Samstag, 4. August 2012

Jodeldiplom. Verlängerung.

Das geliebte Jodeldiplom wurde immer kürzer - eine Kombination aus mehrfach waschen und mehr Körperfülle meinerseits, die die Rippen natürlich in die Breite gehen liess.
Der Plan war, zwei Verlängerungsstücke von ca. 10 cm Länge zu stricken und mit dem Originalpullover zu verbinden.
Mit der Hilfe von Wise Hilda habe ich mich an den letzten beiden freien Tagen ans graften gemacht. Angeblich soll man dabei zwei Strickstücke so zusammenfügen können, dass keine sichtbare Naht entsteht. Man bildet sozusagen mit der Nähnadel zwischen den beiden Kanten eine neue Strickreihe nach. Dafür wiederum wäre aber natürlich die Voraussetzung, dass man zwei "lebendige" (live) Maschenreihen hat.
Kein Problem hat man also beispielsweise bei einer Schulternaht, oder zwei nicht-abgeketteten Reihen, oder beispielsweise einem provisorischen Anschlag.
Doch ein Problem hat man, wenn -wie bei mir- eine der beiden zu vernähenden Maschenkanten die bereits mehrfach gewaschene, sogar leicht angefilzte Anschlagkante eines ca. ein Jahr alten Pullovers ist... Seufz.
Ich habe mich bemüht, die erste Reihe nach dem Anschlag sorgfältig auf eine Rundstricknadel aufzufädeln, und das ist mir auch gelungen.

Auch das Graften selbst war kein Problem. Etwas Ruhe und Konzentration, sowie etwas ungestörte Zeit sind ausreichend. Aber natürlich sieht man die Naht.

Man sieht auch, dass der obere Teil schon mehrfach getragen und gewaschen wurde, und der untere Teil noch jungfräulich-frisch ist. Und dass der neue Teil aus einer anderen Farbpartie stammt.

Möglicherweise gleicht sich das auch noch an, wenn der Pullover weitere Male gewaschen wurde. Möglicherweise sieht es auch niemand außer mir.
Möglicherweise halten es andere Menschen für ein Designelement und sprechen mich nicht darauf an.

Ich bin nicht zufrieden.
Aber trotzdem besser als ein zu kurzer Pullover, den ich überhaupt nicht mehr tragen würde.

Kommentare:

  1. Beton es doch noch mit einer Reihe Kettmaschen, das sieht nämlich durchaus so aus als sollte das so. Vielleicht noch zweimal hintereinander waschen und dann ist es wieder perfekt....

    Liebe Grüße von Heike, die sich überlegt, ob sie sich das Gefummel angetan hätte und deine Ausdauer dafür bewundert

    AntwortenLöschen
  2. Ach Frau Doktor P. :-),
    was soll ich sagen? Deine sehr aufwendige Verlängerungsvariante sieht jetzt auch nicht viel besser aus als meine Anstrickvariante. Ich darf doch ehrlich sein? Der Übergang von der rechten auf die linke Masche kommt mir bekannt vor.
    Ich werde nicht graften, das steht fest. Entweder doch anstricken (auch wenn ich von Lena noch einen Rüffel bekommen :-)) oder gleich alles ribbeln. Vielleicht finde ich ja noch ein akzeptable Lösung für unser Problem.
    Liebste Grüße
    Tine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tine - mal ganz ehrlich - gegen mein Graften ist Dein Anstricken pures Gold. Seufz.
      Viel Erfolg!

      Löschen
  3. Verdammt! Es tut mir so leid, weil ich weiß wie viel Arbeit es war und ich nachvollziehen kann wie unzufrieden Du bist.
    Liebste Grüße
    Tine
    PS
    Darf ich Dich in Zukunft "Frau Dr. P." abkürzen?
    :-) :-)

    AntwortenLöschen
  4. Och Mensch! Soviel Arbeit und doch unzufrieden! Ich find die Naht ist Dir gelungen. Eine Naht mit Zopf: Respekt! Wäre ein echter oder ein aufgenähter Gürtel eine Option? Aber dafür ist die Verlängerung vermutlich schon zu tief, oder?

    AntwortenLöschen
  5. Hm, ich kapier nicht ganz, warum man die Stricknaht so stark sieht. Eine andere Farbpartie ist sichtbar, soweit ist das klar, auch wenn der obere Teil schon öfter gewaschen wurde, kann man was sehen. Aber diese Strickstichnaht sieht man ja plastisch, so als wäre normal zusammengenäht worden...
    Hast Du vielleicht zu stark angezogen beim Zusammennähen?

    Ich hab wirklich schon ne Menge Dinge mit Strickstich zusammengenäht (auch rechts-links-Muster), aber sowas ist mir noch nie untergekommen.

    AntwortenLöschen