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Samstag, 27. April 2013

Frühling lässt sein blaues Garn...

...aus dem Laden direkt in meinen Stash wandern.
Wirklich!
Ich konnte überhaupt nichts dafür - die Sonne schien, und ich hatte mich vor einigen Tagen mit einer Kollegin über die Verdienste isländischer Lopi-Wolle unterhalten. Selbige ist ja viel gerühmt und wird auch schon lange in den unterschiedlichen Blogs besungen (hier oder hier oder hier), sodass ich schon länger neugierig war.
Und dann schien die Sonne, und ich war in der Stadt, saß in einem Café und trank die dortige neueste "Kaffeespezialität" (Kondensmilch!!!, Espresso, Milchschaum) und gegenüber war ein Wollgeschäft.
Weil eine Wolke vorbeizog, der Kaffee ausgetrunken war und der Laden gerade für das Nachmittagsgeschäft öffnete, bin ich hinein.
Und trat kurz darauf mit 18 Knäueln (900g) Létt-Lopi wieder vor die Tür.
16xAqua
2xPetrol

Kurzum, es schien die Sonne.
Der Frühling liegt in der Luft - und mit ihm der Gedanke an blaue Bänder...
Und ich stricke offenbar eine sehr warme Jacke.
Es gibt einen Plan.
Es gibt sogar schon eine Maschenprobe.
Jetzt muss ich mich nur noch etwas zurückziehen, mit einem Bleistift, Block und eventuell Frau Zimmermann.
Das kann etwas dauern. 

Dienstag, 9. April 2013

WIP: Eisblumen. Nachtrags-Ferse.

Wie auch immer man die wunderbare "Afterthought Heel" auch ins Deutsche übersetzen mag - ich bin sicher, es gibt dafür einen Begriff, leider kenne ich ihn nicht  - sie eignet sich ganz hervorragend für mehrfarbige Strümpfe, da man das Muster lustig weiterstricken kann, ohne sich von Spickelzunahmen oder ähnlichen Schwierigkeiten beirren lassen zu müssen. 
Dieser Fuß ist schon mal warm.
Einfach eine Reihe über die Sohle mit Kontrastfaden stricken, den man später herauslöst, wobei man die freiwerdenden Maschen auffängt, und dann wie eine Sockenspitze behandelt. Wunderbar einfach, sehr geräumig. Jetzt muss ich nur noch die letzten 2x10 Maschen zusammennähen/-graften, dann wird es Zeit, meine Waden einmal auszumessen (*Danke für den Link, Janukke), und dann kann ich mich damit beschäftigen, wie ich in diesem Muster die nötige Anzahl Maschen zunehme... Eine "Maschenprobe" habe ich ja dann schon am Fuß.

Bin selbst gespannt.

Dienstag, 8. Januar 2013

WIP: Audrey in Mourning

Das Audrey-in-Unst Muster aus der TwistCollective macht wirklich Freude und geht erstaunlich flott von den Nadeln. Angesichts der vergleichsweise dünnen Wolle überrascht mich das, zumal schwarz nicht unbedingt die Farbe ist, die man bei den momentanen Lichtverhältnissen am besten stricken kann... Zum Glück hatte ich ja in den Weihnachtsferien viel Zeit...
Vielleicht liegt es aber auch an den kleinen Änderungen, die ich dem Muster zugemutet habe, und die mich wach rütteln kurz bevor endlose schwarze rechts-Runden mich ins Koma fallen lassen.
Hier ist der aktuelle Zwischenstand...
die weißen Linien markieren die offiziellen Randmaschen. Dazwischen wird gesteekt werden,
 ...und dies sind die (bisherigen) Modifikationen:
1. ich stricke in Runden und werde "steeken"
Nicht, weil ich so wahnsinnig gegen das hin-und herstricken wäre - "Audrey" ist nahtlos in Reihen konzipiert, wird erst mit den Ärmellöchern geteilt - sondern weil die verschränkten Linksmaschen des langen twisted-rib-Bündchens mich in den WAHNSINN getrieben hätten. Haben sie schon bei der Maschenprobe! Dann doch lieber in Runden, denn verschränkte Rechtsmaschen machen mir nichts aus. Und vorm Schneiden habe ich schon lange keine Angst mehr...Damit die Vorderen Blenden später gleichmäßig mit Steekschnittresten gepolstert werden, teile ich bei den Ärmeln in Vorderseite und Rückseite und stricke die Vorderseite weiterhin durchgehend, jedenfalls bis zum Halsausschnitt. Ab hier geht es dann getrennt weiter.

2. ich verlängere den Körper
denn mit einem "cropped cardigan" - vintage-look hin oder her - kann ich nichts anfangen. Das geht meines Erachtens nur bei Jacken, die zu Röcken mit hohem Bund oder taillierten Kleidern getragen werden, ich brauche aber etwas, das auch zu Hosen passt. 12 cm mehr müssen schon sein

3. ich mache die Hüfte 2 Nummern größer als ab Taille
denn erfahrungsgemäß macht das bei mir zwei Kleidergrößen Unterschied. Zum Glück gibt es eine detailierte Schnittzeichnung mit Maßen für alle Größen zur Orientierung. Ein Maßband bestätigt mich, zumal ich ja nach unten hin verlängere... Entsprechend nehme ich zur Taille hin deutlich mehr Maschen ab, bis ich auf meiner angepeilten Größe bin. Das gibt erschreckend viele Maschen am Anschlag/pro Runde, aber laut Maßzeichnung und Maßband ist das wohl richtig so. Angeblich. Im Zweifel soll die Jacke ja mit "negative ease" eher eng sitzen...
Durch die zusätzlichen Taillenabnahmen erreiche ich locker auch die erstrebte Verlängerung unterhalb der Taille.

4. ich passe die Größe des "Spitzen-Lätzchens" proportional der großen Größe an
Aufmerksames Studium zahlreicher fertiger "Audreys", v. a. in den größeren Größen, bei Ravelry macht schnell deutlich: 1. das "lace bib" wird laut Anleitung nicht skaliert 2. das sieht doof aus. Ich lasse es mitwachsen und zwar bis auf 9 (statt 7) der Wickelbündel, die das Muster ausmachen. Damit kommt man auf die gleiche Nähe zum Ärmel, wie bei der kleinsten Größe, mir gefällt das besser.
Im Nachhinein hätte man auch schon mit 6 (statt 4) Wickelbündeln anfangen können/sollen, aber hey. So ist es halt. die letzte Bündelreihe vor dem Halsausschnitt wird wieder eins zurückgefahren, hier also bis 8 (statt 6).

So weit so gut.
Leider ist mir erst bei den Halsausschnittabnahmen aufgefallen, dass ich pro Seite (vorne/hinten) 8 Maschen zuwenig habe, also insgesamt 16 Maschen. Außerdem ist mein Rundstricken fester als mein Hin-und-Herstricken (wie  in der Maschenprobe), sodass ich jetzt 27 M statt 22 M auf 10 cm habe. Bei 275 M pro Runde (Ende Zunahmen nach Taille) sollte das eigentlich einen deutlichen Unterschied machen - auch wenn die Jacke eng sitzen soll. (Man könnte die fehlenden cm auch mal ausrechnen, im Moment habe ich dazu keine Lust. Ich muss gleich ins Bett.)
Kann mir jemand erklären, warum die Jacke dennoch eher noch zu weit sitzt (auf jeden Fall nicht zu eng, zum Glück!)?!?
Die Taille sitzt wo sie soll
Ich mein, ich freue mich ja, dass es trotzdem passt, aber was genau stimmt eigentlich mit meinem Maßband nicht?
falsche Seitennähte. Ich finds nicht zu eng. Das Rippenmuster dehnt sich kaum
Übrigens ebenfalls erfreulich: Die Wolle von der Hamburger Wollfabrik ist nicht nur gut abgelagert, sie ist auch unerschöpflich. Nach Fertigstellung des Vorderteils und fast des gesamten Rückenteils ist immer noch so viel auf den Konen (ich stricke doppelfädig und mit Nadelstärke 3)
noch halb voll!

... und dabei habe ich noch einmal zwei von den Konen! (und nochmal vier in rot...)
Mit dem Strickbild bin ich übrigens auch sehr zufrieden... Freu!
Nur Verreisen kann ich damit nicht.
Demnächst wird sich das Tempo also wohl wieder etwas verlangsamen. Schade, denn ich brauche die Jacke dringend...

Mittwoch, 12. Dezember 2012

FO: Brünhild.

Die Nichte ist jetzt eins und möchte Opernstar werden.
Eine besondere Vorliebe scheint sie für Wagner zu hegen - jedenfalls fühlt sie sich bei dem ganz großen Drama genauso wohl wie mit dem ganz hohen C.
Im Sinne der frühkindlichen Förderung sehe ich mich als Tante natürlich in der Mitverantwortung.
Daher gibt es dieses Jahr zu Weihnachten eine neue Mütze.
Voilà:
ein echter Walkürenhelm!
Mit der Umsetzung dieses Musters gehen einige Irrungen und Wirrungen einher, die mit der eigentlichen Anleitung nichts zu tun haben. Allerdings geht besagte Anleitung von einer dickeren Wolle aus, so dass ich umrechnen musste. (Mehr muss ich wohl nicht sagen?) Auch hatte ich den Ehrgeiz, ganz aus dem Stash zu arbeiten, aber in Gelb/Gold hatte ich nur den Rest Schachenmeyer Bravo Acryl von der Hühnerproduktion.
Acryl aber wird desto bäh je länger ich stricke.
Version 1 mit Acryl
 Außerdem war mir die Farbe zu orange, das "Band" zu schmal und die Flügel waren total schlapp.
Version 1 von vorne
Daher bin ich nochmal los, um ein weiteres Knäuel Merinowolle in weniger grellem Gelb zu kaufen. Doppelt genommen bringt es einen glaubhaften Unterschied in der Textur von "Gold" und "Eisen" und ist außerdem an den Ohren schön warm.
Version 2 - noch ungeblockt
 Die Flügel allerdings stehen immer noch nicht...
Version 2
 ...da muss ich wohl weiter oben nochmal die Nähnadel ansetzen...
Und nun das Fazit:


Das Muster:
Die Mütze wird in der Runde gestrickt, dabei erfolgt ein Farbwechsel. Flügel werden seperat gestrickt und später angenäht.
Technik:
Der "goldene" Teil ist mit Perlmuster strukturiert und simuliert mit Noppen/Bobbles die Nieten, mit denen Gold und Eisen zusammengehalten werden. Noppen hatte ich noch nie gestrickt, aber erstens sind sie gut erklärt, und zweitens geht es noch einfacher, wenn man von links nach rechts zurückstricken kann. Kinderspiel!
Die Wolle:
Die Mütze besteht -mal wieder- aus der dünnen Cool Wool Merinowolle, von der ich einen großen Vorrat habe. Ursprünglich war auch Acryl im Spiel, aber das ist doof. Eigentlich verlangt die Anleitung nach einer dickeren Wolle (Worsted), aber erstens hatte ich die nicht, und zweitens wäre die dem Kind wahrscheinlich zu warm auf dem Kopf und so musste ich eben mal wieder umrechnen. Und dann ribbeln und neu machen, weil die Maschenprobe nie mit der Durchführung übereinstimmt.
Änderungen:
Neben der dünneren Wolle musste ich auch auf den größeren Kopfumfang der Nichte Rücksicht nehmen. Angeschlagen habe ich daher 96 Maschen, Hauptsache es bleibt durch acht teilbar. Um das goldene Band in ähnlichen Proportionen wie im Original zu haben, habe ich jeweils vier Reihen (statt zwei) im Perlmuster gestrickt, dafür die Noppen auf die Hälfte (alle 16M) reduziert. Aus dem gleichen Grund gehen die Flügel über 20M (statt 16), die "Schwungfeder" (vorletzte Rippe) habe ich etwas verlängert und erst nach vier Reihen abgekettelt. Außerdem habe ich den "Helm" über den Noppen in Segmente unterteilt, die mit Hebemaschen voneinander getrennt sind. Bei den Abnahmen werden diese Linien durch die doppelte Abnahme um eine zentrale Masche herum (wie heißt das bloß?) betont: zwei M wie zum rechtsstricken haben, 1 r stricken, abgehobene Maschen überziehen.
Also, ich finde das witzig. Mal was anderes als Öhrchen an der Mütze. Hoffentlich sehen die Empfänger das genauso...
Die harten Fakten:


angefangen: 30.November 2012
fertiggestellt: 7. Dezember 2012


verbraucht: 25 g grau, 48g gelb = 73g. 
Größe/Maße: Umfang ca. 50 cm
Nadeln: Rundstricknadeln Nr. 3 (grau) und Nr. 5 (gelb, doppelt gehalten).
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Luftballon zum Blocken
Kosten:ca. 10 Euro



Dienstag, 31. Juli 2012

Tomten

Ich sitze also neulich im Zug, eine lange Fahrt steht mir bevor. Einmal vom Norden bis ganz in den Süden - wie gut, dass ich stricken kann!
Kopfhörer und Hörbuch schirmen mich von der gutgelaunten Gruppe Justizvollzugsbeamtinnen auf Betriebsausflug ab, die nicht begreifen können, dass wir ihren Spaß nicht alle gleichermaßen teilen können oder wollen.
Ich greife nach Wolle und Nadeln und schlage 112 Maschen für einen Tomten an.
Nach sechs Reihen beginne ich, auf einem Stück kariertem Papier ein einfaches  Bordürenmuster zu skizzieren - ein bißchen Intarsie kann das kraus rechts ja nur auflockern und zugleich die Kanten stabilisieren, dachte ich mir. Das Muster geht nicht auf.
Nun ist ja bekannt, dass ich nicht zählen kann. Ein Verdächtiger ist also schnell ausgemacht - ich habe tatsächlich 10 Maschen zu viel aufgeschlagen. Kein Problem, der Weg ist noch weit.  Ich ribbele alles auf und fange von vorne an. So hat man länger was vom Hobby.
Eine halbe Stunde später bin ich wieder da, wo ich eben schon mal war - diesmal mit der korrekten Maschenanzahl, einem halbwegs funktionierenden Mustersatz, und immer noch dem spannenden Hörbuch auf den Ohren.
Da rüttelt jemand an meinem Arm. Eine der Betriebsausflüglerinnen hat mir dringend etwas zu sagen. Ich schalte hektisch das Hörbuch aus, nehme den Kopfhörer ab und erfahren:
"Seit  Hannover beobachte ich Sie! Sie kommen ja überhaupt nicht voran! Ich seh' das ganz genau, das Stück ist überhaupt nicht gewachsen!"
Vorgetragen mit einem Unterton leichter Empörung.
Ich war so verstört, ich wusste überhaupt nicht, wie ich reagieren sollte.
Ich meine, geht's noch?
1. wollte ich offensichtlich meine Ruhe (Kopfhörer etc)
2. was geht es diese wildfremde Frau an, ob und wie schnell ich stricke?
3. ich habe noch nie erlebt, dass jemand mir das Taschenbuch oder die Zeitung aus der Hand gerissen hätte mit dem Hinweis, ich hätte nun schon so lange nichts umgeblättert, ob und was ich überhaupt da lesen würde.

Warum passiert sowas immer mir?

Sonntag, 4. März 2012

Projektrekapitulation und -fortschritt: Pullunder-Steeks

Die Socken machen mir zur Zeit keinen Spass.
Dafür habe ich mir den Pullunder endlich wieder einmal vorgenommen. Aus Euren Kommentaren schließe ich, dass Euch sein Fortschritt brennend interessiert. Weil es aber so lange her ist, starte ich mit der Zusammenfassung: was bisher geschah...

Ich hatte mit grüner Wolle auf einer 2,5mm Rundstricknadel 300 M angeschlagen
und dann in dunkelbraun 90 R 3r/3l Rippen gestrickt.
Der Pullunder soll sehr stramm sitzen, mit den Rippen als deutliches Muster - und zur Verbesserung der Passform

Dann über 15 R ein neckisches Zopf-Geäst eingefügt, wo später hoffentlich meine Taille betont werden kann
Blattkrone "wächst" aus "Geäst"

Dann, nach einigen Fehlstarts, für den Beginn des Fair-Isle-Blättermusters auf ein 40 cm langes Nadelspiel in Stärke 3 mm gewechselt und zugleich verteilt 28 M zugenommen = 328M Gesamtumfang.
Nun kam auch für das Muster in der rechten Hand die Kontrastfarbe in grünbunt dazu - die linke Hand hält weiterhin den braunen Faden.
Der Fair-Isle Teil wird ab hier auf dem Nadelspiel mit Hilfe eines aus Fimo gefertigten Strickköchers (knitting sheath) gestrickt - hatte ich Euch den eigentlich gezeigt? Hier ist er:
Strickköcher/knitting sheath aus Fimo, maßgefertigt für meine Nadeln
 Der Köcher wird über der rechten Hüfte in den Gürtel oder Hosenbund gesteckt und die fünfte Nadel darin verankert. Da ich die beidhändige Fair-Isle-Technik verwende, also mit der rechten Hand den Faden "werfe", kann ich die rechte Nadel nun einfach loslassen. Außerdem entsteht durch die Führung über den Körper eine leichte Spannung auf der Nadel, so dass sie fast von alleine aus der abzustrickenden Masche gleitet - die Handgelenke werden entlastet und es ist leichter, eine gleichmäßige Fadenspannung zu halten. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Tatsächlich gewöhnt man sich recht schnell daran. Wer mit einem Nadelspiel stricken kann, kann auch -und evtl. sogar besser- mit einem Köcher arbeiten.

Ab hier wird's neu:
Nach 4 vollständigen "Blättern" (=2,5 Mustersätze) = 30 Runden habe ich für eine hoffentlich bessere Passform short-row-bust-darts, also "Abnäher" mit verkürzten Reihen eingefügt. Dazu habe ich an der Vorderseite über 24 Reihen verkürzte Reihen eingefügt. Im Muster konnte ich bleiben , weil ich die Rückreihen von links nach rechts "zurückgestrickt" habe. (Die famose Elizzza hat die Technik mal für lochfreie Bumerangfersen erklärt.) Dann habe ich noch einmal 24 Runden "normal" weitergestrickt.

So weit war ich also bis November gekommen.
zusätzliche Maschen zur Bedeckung des Brustumfangs in der rechten Bildhälfte erkennbar
 An dieser Stelle sollten Armlöcher und V-Ausschnitt eingefügt werden und zwar mittels Steeks, die später aufgeschnitten werden, sodass ich weiterhin in Runden arbeiten kann.Und da hatte mich im November der Mut verlassen. Aber es hilft ja nichts: Ein Ende ist schließlich absehbar!
Also habe ich ein bisschen geknobelt und gerechnet. Der Vorteil ist ja, dass ich inzwischen eine verlässliche fair-isle Maschenprobe habe, und es gibt ja allerlei Muster im Netz, die einem Hinweise darauf geben, wieviele Zentimeter groß und tief so ein Ausschnitt denn günstigerweise sein soll.
Dann habe ich mutig, mutig an jeder der imaginären Seitennähte 28 M abgekettelt, und zugleich für den Halsausschnitt die zentralen 5 Maschen der Vorderseite. In der nächsten Runde habe ich für die Steeks jeweils 7 M neu angeschlagen. Dabei hat sich für mich das Muster b/g/b/g/b/g/b bewährt, die Streifen bieten später beim Schneiden Orientierung, zugleich werden die Maschen für die Kanten aus der jeweils äußersten Masche aufgenommen, also aus der (braunen) Hauptfarbe.
Strickte man in Reihen, würde man an diesen Kanten weitere Maschen abketteln oder - noch wahrscheinlicher - 2 Maschen vom Rand entfernt abnehmen. Hier in Runden möchte ich, dass die Abnahmen von den Steekmaschen "geschluckt" werden, sodass das Muster möglichst nicht beeinträchtigt wird. Also muss jeweils die letzte Mustermasche mit der ersten Steekmasche, bzw die letze Steekmasche mit der ersten Mustermasche zusammengestrickt werden. Nach einigen Runden habe ich dann auch kapiert, wie man das am hübschesten macht:

Lernkurve: Abnahmen am Steek
Leuchtet ein, oder?
VOR dem Steek: k2tog, NACH dem Steek: ssk = Steekmaschen schlucken Abnahmen.
Leider muss ich immer erst mal ein paar Runden stricken, bis ich es kapiere - mir fehlen noch immer die Erfahrungswerte, um mir die Effekte vorher im Kopfe vorzustellen. Trotzdem ist es als Fehler meiner Meinung nicht wichtig genug um ein Ribbeln zu rechtfertigen.
Nun geht es lustig in Runden weiter. Meine Hoffnung ist, dass ich in Runde 55 genug Höhe gewonnen habe, um die Schulterschrägungen zu beginnen... Bei meiner Rechenschwäche besteht ein gewisses Risiko, und Anprobieren ist mit Steeks natürlich nicht... Also haltet mir die Daumen!



Mittwoch, 29. Februar 2012

Jaja. Manchmal stricke ich auch.

(Vorgefertigter Post)
Zwar verbringe ich momentan den größten Teil meines zur Zeit nicht so aufregenden Lebens am Computer, aber eben nicht zum Bloggen. Genau genommen habe ich mir sogar einige Internet-Sperren auferlegt. In zwei Monaten muss die Doktorarbeit fertig sein - das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht IMMER NOCH an tatsächlichen Inhalten arbeiten würde... seufz. Die gute Nachricht ist: Alles, was ich habe, gefällt mir gut. Leider habe ich eben noch nicht alles.

Genug gejammert.
Manchmal finde ich dann doch auch noch etwas Zeit zum Stricken.
Zum Beispiel habe ich  meiner großfüßigen Nichte ja neue warme Füße versprochen... schon an Weihnachten! Wenn man bedenkt, wie schnell die Saartje-Booties gestrickt sind, hat das doch erstaunlich lange gedauert, aber voilà:
passend zum restlichen Outfit

Zum Vergleich: der ganz grüne Schuh ist die "normale" Größe, der grün-weiße die XL-Version.
Morgen gehen die Schuhe in die Post. Hoffentlich passen sie diesmal... :-)
ziemlich große Füße

Die Smaragdpantoffeln musste ich ja schon mehrfach ribbeln und reparieren - zuletzt war ein Fehler im Flechtmuster zu beseitigen, der mich viel Nerven und Mühe gekostet hat.
rechts sieht man noch die Reparaturmarken

Unten rechts kann man es noch sehen - hoffentlich geht das beim blocken und spannen weg!
Das Muster erfordert viel Konzentration, ich habe daher in letzter Zeit wenig Fortschritte gemacht, aber die Hälfte vom Bein habe ich ja schon. Die Farbe ist toll, die Wolle ist ein gutes Match fürs Muster. Sollten die Socken je fertig werden, werden es sicher Lieblingssocken...

Und dann habe ich auch den namenlosen Pullunder wieder hervorgeholt. Zuletzt gesehen habt Ihr ihn hier. Ich hatte an dem Punkt aufgehört, an dem die short-row-bust-darts beendet waren, und zögerte lange, die Ärmellöcher und den V-Ausschnitt anzufangen. Ich will ja mit Steeks arbeiten, und wenn da nicht alles stimmt, ist ja schnell alles zu spät. Also wenn man erstmal geschnitten hat...
weiter geht's...
 Jedenfalls habe ich mich neulich endlich aufgerafft, auszurechnen, wie viele Abnahmen an den Ärmellöchern und für den Ausschnitt über welche Höhe notwendig sind. Ich habe, wie ich finde völlig berechtigt, so gut wie kein Vertrauen in irgendeine meiner Berechnungen, aber hey - es muss ja weiter gehen. Haltet mir einfach die Daumen... Ich bin jetzt über die Steekmaschen drüber und mache die Abnahmen in die jeweils erste bzw. letzte Steekmasche, sodass sie hoffentlich ziemlich verschwinden und das Muster nicht stören.
Detail vom Blattwerk/Maschenbild
 Das einzige, was mich momentan etwas nervt, ist die etwas aufwendige Strickerei mit dem Nadelspiel und dem Köcher. Das lässt sich nämlich besser vom unbequemen Stuhl aus handhaben, als vom bequemen Sofaplatz... grins. Und ich muss mich wieder an die vielen Nadeln gewöhnen, aber das wird schon. Immerhin ist das Maschenwerk sehr schön gleichmäßig...Also, auch hier: Endspurt!

Donnerstag, 24. November 2011

Brütend in Köln...

...sitzt meine Schwägerin und bäckt bereits, so sagte man mir, die neunte Sorte Weihnachtsplätzchen. Größere Projekte nimmt sie sich nicht mehr vor, denn ihr Erstgeborenes soll jederzeit schlüpfen. Aus der Ferne fiebert die zukünftige Tante natürlich mit, und hat daher vor einigen Tagen schon einen Strampler angeschlagen.
Aus meinem Lieblings-Kindersachen-Heft Bouton d'Or (#13) soll es der "Malandry" sein, ein klassischer Overall ohne Ärmel, mit Knöpfen im Schritt, und einem einfachen aber effektvollen Strukturmuster. Blöd nur, dass Bouton d'Or außer der Maschenprobe keinerlei Informationen zu seinen vorgeschlagenen Garnen gibt - nicht einmal die Zusammensetzung - so habe ich erst dank Ravelry die Möglickeit herauszufinden, was eigentlich verlangt wird, um dann vernünftigen Ersatz zu recherchieren. Hurra!
Ich habe mich, brav und vernünftig, für einen Stash-Abbau entschieden und benutze die Cool Wool Merino Superfein in weiß, ein schönes, babyweiches aber maschinenwaschbares Garn, das verspricht, die Textur des recht-links Musters schön herauszuarbeiten. Leider ist es etwas dicker als das "offizielle" Garn, und so muss man umrechnen.
Vor dem Umrechnen steht aber das Schätzen: welche Größe strickt man denn hier? Mein Bruder und seine Frau sind beide groß gewachsen, und im Vergleich zu deutschen Anleitungen scheinen mir die französischen Babymaße etwas knapp bemessen  zu sein. Größer stricken - zum Reinwachsen - geht ja auch immer, andererseits soll das arme Kind ja auch nicht ausgerechnet im Hochsommer in Merino gehüllt werden - wobei, so wie dieses Jahr der Sommer aussah... Zur Auswahl steht: 0-3 Monate, 6-9 Monate, und 12 Monate. Die Skizze behauptet eine Länge von 39/45/51 cm für das fertige Stück. Da in meiner Umgebung die meisten Babys über 50 cm groß geboren werden, entschließe ich mich für die mittlere Größe und nehme sie zur Basis, einmal knallhart Tichiros Dreisatzkurs anzuwenden. Nicht zweifeln, nicht denken, bloß rechnen, hier enfach gemacht durch a) eine brav angefertigte Maschenprobe und b) eine Musterskizze in der Anleitung mit genauen Angaben der zu erzielenden Maße. Und siehe da: es klappt!
weit gediehen. Man beachte meine Rechenkünste im Hintergrund
Sonntag abend, kurz nach dem Tatort, konnte ich die Schulternähte mit 3needle-bind-off verbinden.
Sieht doch schon richtig gut aus! Einzig die Beinschrägen sind, sagen wir mal, schräger als in der Anleitung - ich habe mich mit den unregelmäßigen Zunahmen der Originalanleitung bei der Übertragung etwas schwer getan. Aber das wird hoffentlich passen. Es fehlen noch die Blenden, denn hier muss entschieden werden, in welcher Farbe der Kontrastabschluss in Picot gefertigt werden soll. Das Original schlägt beige vor, passend zur braunen Kaschmir(!)-Jacke. Kann man machen. Ich hätte auch olivgrün, rot, dunkelbraun oder grau im Angebot.
Oder ein frühlingshaftes Maigrün! (Hellgrün ist das neue Rosa.) Die Wolle (Babymerino, kid mohair und Dralon) habe ich letztes Jahr von Sonja Stricksingle gegen eine Stricktasche getauscht - sie ist perfekt! Wenn ich sie doppelt nehme, kann ich nämlich auch die Jacke noch daraus machen, und der Kunstfaseranteil macht sie sehr pflegeleicht für die Eltern.
Ich freu mich schon richtig!
Jetzt aber frisch ans Werk, damit das arme Ding warme Sachen hat, wenn es auf die Welt kommt!
Übergabe wird dann wahrscheinlich Weihnachten sein - das einzige Weihnachtsstrick in diesem Jahr.

Dienstag, 27. September 2011

Erschreckend: Projektmanagerin ist unberechenbar!

Erstmal großen Dank für die schnelle Hilfestellung!
Folgende Vorschläge wurden gemacht:
1. den gemusterten Teil mit größeren Nadeln (+0,5 mm = 3mm) stricken, da er durch die Doppelfädigkeit enger und fester, und damit auch weniger elastisch wird. 

Leuchtet mir sehr ein, und ist mir beim Stricken auch schon aufgefallen. In den sauren Apfel muss ich wohl beissen, denn erstens hat es ja keine Eile (grmpf) und zweitens soll mein erstes Selbst-Design ja auch perfekt werden - also genauso wie ich es mir vorstelle, und nicht nur irgendwie so ähnlich...


2. a) Erstellung einer aktuellen, realistischen und total gültigen Maschenprobe des vorhandenen Gestricks (die dann allerdings mit der potentiellen Mapro mit einer größeren Nadelstärke nicht mehr übereinstimmen würde...)
2. b) den gemusterten Teil komplett ribbeln und gleichmäßig verteilt für drei bis vier Mustersätze zusätzliche Maschen aufnehmen(entspricht zusätzlich 24 bzw. 32M)
oder 
2. c) zusätzliche Maschen nur am Vorderteil für Brustabnäher aufnehmen (wie hier)
Maschenprobe. Ich stehe ja auf Kriegsfuß mit Maschenproben. Aber wo ich nun schon mal 8 cm Echtzeit-Gestrick habe, kann ich die auch mal auszählen. Von da aus sollte ich dann ausrechnen können, wie viele Maschen ich zunehmen muss. Dann kann ich mir immer noch überlegen, wie ich diese Zunahmen am besten im Muster unterbringe. Da muss es ja Methoden geben...


Bis hierhin ist alles einfach.
Das Auszählen meiner Maschenprobe (nur Fair-Isle-Teil) ergibt:
2 x 2 inch: 22 bzw. an anderer Stelle 23 Maschen Breite auf gleichmäßig 23 Reihen Höhe
Für 10 Quadratzentimeter muss ich die 2-Inch-Angabe nur verdoppeln...

Die Gegenprobe in Zentimeter bestätigt das Ergebnis. An verschiedenen Stellen zähle ich auf 10 cm Breite einmal 44, einmal 46 Maschen. Die bisher gestrickten 37 Reihen ergeben erst 7 oder 8 cm Höhe (schwer zu sehen, wegen der Nadeln), das passt auch, denn 23 R = 2 inch = 5 cm + 14 R (=1 inch =2,5cm)... Wenn ich den Mittelwert nehme zwischen der schwankenden Maschenanzahl, komme ich auf eine Maschenprobe von  45 M x 46 R = 10 cm2

So weit so gut.
Nun muss ich das anwenden auf meine Körpermaße. Richtig? Richtig!
Messpunkt 1: An der schmalsten Stelle meiner Taille (= Position "Astwerk"; geplanter Beginn Fair-Isle-Blattwerk) messe ich 97 cm Umfang (über dünnem Baumwollpullover, d. h. "minmial ease")
Messpunkt 2: An der Stelle, an der die Armlöcher (des gekauften Pullunders, den ich gerade trage) beginnen, messe ich 105 cm Umfang.
Laut meiner Maschenprobe müsste ich also an der Taille (Messpunkt 1) [45 M x 9,7 = ] 436,5 Maschen für 97 cm Umfang haben. Bis zu den Ärmellöchern müsste ich insgesamt 36 Maschen auf [45 M x 10,5] 472,5 Maschen Umfang zunehmen, und zwar verteilt über 20 cm = 92 Reihen.

Wenn man bedenkt, dass ich jetzt gerade 300 Maschen auf den Nadeln habe, und den Rippenteil des Pullunders ja auch irgendwie über den Kopf und sogar halbwegs passend an den Leib bekommen habe...
...wir erinnern uns... Da 300M Zopf passen müßte ich eine Traumtaille von 67 cm haben. Kein Wunder, dass ich ein gestörtes Körpergefühl habe!
...scheint mir eine Steigerung der Maschenanzahl um 136 bzw 172 Maschen jedoch ganz schön happig. (äh. plus 45% bzw plus 57%? vielleicht?) 13 - 17 zusätzliche Mustersätze?!?
Wieso finde ich das unwahrscheinlich?
Habe ich irgendwo pi vergessen (weil ich ja in Runden stricke)?

Ich stehe wirklich auf Kriegsfuß mit Maschenproben. Soll ich einfach mal 100 Maschen abziehen?
Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen. 
Ich gehe solange schon mal ribbeln... hilft ja nix.

Sonntag, 25. September 2011

Pullunderprojekt: Verzweigungen, Geäst - und eine Frage der Zunahmen.

Was bisher geschah: Ein Pullunderprojekt sollte der schönen Zauberwolle zur perfekten Entfaltung verhelfen. Die Kombination "dunkles Braun" und "herbstliche Grün-Brauntöne" führte zu einem leicht abstrahierten Blattmuster, die Hoffnung, einen körpernahen Sitz ohne mühevolles Rechnen für Zu-und Abnahmen zu erzielen, führte zum Rippenmuster im unteren Bereich.

Nun bereitete mir die Übergangszone zwischen den Rippen - die sich bekanntermaßen zusammenziehen - und dem zweifarbigen Blattmuster, das sich naturgemäß nicht zusammenzieht, etwas Sorge: Die Rippen sollen sehr gedehnt werden, sodass die Linksmaschen deutlich zutage treten und sichtbarer Teil des Musters sind. Zugleich habe ich, trotz "runder Körperformen", eine deutliche Taille, die ich auch betonen wollte. An dieser Stelle sollte jedwede Möglichkeit zum "Leiern" auf jeden Fall unterbunden werden.

Die Lösung: Zöpfe!
Zöpfe, die wie Äste aussehen, und aus den unteren Rippen/Baumstämmen überleiten in die oberen Blätter/fair-isle Zone. Albern? Egal...

Schade nur, dass ich eine so wahnsinning schlechte Vorstellungskraft habe - wie soll so ein Zopf aussehen, der wie ein Baum aussieht? Wie muss ich das verzopfen? Wie passt das auf meine 300 Maschen à 3/3 Rippen?
kritzel, knüll, kritzel, zähl, knüll, kritzel...
Viele Schmierblätter später war die Lösung ganz einfach. Wofür gibt es schließlich Musterbücher? Ich besitze zwar nur eines, nämlich Lesley Stanfield's 300 Strickmuster leicht erklärt & schnell gestrickt, aber das eine Buch reicht, wenn es etwas genügend ähnliches enthält...

Nun musste ich den Stanfield'schen 2/2 Zopf nur  noch auf meinen 3/3 Zopf übertragen, und abzählen, wie groß bzw. breit er werden darf... und nein, ausrechnen können das sicher andere Leute. Ich musste das abzählen. Mehrfach. Und dann noch einmal.
Es ist nicht ganz symmetrisch, weil die jeweils mittlere "Verästelung" etwas breiter ist als die beiden seitlichen, aber das macht ja nichts. Bäume sind auch nicht symmetrisch.

Mit Hilfe des Musterzopfs hatte ich mir eine Skizze gemacht, die ich einigermaßen verstehe.
Später fand ich heraus, dass die Notierung dem System in Lily M. Chin's Power Cables (schönes Buch!) ähnelt - was nur wieder zeigt, dass es offenbar intuitiv und leicht nachvollziehbar ist, und dass "great minds think alike"...

So sieht meine "Astzone" nun aus:
aktueller Zwischenstand bei Zone 3 - Blätter
Detail: Astzone

So weit so gut. Doch bewährt sich die konstruktive Überlegung auch in der Praxis eines angezogenen Strickstücks?
So trägt es sich am Leibe:
Vorderansicht
Rückenansicht


Dem selbstkritischen Blick fällt auf, dass die Designerin offenbar eine veraltete Vorstellung ihres eigenen Körperumfangs hat - tatsächlich hätte das noch vor einem Jahr (= minus 6 kg) deutlich vorteilhafter ausgesehen. (Gräßlich, diese Schwimmreifen!) Über zu weiten Sitz kann ich mich jedenfalls nicht beklagen... seufz.
Aber es passt, jedenfalls ein bisschen, denn der Pullunder soll ja tatsächlich "zero bis negative ease" haben.
Außerdem habe ich wohl übersehen, dass da doch einiges "Holz vor der Hütte" ist - und das wäre auch da, wenn ich noch die letztjährige Kleidergröße trüge.
Es hilft also nichts: da ich selbst zugenommen habe, muss ich nun doch die gefürchteten Zunahmen ins Brokatmuster bringen...
Seitenansicht
Dazu habe ich schon vor einer Weile das auf der Seitennaht liegende Blatt markiert und seitlich davon regelmäßigen Abständen jeweils eine Masche (4M/Runde alle 5 Runden) zugenommen.
seitliche Zunahmen
Das wird, wie man sieht, allerdings nicht reichen. Außerdem brauche ich die zusätzliche Weite ja vor allen Dingen vorne. Wenn mir mein Blattwerk nicht die Brust plattdrücken soll, muss ich zu anderen Maßnahmen greifen. Dabei muss ich berücksichtigen, dass
a) Ärmellöcher und
b) Ausschnitt
natürlich auch noch einmal "Luft" in die Konstruktion lassen werden...
Bis dahin ist es aber noch eine gute Handbreit Abstand, und der Ausschnitt sollte eigentlich gar nicht sooo tief werden...

Daher die heutige Mitmach-Frage:
Welche Möglichkeiten habe ich, im Muster Zunahmen zu verstecken?
1. weitere/häufigere Zunahmen an vorhandener Stelle (imaginierte Seitennaht)?
und/oder
2. verkürzte Reihen an der Vorderseite (short-row shaping) -- aber wie? und wo genau? und wie oft?

Wenn Ihr mit solchen Problemen Erfahrung habt, wäre ich für jedweden Input dankbar.
In der Zwischenzeit treibe ich (noch) mehr Sport, stelle meine Ernährung um, und frage mal Frau Gugel...

Freitag, 19. August 2011

Weitere Inspirationsquellen für Pullunder. Passform und Konstruktion.

Wenn man erst einmal herausgefunden hat, was "Pullunder" auf Englisch heißt, hilft Ravelry schnell weiter. Faktisch kann man sich ja offenbar schon innerhalb Deutschlands kaum auf einen eindeutigen Begriff einigen.
Mir geht es um einen "Pullover ohne Ärmel"...unter "Weste" verstehe ich eine Strickjacke ohne Ärmel...
"Vest" in die Suchfunktion eingegeben bringt wunderbare Ergebnisse.
(ich gebe hier beileibe nicht alles an, nur das, was mich weitergebracht hat)
High Street, ein klassischer V-Neck Pullunder von Kate Elsa, leicht tailliert und aus Sockenwolle, bestätigt mir, dass ich mit der Wollmenge hinkommen könnte und gibt Hinweise auf Paßform und Ausschnitt.
Eunny Jangs berühmte Ivy-League-Vest hingegen bestätigt mir, dass vertikal-streifige Muster in fair-isle nicht gut zusammengehen mit "fitted" und "kräftig gebaut": den entsprechenden Damen verzerrt die vorhandene Brust das Muster in unschöner Weise...
Großartig fand ich Abstract Leaves Vest von Veronik Avery:  Ein sehr schönes Muster, scheint gut zu sitzen. Den Ausschnitt würde ich wohl anders machen - einziges Problem: ich habe wahrscheinlich nicht genug Wolle um den gesamten Pullunder zu mustern. Wir erinnern uns: ich habe  nur 200 g /knapp 800m von der waldigen Zauberwolle... :-(
Aber vielleicht hilft die Konstruktion der #25 Rib/ Fair-Isle Vest von Melissa Matthay mir dabei weiter? Rippen, das habe ich beim Jodeldiplom gesehen, machen eine elaborierte Taillierung unnötig. Ein Problem weniger für mich rechenschwache Designanfängerin. Und für das Muster im oberen Bereich habe ich auch schon eine Idee...

Donnerstag, 4. August 2011

Wir stricken uns einen Pullunder. Teil Eins: die Idee.

Auf  der Suche nach dem nächsten Projekt war mir Ravelry natürlich eine große Hilfe. Das kommt wenig überraschend für alle, die dieses wunderbare Netzwerk kennen und schätzen gelernt haben. Dennoch habe ich meine "Queue" mit wachsender Ungeduld durchgeklickt - kein einziges Sockenpaar schrie mich an, dringend gestrickt zu werden, weder Handschuhe reizten mich, noch die zahlreichen "wristwarmers", obgleich ich diese in den kühleren Monaten stets vermisse, und dennoch bisher nie gestrickt habe. Mützen können mich gerade nicht lcoken, für Pullover fehlt mir die Wolle (neue kaufen kanndarfwill ich nicht), Kindersachen muss ich erst mit der Schwägerin absprechen, und die sehe ich erst in zwei Wochen. So lange kann ich unmöglich warten!

Wenn schon kein Muster nach mir ruft, vielleicht gibt es Wolle in meinem "Stash", die unbedingt verarbeitet werden will? Das "matchen", also die perfekte Kombination von Wolle mit Muster, scheint mir eine der schwierigsten Übungen beim Stricken/Entwerfen zu sein. In der Tat war ich damals sehr entttäuscht, dass die wunderbaren Stränge von der Zauberwiese, die ich Anfang des Jahres erstanden hatte, sich irgendwie nicht dem geplanten Muster fügen wollten.  
(Wohlgemerkt, ich denke immer noch, dass die "Wilden Beeren" einen traumhaften Clapotis abgeben würden. Allein, ich kann mich nicht dazu bringen -- es war zu langweilig beim ersten Versuch, mir steht der Sinn nach mehr Abwechslung. Gar so "mindless" darf das Stricken zur Zeit dann doch nicht sein. Ein andermal vielleicht.)

Der Waldboden hingegen schien sich wunderbar für ein Jacquardmuster zu eignen, mit einem dunkelbraunen Strang als Kontrast. 
man erinnere sich, hier noch mit Lana Grossa Merino Superfein
 Ich hatte das im obigen Bild  ausprobiert mit etwas Merino Superfein, die allerdings etwas dicker ist (fünffädig) als die vierfädige Zauberwiesen-Mischung. Daher habe ich schon vor einiger Zeit (im April) 400g (ca. 1600m) dunkelbraune Meilenweit Merino erworben, die besser zu der hochwertigeren Zauberwiese (immerhin Merino mit Kaschmiranteil) passen würden als "normale" Sockenwolle. Zusammen mit den 200g  (ca 8oom) Waldboden macht das 600g Wolle, genug für einen Pullunder hoffe ich, auch wenn ich natürlich für das zweifarbige Muster Wolle doppelt halten würde. Ich kann nicht gut rechnen, also haltet mir die Daumen, dass ich meine Fettleibigkeit nicht unterschätze - die Selbstwahrnehmung ist da ja gerne einmal etwas verzerrt - doch ist die Lauflänge von so dünner Wolle ja erfreulich hoch.

Hier ist also der Plan:
  • ein Pullunder für den Herbst, zu tragen über einer Bluse und/oder unter einer Jacke, hübsch, adrett und ordentlich...
  • dunkelbraun als Grundfarbe
  • Waldboden als Kontrastfarbe
Die Sockenwolle (4ply) macht das ganze hoffentlich tragbar, ohne zu sehr aufzutragen -- ich bin auch so schon dick genug. Jetzt braucht es nur noch ein Muster...
Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Freitag, 27. Mai 2011

WIP Jodeldiplom. Ein (Paket) As(se) im Ärmel?

Zwei Ärmel zugleich auf einer Rundstricknadel zu stricken ist ein leichtes, wenn man mein Training hat...und hier ist ja sogar nur eine Farbe involviert, und man strickt noch nicht mal in der Runde!
Pippifax, das sollte schnell gehen!
zwei in eins - meins!
Aber irgendwie sieht das komisch aus.
Findet Ihr das nicht auch ein bisschen weit?
an den Kanten zusammengesteckt - 3 Zunahmen sind bereits erfolgt.

Wohlgemerkt, ich trage hier eine wirklich weite Hemdbluse... und selbst die könnte ich mit weniger als 2/3 der Maschen umschließen.
enger gesteckt, so dass es besser passt
 Fakt ist, die "normale" Weite reicht schon jetzt - ohne den Großteil der Zunahmen - rund um meinen durchaus kräftigen Oberarm! Die Dehnungskapazitäten des Musters sind dabei noch gar nicht einberechnet.
Ich hasse es, wenn an meinen Handgelenken etwas schlabbert!
rechte Seite - das würde ich abschneiden wenn es Stoff wäre. Oder ribbeln?

Hmmm. Was tun?
Laut Anleitungen erfolgt ein Großteil der Zunahmen im unteren Bereich des Ärmels, das heisst eine lange Strecke ist der Ärmel gerade.
Meines Erachtens könnte ich ribbeln, in S (statt L) neu anschlagen, und solange zunehmen, bis ich wieder bei der "richtigen Maschenanzahl bin. Spätestens bei der Ärmelkugel sollte ich mich wieder an die Anleitung halten können, damit die Teile zusammenpassen.
Was meint Ihr?
Oder soll das so? (Auf den Fotos schlabbert das aber nicht so...)

Mittwoch, 25. Mai 2011

WIP: Jodeldiplom. Ein schöner Rücken...

... kann auch entzücken. Da hiermit der erste Meilenstein geschafft ist, erlaube ich mir ein Fortschrittsbild.
Hier ist er: der Rücken vom Jodeldiplom.

Die Sicherheitsleine muss noch raus, half aber enorm beim Messen

Ich bin zufrieden: die Elastico benimmt sich wunderbar, die Farbe gefällt mir noch immer, das Muster ist allerdings so langsam etwas eintönig... aber nicht zu eintönig, der 6-Reihen-Mustersatz bietet eine gute Binnenstruktur, zugleich eignet sich das ganze gut zum fernsehbegleitenden Stricken. Alles gut.

 Mit dem letzten Drittel (Ärmellöcher, Halsausschnitt) gab's ja auch genug Aufregung, bzw. Abwechslung, sodass ich mich offenbar prompt irgendwo verzählt und daher zuviel abgenommen habe. Uuups. Jedenfalls hatte ich, als es zur Schulterschrägung kam, nur 32 M auf der Nadel, die ich dann 1x 17, 1x18 abketteln sollte... öhm. Hab also 2x16 abgekettelt und notiert, damit es wenigstens auf den anderen drei Schultern die gleiche Maschenzahl gibt. Wo der Fehler lag? keine Ahnung!
Eine ganz hübsche, ziemlich unstufige Schulterschrägung habe ich auf Rat von Martina Hecht (Maschengold) mittels Abheben der letzten Masche vor der Stufe erzielt.
irgendwie ähneln sich die Abnahmen nicht, aber egal. Rechnerisch ist es richtig.
 Einfach, aber effektiv. Geht doch nichts über Blogs mit klaren, am besten vergleichenden Technik-Posts! Dann muss man das nicht alles selber ausprobieren... :-)
Weiter geht's mit den Ärmeln, dabei erhoffe ich mir ein schnelleres Erfolgserlebnis und kann noch etwas über etwaige Modifikationen des vorderen Ausschnittes nachdenken.

Donnerstag, 10. März 2011

Borowski zweifelt am Prozentsystem.

Liebe Frau Zimmermann,
sicherlich haben Sie mit Ihrem berühmten Prozentsystem gute Erfahrungen gemacht. Ganz sicher hätten Sie es sonst nicht veröffentlicht, und die vielen schönen Pullover da draußen (bei Ravelry) singen ja auch gewissermaßen Ihr Loblied. Aber ich habe da so meine Zweifel.

Die Zweifel rühren daher, dass der Meinige, obwohl mein Auge stets mit Wohlwollen auf ihm ruht, ganz offenbar einen Körperbau hat, der nicht zu Ihrem Prozentsystem passt. Das kann ja mal vorkommen, und ist auch nicht weiter schlimm. Mir war schon vorher klar, dass er in vieler Hinsicht ungewöhnlich und selten ist. Nun habe ich ein weiteres Indiz dafür. Allerdings führt das dazu, dass meine Orientierung an Ihrem patentierten EPS wohl nicht so einfach zum Erfolg führen wird, wie ich gehofft hatte....

Zuerst war da meine Maschenprobe. Die ist übrigens in der Runde identisch mit der links-rechts-gewaschenen Probe. Und doch war der ausgerechnete Maschenanschlag von 140 M viel zu weit! Das kann natürlich daran liegen, dass ich die Maße eines vorhandenen Pullovers genommen habe, und die vorhandenen Pullover passen eigentlich alle nicht, deshalb stricke ich ja nun selbst. Sicherlich wäre es klüger gewesen, nicht einen schlecht bzw. weniger schlecht passenden Pullover auszumessen, sondern gleich den Mann.
Aber diesen Fehler haben wir ja nun behoben, und der mit 114 M entstandene Pulloverkorpus sitzt ganz prima. (Das Problem mit dem Zopf stelle ich jetzt erst einmal hinten an...)
Als nächstes wollte ich den ersten Ärmel stricken. Ärmel beginnen laut EPS mit 20% der Körpermaschen. 20% von 114 sind sehr magere 22 Maschen. Schon das Bündchen war zu eng.
Ich halte das Maßband um des Meinigen Handgelenk und er wünscht einen Umfang (inklusive Weite) von 21 cm. Na gut. Nach dem Ribbeln habe ich es daher mit 25 Maschen versucht.

Die ungerade Zahl ist nötig, weil ich auch hier eine falsche, bezopfte Innenaht stricken möchte, von der die Zunahmen ausgehen.
Liebe Frau Zimmermann, das sitzt immer noch sehr sehr eng. Selbst wenn er kein langärmliges Hemd darunter tragen wird - zero bis negative ease, nenen das glaube ich die Amerikaner. Da die Maschenprobe beim Waschen an Weite verloren hat, und nicht an Länge, wird das nach dem Waschen auch nicht besser werden. Was meinen Sie, Frau Zimmermann? Noch etwas weiter?  Das finde ich auch!

Ich habe den Ärmel geribbelt. Das war nicht weiter schlimm, denn erstens geht das Stricken dieser Wolle ja so herrlich schnell, und zweitens hatte ich den Ärmel mit beim Stricktreffen am Montag. Das war sehr nett dort, und sehr unterhaltsam, und ich habe einige Fehler beim Rhythmus der Zunahmen gemacht...

Der dritte Ärmelversuch beginnt nun mit 29 Maschen, was den ursprünglich von Ihnen, Frau Zimmermann, vorgeschlagenen 28  entspricht (20% von ursprünglich 140, plus der ungeraden Masche für das Muster). Der Meinige ist offenbar unnatürlich dünn am Leib, aber die Arme sind "normal" kräftig, so scheints. Bisher lässt sich der erneute Versuch gut an. Die Länge messe ich dann am Mann aus - 5 cm vor der Achselhöhle, haben Sie glaube ich gesagt.
Liebe Frau Zimmermann, danke für Ihre Ratschläge. Auch wenn nicht alles sofort klappt, so klappt es doch insgesamt ganz gut. Ich bin nur gespannt, was beim Zusammenstricken der Teile an der Schulterpartie passiert. Und ich fürchte, mir reicht die Wolle nicht.
Wir werden sehen. Ich schreibe Ihnen wieder!
Ganz herzliche Grüße,
Ihre Projektmanagerin

Sonntag, 6. März 2011

Borowski und die richtige Maschenanzahl.

Helau und Alaaf!
Heute nur ein kurzer, aber triumphaler Post, um Euch zu zeigen, dass ich mit 114 Maschen (statt 140 wie im ersten Versuch) den Körperumfang des Meinigen gut umspannen kann. 
neuer Anlauf: 1r1l-Bündchen mit mock-cable-Zopf, wo die Seitennaht nicht ist
 Er grummelt zwar, der Meinige, weil ich ihn jeden Abend zu einer provisorischen Anprobe  zwinge. Aber es leuchtet ihm auch ein, dass man lieber vorher misst als hinterher neu macht. Schließlich ist er Ingenieur. Ingenieure verstehen das mit dem Messen, und dem nicht-neu-machen wollen. Er findet es trotzdem mühsam, aber da muss er durch. Und ich glaube, er ist bisher ganz zufrieden.
man beachte den hübschen Strickkorb im Hintergrund.

Eines muss man dieser dicken Wolle lassen - man kommt unglaublich fix voran!
Und gleich zähle ich eine neue Maschenprobe ab - vom in-der-Runde gestrickten Original, für neue Berechnungen der Länge und der Ärmel. Ich bin nämlich noch nicht davon überzeugt, dass der von EZ vorgeschlagene Rhythmus der Zu-bzw. Abnahmen so funktioniert...
Und nun, liebe Jecke und Jeckinnen- fangt Euch noch ein paar Kamelle bei dem schönen Wetter - oder macht's wie ich und verkriecht Euch im narrenfreien Norden...

Freitag, 25. Februar 2011

Borowski und der falsche Fehler.

Nee, is' schon klar.
Ihr interessiert Euch alle gar nicht für meine wunderschönen"Darling"-Socken.
Ungelogen, die schönsten Socken, die ich je gestrickt habe (ähem. ist ja auch erst mein viertes (gemustertes) Paar...) - noch dazu mit der schönsten Sockenwolle, die ich je gestrickt habe - da ist echtes Merino-Schaf drin1 Und so schön blau!
Ihr seid alle nur wegen "Borowski" hier - gebt's ruhig zu!
*schmoll*

Na gut. Erzähle ich Euch eben von "Borowski"...
...obwohl das eine häßliche Geschichte ist.
Eine Geschichte voller Zahlen, Excel-Tabellen, und computergestütztem Rechnen.
Es wird nicht viel gestrickt werden.

-?- Wirklich? Ihr wollt sie trotzdem hören?


Na gut.
Als wir Borowski das letzte Mal trafen, war ich ganz zuversichtlich: ich hatte Wolle, ich hatte eine Maschenprobe, und ich hatte eine Art Anleitung, nämlich den Seamless Saddle-Shouldered Sweater von Elizabeth Zimmermann (SSSS-EZ), aus dem Buch Knitting without tears.
wenig Bilder, viel Text - mehr wie ein Roman aufgebaut als wie eine Anlleitung

Diese Anleitung ist allerdings ziemlich vage gehalten - das liegt in der Natur der Sache, denn Frau Zimmermann möchte mir weder eine bestimmte Wolle vorschreiben, noch eine bestimmte Art zu stricken (sie bevorzugt lockeres Stricken). Und dafür bin ich dankbar! Ihre Anleitung erklärt vor allen Dingen den Weg - also wie man zum gewünschten Ergebnis kommt, und konzentriert sich dabei, wie alle guten Reiseführer, auf bestimmte Wegmarken. Das ganze ist im Fließtext gehalten, und liest sich dabei ungefähr so:
"Schlag auf einer Rundstricknadel die Anzahl an Maschen an, die du ausgerechnet hast. Nehmen wir mal an, du hast 200 Maschen, was eine überraschend normale Anzahl ist. Verbinde die Maschen zur Runde, indem du die ersten drei Maschen mit beiden Fäden strickst, und strick fröhlich den Korpus hoch ... Ein langer Ärmel beginnt mit 20% der Körpermaschen, im Falle von 200 Maschen sind das 40 Maschen..." (S 67-68, Hervorhebung ist meine - ahnt ihr schon was?)
etc.
Es empfiehlt sich, Frau Zimmermanns Anleitungen genau zu studieren, und sie mehrfach zu lesen, um nichts zu übersehen. Ich wollte die wichtigen Sachen nicht anmarkern, also habe ich eine Excel-Tabelle gemacht, in die ich alle ihre Informationen eingetragen habe. Mittels einfacher Algebra und solch banalem Siebtklässlerwissen wie Dreisatz wollte ich dann in einer zweiten Spalte die entsprechenden Zahlen für meinen Borowski eintragen. Ungefähr so:
ganz ordentlich, Hinweis für Hinweis kartographieren
Um an die entsprechenden Zahlen zu kommen, also wie weit und lang der Pulli sein soll, empfiehlt Frau Zimmermann erwartungsgemäß das, was auch der gesunde Menschenverstand rät: Scher dich nicht um Größen, sondern miß einen gutpassenden, vorhandenen Pullover aus, multiplizier die Maße mit der Maschenprobe, und los. Aber sie warnt:
"Dies ist so ziemlich das einzige, was du selbst messen oder entscheiden musst (wer soll es auch sonst für dich tun?), und es ist wichtig, es akkurat und gewissenhaft zu tun. Andernfalls wirst du wohl die Suppe des Bedauerns mit dem Löffel der Trauer auslöffeln." (S. 67, Hervorhebung schon wieder von mir)
Ach, die drohenden Worte werfen einen Schatten voraus! Hat doch schon damals bei Malroy meine Maschenprobe mit dem gestrickten Stück nichts mehr zu tun gehabt!
Dennoch, der Meinige besitzt einen alten Pullover, der ihm gut passt. Ich habe ihn, sorgfältig und nach bestem Gewissen!, vermessen, die Ergebnisse in mein Borowski-Notizbuch eingetragen....
...das ganze in Ecxel übertragen, und auf dieser Grundlage den Körper für Borowski angeschlagen:
56 cm breit, mal zwei für Vorder-und Rückseite: 112 cm Umfang.
Meine Maschenprobe ist 12,5 cm auf 10 cm Breite.
multiply width (11,2) by gauge  (12,5) -  richtig?
Ich schlage also 140 Maschen an, und stricke los...
Richtig: Nicht richtig!
Das Ergebnis eines verstrickten Fernsehabends zeigt es klar und deutlich - dieser Pulli wird zu weit! Es sieht vielleicht nicht so aus, weil alle Maschen auf  dem Kabel einer einzigen Rundstricknadel ruhen. Aber dieser Pulli, wäre er fertiggestellt, würde vielleicht mir passen. Sollte ich jemals in andere Umstände kommen.
Der Meinige möchte keinen Schlabberpulli.
Das Strickstück wird geribbelt.
Leider haben wir aufgrund des schlechten Lichtes kein Bild davon machen können, wie weit ihm das Pulli-Bündchen wirklich war. (Auch musste eine weitere Stricknadel eingesetzt werden, um Maschen zu sichern. Immerhin hat das Ribbeln auch sein Gutes:
1. Ganz offensichtlich muss ich meine Rechentechnik noch einmal gründlich überdenken. *räusper*
muss man etwa alles in inch umrechnen? müsste doch proportional in cm auch funktionieren, oder?
2. ich hatte ohnehin das "falsche" Bündchen gestrickt -- nämlich eins mit twisted ribs.
Bei der dicken Wolle trägt das ganz enorm auf, und sieht unerwartet doof aus. Ich vorwitzigegs Ding ich, als seien die Maße des Designs nicht schwer genug, will ich auch noch schwierige unnütze dekorative Techniken unterbringen. *schäm* hätte ich mal bloß auf den Meinigen gehört. Der will doch gar kein Schnickschnack!
 Beim nächsten Versuch gibt's dann ein normales Bündchen...
(Aber den Zopf an der falschen Seitennaht, den mache ich doch!)
Jetzt aber: zurück an den Abakus.