Montag, 8. Februar 2016

FO und Fazit: I-Cord Bonnet.

Das erste Baby des Jahres ist im Freundeskreis geschlüpft. Ein kleines Mädchen. Draußen ist es kalt, warme Füße hat ihr kleiner Bruder schon vor 2 Jahren bekommen...
... also gibt es diesmal warme Ohren.
Das Muster:
Die kostenlose Anleitung beschreibt ein sehr klassisches, niedliches Babyhäubchen mit Bindebändern aus I-Cord und einer leicht gerüschten Partie an der Stirnseite. Die Anleitung ist auf englisch, aber eindeutig nicht von einer Muttersprachlerin verfasst und daher manchmal etwas  umständlich bzw. schwer verständlich. Wer mit den Techniken vertraut ist oder genug Strickerfahrung hat, kommt dennoch klar, aber Anfänger könnten möglicherweise gelegentlich irritiert gucken.
Technik:
Das Häubchen ist zwar nicht schwierig zu stricken, aber für ganz blutige Anfänger ist es auch nichts - es beginnt mit einer I-Cord und einem I-Cord-Anschlag. Kraus rechts, Zunahmen und Abnahmen für die Rüsche, gerichtete Zu-und Abnahmen für die Hinterkopfrundung, außerdem verkürzte Reihen. Und die letzten Maschen werden im Maschenstich zusammengenäht.
Die Wolle:
Die traumhafte Fairalpaka DK - wunderbar weich, herrlich - und sicherlich auch eine eher warme Mütze. Hoffentlich passt sie nicht erst im Sommer...
Änderungen:
Ich habe alle 20 Reihen - unabhängig von der Anleitung - verkürzte Reihen gearbeitet, um die untere Abschlusskante nicht zu weit zu machen. Ich denke, beim nächsten Mal würde ich zudem die 2x5 Maschen der Abschlusskante aus der Gesamtmaschenanzahl herausrechnen, wenn es darum geht, die Abnahmelinien nach jeweils einem Drittel der Maschen zu machen - ich glaube, dann würde das Häubchen besser sitzen. 
Die harten Fakten:
I-Cord Bonnet by Lotta Arnlund
angefangen: 03. Februar 2016
fertiggestellt: 04. Februar 2016
Garn:  fairAlpaka Baby Alpaka DK in natur (NFA01)  
verbraucht: etwa 40 g
Größe/Maße: Ohr zu Ohr: 30 cm. Sieht etwas groß aus - keine Ahnung wann das passt.
Nadeln: 3mm
Maschenprobe: 23Mx36R
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: ein Knäuel kostet 2,70 Euro...

Mittwoch, 3. Februar 2016

Aller guten Dinge sind... äh... vier. FO und Fazit: Pembroke Pullunder.

Das Stricken kleiner niedlicher Pullunder kann durchaus süchtig machen. Man sieht es daran, dass ich in den letzten zwei Wochen vier davon gestrickt habe. Der Schwierigkeitsgrad stieg dabei an von glatt-rechts mit Streifen, glatt rechts mit links-Streifen und V-Ausschnitt, kleine Dekoration mit einfachem Zopf-Eulenmuster und nun zu guter letzt ein komplett mit Zopfmuster versehener klassischer Cricket-Pullunder. Daran zumindest erinnert er mich und eigentlich hätte ich gerne selbst einen, aber hey - für mich würde ich länger als vier Tage daran stricken und auch deutlich mehr als 1,5 Knäuel Wolle verbrauchen. Vielleicht nächstes Jahr.
Hier ist er!
Zuk-ker-süß!
Und jetzt muss ich mit Pullundern erst einmal aufhören, denn die sind so dermaßen süß, dass die Gefahr einer Schwangerschaftsdiabetes bei der werdenden Mutter ganz alleine auf den Kontakt mit Babypullundern zurückzuführen sein wird. Und das kann ich nicht verantworten. Außerdem hat mich die Pullunderserie schon zwei meiner ständigen Leser gekostet, zumindest wenn man nach der offiziellen Google-Follower-Zahl rechts im Bild geht...


Das Muster:
Die Anleitung ist kostenlos, muss aber gesucht werden, da sie über die ursprüngliche Download-Seite nicht mehr auffindbar ist. Es gibt aber einen Webarchive-Link, den ich unten angegeben habe. Die Größen reichen von 6 Monate bis 8 Jahre. Ein sehr klassischer kleiner Pullunder mit einem hübschen Zopfmuster, das sich wunderbar um den V-Ausschnitt herumschmiegt. Letzteres macht es etwas schwieriger, wenn die Maschenprobe wie bei mir stark abweicht, aber man kann sich helfen. In den kleinen Größen kann man die linke Schulter mit Knöpfen versehen. Der Pullover soll flach in Einzelteilen gestrickt und dann zusammengenäht werden, bevor die Blenden angestrickt werden.
Technik:
Zopfmuster sind eigentlich Rippenmuster, insofern sind sie immer leichter zu stricken als man meint. Allerdings sollte man die Maschen auf den Nadeln schon "lesen" können, für ganz blutige Anfänger ist diese Anleitung daher wohl eher nicht geeignet. Ansonsten - rechts, links, gerichtete Abnahmen, verkürzte Reihen für die Schultern - und eben Zöpfe. Da hier immer nur 2/2 Zöpfe gestrickt werden sollten, habe ich auf eine Zopfnadel verzichtet und ohne Hilfsnadeln verzopft. Dazu gibt es unzählige Tutorials, beispielsweise hier.
Die Wolle:
Die Wolle ist mein liebstes Standard Merino-Garn: Lana Grossa Cool Wool, in einem pudrigen jeansblauen Melangeton. Außerdem habe ich alle Bündchen mit einer einzelnen Rechtsreihe in babyblau absetzen müssen. Es rief danach. So süß! Merinowolle stammt von einem sehr "lockigen" Schaf, das heißt, Zopfmuster werden sehr plastisch und bei dem geringen Eigengewicht leiert sie auch nicht aus. Außerdem ist sie wunderbar weich. Und die Cool Wool ist waschmaschinenfest, was bei Kindersachen ja kein Nachteil ist.
Gerade weil Merinowolle so viel "Gedächtnis" hat und das Zopfmuster stark zusammenzieht, sollte man die Einzelteile vor dem Zusammennähen und Anstricken der Blenden waschen und in Form gesteckt trocknen lassen (blocken).
Ich stecke das nasse Stück resolut mit Stecknadeln auf dem Bügelbrett fest und achte darauf, die "vorgeschriebenen" Maße zu erreichen.
Manche Menschen blocken mit Dampf, aber davon würde ich bei Merino und Zöpfen absehen (anders als bspw. bei Baumwolle). Zum einen reicht ein Dampfstoß nicht, und zum anderen könnte zu große Hitze oder versehentliches Bügeln die Plastizität der Zöpfe gefährden. Niemand will platte Zöpfe! Aber waschen und spannen macht einen erstaunlichen Unterschied, wie man hier sehen kann:
links - ungeblockt. Rechts - fertig gespannt

Änderungen:
Meine Maschenprobe wich ziemlich stark von der Anleitung ab, sodass ich mit dem Muster etwas herumfiddeln musste, damit der Zopf an der Vorderseite sich mit dem Ausschnitt ausgeht. Natürlich hätte man auch einfach eine Maschenprobe machen können - aber ehrlich gesagt, eine Maschenprobe in der Kleidergröße ist ein halbes Rückenteil, und da es beim Rückenteil nicht so stark auf das Muster ankommt, und man ohnehin auch mit dem Rücken anfangen soll --- kurzum, ich habe zugesehen, dass die Breite halbwegs hinhaut, was bei Rippen-und Zopfmustern ja ohnehin sehr variabel ist, und einfach das Muster gestreckt. Im Nachhinein ist mein Zopfmuster in der Breite wieder um etwa 5 cm zusammengeschrumpft, man hätte also auch die Maschenzahl der nächstgrößeren Größe nehmen können - aber bei einem kräftigeren Kind wächst das Muster trotzdem mit. In der Länge habe ich die zentralen Rauten mit vier statt nur 2 Kordelverzopfungen voneinander getrennt und so die benötigte Länge gewonnen. Außerdem kann man auch immer über die Anzahl der Bündchenreihen Zentimeter gewinnen oder verlieren - wobei die Zöpfe ja wie gesagt ohnehin in der Breite mitwachsen und ein paar Zentimeter Überlänge notfalls eher von Vorteil sind. 
(Ich nehme die anzustrebenden Maße bei Kindersachen für Kinder mit noch unbekannter Körperform jedenfalls eher als Richtwert. Gerade bei Maschenwaren.)
Außerdem habe ich die seitlichen Kordelzöpfe gespiegelt, statt sie alle in die gleiche Richtung zu drehen und auf Vor- und Rückseite mit unterschiedlichen Richtungen gespielt. Auf der Rückseite finde ich den Übergang zu den Armausschnitten bspw. besser...
Rückseite
...auf der Vorderseite gefällt mir besser, wie der Rautenzopf sich um den Rahmenbalken windet.
 
Vorderseite
Aber das ist alles Spielerei.
Meine letzte Änderung betrifft den Verschluss an der linken Schulter. Dort sollen am Rückenteil 5 Reihen 1/1 Rippen angestrickt werden, am Vorderteil sollen die einfachen Knopflöcher aus 1 Umschlag in die Schulterschrägung eingefügt werden. Ich wollte aber die Schulterblenden über die Arm-und Ausschnittblenden anstricken, weil das m. E. sauberer aussieht...
I-Cord-Abschluss mit integriertem Knopfloch über 2 Maschen
...und habe die vordere linke Schulter aus den gleichen Gründen mit einem I-Cord-Abschluss versehen, der erstens ordentlicher ist, zweitens stabiler als eine einfache Abkettkante, und drittens die Knopflöcher gleich beinhaltet. 2 hellblaue Hemden- oder Blusenknöpfe habe ich in der geerbten Knopfkiste gefunden.

Die harten Fakten:
Pembroke Vest von Kirsten Kapur 
(auffindbar über Webarchive Link: https://web.archive.org/web/20130508185417/http://www.petitepurls.com/Summer09/summer2009_pembroke.html)
angefangen: 30. Januar 2016
fertiggestellt: 03. Februar 2016
Garn: Lana Grossa Cool Wool Melange Merino Superfine in jeansblau (128) und einem Restchen hellblau (430)

verbraucht: 66g - ein Knäuel reichte für für Rücken und Arm-Hals-Ausschnitt Vorderteil
Größe/Maße: 6 Monate (19 cm Unterbrustweite (Rippenmuster ist dehnbar!), 16 cm Länge bis Arm- und Halsausschnitt, 25 cm Länge bis Schulter)
Nadeln:Chiaogoo Lace Twist 3,5 mm/ 3,25mm für Bündchen
Maschenprobe: 31M x 37R im Zopfmuster
weiteres Material: Stopfnadel/dicke Sticknadel zum Vernähen
Kosten: etwa 7,50 für Wolle, Knöpfe aus der Vorratskiste