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Dienstag, 11. Oktober 2016

FO: Bretonische Norwegerreste.

Dieser Blog startete 2010 mit dem Norwegermarathon - vier kleine Norwegerpullover für die damals vorhandenen Neffen und Nichten, zwei rote für die Mädchen, zwei blaue für die Jungs. Das ist sechs Jahre her, und ich bin gespannt, ob es ein oder zwei der Pullover wohl wieder zurück in diesen Haushalt schaffen - die ursprünglichen Neffen und Nichten sind jedenfalls längst herausgewachsen... und die drei "Nachgeborenen" sind ja auch versorgt...
Jedenfalls lagen hier noch immer einige Wollknäuele der damaligen Aktion herum, gerade genug für einen ganz kleinen Pullover.
Hoffte ich zumindest.
Daher hatte ich mir, als wir Ende September in wunderbarem Spätsommerwetter unseren ersten Urlaub zu dritt genossen, diese Restknäuele eingepackt: 1 angebrochenes rotes, weißes und zwei volle blaue.
Wenn man nicht weiß, ob die Wolle reicht, ist Raglan von Oben immer eine gute Idee. Im Zweifel bekommt der Pullover eben kurze Ärmel. Und wenn von keiner Farbe genug da ist, dann eben Streifen.
Und so entstand ein kleiner Pullover im bretonischen Stil:
Das angefangene rote Knäuel hat - wie gehofft - genau für die Schulterpasse gereicht, die wegen der Öffnung entlang der linken vorderen Raglannaht in Reihen gestrickt wurde. Mit den letzten Metern Wolle habe ich die vordere "Naht" mit einem I-Cord-Abschluss versehen, in den drei Knopflöcher eingearbeitet sind. Der Untertritt besteht aus 8 Reihen kraus rechts in blau.
Ab hier geht es in Runden weiter, immer zwei weiß, 8 blau. Die Bündchen haben vier zusätzliche Runden - eine für den Farbwechsel, eine mit Hebemaschen bei jeder zweiten Masche, die dann in der nächsten Runde rechts gestrickt werden - das gibt einen schönen Übergang ins rechts-links-Bündchenmuster, das zudem eine Nadelstärke kleiner gestrickt wurde. Nach 8 Runden dann zwei Vorbereitungsreihen für den Rollsaum (Italian oder Tubular Cast-off), der mir auch erstmals gelungen ist, d.h. tatsächlich elastisch geworden ist...
Knöpfe dran - fertig!
Als Orientierung diente mir für die Maschenanzahl und weitere Maße wieder der Scrap Sweater for the Small ones von Yarn-Madness, den ich auch schon für das (ups. unbebloggte) Geisterschiff und den Hasenherzpullover verwendet habe. Ich muss mir nur endlich mal merken, dass die Maße extrem klein ausfallen (oder Yarn-Madness nur sehr zierliche Babys kennt). Jedenfalls habe ich von der Weite "12 Monate" genommen, mich in der Länge aber an die "6 Monate" gehalten, da er ja jetzt passen soll. Passt auch, ziemlich genau - aber die Ärmel hätte man auch noch länger machen können... Und dabei ist Junior erst 4 Monate alt...
Egal. Die Karisma ist eher kratzig, und auf die Weise ist auf jeden Fall immer ein Stück Body-Ärmel zwischen Pulli und Babyhaut. Das ist vielleicht sogar praktisch. Wir finden das Pullöverchen jedenfalls sehr fesch. Und warm ist er auch. Alles richtig gemacht.

Edit 1.11.16
Ich habe die Ärmel um einen Streifensatz verlängert und alle Bündchen doppelt lang gemacht. Besser ist das. Maße wurden unten angepasst.

Die harten Fakten:
angefangen: 9. September 2016
fertiggestellt: 23. September 2016
Maschenprobe: 21 M x 34 R = 10x10cm
verbraucht: 40g rot, 10 g weiß, 85 g blau = 135g
Größe/Maße: 48 cm Unterbrustweite, 18 cm Saum-Achsel, 30 cm Saum-Schulter, Ärmel 16cm Saum-Achsel (10 cm + 6 cm Bündchen)
Nadeln: Chiaogoo Red Lace mit Twist-Seilen 4mm und 3,5 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 3 Knöpfe
Kosten: alles Reste

Freitag, 7. Oktober 2016

FO BSJ - endlich wieder Strickwaren!

Übrigens wird natürlich trotz allem gestrickt.
Zum Beispiel hatte sich gezeigt, dass ein Baby Surprise Jacket eine wirklich praktische Sache ist gerade wegen der kurzen Ärmel.

Hier noch mit Druckknöpfen. Modell ist 1 Monat alt
Allerdings musste ich bei dieser geschenkten Version die Druckknöpfe gegen richtige Knöpfe austauschen - das war kein Problem, den Knopflöcher waren vorhanden. Jedenfalls waren wir froh, diese kleine Jacke nach vier langen Jahren endlich zum Einsatz zu bringen! (Nochmals Danke!!!)
vor langer Zeit geschenkt, aus sommerlichem Viscose Bändchengarn
Weil die BSJ so praktisch ist, und weil ich sowieso nur kraus-rechts-Konzentration übrig hatte zum Stricken, und weil ich sowieso schon immer eine stricken wollte, habe ich - mal wieder mit den Resten der Timpani-Wolle - losgestrickt.
Merke: Maschenmarkierer. Unbedingt. Verwenden. Die Zunahmen sollten schon an der richtigen Stelle sein. Maschenmarkierer helfen ungemein.
Wenn man das bedenkt, muss man auch gar nicht so viel ribbeln.
Und heraus kommt eine hübsche kleine Babyjacke.
Die Konstruktion ist ja bekanntermaßen der eigentliche Clou am Baby Surprise Jacket, denn faktisch strickt man nur rechts hin und her, macht ein paar Zunahmen hier, ein paar Abnahmen dort, und näht dann eine Naht und Zack! Babyjacke!
Statt des Zusammennähens habe ich die Naht zusammengestrickt, noch dazu in einem roten Kontrastgarn. 
Die anderen Kanten sind mit Icord versäubert. Zuguterletzt habe ich in rot einen Randstreifen aufgehäkelt, mit dem ich zugleich die Knopflöcher verstärken konnte.
Diese hatte ich mittels übersprungener Maschen beim Icord-Binding geschaffen, statt sie direkt einzustricken, allerdings bin ich EZ's Tipp gefolgt, sie auf beiden Seiten einzuarbeiten und dann auf einer Seite die Knöpfe darüber zu nähen.
Die Jacke ist schön geworden, allerdings war bei ihrer Fertigstellung dann doch endlich einmal Sommer und damit war sie zu warm. Und als es kühl genug war...
Das Modell ist 3 Monate alt
... war sie schon zu klein...
Ich hätte wohl die Weite im Rücken nicht weglassen sollen - 10 Maschen hätten hier viel ausgemacht - aber so freut sich eben der frischgeborene Neffe. Babyjacken finden immer einen Weg.

Ich spare mir heute ein "richtiges" Fazit, nur so viel: ich würde es wieder tun.



Die harten Fakten:
 Baby Surprise Jacket by Elizabeth Zimmermann


angefangen: 30. Juni 2016
fertiggestellt: 31.Juli 2016


verbraucht: argh. Nicht gemessen/gewogen. sorry.
Größe/Maße: etwa Größe 50-56 - passt die ersten 3 Monate
Nadeln: Chiaogoo 4mm
Maschenprobe:--
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Knöpfe
Kosten:pff. alles Reste

Freitag, 19. April 2013

FO und Fazit: Turn-a-Leaf-Pullunder

Uff - nun ist es schon wieder ziemlich lange her seit meinem letzten Eintrag - bitte entschuldigt die lange Stille! Seit letzter Woche läuft meine Resozialisierung Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag und, ehrlich gesagt, die erste Woche war fast zu viel. Es fällt mir einfach unheimlich schwer, "reduziert" zu arbeiten... Nach anderthalb Tagen saß ich wieder zu Hause wie ein Schluck Wasser in der Kurve und war nicht sicher, ob das alles eine gute Idee ist. Zum Glück war die zweite Woche viel besser, nicht zuletzt dank eines gemütlichen Strickabends mit einer "spinnenden" Kollegin, und so habe ich jetzt etwas Energie, Euch auf den neuesten Stand zu bringen...
Zuerst einmal schulde Euch noch Tragefotos des längst fertigen Retro-Pullunders.
Hier ist er:
Frühlingsgrüne Blätter!
Ich finde, der sitzt schon ziemlich gut!
Mit dem helleren Grau kommt der Kontrast zu den grünen Blättern gut raus - hatte ich Euch überhaupt erzählt, dass ich ursprünglich ein etwas dunkleres Grau aus dem Stash nehmen wollte (was nicht funktionierte), und dann doch neu einkaufen war? (naja: aber es hat sich gelohnt, und der Löwenanteil ist ja "alte" Wolle... ehrlich!)
Das Blattmuster oberhalb der Brust streckt - wie ich finde - den Körper, zugleich schmeichelt die Taillierung ohne (endlich einmal) allzu wurstpellig zu wirken.

sitzt, passt, wackelt...
Ich bin sehr, sehr zufrieden.
Aber natürlich funktionierte auch hier nichts beim ersten Anlauf:
Angeschlagen hatte ich die bewährte Maschenzahl aus der Audrey, da ich ja die gleiche schwarze Wolle verwendet habe. Bis zu den Armlöcher gab es daher keine Probleme - außer, dass mir glatt-rechte Runden von ca. 300 Maschen/Runde in schwarz zunehmend auf die Nerven fielen, ebenso wie das vergleichbar triste Winterwetter vor der Türe. (Hat sich aber gelohnt). Für das Blattmuster habe ich als erstes die ausgeschriebenen Anweisungen desFair-Isle Twin Set Jumper in ein Chart übersetzt - schließlich war klar, dass ich mit ganz anderen Maschenzahlen arbeiten würde. Außerdem finde ich Strickschriften für Muster immer einfacher.
Im ersten Anlauf hatte ich - im Versuch, komplett aus dem Vorrat zu arbeiten - giftgrüne Sockenwolle (der inzwischen geribbelten Smaragdpantoffeln) und graue Cool Wool Extra Fine (wie hier verwendet) versucht, aber das ging in die Hose - der Kontrast war nicht stark genug, und die Sockenwolle zu dünn. Die Cool Wool war von der Stärke aber ok, und zwei Knäuel hellgrau und  Knäuel grün später war ich auf einem guten Weg.
Schnell war mir aber wieder klar, warum ich normalerweise mehrfarbige Muster in rechts-Runden stricke um potentielle Armlöcher später aufzuschneiden - ausnahmsweise hatte ich nämlich anleitungsgemäß hin-und-her gestrickt, Vorder- und Rückenteil getrennt bearbeitet. AAAAAAAAAAAAAargh. Siebzehn (17!) Reihen Mustersatz haben jeweils einen kompletten Abend länger gedauert als der Rest des Pullunders, und die Fadenspannung war unter aller Sau. Auch spannen unter Dampf hat da nicht alles retten können...
Fadenspannung im Muster? - da ist noch Luft nach oben
Trotzdem: rechtzeitig zu meiner ersten Arbeitswoche zum Ausbruch des Frühlings in Norddeutschland konnte ich das gute Stück probetragen - die Schultern hatten einen 3-needle-bind-off bekommen, die Blenden hatte ich in fröhlichem Streifenmuster gehalten.
Allerdings hätten die Armlöcher ein bisschen tiefer sein können. *Seufz*. Die Information hätte ich eigentlich auch aus Audrey's engen Armen ableiten können, aber nun ja. So ist es nun mal. Ergebnis:
Die Armlochblenden kniffen unter den Armen und rollten sich hoch.
Blenden im ersten Anlauf

Außerdem gefiel mir der Halsausschnitt gar nicht: die knit-up-and-pick-Erste Reihe in grün sah doof aus, die Blende leierte... beser neu machen.
Aber nur die Blenden - für mehr hatte ich keinen Nerv. Also habe ich an den Armen die Streifen mit verkürzten Reihen so gearbeitet, dass unter dem Arm nur die Aufnahme - und die Abkettrunde entlangführt - das schafft die nötigen 2 cm, wobei es auch immer noch mehr hätte sein dürfen - immerhin kneift es nicht mehr.

Sitzt besser - sieht ja keiner. Und wenn: das soll so!
Die Halsblende in zweifarbigem Rippenmuster ist super geworden - man kann sie sogar zweifarbig abketten. Dazu strickt man die Abkettmasche immer in der "falschen" Farbe, beim Abketten legt sie sich dann auf den nächsten Streifen und das Muster geht auf.
Kontrastfarbe:links, Hauptfarbe: rechts Blende: bildschön!

Natürlich musste ich das auch mehrfach machen, bis ich es nicht nur kapiert habe, sondern auch über den Kopf ziehen konnte. JSSBO...

Also - Fazit:
Das Muster:
Eine Kombination aus den Zahlen von Audrey in Unst und dem Einstrickmuster desFair-Isle Twin Set Jumper by Marriner Yarns, frei adaptiert und zusammengeführt von mir.
Technik:
Der Pullunder ist von unten bis zu den Armlöchern in Runden gestrickt, Vorder-und Rückenteil wurden getrennt beendet, das Einstrickmuster in Hin-und Rückreihen (würg) bewältigt. Armlochblenden in Streifen mit verkürzten Reihen, um die nötige Breite zu erreichen ohne unter den Achseln zu kneifen. Die Halsblende in zweifarbigen 1x1 Rippen.
Die Wolle:
Verbraucht habe ich größtenteils Wolle aus dem Stash - zum einen erneut die Konenwolle der Hamburger Wollfabrik, die ich schon bei Audrey verwendet habe, zum anderen die wunderbare Cool Wool Merinowolle, die sich zu einem vielseitigen Dauerbrenner für meine Strickprojekten entwickelt.
Änderungen:
Von der Vintage-Anleitung habe ich nur das Battmuster inklusive Farbaufteilung übernommen, von Audrey die Zahlen für den Körper, dafür Lochmuster und Ärmel weggelassen, Körper 50 Runden verlängert und Ausschnitt 10 Reihen höher angesetzt.

Die harten Fakten:
Fair-Isle Twin Set Jumper by Marriner Yarns
und
Audrey In Unst by Gudrun Johnston
angefangen: 12. März 2013
fertiggestellt: 13. April 2013
Wolle:  
Hamburger Wollfabrik (Wolle-Kaschmir-Nylon) in anthrazit oder schwarz oder was-es-auch-sein-mag
in grün und hellgrau
verbraucht: ? g grau, ?g grün, ? g schwarz. 
Größe/Maße: passt mir (ca Gr. 48)
Nadeln: Chiaogoo Rundstricknadeln Nr. 3 (einfarbig) und 3,25 (mehrfarbig)
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: ???

Freitag, 28. Dezember 2012

Alles neu! Achtung: Serviettentechnik...

Heimlich - im Sinne von: unbebloggt -  rechne ich und fertige Maschenproben an (als ob sie was nützen würden), um endlich ein neues großes Strickprojekt zu starten. Bis es aber losgehen kann, habe ich mich an einigen klassischen Bastelarbeiten versucht.
Beispielsweise wird im Hause Projektmanagerin immer mal wieder getrunken. Zugleich gibt es hier einige Möbel, denen Hitze und/oder Feuchtigkeit nicht besonders gut tun. Der Meinige hat zu diesem Behufe (also dem Möbelschutz) allerlei Bierdeckel Untersetzer mit in die Ehe gebracht. Doch einige von denen haben auch schon bessere Tage gesehen (und die meisten sind ein bisschen sehr, wie soll ich sagen - klassisch?)
ich meine: Fuchsjagd!? Muss das denn sein?
Also habe ich mir ein solches Exemplar erbettelt und versucht, es etwas zu modernisieren. Für irgendetwas Vernünftiges muss doch diese alberne Serviettentechnik auch gut sein, oder nicht?
Also: 
Untersetzer mit weißer Acrylfarbe grundieren, trocknen lassen.
Zwei Anstriche, bis das darunterliegende Motiv gut abgedeckt ist
Inzwischen hübsche Serviette suchen, die nicht kitschig ist.
Im Internet coolere Motive finden und selbst auf eine Serviette (bzw. in diesem Fall: ein Taschentuch) drucken: einfach Taschentuch (oder weiße Serviette, oder Butterbrotpapier) mit einem Streifen Tesa bündig auf normales Druckerpapier kleben, hoffen dass der Drucker mitspielt, und Ausdruck mit Haarspray fixieren.
Banksy rules!*
Und weil ein Untersetzer Feuchtigkeit abkönnen muss, verzichten wir auf den Original-Kleber und nehmen gleich Parkettlack:
bedruckte Schicht vom Taschentuch abheben, zurechtschneiden
 Untersetzer dünn lackieren, Motiv vorsichtig auflegen, mehr Lack von oben drüber streichen.
 Trocknen lassen, noch zweimal nachlackieren.
Yeah! Oder ist das ein Paradox - StreetArt auf Untersetzer? cool goes spießig?
 Für einen ersten Versuch finde ich es gar nicht schlecht. Natürlich hat doch alles Falten geschlagen, aber das ist bestimmt Übung. Butterbrotpapier wäre da wahrscheinlich noch besser gewesen.

Immerhin hat es mich so übermütig gemacht, dass ich gleich noch eine Taschentücherbox aufhübschen wollte. (Im Hause Projektmanagerin wird nämlich auch viel genossen geniest.)
Schachtel als Schablone nutzen, Format aus Papier ausschneiden, vorfalzen, ggf. Rundungskanten einschneiden
Zu irgendwas muss ja diese William-Morris-Geschenkpapierbogenauswahl auch mal gut sein, die seit Jahren in der Kiste liegt und zu schön zum Geschenke einwickeln ist.
Die Holzdose gibts für ca. 5 Euro im Bastelbedarf
Naja. Das Foto ist besser als das Original.
Es wird seinen Zweck schon tun, doch hatte ich nicht bedacht, dass dieses Papier zwar dünn, aber doch deutlich dicker als Serviettenpapier ist. Es wäre wohl besser gewesen, die Dose "normal" zu bekleben, und erst dann mit Parkettlack zu versiegeln, um sie abriebfest/abwaschbar zu machen. Nuja. Man lernt nicht aus.
Demnächst stricke ich eben wieder. Das kann ich schon ganz gut, inzwischen.
Nächstes Jahr also.
Wir sehen uns nächstes Jahr - es kann nur besser werden als das letzte!

*Das Jahr begann ja schon mit Banksy-Ratten. We've come full circle!

Montag, 24. Dezember 2012

FO: Borowski's Mütze.

(Dieser Post ist vorbereitet, da die fertige Mütze bis zur Bescherung an Heiligabend so semi-geheim bleiben muss. Ungefähr jetzt kommen wir aus der Kirche. Jetzt guckt bis zur Bescherung ohnehin keiner mehr ins Internet. Frohe Weihnachten allerseits!)

Was lange währt, wird endlich gut.
Wir erinnern uns:  Der Meinige wünschte sich einen Pullover. Er bekam "Borowski". Natürlich war genau ein Knäuel von der Wolle übrig - warum nicht noch eine passende Mütze stricken? Die Idee war gut, aber ein Knäuel reichte natürlich nicht. War ja klar! 
Ein zweites Knäuel in der gleichen Farbe war aber auch nicht aufzutreiben. Der Versuch, mit einer Kontrastfarbe weiter zu kommen, führte zwar zu einer Verbesserung meines Designs, sah aber so besch...eiden aus, dass ich hier nicht einmal darüber berichtet habe.
Tage, Wochen, Monate zogen ins Land, der Meinige fuhr zum Skifahren, ungenügend behütet bemützt aber immerhin mit warmen Füßen...
Und nun plant er die nächste Ski-Tour, und hat gefragt, was denn nun mit der Mütze sei. Recht hat er. Nichts war mit der Mütze, außer dass ich mal wieder die beliebte ste und blödeste Form des Stash-Bustings betreiben musste... Weil ein Knäuel REST nicht reicht, musste ich ZWEI NEUE Knäuel kaufen. Natürlich in der gleichen - bei mir eigentlich unbeliebten, weil hälftig aus Acryl bestehenden - Wollsorte. Dabei hätte ich ja auch ein ganz neues Garn wählen können. Hätte. Na egal. Es gab dunkelblaue Mille II - wenn auch nicht in Borowski's nachtblau - und voilà!
Hier ist die fertige Mütze.
Pünktlich zu Weihnachten!
Und wie gewünscht schlicht gerippt mit breitem Umschlag für extrawarme Ohren.
Die Krone ist glatt rechts gehalten und könnte meines Erachtens auch einen Pompom vertragen. (Zufällig waren noch 7 g Wolle übrig, grad genug für einen Bommel...) Ob der Bommel aber auch angenäht wird entscheidet sich noch. Bisher gab es kein absolut ablehnendes Nein sondern nur ein klares Vielleicht. Das heißt ja eigentlich "na gut aber später".

Immerhin war der lange Zeitraum zwischen "Design" und Fertigstellung ideal, um zu prüfen, ob meine mitgekritzelte Anleitung stimmt. Ich bin sozusagen meine eigene Teststrickerin, und da ich erfolgreich war und ganz Ravelry meines Wissens keine einzige top-down watchcap gelistet hat, stelle ich mein Design dort zur Verfügung.
Hier mein Fazit:


Das Muster:
Eine schlichte gerippte Mütze (watch cap) mit breitem Umschlagrand und glatter Krone.
Technik:
Die Mütze wird von oben nach unten in Runden gestrickt. Zunahmen erfolgen durch Herausstricken von zwei Maschen aus einer (kfb), abgekettet wird mit Jeny's Surprisingly Stretchy Bind-off , extra elastisch dank Umschlägen (yo) in der Abkettelkante.
Die Wolle:
Lana Grossa Mille II ist ein dickes Garn aus 50% Wolle und 50% Acryl. Letzeres mag ich nicht, aber vielleicht trocknet die Mütze dann schneller, wenn sie mal nass wird? Dank der dicken Wolle lässt sich die Mütze fix an einem Abend fertigstellen.
Änderungen: keine. Mein Design.
Die harten Fakten:
(Ravelry-Pattern-Link: kommt sobald er veröffentlich ist)
angefangen: 16. Dezember 2012
fertiggestellt: 16. Dezember 2012


verbraucht:: 93 g plus 7g für einen Pompom. 
Größe/Maße: passt einem normalen Erwachsenenkopf
Nadeln: Knitpicks Holznadel 5mm, 80cm Seil.
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 7,90 Euro für die Wolle

Sonntag, 16. Dezember 2012

WIP: Balls up!

Es ist der dritte Advent, und zum Entsetzen des Meinigen stricke ich immer noch Baumkugeln.
Drei von vier Kerzen, fünf von sechs Kugeln...
Wozu eigentlich? Äpfel sind doch völlig ausreichend. Vielleicht ein paar Strohsterne. Kugeln, noch dazu bestrickte, sind bloß überflüssiger Tand.
Denkt der Meinige.
Sagt er aber nicht sehr laut, denn er trägt extrawarme rote Socken - das Haus ist alt und fußkalt - und wünscht sich zu Weihnachten endlich die lange versprochene Mütze. Da empfiehlt es sich nicht, allzulaut über die Hobbies der Angetrauten zu spotten. Oh nein!
Und so sind inzwischen 5 von 6 Kugeln fertig...
Nummer 4: roter Zopf auf weißem Grund
Für diese beiden habe ich auf ein Muster zurückgegriffen, das Andrea Pietsch als Ergänzung zum Original-Balls-up!-Muster bei Ravelry frei zur Verfügung gestellt hat.
(Es lebe Ravelry! Es lebe der Geist vorweihnachtlichen Teilens! Hipphipphurra!)
Nummer 5: zweifarbiger Norwegestern
Offenbar brauchte es aber zwei Kugeln um mir endgültig klar zu machen, dass ich ruhig ein-zwei Runden mehr stricken darf, bevor ich in die Abnahmerunden einsteige - die Kugeln sind sehr sehr eng...
Mal sehen - eine Kugel habe ich ja noch - welches Muster ich dafür finde...

Mittwoch, 12. Dezember 2012

FO: Brünhild.

Die Nichte ist jetzt eins und möchte Opernstar werden.
Eine besondere Vorliebe scheint sie für Wagner zu hegen - jedenfalls fühlt sie sich bei dem ganz großen Drama genauso wohl wie mit dem ganz hohen C.
Im Sinne der frühkindlichen Förderung sehe ich mich als Tante natürlich in der Mitverantwortung.
Daher gibt es dieses Jahr zu Weihnachten eine neue Mütze.
Voilà:
ein echter Walkürenhelm!
Mit der Umsetzung dieses Musters gehen einige Irrungen und Wirrungen einher, die mit der eigentlichen Anleitung nichts zu tun haben. Allerdings geht besagte Anleitung von einer dickeren Wolle aus, so dass ich umrechnen musste. (Mehr muss ich wohl nicht sagen?) Auch hatte ich den Ehrgeiz, ganz aus dem Stash zu arbeiten, aber in Gelb/Gold hatte ich nur den Rest Schachenmeyer Bravo Acryl von der Hühnerproduktion.
Acryl aber wird desto bäh je länger ich stricke.
Version 1 mit Acryl
 Außerdem war mir die Farbe zu orange, das "Band" zu schmal und die Flügel waren total schlapp.
Version 1 von vorne
Daher bin ich nochmal los, um ein weiteres Knäuel Merinowolle in weniger grellem Gelb zu kaufen. Doppelt genommen bringt es einen glaubhaften Unterschied in der Textur von "Gold" und "Eisen" und ist außerdem an den Ohren schön warm.
Version 2 - noch ungeblockt
 Die Flügel allerdings stehen immer noch nicht...
Version 2
 ...da muss ich wohl weiter oben nochmal die Nähnadel ansetzen...
Und nun das Fazit:


Das Muster:
Die Mütze wird in der Runde gestrickt, dabei erfolgt ein Farbwechsel. Flügel werden seperat gestrickt und später angenäht.
Technik:
Der "goldene" Teil ist mit Perlmuster strukturiert und simuliert mit Noppen/Bobbles die Nieten, mit denen Gold und Eisen zusammengehalten werden. Noppen hatte ich noch nie gestrickt, aber erstens sind sie gut erklärt, und zweitens geht es noch einfacher, wenn man von links nach rechts zurückstricken kann. Kinderspiel!
Die Wolle:
Die Mütze besteht -mal wieder- aus der dünnen Cool Wool Merinowolle, von der ich einen großen Vorrat habe. Ursprünglich war auch Acryl im Spiel, aber das ist doof. Eigentlich verlangt die Anleitung nach einer dickeren Wolle (Worsted), aber erstens hatte ich die nicht, und zweitens wäre die dem Kind wahrscheinlich zu warm auf dem Kopf und so musste ich eben mal wieder umrechnen. Und dann ribbeln und neu machen, weil die Maschenprobe nie mit der Durchführung übereinstimmt.
Änderungen:
Neben der dünneren Wolle musste ich auch auf den größeren Kopfumfang der Nichte Rücksicht nehmen. Angeschlagen habe ich daher 96 Maschen, Hauptsache es bleibt durch acht teilbar. Um das goldene Band in ähnlichen Proportionen wie im Original zu haben, habe ich jeweils vier Reihen (statt zwei) im Perlmuster gestrickt, dafür die Noppen auf die Hälfte (alle 16M) reduziert. Aus dem gleichen Grund gehen die Flügel über 20M (statt 16), die "Schwungfeder" (vorletzte Rippe) habe ich etwas verlängert und erst nach vier Reihen abgekettelt. Außerdem habe ich den "Helm" über den Noppen in Segmente unterteilt, die mit Hebemaschen voneinander getrennt sind. Bei den Abnahmen werden diese Linien durch die doppelte Abnahme um eine zentrale Masche herum (wie heißt das bloß?) betont: zwei M wie zum rechtsstricken haben, 1 r stricken, abgehobene Maschen überziehen.
Also, ich finde das witzig. Mal was anderes als Öhrchen an der Mütze. Hoffentlich sehen die Empfänger das genauso...
Die harten Fakten:


angefangen: 30.November 2012
fertiggestellt: 7. Dezember 2012


verbraucht: 25 g grau, 48g gelb = 73g. 
Größe/Maße: Umfang ca. 50 cm
Nadeln: Rundstricknadeln Nr. 3 (grau) und Nr. 5 (gelb, doppelt gehalten).
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Luftballon zum Blocken
Kosten:ca. 10 Euro