Montag, 11. Februar 2013

WIP: Audrey. Schwarzsehen für die Fadenspannung.

Mit dem zweiten Ärmel fertig hätte ich ja eigentlich in der Zielgeraden ankommen sollen... Steeks sichern und schneiden, Blenden, Knöpfe, fertig.
Stattdessen bin ich eine Runde zurückgegangen um mich noch einmal dem zu labbrigen Körperbündchen zu widmen. Von unten ribbeln geht bekanntlich nicht. Eine Jacke, an der man seit Wochen arbeitet und an der man gerade den zweiten Ärmel festgestrickt hat, noch einmal komplett aufribbeln - das kann aber auch keine Lösung sein.
Zum Glück sind andere StrickerInnen mutig vorangeschritten und propagieren die offensichtliche Lösung laut und deutlich über das Internet. Und es stimmt ja - wenn man bereit ist, Steekmaschen zu zerschneiden, dann kann man auch ein Bündchen abtrennen. Also, tapfer zur Schere gegriffen und in der Reihe über dem Bündchenabschluss beherzt eine einzelne Masche zerschnitten. (Wie genau, hat Techknitter dankenswerterweise hier und auch hier geschildert und zugleich besser illustriert, als ich es je könnte.)
Als Novizin habe ich mich für die vorsichtige Variante entschieden und die einzeln aufgedröselten Maschen ebenso einzeln auf die Nadel gerettet - alles in allem hat es aber wunderbar geklappt.
Danach habe ich ohne Skrupel - das heißt: ohne Aufziehen, waschen, dämpfen oder ähnlichen Schnickschnack - das abgeschnittene Bündchen als Knäuel behandelt und einfach noch einmal abgestrickt. Aufgrund der unverzwirnten Struktur des gefachten Garns schien mir das die einfachste Methoden zu sein. Doch obwohl ich zum "runterstricken" die gleiche Nadelstärke - ja sogar dieselbe Nadel - verwendet habe wie zum "raufstricken" wurde das neue Stück deutlich fester. Deutlich fester als die Körpermaschen waren auch schon meine Ärmel geworden, insofern gibt es zumindest eine Konstante - aber erstaunlich ist es schon, sollte doch die Strickrichtung (rauf/runter) eigentlich keinen Unterschied in der Fadenspannung machen...
Macht sie aber.
schwarzsehen - hier kann man nichts erkennen

Die ursprünglich 40 Runden verschränkt-rechts/links-Bündchen in Nadelstärke 3,5mm reichten für volle 40 Runden glatt rechts plus weitere 16 Runden Bündchen in Nadelstärke 3 mm.
Man kann den Unterschied in der Festigkeit mit bloßem Auge leicht erkennen - wenn man nicht gerade bei schlechten Lichtverhältnissen versucht, schwarze Wirkware zu fotografieren. Möglicherweise müsst Ihr mir einfach glauben.

aber hier - auf links gedreht fällt der Unterschied sofort ins Auge
Ändern kann, will und werde ich daran aber nun nichts mehr. Im Vergleich zu Oberweite und Taille hat die Hüftregion der Jacke zwei Größen Vorsprung. Das wird hoffentlich reichen. Für alles andere hat eine Jacke schließlich auch noch Knöpfe...

Apropos Knöpfe... Ich habe möglicherweise Knöpfe gefunden. Noch 20 Runden Bündchen, dann zeige ich sie Euch.

Mittwoch, 6. Februar 2013

WIP: Audrey. Zwischenanprobe

Audrey hat zwei Ärmel, und man kann sie richtig anprobieren.
So sieht das aus:


Die Ärmel sind, leider, sehr eng. Man kommt schon rein und raus, das ist gar nicht das Problem, denn Strick ist zum Glück elastisch, und die Jacke ist auf "negative ease" entworfen. Dennoch: dicker werden sollte ich demnächst lieber nicht. Und sollte ich abnehmen, würde die Jacke sicherlich eine Kleidergröße nach unten mitmachen, bevor ich wie ein verkleideter Kartoffelsack aussehe. Soweit sogut. Kein Grund, irgendetwas aufzutrennen. Hoffe ich.
zu kurz
Aber das untere Bündchen am Körper, das mache ich definitiv neu. Nicht nur ist es weit und labbrig und die Maschen wirken unordentlich - es fehlen auch noch definitv 10 cm bis zur Wohlfühllänge (bis zu den Hosentaschen). Die stricke ich auf jeden Fall noch an, denn das würde mich ständig und in allen Größen stören. Also nochmal 40 Runden... Seufz.

Donnerstag, 31. Januar 2013

WIP: Audrey. Fortschritte.

 Audrey wächst und gedeiht.


Hier sehen wir den engen, aber nicht zu engen Ärmel. Bluse drunter geht auch. Mehr Abnahmen hätten es aber nicht sein dürfen, und weniger hätten es trotz allem wohl auch getan.
Für lange statt 3/4 Ärmel habe ich 60 Runden nach der letzten Abnahme hinzugefügt, dann 40 Runden twisted rib mit kleineren Nadeln (2,75mm. Den Körper stricke ich mit 3mm-Nadeln, das Körperbündchen habe ich leider in 3,5mm gestrickt. Man sieht den Unterschied ziemlich stark, und das Körperbündchen gefällt mir überhaupt nicht. Zu labbrig. Verdreht sich sogar...)
Zum Abschluss des Ärmelbündchens habe ich außerdem einen Italienischen Bind-off versucht, das Gegenstück zum Rollanschlag. Bin noch nicht 100% sicher, ob ich es richtig gemacht habe, aber es sieht schon ganz gut aus und wird seinen Zweck erfüllen. Nur scheint es mir weniger elastisch als versprochen.  Naja. Passt schon.
Aber das Körperbündchen, ich weiß nicht. Gefällt mir überhaupt nicht.
Wenn ich den zweiten Ärmel fertig habe, überlege ich mir, was zu tun ist.

Sonntag, 27. Januar 2013

FO: Skistrümpfe "Rugby"



Wie immer kurz nach Weihnachten fällt dem Meinigen ein, was er sich wünschen könnte. 
wie bestellt so geliefert
Zugegebenermaßen wünscht er sich auch vor Weihnachten meistens Socken. Und zu seinem täglichen Dresscode gehören eigentlich auch keine selbstgestrickten Strümpfe. Aber es gibt Ausnahmen. Die eine Ausnahme begründet sich in der Tatsache, dass wir von einer Wohnung mit Fußbodenheizung in einen Altbau gezogen sind, in dem die Zentralheizung latent überfordert ist. Warme Socken werden unter solchen Umständen sehr attraktiv. Und dann ist da natürlich der geplante Ski-Urlaub. Zwar haben sich die Firestarter gut bewährt, aber erstens reicht ein Paar natürlich nicht, und zweitens wären "noch höhere Socken, am besten Kniestrümpfe" offenbar noch besser geeignet, zarte Füße in Skistiefeln warm zu halten. 

(Meines Erachtens wird dieses Unterfangen zwar konterkariert und unterlaufen, wenn man unter die Wollstrümpfe noch normale Baumwollsocken zieht - aber hey. Wer bin ich, dass ich mir erlauben würde, gegen tausend Jahre "zieh aber zwei Paar Strümpfe an!" in der kulturellen Genetik anzustinken... Seufz. (Dabei führt genau dieses doppelt-tragen zu Scheuern und Blasen; und die Baumwolle schwitzt nass und bleibt nass, während die Wolle die Feuchtigkeit aufsaugen und atmungaktiv und trotz feucht immer noch warm... ach was. Sollerdochmachenwasserwill. Selber groß.)

Zur allgemeinen Zufriedenheit passen die Strümpfe dank der Zunahmen an den Waden ganz ausgezeichnet. 
fesch!

Oder vielmehr, zu seiner Zufriedenheit, denn ich bin unzufrieden - meine ungleich kräftigeren Waden passen nämlich nicht hinein. Dabei hatte ich mich schon so auf das Ausborgen gefreut! Naja. Ich kann mir ja selbst helfen. Irgendwann.
Der Meinige jedenfalls ist sehr zufrieden. 
Und ich finde, dass der Wadenzwickel sehr schön organisch aus den Rippen wächst. 

Und die Ferse gut auf die Streifen abgepasst ist. 

Und obwohl er sich die unterschiedlichen Farbwechsel genauso gewünscht hat, sind wir uns einig, dass der blauere Strumpf insgesamt ein bisschen schöner ist.
so kann man entspannt die Füße hoch legen...

Also, Fazit:
Das Muster:
Es handelt sich um einfache, von der Spitze gestrickte Kniestrümpfe im 2/2 Rippenmuster, mit einer runden Bändchenspitze und einer Bumerangferse, die genau auf die feschen Blockstreifen (6 Runden breit) abgestimmt ist.
Technik:
Wer Socken stricken kann, kann auch Kniestrümpfe stricken. Ein unsichtbarer Anschlag (z. B. figure8, Judy’s Magic cast-on, turkish cast-on o.ä.) erlaubt das Stricken von der Spitze aus; einfache Zunahmen (kfb, tiefer gestochen) und Abnahmen (p2tog) sorgen für den richtigen Umfang; verkürzte Reihen – wunderbar erklärt von elizzza – formen die Ferse. Der Rest sind rechte und linke Maschen, und natürlich muss man daran denken, für einen perfekten Farbwechsel in der ersten Runde mit der neuen Farbe alle Maschen rechts zu stricken. 
die erste Reihe mit neuer Farbe - nicht die letzte Reihe mit alter... seufz.
Und dank der dicken Wolle geht es wirklich erfrischend schnell!
Die Wolle:
Gestrickt sind die Strümpfe aus je zwei Knäuelen Superwash Merino, nämlich Lana Grossa Superlana, gut abgelagerte Reste zweier Kinderpullover aus Prä-Ravelry-Zeiten (2008). Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Grün jemals loswerden würde, habe es aber glücklicherweise bis auf den letzten Rest verstrickt. Hurra! Alles aus dem Stash! Als reine Merinowolle ist sie wunderbar weich, und die Superwash-Behandlung macht sie waschmaschinentauglich. Mal sehen, wie lange die Wolle einer Sockenbeanspruchung standhält...
Änderungen: Da ich keine „richtige“ Anleitung verwendet habe, habe ich vermutlich auch nichts geändert. Ich habe mir aber eine stärker gerundete Bändchenspitze ausgesucht, und aufgrund des Streifenmusters eine Bumerangferse gewählt. Der Meinige bestand darauf, die Strümpfe ungleich zu haben – was mir gerade recht war, schließlich hatte ich von der grünen Wolle keine zwei volle Knäuel mehr. Die offizielle Regia-8-fädigOrientierungstabelle hätte 48M (statt meiner 44M) pro Runde vorgeschlagen, aber erstens hat der Meinige schmale Füße, und zweitens habe ich die Tabelle erst entdeckt, als ich den ersten Fuß schon fertig hatte. Tant pis!
Die harten Fakten:
eigenes Muster
angefangen: 9. Januar 2013
fertiggestellt: 24. Januar 2013
Wolle: Lana Grossa Superlana, je zwei Knäuele in grasgrün und marineblau
verbraucht:: 168g
Größe/Maße: 41
Nadeln: Rundstricknadeln 3,5 mm und 3mm (für das Bündchen)
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Elasticfaden (für das Bündchen, optional)
Kosten:keine Ahnung was ich bezahlt habe damals. Schätzungsweise 3,50 Euro/Knäuel macht 14 Euro für beide Strümpfe.
Hier wird schon einmal das Après-Ski geübt

Und der (Ravelry-Projekt-Link) mit einer ausführlichen Anleitung.

Freitag, 25. Januar 2013

Free pattern online!

Meine zweite Anleitung ist online!
Ihr könnt Euch ab heute die Anleitung für Borowski's Mütze herunterladen - kostenlos, allerdings auf Englisch... (naja: knit, purl, knit front back... mehr muss man ja nicht wissen, richtig?)
Rechts ist ein Link, und mit zwei Anleitungen kann man ja auch eine eigene Seite einrichten, oder?
Daher findet Ihr nun eine extra Seite "my designs" oben unter dem Blog-Kopf.
Und irgendwann mache ich hier auch das Design mal neu und schön... aber nicht jetzt, nicht jetzt.
Jetzt muss ich stricken! Audrey braucht einen zweiten Arm...
Schönes Wochenende!

Dienstag, 22. Januar 2013

WIP Audrey. Schmale Ärmel.

Es geht mir ja wirklich nicht um Puffärmel,
und ich finde es ja auch gut, dass die Audrey-Ärmel so schmal sind...

...aber ist das hier schon zu eng?
Was meint Ihr?

Sonntag, 20. Januar 2013

Wer hat von meinem Löffelchen gegessen? Porzellan-Potch.

Ich koche ja ziemlich viel ein.
Das macht Spaß, schmeckt gut, kostet nicht viel Zeit und ist ein prima Mitbringsel.
Besonders beeindruckt sind die Empfänger in der Regel von der "professionellen" Aufmachung - dabei ist es gar nicht schwierig, ein paar Klebe-Ettiketten am heimischen Computer auszudrucken...
das war dann
Um die Mitbringsel-Gläser zukünftig noch etwas aufwerten zu können, habe ich mir ein paar hübsche Porzellanlöffel besorgt und sie mit Porzellan-Potch aufgemöbelt- einer Art Serviettentechnik für Porzellan (die Verzierung wird im Ofen gebrannt und ist angeblich spülmaschinenfest). Die Löffel können dann mittels des ansonsten eigentlich unnützen Lochs im Stiel dekorativ an das Glas gebunden und zusammen mit der Marmelade verschenkt werden.

Mit dem ersten Test-Ergebnis bin ich schon ganz zufrieden. Ganz offensichtlich muss der Klebstoff sehr dünn verstrichen werden, damit er nach dem Brennen nicht als gelber Fleck etwas unappetitlich in der Laffe klebt.
Der unappetitliche Dampf in der Küche hingegen könnte auch von der Wahl meines Unterleg-Papieres herrühren.  Sehr gut möglich, dass Wachspapier dafür nicht die geeigneteste Wahl war...
Nun könnte ich mich auch mit "eigenen" Motiven austoben - Ideen hätte ich genug - Schade nur, dass wir keinen Farbdrucker haben...