Samstag, 23. April 2016

Es wird ein Flugzeug! WIP.

Es hilft alles nichts- die Spieluhr wird ein Flugzeug!  Und das macht erstaunlich viel Laune!
Nach der ersten Farb-und Technikprobe 
habe ich entschieden, dem originalen Farbschema weitgehend treu zu bleiben. Statt Baumwolle in fingering verhäkele ich allerdings Acryl in Aran. 
Das macht nicht nur leuchtender Farben, sondern auch... ähm... leicht veränderte... Dimensionen... hmmm. Jedenfalls wird es wohl etwas größer als 30x30cm. Aber Acryl ist auch leichter... 
Ob der Pilot tatsächlich ein Zebra wird, ist übrigens noch nicht entschieden.  Die Einstellungsgespräche laufen noch.

Dienstag, 12. April 2016

Auf den Nadeln...

Es ist ja nicht so, dass hier gar nichts passiert.
Im Gegenteil: gleich mehrere Projekte sind angefangen, und ein bis zwei weitere schwirren mir im Kopf herum, die ich innerhalb der nächsten vier Wochen gerne noch fertig stellen möchte...
Zum Beispiel hatte ich eine Babydecke angefangen, schlicht weiß, mit einem kleinen Motiv aus rechts-links Maschen.
Hier kann man den sechszackigen Stern gut erkennen...
Ebenfalls erkennen kann man, dass mir nach etwa 2/3 der Decke die Wolle ausging. Das war ja klar. Es handelt sich um eine zu Beginn meiner Bloggerei bei der Hamburger Wollfabrik bestellte Kone mit 200 g Avangard 8000 in reinweiß. Nun zeigt sich, dass ich für die geplante 1 m x 1 m große Decke wohl doch 300 g Garn gebraucht hätte. Letzte Woche konnte ich wegen des Sonderverkaufs in der HWF nichts nachbestellen, und heute ergab ein Anruf dort, dass die gewünschte Farbe nicht mehr im Programm ist. Sie werden mir aber sofort eine Farbkarte mit den aktuellen drei Weißtönen schicken, hoffentlich passt eine davon wenigstens halbwegs dazu. Notfalls muss man halt überfärben.
Bis dahin liegt das Projekt auf dem Wartestapel.
In der Zwischenzeit habe ich eine weitere Strickjacke angeschlagen. Die Kapuzenjacke "Jasper" geisterte vor ein paar Jahren durch "mein" Internet, und seitdem liegt hier auch die Anleitung. Nun habe ich sie endlich einmal angeschlagen, und zwar in der hochgeschätzten grauen Merino-Baumwoll-Mischung, ebenfalls von der HWF, und zwar in weiser Vorraussicht in der Sommergröße 12-18 Monate.
Das glatte Garn lässt das schlichte Muster sehr effektvoll wirken. Das wird nach dem Waschen sicherlich noch schöner. Aber erst einmal fertig stricken. Dieses Projekt dient als Zwischenprojekt ohne hohe Priorität, sobald ich die Decke fertig stellen kann, wird es nach hinten rücken.

Außerdem habe ich ein Spieluhrwerk bestellt, das auf dem Weg zu mir ist. Auf der Suche nach einem geeigneten Tier, in das ich das Werk stopfen kann, habe ich ein-zwei Abende Ravelry durchstöbert und eine Vorauswahl getroffen. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Das Tier muss nämlich groß genug sein, das Spielwerk fest und sicher mit genügend Füllwatte zu umgeben - zum einen, damit es nicht kantig durchgefühlt werden kann, und zum anderen, damit das Spielwerk die richtige Lautstärke hat - nicht zu gedämpft, aber auch nicht zu leise.

hulld's Ollie the Owl
...eine Freundin hat sich daran einmal versucht, obwohl ich gar nicht weiß, ob sie je fertig gestellt wurde. Müsste ich mal nachfragen, wie die Erfahrungen waren.
Die Anleitung würde mich ungefähr 3 Pfund kosten, plus möglicherweise Garn.
...allerdings fürchte ich, dass sie nicht "dick" genug sind. Vielleicht doch lieber als Kuscheltier, das dann auch waschmaschinentauglich sein sollte - also ohne Spieluhr im Bauch.
Die Anleitung und auch Garn wären vorhanden.
© Heidi Bears

Allerdings müsste ich hier meine Häkelkenntnisse komplett auf neue Grundlagen stellen. Mit meinem bisherigen ich-wurstel-mal-irgendwie werde ich da wohl nicht weit kommen. Aber das schadet ja auch erstmal nichts. Das fertige Flugzeug soll etwa 30 cm lang sein und eine ebensolange Flügelspannweite haben - das ist nicht gerade klein, aber es könnte als Mobile aufgehängt werden, was für eine Spieluhr vielleicht gar nicht so doof ist.
Die Anleitung ist mit etwa 7 Euro nicht gerade billig, aber offenbar sehr ausführlich und ihr Geld wert.
Hmmm. Mal sehen, was es wird. Priorität 2, nach Fertigstellung der Decke.

Montag, 4. April 2016

Schäfchen in Sepia... FO und Fazit.



Ostern ist vorbei und draußen wird es langsam grüner, blumiger und wärmer. Auf Twitter kann man diverse Landwirte beim landbewirtschaften verfolgen und auch den einen oder anderen Schäfer dabei beobachten, wie die Lämmchen geboren werden - wenn einen das denn interessiert.
Auch ich habe einige Schäfchen ans Licht gebracht, seitdem ich das letzte mal online war. Hier sind sie!
Das Muster:
Die Anleitung für den Sheep Yoke Baby Cardigan von Jennifer Little ist kostenlos und auch nicht mehr ganz neu. Tatsächlich habe ich sie schon viele Jahre in meiner "Library" oder zumindest unter meinen Ravelry-Favoriten. Dabei handelt es sich allerdings mehr um ein "Rezept" als eine richtige auformulierte Anleitung, man kommt sicherlich besser klar, wenn man schon einige Strickjacken gestrickt hat.
Diese Jacke wird von oben über eine runde Schulterpasse nach unten gestrickt. Nach dem Körper stellt man die bis dato stillgelegten Ärmel fertig und schließt das ganze mit den Knopfblenden ab - im Endeffekt wie ein RVO, nur eben mit Rundpasse, also anders- willkürlich- verteilten Zunahmen. Maßzeichnung gibt es nicht, und die beiden in der Anleitung angegebenen Größen (6 Monate und 12 Monate) ergeben sich nur durch unterschiedliche Woll- bzw. Nadelstärke. Für ein solches "Rezept" würde ich tatsächlich auch kein Geld (mehr) bezahlen. Die kreative Eigenleistung der Designerin besteht im Entwerfen und Platzieren der Schäfchen auf der Rundpasse - hier allerdings bin ich von der Anleitung abgewichen und habe mich an der Version einer anderen Strickerin orientiert: Mootthing's Sepia Sheep stammen von 2009 und ungefähr so lange habe ich auch schon vor, ihre Version irgendwann einmal nachzustricken.
Technik:
Die Art der Zunahmen wird nicht vorgeschrieben, ich habe aus dem Querfaden meist linksgerichtete Zunahmen gestrickt (m1L). Man kann die Schäfchen "stranded" oder als Intarsia stricken - ich habe letzteres ausprobiert und die Köpfe und Füße aufgestickt. 

Das fand ich schwieriger, als es aussah, aber mit dem Ergebnis bin ich eigentlich ganz zufrieden.
Die Wolle:
Gestrickt habe ich mit der geliebten Lana Grossa Cool Wool in beige, braun und weiß. Dazu ist eigentlich schon alles gesagt - schöne Wolle, weich und zuverlässig in der Qualität.
Änderungen:
 Wie immer habe ich falsche Seitennähte mit Linksmaschen eingestrickt. Die Anpassung des Musters in Farben und auch den Zaun nach der Version von mootthing hatte ich erwähnt. 
Außerdem habe ich ein schwarzes Schaf hinzugefügt. In jeder Herde gibt es ein schwarzes Schaf. Den hellen Kopf vom schwarzen Schaf habe ich in einer anderen Sticktechnik versucht - von weitem sieht das besser aus als hier im Detail. Es war ein Versuch.
Insgesamt finde ich die Jacke ganz süß, auch wenn das Intarsiastricken mir (noch) nicht sehr liegt. Man sieht schon, wie unregelmäßig das Maschenbild in der Region ist - aber was solls. Ein paar mal Waschen und Möhrenbrei drauf, und niemanden wird es mehr interessieren.
Bei der Ärmellänge habe ich mich übrigens an die Angaben der Anleitung gehalten, aber sie wirken schon eher kurz. Hochkrempeln muss ich sie sicherlich nicht. Egal, das Kind wird sicherlich irgend ein langärmliges T-Shirt/Body darunter tragen.
Die harten Fakten:
Sheep Yoke Baby Cardigan by Jennifer Little
angefangen: 11. März 2016
fertiggestellt:  24. März 2016
Garn: Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein in beige (526), dunkelbraun (436) und weiß (431)
verbraucht: beige, dunkelbraun, weiß
Größe/Maße: 6-12 Monate
Unterbrustweite : 24 cm
Bund - Achsel: 20 cm
Bund - Schulter: 30 cm
Armbund- Achsel: 15 cm
Armbund- Schulter: 25 cm

(Das entspricht erstaunlicherweise ziemlich genau den Maßen von "Harvey".)
Nadeln: Chiaogoo 3,5 mm (3,75 mm für die Ärmel)
Maschenprobe: 23M x 32R
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, 5 Knöpfe
Kosten: Tja. Cool Wool kostet im Schnitt 4,50 Euro - etwa drei Knäuele, plus Knöpfe... 15 Euro, ungefähr?

Dienstag, 29. März 2016

Noch ein Hemdenbody. Eine "An-Näherung"...

Den ersten Baby-Body aus einem alten Herrenhemd habe ich hier beschrieben. Das ging schon ganz gut, aber es war noch Luft nach oben. Vor allem, wenn man gerne etwas mehr Kontrolle über die zu erzielende Größe erreichen will.
Für den zweiten Versuch habe ich daher versucht, das beschriebene Prinzip mit einem vorhandenen und tausendfach bewährten Schnittmuster in "offiziellen" skalierten Größern zu vereinen.
Schnabelinas Regenbodenbody kennt das deutschsprachige Mutti-Nähblog-Netz natürlich, sodass ich hierauf nicht weiter eingehen muss.
Ich habe die Variante mit "normalem" Rundhals in Größe 62 ausgewählt und als Grundlage genommen. Da ich nicht mit einem dehnbaren Stoff arbeite, habe ich in der Breite das Muster allerdings in Größe 68 ausgeschnitten. Das kann nicht schaden.
Das wiederzuverwendende Hemd wurde fein säuberlich gewaschen und gebügelt und auf Schadstellen untersucht - und dann auseinandergetrennt: Seitennähte, Ärmel lösen und Ärmelnähte auftrennen. Manschetten und Kragen abtrennen.
Vorder-und Rückenteil sind schnell zugeschnitten - allerdings müssen zwei Dinge beachtet werden:
1. Die Knopfleiste soll übernommen werden. Ich will sie in der vorderen Mitte, die daher von Knöpfen bzw. Knopflöchern definiert wird.
2. Ich hatte keine Lust, das Rückenteil mit einer Schulterpasse zu teilen, habe aber für mehr Bewegungsfreiheit eine Bewegungsfalte eingeplant. Dazu das Rückenteil 2 cm vom Stoffbruch entfernt anlegen und am oberen Ende über etwa 3 cm eine Falte entlang der eigentlichen Nahtlinie absteppen.
Für die Ärmel wollte ich diesmal die Öffnung nutzen, da ich mir vorstelle, dass das An-und Ausziehen dadurch merklich erleichtert wird. Das Ärmelschnittmuster habe ich daher recht weit unten angesetzt und mir gleich markiert, welches der rechte und welches der linke Ärmel wird, denn der Schlitz sitzt natürlich nicht in der Mitte, sondern leicht seitlich versetzt.
Die Manschetten habe ich ebenso wie den Kragen  proportional in der Größe angepasst und komplett neu zugeschnitten - nicht zuletzt, weil das Ursprungshemd hier natürlich auch schon einiges gelitten hatte.
Beim Kragen ist allerdings noch Luft nach oben - der nächste Versuch wird eine Art Kragensteg an das Kragenschnittmuster ansetzen, damit man ihn besser umklappen kann, und der Abstand des obersten (originalen) Knopfloches ist auch noch nicht ideal. es sollte beim Zuschnitt etwa 2cm plus Nahtzugabe vom Halsausschnittrand entfernt liegen, wenn man es vernünftig nutzen können will.
Den Beinverschluss habe ich wieder mit Wäschegummi "gesäumt", diesmal allerdings die Formel Beinausschnittlänge mal 0,7 zugrundegelegt. Müsste eigentlich auch mit einem Jerseybündchen gehen, vielleicht ist das weicher?
An den "geraden" Kanten - wo die Knöpfe sind - übe ich übrigens keinen Zug auf das Gummi aus. Diesmal habe ich einfach zwei Knopflöcher eingearbeitet und entsprechend übrige Hemdknöpfe angenäht. Das geht auch noch schöner, bewegt sich allerdings in die richtige Richtung. Der Body lässt sich vorne komplett öffnen, sodass das Kind eigentlich leicht anzuziehen sein sollte.
Mal sehen, ob der dritte Anlauf den gewünschten Perfektionsgrad erzielt - das war jedenfalls noch nicht das letzte Hemd in meiner Sammlung.

Der Aufwand ist im Übrigen höher als ich ursprünglich gedacht hätte, zumindest, solange ich noch mit den Details wie korrekten Abständen zu Knoplöchern und dem konzipieren von Manschetten- und Kragenmustern beschäftigt bin. Aber länger als einen (späten) Abend dauert es auch wieder nicht. Ich erwarte, damit zunehmend schneller zu werden.
Dass meine Nähmaschine gerade beim Knopflochnähen zickt, hilft natürlich auch nicht.

Montag, 28. März 2016

Resteverwertung in Größe 62.

Von der Sofakissenaktion im letzten Herbst war noch ein Stückchen Babycord übrig.
Gerade genug für eine kleine lange Hose in Größe 62.
Es handelt sich mal wieder um die Frida Pumphose von Milchmonster, vielfach bewährt in der Herstellung. Diesmal ohne allen Schnickschnack wie Taschen oder so, das Muster ist bunt genug.
Bündchen sind in dunkelblau, ebenfalls ein Rest, sonst hätte ich das Bauchbündchen etwas breiter gemacht.
Egal, bequem wird das sein. Da braucht es auch keine Druckknöpfe.

Donnerstag, 24. März 2016

Zuwachs in der Hasenfamilie.

Seit klar wurde, das die Familie meines Bruders Zuwachs bekommen würde, herrschte große Freude auch bei der kleinen Hasenfamilie, die dort Ostern vor nun auch schon wieder vier Jahren eingezogen war. Hasen sind ja in größeren Gruppen viel glücklicher als alleine, und das gilt wohl auch für meinen Bruder, und so waren sich alle einig.
Da wir nun Ostern zum Babystaunen eingeladen sind, muss natürlich auch ein neuer Haseneierwärmer mit. Und Eierwärmer für die Gäste (uns!) braucht es natürlich auch.
Das stand schon früh fest, und so entstanden zweieinhalb fesche Hasen bereits im Januar.

Es zeigt sich, das Übung wirklich den Meister macht - die beiden haben wirklich Persönlichkeit!
Gäste kommen und gehen (hoffentlich) und tragen unterschiedliche Namen. Gestreifte Pullover sind da genau richtig.
Familienmitglieder aber sind beständig und tragen Pullover mit Namensinitial. Da der Name des neuen Mitbewohners aber erst seit Freitag bekannt war, fehlte bis dahin der Pullover und die Fertigstellung verzögerte sich. (Diesmal habe ich den Buchstaben im Maschenstich aufgestickt, statt ihn einzustricken.)
Jedenfalls!
Willkommen, kleiner J.! Du scheinst ein ganz süßer, frecher kleiner Hase zu sein! 
Deine beiden gestreiften Freunde aber haben sich hier bei uns so richtig eingelebt - die bleiben hier. Noch ein Abschiedsfoto - und ab in den Geschenkkarton mit dir!
Frohe Ostern!
 
Die harten Fakten:
bunny egg cosy pattern von Little Cotton Rabbits (bunnyknitter Julie Williams) für ca. 2,50 Euro
Alphabet-Chart (kostenlos)
angefangen: 14.-16. Januar 2016
fertiggestellt: 20. März 2016
Wolle: Rico Design Baby Cotton Soft DK in beige, hellblau, blau, weiß, rot und grün
verbraucht: wenig
Größe/Maße: ca. 13 cm bis zur Ohrenspitze, ca 20 cm Pulloverumfang
Nadeln: Chiaogoo Stahlrundstricknadeln in 2,75mm, 80 cm Seil.
weiteres Material: Füllwatte, Sticknadel zum Vernähen,  Stickgarn für Nase und Wolle für Augen
Kosten: gering  (Stashabbau)

Montag, 21. März 2016

Reisevorbereitungen. FO und Fazit: Boy Elephant.

"Und krieg' ich dann auch endlich einen richtigen Namen?", fragte der kleine Elefant.
"Ja, natürlich!", versicherte ich ihm. "Alle Kinder geben ihren Stofftieren Namen! Es kann allerdings noch eine Weile dauern, bis er ihn aussprechen kann... der kleine Junge ist ja gerade erst geboren worden und kann noch nicht richtig sprechen. Vielleicht helfen ihm aber seine Mama oder Papa oder die große Schwester dabei."
Der kleine Elefant war viel zu aufgeregt um ernsthaft besorgt zu sein. "Wann geht es denn endlich los?", quengelte er. Ich musste ihn noch etwas vertrösten. "So kannst du jedenfalls nicht vor die Tür gehen. Der rote Pullover ist dir viel zu groß, 
 und die blaue Hose rutscht! 
Wenn Du sie nicht mit dem Schwanz festhalten würdest, hinge sie dir dauernd in den Knien!"
"Aber ich finde das bequem so!", nörgelte der kleine Elefant. "Damit kann man toll spielen, und das an-und ausziehen ist auch viel einfacher. Außerdem ist das jetzt cool! Alle meine Freunde haben die Klamotten ihrer großen Brüder an..." Er war offensichtlich der -nicht nur unter jungen Elefanten weit verbreiteten - Meinung, dass "die Großen" nichts von Mode verstehen.
Ich lenkte ein. "Du darfst die Sachen ja auch behalten und mitnehmen - natürlich brauchst du auch Wechselsachen. Aber der erste Eindruck ist nun mal der wichtigste. Euer erstes Treffen ist wie ein Vorstellungsgespräch, und dabei musst du vor allem die Eltern beeindrucken! Du hast doch noch dieses helle Hose..." - "Aber die rutscht!", quietschte der kleine Elefant empört. "Stimmt", seufzte ich, "sogar noch mehr als die blaue... aber ich habe eine Idee! Wir machen einfach Hosenträger dran, das klemmt dir nicht den Bauch ein, falls du noch ...ähm... wachsen solltest.
 Hier, warte mal!" und ich nähte schnell ein paar Knöpfe an der Hose fest, um die Hosenträger zu befestigen. "Schon viel besser! und dazu trägst du den neuen grünen Pullunder und ein weißes Hemd.
Das sieht ordentlich und adrett aus, immerhin ist ja auch Feiertag!" "Feiertag?", fragte der kleine Elefant. "Was denn für ein Feiertag?" "Na, zum einen bist du ja ein Geburtstagsgeschenk, nicht wahr, auch wenn Du erst ein paar Tage zu spät ankommst. Und so wie es aussieht, bringen wir Dich am Sonntag vorbei. Sonntag ist immer Feiertag. Und dieses Jahr ist das sogar Ostersonntag. Du wirst sehen, alle werden ganz schick angezogen sein!"
"Na gut," sagte der kleine Elefant. "Aber einen Schlips ziehe ich nicht an!"Ich lachte. "Nein, das brauchst du auch nicht. Du siehst ganz toll aus so. Alle werden Dich lieben! - und nun pack Deinen Koffer fertig, damit Du die coolen Klamotten nicht vergisst!"
"Schon fertig!", rief der kleine Elefant. "Es passt alles rein! Wann geht es denn endlich los?"
"Bald, ganz bald", tröstete ich ihn. "Wir müssen jetzt nur noch eine hübsche Geschenkverpackung finden. Setz dich solange hier hin und mach dir keine Flecken aufs Hemd. Schaffst du das?"

"Na klar!", sagte der kleine Elefant etwas pikiert. Er klammerte den Koffergriff ganz fest. Er war ja soo aufgeregt! Ob der kleine Junge ihn wohl mögen würde?
**************************
Ob mein funkelnagelneuer Neffe ihn mögen wird, ist natürlich noch nicht absehbar. Immerhin gibt es Ohren, an denen man lutschen und einen Rüssel, an dem man ziehen kann. Der ganze Elefant ist wunderbar weich und fest mit Watte ausgestopft und Augen und Zähne können auch nicht abgenagt werden. Die Mutter jedenfalls äußerte sich begeistert und voll Vorfreude, und das verschafft ihm sicherlich schon einmal einen der vorderen Plätze im Regal. Und im äußersten Notfall gibt es ja noch die große Schwester, die den neuen Mitbewohner sicherlich ihrem Weihnachtshasen vorstellen möchte. Ich mache mir also keine allzugroßen Sorgen.
*****************************


Das Muster:
Gestrickt habe ich den Elefanten nach der Anleitung für den Elefantenjungen von Julie Williams aka littlecottonrabitt. Eigentlich hatte ich angefragt, ob der Neffe wohl einen Hasen braucht, aber dann fiel meiner Schwägerin auf, dass es auch Elefanten gibt (tatsächlich wird Julies Menagerie täglich größer), und so haben wir umgeschwenkt. Ich bin ganz dankbar, denn obwohl die Hasen meganiedlich sind, der Elefant hatte es mir selbst auch schon sehr lange angetan - dieser Rüssel! Die Ohren! - und hier bot sich endlich die Ausrede, eine weitere Anleitung zu kaufen. Ich hätte auch einen Mädchenelefanten kaufen können, aber der Körper samt Schuhen entspricht dem Hasenmädchen, sodass es eigentlich nur um den Kopf ging, und der Elefantenjunge hatte den Mehrwert eines neuen Pullovers...
Technik:
Man darf keine Angst vor Kleinteilen haben, und Julie's Anleitungen sehen vor, dass man alle Teile flach strickt und dann zusammennäht. Nähphobiker sind hier nicht gut aufgehoben. TECHNISCH ist es aber nicht schwer, und das Ausstopfen und modellieren der Figuren wird hervorragend bebildert, erklärt und geht mit jedem weiteren Tier einfacher. Man muss nur Zeit mitbringen, schnell geht hier gar nichts. (An dem -frei improvisierten- grünen Pullunder mit eingestricktem Hemd habe ich den ganzen Sonntag gearbeitet, mehrfach neu angesetzt und herumprobiert, bis alles so war, wie ich es haben wollte.)
Die Wolle: 
Normalerweise stricke ich LCR's Tiere aus Rico Design Baby Cotton Soft DK aber die gibt es irgendwie nicht in elefantengrau. Daher habe ich dieses Garn nur für die Kleidung benutzt und das eigentliche Tier aus der grauen Baumwoll-Merino-Mischung von der Hamburger Wollfabrik gefertigt. Das ging wunderbar, nur dass sie etwas dünner ist als die Rico, und daher sind die Kleidungsstücke eben alle etwas zu groß...
Änderungen:
Inzwischen bin ich auch zuversichtlich genug, um eigene Änderungen vorzunehmen - diese sind allerdings Kleinigkeiten. Die Füße habe ich in braun gestrickt, damit sie wie braune Schuhe aussehen. Und weil das Tier ja zivilisiert ist und Kleidung trägt, habe ich auch für gestreifte Boxershorts gesorgt. Am eigenmächtigsten sind wahrscheinlich die Stoßzähne, die ich schon bei den Elefantenkopfrasseln (improvisiert nach der gleichen Anleitung wie das Tier) ausprobiert hatte. Ein Elefant muss nun einmal Stoßzähne haben.
(Eine der Rasseln geht natürlich auch in das Päckchen. Dann kann der kleine Elefant den Monolog aus "Hamlet" üben...gnihihi.)
Die harten Fakten:
angefangen: 08. Januar 2016
fertiggestellt: 12. Januar 2016; Hosenträger und grüne Weste 19. Januar 2016
Garn: HWF Merino-Cotton  für den Körper
Rico Design Baby Cotton Soft DK in rot, blau, beige, hellblau, braun und weiß für die Kleidung und die Zähne, HWF Shetland grün/doppelfädig für den grünen Pullunder
Größe/Maße: etwa 20-21cm von den Ohrenspitzen bis zu den Zehen
Nadeln: 2,75 mm
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen, Knöpfe (8mm), Füllwatte, Geduld und Spucke. Koffer für Wechselsachen: Maileg.
Kosten: kann's nicht sagen. war alles im Stash. Ist ja auch ein Geschenk... Plus ein paar kleinere Nerven.