Freitag, 27. Februar 2015

Maschenproben. (WIP: Hahnentritt)

Ein Neffenpullover soll es also werden, und inzwischen brauche ich nicht mehr den Rat von EZ, um eine Maschenprobe zu machen. Sogar ich lerne dazu, und ich brauche ja Zahlen für meine Maße...
Eine Maschenprobe musste also ohnehin her, dabei kann man auch gleich das Muster ausprobieren - aber aus welchem Garn?
Zufällig hatte Tichiro gerade zu der Zeit, als ich die erste Idee zu dem Pullover hatte, das fairalpaka SOCKS zum Garn der Woche erklärt. Und weil ich selbst so gute Erfahrungen mit meinen Alpaka-Sachen gemacht habe, das SOCKS aber versprach, dank der Poly-Beimischung nicht ganz so "flauschig", dafür "stabiler" zu sein, schien es mir jungstauglich zu sein. (Auf Flausch steht mein Neffe nicht, weich soll der Pullover aber sein. Und robust...)
Ein Blick auf die Farbkarte und eine kurze Bestellung später, und es trudelten 600g fairalpaka SOCKS Garn in Jeansblau und Grau bei mir ein. Daraus habe ich sehr systematisch die längste Maschenprobe meines Strickkarriere gefertigt -- ein langer "Strumpf" (denn ich will ja in Runden stricken) über 80 Maschen und kontinuierlich steigenden Nadelstärken...
So sah das aus:


 Und, ehrlich gesagt, mir gefiel keine davon. 
Schön fand ich die einfädig bzw doppelfädig gestrickten "Streifen" - aber für das eigentliche Hahnentrittmuster war ich nicht von der Fairalpaka überzeugt... Selbst der größere Rapport über 8 Maschen hatte nicht genug WUMMS, und in über 12 oder 16 Maschen zu ziehen... Ich weiß nicht.

Vielleicht doch ein anderes Garn?
Blau und grau....grau und blau... muss denn das grau unbedingt heller sein als das blau?
Die Reste der halbgeribbelten Timpani-Jacke (und der Rest der damals bestellten Konenwolle) ist ein wunderschönes graustichiges Hellblau... das sind noch 350 g Wolle... könnte reichen. Vielleicht im Kontrast mit einem dunklen Grau?
Da ist doch noch ein Rest von der fast-schwarzen Konenwolle, die ich für Audrey und Turn-a-Leaf und Pocahontas verwendet habe... Das könnte man immerhin mal ausprobieren, obwohl ich den Verdacht habe, dass sie etwas dünner ist als die sechsfädige hellblaue Avantgarde...
Und in der Tat - sie ist etwas zu dünn, so wie normale Sockenwolle im Vergleich zu "Sport"... dadurch versinken die schwarzen Musterteile im voluminöseren Hellblau, was unerwartete und unerwünschte Struktur erzeugt... Nun hatte ich von meiner Lieblings-Standard-Wolle (Cool Wool) noch zweieinhalb anthrazitgraue Knäuele im Haus (Farbe 444) - und siehe da! Das gefällt mir gut! Nadelstärke 5 passt auch - damit kann ich arbeiten!


Die Maschenprobe ist etwas knapp, weil ich nach 16 Runden (zwei Mustersätzen) endlich mit dem Projekt anfangen wollte, aber entspricht ungefähr 27Mx40R - genauer brauche ich es nicht für ein Kind im Wachstum, denn der Pullover soll dieses Jahr ohnehin noch zu groß sein. Und die Länge kann ich ja dann beim Stricken adaptieren. Beide Garne laufen erfahrungsgemäß nur wenig ein.
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie groß das Kind heute ist, und erraten, wie groß er möglicherweise Weihnachten sein wird... Spekulation! Und dann kann ich rechnen.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Grrrrrrrrrrrr.

Finde den Fehler!
Hrmpf.

Irgendwo habe ich Heißkleber...

1. Brief. Das Projekt.

Liebe Frau Zimmermann,
wie neulich schon am Telefon angedeutet will ich für meinen Neffen einen neuen Winterpullover stricken. Also eigentlich war das so: ich habe dieses Foto gesehen
http://www.ravelry.com/patterns/library/crew-neck-jumper von Bergère de France

und dann gedacht: Ha! das wäre doch was für den Neffen! Und nach kurzer Rücksprache mit den Eltern habe ich eine Freigabe bekommen, dass sich alle sehr freuen würden.
Jetzt hätte ich die Anleitung und sogar die Wolle sehr einfach unter obigem Link bestellen können, aber ich dachte, mit Ihrer Hilfe, Frau Zimmermann, kriegen ich das auch so hin.
Das Muster ist ja klar, und der Rest ist ein Jungspullover mit Rundhalsausschnitt. Kann doch so schwer nicht sein?
Ich muss gestehen, eigentlich ist der Pullover für mich, irgendwie. Ich hatte nämlich schon vor Monaten dieses Modell hier gesehen.
http://www.ravelry.com/patterns/library/houndstooth-6 aus Let's Tweed
Ich find den super! Leider ist das das einzige interessante Modell in dem Pamphlet, und es ist wohl auch auf dänisch... Jedenfalls: Ich hätte wahnsinnig gerne einen solchen Pullover, aber Amy -Sie kennen Amy Herzog?, also Amy sagt, bei meiner Körperform wäre Raglan nichts, weil es die Schultern noch schmaler macht.
Aber Hahnentrittmuster finde ich gerade total großartig. Ich glaube, ich hatte gar nicht erzählt, dass ich mir letztes Jahr aus einer Art Hahnentritt-Sweatshirtstoff ein Kleid genäht habe. (Warum eigentlich nicht?*) Es ist  ganz klassisch, in schwarz-weiß, und saubequem, passt super und zu allem.
Naja, jedenfalls könnte ich meinen Drang, einen Hahnentrittpullover zu stricken, auf diese Weise doch ganz gesund ausleben, nicht wahr?
Ich sehe gerade, der Kinderpulli oben ist gar kein Hahnentritt, das ist Pepita! Man erkennt den Unterschied an den diagonalen Verbindungen, was mit der Webart zu tun hat und sich überhaupt wirklich sehr ähnlich sieht. Wieder was gelernt! Aber die Leute unterscheiden da gar nicht so genau, und ich auch nicht, und der Neffe weiß ohnehin von nichts und echtes Hahnentritt hat den Vorteil, dass es ein total einfaches Muster ist mit Tesselationen, und beliebig skalierbar. Ich mache einfach einen Hahnentrittpullover, statt eines Pepitapullovers für den Neffen. Die Anleitungen dienen ohnehin nur als Inspiration. Aber den großen Musterrapport finde ich schon gut.
Ich habe das mal aufgemalt:
Bei der Maschenprobe probiere ich die Rapportgröße mal aus.
Und natürlich stricke ich die Maschenproben in der Runde -- man lernt ja auch mal dazu!
Ich melde mich wieder, wenn ich dazu Ergebnisse habe...
Herzliche Grüße,
Ihre Projektmanagerin


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*blogfail!


Montag, 23. Februar 2015

Briefe (und Anrufe) in die amerikanische Vergangenheit.

"Ja, hallo, guten Tag, hier spricht Projektmanagerin. Könnte ich bitte Frau Zimmermann sprechen? Elisabeth Zimmermann? hmmja, ich warte, danke.
Frau Zimmermann? Wie schön, dass ich Sie erreicht habe! Jaja, ich weiß, Sie sind immer erreichbar, ich habe Ihr Buch ja gleich hier... hmm. hmm. Ja. Und dann war ich gerade bei einer Freundin aus unserem Strickkreis hier... hmm, ja, immer montags, ja... hmm, ja, total nette Runde! Ich bin froh, dass ich wieder Zeit finde regelmäßig hinzugehen. Jedenfalls hat sie, also die Freundin, mir eins Ihrer Bücher geliehen, und da dachte ich, ich muss Sie dringend mal wieder anrufen. Wir haben uns ja ewig nicht gesprochen!
Aber ich hätte Sie ohnehin bald anrufen wollen*, weil ich doch für meinen Neffen... nein, nein, der andere, der in Spanien. Ja genau, also der lebt nun da im Baskenland, an der Atlantikküste, da wird es ja auch schon mal richtig frisch, und die Spanier bauen ja keine rechten Heizungen oder Doppelglasscheiben - neinein, der Junge ist gesund, topfit, alle topfit, neinnein, geht allen gut - aber, jedenfalls, den letzten Pullover habe ich ihm vor vier Jahren gestrickt, und da ist er nun wirklich rausgewachsen, und er trägt schon die Pullover der großen Schwester auf - ja, das zahlt sich immer aus, wenn man da geschlechterneutrale Farben... ja, blau zum Beispiel geht ja immer...
uhm. ...
 uhhmm. ...
 oh. ...
Ja, eben.  Ganz genau. Also ich will für diesen Neffen einen neuen Pullover stricken. Ja, genau, etwas größer, so zum reinwachsen... Wie Unkraut, sage ich Ihnen, wie Unkraut!
Warum ich angerufen habe? Tja, vielleicht können Sie mir mit etwas Rat und Tat...?
Können Sie? Fantastisch!
Vielen vielen Dank, Frau Zimmermann!
Ja, ich schreibe Ihnen dann alles weitere - dann kann ich auch Fotos und Skizzen... ja, das geht besser als am Telefon...
Ihnen auch einen wunderschönen Tag noch!
Bis bald!
Ja, ich freu mich auch! Auf Wiederhörn!"


Ist das nicht toll, wie man mittels Büchern mit toten Menschen sprechen kann? Und ganz ohne Séancen oder Gespenster?
Ick freu mir!


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*sehr rheinische Möglichkeitsform

Freitag, 20. Februar 2015

Manchmal...

... muss ich beim Stricken so oft innehalten und bewundernd tätscheln,  dass ich weiß, hier mache ich etwas zweifellos ganz richtig...

Donnerstag, 19. Februar 2015

FO. Meine Mütze für Mich




Seit Monaten stricke ich Mützen. Für Nichten und Brüder und  Schwägerinnen, Ehemänner und Schwiegermütter und Schwiegertanten. Das ist nicht schlimm, es hat mir Spaß gemacht. Aber warum laufe ich eigentlich immer mit dem gleichen Wurm durch die Gegend? Ich will auch eine schöne neue Mütze! Und warm soll sie sein - durch den Wurm pfeift es manchmal durch...
Da lag die Entscheidung für eine löchrige Lace-Mütze aus einem stark baumwollhaltigen Garn ja nahe... ähem.

Das Muster:
 Es handelt sich um eine weite Mütze, 
 
 die über einem Teller zur Baskenmütze geblockt werden kann, 


in einem einfachen aber effektvollen Lace-Muster. Die Anleitung ist kostenlos bei Ravelry erhältlich, es gibt auch passende Handschuhe dazu.
Technik:
 Rechte Maschen, links und rechts gerichtete Abnahmen, Umschläge... einfach.
Die Wolle:
Das schöne, fliederfarbene Garn ist das Gegenstück zu dem türkisen Material meines Llani-Pullovers - eine Mischung aus 50% Kaschmir, 50% Baumwolle von der Hamburger Wollfabrik. Ich habe es doppelfädig verstrickt und kam genau auf die geforderte Maschenprobe.
Nach dem Blocken kommt das Muster auch schön raus.  
Aber. 
Eine warme Wintermütze ist das natürlich nicht. Ein deutlich dickeres, deutlich wolligeres Garn wäre wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen. 
Änderungen:
Mein Klappbündchen ist mit 2 x 25 Runden viel länger als in der Anleitung - ich brauche warme Ohren. Ob es besser aussieht, bezweifle ich inzwischen. 
 Für Extra-Weite habe ich vor Beginn des Musters (6 Maschen) insgesamt 18 Maschen zugenommen - da die Abnahmen aber in 12-Maschen-rapports erfolgen wäre hier 24 (oder 12 oder 36) die gesschicktere Wahl gewesen. Seufz. Anleitung lesen und mitdenken hilft. Habs aber hingewurstelt, wird niemandem auffallen. Außerdem 6 statt 5 Mustersätzen gestrickt.

Ich mag mein Garn, und ich mag das Muster - aber ich mag nicht beides zusammen. Ich glaube nicht, dass ich die Mütze viel tragen werde. 
Egal. Stricke ich eben wieder einen Pullover.

Die harten Fakten:
angefangen: 11. Februar 2015
fertiggestellt: 16. Februar 2015
verbraucht: 78 g.
Größe/Maße:mir passt sie (57 cm)
Nadeln: 3,5mm Bündchen, 3,75 mm Muster mit Chiaogoo Lace Twist
Maschenprobe: 24Mx28R=10x10
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: 50g ca. 3 Euro - also etwa 4,50 Euro.
Und der Ravelry-Projekt-Link.

Dienstag, 17. Februar 2015

FO: Tam-Tam!

Wie hier kurz angedeutet, ist die Schwiegermutter von ihrer Lucy so begeistert, dass sie sie all ihren zahlreichen Schwestern empfiehlt. Und so wünschte sich die Schwiegertante auch eine Mütze.
Diese Tante aber hat ein weniger schmales Gesicht, und eine Brille, und lange Haare, die sie im Nacken hochgesteckt trägt - kurzum, ich würde "Lucy" für sie nicht empfehlen.
Ich denke eher an eine klassische Baskenmütze (englisch "tam", haha, lustiges Wortspiel im Namen), die man ja auch in nicht-langweilig stricken kann. Da passen zumindest die hochgesteckten Haare drunter, das ist ja auch wichtig. Dutt und Mütze -schwieriges Thema.
Der Tantenmantel ist schwarz. Die Mütze soll dazu passen. Am besten auch schwarz. Ich verziehe das Gesicht. Im Winter schwarz stricken... ein bißchen dunkles Rot darf jedoch dazu. Aber kein Gedöns - Bommel, Pompoms, Troddel oder Fitzelchen sind erwünscht. Schlicht.
Hmm.
Als erstes frage ich Ravelry. Dort gibt es Mützen zu Hauf! Das Problem ist der Kontrast zwischen Rot und Schwarz. Hrmpf. Dann verliebe ich mich in dieses Bild:
Fair Isle Banded Hat von Debra Peterson
Perfekt!
Schlicht, klassisch, elegant (für eine Strickmütze), nicht langweilig, einfach zu stricken.
Und eine Kaufanleitung aus einem  völlig obskuren amerikanischen Buch, die zwar via amazon erhältlich wäre, aber ansonsten keinerlei (für mich) interessante Strickmuster enthält. Grmpf.
Egal. Kann ja so schwer nicht sein, eine Baskenmütze zu stricken. Hier zum Beispiel wird das ganz gut erklärt, noch dazu kostenlos - und das Bündchen kann ich improvisieren.

Und ich finde, die Ähnlichkeit ist ganz gut geglückt!

Bei der Wolle entschied ich mich für mein liebstes Allzweckgarn: Lana Grossa Cool Wool, reine Merino, weich, zuverlässig, in vielen Farben und maschinenwaschbar. Und, ja, etwas dünner als die vorgeschlagene Cascade, an die ich hier nicht herankomme. Ich hatte mit 3,25 mm Nadeln 120 Maschen angeschlagen und 20 Runden gestrickt, für ein warmes Bündchen, das auch über die Ohren reicht. 1 Runde (k2tog, YO) als Picot-Wendekante, 1 Runde stricken und dann zu 5mm Nadeln wechseln und das Rautenmuster starten. Nach 20 Runden Muster ein Abschluss in Rot mit kleineren Nadeln, und die eigentliche Mütze in Schwarz starten. Dazu in der ersten Reihe mittels (k4,m1) auf 144 Maschen zunehmen, das gibt etwas mehr Fülle, und ja, das hätte auch noch mehr sein dürfen. (Falls der Tante die Mütze gefällt, und ich meine eigene stricken muss, gehe ich auf 168 Maschen hoch.)
Nach 30 Runden schwarz habe ich mit den Abnahmen begonnen, die sich über weiter 35 Reihen hinzogen, dann habe ich die letzten Maschen zusammengenäht, das ganze gewaschen und über eine Salatschüssel gespannt.

Normalerweise tut es sicher auch ein Teller, aber ich wollte das Bündchen mitdehnen, damit es 1) gut über die Haare geht und 2) sich das Muster gut zurechtruckelt und 3) das Bündchen leichter festzunähen ist.

Hat auch geklappt.
Jetzt noch der Knopf.
Eigentlich ist der zwar "Gedöns" und unerwünscht, aber vielleicht gefällt der Tante die Mütze gar nicht, dann müsste ich sie behalten (och), und ich finde den Knopf super! Vorsichtshalber ist aber der Annähfaden noch nicht vernäht, er lässt sich also noch entfernen... auch wenn er m.E. das i-Tüpfelchen ist!
Wie macht man so einen Knopfbezug? Ganz einfach. Man strickt ein Achteck im gewünschten Muster und der knopftauglichen Größe (hier: beginnt und endet mit 7 M über 13 R) - ich hasse stranded knitting in Reihen! - und zieht am Schluss den langen Rest vom Abkettfaden einmal durch alle Randmaschen. Nun einen passenden Knopf in das entstandene Beutelchen legen und die Ränder zusammenziehen und vernähen.

Super Mütze!
Mal sehen, was die Tante sagt.

Aber egal was passiert - die nächste Mütze ist für mich!

Die harten Fakten:
Tam-Tam Baskenmütze - improvisiert nach Foto mithilfe von
Burke by Taiga Hilliard Designs
angefangen: 06.02.2015
fertiggestellt: 11.02.2015
verbraucht: 78g Lana Grossa Cool Wool in schwarz/433 (etwas über 1 Knäuel, ca 53 g), rot/125 (ca 20 g) und grau/412 (ca 5 g)
Größe/Maße: ähm. Normal? (ca. 57 cm Kopfumfang)
Nadeln: Chiaogoo Lace, Twistseil, 3,25 mm, 5 mm für Rautenmuster
Maschenprobe: Rauten: 9M/20R = 4cm; Einfarbig: 40M/35R = 10 cm
weiteres Material: Knopf Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: ca. 15 Euro (3 Knäuel Cool Wool à 4,95 Euro).
Und der Ravelry-Projekt-Link, mit Informationen zu den Abnahmen.