tun soll, reicht in der Regel ein kurzes Stichwort.
Manchmal aber muss das augenscheinlich Banale einmal ausdrücklich ausgesprochen werden, damit man den Sinn hinter der Regel/Anweisung begreift, und wenn eine Anleitung das leistet, bin ich immer dankbar.
So wird bei Audrey beispielsweise für die Blenden nicht nur die angegeben, wieviele Maschen aufzunehmen sind, sondern jeweils auch in welchem Verhältnis zu den vorhandenen Maschen (1:1 bei "horizontalen" Abschlüssen, 3:4 bei vertikalen). Dank der Offenlegung des dahinterliegenden Prinzips kann ich auch bei Abweichungen (bei meinen Änderungen unvermeidlich) sicher sein, ein akzeptables Ergebnis zu erzielen.

Die Maschen sollen dabei mit der Methode "pick up and knit" aufgenommen werden - die eingestrickten Ärmel, aber auch die Blenden.Und damit ich das nächste Mal noch weiß, was mir inzwischen ganz banal einleuchtet: So habe ichs gemacht:
  1. Zur Vermeidung von unschönen Dehnlöchern nehme ich Maschen aus "horizontalen" Abkettmaschen durch das einzelne, außenliegende Maschenbein auf. Irgendwie wird das schöner. Bei den "vertikalen" Zunahmen (z. B. Verschlussblenden, Teile der Ärmel- und Ausschnittkanten) nehme ich aber im Zwischenraum zwischen Randmasche und erster Mustermasche auf, das ist fester. 
  2. Es ist viel angenehmer, Maschen mit einer deutlich kleineren Strumpf- oder sogar Handschuhnadel aufzunehmen (in meinem Fall eine 2,5mm 15cm DPN) und von dieser dann auf die Rundstricknadel in der gewünschten Stärke (z. B. 3mm) abzustricken. 
  • Man muss nicht beim teilweise frickeligen Aufnehmen die bereits aufgenommen Maschen mithantieren, immer mit der Gefahr, eine oder mehrere davon zu verlieren 
  • Mit der kleineren Nadel kommt man leichter durch die teils engen Randmaschen, ohne diese unnötig auszuleiern.
  • Für die Maschenweite ist nur relevant, mit welcher Nadelstärke abgestrickt wird (rechte Nadel),  nicht von welcher Nadelstärke abgestrickt wird (linke Nadel).
Banal, sicher.
Aber bis zum nächsten Mal habe ich das sicher vergessen.
Ihr merkt schon: ich bin so gut wie fertig!

Donnerstag, 14. Februar 2013

WIP: Audrey. Endspurt. Knöpfe

Endlich habe ich Audrey auf die richtige Länge gebracht, abgekettelt
schwarz. man erkennt leider nichts
 und anprobiert. Wenn ich irgendwann mal lernen würde, wie ich gleich beim ersten Anlauf zum gewünschten Ergebnis komme, ginge das alles natürlich viel schneller. Immerhin - es passt. Ein bisschen.

negative ease. das muss so eng sein. negative ease...
Natürlich ist - vor allem durch die (ungewollt) größere Fadenspannung die Jacke jetzt auch am Bündchen deutlich enger geworden. Dafür ist das Maschenbild aber optisch schöner. Und wo die Abkett-Reihe im Moment noch einschneidet wird ja in Kürze aufgeschnitten und damit automatisch mehr Weite erzielt. Hoffe ich.
leider kann die Jacke nichts für die Rettungsringe.

Was mich an diesen Fotos hauptsächlich unglücklich stimmt, ist das Motiv. Man sieht sich selbst ja selten von hinten, und bodypositivity hin oder her - nun ja. Jammern hilft da nicht.

Gingen vorher die langen Ärmel bis zur Bündchenkante, so hat sich die Jacke nun um genau diese 40 Runden verlängert. Zeit, die Knöpfe auf ihre Wirkung zu prüfen. Man glaubt ja gar nicht, wie schwierig schwarze Knöpfe zu finden sind. Zumindest wenn man Wert darauf legt, dass sie nicht zu sehr glänzen, nicht billig aussehen, die richtige Größe haben und zum Kleidungsstück passen. Schwarz ist ja auch nicht gleich schwarz...
schwarze Knöpfe sind schwierig

Zehn Knöpfe habe ich gekauft, acht scheinen aber auszureichen, maximal 9 - prima. Bleibt ein Ersatzknopf... Mir gefällt das jedenfalls sehr gut.
ein bisschen Blitz... zwischen den weißen Markierungen wird geschnitten

Die Metallknöpfe haben einen matten Lederbezug in der Mitte, sind schlicht aber nicht langweilig und passen meiner Meinung nach sehr gut zum Retro-Stil der Jacke. Und meine Meinung ist ja hier ausschlaggebend... *grins*

Im nächsten Eintrag machen wir  dann endlich aus einem Pullover eine Jacke. Steeks schneiden, hurra!

Montag, 11. Februar 2013

WIP: Audrey. Schwarzsehen für die Fadenspannung.

Mit dem zweiten Ärmel fertig hätte ich ja eigentlich in der Zielgeraden ankommen sollen... Steeks sichern und schneiden, Blenden, Knöpfe, fertig.
Stattdessen bin ich eine Runde zurückgegangen um mich noch einmal dem zu labbrigen Körperbündchen zu widmen. Von unten ribbeln geht bekanntlich nicht. Eine Jacke, an der man seit Wochen arbeitet und an der man gerade den zweiten Ärmel festgestrickt hat, noch einmal komplett aufribbeln - das kann aber auch keine Lösung sein.
Zum Glück sind andere StrickerInnen mutig vorangeschritten und propagieren die offensichtliche Lösung laut und deutlich über das Internet. Und es stimmt ja - wenn man bereit ist, Steekmaschen zu zerschneiden, dann kann man auch ein Bündchen abtrennen. Also, tapfer zur Schere gegriffen und in der Reihe über dem Bündchenabschluss beherzt eine einzelne Masche zerschnitten. (Wie genau, hat Techknitter dankenswerterweise hier und auch hier geschildert und zugleich besser illustriert, als ich es je könnte.)
Als Novizin habe ich mich für die vorsichtige Variante entschieden und die einzeln aufgedröselten Maschen ebenso einzeln auf die Nadel gerettet - alles in allem hat es aber wunderbar geklappt.
Danach habe ich ohne Skrupel - das heißt: ohne Aufziehen, waschen, dämpfen oder ähnlichen Schnickschnack - das abgeschnittene Bündchen als Knäuel behandelt und einfach noch einmal abgestrickt. Aufgrund der unverzwirnten Struktur des gefachten Garns schien mir das die einfachste Methoden zu sein. Doch obwohl ich zum "runterstricken" die gleiche Nadelstärke - ja sogar dieselbe Nadel - verwendet habe wie zum "raufstricken" wurde das neue Stück deutlich fester. Deutlich fester als die Körpermaschen waren auch schon meine Ärmel geworden, insofern gibt es zumindest eine Konstante - aber erstaunlich ist es schon, sollte doch die Strickrichtung (rauf/runter) eigentlich keinen Unterschied in der Fadenspannung machen...
Macht sie aber.
schwarzsehen - hier kann man nichts erkennen

Die ursprünglich 40 Runden verschränkt-rechts/links-Bündchen in Nadelstärke 3,5mm reichten für volle 40 Runden glatt rechts plus weitere 16 Runden Bündchen in Nadelstärke 3 mm.
Man kann den Unterschied in der Festigkeit mit bloßem Auge leicht erkennen - wenn man nicht gerade bei schlechten Lichtverhältnissen versucht, schwarze Wirkware zu fotografieren. Möglicherweise müsst Ihr mir einfach glauben.

aber hier - auf links gedreht fällt der Unterschied sofort ins Auge
Ändern kann, will und werde ich daran aber nun nichts mehr. Im Vergleich zu Oberweite und Taille hat die Hüftregion der Jacke zwei Größen Vorsprung. Das wird hoffentlich reichen. Für alles andere hat eine Jacke schließlich auch noch Knöpfe...

Apropos Knöpfe... Ich habe möglicherweise Knöpfe gefunden. Noch 20 Runden Bündchen, dann zeige ich sie Euch.

Mittwoch, 6. Februar 2013

WIP: Audrey. Zwischenanprobe

Audrey hat zwei Ärmel, und man kann sie richtig anprobieren.
So sieht das aus:


Die Ärmel sind, leider, sehr eng. Man kommt schon rein und raus, das ist gar nicht das Problem, denn Strick ist zum Glück elastisch, und die Jacke ist auf "negative ease" entworfen. Dennoch: dicker werden sollte ich demnächst lieber nicht. Und sollte ich abnehmen, würde die Jacke sicherlich eine Kleidergröße nach unten mitmachen, bevor ich wie ein verkleideter Kartoffelsack aussehe. Soweit sogut. Kein Grund, irgendetwas aufzutrennen. Hoffe ich.
zu kurz
Aber das untere Bündchen am Körper, das mache ich definitiv neu. Nicht nur ist es weit und labbrig und die Maschen wirken unordentlich - es fehlen auch noch definitv 10 cm bis zur Wohlfühllänge (bis zu den Hosentaschen). Die stricke ich auf jeden Fall noch an, denn das würde mich ständig und in allen Größen stören. Also nochmal 40 Runden... Seufz.

Donnerstag, 31. Januar 2013

WIP: Audrey. Fortschritte.

 Audrey wächst und gedeiht.


Hier sehen wir den engen, aber nicht zu engen Ärmel. Bluse drunter geht auch. Mehr Abnahmen hätten es aber nicht sein dürfen, und weniger hätten es trotz allem wohl auch getan.
Für lange statt 3/4 Ärmel habe ich 60 Runden nach der letzten Abnahme hinzugefügt, dann 40 Runden twisted rib mit kleineren Nadeln (2,75mm. Den Körper stricke ich mit 3mm-Nadeln, das Körperbündchen habe ich leider in 3,5mm gestrickt. Man sieht den Unterschied ziemlich stark, und das Körperbündchen gefällt mir überhaupt nicht. Zu labbrig. Verdreht sich sogar...)
Zum Abschluss des Ärmelbündchens habe ich außerdem einen Italienischen Bind-off versucht, das Gegenstück zum Rollanschlag. Bin noch nicht 100% sicher, ob ich es richtig gemacht habe, aber es sieht schon ganz gut aus und wird seinen Zweck erfüllen. Nur scheint es mir weniger elastisch als versprochen.  Naja. Passt schon.
Aber das Körperbündchen, ich weiß nicht. Gefällt mir überhaupt nicht.
Wenn ich den zweiten Ärmel fertig habe, überlege ich mir, was zu tun ist.

Freitag, 25. Januar 2013

Free pattern online!

Meine zweite Anleitung ist online!
Ihr könnt Euch ab heute die Anleitung für Borowski's Mütze herunterladen - kostenlos, allerdings auf Englisch... (naja: knit, purl, knit front back... mehr muss man ja nicht wissen, richtig?)
Rechts ist ein Link, und mit zwei Anleitungen kann man ja auch eine eigene Seite einrichten, oder?
Daher findet Ihr nun eine extra Seite "my designs" oben unter dem Blog-Kopf.
Und irgendwann mache ich hier auch das Design mal neu und schön... aber nicht jetzt, nicht jetzt.
Jetzt muss ich stricken! Audrey braucht einen zweiten Arm...
Schönes Wochenende!

Dienstag, 22. Januar 2013

WIP Audrey. Schmale Ärmel.

Es geht mir ja wirklich nicht um Puffärmel,
und ich finde es ja auch gut, dass die Audrey-Ärmel so schmal sind...

...aber ist das hier schon zu eng?
Was meint Ihr?

Donnerstag, 17. Januar 2013

WIP: Audrey.

Die Kniestrümpfe - ein Exemplar ist fertig - die Kniestrümpfe gehen mit mir auf Reisen.
Zu Hause stricke ich mit fieberhafter Begeisterung an "Audrey".
Was für eine fantastische Jacke!
Ich bin schon ganz verliebt - ich bin sicher, sie wird gut passen.

sitzt wirklich sehr sehr gut!
Jetzt also Ärmel, die von oben direkt eingestrickt werden, dann Steeks nähen und schneiden, dann Blenden. Dann Knöpfe -das wird sicherlich das schwierigste von allem.
Ich liebe Audrey, aber natürlich habe ich auch etwas zu nörgeln:
dies gefällt mir allerdings gar nicht.


Die verschränkten Rippen hätte ich -entgegen der Anleitung - nicht mit größerer Nadelstärke stricken sollen. Sie sind zu lose, und inzwischen weiß ich auch, dass ich die Übergänge à la Technknitter mit Hebemaschen hätte schöner gestalten können. Nächstes Mal. Es wird sicherlich ein nächstes Mal geben.
und hier ist die Schräge sehr betont. Naja.

Und die Idee, das "Lace bib" zu skalieren und an die größere Maschenzahl der großen Größe anzupassen war ganz richtig - ich hätte allerdings gleich von 6 auf 9 gehen sollen, statt in der ersten Reihe die "vorgeschriebenen" 4 Mustersätze zu stricken - die Maschenbündel wären nicht ganz so spitze und steil angestiegen, die Proportionen wären besser übertragen worden.

Aber: das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich bin davon überzeugt, meine neue Lieblingsjacke auf den Nadeln zu haben und kann es kaum erwarten, endlich fertig zu werden um sie anzuziehen!

Freitag, 11. Januar 2013

Beutezug.

Ich bin ganz brav. Wolle zu kaufen fiele mir im Traum nicht ein. Faktisch bin ich völlig überfordert damit - welche Wolle soll man nehmen? Welche Farben? Welche Fasern? und vor allem: wie viel braucht man denn so?
Nee, nee, ich stricke aus dem Vorrat, wie es sich gehört.
Auch die neuen Skisocken für den Meinigen (zeige ich Euch noch) -- komplett gut abgelagerte Pulloverprojektreste aus dem Jahre 2008.
Aber als Tichiro neulich diesen Pullover aus einer japanischen Strickzeitschrift bewarb, inklusive Tipp, wie man die zugehörige Zeitschrift quasi "blind" bestellen könnte (dabei kann ich sogar noch ein paar Kanji lesen. Bin nur zu faul dazu) - tja. Da habe ich mal auf den Link geklickt.
Und siehe da:
Der Postbote bringt Post!
frisch erworben
 Und in der Zeitschrift ist tatsächlich der gewünschte Pullover abgebildet!
Den beiden FOs in Ravelry kann man ansehen, dass das Modell einen Pullover trägt, der ihr etliche Nummern zu groß sein muss. Außerdem sind die drei Zöpfe unter den schrägen Rippen offenbar keine Zöpfe, sondern Löcher (Lace). Aber das lässt sich sicherlich leicht ändern. Strickt man halt nen Zopf. Ich will keine Löcher in einem dicken Winterpullover (die Anleitung verlangt Wolle in Aran weight). Mit dem Kauf von solcher Wolle bin ich zur Zeit überfordert, außerdem ist Audrey noch längst nicht fertig. Eins nach dem Anderen.
Außerdem hat mich beim Aufschlagen der Zeitschrift ein ganz anderes Modell angesprungen:
Ich bin nicht sicher, ob mir das Muster tatsächlich gefällt, oder ob mich einfach nur die Farbe umhaut. Sollte ich jemals Wolle kaufen, brauche ich dringend so ein grün. Vielleicht ist es aber auch die deutlich lesbare Behauptung, dieses Modell gehöre zur Kategorie "SIMPLE"...

Aufmerksame LeserInnen werden bemerkt haben, dass der Postbote aber offenbar zweimal da war, oder zumindest zwei Päckchen abgeliefert hat...
Tatsächlich habe ich mir noch ein Schmankerl zum Jahresbeginn gegönnt. Ich hatte Euch schon früher mal von den Chiaogoo Red Lace Rundstricknadeln vorgeschwärmt - und nein, ich werde von denen nicht bezahlt. Warum eigentlich nicht? Vielleicht hätte ich mich mal für ein Test-Rezensionsexemplar an die Firma wenden sollen? Jedenfalls gibt es jetzt neu auswechselbare Nadelspitzen mit drei unterschiedlich langen Seilen aus der Red Lace Reihe -
zwei von drei

und dazu dieses hübsche Etui mit Spitzen in kleinen und großen Größen (bisher hatte ich nur kleine Größen - 2mm, 2,25mm, 2,5mm, 2,75mm)
für 13 Nadelspitzenpaare

und dieses ganze Zubehör:
Maschenmarkierer und Seile für die dünnen und die dicken Spitzen und ein Lineal/Nadelmaß und Seilkappen und Verbindungsstücke
je zwei Seile lassen sich verlängern
- im Prinzip ist das alles von Knitpicks bekannt, aber mit deren System hatte ich ja mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht. Die Chiagoo hingegen liebe ich heiß und innig - die Spitzen sind schön spitz
und die Maschen rutschen wunderbar über die Seilübergänge
--jetzt hoffe ich nur, dass die Schraubgewinde sich beim Stricken nicht lösen.
Einen Nutzungsbericht kann ich Euch ja erst geben, wenn ich ein bisschen mehr damit gestrickt habe.
Was die Größen angeht füllt das Set jedenfalls meine Lücken, da ich bisher nur "sockentaugliche" kleine Größen besaß. Jetzt kommen auch "Pulloverspitzen" dazu.

Leider fehlt aber ausgerechnet die 3mm-Spitze, die ich auch bisher noch nicht hatte, aber häufig verwende. Zwar kann man sie einzeln nachbestellen, aber der Online-Shop meiner Wahl zwang mich zu einem Mindestbestellbetrag, was ich zwar privat nachvollziehen kann, aber dennoch höchst ärgerlich finde - immerhin habe ich gerade nicht wenig Geld in dem Shop gelassen, und nun verzweifelt irgendwas zu kaufen, nur damit man das Benötigte bekommt - blöd.
Naja.
Meiner Freude über die hübschen Nadeln tut es dennoch keinen Abbruch. Und ich brauchte sie auch wirklich ganz dringend! Denn der Meinige will dicke Skisocken, die muss man mit 3.5 mm Nadeln stricken. Ehrlich!
Die Socken sind das aktuelle Reiseprojekt, denn Audrey eignet sich mit den Konen nicht zum Zugfahren. Ich zeige sie Euch bald.

Dienstag, 8. Januar 2013

WIP: Audrey in Mourning

Das Audrey-in-Unst Muster aus der TwistCollective macht wirklich Freude und geht erstaunlich flott von den Nadeln. Angesichts der vergleichsweise dünnen Wolle überrascht mich das, zumal schwarz nicht unbedingt die Farbe ist, die man bei den momentanen Lichtverhältnissen am besten stricken kann... Zum Glück hatte ich ja in den Weihnachtsferien viel Zeit...
Vielleicht liegt es aber auch an den kleinen Änderungen, die ich dem Muster zugemutet habe, und die mich wach rütteln kurz bevor endlose schwarze rechts-Runden mich ins Koma fallen lassen.
Hier ist der aktuelle Zwischenstand...
die weißen Linien markieren die offiziellen Randmaschen. Dazwischen wird gesteekt werden,
 ...und dies sind die (bisherigen) Modifikationen:
1. ich stricke in Runden und werde "steeken"
Nicht, weil ich so wahnsinnig gegen das hin-und herstricken wäre - "Audrey" ist nahtlos in Reihen konzipiert, wird erst mit den Ärmellöchern geteilt - sondern weil die verschränkten Linksmaschen des langen twisted-rib-Bündchens mich in den WAHNSINN getrieben hätten. Haben sie schon bei der Maschenprobe! Dann doch lieber in Runden, denn verschränkte Rechtsmaschen machen mir nichts aus. Und vorm Schneiden habe ich schon lange keine Angst mehr...Damit die Vorderen Blenden später gleichmäßig mit Steekschnittresten gepolstert werden, teile ich bei den Ärmeln in Vorderseite und Rückseite und stricke die Vorderseite weiterhin durchgehend, jedenfalls bis zum Halsausschnitt. Ab hier geht es dann getrennt weiter.

2. ich verlängere den Körper
denn mit einem "cropped cardigan" - vintage-look hin oder her - kann ich nichts anfangen. Das geht meines Erachtens nur bei Jacken, die zu Röcken mit hohem Bund oder taillierten Kleidern getragen werden, ich brauche aber etwas, das auch zu Hosen passt. 12 cm mehr müssen schon sein

3. ich mache die Hüfte 2 Nummern größer als ab Taille
denn erfahrungsgemäß macht das bei mir zwei Kleidergrößen Unterschied. Zum Glück gibt es eine detailierte Schnittzeichnung mit Maßen für alle Größen zur Orientierung. Ein Maßband bestätigt mich, zumal ich ja nach unten hin verlängere... Entsprechend nehme ich zur Taille hin deutlich mehr Maschen ab, bis ich auf meiner angepeilten Größe bin. Das gibt erschreckend viele Maschen am Anschlag/pro Runde, aber laut Maßzeichnung und Maßband ist das wohl richtig so. Angeblich. Im Zweifel soll die Jacke ja mit "negative ease" eher eng sitzen...
Durch die zusätzlichen Taillenabnahmen erreiche ich locker auch die erstrebte Verlängerung unterhalb der Taille.

4. ich passe die Größe des "Spitzen-Lätzchens" proportional der großen Größe an
Aufmerksames Studium zahlreicher fertiger "Audreys", v. a. in den größeren Größen, bei Ravelry macht schnell deutlich: 1. das "lace bib" wird laut Anleitung nicht skaliert 2. das sieht doof aus. Ich lasse es mitwachsen und zwar bis auf 9 (statt 7) der Wickelbündel, die das Muster ausmachen. Damit kommt man auf die gleiche Nähe zum Ärmel, wie bei der kleinsten Größe, mir gefällt das besser.
Im Nachhinein hätte man auch schon mit 6 (statt 4) Wickelbündeln anfangen können/sollen, aber hey. So ist es halt. die letzte Bündelreihe vor dem Halsausschnitt wird wieder eins zurückgefahren, hier also bis 8 (statt 6).

So weit so gut.
Leider ist mir erst bei den Halsausschnittabnahmen aufgefallen, dass ich pro Seite (vorne/hinten) 8 Maschen zuwenig habe, also insgesamt 16 Maschen. Außerdem ist mein Rundstricken fester als mein Hin-und-Herstricken (wie  in der Maschenprobe), sodass ich jetzt 27 M statt 22 M auf 10 cm habe. Bei 275 M pro Runde (Ende Zunahmen nach Taille) sollte das eigentlich einen deutlichen Unterschied machen - auch wenn die Jacke eng sitzen soll. (Man könnte die fehlenden cm auch mal ausrechnen, im Moment habe ich dazu keine Lust. Ich muss gleich ins Bett.)
Kann mir jemand erklären, warum die Jacke dennoch eher noch zu weit sitzt (auf jeden Fall nicht zu eng, zum Glück!)?!?
Die Taille sitzt wo sie soll
Ich mein, ich freue mich ja, dass es trotzdem passt, aber was genau stimmt eigentlich mit meinem Maßband nicht?
falsche Seitennähte. Ich finds nicht zu eng. Das Rippenmuster dehnt sich kaum
Übrigens ebenfalls erfreulich: Die Wolle von der Hamburger Wollfabrik ist nicht nur gut abgelagert, sie ist auch unerschöpflich. Nach Fertigstellung des Vorderteils und fast des gesamten Rückenteils ist immer noch so viel auf den Konen (ich stricke doppelfädig und mit Nadelstärke 3)
noch halb voll!

... und dabei habe ich noch einmal zwei von den Konen! (und nochmal vier in rot...)
Mit dem Strickbild bin ich übrigens auch sehr zufrieden... Freu!
Nur Verreisen kann ich damit nicht.
Demnächst wird sich das Tempo also wohl wieder etwas verlangsamen. Schade, denn ich brauche die Jacke dringend...